[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Herabsetzung von ungewollten Beschleunigungen
in einem Fahrzeug nach der Gattung des Anspruchs 1.
[0002] Insbesondere bei Fahrzeugen mit Antrieb durch Verbrennungsmotore mit steiler Drehmoment/Drehzahl-Kennlinie
und mit weicher Auslegung des Antriebsstranges - typischerweise Merkmale bei Verwendung
von Dieselmotoren - können beim willkürlichen Beschleunigen durch Betätigung des Gaspedals
außerdem unerwünschte periodische Beschleunigungsänderungen hervorgerufen werden.
Die Beschleunigungen werden auf den Fahrer übertragen, der damit eine unerwünschte
Stellungsänderung des Gaspedals hervorruft. Das gesamte Schwingungssystem, welches
das Fahrzeug mit Elastizitäten im Antriebsstrang, zu beschleunigende Massen und Trägheitsmomente
sowie die Leistungsabgabe des Verbrennungsmotors entsprechend dem Betriebspunkt in
der Drehmoment/Drehzahlkennlinie und weitere Faktoren umfaßt, kann dynamisch instabil
sein. Damit kann es zu einer aufklingenden Schwingung kommen, bei der im Extremfall
fast der gesamte Gaspedalstellweg unwillkürlich durchlaufen wird (Bonanza-Effekt).
[0003] Um dieser unerwünschten Erscheinung abzuhelfen, hat man bereits versucht, die LängsSchwingungen
des Fahrzeug/Fahrersystems dadurch zu dämpfen, daß das Gaspedal über ein Verzögerungsglied
mit dem Steiler in Verbindung steht, welcher das Kraftstoff-Luftgemisch des Verbrennungsmotors
steuert. Das Verzögerungsglied wurde insbesondere durch einen hydraulischen Dämpfer
verwirklicht (DE-C-843 625).
[0004] Eine elektrisch wirkende Steuereinrichtung für das Kraftstoffzumeßsystem einer Brennkraftmaschine
nach der DE-C2-2 751 125 begrenzt die Änderungsgeschwindigkeit des Drosselklappenöffnungswinkels
abhängig von der herrschenden Drehzahl der Brennkraftmaschine. Dadurch soll die Gemischzusammensetzung
verbessert und der Schadstoffausstoß verringert werden. Die Begrenzungseinrichtung
ist gemäß einer Ausführungsform als rückgekoppelter Komparator-Verstärker mit einem
Integrator realisiert. Eine Herabsetzung ungewollter Beschleunigungen mit der bekannten
Einrichtung ist dort nicht offenbart.
[0005] Nachteilig bei diesen bekannten Dämpfungsmaßnahmen ist, daß auch die willkürlich
durch den Fahrer ausgelösten Verstellungen des Gaspedals ebenfalls nur verzögert in
entsprechende Positionen des Stellers umgesetzt werden. Durch diesen Dämpfer in der
Verbindung zwischen Gaspedal und Steller tritt somit eine unerwünschte Verzögerung
im Ansprechverhalten des Verbrennungsmotors ein. Hinzu kommen Abstimmungsschwierigkeiten
des Dämpfers, da die in der Verbindung zwischen Gaspedal und Motor zu dämpfende periodische
Schwingung von dem Fahrzeugtyp und- bei gegebenen Fahrzeugtyp - von dem eingelegten
Gang abhängt. Grundsätzlich ist darüber hinaus diese bekannte Methode zur scheinbaren
Verbesserung der Fahrzeuglängsstabilität wirkungslos, wenn die störenden Anregungen
der Schwingungen nicht über das Gaspedal eingeleitet werden, sondern an anderen Stellen,
beispielsweise durch Schalt- oder Kupplungsvorgänge oder Fahrbahn-Unebenheiten.
[0006] Aus der US-A-4 346 776 ist eine Einrichtung zur Beeinflussung der Drosselklappenverstellung
in Abhängigkeit von der Motordrehzahl und des Ansaugdruckes unter Zwischenschaltung
eines Differenziergliedes bekannt. Dabei erfolgt jedoch eine positive Rückführung
des differenzierten Fahrpedal-Stellungssignals und des überlagerten Drehzahl/Geschwindigkeits-Signals
auf die Drosselklappenstelleinrichtung, um das trägere Ansprechen des Fahrzeugs bei
höherer Drehzahl/Geschwindigkeit auf den Beschleunigungswunsch auszugleichen. Durch
die positive Rückkopplung erfolgt eine Mitkopplung, welche die hier in Rede stehenden
unerwünschten Effekte noch verstärkt.
[0007] Aus der US-A-3 724 433 ist weiter eine ausfallsichere Drehzahlregelschaltung für
eine stationäre Brennkraftmaschine bekannt, die einen spannungsgesteuerten Oszillator
aufweist, der bei Ausfall der aus dem Drehzahlsignal gewonnenen Impulsfolge mit einer
mittleren Frequenz weiterschwingt, um das Durchgehen des Motors zu vermeiden. Zur
Impulsformung werden dabei in bekannter Weise nach der Verstärkung Differenzierer
und Begrenzer eingesetzt.
[0008] Ferner ist es bekannt, bei der Regelung des Betriebsverhaltens von Brennkraftmaschinen,
insbesondere der Gemischzusammensetzung, in aufeinanderfolgenden Arbeitstakten ein
von den Schwankungen des Brennraumdruckes abhängiges Laufunruhesignal aus den Winkelgeschwindigkeitsschwankungen
der Kurbelwelle zu gewinnen (US-A-4 161 162). Die dort bei der Diskussion des Standes
der Technik erwähnten Frequenzfilter dienen zur Unterdrückung unerwünschter überlagerter
Frequenzen und entsprechen nicht einem Amplituden-Begrenzer-Verstärker.
[0009] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung nach dem Gattungsbegriff
derart weiterzubilden, daß schädliche Auswirkungen der Fahrzeuglängsdynamik-Instabilitäten
unabhängig von der Angriffsstelle der Störeinflüsse wirksam vermindert, deren Parameter
unkritisch einstellbar sind und welche das Ansprechverhalten des Verbrennungsmotors
auf willkürliche Gaspedalbetätigung nicht spürbar verschlechtert.
[0010] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt mit den im kennzeichnenden Teil des Hauptanspruchs
angegebenen Maßnahmen.
[0011] Die Lösung beruht auf dem Prinzip, daß aus der Motordrehzahl ein geeignetes Signal
abgeleitet wird, welches zu dem Steiler des Kraftstoff-Luftgemisches im Sinne einer
Regelung auf minimalen Ruck des Fahrzeugs, rückgeführt wird. Hierzu werden die Drehzahländerungen
des Motors erfaßt und wenn sie als störend, d. h. nicht durch den Fahrer willkürlich
ausgelöst erkannt werden, in gegenläufige Stellungsänderungen des Stellers umgesetzt.
Willkürliche Gaspedaländerungen durch den Fahrer werden jedoch durch die Einrichtung
nicht dämpfend beeinflußt. Im einzelnen wird diese Dämpfung der Fahrzeuglängsdynamik-Instabilitäten
mit elektrischen Mitteln durchgeführt, indem von der Motordrehzahl eine elektrische
Spannung abgeleitet wird, welche anschließend differenziert und über einen Amplituden-Begrenzer-Verstärker
übertragen wird.
[0012] Nach Anspruch 2 wird der Eingriff dieses Amplituden-Begrenzer-Verstärkers besonders
zweckmäßig auf ca. 50 % des Arbeitsbereichs der Verstellung des Stellers begrenzt.
Damit ist eine sichere Kompensation von Störschwingungen gewährleistet, andererseits
wirkt sich die Kompensation nicht nachteilig bei willkürlichen Beschleunigungs- und
Verzögerungsvorgängen durch den Fahrer aus.
[0013] Besonders zweckmäßig wird diese Einrichtung mit einer üblichen Einrichtung zur elektrischen
Verstellung des Stellers durch das Gaspedal kombiniert. Dabei erfolgt die Einkopplung
des von dem Begrenzer-Verstärker abgegebenen Signals zweckmäßig am Ausgang der Einrichtung
zur elektrischen Verstellung des Stellers durch das Gaspedal (E-Gas). - Bei dieser
Kombination ist der Zusatzaufwand für die Einrichtung zum Herabsetzen der störenden
Auswirkungen von Fahrzeuglängsdynamik-Instabilitäten besonders niedrig, da die Verstellung
des Stellers mit elektromechanischen Mitteln erfolgt.
[0014] Die Erfindung wird im folgenden anhand einer Zeichnung mit einer Figur erläutert,
in der ein Signalflußbild der Einrichtung in Verbindung mit einer E-Gaseinrichtung
dargestellt ist:
[0015] In Fig. 1 ist ein Gaspedal (Fahrpedal) mit 1 bezeichnet, dessen Stellung über einen
elektrischen Stellungsgeber 2 in ein elektrisches Stellungssignal umgewandelt wird.
Dieses Signal wird mit einem Verstärker 3 verstärkt und in eine entsprechende Position
eines elektromechanischen Stellers 4 umgewandelt, welcher das Kraftstoff-Luftgemisch
eines Verbrennungsmotors 5 bestimmt.
[0016] Mit dieser herkömmlichen E-Gas Einrichtung ist folgende Einrichtung zur Herabsetzung
von Fahrzeuglängsdynamik-Instabilitäten gekoppelt :
[0017] Mit einem drehbaren Element des Motors steht ein Drehzahlsensor 6 in Verbindung,
der ein elektrisches Drehzahlsignal entsprechend der Motordrehzahl liefert. Dieses
Drehzahlsignal wird in einem Drehzahl-Spannungswandler in eine proportionale Spannung
umgesetzt. Diese Spannung wird in einem Differenzierglied 8, welches durch eine übliche
Widerstandskondensatorkombination realisiert sein kann, differenziert und einem Amplituden-Begrenzer-Verstärker
9 zugeführt. Wie mit der in dem Begrenzer-VerstärkerBlock angedeuteten Kennlinie 10
dargestellt ist, verstärkt der Verstärker annähernd linear, solange seine Ausgangsspannung
einen vorgegebenen Spannungsbereich nicht überschreitet. Über diesen Bereich hinaus
verstärkt der Verstärker aber nicht mehr, sondern seine Ausgangsspannung wird konstant
auf einem maximalen Wert gehalten. Diese Begrenzerschaltung kann in üblicher Weise
mit einer Zener-Diode realisiert werden.
[0018] Das Ausgangssignal des Amplituden-Begrenzer-Verstärkers wird an einer Koppelstelle
11 in den Signalflußweg der E-Gaseinrichtung eingekoppelt.
[0019] Mit dieser Einrichtung werden periodische Schwingungen, die auf Fahrzeuglängsdynamik-Instabilitäten
zurückzuführen sind, wie es sich gezeigt hat praktisch vollständig ausgeregelt, da
jede Drehzahländerung des Motors eine gegenläufige Änderung der Stellerposition sofort
hervorruft, so daß das Kraftstoff-Luftgemisch im kompensierenden Sinne beeinflußt
wird. - Bei Betätigung des Gaspedals 1 hingegen, die eine gewünschte Änderung der
Motordrehzahl durch Beeinflussung des Kraftstoff-Luftgemischs über den Steller hervorrufen
soll wirkt der Amplituden-Begrenzer-Verstärker 9 begrenzend, so daß kein die Motordrehzahl
kompensierendes Signal über die Koppelstelle 11 in den Steller 4 eingespeist wird.
Der Fahrer merkt daher praktisch nicht, daß er mit einer Einrichtung zur Herabsetzung
der Fahrzeuglängsdynamik-Instabilitäten fährt.
1. Einrichtung zur Herabsetzung von ungewollten Beschleunigungen in einem Fahrzeug
mit elektrischer Übertragung der Fahrpedalstellung auf das Brennstoffzumeßglied, wobei
ein von der Fahrpedalstellung abgeleitetes Spannungssignal über eine Koppelstelle
(11) einem Steiler zugeführt ist, dadurch gekennzeichnet, daß an einen Drehzahlsensor
(6) zur Erfassung der Motordrehzahl ein Drehzahl-Spannungswandler angekoppelt ist,
dessen Ausgangsspannung differenziert und einem Amplituden-Begrenzer-Verstärker (9)
zugeführt ist und die Ausgangsspannung des Amplituden-Begrenzer-Verstärkers (9) negativ
auf die Koppelstelle rückgeführt ist, wobei der Amplituden-Begrenzer-Verstärker (9)
die Ausgangsspannung innerhalb eines vorgegebenen Spannungsbereiches annähernd linear
verstärkt.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Eingriff des Amplituden-Begrenzer-Verstärkers
in die Verstellung des Stellers auf ca. 50 % des Arbeitsbereiches der Verstellung
begrenzt ist.
1. Apparatus for reducing unwanted acceleration in a motor vehicle having electrical
transmission of the accelerator pedal position to the fuel-proportioning element,
a voltage signal derived from the accelerator pedal position being supplied by way
of a coupling position (11) to a controller, characterised in that coupled to a speed
sensor (6) for determining the engine speed there is a speed voltage transformer whose
output voltage is differentiated and supplied to an amplitude limiter-amplifier (9)
and the output voltage of the amplitude limiter-amplifier (9) is negatively fed back
to the coupling position, the amplitude limiter-amplifier (9) amplifying the output
voltage approximately linearly within a predetermined voltage range.
2. Apparatus according to claim 1, characterised in that intervention by the amplitude
limiter-amplifier in the adjustment of the controller is restricted to 50 % of the
adjustment operating range.
1. Agencement destiné à réduire les accélérations involontaires d'un véhicule à transmission
électrique de la position de la pédale d'accélérateur à l'organe d'introduction dosée
du carburant, dans lequel un signal de tension dérivé de cette position de la pédale
d'accélérateur est injecté dans un circuit de réglage par un point (11) de connexion,
agencement caractérisé en ce qu'est couplé, à un capteur (6) de vitesse destiné à
déceler la vitesse du moteur, un convertisseur vitesse/tension, dont la tension de
sortie est différenciée et injectée dans un amplificateur limiteur (9) d'amplitude
et la tension de sortie de cet amplificateur limiteur (9) est renvoyée négativement
au point (11) de connexion, ledit amplificateur-limiteur (9) d'amplitude, amplifiant
sensiblement linéairement la tension de sortie dans une plage de tensions prédéterminée.
2. Agencement selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'action de l'amplificateur
d'amplitude pour déplacer l'organe de réglage est limitée à environ 50 % de la plage
de déplacement.