[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Verriegelungsvorrichtung für Schubladen gemäss
dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 sowie einen Schubladenschrank gemäss Patentanspruch
7.
[0002] Derartige Verriegelungsvorrichtungen sind bekannt und finden Verwendung in fahrbaren
Schubladenschränken sowie in Fahrzeugen, insbesondere Reparatur- und Servicefahrzeugen.
[0003] In der Schweizer Patentschrift Nr. 634 376 wird ein Riegel beschrieben, der in einem
an der Schubladenvorderseite unter der Griffleiste befestigten Gehäuse verschiebbar
angeordnet ist und in eine an der Seitenwand des Schrankes angebrachte offene Nut
eingreift. Zum Lösen des Riegels wird dieser an einem an dessen Ende angebrachten,
seitlich über das Gehäuse hinausreichenden Griff axial verschoben. Die Bedienungsperson
muss beim Oeffnen einer solcherart gesicherten Schublade vorerst den Griff unter der
Griffleiste suchen, diesen seitlich verschieben und erst dann kann die Schublade herausgezogen
werden. Die beiden zueinander rechtwinklig auszuführenden Bewegungen sind ungewohnt
und insbesondere für Linkshänder wider die Hand.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Nachteile der bekannten Vorrichtungen
zu meiden und eine ergonomisch einwandfrei bedienbareVerriegelungsvorrichtung zu schaffen,
die sich auch nachträglich in bestehende Schubladen einbauen lässt.
[0005] Diese Aufgabe wird gemäss den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruches 1 gelöst.
Weitere vorteilhafte Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.
[0006] Die Umwandlung der quer zur Auszugsrichtung der Schublade verlaufenden Verschieberichtung
des Riegels in eine zur Auszugsrichtung parallele Entriegelungsbewegung erleichtert
das Oeffnen der Schublade und ermöglicht gleichzeitig den Riegel hinter der Vorderwand
der Schublade anzuordnen, so dass für diesen keine offene Nut an der Seitenwand des
Schrankes angebracht werden muss und die Möglichkeit gegeben ist, dass der Riegel
einen Rückhalt findet, ungeachtet wo die Schublade im Schrank eingesetzt ist. Der
Riegel kann nämlich hinter ohnehin an jedem Schrank vorhandene vertikal verlaufenden
Profilen. zB.Trag- oder Abschlussprofilen, die an der Seitenwand angeordnet sind,
eingreifen.
[0007] Durch den Druck auf den Drückerbolzen beim Oeffnen wird die Schublade vorerst in
den Schrank hineingestossen, wodurch sich der Riegel vom Profil abhebt und damit ohne
Reibung sehr leicht zu betätigen ist.
[0008] Anhand von Zeichnungen wird die Erfindung beschrieben. Es zeigen:
Figur 1 einen Querschnitt durch eine Verriegelungsvorrichtung in geschlossener Stellung,
Figur 2 einen Querschnitt durch die Vorrichtung in geöffneter Stellung,
Figur 3 einen Querschnitt durch einen Schubladenschrank.
[0009] In eine Ausnehmung 1 in einem Gehäuse 2, das vorzugsweise aus Kunststoff gefertigt
ist, ist ein als Winkel ausgebildeter Riegel 3 eingelegt. Eine Schraubenfeder 4 drückt
den Riegel 3 an eine Wand 5 des Gehäuses 2. Die Schraubenfeder 4 kann durch am Gehäuse
2 angebrachte Nocken 6 oder eine Sackbohrung 7 geführt bzw gehalten werden.
[0010] Der das Verriegungsglied bildende Schenkel 8 des Riegels 3 wird durch eine Nut 9
längs der Gehäusewand 10 verschiebbar geführt. Der zweite Schenkel 11 des Riegels
2 weist innen einen stumpfen Winkel α von 100° bis 135°, vorzugsweise 120°+ 10° zur
Verschiebeachse A des Schenkels 8 liegende Gleitfläche 12 auf.
[0011] Ein Drückerbolzen 14 ist in einer Nut 15 längs der Wand 5 verschiebbar in das Gehäuse
2 eingelegt. Das vordere Ende 16 weist vorzugsweise eine Anschrägung 17 auf, die im
wesentlichen parallel zur Gleitfläche 12 des Riegels 3 liegt. Das hintere Ende 18
des Drückerbolzens 14 ragt aus dem Gehäuse 2 heraus. Ein Absatz 19 am Drückerbolzen
14 hindert diesen, aus der Ausnehmung 1 im Gehäuse 2 herauszugleiten.
[0012] In strichpunktierten Linien sind die Umrisse einer Schublade 20 sowie einer Seitenwand
21 eines Schrankes 27 mit einem meistens hohl ausgebildeten vorderen Profil 22 dargestellt.
Mit 23 ist das hintere Blech des Profils 22 bezeichnet.
[0013] In Figur 1 befindet sich der Riegel 3 in Verriegelungsstellung. Er kann dabei an
der Wand 5 anliegen, sofern der Schenkel 8 nicht vorher an der Schrankwand 21 anschlägt.
Der Drückerbolzen,14 liegt lose in der Nut 15. Das Ende des Schenkels 8, das eine
schräge Stirnfläche 24 aufweisen kann, greift hinter das Profil 22 und verhindert
das Herausgleiten der Schublade 20 aus dem Schrank 27.
[0014] In Figur 2 ist der Drückerbolzen 14 in eingeschobener Stellung sichtbar. Der Riegel
8 ist vom Drückerbolzen 14 gegen die Kraft der Feder 4 nach links verschoben und zwar
gerade so weit, dass der Schenkel 8 seitlich des Profils 22 zu liegen kommt. Die Schublade
20 kann nun ungehindert geöffnet werden.
[0015] Sobald der Druck auf den Drückerbolzen 14 aufhört, kehrt dieser, geschoben vom Riegel
2, in die Stellung gemäss Figur 1 zurück. Beim Einschieben der Schublade 20 wird der
Riegel 2 wegen der schrägen Stirnfläche 24 vom Profil 22 zurückgedrängt und rastet
dann hinter dem Pfosten 22 wieder ein.
[0016] Das Gehäuse 2 wird mit Schrauben oder Nieten 26 am Boden 25 der Schublade 20 von
unten befestigt. Ein Deckel über der Ausnehmung 1 kann entfallen, wenn das Gehäuse
2 auf der rechten Seite der Schublade 20 befestigt wird, wie dies in der Figur 3 dargestellt
ist. Selbstverständlich kann die erfindunggemässe Vorrichtung, versehen mit einem
Deckel oder spiegelbildlich ausgeführt auch auf der linken Seite der Schublade 20
angebracht werden.
[0017] Ueblicherweise wird an der Schubladenvorderwand eine Ausnehmung angebracht, durch
die der Drückerbolzen 14 herausragt (nicht sichtbar).
[0018] Der Riegel 3 und der Drückerbolzen 14 sind vorzugsweise aus einem Kunststoff gefertigt,
der gute Gleiteigenschaften aufweist und zudem zäh ist.
1. Verriegelungsvorrichtung zum Sichern von Schubladen in Schubladenschränken mit
einem parallel zur Schubladenvorderwand verschiebbaren federbelasteten, an der Seitenwand
des Schubladenschrankes einrastbaren, in einem Gehäuse verschiebbar gelagerten Riegel
und einem seitlich aus dem Gehäuse herausragenden Entriegelungsglied, dadurch gekennzeichnet,
dass am Riegel (3) eine zu dessen Verschiebeachse (A) einen stumpfen Winkel α einschliessende
Gleitfläche (12) angebracht ist, und dass im wesentlichen rechtwinklig zur Verschiebeachse
(A) des Riegels (3) ein als Entriegelungsglied dienender Drückerbolzen (14) längsverschiebbar
eingesetzt ist, dessen dem Riegel (3) zugekehrtes Ende (16) in Anlage mit der Gleitfläche
(14) steht.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Riegel (3) winkelförmig
ausgebildet ist, wobei der eine Schenkel (8) in der Verschiebeachse (A) liegt und
dessen vorderes Ende an der Seitenwand (21) des Schrankes (27) einrastbar ist und
der zweite Schenkel (11) an dessen Innenseite die Gleitfläche (12) aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel α der Gleitfläche
(12) zwischen 100° und 135 aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel α=120° ± 10°
aufweist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1.,2,3,4 , dadurch gekennzeichnet, dass im
Gehäuse (2) eine im wesentlichen rechteckige Ausnehmung (1) angebracht ist, in der
durch zwei aneinanderstossende Wände (5) und (10) je eine Nut (9) und (15) nach aussen
führt, durch welche der Schenkel (8) und der Drückerbolzen (14) geführt werden.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Drückerbolzen (14)
an dem in der Ausnehmung (1) befindlichen Teil einen Absatz (19) aufweist, der an
der Wand (5) aufliegt.
7. Schubladenschrank mit einer Vorrichtung zum Sichern der Schubladen (20) nach einem
der Ansprüche 1,2,3, 4,5,6.