[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Reinigungsvorrichtung für an Abreisszylinder
angepresste Druckwalzen einer Kämmaschine, bei welcher sich zwei Druckwalzen auf mindestens
ungefähr gleicher Höhe nebeneinander und oberhalb der Abreisszylinder, an die sie
angepresst sind, befinden.
[0002] Es ist bekannt, dass bei Kämmaschinen an den Abreisszylindern und den zugehörigen
Druckwalzen Abfallteilchen, vor allem einzelne Fasern, hängen bleiben, welche weggeschafft
werden müssen. Zur Reinigung der Druckwalzen werden im allgemeinen Putzrollen oder
Putzbrettchen, welche mit einem Plüschüberzug versehen sind, verwendet. Dabei werden
die Fasern vom Plüsch erfasst und bleiben an diesem hängen. Dies bringt jedoch den
Nachteil mit sich, dass der Plüsch periodisch gereinigt werden muss. Dabei ist vor
allem nachteilig, dass dies in der Regel ungefähr alle zwei Stunden geschehen muss,
was für das Bedienungspersonal eine relativ aufwendige Arbeit bedeutet. Gemäss vorliegender
Erfindung soll dieser Nachteil vermieden werden. Diese ist dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eine zu den Druckwalzen parallele, frei rotierbare und eine glatte,
faserhaftfreie Mantelfläche besitzende Putzwalze vorgesehen ist, welche auf mindestens
einer der Druckwalzen aufliegt, wobei ihre Oberfläche und diejenige der Druckwalze
von solcher Beschaffenheit sind, dass im Betrieb der Kämmmaschine ein Rutschen der
Putzwalze auf der Druckwalze eintritt. Es zeigt sich, dass bei der erfindungsgemässen
Vorrichtung sowohl an den Druckwalzen als auch an der Putzwalze keine Fasern hängen
bleiben, d.h. dass die letztere selbstreinigend ist. Somit fällt das periodische Reinigen
der Putzrollen oder Putzbrettchen weg. Die reinigende Wirkung und die Selbstreinigung
kommen zustande, weil bei Kämmaschinen die Abreisszylinder und die Druckwalzen im
Betrieb vorwärts und rückwärts drehen, wobei das Inbewegungsetzen der Rotationsbewegungen
ruckartigen Charakter hat. Bei jedem Wechsel der Drehbewegung tritt ein Rutschen zwischen
der Druckwalze und der Putzwalze auf, weil die letztere frei rotierbar ist und wegen
ihren speziellen Eigenschaften nich augenblicklich mitgenommen wird. Dieses Rutschen
erz
~ugt eine Schab- und Abstreifwirkung. Dadurch fallen die Fasern als Einzelfasern oder
kleine Faserbüschel von den Walzen ab. Es ist ein besonderer Vorteil der Erfindung,
dass die abfallenden Fasern dabei auf das Vlies gelangen, welches sich zwischen den
nebeneinander verlaufenden Paaren von Abreisszylindern und Druckwalzen erstreckt.
Da es sich dabei um eine relativ kleine Menge von Fasern handelt, erleidet die Qualität
des Vlieses dadurch keine Einbusse. Die Erfindung sei nun anhand von Ausführungsbeispielen
und der Zeichnung ausführlich erläutert. In der letzteren ist Fig. 1 eine schematische
Darstellung einer Kämmwalze, von Abreisszylindern, Druckwalzen und einer Putzwalze,
von der Seite gesehen und Fig. 2 eine weitere Ausführungsform der Erfindung, ebenfalls
von der Seite gesehen. In beiden Figuren bezeichnen gleiche Bezugszeichen gleiche
Teile.
[0003] Die Fig. 1 zeigt eine Kämmwalze 11 mit über einen Teil ihres Umfangs angebrachten
Kämmnadeln 12. Angrenzend sind eine Unterzange 13, eine Oberzange 14 und neben dieser
noch ein Fixkamm 15 vorgesehen. Ausserdem sind zwei Abreisszylinder 16 und zwei gegen
diese angepresste Druckwalzen 17 vorhanden. Sowohl die Zylinder 16 als auch die Walzen
17 liegen parallel zueinander.
[0004] Auf den Druckwalzen 17 aufliegend ist eine um ihre Längsachse 18 frei rotierbare
Putzwalze 19 vorhanden. Sie besteht aus einem faserhaftfreien Material, d.h. aus einem
Material, an welchem die Fasern nicht haften, sondern von welchem sie leicht abfallen.
Sie besitzt eine glatte, geschliffene Mantelfläche. Die Putzwalze 19 ist an jedem
ihrer Enden durch eine Führung 20 in ihrer achsialen oder Längsrichtung fixiert. Dabei
gestatten die Führungen 20 eine freie Auf- und Abwärtsbewegung der Achsen 18 über
die Länge eines in der Führung 20 vorhandenen, vertikalen Schlitzes 21.
[0005] Zwischen den beiden je aus einem Zylinder 16 und einer Walze 17 bestehenden Paaren
und von den Zangen 13, 14 ist ein bandförmiges Vlies 22 gehalten.
[0006] Die durch die Zangen 13, 14 und den Fixkamm 15 gebildete Anordnung ist gegen die
Zylinder 16 und Walzen 17 hin und wieder in die gezeichnete Stellung zurück bewegbar.
[0007] Im Betrieb der Kämmaschine wird bei dieser Bewegung der Zangen 13, 14 das von diesen
gehaltene Vlies 22 dem in Fig. l rechten, aus einem Zylinder 16 und einer Walze 17
bestehenden Paar übergeben. Andererseits führen die Zylinder 16 und Walzen 17 während
des Kämmens im Takte der Hin- und Herbewegung der Teile 13, 14, 15 erfolgende Drehbewegungen
in beiden Drehrichtungen aus. Bei den heutigen Kämmaschinen werden bei normaler Arbeitsweise
ca. 350 Kammschläge pro Minute ausgeführt. Damit erfolgen pro Minute auch ebensoviele
Rotationsbewegungen der Zylinder 16 und damit der Walzen 17 in beiden Rotationsrichtungen.
Die Arbeitsweise der Kämmaschine bedingt daher an sich, dass die Rotationsbewegungen
der Druckwalzen 17 einen ruckartigen Charakter haben. Als Folge davon ergibt sich
für vorliegende Erfindung, dass wegen des Beharrungsvermögens der Putzwalze 19 diese
bei jeden Wechsel der Rotationsrichtung der Walzen 17 auf diesen rutscht. Dadurch
streift die Putzwalze 19 die Fasern von den Druckwalzen 17 ab. Diese fallen auf das
Vlies 22 und werden von diesem mitgenommen. Die Menge der abfallenden Fasern ist relativ
klein, so dass dadurch die Qualität des Vlieses praktisch nicht beeinträchtigt wird.
Dadurch resultiert der Vorteil, dass sich das periodische Reinigen der Putzwalze 19
erübrigt.
[0008] Gemäss der in Fig. 2 gezeigten, weiteren Ausführungsform sind wiederum zwei Abreisszylinder
16 und zwei Druckwalzen 17 vorhanden, mittels welchen ein Vlies 22 gehalten und von
rechts nach links befördert wird. Auf jedem Druckzylinder 17 liegt eine Putzwalze
19 auf. Auch diese Putzwalzen sind um ihre Achsen 18 frei rotierbar. Sie sind wiederum
durch Führungen 20 in ihrer achsialen Richtung fixiert und in Schlitzen dieser Führungen
in vertikaler Richtung frei beweglich. Eine Kämmwalze und Zangen sind in dieser Figur
nicht gezeichnet.
[0009] Im Betrieb der Anordnung nach Fig. 2 findet ebenfalls bei jeder Umkehrung der Drehbewegung
der Druckwalzen 17 ein Rutschen zwischen diesen und den Putzwalzen 15 und dadurch
ein Abstreifen der an den Druckwalzen 17 haftenden Fasern statt. Auch in diesem Beispiel
fallen diese auf das Vlies 22, wodurch die periodische Reinigung der Putzwalzen 19
nicht mehr nötig ist.
[0010] Es ist bei vorliegender Erfindung von Wichtigkeit, dass das Rutschen der Putzwalze
19 auf der Druckwalze 17 bzw. den Druckwalzen 17 in richtiger Weise vor sich geht.
Die Reibungskoeffizienten von Druck- und Putzwalzen und der Auflagedruck zwischen
diesen müssen so gewählt sein, dass bei der Umkehrung des Drehsinns der Druckwalzen
17 zwischen diesen und der Putzwalze 19 bzw. den Putzwalzen 19 ein Rutschen eintritt,
d.h. dass die letzteren mit ihrer Drehbewegung verzögert folgen, oder dass unmittelbar
bei einer Drehrichtungsänderung der Druckwalzen 17 zwischen diesen und der Putzwalze
ein Schlupf vorhanden ist. Das Rutschen lässt sich auf verschiedene Arten beeinflussen:
a) Das Gewicht der Walze bzw. ihr Auflagedruck kann entsprechend gewählt werden, z.B.
durch Wahl des Walzenmaterials oder durch Vorsehen eines Kerns von gewünschtem Gewicht
im Innern der Walze.
b) Das Material am Ort der Mantelfläche der Putzwalze kann in einer Weise gewählt
werden, dass der Reibungskoeffizient zwischen Druck- und Putzwalzen von einer Grösseist,
dass ein Rutschweg von gewünschtem Betrag eintritt. - Es hat sich als vorteilhaft
erwiesen, für die Putzwalze das gleiche Material zu verwenden, aus welchem die Druckwalzen
hergestellt sind. Allgemein empfiehlt sich als Material für die Putzwalzen, d.h. mindestens
für deren Mantelflächen, Naturkautschuk, Nitrilkautschuk oder Polyvinylchlorid weich.
c) Die Elastizität der Putzwalze ist ebenfalls von Bedeutung. Eine Härte der Putzwalze
am Ort der Mantelfläche, welche zwischen 650 und 70° Shore liegt, erwies sich als vorteilhaft.
[0011] In der Praxis hat sich eine der Fig. 1 entsprechende Anordnung bewährt, bei welcher
die Kämmaschine mit 350 Kammschlägen pro Minute arbeitete. Die Länge der Druck- und
Putzwalzen betrug 34 cm. Die Putzwalze besass einen Durchmesser von 5 cm und ihr Gewicht
war 350 g. Sowohl die Druck- als auch die Putzwalzen wiesen eine Oberfläche aus Nitrilkautschuk
auf. Zudem waren die Oberflächen der Walzen in der Weise, wie dies für Druckwalzen
für Spinnereimaschinen üblich ist, geschliffen.
1. Reinigungsvorrichtung für an Abreisszylinder angepresste Druckwalzen einer Kämmaschine,
bei welcher sich zwei Druckwalzen auf mindestens ungefähr gleicher Höhe nebeneinander
und oberhalb der Abreisszylinder, an die sie angepresst sind, befinden, dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eine zu den Druckwalzen (17) parallele, frei rotierbare und eine glatte,
faserhaftfreie Mantelfläche besitzende Putzwalze (19) vorgesehen ist, welche auf mindestens
einer der Druckwalzen (17) aufliegt, wobei ihre Oberfläche und diejenige der Druckwalze
(17) von solcher Beschaffenheit sind, dass im Betrieb der Kämmaschine ein Rutschen
der Putzwalze (19) auf der Druckwalze (17) eintritt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckwalzen (17)
zueinander parallel sind und die Putzwalze (19) auf beiden Druckwalzen (17) durch
ihr Eigengewicht aufliegt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Putzwalze (19) beidendig
durch Führungen (20) in ihrer Längsrichtung fixiert ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Betrieb der Kämmaschine
das Auftreten von Rutschwegen zwischen Druckwalze (17) und Putzwalze (19) von gewünschter
Grösse durch die Wahl des Gewichts der Putzwalze (19) erfolgt.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mantelfläche der
Putzwalze (19) aus Naturkautschuk, Nitrilkautschuk oder Polyvinylchlorid weich oder
dergleichen besteht.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass am Ort der Mantelfläche
der Putzwalze (19) eine Materialschicht vorhanden ist, deren Härte zwischen 65° und
700 Shore liegt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mantelfläche der
Putzwalze (19) und die der Druckwalze (17) aus demselben Material bestehen.
8. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass im Innern der Putzwalze
(19) ein Kern vorgesehen ist, welcher der Festsetzung des Gewichtes und damit des
Auflagedrucks der Putzwalze (19) dient.