[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Waschen von aus Altpapier gewonnenen Faserstoffsuspensionen
durch deren Entwässerung zwischen einem endlosen Entwässerungssieb und einem von diesem
teilweise umschlungenen Zylinder in einer gleichmässigen Schichtdicke, die einem Faservlies
entspricht.
[0002] Ferner betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens, mit
einem Zylinder, welcher entlang eines Teiles seines Umfangs von einem endlosen Entwässerungssieb
umschlungen ist, und einer Zuführvorrichtung zur Bildung eines flachen Strahles der
Suspension, welcher gegen einen zwischen dem Zylinder und dem ihm zulaufenden Abschnitt
des Entwässerungssiebes befindlichen keilförmigen Zwischenraum gerichtet ist, sowie
mit Mitteln zum Entnehmen und Abführen der im Umschlingungsbereich des Zylinders ausgepressten
Faserstoffmasse.
[0003] Ein Verfahren der genannten Art sowie eine zur Ausführung dieses Verfahrens bestimmte
Vorrichtung sind aus der DE-OS 30 05 681 bekannt. Bei der bekannten Vorrichtung, welche
vorzugsweise als Sortiereinrichtung zum "Auswaschen" von Feinstoffen, wie Asche, Füllstoffe,
Faserbruchstücke oder dgl. aus der zu verarbeitenden Faserstoffsuspension Verwendung
findet, wird die Faserstoffsuspension zwischen der Mantelfläche des Zylinders und
dem Entwässerungssieb im Umschlingungsbereich des Zylinders entwässert, wobei z.B.
über 80 % der Feinstoffe mit dem Suspensionswasser aus dem Faserstoff ausgepresst
und durch das Entwässerungssieb hindurch abgeschieden werden. Das weitgehend entwässerte
Faservlies wird vom Zylinder, vom Entwässerungssieb oder von einer dem Zylinder nachgeschalteten
Abnahmewalze abgenommen, d.h. zerstört, und anschliessend als gesammelte, eingedickte
Suspension der weiteren Verarbeitung zugeführt.
[0004] Aufgrund einer gewissen Filterwirkung, welche die Faserstoffschicht in sich beim
vorstehend beschriebenen Waschvorgang der Ausscheidung der Feinstoffe entgegensetzt,
ist der Reinigungsgrad dieses Waschvorgangs umso höher, je dünner die Schicht der
Faserstoffsuspension bei der Entwässerung ist. Beim bekannten Verfahren entspricht
die Dicke dieser Schicht einem Faservlies von weniger als 100 g/m
2.Durch eine relativ hohe Siebgeschwindigkeit und Umfangsgeschwindigkeit des Zylinders
von 400 bis 1200 m/min sind auch mit derart dünnen Faserstoffschichten hohe Stundenleistungen
des Waschvorgangs erzielbar. Derartig hohe Sortierleistungen erfordern dementsprechend
jeweils den Durchsatz grosser Suspensionsmengen auf relativ engem Raum und/oder die
Verwendung eines Entwässerungszylinders mit relativ grossem Durchmesser. Dies kann
zur Beeinträchtigung des an sich einfachen und für das Bedienungspersonal übersichtlichen
Aufbaues der bekannten Vorrichtung führen.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein in dieser Hinsicht weiterentwickeltes
Verfahren und eine entsprechend verbesserte Vorrichtung der eingangs genannten Art
zu schaffen, welche - bei vergleichbaren Abmessungen des Entwässerungszylinders und
der Siebanordnung wie bei bisherigen Ausführungen - eine Erhöhung der Entwässerungsleistung
gestatten bzw. durch welche gleiche oder höhere Entwässerungsleistungen bei gegenüber
bisherigen Ausführungen geringeren Abmessungen des Entwässerungszylinders und der
Siebanordnung erzielbar sind.
[0006] Diese Aufgabe wird gemäss der Erfindung dadurch gelöst, dass die Suspension zwischen
den dem Umschlingungsbereich des Zylinders zulaufenden Abschnitt des Entwässerungssiebes
und einen diesem Umschlingungsbereich zulaufenden Abschnitt eines den Zylinder umschlingenden
inneren Entwässerungssiebes geführt und im Umschlingungsbereich des Zylinders teilweise
durch dieses innere Entwässerungssieb hindurch entwässert wird.
[0007] Das erfindungsgemässe Verfahren ermöglicht im Vergleich zum eingangs genannten bekannten
Verfahren, bei gegebenen Zylinderabmessungen und Siebgeschwindigkeiten sowie gegebenem
Reinigungsgrad des Waschvorgangs, annähernd eine Verdoppelung der zu verarbeitenden
Suspensionsmenge, d.h. der Schichtdicke der zu entwässernden Faserstoffsuspension
oder, bei einer gegebenen Suspensionsmenge, eine entsprechende Erhöhung der Entwässerungsintensität,
da eine Teilschicht der Faserstoffsuspension durch die äussere Hälfte des sich bildenden
Faservlieses nach aussen und die andere Teilschicht der Suspension durch die innere
Hälfte des Faservlieses nach innen entwässert wird.
[0008] Die erfindungsgemässe Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens besteht darin, dass
der Zylinder eine offene, für Wasser durchlässige Mantelfläche-aufweist, und dass
sich zwischen dem Entwässerungssieb und der Mantelfläche des Zylinders ein endloses
inneres Entwässerungssieb befindet, wobei der keilförmige Zwischenraum durch die dem
Zylinder zulaufenden Abschnitte der beiden Entwässerungssiebe gebildet wird und der
flache Strahl der Suspension aus der Zuführvorrichtung gegen diesen Zwischenraum zwischen
den beiden Entwässerungssieben gerichtet ist.
[0009] Die erfindungsgemässe Vorrichtung gestattet eine Unterteilung des Waschvorgangs in
zwei im wesentlichen gleichwertige Teilvorgänge und ermöglicht eine besonders kompakte
Bauweise der Waschanordnung, welche auch bei Verwendung von Entwässerungszylindern
mit relativ kleinen Durchmessern für hohe Sortier- bzw. Entwässerungsleistungen ausgelegt
werden kann, wobei der gewünschte Reinigungs- bzw. Ausscheidungsgrad des Waschvorgangs
durch die jeweils einstellbare Schichtdicke der zu entwässernden Faserstoffsuspension
bestimmbar ist.
[0010] Um eine sichere Führung des weitgehend entwässerten Faservlieses zu erzielen und
die Zufuhr der zwischen den beiden Entwässerungssieben verbleibenden, ausgepressten
Faserstoffmenge gegen eine Entnahmevorrichtung zu gewährleisten, ist es zweckmässig,
wenn das innere Entwässerungssieb mit dem äusseren Entwässerungssieb von einer gemeinsamen
Ablauflinie des Zylinders gemeinsam über eine Siebtrennwalze geführt ist, von welcher
aus die beiden Entwässerungssiebe über verschiedene Führungswalzen geführt sind.
[0011] Für eine vollständige Erfassung der ausgepressten Faserstoffmasse ist es zweckmässig,
wenn das innere Entwässerungssieb mit seiner Aussenseite über eine Abnahmewalze geführt
ist, welche zum Entnehmen und Abführen von auf dem inneren Entwässerungssieb verbliebener
ausgepresster Faserstoffmasse bestimmt ist.
[0012] Um während des ganzen Waschvorgangs eine ungestörte Entwässerung des Faservlieses
nach innen zu gewährleisten, kann in weiterer Ausgestaltung der Erfindung mindestens
eines der Entwässerungssiebe mit einer zwischen der Siebtrennwalze und der Auflauflinie
am Zylinder angeordneten Reinigungsanordnung versehen ist, welche eine gegen das betreffende
Entwässerungssieb gerichtete Einrichtung zum Aufbringen eines Lösungsmittels sowie
eine Entnahmeeinrichtung zum Abnehmen vonauf diesem Entwässerungssieb zurückgebliebenenwasserunlöslichen
Verunreinigungen enthält.
[0013] Nach einer besonders zweckmässigen Ausführungsform der Erfindung, welche zu einer
einfachen, leicht überschaubaren Maschinenanordnung mit insbesondere für Revisionsarbeiten
gut zugänglichen Vorrichtungsbereichen führt, kann das äussere Entwässerungssieb von
der Siebtrennwalze über mindestens einen dem Zylinder nachgeschalteten, zusätzlichen
Zylinder geführt sein und mit einem diesem Zylinder zulaufenden Abschnitt eines den
zusätzlichen Zylinder umschlingenden zusätzlichen inneren Entwässerungssiebes einen
zusätzlichen Auflaufspalt bilden, gegen den eine zusätzliche Zuführvorrichtung für
die Suspension gerichtet ist.
[0014] Bei einer Waschvorrichtung mit mindestens zwei, je einem der Zylinder zugeordneten
Auffangbehältern für das von den Zylindern abgeschleuderte Suspensionswasser und mindestens
zwei, je einem der Zylinder zugeordneten Sammelbehältern zum Aufnehmen der jeweils
anfallenden Faserstoffteile kann in weiterer Ausgestaltung der Erfindung die zu behandelnde
Faserstoffsuspension einem besonders intensiven, auf engstem Raum mindestens zweistufig
ausführbaren Waschvorgang dadurch unterzogen werden, dass die zusätzliche Zuführvorrichtung
an eine Speiseleitung für die Suspension angeschlossen ist, welche an den dem vorgeschalteten
Zylinder zugeordneten Faserstoff-Sammelbehälter sowie gegebenenfalls an eine Wasserzuführleitung
anschliessbar ist, welche mit dem dem vorgeschalteten Zylinder zugeordneten Siebwasser-Auffangbehälter
in Verbindung steht.
[0015] Die erfindungsgemässe Vorrichtung kann in einer besonders kompakten und konstruktiv
einfachen Bauweise dadurch ausgeführt werden, dass das innere Sieb des zusätzlichen
Zylinders und die zusätzliche Zuführvorrichtung für die Stoffsuspension zusammen mit
dem vorgeschalteten Entwässerungszylinder, dem diesem zugeordneten inneren Sieb und
der zugehörigen Zuführvorrichtung innerhalb der Schlaufe des äusseren Siebes angeordnet
sind.
[0016] Die Erfindung wird anhand von in der Zeichnung schematisch dargestellten Ausführungsbeispielen
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1, 2 und 3 erfindungsgemäss ausgebildete Waschvorrichtungen, je in einer anderen
Ausführungsform.
[0017] Die Waschvorrichtung nach Fig. 1 enthält ein endloses Entwässerungssieb 1, welches
mit seiner Innenseite über Führungswalzen 2, 3, 30, 4, 5 und mit seiner Aussenseite
über einen gemäss Pfeil F drehbaren Entwässerungszylinder 6 und eine Abnahmewalze
7 geführt ist. Mindestens eine der Führungswalzen 2, 4 und 5 kann in bekannter Weise
als quer zum Sieb 1 bewegliche Spannwalze ausgebildet sein. Ferner kann eine der Führungswalzen,
etwa die Walze 3, mit einer Antriebseinrichtung gekuppelt sein. Der-Entwässerungszylinder
6 istauch von einem endlosen inneren Entwässerungssieb 8 umschlungen, welches mit
seiner Innenseite über eine Spannwalze 10 und eine Führungswalze 9, und mit seiner
Aussenseite über eine Abnahmewalze 31 sowie - zusammen mit dem vom Entwässerungszylinder
6 ablaufenden Abschnitt des äusseren Siebes l - über die dem Entwässerungszylinder
6 nachgeschaltete Führungswalze 3 geführt ist, an der sich die beiden Siebe 1 und
8 voneinander trennen.
[0018] Das äussere Sieb 1 ist an einer Auflauflinie B auf der Oberseite des Entwässerungszylinders
6 mit dem inneren Sieb 8 zusammengeführt, dessen Auflauflinie A am Entwässerungszylinder
6 gegen dessen Drehrichtung um einen Winkel α versetzt ist. Die beiden Siebe 1 und
8 laufen an einer gemeinsamen Ablauflinie C vom Entwässerungszylinder 6 ab. Der Winkel
α, welcher entsprechend der Darstellung nach Fig. l ca. 60
0 beträgt, kann grösser oder kleiner,z.B. α= 10°, gewählt werden, wobei der kleinste
Wert konstruktiv gegeben ist. Die beiden Siebe 1 und 8 begrenzen einen keilförmigen
Auflaufspalt 12, gegen den eine in Form eines Stoffauflaufs einer Papiermaschine ausgebildete
Flachstrahldüse 11 gerichtet ist. Die Flachstrahldüse 11 ist an eine Speiseleitung
13 angeschlossen, durch welche eine zu behandelnde, aus Altpapier gewonnene wässrige
Faserstoffsuspension zugeführt wird, die direkt oder z.B. über den auflaufenden Abschnitt
des inneren Siebes 8 in den Auflaufspalt 12 eingebracht und im Umschlingungsbereich
des Entwässerungszylinders 6 zwischen den Sieben 1 und 8 entwässert wird.
[0019] Der Umschlingungsbereich des Entwässerungszylinders 6 ist von einem Auffangbehälter
15 für das durch das äussere Sieb 1 hindurchtretende, aus dem zu behandelnde Faserstoff
ausgepresste Wasser umgeben, welches einen Teil der zu entfernenden Feinstoffe enthält.
Der Auffangbehälter 15 ist mit einer gegen das äussere Sieb 1 führbaren Abstreifkante
16 versehen.
[0020] Der Entwässerungszylinder 6 weist eine wasserdurchlässige, offene Mantelfläche auf,
welche eine zusätzliche Entwässerung des seinen Umschlingungsbereich durchlaufenden
Faserstoffs durch das innere Sieb 8 hindurch nach innen gestattet. Entsprechend der
Darstellung nach Fig. 1 kann der Entwässerungszylinder 6 mit einem Saugkasten 32 versehen
sein, durch den die Entwässerungswirkung nach innen verstärkt und das anfallende,
Feinstoffe enthaltende Wasser aufgenommen wird. Das Wasser wird auf nicht weiter dargestellte
Weise aus dem Entwässerungszylinder 6 abgeführt. In der Schlaufe des inneren Siebes
8 kann ein Auffangbehälter 17 für das von der Mantelfläche des Entwässerungszylinders
6 abgeschleuderte, ebenfalls Feinstoffe enthaltende Wasser vorgesehen sein.
[0021] Das zwischen den Sieben 1 und 8 gebildete Faservlies wird bei der Trennung der beiden
Siebe 1 und 8 an das äussere Sieb 1 übergeben und über die Führungswalze 30 gegen
die Abnahmewalze 7 geführt, welche eine Mantelfläche aufweist, auf der das Faservlies
haften bleibt. Bei der dargestellten Ausführung ist die Abnahmewalze 7 mit einem Schaber
18 versehen, welcher zum Ablösen des auf der Mantelfläche haftenden ausgepressten
Faservlieses dient. Unterhalb der Abnahmewalze 7 ist ein Sammelbehälter 20 für den
abgelösten Faserstoff angeordnet. Der Sammelbehälter 20 ist bis nahe an den von der
Führungswalze 3 ablaufenden Abschnitt des inneren Siebes 8 herangeführt, um an diesem
haftende Teile des ausgepressten Faserstoffs aufzufangen. Der abgelöste Faserstoff
wird über eine Austrittsleitung 21 aus dem Sammelbehälter 20 abgeführt und der weiteren
Verarbeitung, z.B. dem Stoffzuführsystem einer nicht dargestellten Papiermaschine,
zuführt.
[0022] In der Schlaufe des inneren Siebes 8 ist ein Spritzrohr 33 angeordnet, das mit über
die Siebbreite verteilt angeordneten Austrittsöffnungen 34 versehen ist, welche gegen
die Innenseite des auf die Führungswalze 9 auflaufenden Abschnitts des inneren Siebes
8 gerichtet sind. Das Spritzrohr 33 ist an eine nicht dargestellte Quelle eines, z.B.
einen Benzol-Kohlenwasserstoff enthaltenden, Lösungsmittels angeschlossen, welches
durch die Austrittsöffnungen 34 in einem gleichmässigen Film auf die Innenseite des
inneren Siebes 8 aufgetragen wird, wobei allfällige, auf dem Sieb 8 klebende, weiche,
wasserunlösliche, z.B. gummiartige Verunreinigungen angelöst und bei der Umschlingung
der Führungswalze 9 aus dem Sieb 8 ausgepresst werden. Unterhalb der Führungswalze
9 ist ein Auffangbehälter 35 für das verunreinigte Lösungsmittel angeordnet. Die auf
dem Sieb 8 verbleibenden Reste der Verunreinigungen können bei der Umschlingung der
Abnahmewalze 31 auf deren entsprechend ausgebildete Mantelfläche übertragen und von
dieser durch einen Schaber 36 abgenommen werden, welcher entsprechend der Darstellung
nach Fig. 1 an einem Auffangbehälter 37 für die anfallenden Verunreinigungen ausgebildet
ist. Zusätzlich oder anstelle dieser Einrichtung kann ein gegen die Innenseite des
Siebes 8 gerichtetes Spritzrohr 29 vorgesehen sein, wobei die am Sieb 8 haftenden
Verunreinigungen durch aus dem Spritzrohr 29 zugeführtes Wasser vom Sieb 8 entfernt
und in den Auffangbehälter 37 abgeführt werden.
[0023] Wie in der Fig. 2 dargestellt, kann das äussere Sieb 1 von der dem Entwässerungszylinder
6 nachgeschalteten Abnahmewalze 7 über einen zweiten Entwässerungszylinder 6a, eine
Führungswalze 3a und eine zweite Abnahmewalze 7a gegen die Führungswalze 4 geführt
sein, wobei der Entwässerungszylinder 6a von einem inneren Entwässerungssieb 8a umschlungen
sein kann. Die inneren Siebe 8, 8a können ebenfalls mit Reinigungsanordnungen der
in der Fig. 1 dargestellten Art, d.h. mit Spritzrohren 33, entsprechenden Führungs-
und --Umlenkwalzen 9 bzw. 31 und Teilen 29
r 35, 37 versehen sein, welche in der Fig. 2 zwecks vereinfachter Darstellung weggelassen
wurden.
[0024] Zwischen dem inneren Sieb 8a und dem auf dieses auflaufenden Abschnitt des äusseren
Siebes 1 ist ein zweiter Auflaufspalt 12a gebildet, gegen den eine zweite Flachstrahldüse
lla gerichtet ist, welche an eine Speiseleitung 13a für die zu behandelnde Faserstoffsuspension
angeschlossen ist. Dem Entwässerungszylinder 6a ist ein seinen Umschlingungsbereich
umgebender Auffangbehälter 15a sowie ein in der Schlaufe des inneren Siebes 8a vorgesehener
Auffangbehälter 17a zugeordnet. Der Abnahmewalze 7a ist ein Sammelbehälter 20a für
den zwischen den Sieben 1 und 8a entwässerten Faserstoff zugeordnet, welcher über
eine Austrittsleitung 21a der weiteren Verarbeitung zugeführt wird.
[0025] Die Flachstrahldüsen 11 und lla können zueinander parallel oder hintereinander geschaltet
an eine Quelle der Faserstoffsuspension angeschlossen sein. In der Fig. 2 ist ein
Suspensionszuführsystem mit hintereinander geschalteten Flachstrahldüsen 11 und lla
dargestellt. Dabei ist die Flachstrahldüse 11 über die Speiseleitung 13, welche eine
Pumpe 14 enthält, und über nicht dargestellte Aggregate zur Stoffaufbereitung, wie
Reinigungs-, Sortier- und Entstippungseinrichtungen, an einen Stofflöser 22 angeschlossen,
in dem Altpapier, welches in der Fig. 2 als Bündel 19 dargestellt ist, in bekannter
Weise in einer wässrigen Faserstoffsuspension aufgelöst wird.
[0026] Die Speiseleitung 13a der zweiten Flachstrahldüse lla ist über eine Pumpe 14a an
die Austrittsleitung 21 des Sammelbehälters 20 angeschlossen. Entsprechend der Darstellung
nach Fig. 2 können die Speiseleitungen 13 und 13a zusätzlich an eine jeweils über
ein Steuerventil 24 bzw. 24a wahlweise zuschaltbare Wasserzuführleitung 23 angeschlossen
sein, von der auch eine mit einem Steuerventil 24b versehene Zweigleitung zum Einleiten
von Verdünnungswasser in den Sammelbehälter 20 geführt sein kann.
[0027] Das in die Auffangbehälter 15 und 17 abgeschleuderte Wasser wird, zusammen mit dem
auf nicht dargestellte Weise aus dem Inneren des Entwässerungszylinders 6 entfernten
Wasser, über eine Verbindungsleitung 25 in eine Klärvorrichtung 26 geführt, in der
die im Wasser enthaltenen Verunreinigungen - Asche, Füllstoffe, Bruchstücke von Fasern
und dgl. - vom Wasser getrennt und über eine Ausgangsleitung 27 abgeschieden werden.
Das in der Klärvorrichtung 26 geklärte Wasser wird über eine Leitung 28 in die Speiseleitung
13a geführt und mit dem von der Abnahmewalze 7 entfernten, aus dem Sammelbehälter
20 über die Austrittsleitung 21 zugeführten Fasermaterial vermischt. Die dabei erneut
gebildete Faserstoffsuspension wird der Flachstrahldüse lla zugeführt und im Umschlingungsbereich
des Entwässerungszylinders 6a beidseitig entwässert. Das in die Auffangbehälter 15a
und 17a abgeschleuderte Wasser, zusammen mit dem auf nicht dargestellte Weise aus
dem Innern des Entwässerungszylinders 6a zugeführten Wasser, wird über eine Verbindungsleitung
25a in die Speiseleitung 13 zurückgeführt. Das im Sammelbehälter 20a anfallende Fasermaterial
wird durch die Austrittsleitung 21a der weiteren Verarbeitung zugeführt.
[0028] Beim vorstehend beschriebenen Beispiel sei angenommen, dass die zu behandelnde Stoffsuspension
aus der nicht dargestellten Stoffaufbereitungseinrichtung mit einem Trockengehalt
von ca. 4 %zugeführt,-durch über die Verbindungsleitung 25a und/oder die Leitung 23
zugeführtes Wasser auf einen Trockengehalt von ca. 0,8 % verdünnt und mit diesem Trockengehalt
der Flachstrahldüse 11 zugeführt wird. Bei der Entwässerung der Suspension im Umschlingungsbereich
des Entwässerungszylinders 6 kann ein grosser Teil der in der Suspension enthaltenen
Verunreinigungen mit dem ausgepressten Wasser ausgeschieden und anschliessend in bereits
beschriebener Weise der Klärvorrichtung 26 zugeführt werden.
[0029] Das aus dem Sammelbehälter 20 abgeführte Fasermaterial samt den darin noch enthaltenen
restlichen Verunreinigungen, kann, durch das über die Leitung 28 und/oder die Leitung
23 beigemischte Wasser verdünnt, der Flachstrahldüse lla ebenfalls in einer Suspension
mit einem Trockengehalt von ca. 0,8 % zugeführt werden. Entsprechend können die noch
vorhandenen Verunreinigungen, welche in dieser Suspension in einer wesentlich geringeren
Konzentration als in der der Flachstrahldüse 11 zugeführten Suspension enthalten sind,
zu einem grossenTeil mit dem im Umschlingungsbereich des Entwässerungszylinders 6a
ausgepressten Wasser aus der Suspension ausgeschieden werden. Das ausgepresste Wasser
mit den darin enthaltenen Verunreinigungen wird hierauf, wie bereits beschrieben,
über die Verbindungsleitung 25a der der Flachstrahldüse 11 zugeführten Faserstoffsuspension
beigemischt.
[0030] Durch Anpassung des Flächengewichts, d.h. des Wasseranteils der Suspension an den
jeweiligen Anteil der in dieser enthaltenen Verunreinigungen, kann die Sortierwirkung
der Siebmaschine insofern beeinflusst werden, als bei einer gegebenen Menge des zu
behandelnden.Faserstoffmaterials eine Erhöhung des Wasseranteils eine entsprechende
Erhöhung der Menge der ausgeschiedenen Verunreinigungen bewirkt. Durch die Doppelsiebentwässerung
der Suspension wird - gegenüber vergleichbaren bekannten Vorrichtungen mit einem von
einem einzigen Sieb umschlungenen Entwässerungszylinder - die Filterwirkung des beim
Entwässerungsvorgangs gebildeten Faservlieses, welches mit zunehmender Dicke die Ausscheidung
der Feinstoffe erschwert, etwa um die Hälfte reduziert, da die Suspensionsschicht
je zur Hälfte nach aussen und nach innen entwässert wird und somit nur die in der
jeweiligen Teilschicht enthaltenen Fasern zum Filtern des aus der betreffenden Teilschicht
ausgepressten Wassers wirksam werden. Bei gegebener Siebgeschwindigkeit und gegebenem
Reinigungsgrad des Waschvorgangs kann daher im wesentlichen die doppelte Suspensionsmenge
als bei einer vergleichbaren bekannten Vorrichtung mit Einsiebentwässerung verarbeitet
werden. Entsprechend kann bei gegebener Suspensionsmenge und gegebener Siebgeschwindigkeit
der Ausscheidungsgrad erhöht werden.
[0031] Entsprechend der Darstellung nach Fig. 3 können die Entwässerungszylinder 6 und 6a
mit den zugehörigen inneren Sieben 8 und 8a sowie die Stoffaufläufe 11 und lla, die
Abnahmewalzen 7 und 7a und die Sammelbehälter 20 und 20a auch innerhalb des äusseren
Siebes 1 angeordnet sein, welches nach der Trennung von den inneren Sieben 8 und 8a
jeweils mit seiner Aussenseite über eine der betreffenden Abnahmewalze 7 bzw. 7a vorgeschaltete
Führungswalze. 44 bzw. 44a geführt ist. Diese Anordnung ermöglicht eine besonders
einfache und raumsparende Bauweise der Waschvorrichtung, welche insbesondere mit einer
vorteilhaft geringen Bauhöhe ausgeführt werden kann, wobei die Auffangbehälter 15
und 15a für das aus dem Umschlingungsbereich abgeschleuderte Wasser, ohne Beeinträchtigung
durch das äussere Sieb 1, von oben her für Inspektions- und/oder Revisionsarbeiten
zugänglich sind.
[0032] Wie aus der Fig. 3 hervorgeht, können auch die inneren Siebe 8 und 8a je über eine
Abnahmewalze 7 bzw. 7a geführt sein, durch welche der jeweils an der Aussenseite des
betreffenden Siebes 8 bzw. 8a verbliebene, ausgepresste Faserstoff übernommen werden
kann. Zur Aufnahme des von diesen Abnahmewalzen 7 und 7a abgelösten Faserstoffs sind
Sammelbehälter 38 und 38a vorgesehen aus denen der Faser-21, 2ia stoff über die Austrittsleitungen/abgeführt
werden kann.
[0033] Es sind auch abgewandelte Ausführungsformen der Erfindung mit mehr als zwei Entwässerungszylindern
denkbar. Es ist auch eine Ausführung möglich, bei der z.B. nur einer von zwei oder
mehreren Entwässerungszylindern mit einem inneren Sieb versehen ist. In Abwandlung
der Ausführung nach Fig. 2 kann die das ausgepresste Wasser ableitende Verbindungsleitung
25a auch an die Klärvorrichtung 26 oder eine entsprechende eigene Klärvorrichtung
angeschlossen sein, wobei dann z.B. der Speiseleitung 13 geklärtes Wasser zugeführt
werden kann. Es versteht sich ferner, dass auch dem äusseren Sieb - nach der Trennung
vom inneren Sieb - jeweils eine Siebreinigungsvorrichtung entsprechend den Teilen
31 und 33 bis 37 (Fig. l) zugeordnet sein kann.
1. Verfahren zum Waschen von aus Altpapier gewonnenen Faserstoffsuspensionen durch
deren Entwässerung zwischen einem endlosen Entwässerungssieb und einem von diesem
teilweise umschlungenen Zylinder.in einer gleichmässigen Schichtdicke, die einem Faservlies
entspricht, dadurch gekennzeichnet, dass die Suspension zwischen den dem Umschlingungsbereich
des Zylinders zulaufenden Abschnitt des Entwässerungssiebes und einen diesem Umschlingungsbereich
zulaufenden Abschnitt eines den Zylinder umschlingenden inneren Entwässerungssiebes
eingeführt und im Umschlingungsbereich des Zylinders teilweise durch dieses innere
Entwässerungssieb hindurch entwässert wird.
2. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, mit einem Zylinder (6,
6a), welcher entlang eines Teiles seines Umfangs von einem endlosen Entwässerungssieb
(l) umschlungen ist, und einer Zuführvorrichtung (11, lla) - zur Bildung eines flachen
Strahles der Suspension, welcher gegen. einen zwischen dem Zylinder (6, 6a) und dem
ihm zulaufenden Abschnitt des Entwässerungssiebes (1) befindlichen keilförmigen Zwischenraum
(12, 12a) gerichtet ist, sowie mit Mitteln zum Entnehmen und Abführen der im Umschlingungsbereich
des Zylinders (6, 6a) ausgepressten Faserstoffmasse, dadurch gekennzeichnet, dass
der Zylinder (6, 6a) eine offene, für Wasser durchlässige Mantelfläche aufweist, und
dass sich zwischen dem Entwässerungssieb (1) und der Mantelfläche des Zylinders (6,
6a) ein endloses inneres Entwässerungssieb (8, 8a) befindet, wobei der keilförmige
Zwischenraum (12, 12a) durch die dem Zylinder (6, 6a) zulaufenden Abschnitte der beiden
Entwässerungssiebe ( 1 und 8 bzw. 8a) gebildet wird und der flache Strahl der Suspension
aus der Zuführvorrichtung (11, lla) gegen diesen Zwischenraum (12, 12a) zwischen den
beiden Entwässerungssieben (1 und 8 bzw. 8a) gerichtet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das innere Entwässerungssieb
(8, 8a) mit dem äusseren Entwässerungssieb (1) von einer gemeinsamen Ablauflinie (C)
des Zylinders (6, 6a) gemeinsam über eine Siebtrennwalze (3) geführt ist, von welcher
aus die beiden Entwässerungssiebe (1 und 8 bzw. 8a) über verschiedene Führungswalzen
(7, 7a, 10, 30, 44, 44a) geführt wird.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das innere Entwässerungssieb
(8, 8a) mit seiner Aussenseite über eine Abnahmewalze (7, 7a) geführt ist, welche
zum Entnehmen und Abführen von auf dem inneren Entwässerungssieb (8, 8a) verbliebener
ausgepresster Faserstoffmasse bestimmt ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eines
der Entwässerungssiebe (1, 8, 8a) mit einer zwischen der Siebtrennwalze (3) und der
Auflauflinie (A, B) am Zylinder (6, 6a) angeordneten Reinigungsanordnung versehen
ist, welche eine gegen das betreffende Entwässerungssieb (1, 8, 8a) gerichtete Einrichtung
(Spritzrohr 33) zum Aufbringen eines Lösungsmittels sowie eine Entnahmeeinrich- tung 29, 31, 36 zum Abnehmen von auf diesem Entwässerungssieb (1, 8, 8a) zurückgebliebenen
wasserunlöslichen Verunreinigungen enthält.
6. Vorrichtung nach einem-der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das
äussere Entwässerungssieb (1) von der Siebtrennwalze (3) über mindestens einen dem
Zylinder (6) nachgeschalteten, zusätzlichen Zylinder (6a) geführt ist und mit einem
diesem Zylinder (6a) zulaufenden Abschnitt eines den zusätzlichen Zylinder (6a) umschlingenden
zusätzlichen inneren Entwässerungssiebes (8a) einen zusätzlichen Auflaufspalt (12a)
bildet, gegenden eine zusätzliche Zuführvorrichtung (lla) für die Suspension gerichtet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, mit mindestens zwei je einem der Zylinder (6, 6a)
zugeordneten Auffangbehältern (15, 15a, 17, 17a) für das von den Zylindern (6, 6a)
abgeschleuderte Suspensionswasser und mindestens zwei je einem der Zylinder (6, 6a)
zugeordneten Sammelbehältern (20, 20a,38, 38a) zum Aufnehmen der jeweils anfallenden
Faserstoffanteile, dadurch gekennzeichnet, dass die zusätzliche Zuführvorrichtung
(lla) an eine Speiseleitung (13a) für die Suspension angeschlossen ist, welche an
den dem vorgeschalteten Zylinder (6) zugeordneten Faserstoff-Sammelbehälter (20) sowie
gegebenenfalls an eine Wasserzuführleitung (Verbindungsleitung 25) anschliessbar ist,
welche mit dem dem vorgeschalteten Zylinder (16) zugeordneten Siebwasser-Auffangbehälter
(15, 17) in Verbindung steht.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass das innere Sieb
(8a) des zusätzlichen Zylinders (6a) und die zusätzliche Zuführvorrichtung (lla) für
die Stoffsuspension,zusammen mit dem vorgeschalteten Entwässerungszylinder (6), dem
diesem zugeordneten inneren Sieb und der zugehörigen Zuführvorrichtung (11) innerhalb
der Schlaufe des äusseren Siebes (1) angeordnet sind (Fig. 3).