[0001] Die Erfindung betrifft eine Schublade od. dgl. aus Kunststoff, mit zumindest einer
zwischen-die beiden .Längsseitenwände einhängbaren Quertrennwand.
[0002] Laden und Fächer für Büromöbel, die vor allem zur Aufnahme von Karteien, Einsatzkörben,
Zwischenwänden u. dgl. geeignet sind, müssen hohen Festikeitsansprüchen genügen und
ihre Funktionstüchtigkeit soll auch bei extremen Belastungen nicht beeinträchtigt
werden. Dadurch entstehen bei Verwendung von Kunststoffen, wie modifiziertes Polystyrol,
beträchtliche Schwierigkeiten, weil die erforderliche Steifheit und Bruchfestigkeit
nicht allein durch die relativ eng begrenzte Wandstärke der Produkte erreicht werden
kann, sondern besondere konstruktive Maßnahmen verlangt, die vor allem die Durchbiegung
der Seitenwände und die Durchbiegung des Bodens verhindern sollen. Ein Durchbiegen
der Seitenwände nach innen unter einer gewissen Belastung wirkt sich nämlich nicht
nur nachteilig auf die Ladenführung aus, sondern kann auch die Handhabung der verschiedenen
Einsätze und Ausrüstungen erheblich behindern. Eine belastungsabhängige Durchbiegung
des Bodens wiederum bringt ab einem gewissen Grad sogar die Funktionsunfähigkeit der
Schublade mit sich, da.eine Lade mit durchhängendem Boden den Inhalt einer darunter
liegenden Lade streifen und beim Verschieben Teile mitnehmen oder gar klemmen kann..
Hält die Dur chbiegung unter Belastung über einen bestimmten Zeitraum an, kommt es
außerdem auf Grund des geringen Rückstellvermögens der verwendeten Kunststoffe zu
einem kalten Materialfluß, was eine Dauerverformung der Lade bedeutet.
[0003] Um diesen Schwächen zu begegnen, werden die Schubladen bisher mit Rippen und Stegen
versteift, die vor allem an den Seitenwänden vorgesehen sind. Diese Rippen und Stege
haben teilweise reine Ver- stärkun
gsfunkti
pn, übernehmen aber auch teilweise die Funktionen der Schubladenführung (AT-PS 301
787). Auch metallene Laufschienen für die Schubladenführung werden an den Längsseitenwänden
zur Verstärkung herangezogen (AT-PS 319 518) und zur Erhöhung der Festigkeit ist auch
schon eine doppelwandige Ausbildung der Seitenwände bekannt (DE-GM 81 27 807 und 79
31 270). In allen diesen bisherigen Vorschlägen geht es aber allein um die Versteifung
der Seitenwände für sich oder im Zusammenhang mit verschiedenen Schubladenführungen,
doch ergibt sich durch diese Maßnahmen praktisch keine Verbesserung der Festigkeitsprobleme
im Bodenbereich,und hier sind auch in der Dimensionierung begrenzte Bodenverrippungen
u. dgl. vollkommen unzureichend.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, diesem Mangel abzuhelfen und eine
Schublade od. dgl. der eingangs geschilderten Art zu schaffen, die mit vergleichsweise
geringem Konstruktions- und Bauaufwand auch den höchsten Ansprüchen und Anforderungen
hinsichtlich Festigkeit und Belastbarkeit gerecht wird.
[0005] Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, daß die Quertrennwand an wenigstens einer
Stelle mit dem Ladenboden zugfest verankerbar ist. Der Ladenboden wird dadurch gewissermaßen
an der Quertrennwand aufgehängt und, da die Quertrennwand ihrerseits mit den Längsseitenwänden
der Lade verbunden ist, kommt es im Bereich der Quertrennwand wenigstens an drei Stellen
zu einer gegenseitigen Fixierung von Quertrennwand einerseits und Längsseitenwänden
bzw. Boden anderseits, so daß eine außergewöhnliche Stabilität gewährleistet ist.
Kurzzeitige oder dauerhafte Deformationen sowohl des Ladenbodens als auch der Seitenwände
sind ausgeschlossen. In den meisten Fällen wird es durchaus genügen, nur eine mittige
Verankerung zwischen Quertrennwand und Ladenboden vorzusehen, doch ist es bedarfsweise
durchaus möglich, die Quertrennwand mit dem Boden an zwei oder mehreren Stellen zu
verankern.
[0006] Eine einfache und leicht zu betätigende Konstruktion ergibt sich, wenn erfindungsgemäß
zur Verankerung ein in der Quertrennwand drehbar gelagerter Tragbolzen vorgesehen
ist, der bei entsprechender Verdrehung mit einem Verriegelungsteil eine Verriegelungsöffnung
im Ladenboden hintergreift, wobei vorteilhafterweise der Tragbolzen als Verriegelungsteil
einen Hammerkopf aufweisen kann, dem ein angepaßtes Langloch als Verriegelungsöffnung
zugeordnet ist. Durch Verdrehen des Tragbolzens kommt es zu einer die gewünschte Verankerung
mit sich bringenden Verriegelung zwischen Quertrennwand und Ladenboden, und es stellen
sich auch günstige Belastungsverhältnisse ein. Da ein Drehen des Tragbolzens mit einem
Handgriff verriegelt bzw. entriegelt, kann die Quertrennwand wie bisher schnell und
ohne größere Umstände in die Schubladen eingehängt, ausgetauscht oder versetzt werden.
[0007] Sind erfindungsgemäß an der Ladenbodenunterseite im Bereich der Verriegelungsöffnung
Randstege mit Anlauf- und Stützflächen bzw. Rasten für den Verriegelungsteil vorgesehen,
können Boden und Trennwand beim Verriegeln miteinander verspannt werden, was die Festigkeit
der Verbindung erhöht. Eventuell vorgesehene Rasten verhindern dabei eine ungewollte
Entriegelung.
[0008] In einer günstigen Ausgestaltung der Erfindung ninmt die doppelwandige, nach unten
offene Quertrennwand den Tragbolzen in einer durch der Höhe nach verlaufende Versteifungsrippen
gebildeten Kammer auf, wobei für den durch eine obere Aufnahmeöffnung einführbaren
und sich mit einem Drehknopf abstützenden Tragbolzen unten in der Kammer ein Zentrierstück
eingesetzt ist. Die doppelwandige Quertrennwand besitzt nicht nur selbst hohe Festigkeitseigenschaften,
sondern bietet auch eine optisch ansprechende, nicht weiter störende und zweckmäßige
Möglichkeit der Tragbolzenlagerung, wobei der Drehknopf des Verriegelungsbolzens eine
geschickte Betätigung des Tragbolzens erlaubt. Das Zentrierstück erleichtert wiederum
das Einführen des Tragbolzens mit seinem Verriegelungsteil in die Verriegelungsöffnung
und ermöglicht auch eine unkomplizierte Wandgestaltung.
[0009] Weisen erfindungsgemäß die vorzugsweise doppelwandigen Ladenlängsseitenwände im oberen
Randbereich eine Reihe von Einhängeöffnungen zum wahlweisen Einhängen der nach unten
gerichtete Hakenteile bildenden Quertrennwand auf, welchen Einhängeöffnungen jeweils
eine der ebenfalls längsgereihten Verriegelungsöffnungen im Ladenboden zugeordnet
ist, kann die Quertrennwand in jeder möglichen Lage mit dem Boden verankert werden,
und es kommt durch die Verankerung zu keiner Beschränkung der Einhängevariationen.
[0010] Verlaufen an der Ladenbodenunterseite zwei die Verriegelungsöffnungsreihe einfassende
Längsrippen, die durch Querrippen zwischen den einzelnen Verriegelungsöffnungen miteinander
verbunden sind, ergibt sich eine zusätzliche Versteifung des Bodens selbst im Bereich
der Verriegelungsöffnungen und außerdem entstehen durch die Längs- und Querrippen
schützende Aufnahmen für die Verriegelungsteile.
[0011] In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in einem Ausführungsbeispiel schematisch
dargestellt, und zwar zeigen
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Schublade im Querschnitt und
Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie II-II der Fig. 1. Eine Kunststoffschublade 1 mit
Boden 2 und doppelwandigen Längsseitenwänden 3 weist eine ebenfalls doppelwandige
Quertrennwand 4 auf, die über Hakenteile 5 in obere Einhängeöffnungen 6 der Längsseitenwände
3 lösbar eingesetzt ist. Um Deformationen des Bodens 2 und der Längsseitenwände 3
sicher zu verhindern, sind Boden 2 und Quertrennwand 4 mittig miteinander verankert,
wozu in der Quertrennwand 4 ein Tragbolzen 7 drehbar gelagert ist, der an seinem unteren
Ende einen Hammerkopf 7a bildet. Diesem Hammerkopf 7a ist im Boden 2 ein entsprechend
geformtes Langloch 8 zugeordnet, so daß der Tragbolzen 7 mit seinem Hammerkopf 7a
in das Langloch 8 eingeführt und durch Verdrehen verriegelt werden kann. In der Verriegelungsstellung
stützt sich der Hammerkopf 7a auf Randstegen 8a des Langloches 8 ab, die durch Anlauf-
und Stützflächen 8b eine spannbare Verankerung erlauben. Die hohle, nach unten offene
Quertrennwand 4 nimmt den Tragbolzen 7 in einer durch Versteifungsrippen 4a entstehenden
Kammer 4b auf, wobei sich der Tragbolzen 7 mit einem Drehknopf 7b im Randbereich einer
oberen Aufnahmeöffnung 9 zum Hindurchstekken des Tragbolzens 7 abstützt. Ein Zentrierstück
10, das unten in der Kammer 4b sitzt, erleichtert das Einführen des Tragbolzens 7
mit seinem Hammerkopf 7a in das Langloch 8.
[0012] Ist die Quertrennwand 4 mit ihren Hakenteilen 5 in die Einhängeöffnungen 6 der Längsseitenwände
3 eingehängt und wird der Boden 2 mit der Quertrennwand 4 durch Verdrehen des Tragbolzens
7 verriegelt, ergibt sich im Bereich der Quertrennwand 4 sowohl an den beiden oberen
Rändern der Längsseitenwände 3 als auch mittig im Boden 2 eine feste Verbindung zwischen
Lade und Trennwand, die eine hohe Steifigkeit garantiert. Auch bei hohen Belastungen
sind weder an den Seitenwänden 3 noch am Boden 2 Deformationen zu befürchten und vor
allem ein Durchbiegen des Bodens 2 ist ausgeschlossen.
[0013] Um eine möglichst freie Wahl für die Plazierung der Quertrennwand 4 zu erreichen,
gibt es eine Mehrzahl von jeweils zu Längsreihen zusammengefaßten Einhängeöffnungen
6 im oberen Randbereich der Längsseitenwände 3 bzw. von Langlöchern 8 im Boden 2.
Zur Versteifung sind dabei an der Unterseite des Bodens 2 beiderseits der Langlochreihe
Längsrippen 2a vorgesehen, die jeweils zwischen den einzelnen Langlöchern 8 durch
Querrippen 2b miteinander verbunden sind, wodurch auch im Bereich jedes Langloches
8 eine Aufnahme 2c für den Hammerkopf 7a entsteht und dieser nicht in störender Weise
nach unten vorragt.
1. Schublade od.dgl.aus Kunststoff, mit zumindest eher zwischen die beiden Längsseitenwände
(3) einhängbaren Quertrennwand (4), dadurch gekennzeichnet, daß die Quertrennwand
(4) an wenigstens einer Stelle mit dem Ladenboden (2) zugfest verankerbar ist.
2. Schublade nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Verankerung ein in der
Quertrennwand (4) drehbar gelagerter Tragbolzen (7) vorgesehen ist, der bei entsprechender
Verdrehung mit einem Verriegelungsteil (7a) eine Verriegelungsöffnung (8) im Ladenboden
(2) hintergreift.
3. Schublade nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Tragbolzen (7) als Verriegelungsteil
einen Hammerkopf (8a) aufweist, dem ein angepaßtes Langloch (8) als Verriegelungsöffnung
zugeordnet ist.
4. Schublade nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß an der Ladenbodenunterseite
im Bereich der Verriegelungsöffnung (8) Randstege (8a) mit Anlauf- und Stützflächen
(8b) bzw. Rasten für den Verriegelungsteil (7a) vorgesehen sind,
5. Schublade nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die doppelwandige,
nach unten offene Quertrennwand (4) den Tragbolzen (7) in einer durch der Höhe nach
verlaufende Versteifungsrippen (4a) gebildeten Kammer (4b) aufnimmt, wobei für den
durch eine obere Aufnahmeöffnung (9) einführbaren und sich mit einem Drehknopf (7b)
abstützenden Tragbolzen (7) unten in der Kammer (4b) ein Zentrier- - stück (10) eingesetzt
ist.
6. Schublade nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die vorzugsweise
doppelwandigen Ladenlängsseitenwände (3) im oberen Randbereich eine Reihe von Einhängeöffnungen
(6) zum wahlweisen Einhängen der nach unten gerichtete Hakenteile (5) bildenden Quertrennwand
(4) aufweisen, welchen Einhängeöffnungen (6) jeweils eine der ebenfalls längsgereihten
Verriegelungsöffnungen (8) im Ladenboden (2) zugeordnet ist.
7.. Schublade nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß an der Ladenbodenunterseite
zwei die Verriegelungsöffnungsreihe einfassende Längsrippen (2a) verlaufen, die durch
Querrippen (2b) zwischen den einzelnen Verriegelungsöffnungen (8) miteinander verbunden
sind.