[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren gemäss den im Oberbegriff des Patentanspruchs
1 definierten Merkmalen sowie eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.
[0002] Es ist in der Rohoelgewinnung üblich, das aus dem Boden geförderte Rohoel nach einer
evtl. Entgasung zunächst ohne irgendwelche weitere Behandlung in Vorratsbehältern
zu lagern und zur Verteilung bereit zu halten. Die Standzeiten, bspw. in Behältern
der 100 000 m3 Kategorie sind meist lang genug, dass sich, insbesondere bei extremen
klimatischen Bedingungen, beträchtliche Sedimentationen bilden können. Da Rohoel als
Naturprodukt je nach Provenienz eine stark verschiedene Zusammensetzung aufweisen
kann, sind die Häufigkeit der Sedimentbildung, die Formation und die Art der Sedimente
stark verschieden. Bei einem üblichen kreiszylindrischen Rohöltank mit einem Durchmesser
von ca 188 Metern bedeuten Sedimentationsscchichten von einigen 18 Zentimetern schon
eine spürbare Verlustmenge an darin gebundenem Rohoel und als absolute Materialmenge
ein echtes Problem für die Entsorgung. Dabei sind Sedimentationsschichten in einer
Stärke von 188 bis 158 cm durchaus nicht selten anzutreffen, insbesondere dann, wenn
man nach diversen Entnahmen ständig wieder Rohoel nachfüllt , ohne den Behälter zu
entleeren oder sich um eine mögliche Sedimentierung zu kümmern.
[0003] Die Art der Sedimentation hängt vom Rohoeltyp ab, es kann ausgeschiedener Asphalt
sein oder ausgeschiedene Paraffine, Wachse, oder irgendwelche höhermolekularen Kohlenwasserstoffe;
die Sedimentation kann auch lediglich aus einer eingedickten Fraktion aus dem Rohoel
bestehen. Letzteres bildet sich bspw. unter dem Einfluss von Wärme, die in heissen
Wüstengegenden über längere Zeit konstant hoch bleiben kann. Das Resultat ist dann
eine Art Oelschlamm, der sich zu Sedimenten verdichten kann. Dieser Oelschlamm kann
in seiner yoghurt-ähnlichen Konsistenz als Rohoelfraktion.betrachtet werden und er
besteht auch grösstenteils aus Rohoel, bzw. aus in Rohoel wiederlösbaren verdickten
Anteilen.
[0004] Primär ist dieser Oelschlamm jedoch ein unerwünschtes Material, das die Behälterkapazität
verringert, das Pumpen verstopft etc. Kurz ein Material, das als störend aus dem Tank
entfernt werden sollte. Dies geschieht bspw. in Form einer Reinigung der leergepumpten
Behälter. Mit diesem Problem setzt sich bspw. die US-PS 3'436'263 auseinander, und
benutzt wird, was naheliegend ist, ein Reinigungsmaterial, mit dem die Oelrückstände
gelöst oder gebunden entfernt werden. Die letztliche Entsorgung des Sedients geschieht
dann meist über eine Deponie des Oelschlamms-in einem dafür "geopferten" Behälter.
Eine Wiederaufbereitung des Oelschlamms wird auch heute noch nicht systematisch in
Betracht gezogen oder gar durchgeführt.
[0005] Mit der Auflösung von solchen Sedimenten befasst sich bspw. auch die FR-A 2'211'546,
gemäss der darin gegebenen Vorschrift ebenfalls chemische Fremdsubstanuzen verwendet
werden. Dies ist natürlich ein Problem für die mit der Raffinerie betrauten Fabrikationsbetriebe.
[0006] Oelraffinerien sind in der Regel zur spezifischen Aufarbeitung von Rohoel eingerichtet
und die dafür vorgesehenen Anlagen arbeiten mit Parametern, die Jeweils auf die Provenienz
des zu verarbeitenden Produkts eingestellt sind. Fremdsubstanzen, also rohoelfremde
Artefakte, die sozusagen eingeschleppt wurden, stören unter Umständen den Ablauf in
der Raffinierung empfindlich, sodass der Einsatz solcher Mittel von den Betreibern
der Raffinierien fast immer abgelehnt werden. So bleibt es meistens bei aufwendigen
Reinigungsverfahren und einer die Umwelt belastenden Entsorgung und nicht zuletzt
bei einer stetigen Verringerung der Gesamt-Lagerkapazität durch mit Oelschlamm gefüllte
Behälter, bzw. einem Neubau von Behältern.
[0007] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren anzugeben, mit dessen Hilfe das
in den Sedimenten gebundene Rohöl zurückgewonnen wird, womit eine die Umwelt belastende
Entsorgung entfällt und dass es ein Verfahren ist, welches keine das Rohöl verunreinigende
Fremdsubstanzen benötigt. Ferner ist es Aufgabe der Erfindung eine Vorrichtung zur
Durchführung dieses Verfahrens zu schaffen.
[0008] Diese Aufgabe wird durch die im kennzeichnenden Teil der Ansprüche 1 und 12 definierten
Erfindung gelöst.
[0009] Die überraschende Erkenntnis entstammt der Beobachtung, dass die sedimentierten Rückstände
bspw. in einem Rchöllagerbehälter im wesentlichen aus Rohoel bestehen und dass zum
Auflösen dieser Rückstände sich aus mehrfachen Gründen dasselbe Material zur Wieitewerflüssigung
verwenden lässt, aus welchem sich das Sediment gebildet hat. So wird beim Rohoel,
ous welchem sich die Rückstände ausgeschieden haben und sich ohnehin schon über der
Sedimentschicht befindet, dasselbe als Verflüssigungsmittel unter Druck in das Sediment
eingebracht. Die hydrodynamische Energie des eingedüsten Rohöls zerstört die bspw.
gelartige Struktur des Sediments und der affine Charakter des Materials erlaubt ein
Auflösen des freiwerdenden Rohöls zusammen mit löslichen Partikeln. Das herfahren
gemäss Erfindung erlaubt einen wirtschaftlichen Gewinn, der die Verfahrenskosten wesentlich
übersteigt. Nirgendwo in der Branche wurde diese Art von Vorgehen Jemals bekannt.
[0010] Ein zusätzlicher wesentlicher Vorteil des neuen Verfahrens besteht darin, dass für
die beteiligten Arbeitskräfte erhöhte Sicherheit geschaffen wird, da während der Verflüssigung
und damit für die Austragung der Sedimente keine direkte menschliche Intervention
nötig ist und daher auch kein Kontakt mit den gesundheitsschädlichen und feuergefährlichen
Substanzen entsteht, während bisher meistens ein direkter Abbau der Sedimente durch
menschliche Arbeitskräfte mit Hilfe Handwerkzeugen stattfinden musste.Das neue Verfahren
gewährleistet auch grösste Sicherheit gegen Brand und Explosion.
[0011] Ein weiterer Vorteil ist darin zu sehen, dass das Verfahren bei beliebigen Temperaturen
ablaufen kann. Ohne Heiz-oder Kühlmassnahmen kann es daher in erdölproduzierenden
Gebieten mit verschiedensten klimatischen Bedingungen und auch in Gebieten mit häufig
und stark schwankenden Temperaturen verwendet werden.
[0012] Das neue Verfahren ermöglicht es nun, die Behälter von volumenraubenden Sedimenten
zu befreien und damit ihre ursprüngliche Lagerkapazität zu erhalten, auch wenn sie
nicht geleert sind. Es kann bei ganz- oder teilweise gefüllten Behältern während Füll-
oder Entnahmevorgängen simultan ablaufen, ohne den Umschlagbetrieb wesentlich zu beeinträchtigen.
[0013] Das genannte Verfahren kann in irgendwelchen Rohoelbehältern im weitesten Sinne auch
zur prophylaktischen Verhinderung von Verdickung oder Sedimentation oder zur Entfernung
einer bestehenden Sedimentation eingesetzt werden, bspw. in Rohoeltankern, aber auch
in Pipelines, in denen mangels Strömungsgeschwindigkeit es zu Sedimentierungen gekommen
ist.
[0014] Die Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens besteht im wesentlichen
aus Verflüssigungslanzen mit Düsenköpfen, vorzugsweise mit rotierenden Düsenköpfen,
durch welche Rohöl unter Druck eingeführt wird. Die Lanzen werden durch vorhandene
Oeffnungen im Transport- oder Lagerbehälter eingeführt, wobei vorzugsweise eine Mehrzahl
von Lanzen in interaktivem Betrieb verwendet werden. Die Steuerung der Verflüssigungslanzen
geschieht von Hand oder ferngesteuert, ggf. mit Hilfe von Computern. Die Vorrichtung
sieht eine Rezirkulation des Rohoels vor, um das Verflüssigungsmittel optimal auszunützen.
[0015] Einzelheiten des erfindungsgemässen Verfahrens, sowie der Vorrichtung zu dessen Durchführung,
werden im folgenden an Beispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnungen ausführlich
beschrieben. Es zeigt:
Figur 1 : Einen Lagerbehälter mit einem Durchmesser von ca. 100 m, horizontal geschnitten,
mit Blick auf die Topographie der darin abgelagerten Sedimente, in schematischer Darstellung.
Figur lA: Ein anderes Sedimentrelief in einem Lagerbehälter mit einem Durchmesser
von ca. 85 m.
Figur 2 : Eine Düsenanordnung an einem Lagerbehälter, zur Zufuhr von hydrodynamischer
Energie und Verflüssigungsmittel in einen Bereich der Sedimententopographie.
Figur 3 : Die hydrodynamische Wirkung von zwei Düsen, die in verschiedenem Drehsinn
rotieren.
Figur 4 : Die ungefähre räumliche Ausbreitung eines ungestörten Flüssigkeitsstrahls
aus einem rotierenden Düsenkopf der Vorrichtung gemäss Erfindung.
Figur 5 : Ein Schaltschema einer Mehrzahl von einzelnen Verflüssigungslanzen mit Düsen,
die zu einem Wirbelsystem zusammenwirkende Einzelwirbel erzeugen.
Figur 6 : Eine erste Ausführungsform der Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen
Verfahrens, in schematischer Darstellung.
Figur 7 : Eine zweite Ausführungsform der Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen
Verfahrens, in schematischer Darstellung.
Figur 8 : Eine schematisch dargestellte dritte Ausführungsform der Vorrichtung zur
durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens, in den Fallen, wo die Lage, die Menge,
das Niveau und/oder die Beschaffenheit des Sediments, diese Ausführungsform erforderlich
macht.
Figur 9 : Eine erste Ausführungsform einer Rotationsdüse für die Vorrichtung zur Durchführung
des erfindungsge- mässen Verfahrens.
Figur 10: Eine zweite Ausführungsform einer Rotationsdüse für die Vorrichtung zur
Durchführung des erfin- dungsgemässen Verfahrens.
Figur 11: Eine dritte Ausführungsform einer Rotationsdüse für die Durchführung des
erfindungsgemässen Verfahrens.
Figur 12: Eine Ausführungsform einer Verflüssigungslanze mit einem Gelenk und einer
Mehrzahl von Rotationsdüsen und und Rückstossdüsen für den rotatorischen Antrieb der
Verflüssigungslanze.
Figur 13: Eine andere Ausführungsform einer Verflüssigungslanze mit drehbarem Arm
und dar,auf angeordneten Rotations- und Rückstossdüsen.
[0016] Die Figuren 1 und 1A zeigen Beispiele von Sedimentreliefs, wie es sich über den Boden
eines Lagerbehälters von ca. 100m und einem anderen Lagerbehälter von ca. 85m Durchmesser
erstrecken. Gemessen wurde in diesem Beispiel mittels Stechsonden an diversen mit
der Sedimenthöhe in cm bezeichneten Messpunkten. Dabei ist zu erwähnen, dass auch
andere bekannte Messmittel verwendet werden können, welche den hohen Anforderungen
an den Brand- und Explosionsschutz genügen. An der inneren Behälterperipherie sind
Mischpropeller eingezeichnet, sie haben die Aufgabe, den Tankinhalt leicht in Bewegung
zu halten und evtl. eine Sedimentation zu verhindern. Diese Mischpropeller beeinflussen
die Sedimenttopographie mit und zwar in Funktion ihrer Lage im Behälter. Die beiden
Besipiele sollen zeigen, wie Sedimentationen sich örtlich ausbilden, wenn die Mischpropeller
gleichmässig am Behälterunfang verteilt angebracht sind, oder wenn sie sich lediglich
an einer Seite befinden. In der Regel erfüllen solche Massnahmen ihren Zweck nur teilweise;
die Mischpropeller sorgen vermutlich nur für die Ausbildung der gegen das Behälterzentrum
oder gegen eine Seite der Behälterwand ansteigenden Topographie des Sediments, wie
die hier dargestellten, tatsächlich gemessenen Ausbildungen von Sedimentansammlungen.
Wie erwähnt, ist es indirekt Aufgabe der Erfindung, solch eine Sedimentansammlung
in Flüssigphase zu bringen und diese Phase gegebenenfalls noch von fremden festen
Partikeln zu trennen, um das durch Stockung und Ausfällung gebundene Rohöl zurückzugewinnen.
[0017] Wie aus den Figuren 1 und 1A hergeleitet werden kann, sind die Behälter, in denen
sich die Sedimente mit dem Rohöl befinden, das man zurückzugewinnen trachtet, im allgemeinen
vertikal angeordnete, zylindrische Tanks mit annähernd ebenen Böden. Sie sind, wie
in Figur 6 dargestellt, häufig durch sogenannte schwimmende Dächer (floating roofs)
abgedeckt, die an ihrer Unterseite Stelzen, meist durch entsprechende Offnungen im
Dach einschieb- und herausziehbar, aufweisen, durch welche ein Aufsitzen des sehr
schweren Deckels auf dem Grund und damit auf den Sedimenten verhindert wird, wenn
der Tank geleert ist. Bei ganz oder teilwewise gefülltem Tank 'schwirnnt' der Deckel
auf dem gelagerten Rohöl. Das neue Verfahren lässt sich aber auch zum Rückgewinnen
von Rohöl aus Sedimenten, die sich in Behältern mit festen Dächern <'firm roofs')
abgesetzt haben. Die ausgemessenen und in den Figuren 1 und 1A dargestellten Topographien
der am Behälterboden abgelagerten Sedimente, stellen solche noch zu diskutierende
Beispiele dar.
[0018] Die Durchführung des gesamten Vorgehens mit dem erfindungsgemässen Verfahren, teilt
sich hauptsächlich in die folgenden Arbeitsschritte auf:
1 -- Vorbereitungen zur Verhütung eines möglichen Brandes oder einer Explosion (wenn
überhaupt erforderlich)
2 -- Das Anordnen und Montieren der Vorrichtung zum Eindüsen und Absaugen vorzugsweise
unter Rezirkulation;
3 -- Die Durchführung der Verflüssigung des Sediments oder des Rohoelschlammes.
1. EVENTUELLE MASSNAHMEN ZUR EXPLOSIONSVERHOTUNG.
[0019] Es ist natürlich einleuchtend, dass im Umgang mit derart leicht brennbaren Stoffen
Sicherheitsmassnahmen, auch wenn sie sehr aufwendig sind, oberste Priorität haben.
Im Falle von Tankanlagen der beschriebenen Grössenordnung sind sogar extreme Sicherheitsmassnatmen
gegen Feuergefahr notwendig. Falls dies aus irgendwelchen Gründen notwendig oder erwünscht
ist, so wird in einem ersten Schritt der Rohoelbehälter entleert, d.h. der überstehende
Flüssiganteil wird aus dem Behälter gepumpt. Die schwimmende Abdeckung senkt sich
dabei ab, bis sie mit ihren Stelzen auf dem Behälterboden aufsteht. Am Umfang der
Abdeckung entlang wird der Spalt zwischen Abdeckung und der Behälterwand sowie alle
Oeffnungen in der Abdeckung selbst, ausser Jenen mit welchen gearbeitet wird, abgedichtet.
Diese Vorkehrung verhütet das unkontrollierte Austreten von Gasen und Rohoelnebeln
etc. während des Eindüsens in die Sedimentschicht einerseits, und verhindert das Wiedereindringen
von evtl. ausgespültem oder verdrängtem Sauerstoff andererseits. Das Abdichten geschieht
mit bekannten Mitteln, bspw. mit Plastikfolien oder mit Hilfe von aufblasbaren Hüllen,
die sich in die Oeffnungen dichtend einschmiegen. Ebenfalls eignet sich das Vorgehen,
eine Schäummasse massgerecht zuzuschneiden um damit die Oeffnungen passend zu verstopfen.
[0020] Dann kann ein gezieltes Verdrängen von brennbaren Gasen und jeglichen Sauerstoffs
innerhalb des durch die Abdichtung verschlossenen Behälterteils erfolgen, in den ein
Inertgas wie Stickstoff, Kohlendioxid etc. durch dafür vorgesehene Oeffnungen eingeleitet
wird; nach dem Ausspülen wird der Behälter unter leichtem Inertgasdruck gehalten,
um ein Eindringen von neuem Sauerstoff während des Eindüsens und Absaugens zu verhindern.
Wichtig ist, sicher zu stellen, dass die sich ständig bildenden brennbaren Gase oder
Dämpfe nicht zu explosiven Gemischen mit evtl. trotzdem eindringenden Luftsauerstoff
vermischen können.
[0021] Deshalb wird während der Durchführung des Verfahren die Sauersfoffkonzentration ständig
analytisch überwacht, um sicher zu stellen, dass auch nach der Durchführung der Sicherheitsvortehrungen
und während des Arbeitens keine explosiven Gemische bilden können. Wenn der Sauerstoffgehalt
sich einer vorgeschriebenen Sicherheitsgrenze nähert, wird sofort neues Inertgas zugeführt.
[0022] Auf diese Weise ist der Behälter gegen Entzünden durch Funken, hauptsächlich von
solchen aus statischen Entladungen geschützt.
2. ANORDNEN DER VORRICHTUNG ZUM EINDUESEN UND ABSAUGEN.
[0023] Parallel zu den Abdichtvorkehrungen und gleichzeitig aus Sicherheitsgründen wird
bspw. in die Oeffnungen einer schwimmenden Abdeckung eine Anzahl von Düsen zum Einspritzen
von Rohoel oder Fraktionen daraus in den abgedichteten Behälterteil montiert. Dazu
werden in der Abdeckung und evtl. in der Behälterwand, dies insbesondere bei "firm
roofs", schon vorhandene Oeffnungen verwendet, in welchen die Düsen eingepasst werden.
Bei motorischen Antrieben bspw. zur Steuerung der Düsen, werden aus Gründen eines
maximalen, ja extremen Brandschutzes pressluft- oder druckoelbetriebene Aggregate
verwendet. Vorzugsweise wird für die angegebene Vorrichtung das unter Druck gebrachte
Rohoel oder Fraktionen daraus, das zum Lösen des Sediments dient, zum Antrieb der
Rotationsdüsen verwendet. Düsen dieser Art für links- und/oder rechtsdrehende Bewegungen
werden an späterer Stelle beschrieben.
[0024] Das aufgeschlämmte Sediment kann dann abgesaugt werden. Dazu werden die vorhandenen
Drainagerohre des Tanks verwendet und/oder ähnlich wie bei der Montage der Düsen,
durch dafür vorgesehene Oeffnungen an Pumpen angeschlossene Drainagerohre eingeführt.
[0025] Eine höhere Effizienz wird, wie schon erwähnt, mit dem Einsatz von rotierenden Düsen
und mitflächenüberstreichenden, drehenden Düsenarmen erreicht, mit welchen der Flüssigkeitsstrahl
entweder horizontal, schräg, vertikal oder in einer Kombination davon gerichtet werden
kann. Auf diese Weise lässt sich die Wirkung der hydrodynamischen Energie auch hinter
Strömungshindernisse wie bspw, die Stelzen der Abdeckung bringen. Mit Rotationsdüsen
lässt sich über Wirbelbildung und daraus entstehenden übergeordneten Strömungen die
hydrodynamische Energie addieren und gezielt richten. Einzelne rotierende Düsen können
als Strömungsgeneratoren aufgefasst werden; die ständig mit Drucköl beaufschlagte,
sich rotierende Düse ist die Energiequelle des Wirbels, der in einer Art Fernwirkung,
eben die genannte Strömung, hydrodynamische Energie und gleichzeitig Verflüssigungsmittel
in die Sedimenttopographie überträgt. Solche Strömungsgeneratoren lassen sich, wie
weiter unten gezeigt wird, zu höheren Strömungssystemen zusammenschliessen.
[0026] Ein optimiertes Betriebsverfahren geht von dieser Idee eines gesteuerten Systems
von Fluidwirbeln aus, wie ein Beispiel von zwei entgegengesetzt laufenden Wirbeln
in Figur 3 gezeigt ist. A22 bezeichnet das Zentrum eines sich im Uhrzeigersinn drehenden
Wirbels und A33 ein solches für einen sich im Gegenuhrzeigersinn drehenden Wirbel.
Der Wirbel wird durch eine Rotationsdüse ausgelöst und von dieser energetisch unterhalten.
In diesem Wirbelsystem bildet sich eine Strömung F von rechts oben nach links unten
aus, zwischen den Wirbeln verdichten sich die Stromlinien, dort ist denn auch die
Fliessgeschwindigkeit am höchsten. Zurückgehend zu
[0027] Figur 2 zeigt diese ein frei gewähltes bspw. auf einem Netz mit den Koordinaten A11
bis A44 angelegtes Wirbel-System. Ein Teil der Schnittpunkte sind mit im Gegenuhrzeigersinn
drehenden und ein Teil mit gegenrotierenden Rotationsdüsen besetzt. Die Düsen A12,R13,A21,A31
u.s.f., also die peripheren Düsen drehen im Gegenuhrzeigersinn und erzeugen primär
den ebenfalls im Gegenuhrzeigersinn fliessenden Strom F+; die Düsen A22,A23, A32,A33
erzeugen primär den im Uhrzeigersinn drehenden Strom F-, welcher durch die peripheren
Düsen unterstützt wird. Im Zentrum M herrschen strömungsmässig eher unklare, ungeordnete
Verhältnisse, welche durch einen anschliessenden Betrieb der Düsen gemäss Figur 3
in Griff bekommen werden können. Beide Figuren zeigen lediglich das Betriebsprinzip
und sind , um die Figuren nicht zu überladen, nur teilweise ausgeführt.
[0028] Ueblicherweise sind die Stelzen am Behälterdach aus statischen Gründen ebenfalls
flächenmässig systematisch angeordnet und sie sind wie gesagt in der Regel verschiebbar
durch das Behälterdach hindurchgeführt. Befindet sich das Dach im "schwirtmenden"
Zustand, so können beliebig viele Stelzen herausgezogen und durch die Stelzenöffnung
die Verflüssigungslanzen mit den Rotationsdüsen eingeschoben werden. In diesem Fall
ist das Inertieren nicht nötig, da kein gasförmiger Sauerstoff vorhanden ist, um ein
explosives Gasgemisch zu erzeugen. Immer ist es mögl_ich, ein einfaches Wirbelsystem
gemäss Figur 3 zu erzeugen, meistens ist es aber möglich ein Wirbelsystem höherer
Ordnung, wie es teilweise in Figur 2 gezeigt ist, mit kräftigen, viel hydrodynamische
Energie enthaltenden Strömungen F- zu erzeugen. Wenn nach Ausmessung der Sedimenttopographie
die entsprechenden Schichtdicken des Sediments bekannt sind, kann durch ein gesteuertes
Wirbelsystem das die hydrodynamische Energie enthaltende Rohöl (oder Fraktionen daraus)
gezielt zur Verflüssigung des Sediments eingesetzt werden. Bei Sedimenten gemäss Figur
1,1A können bspw. mit dem Einsatz lediglich zweier Düsen (gemäss Fig. 3) die dickeren
Schichten, zum Teil von fast zwei Metern Dicke, soweit abgebaut werden, dass sie eine
mittlere Dicke annehmen. Anschliessend können Ströme gemäss Figur 2 erzeugt werden.
[0029] Es ist dabei nicht notwendig, die Düsen vor jedem Betriebsfall Jeweils an den ausgewählten
Koordinatenpunkten anzubringen bzw. einzuschieben. Vielmehr ist es sinnvoll, nach
einem "Strömungswirkungsplan" eine Mehrzahl von Rotationsdüsen optimal zu plazieren
und sie zueinander höhen- und drehsinmässig zu steuern. Vorzugsweise werden die in
Betrieb stehenden, also rotierenden Düsen durch eine über dem Sediment stehende Rohölschicht
hindurch zum Sediment abgesenkt und dann die gebildete Strömung höhen- bzw. vertikalgesteuert.
Während des Betriebes können Düsenpaare für eine Strömungsrichtungsumkehr drehsinngeändert
werden, solch eine Düsenanordnung ist in den Figuren 18 und 11 beschrieben. Mit dem
zugrunde liegenden Strömungswirkungsplan wird die Einrichtung vorteilhafterweise über
einen Computer gesteuert. Parameter, nach denen die Vorrichtung geschaltet wird, sind
bspw. Einsatzzeiten, Höhenlage, Rotationsrichtung und interdependente Paarungen von
Rotationsdüsen.
[0030] Figur 4 zeigt immer noch schematisch eine Ausführungsform einer der einzusetzenden
Rotationsdüse mit ihrem ungefähren räumlichen Wirkungsbereich. Genauere Angaben finden
sich in den Figuren 9,18 und 11. Aus sicherheitstechnischen Gründen sind die rotierenden
Düsenköpfe ölgetrieben, gegebenenfalls kann auch ein Pressgasbetrieb vorgesehen werden.
Vorzugsweise ist jedoch ein Antrieb über das oder mit dem Verflüssigungsmittel selber
zu verwenden; das in diesem Fall zu verwendende einzudüsende Rohöl wird mit üblichen
Förderpumpen auf Druck gebracht und durchgesetzt. Das gezeigte Beispiel ist eines
von einer Vielfalt von Möglichkeiten; der Düsenkopf 12 spritzt durch Oeffnungen 13
Rohöl in drei Richtungen. Die idealisierten Mantelflächen, die ein ungestört rotierende
Flüssigkeitsstrahl beschreibt sind jeweils um den Düsenkopf eingezeichnet, wobei je
nach Bauart ein Durchmesser D bis zu 18m möglich ist. Im Betriebsfall Jedoch können
lediglich noch die makroskopischen Effekte oder Auswirkungen des in Rohoel eingetauchten
Düsenkörpers beschrieben werden und dies ist ein sich allmählich ausbildender quabbeliger
Wirbel, wie dies oben beschrieben ist. Im gezeigten Fall wird noch Rohöl rotationsinvariant
axial nach unten geleitet. Hier bildet sich bestenfalls ein Düsenkegel aus, der nach
dem Aufprall auf den Behälterboden eine vermutlich trompetenförmige Ausweitung erfährt.
Die anderen beiden Kegel, bei denen Flüssigkeit schräg nach oben und schräg nach unten
geleitet wird, sind keine Düsenkegel, sondern kegelförmige Mantelflächen, die der
rotierende Flüssigkeitsstrahl beschreibt. Der Düsenkopf 19 besteht bspw. aus einem
Flüssigkeitskammern und -kanäle enthaltenden Innenkörper, der mit der Rohölzufuhr
15 fest verbunden ist, sowie einer rotierbaren und eine Mehrzahl von Düsenöffnungen
aufweisenden Kapsel 14 (Fig.4). Die Kapsel kann bspw. durch eine Pressluftturbine
angetrieben werden, wobei die zugehörige Turbine entweder für Links- oder Rechtslauf
ausgelegt ist oder ein Düsenkopf mit Links-/Rechtslaufturbine(n) ausgestattet ist.
Die Pressluftventile sind bei einem grösseren System vorzugsweise computergesteuert.
Solche CNC-Steuerungen samt Software sind für allgemeine Anwendungen mittlerweile
ausgereift, andeutungsweise ist eine solche Steuerung in Figur 5 gezeigt. Wird zur
Drehung der Düse Druck-Oel verwendet, dies kann das unter Druck stehende einzudüsende
Oel sein, so empfiehlt sich die Verwendung eines Düsenkopfes, wie er nach den Figuren
9,18 und 11 im späteren Teil dieser Patentanmeldung beschrieben ist.
3. VERFLÜSSIGUNG DES SEDIMENTS.
[0031] Die Verflüssigung geschieht erfindungsgemäss mit Hilfe der hydrodynamischen Energie
eines mit Druck in die feste Phase eingedüsten Rohoelstrahles. Die Sedimente zeigen
vielfach ein thixotropes Verhalten, sodass, wenn sie in Strömung geraten, eine rasche
Verflüssigung eintritt. Dass zur Uebertragung von Energie in die Festphase Rohoel,
möglichst derselben Provenienz benützt wird, bringt mehrfach Vorteile:
- das Risiko des Einschleppens von Verunreinigungen in das Rohoel wird erheblich verringert,
- es besteht zwischen Uebertragungs- oder Verflüssigungsmittel eine vollständige Affinität,
- aufgrund dieser Affinität wird die Festphase in höchstem Grad wieder in die herangeführte
Flüssigkeit aufgenommen.
[0032] Um jedoch mit geringeren Mengen einzusetzenden frischen Rohoels oder Fraktionen daraus
auszukommen, ist eine Rezirkulation nötig. Die mittels Drainage abgepumpte Flüssigphase
wird dabei ständig auf ihre Viskosität geprüft und solange für den Verflüssigungsprozess
in die Düsenleitungen zurückgeführt, bis die Viskosität eine vorgegebene Schwelle
erreicht. Dabei kann in die Rezirkulation ein Filter eingeschaltet sein, um "rohoelfremde"
Verunreinigungen bspw. Sand und Rostbestandteile des Behälters auszusondern. Der wiederverflüssigte
Rückstand kann onschliessend zusammen mit dem zur Verflüssigung verwendeten Rohoel
oder Fraktionen daraus in einen dafür vorgesehenen Lagerbehälter oder direkt in die
Raffinerie geleitet werden, um es der normalen Weiterverwendung als Rohoel zuzuführen.
[0033] Im folgenden wird näher auf die Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen
Verfahrens eingegangen.
[0034] Diese Vorrichtung besteht im wesentlichen aus druckmettiumbetätigten Verflüssigungslanzen,
das sind starre Oelzuführungsrohre mit aufgesetzten Düsen oder mit Hohlgelenken versehene,
mehrgliedrige Verflüssigungslanzen, sowie aus Pumpen, für die Zufuhr des frischen,
für die Verflüssigung vorgesehenen Verflüssigungsmittels wie Rohöl oder Fraktionen
daraus. Die Pumpen sorgen auch für den Aufbau des erforderlichen Betriebsdrucks und
für das Abpumpen der verflüssigten Rohölsedimente in der Drainage, zusammen mit dem
zugeführten Rohöl und schliesslich auch zur Unterhaltung der Rezirkula- tion der verflüssigten
Phase zurück zu den Düsen und gege- benenfalls zum Abführen der verflüssigten Phase
in einen anderen Behälter, in welchem sie als normales Rohöl weiterverwendet wird,
oder aber direkt in die Raffinerie zur Weiterverarbeitung.
[0035] Ferner werden vorteilhafterweise in den Rezirkulatiohsleitungen Filter eingesetzt,
um rohoelfremde, feste Verunreinigungen entfernen zu können. Die benötigten Rohrleitungen
sind mit Verzweigungen und Hähnen versehen, um den Flüssigkeitsstrom nach Bedarf umzulenken.
Vorteilhaft ist der Einsatz von Durchflussmetern, mit welchen die Ausbeuten kontrolliert
werden können. Messgeräte für die Viskositätsmessungen, für Sauerstoffmessungen und
weitere zur Analyse verwendeten Mittel werden gemäss bekanntem Vorgehen eingesetzt.
[0036] Figur 6 zeigt nun in schematischer Darstellung ein Beispiel einer Vorrichtung zur
Durchführung des erfindungsgemüssen Verfahrens in einem teilweise entleerten Rohoelbehälter
18 mit der auf seine Stelzen 4 abgesenkten sogenannten schwimmenden Abdeckung 3. Es
darf hier nicht übersehen werden, dass die Proportionen zugunsten einer guten Darstellung
völlig frei gewählt wurden. Die Abdeckung ist hier rundherum mit Abdichtmaterial 17
abgedichtet, welches mit Befestigungsmaterial 18 an der Behälterwand 6 und der Abdeckung
3 haftet. Dadurch ist die Gleitspalte 7 gegen aussen abgedichtet. Diese Abdichtung
ist nicht immer wesentlich, sie dient jedoch möglichen Sicherheitserfordernissen.
Die sich jetzt im nach aussen abgedichteten Raum 9 befindliche Sedifhentschicht, ist
als unregelmässige Ansammlung eines Rückstands eingezeichnet. Die Figuren 1 und 1A
zeigen Beispiele von gemessenen Topographien von Sedimentschichten, wie sie in grossen
Lagerbehältern vorkommt. Der Behälterboden 1 ist gegen einen Behälterauslauf 5 geneigt,
an welchen eine Leitung 22 zum Wegführen des aufgeschlämmten Sediments angeschlossen
ist.
[0037] Durch freigelassene Arbeitsöffnungen 8 sind in diesem Beispiel zwei Verflüssigungslanzen
mit drehbaren Düsen 12 in den abgeschlossenen Raum 9 abgesenkt. Gemäss dem Verfahren
wird durch diese Düsen frisches Rohoel oder wenn erforderlich Fraktionen daraus oder
rezirkulierte Lösung unter einem angepassten Druck von bspw. in der Grössenordnung
5 bis 38 bar in das Sediment eingedüst. Die Düsen können nebst ihrer Drehung noch
in Pfeilrichtung Z bewegt werden, was das Abdüsen eines ganz bestimmten Radius erlaubt.
Diese Einzel-Druckleitungen 13 sind zu einer Haupt-Druckleitung 14 zusammengeführt,
diese ist mit einem Mehrweghahn 15 verbunden. Die hier gezeigte Vorrichtung erlaubt
durch ihre Anordnung die notwendige Rezirkulation und die in Figur 3 dargestellte
Ausbildung einer kräftigen Strömung zwischen den Düsen hindurch.
[0038] Obwohl in diesem Beispiel zwei Pumpen verwendet werden, kann man im Prinzip auch
mit einer einzigen auskommen. Figur 7 zeigt diese Ausführungsform. Eine Pumpe 21 ist
über zwei Mehrweghahnen 15 und 16, es sind 3-Weghahnen, so beschaltet, dass einerseits
wenn erforderlich frisches Rohoel oder Fraktionen daraus wenn notwendig aus dem Frischoelbehälter
30 über die Leitung 32 in die Düsen geleitet werden kann oder andererseits, wie im
Bild gezeigt, eine Rezirkulation möglich ist.
[0039] Die Ausführungsorm nach Figur 6 mit zwei Pumpen erlaubt einen besseren Prozessausgleich,
in dem bspw. neues Rohoel oder Fraktionen daraus eingepumpt werden kann, ohne die
Förderung in der Drainage zu unterbrechen. So ist es möglich eine kleine Rezirkulation
direkt in die Düsen zurück auszuführen, oder um eine gewünschte Verdünnung zu erhalten
eine grosse Rezirkulation über die Leitung 26 in den Behälter 38 und von dort über
die Leitung 32 und die erste Pumpe 21 und dann in die Düsen 12 auszuführen. Die gezeichnete
Stellung der beiden Hahnen 15 und 16 zeigt die Phase des Einleitens von frischem Rohoel
oder Fraktionen daraus in den abgedichteten Behälterteil 9. Für die "kleine" Rezirkulation
wird der Hahn 15 um 188 Grad gedreht und die zweite Pumpe 28 ein- , die erste Pumpe
21 ausgeschaltet. Wird nach einer gewissen Zeit der Hahn 16 um 98 Grad im Uhrzeigersinn
gedreht, so erfolgt die Drainage in den Lagerbehälter 38, welcher Lagerbehälter auch
ein anderer sein kann. Damit hat man die Möglichkeit beliebige Arbeits-Zyklen vorzugeben;
die Steuerung der Hahnen und Pumpen, sowie auch der Düsen kann über einen Computer
erfolgen, welcher seinerseits programmgebunden Messresultate aus dem System für den
Prozess verwertet.
[0040] Solche Messresultate stammen aus Messgeräten wie bspw.aus dem in die Drainageleitungen
22 und 25 eingezeichneten Viskosimeter 24. So sind noch andere MeBstellen denkbar,
die den Prozess mit Daten speisen, welche zur Steuerung und Regelung und Kontrolle
dienen. Um bspw. solche im Strom messenden Messgeräte und die Düsen zu schützen und
auch um ganz allgemein die aufgeschlämmte Lösung von Fremdpartikeln zu reinigen, kann
ebenfalls in der Drainage ein Filter 23 vorgesehen.
[0041] Zur Kontrolle der Ausbeute können an geeigneten Stellen Durchflussmessgeräte angebracht
werden. Wird bspw. die durch die Leitung 32 entnommene frische Rohoelmenge und die
durch die Leitung 26, allerdings in einem andern Lagerbehälter rückgeführte Schlämmlösung
gemessen, so lässt sich leicht vergleichen, wie gut die Ausbeute des Verfahrens ist.
Da die Ausbeutemessungen mannigfach durchgeführt werden können, ist die Anordnung
der Durchflussgeräte nicht in den Figuren festgelegt worden.
[0042] Es gibt Fälle, in denen es aus irgendwelchen Gründen hauptsächlich auf eine möglichst
rasche Durchführung einer Reinigung eines Behälters ankommt und die Reinheit des zurückgewonnenen
Rohoels nicht so wichtig ist. In diesen Fällen kann es erlaubt sein, ein ganz bestimmtes
Additiv in vorgeschriebener Menge zur Beschleunigung des Verflüssigungsvorganges einzusetzen;
es sind dies Mittel, die die Fliessgeschwindigkeit erhöhen, die die Viskosität herabsetzen
etc. Solche Additive, meist sind es Solvents, werden durch sorgfältige Laborversuche
ermittelt und deren Konzentration im Einsatz bestimmt; sie werden dann vorteilhafterweise
dem frischen Rohoel oder Fraktionen daraus zugesetzt.
[0043] Figur 5 zeigt im Schema als Einrichtung eine Mehrzahl von zu einem gesteuerten Wirbelsystem
verschalteter' Einzeldüsen. Jeder rotier-, heb- und senkbare Düsenkopf 18 ist schematisch
mit drei Eingängen gezeichnet: ein Eingang für das zu düsende Rohöl, ein Eingang für
Druckfluid, bspw. Pressluft oder Drucköl für Linkslauf und ein Eingang für Pressluft
oder Drucköl für Rechtslauf. Die Pressluft oder das Drucköl wird über einen L/R-Verteiler
(L/R = Links/Rechts) zugeschaltet. Eine gemeinsame Liquiddruckleitung versorgt alle
Düsen, eine gemeinsame Fluiddruckleitung versorgt alle L/R-Verteiler. Die L/R-Verteiler
sind bspw. schaltbare Pneumatik oder Hydraulikblöcke, deren Steuerleitungen an eine
Multiplexschaltung angeschlossen sind. Der Multiplexer ist computergesteuert und fähig
mehrere adressierte Ausgänge simultan zu schalten. In Figur 5 sind illustrativ je
ein Wirbelpaar in verschiedenen Höhen dargestellt; die am L/R-Verteiler aktivierten
Ausgänge sind mit einem Stern bezeichnet. Eine am MUX angeschlossene n-Leitung soll
anzeigen, dass die Zahl der zu betreibenden Düsen frei wählbar ist.
[0044] Als weitere Ausführungsform zeigt Figur 8 eine Vorrichtung, wie sie bei Lagerbehältern
mit fester Abdeckung, den sogenannten firm roofs, verwendet werden kann. Ein solcher
Lagerbehälter 88 hat in der Regel an seinem Umfang eine Anzahl Mannlocheinstiege 81
verteilt, von denen eines in der Zeichnung dargestellt ist. Wie bei Lagerbehältern
mit fester Abdeckung in der Regel vorgegangen wird, wird weiter unten im Zsammenhang
mit den Figuren 12 und 13 eingehend diskutiert. Jedoch ist ein Spezialfall gesondert
zu betrachten. Es kann nun vorkommen, dass durch die Dicke der Sedimentschicht, also
Höhe des Sediments, eine solche Oeffnung völlig verdeckt wird und das beabsichtigte
Oeffnen des Abschlusses verbietet und dass zudem auch noch Dachöffnungen entweder
nicht vorhanden oder aus irgendwelchen Gründen nicht verwendbar sind. In diesem Fall
wird an solch ein Mannloch 81 ein Sammeltank 82 dicht angefügt, welcher sich nach
sukzessivem, teilweisem Oeffnen des Mannlochdeckels mit Oelschlamm zu füllen beginnt.
Eine mit dem Sammeltank 82 in Verbindung stehende Förderleitung 83 mit Förderschnecke
84 fördert den in den Sammeltank einquellenden Oelschlamm in einen vorzugsweise mobilen
Verflüssigungstank 85, der hier lediglich stilisiert dargestellt ist, in welchen dann
die Verflüssigungslanzen eingeführt werden können. Der mit zugeführtem Rohöl oder
Fraktionen daraus vermischte und verflüssigte Oelschlamm wird über eine Leitung 87
weggeführt. Gemäss der Beschreibung nach den Vorrichtungen von Figur 6 oder 7 können
eine Rezirkulation über das Leitungssystem 86 erfolgen, sowie Filterung über einen
Filter 88, Viskositätsmessung mit einem Gerät 89 etc. im wegführenden Leitungssystem
87 vorgenommen werden. Mit 98 ist eine Rezirkulationsleitung bezeichnet, mit 91 und
92 Je ein 3-Weghahn, 95 udn 96 sind Pumpaggregate und die Frischölzufuhr ist mit 93
bezeichnet, die Wegfuhr,bspw. für Lagerhaltung oder zur Raffinerie mit 94. Ganz generell
gilt für diese in Figur 8 dargestellte spezielle Ausführungsform der Vorrichtung das
im Zusammenhang mit Figur 6 und 7 gesagte.
[0045] Im folgenden wird nun näher auf eine Verflüssigungslanze eingegangen. Eine einzelne
oder mehrere durch Steuerung zu einem Wirbelsystem zusammengefasster Verflüssigungslanzen
dieser Art bilden im wesentlichen das Instrument, mit welchem Rohöl oder Fraktionen
daraus als Verflüssigungsmittel und als Träger der kinetischen Energie in einen Behälter
eingedüst wird, so dass eine Verflüssigung der Oelschlamm-Sedimente erfolgen kann.
Jede Lanze wird im wesentlichen durch ein Rohrsystem und eine Düse gebildet. Das Rohrsystem
verbindet die vertikal verstellbar sein sollende Düse mit einer Zufuhrleitung, über
welche die Düse mit dem unter Druck stehenden Rohöl oder Fraktionen daraus alimentiert
wird. In der bevorzugten Ausführungsform dient die Düse zum eigentlichen Eindüsen
dieses Rohöls oder Fraktionen daraus in die Sedimente. Jeder Düsenkopf der Lanze kann
gem. Fig. 9 mit einem einzelnen oder gem. Fig 10 mit zwei alternativ benützbaren Düsenköpfen
bestückt sein.
[0046] Eine RotationsdDüse 101 gem. Fig. 9 weist einen Verteilkopf 182 auf, der drehbar
auf einem rohrartigen Verbindungsstück 183 gelagert ist; die Lagerung erfolgt beim
vorliegenden Ausführungsbeispiel mit Hilfe von Kugellagern 184, es können aber auch
andere Lager, wie Wälzlager oder Gleitlager etc. vorgesehen sein. Zwei Sicherungselemente
185, beispielsweise Segerringe, halten die beiden gegeneinander verdrehbaren Teile
in axialer Richtung zusammen. Das Verbindungsstück 183 seinerseits ist, beispielsweise
durch ein Gewinde, fest an dem nicht dargestellten Eintrittsende des Rohrsystems angebracht.
Der Verteilkopf 182 weist einen zentralen Hohlraum 106 auf, in welchen mehrere Bohrungen
107 münden, deren Axen in verschiedenen Raumrichtungen weisen. In jede Bohrung 187
ist eine über den Verteilkopf 182 hinausragende und die eigentliche Düsenmündung bildende
Hülse 188 eingesetzt; diese einem starken Verschleiss unterliegenden Hülsen sind in
einfacher Weise, beispielsweise mit Hilfe einer Schraubenverbindung lösbar und damit
austauschbar. Wesentlich für die Funktion dieser Düse ist es, dass die Axen der Bohrungen
186 nicht radial oder axial mit bezug auf den Verteilkopf 182 gerichtet sind, sondern
dass mindestens eine Bohrungsachse eine tangentiale Komponente für den rotatorischen
Antrieb aufweist.
[0047] Das Rohöl oder Fraktionen daraus wird von der Pumpe in das Rohrsystem der Verflüssigungslanze
gefördert und gelangt durch das rohrartige Verbindungsstück 183 in den Hohlraum 186
des Verteilkopfes 102, und tritt von dort durch die Bohrungen 187 in den Behälter
aus. Da die Bohrungen so gerichtet sind, dass das Oel mindestens eine tangentiale
Geschwindigkeitskomponente aufweist, wird die Düse durch die Reaktion in Drehung versetzt.
Damit wird, wie schon weiter oben erwähnt, erreicht, dass die in einem Lagerbehälter
eingedüsten Oelströme praktisch jede Stelle, auch durch 3ehältereinbauten schwierig
erreichbare, bespülen.
[0048] Die Fig. 18 und Fig. 11 zeigen Düsenköpfe mit zwei übereinandergesetzten Rotationsdüsen
118 und 111, die in etwa gleicher Weise wie bei Fig.9 an einem Verbindungsstück 112
Lefestigt sind, wobei dieses Verbindungsstück axial länger ausgebildet ist und durch
die Düsenköpfe hindurchragt. Die Oüsenköpfe weisen ebenfalls je einen ringförmigen
Hohlraum 113 auf, in welchen Austrittsbohrungen 114 mit Düsenhülsen 115 münden. Diese
Bohrungen 114 sind so gerichtet, dass sie beim Ausströmen von Oel die betreffenden
Düsenköpfe in verschiedenem Drehsinn in Rotation versetzen können. Im Inneren des
Verbindungsstücks 112 und koaxial dazu ist ein bezüglich des Verbindungsstückes vertikal
verschiebbarer Steuerkolben 116 angeordnet, welcher hier eine axial gerichtete Austrittsdüse
122 aufweist. Diese axial gerichtete Oeffnung ist otationsinvariant, sie dient hier
als Zusatzmittel zur Erhöhung der hydrodynamischen Gesamtenergie.
[0049] Beim Ausführungsbeispiel gem. Fig 18 weist der Steuerkolben 116 in der Höhe der oberen
Rotationsdüse 118 eine oder ehrere radiale Oeffnungen 117 auf, die bei Verdrehung
des olbens mit den entsprechenden Oeffnungen 118 des Verbinciungsstückes fluchten
können, welche Oeffnungen 118 ihrereits in den ringförmigen Hohlraum münden. Auf der
Höhe der unteren Rotationsdüse 111 weist das Rohr 116 ebenfalls eine oder mehrere
Oeffnungen auf 119 auf, die mit entsprechenden reffnungen 128 des Verbindungsstücks
fluchten können. Das Rohr 116 lässt sich aus einer Schließstellung in eine erste DurchfluBstellung
drehen, und zwar derart, dass die Deffnungen 117 und die Oeffnungen 118 fluchten,
oder aber in eine zweite Durchflussstellung, derart dass die Oeffnungen 119 und 129
fluchten. Je nach einer der drei Stellungen des Rohres wird der eine oder der andere
Düsenkopf mit Druckoel beaufschlagt, so dass also dieselbe Verflüssigungslanze Oelwirbel
verschiedenen Drehsinnes erzeugen kann. Das Rohr 116 ist in diesem Falle unten offen
und das Verbindungsstück unten mit einer weiteren nach unten gerichteten Düsenmündung
121 versehen.
[0050] Eine andere Ausführungsform für die Steuerung der Rotationsrichtung zeigt die Anordnung
gemäss Fig. 11. Hier ist der Steuerkolben 138 statt um seine Achse drehbar, dieser
entlang vertikal verschiebbar; auch weist er nur in einer Höhe Oeldurchtrittsöffnungen
131 auf. Das Verbindungsstück weist seinerseits dazu fluchtende Oeffnungen 132, einerseits
in der Höhe der oberen und Oeffnungen 133 in der Höhe der unteren Rotationsdüsen auf.
Der Steuerkolben ist in diesem Falle unten geschlossen. Er lässt sich vertikal so
verschieben, dass er entweder eine Schließstellung einnimmt, in der seine Oeffnungen
131 durch das Verbindungsstück 112 abgedeckt sind, so dass kein Oel ausfliessen kann,
oder dass er eine erste Durchflussstellung einnimmt, in welcher die Oeffnungen 131
und 132 fluchten, oder dass er eine zweite Durchflussstellung einnimmt, in der die
Oeffnungen 131 und 133 fluchten. In den beiden letzten Stellungen wird jeweils eine
der Rotationsdüsen mit Oe1 versorgt, so dass die Verflüssigungslanze also ebenfalls
Wirbel verschiedenen Drehsinns erzeugen kann. Bei dieser zuletzt beschriebenen Anordnung
ist der Steuerkolben 138 sowie das Verbindungsrohr 112 unten geschlossen, weil die
nach unten gerichtete Düsenmündung entfällt.
[0051] Zur Versteliung des Steuerkolbens, können bekannte Mittel verwendet werden. In beiden
Ausführungsformen gemäss Figur 10 und Figur 11 ist eine von Hand bedienbare Schraubverstellung
angegeben. Eine fest mit dem Steuerkolben 116 oder 130 verbundene Manschette 140 ist
in eine Ringnut 143 eines Verstellrades 141 mit ringförmigem Verstellgriff 142 eingepasst.
Bei lediglicher Drehung ohne axiale Verschiebung (Fig.10) sind Manschette 149 und
Ringnut 143 fix miteinander verbunden und das Verstellrad 141 weist keine Mittel für
axial Verschiebung entlang dem Verbindungsstück 112 auf. Bei axialen Steuerverschiebung
(Fig.11) läuft die Manschette 148 frei in der Gleitnut 143 und am Verbindungsstück
112 ist bspw. ein Wendel 145 vorgesehen, entlang welchem das Verstellrad 141 entlanglaufen
kann und dabei den an der Manschette 14
1 befestigten Steuerkolben 130 in axialer Richtung mitziaht.
[0052] Figur 12 zeigt nun eine Vorrichtung gemäss Erfindung zur Verwendung in Lagerbehältern
mit fester Abdeckung mit einer Verflussigungslanze, die mit Hilfe eines Hohlgelenks
im Behältprraum teilweise quergestellt werden kann. Im gestreckten Zustand kann die
Uerflüssigungslanze 188 mit den Rotationsdüsen 181 und Rückstossdüsen 163 am Lanzenvorder-
Teil 131, der über das Hohlgelenk 162 mit dem Lanzenschaft 160 verbunden ist, leicht
durch eine meist vorhandene zentrale Oeffnung 188 im Deckel des Behälters 88' eingeschoben
werden. Utn nach dem Einführen der Lanze, den Lanzenvorderteil 161 querzustellen,
ist eine Seilzugvorrichtung vorgesehen. bei der ein Metallseil 165 an einer Befestigung
164 am anzenvordrteil 161 eingehängt ist und über eine am LanzenSchaft 160 angeordneten
Rolle 166 läuft. Das Seil 165 wird über eine Wickeltrommel 167 auf- bzw. abgspult.
Ein entsprechend stabil gebauter Tragbock 168 hält über ein Kugellager 169' den Lanzenschaft
168 und die Wickeltrammel 167 so gelagert, dass die ganze Verflüssigungslanze 100
gemäss dem Drehpfeil Z in die eine oder andere Richtung rotierbar ist. Ebenso rotierbar
gelagert über ein anderes Lager 169 ist die Oelzuführung 178. Man muss sich bei dieser
schematischen Darstellung immer im klaren sein, dass hier die eigentlichen Grössenverhditnisse
stark verzeichnet sind. Der Behälter kann einen Durchmesser von bspw. 50m aufweisen
und der Lanzenschaft jedoch lediglich von 10 bis 28cm, das ist ein Verhältnis von
5'000:(1-2). Die Länge des Lanzenschafts beträgt 16-17m und die Länge des Lanzenvorderteils
ca. 20-25m. In diesem Grössenverhältnis ist auch der Tragbock zu verstehen und vor
allen Dingen ist dieser Hinweis noch wichtig für das nachfolgend ausgesagte.
[0053] Die beiden Lager 169 sind in ähnlicher Lagertechnik ausgeführt, es sind vorzugsweise
Kugel- (169') oder Walzenlager, wie bei den Rotationsdüsen gemäss Figur 9. Das heisst,
der Lanzenschaft 168 ist relativ leicht drehbar im Tragbock 168 befestigt, derart
leicht drehbar, dass die Verflüssigungslanze durch den quergestellten Vorderteil 161
mit den in dieselbe Richtung weisenden Rückstossdüsen 163 durch das mit Druck ausströmende
Verflüssigungsmittel in Rotation versetzt wird. Das Querstellen des Lanzenvorderteils
161 zum Lanzenschaft 160 geschieht mittels dem beschriebenen Seilzug; zum Herausziehen
der Lanze, wird der Seilzug gelockert und der Lanzenvorderteil sinkt durch die Einwirkung
der Schwerkraft soweit ab, bis er linear zum Schaft steht. Das die beiden Teile verbindende
Hohlgelenk ist gemäss Stand der Technik ausgeführt.
[0054] Man sieht aus Figur 12 sogleich, dass durch die kegelförmige Düsenwirkung (siehe
Figur 4) mehrerer Rotationsdüsen 181 am 28-25m langen Lanzenvorderteil 161 und durch
das gleichzeitige Ueberstreichen der Sedimenttopographie 2 mit dem horizontal ausgeschwenkten
Lanzenvorderteil mittels Rotation um die Lanzenschaftachse, die ganze Sedimentmenge
bedüst werden kann. Es ist mit dieser Vorrichtung also möglich, 1800 bis 1988 m2 Sediment
in praktisch einem Arbeitsvorgang zu bearbeiten. Wie erwähnt, ist diese Ausführungsform
einer Verfüssigungslanze mit multipler Düsenzahl und mit der Schwenkeinrichtung für
Lagerbehälter mit festen Abdeckungen vorgesehen. Weiter erkennt man diese Ausführungsform
als eine zur vertikalen Einführung in den Behälter spezialisierte.
[0055] Eine weitere spezielle Ausführungsform der Vorrichtung zur Anwendung in Lagerbehältern
mit festen Abdeckungen zeigt Figur 13. Es ist eine zur horizontalen Einführung in
den Behälter spezialisierte. Das Einführen geschieht durch seitliche Mannlochöffnungen
51,81'. Statt eines Hohlgelenkes 162 weist diese Audführungsform einen Drehansatz
171 auf, um welchen der Lanzenvorderteil 161 rotiert werden kann, wie dies durch den
Drehpfeil Z dargestellt ist. Dieser Lanzenvorderteil 161 ist in etwa gleich ausgestattet,
wie der in Figur 12 abgebildete; eine Mehrzahl von Rotationsdüsen 181 dienen zur Verflüssigung
des Sediments, Rückstossdüsen 163 setzen durch den Impuls von ausströmendem Verflüssigungsmittel
den Lanzenvorderteil 161 in Drehbewegung. Der Lanzenvorderteil selbst ist an einem
rechtwinkligen Rohransatz am Lanzenschaft 168 drehbar gelagert, wie dies im Zusammenhang
mit Figur 12, am drehbaren Ansatz 169 der Verflüssigungsmittelzufuhr 178 erwähnt wurde.
Hier ist ebenfalls ein ähnlich ausgestalteter Drehansatz 169 mit Kugel- oder Walzenlager
169
1 zur drehbaren Lagerung des Lanzenvorderteils vorgesehen. Wegen der horizontalen Lage
ist zusätzlich noch eine Abstützung 172 nötig, welche hier nur schematisch dargestellt
ist. Eine sichere und kippfreie Abstützung der Verflüssigungslanze mit Dimensionen,
wie sie im Zusammenhang mit Figur 12 diskutiert wurden, kann als aus dem Stand der
Technik entnehmbar betrachtet werden.
[0056] Es ist bei dieser Ausführungsform sofort einsehbar, dass nicht in einem einzigen
Arbeitsvorgang die gesamte Sedimenttopographie bearbeitet werden kann. Im Bereich
der Abstützung und dahinter wird die Verflüssigungslanze keine Wirkung entfalten.
Es ist darum vorgesehen, in mehreren aufeinanderfolgenden Arbeitsgängen, die Verflüssigungslanze
durch die ebenfalls (in der Regel) in Mehrzahl vorhandenen Mannlochöffnungen einzuschieben.
So werden vorteilhafterweise Abmessungen des Lanzenvorderteils 161 verwendet, die
ungefähr einem 1/3 des Behälterdurchmessers entsprechen. Daraus folgt, dass der Lanzenschaft
ungefähr 2/3 desselben ausmacht. In Dimensionswerten ausgedrückt, ergibt dies ca.
15-28m für den Lanzenvorderteil 161 und ca. 36-48m für den Lanzenschaft 168. Es sind
ungefähr die inversen Proportionen zur Ausführungsform für die vertikale Einführung.
[0057] Die Anzahl der am Lanzenvorderteil 161 angeordneten Rotationsdüsen 181, bemisst sich
am Wirkungsdurchmesser der Düse selber (siehe auch Figur 4). In der Regel reichen
5 Düsen, die in gleichmässigem Abstand angeordnet sind. in die Zwischenräume werden
die Rückstossdüsen 163 gesetzt, von denen in der Regel deren 4 ausreichen.
[0058] Es ist natürlich klar, dass auch in den Ausführungsformen gemäss Figur 12 und 13
Drainagen vorgesehen sind. Dieser Sachverhalt wurde jedoch schon so ausgiebig behandelt,
dass er hier stillschweigend vorausgesetzt und zur Entlastung der Darstellung wegelassen
wird.
1. Verfahren zur Rückgewinnung von in Rückständen gebundenem Rohöl oder daraus gewonnenen
Raffinerieprodukten, welche Rückstände im wesentlichen aus schlammig verdicktem und
sedimentiertem Rohoel oder aus von Rohöl gewonnenen Raffinerieprodukten bestehen und
in Lager- oder Transportbehältern zu einem mehr oder weniger kompakten Bodensatz sedimentieren,
dadurch gekennzeichnet, dass die oel- oder andere raffineriepraduktehaltigen Rückstände
mittels hydrodynamischer Energie von unter Druck in die überstehende Flüssigkeitsphase
oder direkt in die Rückstände bzw. Sediment eingedüsten, chemisch vorwiegend affinen
Verflüssigungsmitteln wie Rohoel oder Fraktionen daraus in die Flüssigphase zurücksuspendiert
oder - gelöst werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die hydrodynamische Energie
durch Wirbelbildung von überstehendem und/oder eingedüstem Rohoel oder Fraktionen
daraus in das Rohoelsediment weiterverteilt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass durch mindestens zwei als
wirbelsustem zusammenwirkende Einzelwirbel die hydrodynamische Energie zu einer gezielten
Strömung addiert wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass durch eine Mehrzahl von
in der Drehrichtung aufeinander abgestimmte Einzelwirbel hydrodynamische Energie zu
übergeordneten, gesteuerten und auf das Sedimentrelief lockernd, suspendierend, lösend
wirkenden Strömungen addiert wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das die
hydrodynamische Energie übertragende Fluid mittels schwenk- und/oder drehbaren Düsen
eingedüst und die in die Flüssigphase zurücksuspendierten oder - gelösten Rückstände
mittels Drainage abgesaugt werden.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens Teile der durch
die Drainage entnommene Flüssigphase zu neuerlichem Eindüsen verwendet werden.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die durch Drainage entnommene
Flüssigphase auf ihren Viskositätsgrad überprüft und solange zum Eindüsen rückgeführt
wird, bis ein vorbestimmter Viskositätsschwellwert erreicht wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die durch
die Drainage entnommene Flüssigphase filtriert wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der den
zu verflüssigenden Rückstand beinhaltende Behälterteil abgedichtet wird.
18. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass rohoelhaltige Rückstände
aus dem Sediment im Lager- oder Transportbehälter in einen Bearbeitungsbehälter überführt
werden und in diesem mittels hydrodynamischer Energie aus unter Druck in die rohoelhaltige
Masse eingeführtem Rohoel oder Fraktionen daraus verflüssigt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass Sedimentmasse aus dem
Lager- und oder Transportbehälter durch kontinuierliche Schneckenförderung in den
Bearbeitungsbehälter überführt wird.
12. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch
mindestens eine in einen Behälterraum (9) mit zu lockerndem Sediment oder Sedimentmaterial
einschiebbare Verflüssigungslanze (13) mit mindestens einer daran angeordneten Düse
(12) und mit zu der Düse oder den Düsen führenden Leitung/en zum Durch- pumpen von
chemisch affinen Verflüssigungsmitteln
13. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch folgende Anordnung:
- mindestens eine in den Behälterraum (9) mit Bodensediment hineinragende, auf einer
Verflüssigungslanze (13) angeordnete Düse (12), daran angeschlossen eine erste Pumpe
(21) zum Einpumpen von ggf. frischem Rohoel oder Fraktionen daraus;
-mindestens ein Umlenkhahn hinter der ersten Pumpe mit dem Zweck, die aufgeschlämmte
Sedimentlösung aus dem Behälterraum (9) in einen Vorratsbehälter (30) zu pumpen.
14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die genannte
Düse (12) wirbelerzeugend ausgebildet ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine weitere
wirbelerzeugende Düse (A33) vorgesehen ist, welche so angeordnet ist, dass sie zusammen
mit der ersten Düse (A22) ein die hydrokinetische Energie zu einem gezielten Strom
(F) addierendes Wirbel- system bildet (Figur 3).
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, gekennzeichnet durch eine Mehrzahl zu einem Wirbelsystem
vertikal oder horizontal angeordneten wirbelbildenden Düsen (Al1...A44), welche in
einem gegenseitigen interaktiven Abstand über den Lagerbehälterquerschnitt verteilt
sind, zur Erzielung gerichteter, übergeordneter Flüssigkeitsströmungen (F+,F-,Fig.2).
17. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, gekennzeichnet durch eine zweite Pumpe (20)
und einen nachgeschalteten Umlenkhahn (16) für ein mit dem Einspritzvorgang simultanes
Abpumpen der aufgeschlämmten Sedimentlösung aus dem abgedichteten Behälterraum (9),
entweder zur Rezirkulation oder zur Ueberführung in einen Vorratsbehälter.
18. Vorrichtung nach Anspruch 17, gekennzeichnet durch die Zwischenschaltung eines
Filters (23) zwischen Behälterauslauf (5) und zweite Pumpe (28).
19. Vorrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass vor oder nach dem Filter
(23) ein Viskositätsmessgerät (24) geschaltet ist.
28. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 und 17, gekennzeichnet durch folgende
Anordnung (Fig.6):
- eine Mehrzahl von in den Behälterraum (9) hineinragende schwenkbare Düsen (12) an
einzelnen Zuleitungen (13), zusammenlaufend in eine Hauptzuleitung (14);
- daran angeschlossen ein erster Mehrweghahn (15), dessen einer der übrigbleibenden
Anschlüsse auf den Ausgang einer ersten Pumpe (21) führt und ein anderer Anschluss
auf den Anschluss eines zweiten Mehrweghahns (16);
- an einen übrigbleibenden Anschluss des zweiten Mehrweghahns (16) ist der Ausgang
einer zweiten Pumpe (28) und an einen andern eine Oelrückführleitung zu einem Vorratsbehälter
angeschlossen;
-der Eingang der ersten Pumpe (21) ist an einem Frischoelbehälter (30) angeschlossen;
- der Eingang der zweiten Pumpe ist an den Behälterauslauf (5) zum abgedichteten Behälterraum
(9) angeschlossen;
- zwischen Eingang der zweiten Pumpe (28) und Behälterauslauf (5) sind ein Filter
(23) und ein Viskositätsmessgerät (24) angeordnet.
21. Vorrichtung nach Anspruch 28, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich je ein Durchflussmesser
in der Leitung (32) für die Frischoelzufuhr und in der Leitung (22) zum Absaugen der
Sedimentaufschiämmung bzw. in der Oelrückführleitung (26) zur Rückführung der Sedimentaufschldmmung
in den Vorratsbehälter (30) angeordnet ist.
22. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, gekennzeichnet durch eine Steuereinrichtung
(Fig.5) zum Steuern der Lage sowie der Rotation jeder heb-, senk- und rotierbar ausgebildeten
Düse (Fig.4).
23. Vorrichtung nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung
einen Computer (uP) aufweist.
24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass die
Düse mindestens einen Düsenkopf mit in verschiedene Raumrichtungen zeigenden Austrittsöffnungen
für das Fluid enthält.
25. Vorrichtung nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, dess die Düse zwei übereinander
angeordnete und zur Rotation in entgegengesetztem Sinn ausgebildete Düsenköpfe mit
einer gemeinsamen Zuleitung für das Fluid aufweist, die mit Jeweils einem Düsenkopf
verbindbar ist.
26. Vorrichtung nach Anspruch 12 bis 25, gekennzeichnet durch eine Düseneinrichtung
(101), welche um eine Achse (A) drehbar ist und mehrere in verschiedene Raumrichtungen
weisende Düsenmündungen (188) aufweist, von welchen mindestens eine vom Radius so
weggeneigt ist, dass sie eine Tangentialkomponente aufweist.
27. Vorrichtung nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, dass die Düseneinrichtung
(181) ein hohlzapfenartiges Verbindungsstück (183) zum Anschluss an ein Zuführungs-und
Lanzenrohr (183) versehen ist und einen damit drehbar verbundenen Verteilkopf (182)
aufweist, mit einem Hohlraum (186), aus welchem Oeffnungen (186) für die Düsenmündungen
(188) ins Äussere führen.
28. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 27 oder 28, gekennzeichnet durch zwei Düsenköpfe
(118,111), deren Düsenmündungen (115) so angeordnet sind, dass ihre Tangentialkomponenten
gegensinnig gerichtet sind und durch eine Umsteuervorrichtung (116,117,118,119,128,138,131,-132,133
und 148 bis 145) zur alternativen Zuleitung von Antriebsmedien auf die Düsenmündungen
(115).
29. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 28, gekennzeichnet durch eine Verflüssigungslanze
(198) mit einem Lanzenschaft (168) und einem zu diesem bewegbaren Lanzenvorderteil
(161) mit einer Mehrzahl von Rotationsdüsen (163) zum Ausdüsen des Verflüssigungsmittels.
38. Vorrichtung nach Anspruch 29, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel (169,169') zur
Rotation der Verflüssigungslanze (188) oder des Lanzenvorderteils (161) vorgesehen
sind.
31. Vorrichtung nach Anspruch 38, dadurch gekennzeichnet, dass an.der Verflüssigungslanze
(188) Rotations-Antriebsmittel (163) angeordnet sind, mit welchen die rotierbaren
Teile der Verflüssigungslanze (100) antreibbar sind.
32. Vorrichtung nach Anspruch 31, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsmittel
(163) mit dem Verflüssigungsmittel betätigbare Rückstossdüsen sind, welche am Lnnzenvorderteil
(161) angeordnet sind.