[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung eines weiterverarbeitbaren Germaniumkonzentrats.
[0002] Germanium kommt als Begleitelement in Konzentrationen von wenigen ppm in einigen
Lagerstätten sulfidischer Erze der Metalle Blei, Kupfer und Zink vor. Bekannte Ge-Mineralien
sind z. B. Argyrodit, Canfieldit, Germanit und Renierit. Bei der Aufarbeitung der
Roherze werden die Germaniumminerale zusammen mit den Sulfiden der Hauptmetalle Blei,
Zink und Kupfer in Konzentraten angereichert.
[0003] Die Anreicherung des Germaniums erreicht nur bei einigen wenigen besonders Ge-reichen
Roherzen so hohe Werte in den Konzentraten, daß eine direkte Ge-Abtrennung aus den
Konzentraten technisch möglich und wirtschaftlich vertretbar ist.
[0004] So sind Verfahren bekannt, aus sulfidischen Blei- und/oder Kupferkonzentraten mit
Ge-Gehalten von 0,2 bis 0, % das Germanium als Sulfid unter neutralen oder schwach
reduzierenden Bedingungen bei Atmosphärendruck zu sublimieren.
[0005] Aus dem Abgas wird Germanium sulfidisch ebenfalls in nicht oxidierender Atmosphäre
kondensiert und abgeschieden. Zusammen mit dem Germaniumsulfid werden Arsenverbindungen
und je nach angewandter Temperatur auch PbS mit sublimiert. In den meisten Blei-,
Zink- und Kupferkonzentraten sind die Germaniumgehalte jedoch so niedrig, daß eine
Ge-Anreicherung und Abtrennung aus dem Konzentrat heraus nicht in Frage kommt. Häufig
reichert sich das Germanium in Zwischen- oder Abfallprodukten der Prozesse zur Gewinnung
der Hauptmetalle an.
[0006] So ist z. B. bekannt, daß beim Verschmelzen Ge-haltiger Kupferkonzentrate im Flammofen
sich Germanium in den Flugstäuben auf Gehalte von z_ B. 0,2 bis 0,4 % anreichert.
In diesen Flugstäuben sind daneben noch die Elemente Kupfer, Arsen, Eisen, Zink, Blei,
Schwefel und andere enthalten. Aus solchen Flugstäuben kann Germanium dann durch schwefelsaures
oder salzsaures Laugen herausgelöst werden= Mit in Lösung gehen ein Großteil der Begleitmetalle.
Aus den Lösungen kann nach eventuell vorheriger Abtrennung von Kupfer, Arsen und Eisen
das Germanium in an sich bekannter Weise durch Zugabe von Holzextrakten, wie z. B.
Tannin, gefällt werden.
[0007] Die so erzeugten Ge-Konzentrate mit z. B. 6 bis 20 % Ge-Gehalt steHen:einen üblichen
handelsfähigen Rohstoff dar. Aus ihm wird z. B. durch ChtoriddestHtation CeCL abdestilliert
und abgetrennt.
[0008] Bei dem heute am stärksten verbreiteten Verfahren der hydrometallurgisch-elektrolytischen
Zinkgewinnung bleibt das Germanium, wie man festgestellt hat, zu über 90 % im Laugungsrückstand.
In einigen Hütten werden diese Rückstände thermisch aufgearbeitet und bevorzugt Blei
und Zink, sofern interessant, auch das Germanium verflüchtigt und in einem Flugstaub
angereichert.
[0009] Die erzeugten Flugstäube enthalten neben den Hauptbestandteilen Bleioxid und Zinkoxid
noch andere leicht verflüchtigbare Metallverbindungen, wie i
- B. solche des Arsens, Antimons, Cadmiums und Germaniums_ Solche Flugstäube werden
häufig neben geröstesten Zinkerzen bei der hydronteta!turgisch-e!ektro!ytischen Zinkgewinnung
eingesetzt. Die Ftugstäube werden schwefelsauer gelaugt und aus den Lösungen wird
Germanium gefällt und angereichert.
[0010] Beim Verhütten Ge-haltiger Bleikonzentrate, wie sie z. B. in Tsumeb/Namibia gefunden
werden, geht Germanium in die Endschlacken der Bleireduktion. Aus ihnen kann Germanium,
zusammen mit Blei und Zink, durch einen Schlackeverblaseprozeß verflüchtigt und nach
Oxidation und Kondensation in einem Flugstaub angereichert und abgetrennt werden.
Die weitere Aufkonzentrierung des Germaniums erfolgt dann, wie bereits mehrfach erwähnt,
durch Laugung mit Schwefelsäure und Germaniumabtrennung durch z. B. Holzextraktfällung.
[0011] Wie aus dieser kurzen Beschreibung der angewandten Technik: zu ersehen ist, erfolgt
die Ge-Konzentraterzeugung sehr häufig über Zwischenprodukte der Metallgewinnung.
Deren Zusammensetzung und Ge-Inhalte sind nur begrenzt steuerbar. Es sind viele Anreicherungsschritte
zur Erzeugung eines Ge-Konzentrats mit 10 bis 20 % Ge notwendig.
[0012] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es nun, demgegenüber ein Verfahren vorzuschlagen,
welches in einer sehr einfachen und direkten Weise ermöglicht, Germanium aus sulfidischen
Konzentraten zu erschließen.
[0013] Gelöst wird diese Aufgabe dadurch, daß das germaniumhaltige sulfidische Konzentrat
mit einer solchen Menge Soda versetzt wird, daß der Schwefelinhalt als Sulfat gebunden
wird und anschließend das Konzentrat unter oxidischen Bedingungen geröstet, das Röstgut
schwefelsauer gelaugt und Germanium aus der Lösung gefällt wird.
[0014] Die Röstung des Gemisches erfolgt bei ausreichender Luftzufuhr im Temperaturbereich
zwischen 850 K und 1200 K, vorzugsweise bei 1000 K.
[0015] In Verfolg des Erfindungsgedankens kann das Röstgut vor der schwefefsauren Laugung
einer Zerkleinerung unterworfen werden, und die schwefelsaure Laugung wird bei Temperaturen
zwischen 313 bis 370 K durchgeführt und die Schwefelsäuremenge so bemessen, daß nach
der Laugung in der Lösung eine H
2so 4-Konzentration von mindestens 5 g/t enthalten ist.
[0016] In Verfolg des Erfindungsgedankens würde sich das Verfahren etwa so darstellen, daß
man beispielsweise ein Kupferkonzentrat mit einem bestimmten geringen Gehalt an Germanium
mit einer Sodamenge vermischt, die ausreichend ist, um den Schwefel des Konzentrats
als Sulfat zu binden und dieses Gemisch anschließend unter oxidierenden Bedingungen
röstet, wobei die Metallsulfide in die Oxide übergehen. Es entsteht ein Röstgut, welches
neben dem Schwefel auch die Metalle des Konzentrats enthält. Dieses Röstgut wird schwefelsauer
gelaugt, und mit so viel Schwefelsäure versetzt, daß ein pH-Wert von ca. 1 erreicht
wird. Dabei geht Germanium in Lösung. Aus der so erzeugten Lösung kann Germanium durch
ein geeignetes Fällmittel, wie z. B. das häufig angewandte Tannin, ausgefällt werden.
Dabei werden auch geringe Mengen von Kupfer, Arsen, Eisen und Zink mit gefällt. Die
Weiterverarbeitung des Fällprodukts zum eigentlichen Germaniumkonzentrat erfolgt in
an sich bekannter Weise durch Trocknen und Glühen.
[0017] Das Verfahren wird nun anhand zweier Beispiele ausführlicher beschrieben.
Beispiel 1
[0018] 100 Teile eines sulfidischen Kupferkonzentrats, etwa der folgenden Zusammensetzung

werden mit einer für die Schwefelbindung ausreichenden Menge Soda (Na-CO-) vermischt
und danach unter Luftzufuhr geröstet.
[0019] Eine Analyse des Röstguts ergab, daß es von den wichtigen Elementen 99, % Cu, 95
% Ge und 100 % Fe vom Einsatz enthielt.
[0020] Das Beispiel zeigt, daß bei dieser Arbeitsweise nur sehr wenig Ge verflüchtigt wurde.
Das so erzeugte Röstgut wird nun im Verhältnis Feststoff : Wasser wie 1 : 10 nach
einer Zerkleinerung gelaugt und dabei so viel konzentrierte Schwefelsäure zugesetzt,
daß sich am Ende der Laugung ein pH-Wert von kleiner als 1 einstellt.
[0021] Die Laugung erfolgt vorzugsweise bei erhöhten Temperaturen, kann aber auch bei Raumtemperatur
vorgenommen werden. Nach einer Fest/Flüssig-Trennung enthielt das Filtrat, bezogen
auf die Einsatzmenge im Röstgut, an dem hier besonders interessierenden Ge 94 %. Die
Gesamtausbringung der Lösung betrug demnach 89 % Ge. Aus dieser Lösung wird Ge durch
Zugabe einer Tanninlösung ausgefällt. Das ausgefällte Tannat enthielt

[0022] Durch Trocknen und Glühen des Tannats wurde ein Konzentrat erhalten, das

enthieit< Dieses Material entspricht handelsüblichen Konzentraten.
Beispiel 2
[0023] Dasselbe germaniumhaltige Kupferkonzentrat wie im Beispiel 1 wurde mit einer für
die Schwefelbindung ausreichenden Sodamenge vermischt und danach unter Luftzufuhr
geröstet.
[0024] Das Röst gut enthielt

Wie in Beispiel 1 wurde auch hier nur sehr wenig Germanium verflüchtigt. Das erzeugte
Röstgut wurde im Verhältnis Feststoff : Wasser wie 1 : 10 nach Zugabe von 40 ml konzentrierter
Schwefelsäure je 100 g Röstgut gelaugt.
[0025] Die nach einer Fest-Flüssig-Trennung gewonnene Lösung enthielt, bezogen auf die Einsatzmengen
im Röstgut
91 % Ge. Das Gesamtausbringen in der Lösung betrug demnach ca. 89 % Ge.
[0026] Das im Vergleich zu Beispiel 1 geringere Kupferausbringen wird auf den vergleichsweise
niedrigeren Schwefelsäureeinsatz beim Laugen zurückgeführt.
[0027] Aus der klaren Lösung wurde in an sich bekannter Weise durch Zugabe einer Tanninlösung
ein Fätfprodukt erzeugt, das

enthielt.
[0028] Nach Verglühen dieses Produkts reichern sich die Metalle an auf

[0029] Dieses Material entspricht handelsüblichen und durch Chlordestiltatton weiter verarbeitbaren
Ge-Konzentrat-Qualitäten.
1. Verfahren zur Gewinnung eines weiterverarbeitbaren Germaniumkonzentrats aus germaniumhaltigen
sulfidischen Metallkonzentraten, wobei das Konzentrat einer Röstung und Laugung unterworfen
wird, dadurch gekennzeichnet, daß das germaniumhaltige sulfidische Konzentrat mit
einer solchen Menge Soda versetzt wird, daß der Schwefelinhalt als Sulfat gebunden,
anschließend das Konzentrat unter oxidischen Bedingungen geröstet, das Röstgut schwefelsauer
gelaugt und Germanium aus der Lösung gefällt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Röstung des Gemisches
bei ausreichender Luftzufuhr im Temperaturbereich zwischen 850 K und 1200 K, vorzugsweise
bei 1000 K, durchgeführt wird.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das erzeugte
Röstgut nach vorheriger Zerkleinerung der schwefelsauren Laugung unterworfen wird.
4. Verfahren nach den AnsprÜchen bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die schwefelsaure
Laugung bei Temperaturen von 313 bis 370 K durchgeführt und die Schwefe!säuremenge
so bemessen wird, daß nach der Laugung In der Lösung eine H-SO .-Konzentration von
mindestens 5 gff enthalten ist.