[0001] Die Erfindung betrifft ein Topfgehäuse für eine Turbomaschine, das stirnseitig mit
einem Druckdeckel verschlossen ist, wobei elastische Dichtelemente den Innenraum der
Pumpe im Trennspalt zwischen Gehäuse und Deckel gegen die Umgebung abdichten; Topfgehäuse
der genannten Art werden vorzugsweise bei Hochdruckpumpen und -kompressoren sowie
Turbinen mit axialer und radialer Beschaufelung eingesetzt.
[0002] Bei einer Art bekannter Konstruktionen sind die Gehäuse- bzw. Druckdeckel, die derartige
Pumpengehäuse meist vom Antrieb her stirnseitig abschliessen, mit einem Flansch versehen
und mit Hilfe von grossen Dehnschrauben - und unter Umständen Muttern - am Gehäuse
befestigt. Als Dichtelemente für die Abdichtung des Pumpendruckes gegen aussen dienen
dabei elastische Flachdichtungen oder O-Ringe, die zwischen dem Deckel und dem Gehäuse
angeordnet sind (CH-PS 562 405). Diese Konstruktionen erfordern für die Aufnahme der
Dehnschrauben ausladende Flansche am Gehäusedeckel und entsprechend ein relativ grosses
Gehäuse; für eine Auswechslung der Dichtungen ist darüberhinaus eine Demontage des
ganzen Deckels erforderlich.
[0003] (Hitachi Review, Vo. 30 (1981), No. 6, Seite 6, Fig. 2) Bei anderen Konstruktionen/wird
der mit radialen O-Ringen ausgestattete Gehäusedeckel in Achsrichtung in das Gehäuse
eingeschoben und durch in Umfangsrichtung geteilte Scherringe gehalten. Diese Scherringe
werden ihrerseits durch eine am Gehäuse befestigte Halterung fixiert, die auch mit
dem Gehäusedeckel verschraubt ist. Diese Konstruktion ist sehr kompliziert und erfordert
- beispielsweise zur Auswechslung der O-Ringe - einen erheblichen Aufwand für die
Demontage und Remontage. Darüberhinaus sind die radialen O-Ringe beim Einschieben
des Gehäusedeckels in das Gehäuse einer erheblichen Gefahr der Beschädigung ausgesetzt.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine einfache, leichte und platzsparende Konstruktion
für Deckel und Gehäuse zu schaffen, bei der ein Ersetzen der Dichtungen ohne Demontage
des Deckels möglich ist.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass die den Druckdeckel aufnehmende
Stirnseite des Topfgehäuses in ihrer Oeffnung für den Einschub der Pumpe eine radial
nach innen ragende Verzahnung und der in seinem Durchmesser der lichten Weite der
Gehäuseverzahnung entsprechende Druckdeckel eine radial nach aussen gerichtete Verzahnung
tragen, wobei die Anordnung der Zähne in Umfangsrichtung und ihre Abmessungen ein
Einführen des Deckels in das Gehäuse ermöglichen, und dass ferner auf der Stirnseite
des Gehäuses unter Zwischenlage elastischen Dichtelementen ein den Druckdeckel umschliessender
Flanschring befestigt ist; die Dichtelemente, die in dem gezeigten Beispiel je eine
radiale und eine axiale Dichtung bilden, bestehen bei spielsweise aus elastomeren
O-Ringen oder metallischen C-Ringen, sowie Flansch- oder Spiraldichtungen bekannter
Bauart.
[0006] Bei der neuen Konstruktion, bei der die Zähne des Gehäuses und diejenigen des Deckels
durch eine Drehung des Druckdeckels "zur Deckung gebracht" werden, wird der hydraulische
Druck durch diese Zahnverbindung aufgenommen; die Abdichtung des Pumpendruckes erfolgt
durch radiale und axiale O-Ringe, die erst nach dem Einschub der aus Rotor, Stator
und Gehäusedeckel bestehenden Einschubeinheit und nach der vorstehend erwähnten Drehung
des Deckels montiert und von einem Flanschring gehalten werden. Zum einen können daher
bei der neuen Konstruktion ausladende Flansche und grosse Dehnschrauben entfallen,
wodurch der Druckdeckel und das Gehäuse kleiner als bisher ausgeführt werden können.
Zum anderen ist die Gefahr einer Beschädigung der Dichtringe praktisch ausgeschaltet.
Darüberhinaus erfordert ein Einsetzen der Dichtung bei Leckagen keinen Ausbau des
Gehäusedeckels mehr.
[0007] Werden mindestens einzelne Zähne des Druckdeckels mit axialen Durchgangsbohrungen
versehen, so kann man mit Hilfe von durch diese Bohrungen hindurch im Stator der Pumpe
verschraubte Bolzen den Zusammenbau von Rotor, Stator und Druckdeckel zu einer Einschubeinheit
erleichtern.
[0008] Weiterhin ermöglichen axiale Durchgangsbohrungen in der Gehäuseverzahnung für die
Demontage von Gehäuse und Deckel die aufeinander aufliegenden und gegebenenfalls fest
miteinander verbundenen Zähne von Druckdeckel und Gehäuse mittels eines hydraulischen
Druckmittels voneinander zu lösen, ehe sie zum Oeffnen gegeneinander verdreht-werden.
[0009] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels im Zusammenhang
mit der Zeichnung näher erläutert.
Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung als Schnitt in einer Meridianebene im Bereich
des Gehäuse-oder Druckdeckels einen Ausschnitt aus dem im wesentlichen zylindrischen
Topfgehäuse einer Hochdruck-Kreiselpumpe;
Fig. 2 ist eine Aufsicht auf das Zylindergehäuse der Fig. 1 von rechts bei ausgebauter
Einschubeinheit;
Fig. 3 stellt in Gegenrichtung zu Fig. 2 eine Aufsicht auf den Druckdeckel von links
bei "abgenommenem" Leit- und Laufrad dar.
[0010] Das Topfgehäuse 1 (Fig. l) nimmt neben der Welle 2, auf der eines der Laufräder 3
und ein Druckentlastungskolben 4 befestigt sind, ein Stufengehäuse 5 und das Leitrad
6 der letzten Stufe auf. Es ist in Fig. 1 nach rechts durch einen Gehäuse- oder Druckdeckel
7 abgeschlossen, in den ein Druckausgleichsleitung 8 einmündet. Im wellennahen Innenhohlraum
des Druckdeckels 7 ist eine den Entlastungskolben 4 umgebende Entlastungsbuchse 9
untergebracht sowie eine Gleitringdichtung 10 schematisch wiedergegeben.
[0011] Wie Fig. 2 zeigt, ist im Bereich des offenen Gehäuseendes der Rand des Innenhohlraums
11 des Gehäuses 1 mit einer radial nach innen ragenden Verzahnung versehen, deren
Zähne 12 gleichmässig auf dem Umfang verteilt und in Abstand zueinander angeordnet
sind. Jeder zweite Zahn 12 ist mit einer in ihm exzentrisch gelegenen Bohrung 13 versehen;
diese dient, wie bereits erwähnt, zum Anschluss einer Druckleitung eines nicht dargestellten
hydraulischen Systems,mit dessen Hilfe die Zähne 12 von den im montierten Zustand
dahinterliegenden Zähnen 14 (Fig. 3) des Druckdeckels 7 bei einer Demontage abgehoben
werden, wofür, wie aus Fig. 1 ersichtlich, zwischen dem Deckel 7 und dem Stufengehäuse
5 bzw. dem Leitrad 6 ein axiales Spiel vorhanden ist, das bei der Montage wirksam
wird und ein Drehen des Druckdeckels 7 im Topfgehäuse ohne axiale Kräfte und ohne
axialer Verschiebungen bei diesem Drehen erlaubt.
[0012] Die Zähne 14-sind radial nach aussen vorstehend auf dem äusseren Umfang des Druckdeckels
verteilt, der in seinem Durchmesser der lichten Weite der Gehäuseverzahnung entspricht.
Form und Lage der Zähne 12 und 14 sind so aufeinander abgestimmt, dass die Zähne 14
des Druckdeckels 7 zwischen den Zähnen 12 hindurch in das Gehäuse eingeführt werden
und nach Lösen des Druckdeckels 7 vom Stator 5, 6 durch eine Drehung - im vorliegenden
Beispiel um /8 - hinter diesen fixiert werden.
[0013] In den Zähnen 14 sind ebenfalls durchgehende Bohrungen 15 vorgesehen, durch die beim
Zusammenfügen von Rotor 2, 3, 4, Stator 5, 6, 9 und Druckdeckel 7 zu einer Einschubeinheit
Schraubenbolzen 16 (Fig. l) hindurch-greifen. Diese werden zur Fixierung des Deckels
7 in der Einschubeinheit in mit Gewindebohrungen 18 versehene Laschen 17 am Leitrad
6 der letzten Stufe eingeschraubt. Selbstverständlich werden diese Schrauben 16 gelöst,
bevor nach dem Einschub der Einheit die Zähne 12 und 14 durch die erwähnte Drehung
miteinander in Eingriff gebracht werden.
[0014] Zur axialen und radialen Abdichtung des Innenhohlraumes 11 - und sind in den Umfang
des Druckdeckels 7/in die Stirnfläche des Gehäuses 1 je eine Ringnut 19 eingelassen,
in die als elastisches Dichtelement je ein O-Ring 20 eingelegt ist. diesem Die mit
/ zusammenwirkenden Dichtflächen werden gebildet durch einen den Spalt zwischen dem
Gehäuse 1 und dem Druckdeckel 7 verschliessenden Flanschring 21, der auf das Gehäuse
1 aufgesetzt und mit Schrauben 22 befestigt ist, die in Gewindebohrungen 23 eingreifen.
[0015] Die richtige nach jeder Demontage und Montage wieder gleiche Positionierung des Druckdeckels
7 gegenüber dem Gehäuse 1 wird gewährleistet durch einen Positionierstift 25, der
(Fig. 2) in eine Bohrung 24/in der Gehäusestirnfläche eingreift und für den Flanschring
21 die richtige Lage gegenüber dem Gehäuse 1 sicherstellt; die Justierung des Druckdeckels
7 gegenüber dem Flanschring 21 erfolgt dann durch einen Justierkeil 26, der in entsprechende
Ausnehmungen dieser beiden Elemente eingelegt ist.
1. Topfgehäuse für eine Turbomaschine, das stirnseitig mit einem Druckdeckel verschlossen
ist, wobei Dichtelemente den Innenraum der Pumpe im Trennspalt zwischen Gehäuse und
Deckel gegen die Umgebung abdichten, dadurch gekennzeichnet, dass die den Druckdeckel
(7) aufnehmende Stirnseite des Topfgehäuses (1) in ihrer Oeffnung (11) für den Einschub der Pumpe eine radial nach innen ragende Verzahnung (12) und der
in seinem Durchmesser der lichten Weite der Gehäuseverzahnung (12) entsprechende Druckdeckel (7) eine radial nach aussen gerichtete Verzahnung (14) tragen, wobei die
Anordnung der Zähne (12, 14) in Umfangsrichtung und ihre Abmessungen ein Einführen
des Deckels (7) in das Gehäuse (1) ermöglichen, und dass ferner auf der Stirnseite
des Gehäuses (1) unter Zwischenlage von elastischen Dichtelementen (20) ein den Druckdeckel
(7) umschliessender Flanschring. (21) befestigt ist.
2. Topfgehäuse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens einzelne Zähne
(14) des Druckdeckels (7) axial durchbohrt sind.
3. Topfgehäuse nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckdeckel (7) für
die Montage mit Hilfe von durch die Bohrungen (15) seiner Zähne (14) geführten Schraubenbolzen
(16) mit dem Stator (5, 6) der Pumpe zu einer Einschubeinheit vereinigt ist.
4. Topfgehäuse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens einzelne Zähne
(12) der Gehäuseverzahnung axial durchbohrt sind.