[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Erzeugung eines Über- oder eines
Unterdrucks auf eine in Längsrichtung geförderte Papierbahn, insbesondere in einer
Wellpappenanlage, mit einer an einer Über- oder Unterdruckquelle anschließbaren Kammer,
deren eine der Papierbahn zugekehrte Seite geöffnet ist.
[0002] Es ist bekannt, ein Belasten einer mit doppelseitiger glatter Deckbahn ausgestatteten
Wellpappenbahn in der Heiz- und/oder Kühlpartie einer Wellpappenmaschine mit Druckluft
durchzuführen. Oberhalb des Beschwergurts wird eine Haube angeordnet, in der sich
ein Lüfter befindet oder die an eine Druckluftquelle angeschlossen ist (DE-OS 22 05
568). Man erhält eine günstige Druckverteilung, die sich vorteilhaft auf den Klebe-
und Trocknungsvorgang der Wellpappenbahn auswirkt. Außerdem werden auch Hoch- und
Tieferscheinungen, die durch ein Ausfallen einer oder mehrerer Wellen entstehen, durch
die Druckluftbeaufschlagung ausgeglichen und haben keinen nachteiligen Effekt auf
die Qualität der hergestellten Wellpappe. Der gleichmäßige Flächendruck ermöglicht
auch einen gleichmäßigen Wärmeübergang von den Heizplatten auf die Wellpappenbahn.
[0003] Die Heizplatten einer Wellpappenmaschine werden auf maximale Bahnbreite ausgelegt,
die jedoch nicht immer gefahren wird. Zur Anpassung an die jeweilige Bahnbreite ist
bekannt, die Haubenwände verschiebbar zu machen (DE-AS 1 191 679). Flexible Dichtelemente
sorgen dafür, daß möglichst wenig Luft nach außen entweicht. Mit Hilfe verschiebbarer
Wände ist es auch möglich, die Druckluftbeaufschlagung an die Lage der Papierbahn
anzupassen. Die zumeist schleifend eingesetzten Dichtelemente begrenzen naturgemäß
die verfügbare Druckdifferenz. Ferner unterliegen die Dichtelemente dem Verschleiß.
[0004] Es ist auch bekannt, mit Hilfe von Unterdruck auf geförderte Papierbahnen eine bremsende
Wirkung auszuüben (Vakuumbremse) oder die Papierbahn in einer gewünschten Lage zu
führen. Die Fläche, an der die Papierbahn entlanggeführt ist, ist mit einer Reihe
von Öffnungen versehen, die an Unterdruck angeschlossen sind. Schließlich ist auch
bekannt, eine Papierbahn mit Hilfe eines Vakuumbandes zu fördern (DE-OS 32 32 774).
Das Förderband ist porös oder mit Öffnungen versehen und läuft entlang eines Unterdruckbereiches,
so daß die mitgenommene Bahn am Förderband festgehalten wird. Ein Vakuumband kann
z.B. bei einer einseitigen Maschine eingesetzt werden hinter dem Spalt zwischen der
zweiten Riffelwalze und der Preßwalze, um die einseitige Bahn abzufördern. Auch bei
diesen Vorrichtungen kann das Problem bestehen, den Unterdruck flächenmäßig zu verändern
oder insgesamt in unterschiedlicher Höhe auftreten zu lassen.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Erzeugung von
Überdruck oder Unterdruck auf eine in ihrer Längsrichtung geförderte Papierbahn zu
schaffen, insbesondere für eine Wellpappenanlage, in der der Druck und/oder die Größe
der unter Druck stehenden Fläche auf einfache Weise geändert werden kann.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Kammer in Längsrichtung
und/oder quer dazu durch mindestens eine zweiteilige Querwand unterteilt ist mit eng
aneinanderliegenden, relativ zueinander beweglichen Wandabschnitten, die eine oder
mehrere Öffnungen aufweisen und eine Verstellvorrichtung mit dem beweglichen Wandabschnitt
verbunden ist, der die Öffnungen zur teilweisen oder völligen Überdeckung oder außer
Deckung bringt.
[0007] Mit Hilfe der Zwischenwände wird die Kammer in einzelne Unterkammern unterteilt.
Liegen die Wandabschnitte relativ zueinander derart, daß die Öffnungen außer Deckung
sind, übt die Zwischenwand eine Sperrfunktion aus, d.h. unter Druck stehende Atmosphäre
kann sich nicht in den benachbarten Raum weiter ausbreiten. Durch teilweise oder völlige
Überdeckung der Öffnungen läßt sich hingegen gleicher oderreduzierterDruck in benachbarten
Unterkammern erzeugen. Mit Hilfe der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist es daher möglich,
nach Größe und Lage einer Fläche einen gezielten Über- oder Unterdruck zu erzeugen.
[0008] Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann daher z.B. in Verbindung mit einer Druckhaube
zum gleichmäßigen Anpressen einer Wellpappenbahn an Heizplatten in einer Heizeinheit
einer Wellpappenanlage verwendet werden, um eine Anpassung an unterschiedliche Bahnbreiten
zu erhalten. Verschleißträchtige Dichtelemente sind nicht erforderlich. Es läßt sich
auch eine verhältnismäßig hohe Druckdifferenz erreichen.
[0009] Das Prinzip der relativ zueinander verschiebbaren Doppelwände läßt sich etwa bei
einer Druckhaube auch noch derart einsetzen, daß in Längs- und/oder Querrichtungen
horizontale Wände an der Luftaustrittsseite angeordnet sind. Die getrennten Wände
nehmen nur einen Flächenabschnitt der Austrittsöffnung ein, so daß pro Flächenabschnitt
eine Absperrung, eine Drosselung oder ein ungehinderter Austritt von Druckluft eingestellt
werden kann. In diesem Fall kann die gesamte Kammer unter gleichmäßigem Druck stehen.
[0010] Die erfindungsgemäße Vorrichtung läßt sich in gleicher Weise für Unterdruckeinrichtungen
verwenden, etwa in Fällen, in denen eine Papierbahn entlang einer Führungs-oder Bremsfläche
geführt wird, die eine Reihe von an einer Unterdruckquelle angeschlossenenSaugöffnungen
aufweist. In diesem Zusammenhang sieht eine Ausgestaltung der Erfindung vor, daß die
Führungs- oder Bremsfläche von einer ersten Platte gebildet ist, unterhalb der eine
zweite Platte eng anliegend angeordnet ist, die erste oder zweite Platte relativ zur
anderen beweglich gelagert ist und ebenfalls eine Reihe von Öffnungen aufweist und
mit der beweglichen Platte eine Verstellvorrichtung verbunden ist, die die Öffnungen
der Platten wahlweise zur teilweisen oder völligen Überdeckung oder außer Deckung
bringt.
[0011] Mit Hilfe einer derartigen Vorrichtung läßt sich der Saugdruck an der Führungs- oder
Bremsfläche stufenlos zwischen einem Höchstwert und dem Saugdruck Null in gewünschter
Weise verstellen. Durch Unterteilung der Führungsfläche in einzelne Platten läßt sich
der Saugdruck auch partiell variieren.
[0012] Vorteilhaft ist auch die Anwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung auf ein Vakuumförderband.
Ein Vakuumförderband wird z.B. in vorteilhafter Weise benutzt, um die einseitige Wellpappenbahn,
welche aus dem Spalt von zweiter Riffelwalze und Preßwalze kommt, abzuziehen und weiterzutransportieren.
Das Vakuumband ist luftdurchlässig. Sein Arbeitstrumm läuft entlang.einer Fläche,
die unter Unterdruck steht. Diese Fläche kann von der erfindungsgemäßen Doppelplatte
gebildet werden, die mit relativ zueinander verschiebbaren Öffnungen versehen ist.
[0013] Die erfindungsgemäße Unterdruckeinrichtung läßt sich auch in vorteilhafter Weise
bei einer sogenannten Vakuumbremse verwenden, die in der Wellpappenanlage dem Vorheizer
vorgeschaltet ist und bewirkt, daß die einseitige Wellpappenbahn eine Vorspannung
erhält. In ähnlicher Weise kann eine Bremsfläche ausgeführt werden, die z.B. dazu
dient, die Lage einer Papierbahn einzustellen.
[0014] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Zeichnungen näher erläutert.
[0015]
Fig. 1 zeigt einen Schnitt durch eine Drucklufthaube für die Heizeinheit einer Wellpappenmaschine.
Fig. 2 zeigt die gleiche Schnittdarstellung wie Fig. 1, jedoch in einer anderen Betriebsstellung.
Fig. 3 zeigt einen Schnitt durch einen Abschnitt eines Vakuumförderbandes.
Fig. 4 zeigt eine Draufsicht auf die Vorrichtung nach Fig. 3 ohne Transportband.
Fig. 5 zeigt im Schnitt einen Teil der Darstellung nach Fig. 3, jedoch in einer anderen
Betriebsstellung.
Fig. 6 zeigt die Draufsicht auf die Darstellung nach Fig. 5.
[0016] Bevor auf die in den Zeichnungen dargestellten Einzelheiten näher eingegangen wird,
sei vorangestellt, daß jedes der beschriebenen Merkmale für sich oder in Verbindung
mit Merkmalen der Ansprüche von erfindungswesentlicher Bedeutung ist.
[0017] In Fig. 1 ist die Querschnittshälfte einer Druckhaube 10 dargestellt mit einer Deckenwand
11 und parallelen Seitenwänden, von denen eine bei 12 zu sehen ist. Die Seitenwand
12 ist mit mehreren Öffnungen 13 versehen. Das gleiche gilt für die gegenüberliegende
parallele Seitenwand. Vorder- und Rückwand sind hingegen wie die Deckenwand 11 geschlossen.
Nach unten ist die Haube 10 völlig offen. Der Innenraum 14 der Haube 10 ist mit einer
Druckluftquelle (nicht gezeigt) verbindbar. Im Innenraum 14 weist die Haube 10 zwei
planparallele Trennwände 15, 16 auf. Sie sind doppelteilig. Ein Wandabschnitt 17 bzw.
18 ist fest mit der Deckenwand 11 verbunden. Ein weiterer Wandabschnitt 19 bzw. 20
liegt an einer Seite der festen Wand 17 bzw. 18 eng an und ist gleitend darauf verschiebbar.
Der Seitenwand 12 ist ebenfalls ein beweglicher Wandabschnitt 21 zugeordnet, ähnlich
den Wandabschnitten 19, 20. Die beweglichen Wandabschnitte 19 bis 21 weisen öffnungen
22 auf. Die feststehenden Wandabschnitte 17, 18 weisen ebenfalls Öffnungen 23 auf.
Jedem beweglichen Wandabschnitt 19 bis 21 ist ein verstellzylinder 24 zugeordnet,
die auf der Oberseite der Deckenwand 11 angebracht sind. Jede Kolbenstange 25 ist
mit dem.zugeordneten beweglichen Wandabschnitt verbunden.
[0018] Unterhalb der Unterseite der Haube 10 ist ein Belastungsgurt 26 angeordnet, der als
Endlosband ausgebildet sein kann. Er dient zum Aufbringen eines gleichmäßigen Drucks
auf eine Papierbahn 27 mit der Breite ABmin. In der in Fig. 1 dargestellten Position
der beweglichen Wandabschnitte 19 bis 21 kann sich ein Überdruck nur in dem Bereich
rechts der Trennwand 16 aufbauen, also unmittelbar oberhalb der Papierbahn 27. Die
Bereiche links davon bleiben drucklos. In der Darstellung nach Fig. 2 hingegen ist
nur die Seitenwand 12 verschlossen, während der gesamte Raum 14 der Haube 10 unter
Überdruck steht zur Belastung einer Papierbahn 28 mit der Breite ABmax.
[0019] Mit Hilfe der gezeigten Vorrichtung ist es möglich, einzelne Bereiche der Druckhaube
abzuschotten und damit in diesem Bereich eine Beschwerung des Belastungsgurts 26 zu
eliminieren. Entsprechend werden die beweglichen Wandabschnitte 19 bis 21 so verstellt,
daß die Öffnungen 22 mit den Öffnungen der feststehenden Wandabschnitte in teilweiser
oder völliger Überdeckung liegen oder außer Deckung. Bei teilweiser Überdeckung läßt
sich mithin auch eine unterschiedliche Druckverteilung erreichen.
[0020] Die Ausführungsformen nach den Fig. 3 bis 6 betreffen ein Vakuum-Förderband. Eine
Vakuumkammer 30, deren Innenraum an eine nicht gezeigte Vakuumquelle angeschlossen
ist, besitzt an einer Seite eine.aus zwei Platten bestehende Doppelwand 31. Die obere
Platte ist mit 32 und die untere mit 33 bezeichnet. Beide weisen Öffnungen 34 bzw.
-35 auf. Die Platte 33 ist stationär, während die Platte 32 auf der Platte 33 verschiebbar
gelagert ist. Mit der Platte 32 ist ein Arm 35averbunden, der mit der Stange 36 eines
Verstellzylinders 37 verbunden ist. Der Arm 35 erstreckt sich durch einen Längsschlitz
38 der feststehenden Platte 33. Mit Hilfe des Verstellzylinders 37 kann die Platte
32 relativ zur Platte 33 verstellt werden, um die Öffnungen 34, 35 gegeneinander abzusperren
oder zur teilweisen oder völligen Überdeckung zu bringen. Der Zustand der Absperrung
ist aus Fig. 3 und Fig. 4 zu entnehmen. Der Zustand der völligen Überdeckung ergibt
sich aus den Fig. 5 und 6.
[0021] Oberhalb der beweglichen Platte 33 gleitet ein Loch-Förderband 39 mit Öffnungen 40.
Es wird in Richtung des Pfeils 41 vorbewegt.
[0022] Die gezeigte Vorrichtung ermöglicht im Bereich des Förderbandes 39 einen unterschiedlich
hohen Ansaugdruck je nach Stellung der beweglichen Platte 32 relativ zur feststehenden
Platte 33. Entsprechend ist die Mitnahmekraft des Vakuumbandes 39, z.B. für eine Papierbahn.
[0023] Die in den Fig. 3 bis 6 beschriebene Anordnung kann auch als Vakuumbremse verwendet
werden. Das Förderband 39 kommt dann in Fortfall. Die Papierbahn läuft direkt auf
der Platte 32, so daß sie an dieser Stelle eine Bremswirkung erfährt, die auch dazu
ausgenutzt werden kann, die Lage der Papierbahn zu verändern. Die Papierbahn kann
ebenfalls in Richtung des Pfeils 41 vorbewegt werden.
[0024] Es kann auch eine Mehrzahl von Platten 32, 33 in einer Ebene angeordnet sein, um
in gewünschten Flächenbereichen einen gewünschten Ansaugdruck zu erhalten. Die in
den Fig. 3 bis 6 gezeigte Vorrichtung kann auch alternativ oder zusätzlich zu einer
Vorrichtung nach Fig. 1 und 2 eingesetzt werden, beispielsweise als Abschluß der offenen
Seite einer Druckhaube, um den Druck, der z.B. auf einen Belastungsgurt wirkt, zu
verändern.
1. Vorrichtung zur Erzeugung eines Über- oder eines Unterdrucks auf eine in Längsrichtung
geförderte Papierbahn, insbesondere in einer Wellpappenanlage, mit einer an einer
Über- oder Unterdruckquelle anschließbaren Kammer, deren eine der Papierbahn zugekehrte
Seite geöffnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Kammer (14) in Laufrichtung und/oder
quer dazu ; durch mindestens eine zweiteilige Querwand (15, 16) unterteilt ist mit
eng aneinanderliegenden, relativ zueinander beweglichen Wandabschnitten (17, 18, 19,
20), die eine oder mehrere Öffnungen (22, 23) aufweisen und eine Verstellvorrichtung
(24) mit den beweglichen Wandabschnitten (19, 20) verbunden ist, die die Öffnungen
zur teilweisen oder völligen Überdeckung oder außer Deckung bringt.
2. Vorrichtung, bei der eine oder mehrere nach unten offene Hauben oberhalb von Heizplatten
einer Wellpappenbeklebemaschine angeordnet sind, in denen-ein Überdruck erzeugt wird,
der über ein Endlosförderband auf die zugewandte Seite der Wellpappenbahn wirkt, insbesondere
nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Haube (10) in Laufrichtung durch
mehrere parallel beabstandete Zwischenwände (17, i8) unterteilt ist, von denen jede
mindestens zwei mit einer Reihe von Öffnungen (22, 23) versehene, eng aneinanderliegende
Zwischenwandabschnitte (17, 18, 19, 20) aufweist, von denen einer stationär und der
andere beweglich gelagert ist und der bewegliche Zwischenwandabschnitt (19, 20) jeweils
mit einer Verstellvorrichtung (24) verbunden ist, die die Öffnungen zur teilweisen
oder völligen Überdeckung oder außer Deckung bringt.
3. Vorrichtung, bei der eine Papierbahn entlang einer Führungs- oder Bremsfläche geführt
wird, die eine Reihe von an einer Unterdruckquelle angeschlossene Saugöffnungen aufweist,
insbesondere Vakuumbremse oder Bahnführungseinrichtung in einer Wellpappenanlage,
dadurch gekennzeichnet, daß die Führungs- oder Bremsfläche von einer ersten Platte
(32) gebildet ist, unterhalb der eine zweite Platte (33) eng anliegend angeordnet
ist, die erste oder zweite Platte relativ zur anderen beweglich gelagert ist und ebenfalls
eine Reihe von Öffnungen aufweist und mit der beweglichen Platte (32) eine Verstellvorrichtung
(37) verbunden ist, die die Öffnungen der Platten wahlweise zur teilweisen oder völligen
Überdeckung oder außer Deckung bringt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, gekennzeichnet durch die Anwendung auf ein Vakuumförderband
(39), das entlang der Doppelplatten (32, 33) geführt ist.