[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen flächigen keramischen Formkörper, der auf der
seiner Sichtseite abgewendeten Seite mit einer elektrischen Widerstandsbeschichtung
versehen ist. Unter einer elektrischen Widerstandsbeschichtung soll eine Beschichtuna
verstanden werden, die zwar elektrisch leitfähig, aber schlecht leitend ist, so daß
die in sie eingeleitete elektrische Energie in Wärmeenergie umgewandelt wird.
[0002] Raumheizkörper sind im allgemeinen unterhalb von Fensteröffnungen angebracht, damit
die von ihnen erwärmte Raumluft über die Fensteröffnungen hochsteigt und so einen
Warmluftvorhang vor der Fensteröffnung erzeugt. Auch bei an Wänden aufgestellten Heizkörpern
entsteht eine Luftbewegung vom Boden zur Decke des mit ihnen beheizten Raumes, wobei
die vom Heizkörper in den Raum abgestrahlte Wärme nur eine geringe Rolle spielt.
[0003] In Räumen angebrachte übliche reine Strahlungsheizkörper besitzen nur einen örtlich
sehr begrenzten Strahlun
gsbereich und arbeiten mit hohen Temperaturen.
[0004] Zum Stande der Technik gehören ferner Fußbodenheizungen, bei denen im Estrich oder
unterhalb des obersten Bodenbelages mit flüssigem Wärmeträger beaufschlagte Heizschlangen,
aber auch elektrische Heizleiter untergebracht sind. Fußbodenheizungen sind im Aufbau
jedoch vergleichsweise umständlich und teuer und bedürfen einer vergleichsweise aufwendigen
Steuerung.
[0005] Es besteht also ein Bedürfnis, Gestaltungselemente der Raumumgrenzung selbst so auszubilden,
daß sie einzeln, in Gruppen oder als die gesamte Raumumgrenzung bzw. eines wesentlichen
Teiles davon die Aufgabe der Beheizung des Raumes oder eines zu erwärmenden bzw. warmzuhaltenden
Teiles der Raumumgrenzung übernehmen können.
[0006] Als Beispiele für solche Gestaltungselemente von Raumumgrenzungen seien keramische
Formkörper, wie Platten genannt, die als Fußboden- oder Wandverkleidungsplatten für
die Gestaltung der Wände oder des Fußbodens bzw. der Decke von Wohn-, Geschäfts-und
Büroräumen, aber auch von Sanitärräumen, Sport- und Schwimmhallen dienen. Solche keramischen
Formkörper können aber auch Formsteine für Schwimmbeckenauskleidungen u. ä. sein.
[0007] Aus einem Prospekt, herausgegeben von der.Firma Canespa KG, 3005 Hemmingen-Westerfeld,
Gutenbergstraße 13, im Jahre 1975, läßt sich bereits ein drahtloses Heizsystem "Canespa-Therm"
entnehmen, bei dem auf der Rückseite von Formkörpern und zwar von keramischen Platten,
eine Heizlackschicht als elektrische Widerstandsbeschichtung aufgebracht ist. Diese
Heizlackschicht ist durch einen Polyurethanschaumkörper abgedeckt. Dieses System konnte
sich jedoch nicht durchsetzen, da es immer wieder zu örtlichen überhitzungen mit daraus
resultierenden schädlichen Weiterungen kam, die sogar zur Gefährdung von Personen
und Sachen führten.
[0008] Die bisher verwendeten flächigen Formkörper haben Abmessungen von maximal 30 x 30
cm, weil nur bis zu diesen Maßen ihre Herstellung im Trocken
preßverfahren möglich ist, wenn man zu einer möglichst geringen Plattenstärke kommen
will.
[0009] Will man z.B. eine Wandfläche zur Raumbeheitung mit solchen Platten verkleiden, dann
benötigt man eine Vielzahl solcher Platten und damit auch eine entsprechend große
Anzahl von elektrischen Anschluß-und Verbindungselementen. Außerdem verbleiben zwischen
den einzelnen Platten Fugen, die Temperaturlücken bedeuten, so daß der Anteil, der
auf der verkleideten Wand an Strahlungsfläche zur Verfügung steht, erheblich verringert
wird.
[0010] Aus der DE-A 19 24 202 und der nicht vorveröffentlichten DE-A 33 25 204 ist eine
flächenförmige elektrische Heizvorrichtung mit einem ein Heizelement aufnehmenden
flächigen Träger bekannt, bei der das Heizelement die Form einer dünnen Schicht aus
elektrisch leitendem Material aufweist, das auf eine Oberfläche des Trägers aufgetragen
ist. Selbst wenn, wie in der DE-A 33 25 204 beschrieben, das elektrisch leitende Material
ganz oder teilweise aus Halbleitermaterial besteht, läßt sich damit kein Erfolg erzielen,
weil sich aus derartigem Material die Schichten hinsichtlich ihres elektrischen Widerstandes
nicht reproduzierbar herstellen lassen. Die Heizvorrichtungen weisen also von Stück
zu Stück unterschiedliche Heizleistungen auf.
[0011] Die Erfindung hat sich zum Ziel gesetzt, einen flächigen keramischen Formkörper vorzuschlagen,
mit dessen Hilfe es möglich ist, die auf einer damit zu verkleidenden Wand-, Decken-
oder Bodenfläche zur Verfügung stehende Strahlungsfläche optimal zu gestalten, mit
möglichst wenigen elektrischen Anschluß- und Verbindungselementen auszukommen und
eine gleichmäßige Wärmeabstrahlung zu gewährleisten.
[0012] Die _der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird durch einen Formkörper mit den
Merkmalen nach Anspruch 1 gelöst.
[0013] Soll beispielsweise eine Fläche von 120 x 120 cm mit Platten belegt werden, so ergibt
sich bei Belegung mit 30 x 30 cm - Platten, wie sie bisher üblich waren, eine Verlustfläche
von ca. 19,8 %, berechnet auf die Gesamtfläche, die für die Abstrahlung nicht zur
Verfügung steht. Diese Verlustfläche wird bei Anwendung des Vorschlages nach der Erfindung
auf 8,8 % verringert, wenn man Platten der angegebenen Art in der Größe von 60 x 60
cm verwendet. Diese Werte lassen sich noch weiter verbessern, wenn die Flächenabmessungen
der Platten weiter vergrößert werden.
[0014] Es gibt von der Anmelderin hergestellte Platten mit Abmessungen bis zu 200 x 200
cm, die sich mit entsprechenden Widerstandsbeschichtungen versehen lassen und außerdem
durch Aufgliederung und in Kombination mit Platten kleinerer Abmessungen auch eine
beliebige Dekoration zu gestalten gestatten. Überhitzungen, insbesondere örtliche
Überhitzungen sind nach den Erfahrungen der Anmelderin nicht beobachtet worden.
[0015] Man kann somit ein Heizelement in Form eines Strahlungsheizelementes schaffen, das
durch beliebige Vervielfachung beispielsweise eine gesamte Wand-, Decken- oder Fußbodenfläche
abdecken kann und über den gesamten Rauminhalt wirkt, ohne daß es zu einer Umwälzung
der Raumluft kommt. Da keine abkühlende Luftbewegung vorhanden ist, läßt sich ein
gleiches Wohlbefinden im Raum mit wesentlich niedrigerer Raumtemperatur erzielen,
was zu einer erheblichen Energieeinsparung führt.
[0016] Beimerfindungsgemäßen heizbaren keramischen Formkörper erhält man eine gleichmäßige
flächige Beheizung, da die Formkörper hinsichtlich ihrer Heizleistung exakt reproduzierbar
sind.
[0017] Bei örtlichen Fehlern in der elektrischen Widerstandbeschichtung wird die Heizleistung
praktisch nicht unterbrochen. Es kommt allenfalls zu einer geringfügigen örtlichen
Minderung der Heizleistung, nicht aber zu einer vollständigen Unterbrechung derselben.
Außerdem kommt es nicht zu örtlichen Überhitzungen.
[0018] Die elektrische Widerstandsbeschichtung kann aus einer Schicht aus einem alterungsbeständigen
Kunstharz mit elektrisch leitender Beimischung z.B. einer reinen Graphitbeimischung
und von solchem Aufbau bestehen, daß die Schicht einen entsprechend der benötigten
elektrischen Leistung notwendigen Widerstandswert aufweist.
[0019] Der Widerstandswert kann dabei auf Werte von wenigen Ωbis zu mehreren kΩ eingestellt
werden, und zwar durch Änderung des Anteiles an leitender, z.B. Graphitbeimischung
und/oder Änderung der Schichtstärke. Die Schichtstärke liegt normalerweise zwischen
10 und 50 µm.
[0020] Bei einer Platte von 100 cm x 100 cm beträgt die elektrische Leistungsaufnahme beispielsweise
ca. 100 W, bei einer solchen von 60 x 60 cm ca. 30 W.
[0021] Alterungsbeständig bedeutet im Falle der erfindungsgemäß gewählten Schicht eine Beständigkeit
bei einer Dauerbeanspruchung bis ca. 100°C über die Lebensdauer des keramischen Formkörpers.
[0022] In alternativer Ausbildung der Erfindung besteht die elektrische Widerstandsbeschichtung
aus einer elektrischen Widerstandsfolie, die eine Polyester-Deckschicht, eine mit
Zu- und Ableitungen versehene elektrisch leitende Zwischenschicht, z.B. eine Graphit-
und/oder Rußschicht als Widerstandsschicht und eine Polyester-Unterschicht aufweist.
Solche Widerstandsfolien sind an sich bekannt. Die Zu-und Ableitungen zur Widerstandsschicht
sind im allgemeinen in Form von Kupferbändern ausgebildet. Das Problem der Verwendung
solcher Widerstandsfolien besteht jedoch darin, daß Polyesterschichten nur schlecht
an der Widerstandsschicht haften, so daß ein auf der der Sichtseite abgewendeten Seite
mit einer solchen Widerstandsfolie versehene keramische Formkörper auch bei Verwendung
eines z.B. auf einer verputzten Wandung bzw. der Formkörperrückseite und an den Polyesterschichten
haftenden Klebers ein Halt des Formkörpers, z.B. einer keramischen Platte, an der
Anbringstelle nicht mit ausreichender Sicherheit gewährleistet ist.
[0023] Andererseits empfiehlt sich über die Verwendung von Polyester als Material für die
Deck- und Unterschicht, weil Polyester sehr alterungsbeständig ist.Das beim Einsatz
von Polyestermaterial für die Deck- und Unterschicht der Widerstandsfolie auftretende
Problem läßt sich aber lösen, wenn gemäß einer abgeänderten Ausführungsform der Erfindung
die Widerstandsschicht unter Belassung von von ihr nicht abgedeckter Bereiche flächenmäßig
gegliedert ist, die Gliedflächen untereinander elektrisch in Verbindung stehen und
in den von der Widerstandsschicht nicht abgedeckten Bereichen örtlich Durchbrechungen
der Widerstandsfolie vorgesehen sind.
[0024] Man kann dabei mit einem Kleber arbeiten, der nur an Putz- und Keramikflächen, nicht
aber oder nur schlecht an einer Polyesteroberfläche haftet, weil die Widerstandsfolie
örtlich durchbrochen, z.B. durchstanzt und über den in den Durchbrechungen freiliegenden
oder sie wenigstens teilweise durchsetzenden Kleber auf die der Sichtseite des keramischen
Körpers abgewendete Seite desselben aufgebracht ist.
[0025] Klebt man einen derart ausgebildeten keramischen Formkörper auf eine Putzschicht
od. dgl. mit Hilfe eines für das Ankleben von keramischen Formkörpern auf Wandflächen
od. dgl. üblichen Kleber, dann erfolgt die Haftung über den in den Durchbrechungen
freiliegenden oder aus ihnen heraustretenden Kleber und man erhält so eine zwar nur
örtliche, aber bei richtiger Bemessung des Durchbrechungsrasters ausreichende Befestigung
des keramischen Formkörpers an dem für seine Aufnahme vorgesehenen Untergrund.
[0026] Besonders vorteilhaft ist es, die elektrische Widerstandsbeschichtung in Form einer
Widerstandsglasur aufzubringen. Diese Glasur wird auf den bereits gebrannten Formkörper
aufgebracht und durch nochmaliges Brennen des Formkörpers fixiert. Als Glasur muß
eine solche Glasur gewählt werden, deren Schmelzpunkt nicht über 750°C liegt. Glasuren
mit höherem Schmelzpunkt haben sich als ungeeignet erwiesen.
[0027] Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Kleber, mit dem der keramische Formkörper
auf dem Trägeruntergrund fixiert werden soll, selbst als elektrischen Widerstand auszubilden.
Es ist dabei möglich, zwei verschiedene Kleberarten zu verwenden, wobei der dem Formkörper
benachbarte Kleber aus elektrischem Widerstandsmaterial besteht, während der auf dem
Untergrund zu liegen kommende Kleber ein elektrisch isolierender Kleber ist. Die Kleber
weisen im wesentlichen gleiche Wärmeausdehnungseigenschaften und chemische Verträglichkeit
auf, so daß auf diese Weise eine besonders einfache Befestigung des keramischen elektrischen
Widerstandsformkörpers möglich ist.
[0028] Es ist zwar bereits aus der DE-A 19 24 202 bekannt, auf der Sichtseite von keramischen
Formkörpern eine elektrisch leitende Glasur aufzubringen. Diese Glasur dient aber
nur zur Ableitung statischer Elektrizität, d.h. sie ist so hochohmig, daß sie für
Heizzwecke ungeeignet ist.
[0029] Als Material für die elektrisch leitende Widerstandsschicht kann ein Material gewählt
werden, das bei Beaufschlagung mit elektrischem Strom einen solchen Temperaturgang
aufweist, daß die Stromaufnahme des Materials bei zunehmender Erwärmung stark abnimmt.
[0030] In der DE-A 33 25 204 wird bei der Verwendung von Halbleitern als leitendes Material
für ein Heizelement zwar angegeben, gerade Halbleiter würden einen gewünschten negativen
Temperaturkoeffizienten aufweisen, dem stehen aber die Ausführungen in Römpp entgegen,
wonach in Halbleitern die Leitfähigkeit normalerweise stark mit der Temperatur zunimmt.
[0031] Die Kontaktierung der elektrischen Widerstandsbeschichtung erfolgt zweckmäßig durch
Kontaktierungselemente, die symmetrisch auf der elektrischen Widerstandsschicht angeordnet
sind. So können beispielsweise bei quadratischen oder rechteckigen Platten die Kontaktierungselemente
längs zweier voneinander abgewendeter Kanten der Platte in Form von Kontaktierungsbändern
vorgesehen sein.
[0032] Handelt es sich bei der Platte um eine keramische Platte, die auf ihrer Rückseite
eine Reliefierung aufweist, so verlegt man die Kontaktierungselemente zweckmäßig in
die an den voneinander abgewendeten Kanten vorhandenen Kanäle zwischen den diese begrenzenden
Stegen.
[0033] Durch eine Weiterbildung der Erfindung ist es möglich, die Widerstandswerte von elektrischen
Widerstandsbeschichtungen auf solchen Formkörpern auch nachträglich noch auf gewünschte
Werte fein einzustellen.
[0034] Dies geschieht gemäß der Weiterbildung der Erfindung dadurch, daß zur Erhöhung des
Widerstandswertes die Schichtdicke der Widerstandsbeschichtung reduziert oder die
Widerstandsbeschichtung erwärmt wird.
[0035] Bei der Erhöhung des Widerstandswertes der Widerstandsbeschichtung geht man zweckmäßig
so vor, daß die Schichtdecke der Widerstandsbeschichtung durch Sandstrahlen, Elektroerosion,
Abbürsten o. dgl. reduziert wird, oder aber die Widerstandsschicht von außen her,
beispielsweise durch Beflammen oder Bestrahlen erwärmt wird. Es ist aber auch möglich,
elektrischen Strom mit erheblich höherer Stärke als bei Normalbetrieb durch die Widerstandsbeschichtung
zu leiten. Dadurch wird die Struktur der Widerstandsbeschichtung so geändert, daß
es zu einer entsprechenden Erhöhung des Widerstandswertes insgesamt kommt.
[0036] Die Zeichnung zeigt in
Fig. 1 eine Rückansicht eines als Platte ausgebildeten Formkörpers mit elektrischer
Widerstandsschicht und Kontaktierungselementen;
Fig. 2 eine Draufsicht auf eine keramische Platte, auf die eine elektrische Widerstandsfolie
aufgebracht ist;
Fig. 3 einen stark vergrößerten Teilschnitt durch die Platte nach Fig. 2; und in
Fig. 4 einen Schnitt durch eine mit Widerstandbeschichtung versehene Platte.
[0037] In Fig. 1 ist mit 1 allgemein eine keramische Platte bezeichnet, deren Abmessungen
z. B. 85 x 125 cm bei einer Dicke von 0,8 cm betragen. Auf der Rückseite 2 befindet
sich eine elektrische Widerstandsschicht. Mit 3 und 4 sind bänderartige Kontaktierungselemente
bezeichnet, die auf die elektrische Widerstandsschicht aufgeklebt oder auf ihr in
anderer Weise befestigt sind. 5 und 6 bedeuten die Stromzuleitungen.
[0038] In Fig. 2 ist mit 31 allgemein ein keramischer Formkörper bezeichnet, der, wie Fig.
3 zeigt, aus einer keramischen Platte 41, einer Kleberschicht 42 und einer Widerstandsfolie
43 aufgebaut ist. Die Widerstandsfolie besteht aus einer über die Kleberschicht 42
mit der der Sichtseite 44 der Platte abgewendeten Seite 45 verbundenen Polyester-Deckschicht
46, einer am Rand mit Zu- und Ableitungen in Form von Kupferbändern 32, 33 mit Stromzuleitungen
32', 33' (Fig. 2) versehenen Graphit- und/oder Rußzwischenschicht 47 als Widerstandsschicht
und einer Polyester-Unterschicht 48, über die der keramische Formkörper an die tragende
Fläche 50, z.B. eine verputzte Wandung angeklebt wird. Die Widerstandsfolie 43 enthält
beim dargestellten Ausführungsbeispiel drei Bahnen 43a, 43b, 43cmit Widerstandsschichtmaterial.
[0039] Zwischen den Bahnen 43a und 43b bzw. 43b und 43c befinden sich Bereiche 51 und 52,
in denen kein Widerstandsschichtmaterial vorhanden ist. Dagegen grenzt die Bahn 43a
über ein Leitungsband ähnlich dem Leitungsband 32 oder 33 an den Bereich 51. Desgleichen
die Bahn 43 über ein entsprechendes Leitungsband an den Bereich 52,während die Bahn
43b beidseitig über Leitungsbahnen an die Bereiche 51 und 52 angrenzt. In den Bereichen
51 und 52, in denen die Schichten 46 und 48 aufeinander liegen, befinden sich Durchbrechungen
53, durch die der Kleber 42 hindurchgreift und mit dem Kleber 54 auf der tragenden
Fläche 50 in Verbindung steht. Die einzelnen Leitungsbahnen lassen sich in beliebiger
Weise zusammenschalten. Anstelle einer einzigen Platte 31 können auch drei jeweils
den Bahnen 43a, 43b und 43c entsprechend zugeordnete Teilplatten treten.
[0040] Bei der möglichen Ausgestaltung der leitenden Zwischenschicht oder Widerstandsschicht
in einer Ausbildung, bei der sie unter Belassung von von ihr nicht abgedeckten Bereichen
flächenmäßig gegliedert ist, kann es sich z. B. um eine mäanderartige Anordnung der
Widerstandsschicht oder um eine Aufgliederung derselben in mehrere flächige, aber
elektrisch miteinander verbundene oder nachträglich noch zu verbindende Teilschichten
in Form von Bändern, Flächenstücken od. dgl. handeln. Die Auswahl des entsprechenden
Musters richtet sich nach den örtlichen Gegebenheiten und/oder den technischen Erfordernissen.
[0041] In Fig. 4 ist bei 91 eine keramische Platte angedeutet, auf die eine Widerstandsschicht
92 auf getragen ist. Die Auftragsdicke dieser Widerstandsbeschichtung 92 wird mittels
einer geeigneten Maßnahme, z. B. Sandstrahlen, Elektroerosion, Abbürsten od. dgl.
in ihrer Dicke reduziert, im wiedergegebenen Ausführungsbeispiel mit Hilfe einer z.
B. rotierenden Bürste 93, so daß die Auftragsdicke auf die Solldicke, wie sie im Bereich
94 angedeutet ist, abnimmt.
[0042] 05 Damit nimmt auch die Leitfähigkeit dieser Schicht ab, d. h. der Flächenwiderstand
steigt.
1. Flächiger keramischer Formkörper, der auf der seiner Sichtseite abgewendeten Seite
mit einer elektrischen Widerstandsbeschichtung versehen ist, dadurch gekennzeichnet,
daß unter Verwendung einer aus plastischem keramischen Ausgangsmaterial gepreßten,
gewalzten und gebrannten Platte, deren Dicke im Verhältnis zur Oberfläche 1:45000
und deren flächenmäßige Erstreckung mindestens des Vierfache einer Platte von 30 x
30 cm beträgt, die elektrische Widerstandsbeschichtung als Widerstandsschicht aus
einem Material ausgebildet ist, bei dem nichtmetallische, große spezifische Oberfläche
aufweisende, elektrisch leitende bei Temperaturerhöhung ihre elektrische Leitfähigkeit
nicht wesentlich ändernde Partikel in einer elektrisch nicht oder nur schlecht leitenden
Trägersubstanz eingebettet sind und dieses Material so aufgetragen ist, daß die Widerstandsbeschichtung
eine gleichmäßige elektrische und thermische Leitfähigkeit aufweist.
2. Formkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die elektrische Widerstandsbeschichtung
aus einer Schicht aus einem alterungsbeständigen Kunstharz mit elektrisch leitender
Beimischung, z.B. einer Graphitbeimischung und von solchen Aufbau besteht, daß die
Schicht einen entsprechend der benötigten elektrischen Leistung notwendigen elektrischen
Widerstandswert aufweist.
3. Formkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die elektrische Widerstandsschicht
aus einer elektrischen Widerstandsfolie besteht, die auf der der Sichtseite des keramischen
Formkörpers abgewendeten Seite desselben wenigstens örtlich fixiert, vorzugsweise
flächig aufgeklebt ist und die aus einer Polyester-Deckschicht, einer mit Zu- und
Ableitungen versehenen leitenden Zwischenschicht als Widerstandsschicht und einer
Polyester-Unterschicht besteht, und daß die Widerstandsfolie auf der der Sichtseite
des keramischen Formkörpers abgewendeten Seite desselben mit einem sowohl an einer
keramischen Fläche als auch an einer Polyesterfläche haftenden Kleber befestigt ist.
4. Formkörper nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die elektrisch leitende Zwischenschicht eine Graphit- und/oder Rußschicht ist.
5. Formkörper nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Widerstandsschicht
unter Belassung von ihr nicht abgedeckter Bereiche innerhalb der Widerstandsfolie
flächenmäßig gegliedert ist, die Gliedflächen untereinander elektrisch in Verbindung
stehen und in den von der Widerstandsschicht nicht abgedeckten Bereichen örtlich Durchbrechungen
der Widerstandsfolie vorgesehen sind.
6. Formkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die elektrische Widerstandsbeschichtung
aus einer elektrischen Widerstandsglasur besteht, deren Schmelzpunkt nicht über 750°C
liegt.
7. Formkörper nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die elektrische Widerstandsbeschichtung
aus einem elektrischen Widerstandskleber besteht.
8. Formkörper nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet , daß der elektrische Widerstandskleber
durch einen elektrisch isolierenden Kleber abgedeckt ist.
9. Formkörper nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß als Material für die elektrisch leitende Widerstandsschicht ein Material gewählt
ist, das bei Beaufschlagung mit elektrischem Strom einen solchen Temperaturgang aufweist,
daß die Stromaufnahme des Materials bei zunehmender Erwärmung stark abnimmt.
10. Formkörper nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche , dadurch' gekennzeichnet,
daß die elektrische Widerstandsbeschichtung mit leitenden Kontaktierungselementen
versehen ist.
11. Raumheizelement nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die leitenden Kontaktierungselemente
im wesentlichen aus dem Grundmaterial der Widerstandsschicht bestehen, in das zur
Erhöhung der elektrischen Leitfähigkeit zusätzlich Partikel hoher elektrischer Leitfähigkeit
oder die vorhandenen leitenden Partikel in einer höheren Konzentration eingebettet
sind.
12. Formkörper nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet
, daß die elektrische Widerstandsbeschichtung mit Kontaktierungselementen für den
elektrischen Anschluß des Formkörpers an ein Stromnetz über ein Material innig verbunden
ist, das bei Beaufschlagung mit elektrischem Strom einen solchen Temperaturgang aufweist,
daß die Stromaufnahme des Materials bei zunehmender Erwärmung stark abnimmt.
13. Formkörper nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schichtdicke der Widerstandsbeschichtung gegenüber der ursprünglichen Auftragsdicke
reduziert ist.
14. Formkörper nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Verteilung der leitfähigen Partikel in der Widerstandsbeschichtung örtlich
verdichtet ist.
15. Verfahren zur Herstellung eines Formkörpers nach Anspruch 13 oder 14, dadurch
gekennzeichnet, daß zur Erhöhung des Widerstandswertes die Schichtdicke der Widerstandsbeschichtung
reduziert bzw. die Widerstandsbeschichtung erwärmt wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Schichtdicke der Widerstandsbeschichtung
durch Sandstrahlen, Elektroerosion, Abbürsten od. dgl. reduziert wird bzw. das Erwärmen
der Widerstandsbeschichtung durch Erwärmen von außen her, wie durch Beflammen oder
Bestrahlen oder durch Hindurchleiten elektrischen Stroms erfolgt.
17. Verwendung eines keramischen Formkörpers nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche als heizbarer Formkörper für Schwimmbeckenauskleidungen und/oder als heizbare
Wand-, Tisch-, Decken- oder Fußbodenplatte und/oder Heizkörperabdeckung.