[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine transportable Gebäudeeinheit mit einer festen
und wenigstens einer um eine Hori- zontalac.hseschwenkbaren Raumzelle und mit einer
Dachfläche, die abhebbar an der schwenkbaren Raumzelle befestigt ist.
[0002] Zum Aufstellen von mobilen Gebäuden für Klinikzwecke, als Werkstätten und Lager oder
zur Unterbringung von Personal in besonderen Einsatzgebieten oder auch für Schulungs-
und Ausbildungszwecke und dergleichen ist es bekannt, auf einem Fahrgestell ruhende,
ineinandergefaltete Raumzellen zu benutzen, die im Einsatzgebiet auseinandergeschwenkt
werden können. Das Aufstellen der aus einer festen und beispielsweise zwei seitlichen
Raumzellen bestehenden Gebäudeeinheit geschieht dabei über einen zur Gebäudeeinheit
gehörenden Energieerzeuger, beispielsweise ein Diesel-Generator-Aggregat.
[0003] Bei einer vorbekannten Ausführung werden zwei bewegliche Raumzellen ausgeschwenkt
und auf dem Boden abgestützt. Während des Transports sind die Dachflächen der schwenkbaren
Raumzellen an deren vertikalen Längsseiten befestigt. Deshalb müssen die Dachflächen
gelöst und mit Hilfe einer Krananordnung angehoben und auf die Oberseiten der zunächst
oben offenen Raumzellen gelegt werden. Bereits mittlere Windstärken führen durch die
Größe der Dachflächen zur Unterbrechung der Montagearbeiten. Die dadurch verursachten
Verzögerungen beim Aufstellen der Gebäudeeinheit können sich über Tage hinziehen.
Die Aufstellarbeiten sind ohnehin nur mit Hilfe einer gut eingespielten Gruppe von
wenigstens drei Fachleuten durchführbar. Fachkräfte stehen jedoch häufig in Einsatzgebieter
für transportable Gebäude der eingangs genannten Art nicht zur Verfügung.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine transportable Gebäudeeinheit der einleitend
genannten Art so auszubilden, daß das Aufstellen unabhängig vom Einsatz mehrerer Fachkräfte
und unabhängig von den Witterungsbedingungen rasch durchführbar ist. Die Erfindung
als Lösung dieser Aufgabe zeichnet sich aadurch aus, daß die Dachfläche während des
Schwenkvorgangs einer Raumzelle von dieser abhebbar und abhängig von der Bewegung
der Raumzelle zwangsgeführt bis in eine horizontale Endlage oberhalb der fest stehenden
Raumzelle bewegbar ist. Die Zwangsbewegung der Dachfläche in Abhängigkeit von der
Schwenkbewegung der Raumzelle wird vorzugsweise dadurch erreicht, daß die Dachfläche
an ihren beiden in Bewegungsrichtung weisenden Stirnseiten über jeweils zwei Schwenkarme
mit der Raumzelle und zusätzlich über einen Führungs- und Verbindungsstab mit einem
von der schwenkbaren Raumzelle unabhängigen Stützlager verbunden ist. Weitere, den
Erfindungsgegenstand in vorteilhafter Weise gestaltende Merkmale sind den Unteransprüchen
entnehmbar.
[0005] Beim Aufstellen der erfindungsgemäß gestalteten Gebäudeeinheit sind Kranvorrichtungen
völlig entbehrlich. Zur Durchführung der Aufstellungsarbeiten genügt eine Hilfskraft,
beispielsweise der Fahrer des Transportzugs. Er hat lediglich das Antriebsaggregat
durch Einschalten des Betriebsschalters in Gang zu setzen. Seilzüge, die bekanntlich
nicht dehnungsfrei sind, entfallen. Die Dachfläche behält während des Aufstellvorgangs
im wesentichen seine horizontale Lage bei. Sie bietet somit auch starken Windkräften
kaum eine Angriffsfläche. Labile Gleichgewichtszustände, wie sie bei einem Anheben
und Auflegen der Dachfläche mit Hilfe von Kranelementen stets vorhanden sind, können
völlig vermieden werden. Der Aufstellvorgang ist in ca. 10 Minuten beendet. Die Einsatzbereitschaft
und Einsatzvielfalt ist dadurch wesentlich größer als bei den bisher bekannten Ausführungen.
[0006] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung rein schematisch dargestellt
und nachstehend erläutert.
[0007] Es zeigen:
Fig. 1 die Seitenansicht einer aufgestellten Gebäudeeinheit,
Fig. 2 die hintere Stirnansicht der Gebäudeeinheit gemäß Figur 1,
Fig. 3 die Seitenansicht einer zusammengefalteten transportbereiten Gebäudeeinheit,
Fig. 4 die Draufsicht auf die Gebäudeeinheit gemäß Figur 3,
Fig. 5 die Anordnung der Schwenk- und Führungsarme und verschiedene Schwenkpositionen
einer der schwenkbaren Raumzellen,
Fig. 6 einen Horizontalschnitt unterhalb des Daches und im Stirnbereich der einsatzbereit
aufgestellten Gebäudeeinheit ,
Fig. 7 einen Horizontalschnitt im Bereich des Hubzylinders und
Fig. 8 die Anordnung eines zweiarmigen Umlenkhebels an der festen Raumzelle zur Einleitung
der Schwenkkraft in eine schwenkbare Raumzelle.
[0008] Die transportable, auseinandergefaltete, d. h. einsatzbereit aufgestellte Gebäudeeinheit
besteht bei dem gezeigten Beispiel aus einer festen, auf einem Transportfahrzeug 1
angeordneten mittleren Raumzelle 2 und zwei seitlichen, schwenkbaren Raumzellen 3
und 4. Die seitlichen Raumzellen sind nach dem Ausschwenken an ihren Außenkanten durch
Stützfüße 6 abgestützt und mit abnehmbaren Dachflächen 7 und 8 versehen. Das Vorhandensein
von Stützfüßen 6 ist jedoch bei entsprechender Dimensionierung durch die Wirkung des
Verbindungsstabes 11 nicht notwendig.
[0009] Die Figur 2 zeigt bereits schematisch die durch den Einsatz von Schwenkarmen 9 und
10 sowie des Führungs- und Verbindungsstabes 11 unterschiedlichen Bewegungen einer
Raumzelle und der zugehörigen Dachfläche in unterbrochener Strichführung.
[0010] Am vorderen Ende der Fahrzeugplattform ist ein Antriebsaggregat 12 angeordnet, das
für die Stromversorgung der Gebäudeeinheit dient und gleichzeitig die notwendige Energie
für die Schwenkbewegungen der Raumzellen liefert.
[0011] Figur 5 zeigt den Bewegungsablauf am Beispiel der Raumzelle 3, die sich über eine
Zwischenposition 3' nach etwa 30
0 Schwenkbewegung bis zur eingeschwenkten Endposition 3" nach einem Schwenkwinkel von
etwa 90
0 bewegt.
[0012] Das Dach 7 ist über die beiden Schwenkarme 9 und 10 mit der Raumzelle 3 verbunden.
Zusätzlich ist ein Führungs- und Verbindungsstab 11, ausgehend vom Inneren oberen
Ende der Dachfläche bis zu einem Festlager 13 vorgesehen, der zum Abheben des Daches
zu Beginn der Schwenkbewegung führt und gleichzeitig dafür sorgt, daß das Dach am
Ende der Schwenkbewegung die horizontale Lage 7 '' einnimmt. Das Dach 7 bildet mit
den beiden Schwenkarmen 9 und 10 ein Dreistabgetriebe, angetrieben durch die Kraft
des Hubzylinders 14, der mit einem Ende an einem Festlager 15 unterhalb der Raumzelle
2 fixiert ist und dessen Arbeitsstempel 16 zwischen zwei parallele, dreieckförmige
Stahlbleche 17 als Kraftarme unterhalb der beweglichen Raumzelle 3 greift.
[0013] Die Zwischenpositionen nach etwa 30 Schwenkwinkel der daran beteiligten Elemente
sind in unterbrochener Strichführung dargestellt. Die Endlagen der Elemente sind durch
Strich-Punkt-Darstellungen gekennzeichnet.
[0014] Die Kraftangriffspunkte der Schwenkarme 9 und 10 sind in der Ausgangsposition mit
B 0, C 0 sowie A 0 und D 0 gekennzeichnet. Der Anlenkungspunkt des Führungs- und Verbindungsstabes
11 am Dach 7 ist mit E 0 bezeichnet. Die Zwischenpositionen bzw. die eingeschwenkte
Endlage sind mit den Indices 30 bzw. 90 verdeutlicht.
[0015] Zum Ingangsetzen des Einschwenkens zu Transportzwecken ist es lediglich notwendig,
den Betriebsschalter am Energielieferanten zu drücken. Der vorzugsweise hydraulisch
arbeitende Hubzylinder 14 überträgtseine Schubkraft auf den starren Kraftarm 17 unterhalb
der Raumzelle 3. Das dadurch entstehende Drehmoment sorgt dafür, daß die Zelle 3 angehoben
und mit ihr die abhebbare Dachfläche 7 über die Zwischenpositionen 3' bzw. 7' in die
Endpositionen 3" und 7'' geführt wird. Es ist zu erkennen, daß die Dachfläche kaum
eine horizontale Position während des Schwenkvorganges verläßt und somit dem Wind
keine hinreichende Angriffsfläche bietet, die zu einem Unterbrechen der Arbeiten führen
kann.
[0016] Der umgekehrte Bewegungsablauf beim Aufstellen der Gebäudeeinheit wird durch die
Zugkraft des vorzugsweise doppelt wirkend ausgebildeten Hubzylinders eingeleitet und
sicher bis zum Enoe, gegebenenfalls durch Aufsetzen der ausgezogenen Stützen unterhalb
der Raumzelle 3 auf dem Boden durchgeführt.
[0017] Die Ausführung gemäß Figur 8 zeigt einen zweiarmigen Umlenkhebel 18 mit einem Schwenklager
20 an der festen Raumzelle 2. Der Hubzylinder 22 kann über diesen Umlenkhebel die
Schwenkkraft in die schwenkbare Raumzelle 3 einleiten. Hierfür dient eine im Lager
21 beweglich befestigte Zug-Druckstange 19, die mit einem Arm des zweiarmigen Umlenkhebels
befestigt ist. Der große Vorteil dieser Konstruktion besteht darin, daß im zusammengeklappten
Zustand keine Bauteile seitlich über die Gesamtbreite der Raumzelle hinausragen. Außerdem
entsprechen hierbei die unterschiedlichen Kräfte, cie ein doppeltwirkender Zylinder
entwickelt, dem Verhältnis der unterschiedlichen Drehmomente beim Ein- und Ausschwenken
der beweglichen Raumzelle um ihre Längsachse.
1. Transportable Gebäudeeinheit mit einer festen und wenigstens einer um eine Horizontalachse
schwenkbaren Raumzelle und mit einer Dachfläche, die abhebbar an der schwenkbaren
Raumzelle befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Dachfläche (7,8) während
des Schwenkvorgangs der Raumzelle (3,4) von dieser abhebbar und abhängig von der Bewegung
der Raumzelle zwangsgeführt bis in eine horizontale Endlage (7'') oberhalb der festen
Raumzelle (2) bewegbar ist.
2. Gebäudeeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Dachfläche (7,8)
an ihren beiden in Bewegungsrichtung weisenden Stirnseiten über jeweils zwei Schwenkarme
(9,10) mit der Raumzelle (3,4) und zusätzlich über einen Führungs- und Verbindungsstab
(11) mit einem von der schwenkbaren Raumzelle unabhängigen Stützlager (13) verbunden
ist.
3. Gebäudeeinheit nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Krafteinleitung
für die Schwenkbewegung wenigstens ein unterhalb der festen Raumzelle (2) angeordneter
Hubzylinder (14) dient, dessen eines Ende beweglich mit einem an der schwenkbaren
Raumzelle fest angeordneten Kraftarm (17) verbunden ist.
4. Gebäudeeinheit nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß als starrer Kraftarm
(17) ein unterhalb der schwenkbaren Raumzelle befestigtes Stahlblech (17) dient.
5. Gebäudeeinheit nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schwenkkraft über Hubzylinder unmittelbar in die Führungs- und Verbindungsstäbe
(11) einleitbar ist.
6. Gebäudeeinheit nach den Ansprüchen 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur
Krafteinleitung für die Schwenkbewegung wenigstens ein unterhalb der festen Raumzelle
(2) angeordneter doppelt wirkender Hubzylinder (22) dient, dessen eines Ende beweglich
mit einem Arm eines an der festen Raumzelle drehbar befestigten zweiarmigen Umlenkhebels
(18) und sein anderer Arm über eine Zug-Druckstange (19) mit einem Lager (21) an der
schwenkbaren Raumzelle (3) verbunden ist.