[0001] Die Erfindung betrifft eine Tragplatte mit Spannvorrichtung gemäß Oberbegriff des
Hauptanspruches.
[0002] Spannvorrichtungen der genannten Art sind nach der US-PS 2 436 941 bekannt. Der weitere
diesbezüglich einschlägige Stand der Technik wird bspw. durch folgende Druckschriften
repräsentiert: DE-GM 78 06 055, GB-PS 778 865 und US-PS 3 480 271. Solche Spannvorrichtungen
werden bspw. an Werkstücksauflageplatten od. dgl. an-oder aufgesetzt befestigt, wobei
der Spannhebel in Schließstellung das betreffende Werkstück (bspw. Karosserie oder
Karosserieteil) gegen die Auflageplatte drückt und festgespannt hält. Dies bedeutet,
daß die Auflageplatte rings um die Kontur des betreffenden Werkstückes mit Spannvorrichtungen
besetzt ist. Durch moderne Fertigungsmethoden, insbesondere in der Autoindustrie,
ist die Forderung entstanden, die im Zuge einer Fertigungsstraße hintereinander angeordneten,
aber auch beliebig im Bedarfsfall herausnehmbaren Transportwagen mit Spannvorrichtungen
auszustatten, die mit möglichst geringer Raumbeanspruchung am Werkstück ansetzbar
sind und die bei Nichtbedarf völlig in bzw. unter der eigentlichen Aufstellfläche
des Transportwagens zum Verschwinden gebracht werden können. Abgesehen davon ist eine
solche Forderung bspw. auch für Ladeflächen von Interesse, die bspw. genormte Container
aufnehmen sollen, da man bei Erfüllung dieser Forderung den betreffenden Gegenstand,
von Spannvorrichtungen unbehindert, in bezug auf die Ladefläche auf- und abschieben
kann.
[0003] Der Erfindung liegt also die Aufgabe zugrunde, unter Voraussetzung des Vorhandenseins
möglichst kleiner Durchgriffsöffnungen in der Auflagefläche eine Tragplatte mit Spannvorrichtung
zu schaffen, bei der mit möglichst geringem Aufwand und möglichst geringer Raumbeanspruchung
der Spannhebel aus der Auflagefläche zum Auftauchen, in Spannstellung zum Werkstück
geschwenkt und mit Übertotpunktverriegelung unter Spannung gebracht und umgekehrt
wieder entspannt bzw. entriegelt, abgeschwenkt und versenkt werden kann.
[0004] Diese Aufgabe ist durch eine Tragplatte mit Spannvorrichtung der eingangs genannten
Art nach der Erfindung durch die im Kennzeichen des Hauptanspruches angeführten Merkmale
gelöst. Vorteilhafte, bevorzugte und praktische Ausführungs- und Weiterbildungsformen
ergeben sich nach den Unteransprüchen.
[0005] Durch die erfindungsgemäße Lösung sind die gestellten Forderungen denkbar einfach
erfüllt, und es ergeben sich folgende Vorteile:
Die Spannkräfte vergleichbarer "normaler" Spannvorrichtungen sind ohne weiteres erreichbar.
Zum Vollzug des speziellen Bewegungsablaufes des Spannhebels
ist nur ein relativ kurzer Hub von der Antriebsseite
.her erforderlich, was noch näher erläutert wird. Es ergibt sich eine schmale Baubreite,
und die Durchgriffsöffnung an der Tragplatte für den Spannhebel braucht nur Abmessungen,
die in der Breite nur geringfügig größer sein müssen als die Dicke des Spannhebels
und die in der Länge nur etwa dem Dreifachen seiner Breite zu entsprechen haben, da
der Spannhebel, dessen eigentlicher Spannteil hakenartig ausgebildet ist, nur eine
enge, bogenartige Bewegung ausführt. Bei Anordnung mehrerer Spannvorrichtungen an
der Tragplatte können die in einer Linie nebeneinander angeordneten Spannvorrichtungen
von nur einem zentralen Antriebselement aus angetrieben werden, wobei lediglich für
eine entsprechende Verbindung bzw. Kopplung der Vorrichtungsteile gesorgt werden muß,
in die die Antriebsbewegung einzuleiten ist. Selbstverständlich kann der Bewegungs-und
Spannantrieb außer der bevorzugten automatischen Betätigung pneumatischer oder hydraulischer
Art auch von Hand erfolgen.
[0006] Die erfindungsgemäße Tragplatte wird nachfolgend an Hand der zeichnerischen Darstellung
eines Ausführungsbeispieles näher erläutert.
[0007] Es zeigt schematisch
Fig. l einen Tragplattenabschnitt mit Spannvorrichtung in versenkter Stellung;
Fig. 2 den Tragplattenabschnitt gemäß Fig. 1 mit Spannvorrichtung in einer Zwi-chenstellung
beim Ausfahren;
Fig. 3 den Tragplattenabschnitt mit Spannvorrichtung in Spannstellung und
Fig. 4 eine Seitenansicht des Tragplattenabschnittes mit Spannvorrichtung.
[0008] Wie aus Fig.- 1 - 3 erkennbar, besteht die Spannvorrich
- tung der Tragplatte 13 aus einem Gelenkviereck, gebildet aus den Schwingen 2, 3,
dem Spannhebel 1 und aus einer festen Verbindung (Trägerplatte 13'), an der die stationären
Gelenke 9, 10 der Schwingen 2, 3 angeordnet sind. Das Antriebsglied 6 ist aus einem
Kniehebel 6' gebildet, dessen stationäres Gelenk 15 ebenfalls an der Trägerplatte
13' sitzt. Der Spannhebel 1 überragt mit seinem als Haken l" ausgebildeten Spannteil
l' das Gelenk 4 der Schwinge 3.
[0009] Der am Gelenk 11 eingeleitete Bewegungsantrieb führt zu einer Bewegung der Teile
6', 2, 3, 1 im Sinne der eingezeichneten Pfeile, wobei bspw. die Punkte A, B des Hakens
l" die strichpunktierten, sehr schmalen Kurven durchfahren (Fig. 2). Die STellungen
gemäß Fig. 2, 3 bedürfen keiner Einzelerläuterung und dienen nur zur Verdeutlichung
einer Zwischenstellung und der Spannstellung, bei der der Kniehebel 6' sich in etwas
durchgedrückter Übertotpunktstellung befindet. Die Auftauchbewegung des als Haken
1" ausgebildeten Spannhebels 1 vollzieht sich also in einem sehr schma- len Bereich,
so daß die Durchgriffsöffnung 14 in der Auflageplatte 13, unter der senkrecht die
Trägerplat- te 13' in geeigneter Weise befestigt ist, entsprechend klein gehalten
werden kann.
[0010] Beim dargestellten Ausführungsbeispiel erfolgt der Antrieb durch einen am Gelenk
16 der Trägerplatte 13' angelenkten Pneumatikzylinder 17. Im SUellweg des Kniehebels
6
1 ist ein Übertotpunktanschlag 7 ebenfalls an der Trägerplatte 13' befestigt, der dafür
sorgt, daß sich das Hakenende 8' bei weiterem Druck der Kolbenstange nicht wieder
vom zu spannenden Gegenstand leicht abhebt und die Gelenkglieder des Kniehebels nicht
nach oben durchgedrückt werden können. Die Möglichkeit der Erreichung einer Übertotpunktstellung
auch bei dieser Vorrichtung ist insofern wesentlich, als die Spannstellung unabhängig
vom An- oder Nichtanliegen des Druckes im Zylinder erhalten bleiben muß.
[0011] Wie ohne weiteres vorstellbar und wie erwähnt, kann bei Anordnung einer ganzen Reihe
von Spannvorrichtungen an der Tragplatte 13,die gemäß Fig. 4 nur eine geringe Baubreite
haben, senkrecht zur Darstellungsebene eine entsprechend geführte Koppelungsstange
angeordnet werden, die mit einer am Ende gabelartig ausgebildeten Kolbenstange erfaßt
wird und wobei die Bereiche an den Gelenken 11 als Rollen ausgebildet sind, gegen
die die Koppelungsstange drückt. Eine feste Verbindung der Kolbenstange mit dem Kniegelenk
11, wie dargestellt, ist nämlich - dies gilt auch für eine Einzelanordnung der Vorrichtung
mit eigenem Antrieb - nicht zwingend erforderlich, da der Kniehebel 6' bei zurückgefahrener
Kolbenstange des Zylinders '17 ohne weiteres mit anderen geeigneten Mitteln aus der
in Fig. 3, 4 gezeigten Übertotpunktstellung herausgedrückt werden kann. Dafür könnte
natürlich auch ein weiterer Stellzylinder vorgesehen werden, gekoppelt mit einem zu
verstellenden Keil, der auf das Kniegelenk 11 wirkt. Derartige nur in Wirkverbindung
bringbare Antriebselemente sind insbesondere für die erwähnten Transportwagen in der
Autoindustrie von Interesse, da diese Wagen einzeln aus Fertigungsstraßen im Bedarfsfall
und den darauf befindlichen festgespannten Werkstücken auskoppelbar sein müssen.
[0012] Da die Spannvorrichtung der Tragplatte 13 äußerst kurzhubig zu bewegen ist (die Darstellungen
haben den Maßstab von etwa 1:1), ist es auch absolut problemlos, für einen Handantrieb
zu sorgen, der bspw. mit einer geeignet bemessenen Kurve das Kniegelenk 11 nach oben
drückt. Die Kurzhubigkeit der Spannvorrichtung, die dadurch auch wenig raumbeanspruchend
in beengten Räumen untergebracht werden kann, kommt dadurch zustande, daß der Spannhebel
1 aus einer gewissermaßen liegenden Stellung mit einer engen Bogenbewegung aufgerichtet
und am Ende dieser Aufrichtbewegung wieder geringfügig nach unten gezogen und in Spannstellung
gebracht wird. Der Betätigungszylinder 17 muß dabei keineswegs der Spannvorrichtung,
wie dargestellt, senkrecht zugeordnet werden, sondern dieser kann unter Zwischenschaltung
eines geeigneten Bewegungsumsetzers (Kurvenführungsstück od. dgl.) am Kopf der Kolbenstange
auch ohne weiteres horizontal angeordnet werden.
[0013] Die Bezeichnung "Tragplatte" ist natürlich so zu verstehen, daß es sich auch um eine
Anlegeplatte handeln kann, an die der festzustpannende Gegenstand seitlich angesetzt
und dann, wie beschrieben, festgespannt wird.
1. Tragplatte, insbesondere Transportwagen-, Palettentragplatte mit Spannvorrichtung
für auf der Platte festspannbare Gegenstände, wobei die Spannvorrichtung einen Spannhebel
als Verbindungsglied zweier Schwingen aufweist und mit diesen ein Gelenkviereck bildet,
mit seinem Spannteil das Gelenk der einen Schwinge überragt und am Gelenkviereck ein
Verstellantriebsglied angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet , daß die Tragplatte
(13) mit einer im Stellweg des Spannhebels (1) angeordneten Durchgriffsöffnung (14)
versehen ist, daß die Spannvorrichtung unter der Tragplatte (13) angeordnet ist,
daß das Spannteil (1') des Spannhebels (1) in Form eines Hakens (1") ausgebildet ist
und daß die Gelenke (4, 5; 9, 10) des Gelenkvierecks derart angeordnet und die Schwingen
(2, 3) derart bemessen sind, daß der Spannhebel (1) in Spannstellung die Durchgriffsöffnung
(14) durchgreifend (Fig. 2) mit seiner Längsachse (8) quer zu deren Verlauf bei Rückzugsstellung
(Fig. 1) des Spannhebels (1) unter der Tragplatte (13) steht.
2. Tragplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß das Antriebsglied (6)
des Gelenkvierecks in Form eines Kniehebelantriebes (6') ausgebildet ist.
3. Tragplatte nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet , daß im Bereich des Kniehebelantriebes
(6') ein Übertotpunktanschlag (7) angeordnet ist.
4. Tragplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet , daß in Rückzugsstellung
(Fig. 1) des Spannhebels (1) dessen Längsachse (8) in bezug auf die Horizontale einen
Winkel von 0° bis etwa 10° und in Spannstellung (Fig. 3) einen Winkel von etwa 85° bis 90° einschließt.
5. Tragplatte nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet , daß am Kniegelenk
(11) des Kniehebelantriebes (6') das Ende (12) eines Antriebselementes, wie Kolbenstange
eines Pneumatik-, Hydraulikzylinders od. dgl., mit dem Kniegelenk (11) in Wirkverbindung
stehend, angeordnet ist.
6. Tragplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet daß die stationären
Gelenke (9, 10; 15, 16) der Spannvorrichtung an mindestens einer, an der mit der Durchgriffsöffnung
(14) versehenen Tragplatte (13) befestigten Spannvorrichtungstragplatte (13') angeordnet
sind.
7. Tragplatte nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet , daß dem Kniehebelgelenk
(11) ein Rückstellantrieb zugeordnet ist.
8. Tragplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das spannseitige
Ende des Hakens (1") mit einer einstellbaren Druckschraube (18) versehen ist.
9. Tragplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet , daß bei Anordnung
mehrerer Spannvorrichtungen in einer Geraden unter der Tragplatte (13) diese mit einem
gemeinsamen, auf ein Verbindungselement, wie Stellstange od. dgl., wirkenden Antriebselement
versehen sind.