[0001] Die Erfindung betrifft ein fotografisches Trägermaterial, das zumindest ein/seitig
einen Überzug enthält, dessen Binderkomponente überwiegend aus ungesättigten Verbindungen
hergestellt ist und der mittels energieliefernder Strahlung ausgehärtet ist. Insbesondere
betrifft sie ein Trägermaterial für fotografische Schichten, das sowohl für trockene
als auch für nasse Entwicklungsverfahren vorteilhaft verwendbar ist.
[0002] Es ist eine Vielzahl von Trägermaterialien für fotografische Schichten bekannt. Zu
den verbreitetsten Trägern gehören Filmmaterialien und Papiere. Papiere sind in der
Regel zusätzlich beschichtet. Insbesondere mit Kunstharzschichten überzogene wasserfeste
Papiere haben eine breite Anwendung als Träger für fotografische Schichten gefunden.
Aber auch mit speziellen Schichten überzogene Kunstharzfilme und Laminate sind bekannt.
Die weiteste Verbreitung fanden beidseitig mit Polyolefinharz überzogene Papiere und
mit pigmentierten Schichten überzogene Filmmaterialien (DAS 14 47 815, US 38 33 380,
US 36 30 742, US 39 28 037).
[0003] In neuerer Zeit wurden in DOS 30 22 451 und DOS 30 22 709 besonders fortschrittliche
Papierträger beschrieben, die aus Basispapier mit mindestens einem in situ mit Hilfe
einer Elektronenstrahlenhärtung hergegestellten Überzug bestehen. Die Vorteile eines
mit Elektronenstrahlen gehärteten Überzugs sind seine Kratzfestigkeit, das hohe Pigmentaufnahmevermögen
und die im Vergleich zu Polyolefinüberzügen höhere Glätte der Oberfläche.
[0004] Kunstharzüberzüge sind nicht nur gegen Wasser sondern auch gegen saure und alkalische
fotografische Prozeßlösungen beständig und verhindern dadurch ein Eindringen dieser
Lösungen in eventuell darunter liegende Papierträger. Infolgedessen ist bei Papier
oder Vliesbasis der zeitraubende Waschvorgang entscheidend verkürzt. Die verbreiteten
aus Polyolefin bestehenden Kunstharzüberzüge sind jedoch im allgemeinen weniger stabil
gegen Einwirkung von Wärme, weil das Überzugsmaterial thermoplastisch ist.
[0005] Alle Harzüberzüge, seien sie auf Papier oder auf Film, können Pigmente, Farbstoffe,
optische Aufheller, Bildstabilisatoren, Antioxidantien oder andere Zusatzstoffe enthalten,
soweit dies im Hinblick auf die angestrebten Eigenschaften eines aufliegenden fotografischen
Bildes wünschenswert oder notwendig ist. Von den möglichen Zusätzen haben Pigmente
und Farbstoffe die größte Bedeutung für den visuellen Eindruck eines auf dem Überzug
befindlichen fotografischen Bildes. Sie bestimmen bei Farbbildern den Farbcharakter
und sind entscheidend für die Bildschärfe der fotografischen Abbildungen.
[0006] Die fotografischen Schichten werden nach geeigneter Vorbehandlung der Harzoberfläche
entweder direkt oder nach vorheriger Aufbringung einer Haftung vermittelnden Zwischenschicht
auf die Oberfläche der Harzschicht gebracht. Bei diesen fotografischen Schichten handelt
es sich vorzugsweise um solche Schichten, die unter dem Begriff der Silbersalzfotografie
bekannt sind und entweder zur Erzeugung von Schwarz/Weiß- oder von Farbbildern dienen.
Der Begriff der Silbersalzfotografie umfaßt nicht nur fotografische Schichten, die
anorganische Silbersalze enthalten und überwiegend naß mit sogenannten
Entwicklerlösungen oder Pasten entwickelt werden, sondern auch fotografische Schichten,
die organische Silberverbindungen enthalten und überwiegend trocken, z.B. durch Wärmeeinwirkung,
entwickelt werden.
[0007] Gemäß DOS 30 22 451 oder DOS 30 22 709 mit Elektronenstrahlen gehärtete Harzüberzüge
werden hergestellt, indem eine fließfähige Mischung auf die Oberfläche eines Papieres
oder anderen Basisträgers aufgetragen, dort gleichmäßig verteilt und anschließend
unter Schutzgas oder sonstiger Abdeckung mit energiereichen Elektronenstrahlen verfestigt
wird. Die Mischungen enthalten als entscheidenden Bestandteil zumindest eine Substanz
mit äthylenisch ungesättigten Doppelbindungen, die die Fähigkeit zur polymerisierenden
Reaktion miteinander haben, wenn diese durch Bestrahlung initiiert wird.
[0008] Geeignete Stoffe mit äthylenisch ungesättigten Doppelbindungen sind alle Vinyl- oder
Vinylidenverbindungen. Vorzugsweise soll die Mischung zumindest einen Stoff enthalten,
der zwei oder mehr Doppelbindungen enthält. Daneben können in begrenztem Umfang aber
auch nicht reagierende Stoffe ohne Doppelbindungen in einer Mischung enthalten sein.
[0009] Als reaktionsfähige Komponenten werden vor allem solche Stoffe benutzt, die Acrylat-
oder Methacrylatgruppen enthalten. Aber auch Ester von Maleinsäure, Fumarsäure, Mesaconsäure,
Citraconsäure oder Itaconsäure, andere Derivate dieser Säuren, Allylverbindungen sowie
lineare und cyclische Diene bzw. Triene eignen sich als reaktive Mischungskomponenten.
Bevorzugt sind solche Ester der genannten Säuren, die sich von mehrwertigen Alkoholen
ableiten. Beispiele sind Hexandioldiacrylat, Trimethylolpropantriacrylat, Polyesteracrylate,
Polyurethanacrylate, Polyätheracrylate, Polyepoxidacrylate, Alkydharzacrylate bzw.
die den genannten Acrylaten entsprechenden Methacrylate. Die Fließeigenschaften härtbarer
Mischungen werden eingestellt, indem Bestandteile von höherem Molekulargewicht mit
niedermolekularen Stoffen gemischt werden. Die Härte und Flexibilität der gehärteten
Schichten wird bestimmt durch das im Ausgangsmaterial vorhandene Verhältnis von Doppelbindungen
zur Molekülgröße und kann in weitem Rahmen durch Mischung verschiedener Stoffe miteinander
varriert werden.
[0010] Die mit Elektronenstrahlen gehärteten Schichten haben nun zwar im Vergleich zu Polyolefinschichten
viele Vorteile, sind aber bislang auch noch mit Nachteilen behaftet. So gelang es
trotz der großen Variationsbreite in der Zusammensetzung strahlengehärteter Schichten
nicht, eine Schicht zu erzeugen, die in allen fotografischen Prozeßlösungen ein gleichermaßen
gutes Verhalten zeigt. Vielmehr wurde festgestellt, daß die mit Elektronenstrahlen
gehärteten Schichten sich gegenüber verschiedenen Prozeßlösungen unterschiedlich verhalten.
Es gibt handelsübliche Colorentwicklerpräparate, die in Verbindung mit einer nachfolgenden
Sauerstoffeinwirkung zu einer gelblichen Verfärbung der Oberfläche der strahlengehärteten
Schicht führen. Diese Verfärbung ist zwar gering aber deutlich sichtbar und kann weder
durch das Stoppbad oder Fixierbad noch durch gründliches Waschen verhindert werden.
Sie tritt vor allem bei Anwendung solcher fotografischen Entwicklerlösungen auf, die
ein aromatisches Aminderivat enthalten (z.B. Derivate von Phenylendiamin, Toluidin
u.a.). Die Verwendung von Papieren oder Filmen mit strahlengehärteten Überzügen ist
infolgedessen bislang beschränkt auf solche Prozesse, in denen andere Chemikalien
zur Bildentwicklung benutzt werden, wie z.B. Hydrochinon, oder in denen das Bild trocken
entwickelt wird.
[0011] Die beschriebene Verfärbung der Oberfläche wurde zunächst an Überzügen beobachtet,
die aus Acrylsäureestern hergestellt waren. Aber auch die Verwendung von Methacrylsäureestern
oder Allylverbindungen anstelle der meist gebrauchten Acrylsäureester befriedigte
nicht. Alle Schichten färbten sich nach Behandlung mit bestimmten handelsüblichen
Entwicklerlösungen, die aromatische Aminderivate enthielten, deutlich an. Die gemessene
Veränderung der Densität lag überwiegend zwischen 0,03 und 0,1, aber auch stärkere
Veränderungen kamen vor.
[0012] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es demzufolge, ein mit zumindest einer strahlengehärteten
Schicht überzogenes fotografisches Trägermaterial zu schaffen, das den beschriebenen
Nachteil nicht hat und nicht nur bei Erzeugung termisch entwickelter Bilder eine hohe
Widerstandskraft zeigt, sondern auch nach Behandlung mit fotografischen Entwicklerlösungen
oder -pasten beliebiger Art keine sichtbare Tendenz zur Gelbfärbung zeigt. Dabei wird
als nicht mehr sichtbare Tendenz zur Gelbfärbung bezeichnet, wenn die Bestimmung der
optischen Dichte nach DIN 4512, mit Gelbfilter über weißem Untergrund gemessen, Veränderungen
ausweist, die kleiner sind als 0,03. Die Messung wird zunächst an den frisch gehärteten
Überzügen durchgeführt und dann nach Bäderbehandlung und vier Tagen Lufteinwirkung
wiederholt. Die Differenz dieser beiden Meßwerte kennzeichnet die Verfärbung.
[0013] Gelöst wird diese Aufgabe dadurch, daß die Überzugsmasse vor der Härtung zumindest
eine ungesättigte monomere, oligomere oder polymere hydroxifunktionelle Substanz enthält
und die molale Konzentration der Hydroxigruppen gleich oder größer als 2 ist.
[0014] Weitere Merkmale der Erfindung sind in den beigeschlossenen Ansprüchen erläutert.
[0015] Die gemäß der Erfindung in Bezug auf die Entwickleranfärbung bevorzugten Positionen
der OH-Gruppe sind eine ß- oder γ -Stellung zur Ester- bzw. Äthergruppe. Dementsprechend
erwies sich Allylalkohol ebenso als unwirksam wie Allylalkohol/Styrol-Copolymer oder
Vinylalkohol-Copolymer.
[0016] Wirksame und geeignete Substanzen sind beispielsweise Hydroxiethylacrylat, Hydroxipropylacrylate,
Glycerindiacrylat, Trimethylolpropandiacrylat, Pentaerythritoltriacrylat, Pentaerythritoldiacrylat,
unvollständig veresterte Zuckeracrylate sowie Polyesteracrylate, Polyetheracrylate,
Epoxidharzacrylate oder Polyurethanacrylate jeweils mit freien OH-Gruppen sowie die
den hier genannten Acrylaten entsprechenden Methacrylate.
[0017] Geeignete Substanzen sind ferner OH-enthaltende Allyl- äther mehrwertiger Alkohole
wie z.B. Pentaerythtritol- triallyläther,.Glycerindiallyläther und andere Stoffe ähnlicher
Struktur. Auch bei Allyläthemist eine OH-Molalität von größer als 2 erforderlich,
um Schichten zu erhalten, die mit Colorentwickler keine sichtbare Anfärbung geben.
[0018] Nachdem die Einführung von OH-haltigen Verbindungen in Form von Polyvinylalkoholcopolymer,
Allylalkoholcopolymer oder Glycerindiacetat zu einer verstärkten Anfärbung geführt
hatte, und nachdem auch Allylalkohol als Mischungskomponente nicht geeignet war, irgendeinen
positiven Effekt zu zeigen, war es überraschend, daß andere ungesättigte Hydroxiverbindungen
die Entwickleranfärbung unterdrücken können. Ganz besonders überraschend war es, daß
einfach ungesättigte Hydroxiverbindungen wie Hydroxipropylacrylat, Hxdroxibutylacrylat,
Hydroxiethylmethacrylat, Hydroxiethylallylether oder Glykolsäureallylester zu den
Verbindungen gehören, die anders als Allylalkohol im Sinne der Erfindung brauchbar
sind. Im Falle einer Mitverwendung von solchen einfach ungesättigten hydroxifunktionellen
Acrylaten, Methacrylaten, Allylestern oder Allylethern ist lediglich zu beachten,
daB durch Mitverwendung einer entsprechenden Menge einer mindestens 3-fach ungesättigten
Verbindung (z.B. Trimethylolpropantriacrylat o.a.) klebfreie überzüge erhalten werden,
weil sonst der weichmachende Effekt einfach ungesättigter Verbindungen zu sehr in
den Vordergrund rückt.
[0019] Im Rahmen der Erfindung ist es unerheblich, ob die mit Elektronenstrahlen gehärteten
Schichten noch weitere Zusätze enthalten, wie sie in derartigen fotografischen Trägern
gebräuchlich sind. Dazu gehören insbesondere Pigmente jeder Art sowie Piqmentdisper
qierhilfen, Farbstoffe und andere die Bildqualität günstig beeinflussende Stoffe, die
dem Fachmann bekannt und z.B. in DOS 30 22 451 beschrieben sind.
[0020] Die erfindungsgemäßen Überzugsschichten können sich auf Papier, vorbeschichtetem
Papier, Film oder verschiedenartigen Laminaten befinden. Sie können in beliebiger
Weise gemäß einem der bekannten Verfahren hergestellt werden und verschiedene Oberflächenstrukturen
haben, die von glänzend bis stark matt reichen. Das schließt solche symmetrischen
Oberflächenstrukturen ein, wie sie in DP 25 15 261 beschrieben sind. Ein besonders
geeignetes Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen Überzüge ist in DOS 30
22 709 beschrieben.
[0021] Falls Papier, beschichtetes Papier oder Vlies als Träger für einen erfindungsgemäßen
Überzug benutzt wird, muß in der Regel auch die Gegenseite wasserfest überzogen sein.
Dies kann ebenfalls mit einer erfindungsgemäßen Mischung geschehen. Die Gegenseite
kann aber auch einen Polyolefin- überzug oder einen anderen wasserfesten Überzug erhalten.
Auch mehrere gleichartige oder verschiedenartige Überzüge können übereinandergelegt
werden.
[0022] Ein mit einem oder mehreren Überzügen gemäß der Erfindung versehener fotografischer
Träger kann in bekannter Weise und nach üblicher Vorbehandlung mit fotografischen
Schichten überzogen werden und eignet sich sowohl für die Verarbeitung in allen handelsüblichen
fotografischen Prozeßlösungen, ohne daß eine störende Verfärbung in Erscheinung tritt,
als auch für thermische oder andere trockene Entwicklungsverfahren.
[0023] Die auf einem beliebigen Trägermaterial angeordneten härtbaren Überzüge werden zwar
vorzugsweise mittels Elektronenstrahlen ausgehärtet. Dies ist jedoch kein beschränkendes
Element der Erfindung. Vielmehr können die Überzüge mit jeder Art Strahlung gehärtet
werden, die genügend Energie zur Auslösung der der Härtung zugrunde liegenden Polymerisationsreaktion
zur Verfügung stellt. Demzufolge eignen sich Röntgenstrahlen oder γ -Strahlen ebenso
wie UV-Licht oder sichtbares Licht, wobei Licht in der Regel den Zusatz spezieller
Initiatoren erfordert.
[0024] Kennzeichnendes Element der Erfindung ist allein die Anwesenheit einer ausreichenden
Menge mindestens einer hydroxifunktionellen ungesättigten Verbindung, beispielsweise
eines hydroxifunktionellen Esters einer ungesättigten Säure oder eines hydroxifunktionellen
Allyläthers oder Allylesters in einer durch Strahlung härtbaren Schicht.
[0025] Die nachfolgenden Beispiele dienen der Erläuterung der Erfindung. Dabei ist Beispiel
1 als Vergleichsbeispiel zu sehen, das die Vielzahl der möglichen Substanzen für strahlengehärtete
Schichten aufzeigt, die alle eine mehr oder minder starke Anfärbung der Schicht nach
Einwirkung von Colorentwickler zeigen. Demgegenüber zeigen die Beispiele 2, 3 und
4 den Effekt erfindungsgemäßer Mischungen, wobei jeweils mit den Versuchen 2d, e,
1 und 3c und d weitere Vergleiche eingebaut sind, bei denen die Grenze der OH-Molalität
von 2 unterschritten wird. Dies verdeutlicht in besonderer Weise die Bedeutung dieses
Grenzwertes für die vorliegende Erfindung.
[0026] Den Prüfdaten in den Tabellen 1 bis 4 liegen Verfärbungen zugrunde, die mit handelsüblichem
Colorentwickler der Firma Kodak erhalten wurden. Andere Entwickler ergaben andere
Werte für die Verfärbung, zeigten aber die gleiche Tendenz und bestätigten, daß die
OH-Molalität von zwei vorzugsweise nicht unterschritten werden sollte.
[0027] Ein geringer Einfluß der zur Aushärtung verwendeten Energiedosis wurde ebenfalls
festgestellt. Aber auch dadurch wird die grundsätzliche Tendenz nicht verändert und
der Grenzwert von 2 ist bei Dosisleistungen von 50 oder 60 J/g ebenso gültig wie bei
40 J/g. Natürlich muß der Überzug optimal gehärtet sein.
Beispiel 1 (Vergleichsbeispiele)
[0028] Verschiedene Muster eines beidseitig mit Polyäthylen beschichteten Papieres wurden
einseitig mit je ca.20 g/m
l einer bekannten strahlenhärtbaren Substanz bzw. Mischung entsprechend Tabelle 1 überzogen.
Der härtbare Überzug wurde jeweils anschließend unter Stickstoff mittels Elektron
enstrahlen mit einer Energiedosis von 40 J/g ausgehärtet.
[0029] Anschließend wurden die gehärteten überzüge mit handelsüblichem fotografischen Entwickler
für Colorpapier behandelt, gewaschen und die Proben vier Tage bei Zimmertemperatur
unter Luftzutritt gelagert. Die sich dabei einstellende Verfärbung der Schicht wurde
nach DIN 4512 als Veränderung der optischen Dichte bestimmt und ist in der letzten
Spalte der Tabelle aufgeführt.
[0030] Die Tabelle 1 umfaßt alle bislang in Beispielen beschriebenen oder in der Praxis
benutzten härtbaren Substanzen sowie beispielhaft eine Auswahl weiterer Stoffe aus
der Vielzahl untersuchter Substanzen. Die Prüfergebnisse zeigen, daß alle nach Aushärtung
die Eigenschaft haben, mit handelsüblichem Colorentwickler sichtbar anzufärben, wobei
Methacrylate sich schlechter verhalten als entsprechende Acrylate oder Allylverbindungen.
Ein anderer eindeutiger Trend ist diesen Vergleichsbeispielen nach dem Stand der Technik
nicht zu entnehmen.
[0031] Nicht in die Tabelle 1 aufgenommen wurden Versuche mit Zusätzen von Alkylacrylaten,
Alkylmethacrylaten sowie Glycidylverbindungen wie z.B. Allylglycidylether u.a.. Diese
Verbindungen zeigten in Vergleichsversuchen immer verstärkte Entwickleranfärbung,
die sowohl proportional zur Länge der Alkylgruppe als auch proportional zur eingesetzten
Menge zunimmt.

Beispiel 2
[0032] Wie im Beispiel 1 wurden Muster eines mit Polyäthylen beschichteten Papieres einseitig
mit jeweils ca.20 g/m
2 von strahlenhärtbaren Mischungen überzogen, die als kennzeichnenden Bestandteil Pentaerythritoltriacrylat
enthielten. Die Uberzüge wurden wie im Beispiel 1 gehärtet und anschließend der dort
beschriebenen Anfärbungsprüfung mit Colorentwicklerlösung unterzogen. Die relevanten
Daten sind in Tabelle 2 zusammengestellt.

Beispiel 3
[0033] Wie im Beispiel 1 wurden Muster eines mit Polyethylen beschichteten Papieres einseitig
mit jeweils 20 g/m
2 von
strahlenhä
rt
baren Mischungen überzogen, die als kennzeich-
nenden Bestandteil Hydroxiethylacrylat enthielten. Die Uberzüge wurden wie im Beispiel
1 gehärtet und anschließend der dort beschriebenen Anfärbungsprüfung mit Colorentwick-
lerlösung unterzogen. Die relevanten Daten sind in Tabelle 3 zusammengestellt.

Beispiel 4
[0034] Wie im Beispiel 1 wurden Muster eines mit Polyethylen beschichteten Papieres einseitig
mit jeweils 20 g/
m2 von
st
rahlenhärtbaren Mischungen überzogen, die verschiedene
Hy
droxiverbindungen neben anderen härtbaren Komponenten enthielten. Die Überzüge wurden
wie im Beispiel 1 gehärtet und anschließend der dort beschriebenen Anfär-
bungsprüfung mit Colorentwicklerlösung unterzogen. Die Daten sind in Tabelle 4 zusammengestellt.

1. Fotografisches Trägermaterial, das zumindest einseitig einen Überzug enthält, dessen
Binderkomponente überwiegend aus ungesättigten Verbindungen hergestellt ist und der
mittels energieliefernder Strahlung ausgehärtet worden ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Überzugsmasse vor der Härtung zumindest eine ungesättigte monomere, oligomere
oder polymere hydroxifunktionelle Substanz enthält und
die molale Konzentration der Hydroxigruppen gleich oder größer als 2 ist.
2. Fotografisches Trägermaterial gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
hydroxifunktionelle Substanz zumindest eine Hydroxigruppe enthält, die sich an einem
C-Atom in} - oder γ-Stellung zu einer Ester- oder Ethergruppe befindet.
3. Fotografisches Trägermaterial gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
hydroxifunktionelle Substanz ein Hydroxialkylester einer ungesättigten Säure oder
ein Allylester einer Hydroxisäure oder ein Hydroxialkylallylether mit jeweils mindestens
einer C=C-Doppelbindung ist.
4. Fotografisches Trägermaterial gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
hydroxifunktionelle Substanz ein Ester der Acrylsäure oder der Methacrylsäure eines
zwei- oder mehrwertigen Alkohols ist.
5. Fotografisches Trägermaterial gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
hydroxifunktionelle Substanz ein Allylether eines zwei- oder mehrwertigen Alkohols
ist.
6. Fotografisches Trägermaterial gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
hydroxifunktionelle Verbindung ein Allylester einer Hydroxisäure ist.
7. Fotografisches Trägermaterial gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Überzugsmasse vor der Härtung zumindest eine ungesättigte monomere, oligomere oder
polymere hydroxifunktionelle Substanz enthält,
die molale Konzentration der Hydroxigruppen gleich oder größer als 2,5 ist und die
hydroxifunktionelle Substanz ein Ester oder Ether ist.
8. Fotografisches Trägermaterial gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die
Hydroxigruppe sich an einem C-Atom in β- oder γ -Stellung zur Ester-oder Ethergruppe
befindet.
9. Fotografisches Trägermaterial gemäß Anspruch 1 oder 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die hydroxifunktionelle Substanz ein Derivat eines Glykols ist.
10. Fotografisches Trägermaterial gemäß Anspruch 1 oder 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die hydroxifunktionelle Substanz ein Derivat des Glycerins ist.
11. Fotografisches Trägermaterial gemäß Anspruch 1 oder 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die hydroxifunktionelle Substanz ein Derivat des Sorbitols oder des Pentaerythritols
ist.
12. Fotografisches Trägermaterial gemäß Anspruch 2 oder 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die hydroxifunktionelle Substanz eine zwei- oder mehrfach ungesättigte Substanz
ist.
13. Fotografisches Trägermaterial gemäß Anspruch 2 oder 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die hydroxifunktionelle Substanz eine einfach ungesättigte Verbindung ist und
gleichzeitig mindestens eine drei- oder mehrfach ungesättigte Verbindung enthalten
ist.
14. Fotografisches Trägermaterial gemäß Anspruch 2 oder 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die hydroxifunktionelle Substanz eine Mischung von einfach und mehrfach ungesättigten
Verbindungen ist.
15. Fotografisches Trägermaterial gemäß Anspruch 1 oder 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Uberzugsmasse Weißpigment und gegebenenfalls Farbstoff und/oder Farbpigment
enthält.
16. Fotografisches Trägermaterial gemäß Anspruch 1 oder 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Uberzugsmasse Weißpigment und gegebenenfalls Farbstoff und/oder Farbpigment
sowie optischen Aufheller enthält.