(19)
(11) EP 0 164 631 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
18.12.1985  Patentblatt  1985/51

(21) Anmeldenummer: 85106484.0

(22) Anmeldetag:  25.05.1985
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B65D 57/00, B65D 85/48
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 15.06.1984 DE 3422305

(71) Anmelder: Kartonnagefabriek Besin b.v.
NL-3850 AC Ermelo (NL)

(72) Erfinder:
  • Streck, Friedrich
    D-6380 Bad Homburg v.d.H. (DE)

(74) Vertreter: Schubert, Siegmar, Dipl.-Ing. et al
Patentanwälte Dr. Weinhold, Dannenberg, Dr. Gudel, Schubert Grosse Eschenheimer Strasse 39
60313 Frankfurt
60313 Frankfurt (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Streifenförmige Zwischenlage zum Befestigen an einer äusseren Flachglasscheibe eines Stapels


    (57) Aus einer streifenförmigen Zwischenlage zum Befestigen an einer äußeren Flachglasscheibe eines Stapels von Flachglasscheiben sind Vertiefungen (5) ausgeformt, in denen je ein elastischer Saugnapf (7) fest angebracht ist. Der Saugnapf ist bezüglich der Vertiefung (5) so bemessen, daß er im unbelasteten Zustand mit seiner offenen Seite über die an die Vertiefung angrenzenden Oberflächen (Kraftpapier 2) der Zwischenlage (1) herausragt, aber im an die Flachglasscheibe angedrückten Zustand mit diesen Oberflächen abschließt. Die streifenförmige Zwischenlage kann aus Holz, Spanplattenmaterial. Kunststoff bestehen, ist jedoch vorzugsweise aus beidseitig mit Kraftpapier beklebten Papierwaben hergestellt.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine streifenförmige Zwischenlage zum Befestigen an einer äußeren Flachglasscheibe eines Stapels von Flachglasscheiben nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

    [0002] Bei der Herstellung von Flachglas auf einer Floatanlage durchläuft das Floatglas verschiedene Behandlungsstationen, an denen das Glas gemessen, gesichtet, geschnitten, gebrochen und schließlich sortiert und gestapelt wird. Eine solche vollautomatische Stapelanlage als Bestandteil einer Floatanlage verwendet u.a. an eine Vakuumquelle zu- und abschaltbare Sauger, um die Flachglasscheiben in einer horizontalen Lage zu erfassen, in der sie angefördert werden, zu schwenken und an einem Lagerbock in annähernd senkrechte Stellung zu stapeln. Anschließend werden die Sauger abgeschaltet, so daß die Saugtraversen, an denen die Sauger befestigt sind, oder ähnliche Träger bei gelöster Glasplatte zurückgeschwenkt werden können.

    [0003] Wenn eine vorbestimmte Anzahl Glasscheiben in dieser Weise gestapelt sind, werden an einer äußeren Flachglasscheibe des Stapels im Abstand nebeneinander streifenförmige Zwischenlagen angebracht, durch welche dieses Stapel von einem nächsten Stapel getrennt ist. Das Stapel mit den Zwischenlagen bildet ein Glaspaket, dessen Größe und Gewicht durch die Tragkraft und Förderkapazität eines Fördermittels begrenzt ist.

    [0004] Im einzelnen werden auf einer äußeren Flachglasscheibe in der Regel 6 bis 7 streifenförmige Zwischenlagen parallel im Abstand zueinander befestigt. Die Zwischenlagen können nach dem Stand der Technik aus verschiedenen Werkstoffen bestehen, wie x•B. Holz, Spanplattenmaterial, Schaumstoffen oder beidseitig mit Kraftpapier beklebten Papierwaben. Die Zwischenlagen haben eine Stärke von 10 bis 40 mm, die sich nach der beabsichtigten weiteren Beförderung der Glaspakete richtet. Die Länge der streifenförmigen Zwischenlagen beträgt bis ca. 3.200 mm, während die Breite auf 60 bis 100 mm bemessen ist.

    [0005] Zur Befestigung der Zwischenlagen an der äußeren Flachglasscheibe sind bisher Klebestreifen verwendet worden. Nach einem herkömmlichen Verfahren werden die Zwischenlagen unmittelbar manuell mittels der Klebestreifen an der äußeren Glasscheibe angebracht. Dieses Verfahren ist aufgrund der damit verbundenen Personalkosten aufwendig. Außerdem wird die Glasscheibe durch die Klebstoffstreifen bzw. haften bleibende Klebstoffteilchen nach einer späteren Entfernung der Klebstoffstreifen verschmutzt. Daher ist die äußere Scheibe vor einer weiteren Verarbeitung z.B. zu Verbundscheiben oder Isolierglas einem intensiven und wiederum aufwendigen Reinigungsvorgang zu unterziehen.

    [0006] Die voranstehend genannten Nachteile können nur teilweise durch eine Teilautomatisierung nach einem ebenfalls bekannten Verfahren vermieden werden, das von einer Verlegevorrichtung für die Zwischenlagen Gebrauch macht. Diese zum Stand der Technik gehörenden Verlegevorrichtungen sind so eingerichtet, daß sie nur immer eine einzige Zwischenlage aufnehmen und mittels eines doppelseitig klebenden Klebestreifens an der äußeren Flachglasscheibe anbringen können. Es ist also auch hier Personal notwendig, welches vor dem Einlegen der jeweiligen Zwischenlage in die Verlegvorrichtung eine Schutzfolie von dem Klebestreifen entfernen muß, welcher mit einer klebenden Seite an der Zwischenlage angebracht war. Es lassen sich so zwar viele Zwischenlagen vorbereiten und auf Lager halten, jedoch ist eine automatische Anbringung einer Reihe von Zwischenlagen ohne Hilfspersonal nicht ohne weiteres möglich.

    [0007] Es ist zwar schon bekannt, Schutz- und Unterlagsklötze zum Anbringen an Glasscheiben mit einem Sauger oder Saugnapf zu verbinden, der parallel zur Glasfläche liegend an dieser haften kann (DE-GM 19 42 869). Damit soll das bisher notwendige langwierige Befestigen des Schutz- und Unterlagsklotzes mittels einer Schnur oder eines Seiles entfallen. Damit ist aber dem Fachmann nicht die Lehre bekannt, ob und gegebenenfalls wie im einzelnen Saugnäpfe an streifenförmigen Zwischenlagen eingesetzt werden können, um die geschilderten Nachteile der bisherigen Zwischenlagenbefestigungen zu überwinden.

    [0008] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, streifenförmige Zwischenlagen zum Befestigen an einer äußeren Flachglasscheibe eines Stapels so auszubilden, daß eine Verschmutzung der Flachglasscheiben durch Befestigung streifenförmiger Zwischenlagen weitgehendst vermieden und die Verlegung der Zwischenlagen zum Zwecke der Automatisierung vereinfacht wird.

    [0009] Diese Aufgabe wird durch die in dem kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 angegebene Erfindung gelöst.

    [0010] Die derart ausgestatteten streifenförmigen Zwischenlagen können selbsttätig in einfacher Weise ohne vorbereitendes Abziehen einer Folie und ohne Hilfsenergie zu einer Vakuumerzeugung an der jeweils äußeren Flachglasscheibe zuverlässig durch einfaches Andrücken befestigt werden. Bei der späteren Entfernung der Zwischenlagen bleiben keine Rückstände, insbesondere kein Klebstoff zurück. Die Flachglasscheibe kann daher ohne aufwendige Reinigung weiterverarbeitet werden. Durch die angegebene Dimensionierung des Saugnapfes in der Vertiefung wird erreicht, daß die streifenförmige Zwischenlage, ähnlich wie bei einer Befestigung mit Klebestreifen, dicht an der äußeren Flachglasscheibe anliegt.

    [0011] Die angegebene Dimensionierung beinhaitet auch, daß die Saugnäpfe nur wenig über die die Vertiefung seitlich begrenzenden Oberflächen hervorstehen. Damit können die Zwischenlagen vor ihrer Anbringung raumsparend gelagert werden.

    [0012] Bei der Verwendung von porigem Material für die streifenförmigen Zwischenlagen läßt sich weiter in vorteilhafter Weise eine größere Anzahl von mit den Saugnäpfen vorbereiteten Zwischenlagen übereinander in einem Magazin in einer angepaßten Verlegeanlage stapeln. Damit können die mit den Saugnäpfen vorbereiteten streifenförmigen Zwischenlagen mittels der angepaßten Verlegevorrichtung über einen langen Zeitraum automatisch ohne Personal verlegt bzw. an die Flachglasscheiben angebracht werden.

    [0013] Die elastischen Saugnäpfe bestehen beispielsweise aus natürlichem oder synthetischem Gummi und sind in der grundsätzlich bekannten Weise ähnlich einem Hohlkonus oder einer Kugelkalotte geformt, so daß durch Anpressen des Saugnapfes an die Flachglasscheibe die Luft aus dem Saugnapf ausgedrückt wird und bei der eleastischen Rückformtendenz ein Vakuum in dem Hohlraum selbsttätig entsteht, wodurch die Haftung an der Flachglasscheibe erhalten bleibt. Dabei wird ausgenutzt, daß die Flachglasscheibe eine plane, praktisch porenfreie Oberfläche aufweist.

    [0014] Besonders zweckmäßig ist die Kombination der Saugnäpfe mit beidseitig mit Kraftpapier beklebten Papierwaben als Material der Zwischenlagen, da das Kraftpapier eine verhältnismäßig porige bzw. rauhe Oberfläche hat, an der die Saugnäpfe nicht anhaften. Daher können mehrere mit Saug- näpfen versehene streifenförmige Zwischenlagen aus diesem Material übereinander in einem Magazin gestapelt werden. Diese gestapelten Zwischenlagen stehen also miteinander nur in loser Verbindung, so daß sie maschinell leicht entnommen und an der Flachglasscheibe angebracht werden können.

    [0015] Die beidseitig mit Kraftpapier beklebten Papierwaben, die die Zwischenlagen bilden, haben im Hinblick auf die Anbringung der Saugnäpfe auch den Vorteil, daß die Vertiefungen durch einfaches Eindrücken mit Hilfe eines Stempels erzeugt werden können, wobei die Zellwände der Papierwabe sich bleibend zusammenstauchen. Zur Herstellung der Vertiefung ist also in diesem Fall keine Material-abnehmende Bearbeitung notwendig. Die Befestigung des Saugnapfes in der damit erzeugten Vertiefung und/oder einem Zellenhohlraum kann dann durch Kleben oder Eindrücken eines Saugnapfes mit einem entsprechend geformten unteren Rand erfolgen.

    [0016] Zweckmäßig sind die Vertiefungen und die darin befestigten Saugnäpfe längs einer Reihe angeordnet. Bei annähernd äquidistanter Verteilung der Vertiefungen und Saugnägfe kann für eine gleichmäßige Haftwirkung über die Länge der streifenförmigen Zwischenlage gesorgt werden.

    [0017] Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen streifenförmigen Zwischenlage wird im folgenden anhand einer Zeichnung mit zwei Figuren erläutert. Es zeigt:

    Fig. 1 eine mit einem Saugnapf versehene Zwischenlage in einer schaubildlichen Ansicht von oben und

    Fig. 2 die Zwischenlage nach Fig. 1 in einer Seitenansicht.

    In Fig. 1 ist ein Abschnitt einer streifenförmigen Zwischenlage mit 1 bezeichnet. Die Zwischenlage besteht aus beidseitig mit Kraftpapier 2, 3 beklebten Papierwaben 4.



    [0018] Die Zwischenlage weist eine Vertiefung 5 auf, die durch Eindrücken des oberen Kraftpapiers und des darunter befindlichen Teils der Papierwaben mittels eines Stempels hergestellt ist. In dem Bereich 6 ist in Fig. 2 angedeutet, wie die Papierwaben zusammengestaucht sind. - Anstelle der in den Fig. 1 und 2 dargestellten, über die Breite durchgehenden Vertiefung, kann die Vertiefung auch nur zentral in der Mitte der streifenförmigen Zwischenlage eingedrückt sein, so daß die Vertiefung einen geschlossenen Rand aufweist, der die Verwindungssteifigkeit der Zwischenlage erböben kann. Andererseits braucht die Zwischenlage nur zur Anbringung genügend biegesteif zu sein, da sie an der Flachglasscheibe an mehreren Stellen anhaftend keiner nennenswerten Biegebeanspruchung mehr unterworfen wird. Es treten dann im wesentlichen nur Druckbelastungen auf, die durch die Partien der Zwischenlagen zwischen den Ausspartungen sicher aufgenommen werden.

    [0019] Zentral ist in der Vertiefung 5 jeweils ein elastischer Saugnapf 7 angebracht. Der elastische Saugnapf kann angeklebt sein - dies ist in der Zeichnung angenommen - aber in anderen Ausführungsformen auch durch eine druckknopf- ähnliche Verbindung mit dem Material in der Vertiefung verbunden sein. Hierzu wäre der Saugnapf in seinem unteren Bereich mit einem umlaufenden Vorsprung auszubilden, der mit einer Durchbrechung der Kraftpapierschicht 2 eine formschlüssige Verbindung eingehen kann.

    [0020] Anstelle eines einzigen in jeder Vertiefung vorgesehenen Saugnapfes ist es auch möglich, zwei oder mehrere kleinere Saugnäpfe vorzusehen, die eine größere Sicherheit bei Funktionslosigkeit eines Saugnapfes, beispielsweise infolge einer nicht erkannten Beschädigung, haben.

    [0021] Eine bevorzugte Dimensionierung des Saugnapfes ist in Bezug auf die Vertiefung in Fig. 2 dargestellt:

    Die Vertiefung hat eine Tiefe V, die einen Bruchteil der Höhe bzw. Stärke H der Zwischenlage beträgt. Die Zwischenlage soll wesentlich stärker als die Absenkung der Vertiefung sein, damit genügende Festigkeitseigenschaften auch im Bereich der Vertiefung gegeben sind. Der Saugnapf ist so bemessen, daß er im entspannten Zustand, d.h. wenn er nicht an eine Flachglasscheibe angedrückt ist, eine Höhe S hat, die etwas größer als die Tiefe V der Vertiefung ist. Damit kann die obere offene Seite des Saugnapfes mit Sicherheit zur Anlage an die Flachglasscheibe gelangen und unter Andruck an die Flachglasscheibe so verformt werden, daß der Saugnapf völlig in die Vertiefung zurückweicht. Dies heißt, daß die Oberfläche des Kraftpapiers 2 und ein oberer nicht bezeichneter Rand des Saugnapfes in einer

    Ebene liegen, die durch die anhaftende Flachglasscheibe bestimmt ist.

    [0022] Durch eine nicht dargestellte Anordnung einer Vielzahl von Vertiefungen und Saugnäpfen in einer Reihe längs einer gedachten Mittellinie der streifenförmigen Zwischenlage wird die Zwischenlage zuverlässig an der Flachglasscheibe befestigt.

    [0023] Bei dem Entfernen der streifenförmigen Zwischenlage mit den Saugnäpfen hinterlassen diese auf der Flachglasscheibe praktisch keine Rückstände. Aus diesem Grund braucht die Flachglasscheibe vor der weiteren Verarbeitung nicht gesondert gereinigt zu werden.

    [0024] Es wird noch bemerkt, daß durch etwaige Risse in dem Kraftpapier und/oder den Papierwaben im Bereich der Vertiefung 5 die Festigkeitseigenschaften der Zwischenlage nur unwesentlich vermindert sein können, so daß eine für den vorliegenden Anwendungsfall sicher ausreichende Festigkeit erhalten bleibt. Risse bzw. Zerstörungen der oberen Kraftpapierlage und/oder der Papierwaben können weiter dadurch vermieden oder herabgesetzt werden, daß die Vertiefungen mit einem verhältnismäßig flachen Übergang zu der normalen Materialstärke ausgebildet sind.


    Ansprüche

    1. Streifenförmige Zwischenlage zum Befestigen an einer äußeren Flachglasscheibe eines Stapels von Flachglasscheiben, insbesondere aus beidseitig mit Kraftpapier beklebten Papierwaben,
    dadurch gekennzeichnet ,
    daß aus der Zwischenlage (1) Vertiefungen (5) ausgeformt sind, in denen je mindestens ein elastischer Saugnapf (7) fest angebracht ist, und daß der Saugnapf so bemessen ist, daß er im unbelasteten Zustand mit seiner offenen Seite über die an die Vertiefung angrenzenden Oberflächen (2) der Zwischenlage herausragt, aber im an die Flachglasscheibe angedrückten Zustand mit diesen Oberflächen bündig abschließt.
     
    2. Streifenförmige Zwischenlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet ,
    daß die Vertiefungen (z.B. 5) und die darin befestigten Saugnäpfe (z.B. 7) längs einer Reihe angeordnet sind.
     




    Zeichnung