[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruches 1. Die Erfindung
betrifft ferner ein Werkzeug zur Durchführung dieses Verfahrens.
[0002] Für Abgasanlagen an Kraftfahrzeugen werden mehrfach gekrümmte Rohrabschnitte benötigt,
die sich in Serie industriell fertigen lassen. Zur Schalldämmung und zur Reduzierung
von Wärmeverlusten in den Abgasleitungen sind bereits doppelwandige Rohrabschnitte
für den genannten Zweck bekannt, die auf halbautomatischen Biegeeinrichtungen hergestellt
werden.
[0003] Bei einem solchen aus der DE-AS 1 627 531 bekannten Verfahren werden vor dem Biegen
Innenrohr und Außenrohr durch Einziehen des Außenrohres an einem Ende miteinander
verbunden, so daß sie ein Mantelrohr bilden, welches auf eine Dornvorrichtung geschoben
wird, deren Führungsdorn im Innenrohr und deren Rohrdorn zwischen Innen-und Außenrohr
fixiert sind. Danach werden Innen-und Außenrohr mittels Spannvorrichtung auf ein Biegeschablone
befestigt. Durch Drehen der Schablone werden Innen-und Außenrohr über feststehende
Dorne hinweg gleichzeitig gebogen. Bei diesem bekannten Verfahren sind im Biegebereich
Verformungen unerwünschter Art zu erwarten, da die Abstützungen nicht in den Biegebereich
hineinreichen.
[0004] Von daher liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, das bekannte Biegeverfahren so
auszugeschalten, daß auch in den fortschreitenden Biegezonen die genauen Verformungsmaße
und Wandungsabstände genau eingehalten werden können.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß in verfahrenstechnischer Hinsicht
das vorgeschlagen, was im Kennzeichen des Anspruches 1 erfaßt ist. Die erfindungsgemäße
vorrichtungstechnische Lösung ist im Kennzeichen des Anspruches 3 erfaßt.
[0006] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen erfaßt.
[0007] Bei der erfindungsgemäßen Lösung wird Gebrauch gemacht von einem am Innendorn gelenkig
gelagerten kugelförmigen Abstützkopf, wie er aus der US-PS 2.305.951 bekannt ist.
Dieser Abstützkopf wird allerdings nur eingesetzt im Zusammenhang mit dem Biegen eines
einzigen Rohres.
[0008] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird auch das Außenrohr während der in bekannter
Weise durchgeführten maschinellen Biegebearbeitung von innen durch ein abstandshaltendes
Werkzeug abgestützt, welches von außen gesteuert verschoben werden kann.
[0009] Je nach räumlicher Richtung der Krümmung kann dann an der jeweiligen zu biegenden
Krümmung das Abstützwerkzeug oder das Doppelrohr um die Achse verdreht werden. Mit
diesem Verfahren ist es möglich, mit einem zusätzlichen erfindungsgemäßen Abstützwerkzeug
die doppelwandigen Rohrabschnitte auf automatischen oder halbautomatischen Biegemaschinen
zu fertigen.
[0010] Zu der Erfindung gehört daher auch ein Werkzeug zur Innenabstützung des Außenrohres
zur Durchführung des genannten Verfahrens, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß
an der Stirnseite eines maschinell gesteuert in Achsrichtung verschiebbaren Abstützrohres
mit Abstand eine durchmesser-und im wesentlichen wandstärkengleiche Abstützhülse koaxial
angeordnet und gelenkig gehalten ist. Diese Abstützhülse ist dabei an ihrer freien
Stirnseite in etwa schräg gegenüber der Achse angeschnitten. Vorzugsweise ist diese
Hülse zumindest im Bereich ihrer größten Breite in achsparalleler Richtung ballig
ausgebildet. Die Hülse kann sich dabei aufgrund ihrer Lagerung und Oberflächenausbildung
dem jeweiligen zu bearbeitenden Krümmungsbereich in geeigneter Weise abstützend anlegen.
[0011] Nach einer bevorzugten Ausführungsart ist das erfindungsgemäße Werkzeug dadurch gekennzeichnet,
daß achsparallel an der Abstützhülse sich diametral gegenüberliegend zwei Lagerstege
angeformt sind mit endseitigen Lagerscheiben, die in entsprechend hinterschnittenen,
stirnseitig offenen Ausnehmungen an der
Abstützhülse schwenkbar aufgenommen sind. Die Lagerscheiben können. dabei an ihren
gegeneinandergerichteten Flächen konvex ausgebildet sein. Diese Lagerung ist geeignel,in
Anbetracht der relativ dünnen Wandstärken die auftretenden nonen Zugkräfte aufzunehmen.
Sie läßt sich relativ leicht montieren.
[0012] Anhand eines abgebildeten Ausführungsbeispieles wird die Erfindung im folgenden näher
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 in einer teilweisen Schnittdarstellung einen doppelwandigen, gekrümmten Rohrabschnitt
im Bereich der Biegeschablone einer nicht dargestellten Biegeeinrichtung,
Fig. 2 die Ansicht des zugehörigen Werkzeuges zur Innenabstützung des Außenrohres,
Fig. 3 eine um 90° gedrehte Ansicht des Werkzeuges in Fig. 2,
Fig. 4 die Vorderansicht der Abstützhülse,
Fig. 5 die Seitenansicht dieser Hülse und
Fig. 6 die Draufsicht von vorne auf die Hülse in Fig. 4.
[0013] Zunächst wird auf Fig. 1 Bezug genommen. Die an ihrem von der Maschine her gesehen
vorderen Ende miteinander in geeigneter Weise verbundenen Rohre 1 und 2 sind von den
in Pfeilrichtung verfahrbaren Haltebacken 5 aufgenommen. Von der Maschinenseite her
sind in das doppelwandige Rohr gesteuert in axialer Richtung Abstützwerkzeuge eingeschoben,
die die beiden um die Schablone 6 zu biegenden Rohre 1 und.2 im Krümmungsbereich von
innen jeweils abstützen. Vor dieser Biegeschablone 6
'wird das Außenrohr von einer Seite von einer Gleitschiene 4 geführt und abgestützt,
von der anderen Seite liegt das Außenrohr an einem ortsfesten Faltenglätter 9 an.
[0014] Zur Innenabstützung des Innenrohres 2 dient ein Abstützdorn 7, der an seinem vorderen
Ende einen gelenkig gelagerten kugelförmigen Abstützkopf 71 aufnimmt. An diesem Abstützkopf
71, dessen Außenfläche 711 kugelförmig ist, ist eine Lagerachse 72 in Rohrachsrichtung
befestigt, die an ihrem Ende eine Kugel 74 aufweist. Mit diesem Kugelende ist der
Abstützkopf 71 mit Abstand vom Abstützdorn in dem entsprechend ausgebildeten pfannenartigen
Lager 73 schwenkbar gehalten.
[0015] Zur Innenabstützung des Außenrohres 1 während der Biegebearbeitung im Krümmungsbereich
ist in den Zwischenraum 3 zwischen den beiden Rohren 1 und 2 das insgesamt mit der
Ziffer 8 bezeichnete rohrförmige Werkzeug eingeführt, an dem eine mindestens um eine
quer zur Rohrachse gerichtete Achse verschwenkbare,ring - artige Abstützhülse gehalten
ist.
[0016] Bei diesem aus den Figuren 2 - 6 erkennbaren Abstützwerkzeug ist die Abstützhülse
81 im Innen-und Außendurchmesser dem rohrförmigen Werkzeug 8 angepaßt. Um diese Abstützhülse
81 schwenkbar mit Abstand am Werkzeug 8 zu halten sind an ihr sich diametral gegenüberliegend
zwei Lagerstege 814 angeformt mit endseitigen Lagerscheiben 815, die in entsprechend
hinterschnittenen, stirnseitig offenen Ausnehmungen 816 an dem Abstützrohr 8 aufgenommen
sind. Die Lagerscheiben 815 sind an ihren gegeneinandergerichteten Flächen 818 konvex
ausgebildet zur Erhöhung des Verschwenkungsbereiches der Hülse 81.
[0017] An ihrer Vorderseite ist die Abstützhülse 81 schräg zur Rohrachse angeschnitten,
so daß diese Hülse über den Umfang gesehen einen schmalsten Bereich 817 und einen
breitesten Bereich 811 aufweist. Der Schrägschnitt ist dabei in einer der abzustützenden
Krümmung angepaßten Kurve vorgenommen. Die Stirnkante 812 der Abstützhülse 81 ist
abgerundet ausgeführt und kann eine reduzierte Einführungsschräge besitzen.
[0018] Zur Herstellung der erfindungsgemäßen doppelwandigen Rohrabschnitte für Abgasanlagen
wird zunächst in geeigneter Länge das Innenrohr 2 in das Außenrohr 1 eingesteckt.
Es erfolgt die Verbindung der Rohre koaxial an einer Seite unter Einhaltung des umlaufend
gleichen Wandabstandes. Diese Verbindung kann dabei durch Einziehung des Außenrohres
auf den Außendurchmesser des Innenrohres oder umgekehrt durch Aufweitung des Innenrohres
auf den Innendurchmesser des Außenrohres erfolgen, ebenso sind abstandshaltende Schweißverbindungen
möglich. Der auf diese Weise miteinander verbundene Doppelrohrabschnitt wird in die
vorzugsweise automatisch oder halbautomatisch arbeitende Biegemaschine eingebracht.
Dabei wird der Abstützdorn 7 in das Innenrohr 2 und das Abstützrohr 8 in den Zwischenraum
3 maschinell eingeführt und auf den jeweiligen Krümmungsbereich verfahren. Nach Fertigstellung
einer Krümmung erfolgt ein Vorschub des Doppelrohres bis zur nächsten Krümmung. Durch
Steuerung der einzelnen Werkzeuge, gegebenenfalls unter Verdrehung des Doppelrohres
um die Achse wird die nächste Krümmung in der geschilderten Weise unter vollständiger
Innenabstützung hergestellt. Nach Fertigstellung aller Krümmungen erfolgt die Verbindung
der zur Maschinenseite hin gerichteten Enden der Rohre 1 in der gleichen Weise wie
auf der anderen Stirnseite nach dem Abziehen von den Abstützwerkzeugen.
[0019] Doppelwandige gekrümmte Rohre der erfindungsgemäßen Art für Abgasanlagen von Kraftfahrzeugen,
die sich nach dem erfindungsgemäßen Verfahren beliebig faltenfrei und ohne Berührungen
von Innen-und Außenrohr herstellen lassen,haben den Vorteil, daß aufgrund des gebildeten
Luftzwischenraumes eine weitaus bessere Schall-und Wärmedämmung gegeben ist. Insbesondere
für die Abgasleitungen in Anlagen mit Katalysatoren ist es notwendig, die Abgastemperaturen
hoch zu halten. Wärmeverluste vom Motor bis zum Katalysator müssen daher gering gehalten
werden. Durch die schalldämmenden doppelwandigen Rohre können zum Teil sonstige aufwendige
Schalldämmaßnahmen an der Abgasanlage unnötig werden.
Zusammenstellung der Bezugszeichen
[0020]
1 Außenrohr
2 Innenrohr
3 Zwischenraum
4 Gleitschiene
5 Haltebacken
6 Biegeschablone
7 Abstützdorn
71 Abstützkopf
711 Außenfläche
72 Lagerachse
73 Lager
74 Kugelende
8 Abstützrohr
81 Abstützhülse
811 äußerer Abschnitt
812 Abrundung
814 Lagersteg
815 Lagerscheibe
816 Ausnehmung
817 innerer Abschnitt
818 Konvexflächen
9 Faltenglätter
1. Verfahren zum Herstellen von doppelwandigen, gekrümmten Rohrabschnitten für Abgasanlagen
an_Kraftfahrzeugen od.dgl., bei dem vor der maschinellen Biegebearbeitung das Innenrohr
und das koaxiale Außenrohr mit Wandabstand an einer Stirnseite miteinander verbunden
werden, und während der Biegebearbeitung im jeweiligen Krümmungsbereich im Innenrohr
eine Abstützung erfolgt über einen axial verschiebbaren Abstützdorn, während im jeweiligen
Krümmungsbereich das Außenrohr von einem zwischen Außen-und Innenrohr in axialer Richtung
verschiebbaren, rohrförmigen Werkzeug abgestützt wird, dadurch gekennzeichnet, daß
an dem inneren Abstützdorn (7) ein bekannter kugelförmiger Abstützkopf (71) schwenkbar
gehalten ist und an dem rohrförmigen Werkzeug (8) mindestens eine um eine quer zur
Rohrachse gerichtete Achse verschwenkbare, ringartige Abstützhülse (81) gehalten ist
und daß nach der Biegebearbeitung die Verbindung der beiden Rohre (1,2) an der anderen
Stirnseite erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Verbindung das Innenrohr
(2) an seinen Enden auf den Innendurchmesser des Außenrohres (3) aufgeweitet wird.
3. Werkzeug zur Innenabstützung des Außenrohres zur Durchführung des Verfahrens nach
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an der Stirnseite eines maschinell gesteuert
in Achsrichtung verschiebbaren Abstützrohres (8) mit Abstand eine durchmesser- und
im wesentlichen wandstärkengleiche Abstützhülse (81) koaxial angeordnet und gelenkig
gehalten ist.
4. Werkzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Abstützhülse (81) an ihrer
freien Stirnseite in etwa schräg gegenüber der Achse angeschnitten ist.
5. Werkzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Abstützhülse (81) zumindest
im Bereich (811) ihrer größten Breite in achsparalleler Richtung ballig ausgebildet
ist.
6. Werkzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Stirnseite (812) abgerundet
ist.
7. Werkzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß achsparallel an der Abstützhülse
(81) sich diametral gegenüberliegend zwei Lagerstege (814) angeformt sind mit endseitigen
Lagerscheiben (815), die in entsprechend hinterschnittenen, stirnseitig offenen Ausnehmungen
(816) an dem Abstützrohr (8) verschwenkbar aufgenommen sind.
8. Werkzeug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Lagerscheiben (815) an
ihren gegeneinandergerichteten Flächen (816) konvex ausgebildet sind.