(19)
(11) EP 0 151 978 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.08.1985  Patentblatt  1985/34

(21) Anmeldenummer: 85100697.3

(22) Anmeldetag:  24.01.1985
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B65D 35/08, B65D 65/40, B32B 15/08
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI NL

(30) Priorität: 13.02.1984 DE 3405045

(71) Anmelder: MEPA Gesellschaft für Metall- und Plastik-Verpackungen mbH
D-6500 Mainz 1 (DE)

(72) Erfinder:
  • Menzel, Hans
    D-8192 Geretsried (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Kunststoff-Aluminium-Laminattube


    (57) Eine Kunststoff-Aluminium-Laminattube mit verbessertem Aussehen wird dadurch erhalten, daß sich das äußere Druckbild der Laminatfolie über deren gesamte Oberfläche erstreckt und mit einem abschließenden Kunststoffüberzug versehen ist, wobei das Druckbild bis in die durch Überlappung der Folienränder gebildete Schweißnaht reicht.


    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Kunststoff-Aluminium-Laminattube mit verbesserten Eigenschaften.

    [0002] Kunststoff-Aluminium-Laminattuben stellen seit einigen Jahren eine Alternative zur Anwendung von den bislang im Vordergrund stehenden Aluminiumtuben dar. Ihnen wird insbesondere dann der Vorzug vor Aluminiumtuben gegeben, wenn es sich entweder um Füllgüter handelt, die selbst in innenlackierten Aluminiumtuben nicht verpackt werden können oder andererseits aus bestimmten Gründen auf ein differenziertes Erscheinungsbild der Tube und eine gewisse Rückstellkraft Wert gelegt wird.

    [0003] Als Ausgangsmaterial zur Herstellung dieser Tuben wird dabei ein aus mindestens drei Schichten bestehendes Laminat verwendet, wobei in der primitivsten Form eine Aluminiumfolie mit einer Schichtdicke zwischen etwa 20 µm und etwa 150 µm auf beiden Seiten mit einer Kunststoff-Folie, die vorzugsweise aus Polyethylen besteht, und eine bevorzugte Schichtdicke zwischen etwa 50 µm und etwa 250 pmaufweist, abgedeckt ist.

    [0004] In der Regel werden, um den Verbund zwischen der Kunststoff- und der Aluminiumschicht zu erhöhen, haftende Zwischenschichten eingebaut, die beispielsweise aus gegebenenfalls vernetzten Ethylen-Acrylsäure-Copolymerisaten, wie Ionomeren vom Typ "Surlyn AR", bestehen, vgl. z. B. DE - PS 1486175. Dabei ist die Einbringung weiterer Schichten möglich, die aus Kunststoff, Papier, etc., bestehen können, so daß weitgehende Variationsmöglichkeiten zur Herstellung von Laminaten mit besonderen Eigenschaften gegeben sind.

    [0005] Die zur Bildung der Tubenoberfläche bestimmte Schicht des Laminats ist in der Regel durch Vielfarbendruck dekoriert. Da die Fertigung des Tubenkörpers durcb überlappendes Übereinanderlegen der Folienränder'und anschließende Verschweißung erfolgt, wie es beispielsweise in der DE - PS 1486190 beschrieben ist, galt es bisher als erforderlich, zur ungestörten Durchführung des Verschweißungsvorgangs und Erzielung einer absolut dichten Naht, den Bereich der späteren Schweißnaht bereits auf der bedruckten Laminatfolie von Druckfarben und Lackierung freizuhalten, so daß druckfreie Mindestabstände vom Folienrand von Folienherstellen routinemäßig vorgeschrieben sind.

    [0006] Dies führt jedoch dazu, daß das Gesamtdruckbild des zylindrischen Tubenkörpers im Bereich der Schweißnaht unterbrochen ist und diese Schweißnaht besonders in die Augen fällt, was den ästhetischen Gesamteindruck der Tube sehr störend beeinflußt.

    [0007] Es wurde nun gefunden, daß man diesen Nachteil beheben und ein einheitliches Druckbild des gesamten Tubenkörpers ohne eine störende Ausnehmung an der Tubenlängsnaht dann herstellen kann, wenn sich die auf der äußeren Laminatschicht befindliche Bedruckung über die gesamte Oberfläche ohne Freilassung eines unbedruckten Randes erstreckt und mit einer zusätzlichen Kunststoffschicht versehen wird, wobei die Folienenden zur Bildung des Tubenkörpers überlappt und anschließend in an sich bekannter Weise verschweißt werden.

    [0008] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist also eine Kunststoff-Aluminium-Laminattube mit bedruckter, d.h. dekorierter äußerer Oberfläche, die dadurch gekennzeichnet ist, daß sich die mit einer Kunststoffschicht versehene Bedruckung über die gesamte Oberfläche bis in den durch Überlappung der Folienenden gebildeten Nahtbereich der Tube erstreckt.

    [0009] Für die erfindungsgemäße Ausgestaltung der Laminattube bieten sich mehrere Möglichkeiten an:

    Zum einen kann die zur Außendekoration bestimmte Druckschi:ht des Laminats mit einer weiteren transparenten Kunststoffschicht versehen werden, wobei es in der Regel ausreicht, diese Schicht in form einer transparenten Lackschicht, beispielsweise durch Überlackieren der dekorierten Laminatfolie, aufzubringen.



    [0010] Der Durchmesser der transparenten Kunststoffschicht liegt dabei vorzugsweise zwischen etwas 15 Mund 150 µm vorzugsweise maximal etwa 50 µm. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, eine Kunststoff-Folie auf einer Seite mit einem sog. "Konterdruck" zu versehen und diese dann, mit der bedruckten Seite dem Laminat zugewandt, auf dieses aufzubringen.

    [0011] Auf Grund der erfindungsgemäßen Zusammensetzung des dekorierten Laminats ist es ohne weiteres möglich, durch Überlappen der Folienenden und anschließendes Verschweißen ein einheitliches gesamtes Druckbild des Tubenkörpers zu erzielen.

    [0012] Da nicht ausgeschlossen werden kann, daß aufgedruckte Farbstoffe bzw. Pigmente beim durch das Verschweißen der Folienenden auftretenden Erweichen der Kunststoffe auch in das Tubeninnere gelangen können, ist es zweckmäßig, für die Herstellung der Druckfarben nur zum Einsatz in Labensmitteln bzw. Kosmetika zugelassene Farbstoffe und Pigmente zu verwenden.

    [0013] Erscheint dies nicht möglich oder ist es erwünscht, die Tubeninnenfläche. von solchen Bestandteilen völlig freizuhalten, erscheint es möglich und zweckmäßig, die mit einer Bedruckung versehene Kunststoff-Folie zumindest im Bereich der Überlappung der Folienenden mit einer weiteren transparenten Kunststoffschicht zu überziehen, wie es beispielsweise-aus der DE - OS 2930783 an sich bereits bekannt ist.

    [0014] Die Breite dieser Abdeckung ist nicht kritisch; sie kann zwischen etwa 5 0 und etwa 100 °, insbesondere zwischen etwa 10 ° und 30 0 der gesamten Innenfläche der Laminattube liegen. Ihre Dicke liegt vorzugsweise zwischen etwa 10 µm und 200 µm insbesondere etwa 20 µm bis 100 µm.

    [0015] Die erfindungsgemäß zusammengesetzten zylindrischen Tubenkörper aus dekoriertem Kunststoff-Aluminium-Laminat werden durch Aufspritzen oder Anschweißen des Kopf- und Schulterteils in an sich bekannter Weise fertiggestellt.

    [0016] Um Wiederholungen des Standes der Technik zu vermeiden, wird hierbei auf eine Übersicht über Art und Herstellung von Aluminium-Kunststoff-Laminattuben Bezug genommen, die in einem Artikel von Menzel, Verpackungs-Rundschau 5/1978, S. 693-694, 698-699, erschienen ist.

    [0017] In der Figur wird eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäß zusammengesetzten Laminattube gegeben, wie sie sich an der Schweißnaht bei Überlappung beider Folienränder darbietet.

    [0018] Dabei ist die transparente Kunststoffschicht auf der Außenoberfläche des Tubenmantels eine an ihrer Innenseite mit "Konterdruck" dekorierte, transparente, aus Polyolefinen bestehende Kunststoff-Folie (1).

    [0019] Die dabei enthaltenen Farbpigmente sind als Einbettungen (2) zu sehen. Daran schließt sich eine als Haftvermittler dienende Schicht (3) aus einem gegebenenfalls ionomeren Ethylen-Acrylsäure-Copolymerisat, beispielsweise vom Typ "Surlyn AR", an, die wiederum mit einer Aluminiumfolie (4) verbunden ist.

    [0020] Diese ist wiederum mit einer weiteren Haftvermittler-Schicht (3') verbunden; der Folienverbund wird schließlich durch eine Polyethylenschicht (5) abgeschlossen.

    [0021] Bei der Verschweißung der Längsnaht wird, wie in der DE - PS 1486190 beschrieben, in der Regel die Stärke der Überlappungsnaht gegenüber der doppelten Stärke des Folienmaterials auf etwa 70 % bis 80 % verringert.

    [0022] Unter Aluminiumfolien werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung natürlich auch solche Folien verstanden, die aus Aluminiumlegierungen bestehen.


    Ansprüche

    1. Kunststoff-Aluminium-Laminattube, deren äußerer Tubenmantel eine Dekoration bzw. Bedruckung aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Bedruckung mit einer transparenten Kunststoffschicht überzogen ist und sich über die gesamte Oberfläche bis in den durch Überlappung der Folienenden gebildeten Nahtbereich der Tube erstreckt.
     
    2. Laminattube nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die den Abschluß des äußeren Tubenmantels bildende Kunststoffschicht einen Durchmesser von etwa 15 pmbis etwa 150 µm vorzugsweise maximal etwa 50 µm, aufweist.
     
    3. Laminattube nach Anspruch 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbundfolie zumindest im Bereich der Überlappung der Folienenden tubeninnenseitig mit einer weiteren transparenten Kunststoffschicht überzogen ist.
     




    Zeichnung