[0001] Die Erfindung betrifft eine streifenförmige Zwischenlage zum Befestigen an einer
äußeren Flachglasscheibe eines Stapels von Flachglasscheiben nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Bei der Herstellung von Flachglas auf einer Floatanlage durchläuft das Floatglas
verschiedene Behandlungsstationen, an denen das Glas gemessen, gesichtet, geschnitten,
gebrochen und schließlich sortiert und gestapelt wird. Eine solche vollautomatische
Stapelanlage als Bestandteil einer Floatanlage verwendet u.a. an eine Vakuumquelle
zu- und abschaltbare Sauger, um die Flachglasscheiben in einer horizontalen Lage zu
erfassen, in der sie angefördert werden, zu schwenken und an einem Lagerbock in annähernd
senkrechte Stellung zu stapeln. Anschließend werden die Sauger abgeschaltet, so daß
die Saugtraversen, an denen die Sauger befestigt sind, oder ähnliche Träger bei gelöster
Glasplatte zurückgeschwenkt werden können.
[0003] Wenn eine vorbestimmte Anzahl Glasscheiben in dieser Weise gestapelt sind, werden
an einer äußeren Flachglasscheibe des Stapels im Abstand nebeneinander streifenförmige
Zwischenlagen angebracht, durch welche dieses Stapel von einem nächsten Stapel getrennt
ist. Das Stapel mit den Zwischenlagen bildet ein Glaspaket, dessen Größe und Gewicht
durch die Tragkraft und Förderkapazität eines Fördermittels begrenzt ist.
[0004] Im einzelnen werden auf einer äußeren Flachglasscheibe in der Regel 6 bis 7 streifenförmige
Zwischenlagen parallel im Abstand zueinander befestigt. Die Zwischenlagen können nach
dem Stand der Technik aus verschiedenen Werkstoffen bestehen, wie x•B. Holz, Spanplattenmaterial,
Schaumstoffen oder beidseitig mit Kraftpapier beklebten Papierwaben. Die Zwischenlagen
haben eine Stärke von 10 bis 40 mm, die sich nach der beabsichtigten weiteren Beförderung
der Glaspakete richtet. Die Länge der streifenförmigen Zwischenlagen beträgt bis ca.
3.200 mm, während die Breite auf 60 bis 100 mm bemessen ist.
[0005] Zur Befestigung der Zwischenlagen an der äußeren Flachglasscheibe sind bisher Klebestreifen
verwendet worden. Nach einem herkömmlichen Verfahren werden die Zwischenlagen unmittelbar
manuell mittels der Klebestreifen an der äußeren Glasscheibe angebracht. Dieses Verfahren
ist aufgrund der damit verbundenen Personalkosten aufwendig. Außerdem wird die Glasscheibe
durch die Klebstoffstreifen bzw. haften bleibende Klebstoffteilchen nach einer späteren
Entfernung der Klebstoffstreifen verschmutzt. Daher ist die äußere Scheibe vor einer
weiteren Verarbeitung z.B. zu Verbundscheiben oder Isolierglas einem intensiven und
wiederum aufwendigen Reinigungsvorgang zu unterziehen.
[0006] Die voranstehend genannten Nachteile können nur teilweise durch eine Teilautomatisierung
nach einem ebenfalls bekannten Verfahren vermieden werden, das von einer Verlegevorrichtung
für die Zwischenlagen Gebrauch macht. Diese zum Stand der Technik gehörenden Verlegevorrichtungen
sind so eingerichtet, daß sie nur immer eine einzige Zwischenlage aufnehmen und mittels
eines doppelseitig klebenden Klebestreifens an der äußeren Flachglasscheibe anbringen
können. Es ist also auch hier Personal notwendig, welches vor dem Einlegen der jeweiligen
Zwischenlage in die Verlegvorrichtung eine Schutzfolie von dem Klebestreifen entfernen
muß, welcher mit einer klebenden Seite an der Zwischenlage angebracht war. Es lassen
sich so zwar viele Zwischenlagen vorbereiten und auf Lager halten, jedoch ist eine
automatische Anbringung einer Reihe von Zwischenlagen ohne Hilfspersonal nicht ohne
weiteres möglich.
[0007] Es ist zwar schon bekannt, Schutz- und Unterlagsklötze zum Anbringen an Glasscheiben
mit einem Sauger oder Saugnapf zu verbinden, der parallel zur Glasfläche liegend an
dieser haften kann (DE-GM 19 42 869). Damit soll das bisher notwendige langwierige
Befestigen des Schutz- und Unterlagsklotzes mittels einer Schnur oder eines Seiles
entfallen. Damit ist aber dem Fachmann nicht die Lehre bekannt, ob und gegebenenfalls
wie im einzelnen Saugnäpfe an streifenförmigen Zwischenlagen eingesetzt werden können,
um die geschilderten Nachteile der bisherigen Zwischenlagenbefestigungen zu überwinden.
[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, streifenförmige Zwischenlagen
zum Befestigen an einer äußeren Flachglasscheibe eines Stapels so auszubilden, daß
eine Verschmutzung der Flachglasscheiben durch Befestigung streifenförmiger Zwischenlagen
weitgehendst vermieden und die Verlegung der Zwischenlagen zum Zwecke der Automatisierung
vereinfacht wird.
[0009] Diese Aufgabe wird durch die in dem kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 angegebene
Erfindung gelöst.
[0010] Die derart ausgestatteten streifenförmigen Zwischenlagen können selbsttätig in einfacher
Weise ohne vorbereitendes Abziehen einer Folie und ohne Hilfsenergie zu einer Vakuumerzeugung
an der jeweils äußeren Flachglasscheibe zuverlässig durch einfaches Andrücken befestigt
werden. Bei der späteren Entfernung der Zwischenlagen bleiben keine Rückstände, insbesondere
kein Klebstoff zurück. Die Flachglasscheibe kann daher ohne aufwendige Reinigung weiterverarbeitet
werden. Durch die angegebene Dimensionierung des Saugnapfes in der Vertiefung wird
erreicht, daß die streifenförmige Zwischenlage, ähnlich wie bei einer Befestigung
mit Klebestreifen, dicht an der äußeren Flachglasscheibe anliegt.
[0011] Die angegebene Dimensionierung beinhaitet auch, daß die Saugnäpfe nur wenig über
die die Vertiefung seitlich begrenzenden Oberflächen hervorstehen. Damit können die
Zwischenlagen vor ihrer Anbringung raumsparend gelagert werden.
[0012] Bei der Verwendung von porigem Material für die streifenförmigen Zwischenlagen läßt
sich weiter in vorteilhafter Weise eine größere Anzahl von mit den Saugnäpfen vorbereiteten
Zwischenlagen übereinander in einem Magazin in einer angepaßten Verlegeanlage stapeln.
Damit können die mit den Saugnäpfen vorbereiteten streifenförmigen Zwischenlagen mittels
der angepaßten Verlegevorrichtung über einen langen Zeitraum automatisch ohne Personal
verlegt bzw. an die Flachglasscheiben angebracht werden.
[0013] Die elastischen Saugnäpfe bestehen beispielsweise aus natürlichem oder synthetischem
Gummi und sind in der grundsätzlich bekannten Weise ähnlich einem Hohlkonus oder einer
Kugelkalotte geformt, so daß durch Anpressen des Saugnapfes an die Flachglasscheibe
die Luft aus dem Saugnapf ausgedrückt wird und bei der eleastischen Rückformtendenz
ein Vakuum in dem Hohlraum selbsttätig entsteht, wodurch die Haftung an der Flachglasscheibe
erhalten bleibt. Dabei wird ausgenutzt, daß die Flachglasscheibe eine plane, praktisch
porenfreie Oberfläche aufweist.
[0014] Besonders zweckmäßig ist die Kombination der Saugnäpfe mit beidseitig mit Kraftpapier
beklebten Papierwaben als Material der Zwischenlagen, da das Kraftpapier eine verhältnismäßig
porige bzw. rauhe Oberfläche hat, an der die Saugnäpfe nicht anhaften. Daher können
mehrere mit Saug
- näpfen versehene streifenförmige Zwischenlagen aus diesem Material übereinander in
einem Magazin gestapelt werden. Diese gestapelten Zwischenlagen stehen also miteinander
nur in loser Verbindung, so daß sie maschinell leicht entnommen und an der Flachglasscheibe
angebracht werden können.
[0015] Die beidseitig mit Kraftpapier beklebten Papierwaben, die die Zwischenlagen bilden,
haben im Hinblick auf die Anbringung der Saugnäpfe auch den Vorteil, daß die Vertiefungen
durch einfaches Eindrücken mit Hilfe eines Stempels erzeugt werden können, wobei die
Zellwände der Papierwabe sich bleibend zusammenstauchen. Zur Herstellung der Vertiefung
ist also in diesem Fall keine Material-abnehmende Bearbeitung notwendig. Die Befestigung
des Saugnapfes in der damit erzeugten Vertiefung und/oder einem Zellenhohlraum kann
dann durch Kleben oder Eindrücken eines Saugnapfes mit einem entsprechend geformten
unteren Rand erfolgen.
[0016] Zweckmäßig sind die Vertiefungen und die darin befestigten Saugnäpfe längs einer
Reihe angeordnet. Bei annähernd äquidistanter Verteilung der Vertiefungen und Saugnägfe
kann für eine gleichmäßige Haftwirkung über die Länge der streifenförmigen Zwischenlage
gesorgt werden.
[0017] Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen streifenförmigen Zwischenlage wird
im folgenden anhand einer Zeichnung mit zwei Figuren erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 eine mit einem Saugnapf versehene Zwischenlage in einer schaubildlichen Ansicht
von oben und
Fig. 2 die Zwischenlage nach Fig. 1 in einer Seitenansicht.
In Fig. 1 ist ein Abschnitt einer streifenförmigen Zwischenlage mit 1 bezeichnet.
Die Zwischenlage besteht aus beidseitig mit Kraftpapier 2, 3 beklebten Papierwaben
4.
[0018] Die Zwischenlage weist eine Vertiefung 5 auf, die durch Eindrücken des oberen Kraftpapiers
und des darunter befindlichen Teils der Papierwaben mittels eines Stempels hergestellt
ist. In dem Bereich 6 ist in Fig. 2 angedeutet, wie die Papierwaben zusammengestaucht
sind. - Anstelle der in den Fig. 1 und 2 dargestellten, über die Breite durchgehenden
Vertiefung, kann die Vertiefung auch nur zentral in der Mitte der streifenförmigen
Zwischenlage eingedrückt sein, so daß die Vertiefung einen geschlossenen Rand aufweist,
der die Verwindungssteifigkeit der Zwischenlage erböben kann. Andererseits braucht
die Zwischenlage nur zur Anbringung genügend biegesteif zu sein, da sie an der Flachglasscheibe
an mehreren Stellen anhaftend keiner nennenswerten Biegebeanspruchung mehr unterworfen
wird. Es treten dann im wesentlichen nur Druckbelastungen auf, die durch die Partien
der Zwischenlagen zwischen den Ausspartungen sicher aufgenommen werden.
[0019] Zentral ist in der Vertiefung 5 jeweils ein elastischer Saugnapf 7 angebracht. Der
elastische Saugnapf kann angeklebt sein - dies ist in der Zeichnung angenommen - aber
in anderen Ausführungsformen auch durch eine druckknopf- ähnliche Verbindung mit dem
Material in der Vertiefung verbunden sein. Hierzu wäre der Saugnapf in seinem unteren
Bereich mit einem umlaufenden Vorsprung auszubilden, der mit einer Durchbrechung der
Kraftpapierschicht 2 eine formschlüssige Verbindung eingehen kann.
[0020] Anstelle eines einzigen in jeder Vertiefung vorgesehenen Saugnapfes ist es auch möglich,
zwei oder mehrere kleinere Saugnäpfe vorzusehen, die eine größere Sicherheit bei Funktionslosigkeit
eines Saugnapfes, beispielsweise infolge einer nicht erkannten Beschädigung, haben.
[0021] Eine bevorzugte Dimensionierung des Saugnapfes ist in Bezug auf die Vertiefung in
Fig. 2 dargestellt:
Die Vertiefung hat eine Tiefe V, die einen Bruchteil der Höhe bzw. Stärke H der Zwischenlage
beträgt. Die Zwischenlage soll wesentlich stärker als die Absenkung der Vertiefung
sein, damit genügende Festigkeitseigenschaften auch im Bereich der Vertiefung gegeben
sind. Der Saugnapf ist so bemessen, daß er im entspannten Zustand, d.h. wenn er nicht
an eine Flachglasscheibe angedrückt ist, eine Höhe S hat, die etwas größer als die
Tiefe V der Vertiefung ist. Damit kann die obere offene Seite des Saugnapfes mit Sicherheit
zur Anlage an die Flachglasscheibe gelangen und unter Andruck an die Flachglasscheibe
so verformt werden, daß der Saugnapf völlig in die Vertiefung zurückweicht. Dies heißt,
daß die Oberfläche des Kraftpapiers 2 und ein oberer nicht bezeichneter Rand des Saugnapfes
in einer
Ebene liegen, die durch die anhaftende Flachglasscheibe bestimmt ist.
[0022] Durch eine nicht dargestellte Anordnung einer Vielzahl von Vertiefungen und Saugnäpfen
in einer Reihe längs einer gedachten Mittellinie der streifenförmigen Zwischenlage
wird die Zwischenlage zuverlässig an der Flachglasscheibe befestigt.
[0023] Bei dem Entfernen der streifenförmigen Zwischenlage mit den Saugnäpfen hinterlassen
diese auf der Flachglasscheibe praktisch keine Rückstände. Aus diesem Grund braucht
die Flachglasscheibe vor der weiteren Verarbeitung nicht gesondert gereinigt zu werden.
[0024] Es wird noch bemerkt, daß durch etwaige Risse in dem Kraftpapier und/oder den Papierwaben
im Bereich der Vertiefung 5 die Festigkeitseigenschaften der Zwischenlage nur unwesentlich
vermindert sein können, so daß eine für den vorliegenden Anwendungsfall sicher ausreichende
Festigkeit erhalten bleibt. Risse bzw. Zerstörungen der oberen Kraftpapierlage und/oder
der Papierwaben können weiter dadurch vermieden oder herabgesetzt werden, daß die
Vertiefungen mit einem verhältnismäßig flachen Übergang zu der normalen Materialstärke
ausgebildet sind.
1. Streifenförmige Zwischenlage zum Befestigen an einer äußeren Flachglasscheibe eines
Stapels von Flachglasscheiben, insbesondere aus beidseitig mit Kraftpapier beklebten
Papierwaben,
dadurch gekennzeichnet ,
daß aus der Zwischenlage (1) Vertiefungen (5) ausgeformt sind, in denen je mindestens
ein elastischer Saugnapf (7) fest angebracht ist, und daß der Saugnapf so bemessen
ist, daß er im unbelasteten Zustand mit seiner offenen Seite über die an die Vertiefung
angrenzenden Oberflächen (2) der Zwischenlage herausragt, aber im an die Flachglasscheibe
angedrückten Zustand mit diesen Oberflächen bündig abschließt.
2. Streifenförmige Zwischenlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet ,
daß die Vertiefungen (z.B. 5) und die darin befestigten Saugnäpfe (z.B. 7) längs einer
Reihe angeordnet sind.