[0001] Die Erfindung betrifft eine Wanderfeldröhre nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Wanderfeldröhren mit einer innerhalb einer metallischen Vakuumhülle untergebrachten
wendelartigen Verzögerungsleitung sind beispielsweise aus der DE-PS 19 37 704 bekannt.
Bei diesen Wanderfeldröhren sind eine Anzahl parallel zueinander längs Mantellinien
der Leitung angeordnete Halterungsstäbe aus dielektrischem Material vorgesehen, die
einen guten thermischen Kontakt zur Vakuumhülle haben.
[0003] Es ist auch bereits bekannt, die Vakuumhülle und die Verzögerungsleitung aus Kupfer
herzustellen und diese Teile mit den Halterungsstäben aus dielektrischem Material,
z.B. aus Berylliumoxid, zu verlöten (DE-PS 28 38 515).
[0004] Weiterhin ist es bekannt, die zunächst durch Erwärmung aufgeweitete Vakuumhülle auf
die Halterungsstäbe aufschrumpfen zu lassen (DE-PS 1937704).
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Wanderfeldröhre hoher Leistung zu
schaffen, deren Verzögerungsleitung sich durch sehr gute Ableitung der Verlustwärme
und große Bandbreite auszeichnet.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Wanderfeldröhre mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 gelöst.
[0007] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen bzw. Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand
zusätzlicher Ansprüche 2b.8.
[0008] Die Erfindung weist den wesentlichen Vorteil auf, daß man durch die Schaffung einer
Doppel-Schicht-(wendelartigen)-Verzögerungsleitung erreicht, daß die innere Schicht
der Verzögerungsleitung gegen deren Außenmantel derart abgeschirmt ist, daß die HF-Feldstärke
im Innenraum relativ hohe Werte beibehält, d.h. durch die Wirkung der metallischen
Außenwand nicht reduziert werden kann. Es wird ein hoher Wechselwirkungsgrad zwischen
Elektronenstrahl und elektromagnetischer Welle erzielt bei bestmöglicher radialer
Wärmeabführung. Die angewandte Technologie ist relativ gut und kostengünstig beherrschbar.
[0009] Es kann auch zweckmäßig sein, ein Mehrschichtsystem vorzusehen, um den Effekt noch
zu erhöhen.
[0010] Die Erfindung wird anhand von Ausführungsbeispielen weiter erläutert. Teile, die
nicht unbedingt zum Verständnis der Erfindung beitragen, sind in den Figuren unbezeichnet
oder weggelassen.
[0011] Es zeigen:
Fig. 1 die Verzögerungsleitung der erfindungsgemäßen Wanderfeldröhre schematisch teilweise
im Schnitt und
Fig. 2 ein weiteres Ausführungsbeispiel der Verzögerungsleitung der erfindungsgemäßen
Wanderfeldröhre schematisch teilweise im Schnitt.
[0012] In Fig. 1 ist eine Verzögerungsleitung 1 dargestellt, die innerhalb einer massiven
metallischen Vakuumhülle-4 angeordnet ist. Die Vakuumhülle 4 besteht vorzugsweise
aus Kupfer. Die Verzögerungsleitung 1 weist in diesem Ausführungsbeispiel die Gestalt
einer Wendel auf. Der Kern 2 der Wendel besteht aus Isolatormaterial, vorzugsweise
aus Aluminiumoxidkeramik. Auf den Außen- und Innenmantelflächen ist der Kern 2 mit
einer Metallschicht 3 bedeckt, die vorzugsweise aus Kupfer besteht. Die innere Metallschicht
3 übernimmt dabei die Funktion als Verzögerungsleitung und die äußere Metallschicht
3 dient als Absdhir
- mung gegen die Vakuumhülle 4. Damit wird eine HF-Felderhöhung innerhalb der inneren
Metallschicht 3 (innere Schichtwendel), d.h. am Ort des Elektronenstrahls erzielt.
Zwischen den mit der Metallschicht 3 versehenen Außenmantelflächen der Verzögerungsleitung
1 und der Vakuumhülle 4 sind Isolierschichten 5 vorgesehen, die vorzugsweise aus Aluminiumoxidkeramik
bestehen und für eine radiale Wärmeableitung sorgen. Die HF-Ein- bzw. Auskopplung
erfolgt z.B. über einen koaxialen Wellenleiter 7, dessen Innenleiter 8 in diesem Ausführungsbeispiel
so an die Außenseite der Wendel angebracht ist, daß eine galvanische Verbindung der
inneren Metallschicht 3 gebildet ist. Der Innenleiter 8 kann jedoch auch nur mit der
inneren Metallschicht 3 kontaktiert sein.
[0013] Bei dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel weist die Vakuumhülle 4 eine
spiralförmige Eindrehung auf, so daß ein schneckenförmiges Gebilde 6 entsteht, dessen
Innenmantelflächen mit der Metallschicht 3 auf den Außenmantelflächen der Verzerungsleitung
1 verbunden sind. Die Wärmeabführung erfolgt in diesem Ausführungsbeispiel über die
Metallpfade des schneckenförmigen Gebildes 6 anstelle der Isolierschichten 5 nach
Fig. 1. Als Verzögerungsleitung 1 dient wiederum eine Wendel, deren vorzugsweise aus
Aluminiumoxidkeramik bestehender Kern 2 auf seinen Innen- und Außenmantelflächen mit
einer Metallschicht 3 bedeckt ist.
1. Wanderfeldröhre mit einer zwischen einem Elektronenstrahlerzeugungssystem und einem
Elektronenstrahlauffänger innerhalb einer massiven metallischen Vakuumhülle angeordneten
Verzögerungsleitung in Form einer Wendel-oder einer Ring-Steg-Leitung, dadurch gekennzeichnet,
daß die Verzögerungsleitung (1) aus einem Kern (2) aus Isolatormaterial besteht, der
an sei-. nen Innen- und Außenmantelflächen mit einer Metallschicht (3) versehen ist.
2. Wanderfeldröhre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine weitere
gegen die Metallschicht (3) isolierte Metallschicht vorgesehen ist.
3. Wanderfeldröhre nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Kern (2)
aus Aluminiumoxidkeramik besteht.
4. Wanderfeldröhre nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Metallschicht (3) aus Kupfer besteht.
5. Wanderfeldröhre nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
den mit der Metallschicht (3) versehenen Außenmantelflächen der Verzögerungsleitung
(1) und der Vakuumhülle (4) Isolierschichten (5) vorgesehen sind.
6. Wanderfeldröhre nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Isolierschichten
(5) aus Aluminiumoxidkeramik bestehen.
7. Wanderfeldröhre nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Vakuumhülle (4) eine spiralförmige Eindrehung aufweist, so daß ein schneckenförmiges
Gebilde (6) entsteht, dessen Innenmantelflächen mit der Metallschicht (3) auf den
Außenmantelflächen der Verzögerungsleitung (1) verbunden sind.
8. Verfahren zum Herstellen einer Wanderfeldröhre nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß als Kern (2) der Verzögerungsleitung (1) ein Rohr aus
Isoliermaterial auf seiner Innen-und Außenmantelfläche mit einer Metallschicht (3)
überzogen wird, daß die Konturen der Verzögerungsleitung (1) mittels Fräs- oder Schleiftechnologie
hergestellt werden und daß die Verzögerungsleitung (1) anschließend in die metallische
Vakuumhülle (4) eingelötet wird.