[0001] Die Erfindung betrifft eine Drehervorrichtung für Webmaschinen.
[0002] Bekannte Drehervorrichtun
g (DE-GMS 82 27 336) weisen den Nachteil auf, dass sie kompliziert und teuer sind.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Drehervorrichtung zu schaffen, die
einfach im Aufbau und billig in der Herstellung ist. Diese Aufgabe wird gemäss der
Erfindung durch die im Kennzeichen der Ansprüche 1 und 2 angegebenen Merkmale gelöst.
Die Unteransprüche betreffen jeweils vorteilhafte Weiterbildungen.
[0004] Einige Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes sind nachfolgend anhand der
Zeichnungen beschrieben. Es ist:
[0005]
Fig. 1 eine Drehervorrichtung insbesondere für Jacquardwebmaschinen gemäss der Erfindung
in Vorderansicht;
Fig. 2 der obere Teil der Drehervorrichtung in ver- grössertem Massstab;
Fig. 3a-3d die Darstellung eines Drehervorganges;
Fig. 4 ein Teil eines Gewebes mit einer Endleiste;
Fig. 5 ein Teil einer abgewandelten Vorrichtung;
Fig. 6 ein Teil einer weiteren abgewandelten Vorrichtung;
Fig. 7 der Querschnitt VII-VII in Fig. 6;
Fig. 8 eine Drehervorrichtung in doppelter Ausführung;
Fig. 9 ein Teil eines Gewebes mit einer doppelt eingebundenen Leiste;
Fig. 10 eine gegenüber Fig. 1 abgewandelte Vorrichtung;
Fig. 11,12 abgewandelte Vorrichtungen;
Fig. 13 eine Drehervorrichtung insbesondere für Schaftwebmaschinen;
Fig. 14 eine Endleiste;
Fig. 15 die Draufsicht XV-XV in Fig. 14;
Fig. 16 eine hinsichtlich Fig. 13 abgewandelte Vorrichtung;
Fig. 17 eine weitere abgewandelte Vorrichtung;
Fig. 18 ein Teil der Vorrichtung nach Fig. 17 in vergrössertem Massstab;
Fig. 19 ein Teil einer Drehervorrichtung in umgekehrter Anordnung gegenüber Fig. 17.
[0006] Nach Fig. 1 ist im Webkantenbereich an einem festen Teil 1 einer (nicht gezeichneten)
Webmaschine eine Drehervorrichtung 2 befestigt. Die Drehervorrichtung besteht aus
einem rahmenförmigen Dreherfadenführer 3 und einer darin mit einem Ende befestigten
Steherfadennadel 4. Beidseits der Nadel 4 befinden sich zwei Fadenführungsgassen 5
und 6, die durch einen Durchgang 6' miteinander verbunden sind. Ein Steherfaden 7
verläuft von einer Vorratsspule kommend durch einen an der Rückseite der Drehervorrichtung
im Fussbereich 8 angebrachten Fadenführer 9 und von dort nach oben und durch eine
Fadenöse 10 in der Nadel 4 zur Fachspitze des (nicht gezeichneten) Webfaches. Der
Steherfaden ist ein separater, die Webkette am Rande begleitender Faden, der jedoch
nicht durch eine Litze geführt ist und somit den Webfachwechsel der Kette nicht mitmacht.
Der Dreherfaden ist mit der Bezugsnummer 12 bezeichnet. Ein Dreherfaden ist ein normaler
Kettfaden der vom Kettbaum kommend durch eine Litze 13 einer (nicht gezeichneten)
Jacquardmaschine abwechselnd durch die Gassen 5 und 6 zur Webfachspitze verläuft,
wie noch erklärt werden wird. Befindet der Dreherfaden sich in der Gasse 6, ist er
mit 12' bezeichnet. Der Dreherfadenführer 3 ist mit einer Weiche 15 versehen, die
um einen Stift 16 zwischen zwei Anschlägen 17 und 18 frei drehbar ist. Die Weiche
15 ist mit einer Kerbe 19 versehen, die die Gasse 5 überbrückt. Die Steherfadennadel
4 verjüngt sich zu einer Spitze 4' , so dass sich zwischen der Spitze und der Weiche
15 ein Raum 20 befindet.
[0007] Die Vorrichtung arbeitet wie folgt:
[0008] Vor Anfang der Dreherbewegung befindet sich der Dreherfaden 12 in der linken Gasse
5 der Vorrichtung und die Weiche 15 in der gezeichneten Lage an dem Anschlag 17 anlie-gend.
Fig. 3a. Wenn der Dreherfaden 12 bei der Hochfachbewegung durch die Litze 13 angehoben
wird, bewegt er sich in der Gasse 5 aufwärts unter Anhebung der Weiche 15 (Fig. 3b)
bis diese den Anschlag 18 erreicht. Fig. 3c. Dabei wird der Dreherfaden 12 via die
Kerbe 19 und den Zwischenraum 20 über die Spitze 4' der Steherfadennadel 4 gehoben.
Nachdem ein Schussfaden 23 (Fig. 4) eingetragen worden ist wechselt das Webfach, wobei
der Dreherfaden 12 durch die Litze 13 abwärts und in die Gasse 6 gezogen wird bis
der Dreherfaden 12' die Tieffachstellung erreicht. Bei dieser Abwärtsbewegung überkreuzt
der Dreherfaden 12' den Steherfaden 7 und den soeben eingetragenen Schussfaden 23
von links nach rechts. Die Weiche 15 fällt zurück auf den Anschlag 17. Es wird jetzt
der nächste Schussfaden 24 eingetragen gefolgt von einem Webfachwechsel zur Hochfachstellung.
Die Litze 13 hebt dabei den Dreherfaden 12' durch die Gasse 6 hoch (Fig. 3d) und an
einer schrägen Innenkante 25 des Rahmens 4 entlang. Dabei unterkreuzt der Dreherfaden
12' zunächst von rechts nach links den zuletzt eingetragenen Schussfaden 24 und überkreuzt
dann den Steherfaden 7. Wenn der Dreherfaden in eine Nische 26 im Dreherfadenführer
3 angelangt ist, findet Fachwechsel zur Tieffachstellung statt, wobei die Litze 13
den Dreherfaden 12 abwärts und an einer Oberkante 27 der Weiche 15 entlang in die
Gasse 5 zieht. Jetzt ist der Schussfaden 24 zwischen dem Steherfaden 7 und dem Dreherfaden
12 eingebunden. Damit ist ein Dreherzyklus beendet und kann der nächste auf dieselbe
Weise stattfinden, so dass schlussendlich eine Endleiste 2& am Gewebe 29 entsteht.
[0009] Um ein eventuelles Zögern oder Hängebleiben der Weiche 15 zu verhindern, kann sie
mit einer Feder 30 versehen sein, wie Fig. 5 zeigt. Die Feder 30 übt ständig Druck
auf die Weiche 15 aus, so dass sie nach Auslenkung zum Durchlassen eines Dreherfadens
mit Sicherheit in ihrer Ausgangslage am Anschlag 17 zurückkehrt.
[0010] Die Fig. 6 und 7 zeigen den oberen Teil einer Drehervorrichtung, die statt einer
Weiche als Umlenkorgan für den Dreherfaden ein Speichenrad 35 besitzt. Das Speichenrad
35 ist drehbar um eine Buchse 36, die in einer Steherfadennadel 37 befestigt ist.
Die Buchse 36 dient als Fadenöse für einen Steherfaden 38. Beidseits des Speichenrades
35 sind Leitbügel 39 und 40 für einen Dreherfaden 41 angebracht, die sich jeweils
auf der Vorder- und der Rückseite eines Dreherfadenführers 42 befinden. Die Wirkungsweise
der Vorrichtung ist ähnlich wie für die Fig. 1 bis 4 beschrieben. Wenn der Dreherfaden
41 sich bei der Hochfachbewegung in der linken Gasse 43 aufwärts bewegt gerät er zwischen
zwei Speichen des Speichenrades 35 und versetzt es im Uhrzeigersinn in Drehung. Der
Dreherfaden 41 wird dabei an den Leitbügel 39 zur Mitte des Dreherfadenführers 42
gedrängt bis er die obere Stellung im Dreherfadenführer erreicht. Der Dreherfaden
befindet sich dann zwischen den beiden oberen Speichen 35' und 35". Beim folgenden
Webfachwechsel bewegt sich der Dreherfaden 41 abwärts und wird dabei durch die Schwungkraft
des Speichenrades 35 über die Spitze 37' der Steherfadennadel 37 in die rechte Gasse
44 des Dreherfadenführers 42 gelenkt und erreicht darin seine Tieffachstellung. Dabei
wird der Steherfaden 38 überkreuzt. Beim nun folgenden Webfachwechsel versetzt der
Dreherfaden das Speichenrad 35 im Gegenuhrzeigersinn in Drehung und wird vom Leitbügel
40 zur Mitte hin gedrängt und vom Speichenrad in die linke Gasse 43 gelenkt.
[0011] Bei den beschriebenen Drehervorrichtungen bleibt das Ende eines jeden zweiten Schussfadens
frei, d.h. es wird nicht eingebunden vom Dreherfaden. In Fig. 4 ist ersichtlich, dass
ein Ende 23' des Schussfadens 23 nicht eingebunden ist, wohl ein Ende 24' des Schussfadens
24, denn es befindet sich zwischen dem Steherfaden 7 und dem Dreherfaden 12.
[0012] Um zu erreichen, dass alle Schussfadenenden eingebunden werden, wird die Drehervorrichtung
doppelt ausgeführt. Fig. 8 zeigt eine Vorrichtung 45, die zwei Drehervorrichtungen
I und II aufweist. Die Drehervorrichtung I besteht aus einem Dreherfadenführer 46
mit einer Steherfadennadel 47 und einer Weiche 48. Die Drehervorrichtung II besteht
aus einem Dreherfadenführer 49 mit einer Steherfadennadel 50 und einer Weiche 51.
Beide Weichen 48 und 51 sind um einen gemeinsamen Stift 52 drehbar und in abgehobener
Lage gezeichnet. Die Weiche 48, die an der Rückseite angebracht ist, bewegt sich zwischen
zwei Anschlägen 53 und 54. Die Weiche 51 ist auf der Vorderseite angebracht und bewegt
sich zwischen dem gemeinsamen Anschlag 53 und einem Anschlag 55. Die Drehervorrichtung
I führt einen Steherfaden 56, die Drehervorrichtung II einen Steherfaden 57. Vor Anfang
der Dreherbewegung befindet sich in einer linken Gasse 58 der Vorrichtung I ein Dreherfaden
59, in der linken Gasse 60 der Vorrichtung II ein Dreherfaden 61.
[0013] Die Vorrichtung arbeitet wie folgt:
Jede der Drehervorrichtungen I und II arbeitet auf die selbe Weise wie für die Drehervorrichtung
nach den Fig. 1 bis 4 gezeigt und beschrieben. Die Drehervorrichtung I bewirkt das
Ueberkreuzen des Steherfadens 56 und eines Schussfadens 62 (Fig. 9) von links nach
rechts durch den Dreherfaden 59. Gleichzeitig bewirkt die Drehervorrichtung II das
Ueberkreuzen des Steherfadens 57 und das Unterkreuzen des Schussfadens 62 ebenfalls
von links nach rechts durch den Dreherfaden 61. Anschliessend unterkreuzt der Dreherfaden 59' der Drehervorrichtung I von rechts nach links einen Schussfaden 64
und überkreuzt den Steherfaden 56, während der Dreherfaden 61' der Drehervorrichtung
II von rechts nach links den Schussfaden 64 und den Steherfaden 57 überkreuzt. Dies
entspricht einem halben Dreherzyklus. Es folgt anschliessend der entgegengesetzte
Vorgang bis zum Abschluss des ganzen Dreherzyklus. Durch die gegenläufige Bewegung
der Dreherfäden 59 und 61 dieser Vorrichtung I und II ist jedes Schussfadenende eingebunden,
denn jedes Ende befindet sich zwischen einem Steher-Dreherfadenpaar.
[0014] Statt doppelt, kann die Vorrichtung mehrfach ausgeführt sein.
[0015] Fig. 10 zeigt den oberen Teil einer Drehervorrichtung, die mit zwei Weichen 65 und
66 versehen ist. Die Weiche 65 befindet sich auf der Rückseite, Weiche 66 auf der
Vorderseite der Vorrichtung. Die Weichen 65 und 66 haben dieselbe Aufgabe wie die
Weiche 15 in Fig. 1. Die Vorrichtung ist bei einer Dreherbewegung von rechts nach
links des Dreherfadens 67' gezeigt. Der Dreherfaden 67' gelangt zunächst in die Kerbe
66' der Weiche 66. Dabei wird diese angehoben bis sie an einem Anschlag 68 anstösst.
Daraufhin gleitet der Dreherfaden 67' über eine Spitze 69' einer Stehernadel 69 nach
links. Bei seiner Abwärtsbewegung gelangt der Dreherfaden 67 durch den Raum zwischen
der Weiche 65 und der Nadelspitze 69' in eine linke Gasse 70. Der Dreherzyklus ist
damit beendet.
[0016] Fig. 11 zeigt eine Vorrichtung, wobei die Weichen durch Drahtfedern 75 und 76 gebildet
sind, die eine Kontur gemäss der der Weiche 65 und 66 der Fig. 10 aufweisen. Die Drahtfedern
sind je auf einem feststehenden Zapfen 77 bzw. 78 auf der Vorderseite bzw. auf der
Rückseite der Vorrichtung befestigt. Die Wirkungsweise der Drahtfedern stimmt mit
der der vorher beschriebenen Weichen überein. Der Vorteil der Verwendung einer solchen
Drahtfeder als Weiche liegt darin, dass sie, sobald sie von einem Dreherfaden 79 nach
oben gedrückt wird die Bewegung des in einer Kerbe 75' liegenden Dreherfadens über
die Spitze der Steherfadennadel begünstigt indem die Kerbe eine dem Schwenkradius
überlagerte Translationsbewegung vollführt.
[0017] Fig. 12 zeigt eine Drehervorrichtung 81, wobei der Wechsel eines Dreherfadens 82
bzw. 82' von der einen zur anderen Seite in einem Fussbereich 83 der Vorrichtung stattfindet.
Dazu sind dort zwei Drahtfederweichen 84 und 85, eine vorne, eine hinten, angebracht.
Die Wirkungsweise stimmt mit der Fig. 11 völlig überein.
[0018] Die vorgehend beschriebenen Drehervorrichtungen werden, vorteilhafterweise jedoch
nicht ausschliesslich, bei Jacquard-Webmaschinen verwendet, insbesondere weil dort
bisher keine Möglichkeit zur Anwendung handelsüblicher Vorrichtungen bestand. Die
nachfolgend beschriebenen Drehervorrichtungen betreffen insbesondere solche für Webmaschinen,
wobei der Webfachwechsel mittels Webschäften stattfindet.
[0019] Nach Fig. 13 besteht eine Drehervorrichtung 90 aus einer an einem Webschaft 91 der
Webmaschine befestigten Steherfadennadel 92 und einem an der Webmaschine stationär
befestigten Dreherfadenführer 93. Die Steherfadennadel 92 besitzt am oberen Ende einen
Fadenführer 94 und am unteren Ende eine Fadenöse 95. Der Dreherfadenführer 93 weist
eine zentrale Gasse 96 und zwei Seitengassen 97 und 98 auf. Die Seitengassen 97 und
98 sind durch einen Durchbruch 99 miteinander verbunden. Auf der Seite der rechten
Gasse 98 ist eine Weiche 100 angebracht, die von einer Feder 101 ständig aufwärts
gedrückt wird. Ein Steherfaden 105 läuft von der Vorratsspule kommend durch den Fadenführer
94, die Fadenöse 95 und die zentrale Gasse 96 nach einem Gewebe 106. Ein Dreherfaden
107 läuft von dem Kettbaum kommend durch eine Litze 108 des hinter dem vorderen Webschaft
91 liegenden (nicht gezeichneten) Webschaft und von dort durch den Dreherfadenführer
93 zum Gewebe 106. In der gezeichneten Hochfachstellung der Litze 108 befindet sich
der Dreherfaden 107 in der linken Gasse 97 des Dreherfadenführers 93; in der Tieffachstellung
befindet er sich in der rechte Gasse 98.
[0020] Die Vorrichtung arbeitet wie folgt:
Es wird ausgegangen von der in Fig. 13 gezeichneten Lage. Wenn die Litze 108 sich
zur Tieffachstellung abwärts bewegt gleitet der Dreherfaden 107 durch die Gasse 97
abwärts (in Fig. 14 in einer Endleiste 109 mit 107' angedeutet) und endet in der Lage
107' im Durchbruch 99. Gleichzeitig ist die Steherfadennadel 92 mit dem Steherfaden
105 vom Webschaft 91 aufwärts (in Fig. 14 mit 105' angedeutet) in die Hochfachstellung
bewegt worden. Der Dreherfaden 107 und der Steherfaden 105 haben einander somit gekurezt.
Der Steherfaden 105 befindet sich jetzt oben in der zentralen Gasse 96. Es wird nun
ein Schussfaden 111 eingetragen. Beim folgenden Fachwechsel der beiden Webschäfte
kreuzen der Steher- und der Dreherfaden 105 bzw. 107 sich wieder, jetzt unter Einschliessung
des Schussfadens 111. Der Dreherfaden 107 ist dabei an der Weiche 100 vorbei oben
in die Gasse 98 gelangt. Der Steherfaden 105 befindet sich
wiederum unten in der Gasse 96. In Fig. 14 ist die Bewegung des Steherfadens mit
105", die des Dreherfadens mit 107" bezeichnet. Damit ist der Schussfaden 111 eingebunden
und ein Dreherzyklus beendet. Die nach Fig. 14 erhaltene Endleiste 109 wird auch von
den nachfolgend beschriebenen Drehervorrichtungen erzeugt.
[0021] In Fig. 15, die eine Draufsicht der Endleiste 109 in Fig. 14 ist, ist ersichtlich,
dass bei dieser Drehervorrichtung der Steherfaden 105 seinen linearen Verlauf beim
Drehvorgang beibehält. Der Dreherfaden 107 jedoch wechsel nach jedem Ueberkreuzen
eines Schussfadens 111 von der einen auf die andere Seite des Steherfadens 105. Jedes
Schussfadenende wird somit eingebunden.
[0022] In Fig. 13 ist mit strichpunktierter Linie eine Steherfadennadel 92' gezeichnet,
die sich vor dem Dreherfadenführer 93 befindet. Bei dieser Anordnung erübrigt sich
die zentrale Gasse 96 in den Dreherfadenführer 93. Diese Anordnung hat den Vorteil,
dass sowohl der Dreher- als auch der Steherfaden in der gleichen Tieffachebene liegen
können.
[0023] Fig. 16 zeigt eine Drehervorrichtung 115 deren Dreherfadenführer 116 und Steherfadennadel
117 verglichen mit der Anordnung nach Fig. 13 umgekehrt angebracht sind. Die Wirkungsweise
ist dieselbe wie für Fig. 13 beschrieben. Eine solche Anordnung kann notwendig sein
im Zusammenhang mit den Platzverhältnissen auf einer Webmaschine.
[0024] Nach den Fig. 17 und 18 ist ein Dreherfadenführer 120 in einem Uebergangsbereich
121 zwischen zwei Gassen 122 und 123 mit einem Speichenrad 124 für einen Dreherfaden
125 versehen. Das Speichenrad 124 ist auf einem Mittelsteg 126 frei drehbar befestigt.
Auf der Vorderseite des Dreherfadenführers 120 ist ein Fadenleitbügel 127, auf der
Rückseite ein Fadenleitbügel 128 für den Dreherfaden 125 angebracht. Sonst ist die
Vorrichtung wie in Fig. 13 mit der strichpunktiert gezeichneten Anordnung der Steherfadennadel
92' vor dem Dreherfadenführer 93 gezeigt. Auch ist die Arbeitsweise dieselbe. Wenn
der Dreherfaden 125 in der Gasse 122 sich aus der gezeichneten Hochfachstellung in
die Tieffachstellung bewegt wird das Speichenrad 124 durch den Dreherfaden im Gegenuhrzeigersinn
in Drehung versetztz. Der Dreherfaden 125 wird dabei durch die Schwungkraft des Leitrades
124 über den Leitbügel 127 seitwärts abgedrängt bis er die untere Stellung 125' in
dem Dreherfadenführer 120 erreicht hat. Der Dreherfaden 125' befindet sich dann zwischen
den Speichen 129 und 130 rechts von der Spitze 126' des Mittelsteges 126 (Fig. 18).
Bei der unmittelbar folgenden Hochfachbewegung des Dreherfadens wird das Speichenrad
124 weiter gedreht und der Dreherfaden 125' wechselt hinüber in die Gasse 123 und
gleitet darin aufwärts in die Lage 125". Bei dem folgenden Webfachwechsel dreht der
Dreherfaden 125" das Speichenrad 124 in die entgegengesetzte Richtung und kehrt zurück
in die Gasse 122.
[0025] Die Fig. 19 zeigt den oberen Teil eines Dreherfadenführers 131, dessen Speichenrad
132 im oberen Bereich angeordnet ist. Die zugehörige Steherfadennadel, die nicht gezeichnet
ist, ist jetzt aufwärtsgerichtet wie in Fig. 16 gezeichnet, jedoch in Blickrichtung
vor dem Dreherfadenführer 130.
1. Drehervorrichtung für Webmaschinen, insbesondere für Jacquardwebmaschine, gekennzeichnet
durch einen stationär angeordneten, rahmenförmigen Dreherfadenführer (3; 42; 46, 49)
und eine im Dreherfadenführer einendig befestigte, einen Mittelsteg und zwei Dreherfadengassen
(5, 6; 43, 44) bildende Steherfadennadel (4; 37; 47, 50; 69), deren andere Ende (4',
37') sich verjüngt und dort mit dem Rahmen einen Durchgang (6') für den Dreherfaden
(12, 12'; 41; 59, 59'; 61, 61'; 67, 67"; 82, 82') von der einen zur anderen Gasse
bildet, und weiterhin durch mindestens ein vom Dreherfaden für seine Umlenkung engagiertes,
sich im Bereich des Durchgangs auf dem Dreherfadenführer befindliches Umlenkorgan
(15, 25; 35; 48, 51; 65, 66; 75, 76; 84, 85), das den Dreherfaden webfachwechselsynchron
von der einen in die andere Gasse lenkt bei gleichzeitiger Kreuzung des von der Steherfadennadel
geführten Steherfadens (7; 38; 56, 57).
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Umlcnkorganc vorhanden
sind und eines der Umlenkorgane eine Weiche (15) ist, die vom Dreherfaden (12) zwischen
zwei Endstellungen bewegbar ist, und dass das andere Umlenkorgan durch einen schrägen
Abschnitt (25) im Dreherfadenführer (3) gebildet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Weiche (15) eine
Kerbe (19) zum Einrasten des Dreherfadens (12) aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Weiche (15) mit einer
Feder (30) versehen ist, die die Weiche in Richtung Ruhelage belastet.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Weiche (15) eine
einseitig eingeklemmte Drahtfeder (65, 66; 75, 76; 84, 85) ist, deren Gestalt der
Kontur der Weiche entspricht.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die
Endstellungen der Weiche (15; 48, 51) durch Anschläge (17, 18; 53, 54, 55) auf den
Dreherfadenführer (3) gebildet sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass beide Umlenkorgane Weichen
(65, 66; 75, 76; 84, 85) sind, die vom Dreherfaden (67, 67'; 79; 82, 82') zwischen
zwei Endstellungen bewegbar sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Weichen (84, 85)
sich im Fussbereich (83) des Dreherfadenführers befinden.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Umlenkorgan ein Speichenrad
(35) ist, das auf der Steherfadennadel (37) drehbar befestigt ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Nabe des Speichenrades
(35) als Oese für den Steherfaden (38) dient.
11. Drehervorrichtung für Webmaschinen, insbesondere Schaftwebmaschinen, gekennzeichnet
durch einen stationär angeordneten Dreherfadenführer (93; 116; 120), der zwei Gassen
(97, 98; 122, 123) aufweist, die im Bereich eines Umlenkorganes (100; 124; 132) für
den Dreherfaden miteinander verbunden sind und den Dreherfaden abwechselnd webfachwechselsynchron
führen, und weiterhin durch eine mittig hinsichtlich der beiden Gassen des Dreherfadenführers
auf einem Webschaft (91) befestigte Steherfadennadel (92), deren freies Ende sich
webfachwechselmässig-antisynchron zum Dreherfaden (107; 125) bewegt.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Steherfadennadel
(92) sich bezüglich der Kettlaufrichtung hinter dem Dreherfadenführer (93) befindet
und der Steherfaden (107) durch eine zwischen den beiden Gassen (97, 98) im Dreherfadenführer
angebrachte Gasse (96) verläuft.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Steherfadennadel
(92') sich vor dem Dreherfadenführer (93) befindet.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das
Umlenkorgan eine Weiche (100) ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die
Weiche (100) sich im Fussbereich des Dreherfadenführers (93) befindet und durch eine
Feder (101) entgegen der Fallrichtung belastet ist.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das
Umlenkorgan ein Speichenrad (124; 132) ist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass sich mindestens einseitig
des Speichenrades ein Leitbügel (127, 128) für den Dreherfaden (125) befindet.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die
Vorrichtung mehrfach ausgeführt ist.