[0001] Die Erfindung betrifft ein Farb- oder Feuchtwerk für eine Rotationsdruckmaschine
mit einer Vorrichtung zum Transportieren überschüssiger Farbe oder Farb-/Wasseremulsion
von Randbereichen einer Farb-
/Feuchtwerkswalze zur Walzenmitte hin.
[0002] Aus der DE-PS 30 14 144 ist es bereits bekannt, mittels eines Transportbandes, das
in Form einer geschlossenen Schleife um eine Farbwerkswalze, zwei parallel zu diesem
angeordneten Umlenkwalzen und um zwei schräg verlaufende Führungsstangen geführt ist,
überschüssige Farbe von den Endbereichen der Walze zur Walzenmitte hin zu fördern.
Des weiteren sind aus der DE-PS 31 27 880 und aus der DE-PS 31 48 667 kegelstumpfförmige,
in V-Form gegeneinander angestellte rotierende Rollen bekannt, die an eine Farbwerkwalze
anstellbar sind, so daß über diese Rollen ein Farbtransport von den Außenbereichen
einer Walze zur Mitte hin erfolgen kann. Ein gemeinsamer Nachteil dieser bekannten
Vorrichtungen besteht u.a. darin, daß unerwünschte Umfangsgeschwindigkeit-Differenzen
durch die Schrägführung der Bänder bzw. infolge der kegelstumpfförmigen Mantelkontur
der Rollen im Kontaktbereich zwischen diesen und der Farbwerkswalze unvermeidlich
sind. Hinzu kommt, daß bei der erstgenannten, mit Bändern ausgestatteten Schrägtransportvorrichtung
eine erhebliche Verschmutzungsgefahr besteht, während die bekannten, mit kegelstumpfförmigen
Transportelementen arbeitenden Vorrichtungen lediglich "punktuell" an bestimmten Abschnitten
der Farbwerkswalze angreifen können und von diesen Farbe wiederum nur zu bestimmten
Abschnitten der Farbwerkswalze übertragen können.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, für ein Farb- oder Feuchtwerk eine Vorrichtung zum
Transportieren überschüssiger Farbe von Randbereichen einer Walze zur Walzenmitte
hin aufzuzeigen, die kontinuierlich über den gesamten Walzenbereich zur Walzenmitte
hin unter Verwendung einer changierenden und rotierenden Walze das überscnüssige Farb-
und/oder Feuchtmittel schiebt. Diese Aufgabe wird durch die Anwendung der Merkmale
des kennzeichnenden Teils des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen sowie aus der Beschreibung in Verbindung
mit den Zeichnungen.
[0004] In diesen zeigen:
Fig.1 ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäß changierenden Walze,
Fig.2 ein zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäß changierenden Walze und
Fig.3 ein drittes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäß changierenden Walze.
[0005] Fig.1 zeigt im Längsschnitt eine zwischen zwei nicht dargestellten Seitenwänden einer
Rotationsdruckmaschine positionierbare Walze, die als Reiterwalze vorzugsweise an
eine Farb-/Feuchtauftragwalze angestellt werden kann und die die Funktion eines "Reaktivators"
ausübt. Vorzugsweise sind auch mehrere derartige changierende Reiterwalzen 1 an eine
Farbauftragswalze anstellbar, wobei dann die Phasenlage der Changierbewegungen so
festgelegt wird, daß die nachfolgende Walze mit ihrer Verreibung einsetzt, wenn die
vorauslaufende im Leerhub zurückchangiert, um eine permanent wirkende Reibkomponente
an der Farbauftragswalze aufrechtzuerhalten. Dadurch wird u.a. das unangenehme Schablonieren
weitgehend unterdrückt. Die als Gegenwalze wirkende Auftragswalze 2 ist in Fig.1 lediglich
angedeutet.
[0006] Die erfindungsgemäße Reiterwalze 1 besteht aus mindestens zwei Abschnitten, die vorzugsweise
gleich groß sind. Dabei liegt das Prinzip der Erfindung darin, daß stets nur derjenige
Mantelabschnitt Kontakt mit der Gegenwalze, hier der Auftragswalze 2, bekommt, der
eine Changierbewegung zur Walzenmitte hin ausführt, während die Walzenabschnitte,
die sich jeweils nach außen bewegen, keine Berührung mit der Gegenwalze, also der
Auftragswalze 2, haben. Dadurch wird in vorteilhafter Weise erreicht, daß unerwünschte
Farb- und Emulsionsüberschüsse auf der Gegenwalze bzw. der Auftragswalze 2 von außen
zur Mitte hin geschoben werden, während bei der nach außen gerichteten Changierbewegung
der Walzenabschnitte kein Farbtransport erfolgt.
[0007] Die in Fig.1 dargestellte Reiterwalze 1 wird durch Friktion von der Auftragswalze
2 angetrieben. Der Mantel 3 der Reiterwalze 1 umfaßt zwei Abschnitte, und zwar die
exzentrisch zueinander angeordneten und etwa in der Walzenmitte gegeneinander stoßenden
Mantelhälften 4 und 5. Der exzentrische Versatz E beträgt in dem hier beschriebenen
Ausführungsbeispiel 0,15 mm. Der Walzenmantel 3 und somit die Mantelhälften 4 und
5, umschließen eine feststehende Achse 6. Durch quasi als Klauenkupplung arbeitende
Mitnehmerstifte 7 wird eine Antriebsverbindung zwischen den Mantelhälften 4 und 5
erreicht, die erforderlich ist, da stets nur eine Mantelhälfte, in Fig.1 ist es gerade
die Mantelhälfte 4, Kontakt mit der Auftragswalze 2 aufweist und somit angetrieben
wird. Bei der entgegengesetzten Changierbewegung hingegen ist die Mantelhälfte 4 abgehoben
und die Mantelhälfte 5 steht in Kontakt mit der Auftragswalze 2. In diesem Fall wird
über die Mitnehmerstifte 7, die trotz exzentrischem Versatz die Antriebsverbindung
aufrechterhalten, auch die Mantelhälfte 4 angetrieben.
[0008] Die Mantelhälfte 4 ist über Lager 8, 9 und die Mantelhälfte 5 über Lager 10, 11 auf
einem über der feststehenden Achse 6 angeordneten Rohr 12 positioniert. Das Rohr 12
wiederum sitzt drehbar über Büchsen 13, 14, beispielsweise über großen Bronzebüchsen,
auf der feststehenden Achse 6. Wie an der rechten Seite der Reiterwalze 1 angedeutet,
ist vorzugsweise für diese Stellen jeweils eine Schmiervorrichtung 15 vorgesehen.
[0009] Drehfest auf der Achse 6 ist ein Steuerkurvenrohr 16 positioniert, an dem eine den
Changierhub vorgebende Kulisse 17 vorgesehen ist. Des weiteren weist das Steuerkurvenrohr
16 ein Zahnrad 18 mit einer Außenverzahnung auf, das im Ausführungsbeispiel dreißig
Zähne besitzt. Exzentrisch über dem Zahnrad 18 ist ein innenverzahntes Zahnrad 19
angeordnet, das jeweils nur an einer Stelle, entsprechend der Drehlage, in Eingriff
mit dem Zahnrad 18 steht und das eine größere Anzahl von Zähnen, hier dreiunddreißig
Zähne, aufweist. Das innenverzahnte, exzentrisch angeordnete Zahnrad 19 ist über Lager
20, 21 im Mantel 3, hier der Mantelhälfte 4, der Reiterwalze 1 positioniert. Durch
die exzentrische Anordnung des innenverzahnten
[0010] Zahnrades 19 über dem zentrisch zur Achse angeordneten außenverzahnten Zahnrad 18
und infolge der unterschiedlichen Zähnezahl wird erreicht, daß das außenverzahnte
Zahnrad 19 bei einer Rotation der Reiterwalze 1 ebenfalls rotiert, jedoch mit einer
entsprechend untersetzten Geschwindigkeit. Das Untersetzungsverhältnis berechnet sich
wie folgt:

[0011] Diese um den Faktor 11 kleinere Drehbewegung wird über eine flexible Kupplung 22
unter Einschaltung eines Verbindungsstückes 24 auf eine Kurvenrolle 25 übertragen,
die an der ortsfesten Kulisse 17 im Steuerkurvenrohr 16 umläuft. Der exzentrische
Versatz des Zahnrades 19 wird durch die flexible Kupplung 22, beispielsweise in Form
eines innenverzahnten, flexiblen Schlauches (Zahnriemen), bezogen auf die nachfolgenden
wieder zentrisch angeordneten Teile, ausgeglichen. Diese umfassen die Kurvenrolle
25, die an einem konzentrisch, bezogen auf die Achse 6, angeordneten rohrförmigen
Kurvenrollenträger 23 befestigt ist. Der Kurvenrollenträger 23 ist an der rechten
Seite mit dem Rohr 12 verbunden, beispielsweise mit diesem verschweißt.
[0012] Somit werden der Kurvenrollenträger 23 und das Rohr 12 mit der genannten untersetzten
Drehzahl angetrieben und führen gleichzeitig eine Changierbewegung aus, die durch
die an der Kulisse 17 ablaufende Kurvenrolle 25 diktiert wird. Über Lager 8 bis 11
werden auch die Mantelhälften 4 und 5 zu dieser Changierbewegung gezwungen. Zur Verbesserung
der Laufeigenschaft ist auch an der linken Seite der Reiterwalze 1 eine Schmierung
26 vorgesehen.
[0013] Durch die dargestellte und bereits beschriebene Ausbildung der miteinander verbundenen
Mantelhälften 4 und 5 wird erreicht, daß, unabhängig von der Phasenlage des Changierhubes,
beide Mantelhälften 4, 5 stets durch die Auftragswalze 2 in Drehung versetzt werden.
Durch die umfangsmäßige Abstimmung der Kulisse 17 auf der Achse 6, bezogen auf den
exzentrischen Versatz von vorzugsweise 180° der Mantelhälften 4, 5 zueinander, wird
somit erreicht, daß ohne zusätzlichen Antrieb an der Reiterwalze 1 stets der jeweils
zur Mitte der Auftragswalze 2 hin changierende Abschnitt bzw. die Mantelhälfte in
Kontakt mit der Auftragwalze 2 steht, so daß von den Außenbereichen zur Walzenmitte
hin durch diese nach innen laufende Changierbewegung Farbe geschoben wird. Der jeweils
sich von der Mitte nach außen bewegende Walzenabschnitt bzw. die Mantelhälfte weist
keinen Kontakt mit der Auftragwalze 2 auf, so daß, entgegen dem üblichen bekannten
Changierprinzip, von der Walzenmitte in Richtung Walzenende keine Farbe verschoben
wird. Die erfindungsgemäße Reiterwalze 1 eignet sich, wie bereits erwähnt, besonders
für den Einsatz an Farbauftragwalzen, jedoch versteht es sich, daß auch ein Einsatz
an anderen Walzen, vorzugsweise im plattenzylindernahen Bereich, in Frage kommt, wobei
im Prinzip sowohl Farbe als auch Farb-Feuchtmittelemulsionen oder Feuchtmittel in
der erfindungsgemäßen Weise von den Walzenendbereichen zur Walzenmitte hin verschoben
werden können.
[0014] Im folgenden wird anhand von Fig.2 ein zweites Ausführungsbeispiel nach der Erfindung
beschrieben, bei dem keine flexible Kupplung zum Ausgleich des exzentrischen Versatzes
der Zahnräder benötigt wird. Eine der Reiterwalze 1 entsprechende Reiterwalze 27 ist
wiederum mit einer Gegenwalze, also vorzugsweise einer Farbauftragswalze 28, anstellbar.
Die Reiterwalze 27 weist einen Mantel 29 auf, der aus zwei Mantelhälften 30, 31 besteht.
Diese sind wiederum exzentrisch zueinander, vorzugsweise um 180°, versetzt und mittels
Mitnehmerstiften 33 so miteinander verbunden, daß zwischen den Mantelhälften 30, 31
stets ein Antriebsmoment übertragbar ist.
[0015] Der Mantel 29 bzw. die Mantelhälften 30, 31 sind auf einer Achse 32 angeordnet, die
mit einem entsprechenden Untersetzungsverhältnis, bezogen auf die Rotationsgeschwindigkeit
der durch die Auftragswalze 28 angetriebenen Mantelhälften 30, 31, rotiert und außerdem
für die Übertragung der Changierbewegung über die Lager 34, 35, 36, 37 eingesetzt
wird. Die beiden Enden der Achse 32 sind über Büchsen 38, 39, denen eine Schmiervorrichtung
40 zugeordnet ist, über ein Rohr 41, das über einen Zapfen 42 in einer Seitenwand
43 gelagert ist, bzw. über ein Rohr 44, das über einen Zapfen 45 in der anderen Seitenwand
46 gelagert ist, seitlich fixiert.
[0016] Auf dem links dargestellten Rohr 44 ist drehfest ein mit einer Außenverzahnung versehenes
Zahnrad 47 angeordnet, über dem sich ein innenverzahntes, exzentrisch zu diesem angeordnetes
Zahnradpaar 48, 58 abrollt. Das Zahnrad 47 entspricht funktionsmäßig dem Zahnrad 18
und das exzentrisch sich in diesem abrollende Zahnrad 48 dem Zahnrad 19 in Fig.1.
Anstelle der in Fig.1 verwendeten flexiblen Kupplung 22 ist bei dem Ausführungsbeispiel
gemäß Fig.2 in vorteilhafter Weise ein weiteres Zahnrad 51 konzentrisch und drehfest
auf der Achse 32 positioniert, das ebenfalls mit den Zähnen des über Lager 49 und
50 in der Mantelhälfte 30 positionierten Zahnrades 58 abrollt. In dem hier beschriebenen
Ausführungsbeispiel weist das Zahnrad 47 dreiundzwanzig Zähne, das innenverzahnte
Zahnrad 48 dreißig Zähne, das Zahnrad 58 achtunddreißig Zähne, und das Zahnrad 51
einunddreißig Zähne auf. Exzentrizität und Zähnezahl müssen entsprechend berücksichtigt
werden, um ein Abrollen (Zahneintritt, Zahnaustritt) der Zahnräder 47 und 51 im Zahnradpaar
48 und 58 sicher zu ermöglichen. In dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel ergibt
sich durch die Verwendung der Zahnräder 47, 48, 51, 58 ein Übersetzungsverhältnis
von:

das heißt, daß das fest auf der Achse 32 positonierte Zahnrad 51 und somit die Achse
32 entsprechend untersetzt rotieren. Wie angedeutet, kann das Zahnrad 51 beispielsweise
mittels einer Paßfeder 52 fest mit der Achse 32 verbunden sein.
[0017] Des weiteren ist drehfest auf der Achse 32 ein Steuerkurvenrohr 53 mit einer Kulisse
54 angeordnet, an der eine Kurvenrolle 55 abläuft, die über ein Verbindungsstück 56
mit dem ortsfesten Rohr 44 verbunden ist. Infolge der erwähnten Drehbewegung der Achse
32 wird auch das Steuerkurvenrohr 53 mitgedreht, wodurch diesem und somit der Achse
32 durch die Kulisse 54 und die Kurvenrolle 55 eine Changierbewegung aufgezwungen
wird. Diese Changierbewegung wird über die Lager 34 bis 37 auf den Mantel 29 bzw.
auf die Mantelabschnitte 30, 31 übertragen. Wie bereits erwähnt, wird durch die Verwendung
der Mitnehmerstifte 33 sichergestellt, daß der Mantel 29 stets durch Friktion von
der Auftragswalze 28 her in Drehung versetzt wird, unabhängig davon, ob die Mantelhälfte
30 oder die Mantelhälfte 31 an die Auftragswalze 28 angestellt ist.
[0018] Über eine Paßfeder 57 ist das Steuerkurvenrohr 53 fest mit der Achse 32 verbunden.
Zur Verbesserung der Laufeigenschaften kann wiederum ein Schmiersystem 59 eingesetzt
werden. Ansonsten erfolgt die Verschiebung der Farbe in der gleichen Weise von den
äußeren Bereichen der Auftragwalze 28 zur Walzenmitte hin, wie im Zusammenhang mit
dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig.1 beschrieben.
[0019] Ein besonders einfaches Ausführungsbeispiel ist in Fig.3 dargestellt, bei dem jedoch
ein separater Antrieb, beispielsweise in Form eines Motors oder über einen entsprechenden
Antriebsräderzug vom Maschinenantrieb her, benötigt wird. Die den Reiterwalzen 1 bzw.
27 entsprechende Reiterwalze 60 ist an einer Gegenwalze 61 anstellbar, die wiederum
eine Auftragwalze sein kann. Die Reiterwalze 60 umfaßt einen rotierenden Walzenmantel
62, der aus zwei exzentrisch zueinander versetzten Mantelhälften 63, 64 besteht. Im
Gegensatz zu den Ausführungsbeispielen gemäß Fig.1 und 2 müssen die Mantelhälften
63, 64 antriebsmäßig nicht miteinander verbunden sein, da ein separater über die Walzenachse
65 wirkender Antrieb vorgesehen ist.
[0020] Die Achse 65 ist an den Zapfen mit überbreiten Innenringen 66, 67 ausgestattet, die
in Nadellagern 68, 69 zwischen Seitenwänden 70, 71 positioniert sind.
[0021] Der Antrieb erfolgt über einen Motor 72 und Zahnräder 73, 74 auf die Achse 65 und
somit über Lager 75, 76; 77, 78 auf den Mantel 62 bzw. die exzentrisch zueinander
angeordneten Mantelhälften 63, 64. An der linken Seite der Achse 65 ist auf dieser
drehfest eine Steuerkurve 79 mit einer Kulisse 80 positioniert. Die Kulisse 80 läuft
an einer feststehenden Kurvenrolle 81 ab, die in dem ortsfesten Rohr 82 befestigt
ist, das, wie das Rohr 83, zur Aufnahme der Nadellager 67, 78 mit verwendet wird.
[0022] Durch den Antrieb der Achse 65 und somit des Walzenmantels 62 wird außerdem erreicht,
daß über die Kulisse 80 und die ortsfeste Kurvenrolle 81 der Achse 65 und somit dem
Mantel 62 bzw. den exzentrisch zueinander angeordneten Mantelhälften 63, 64 zuästzlich
eine Changierbewegung aufgezwungen wird. Die Umfangslage der Steuerkurve 79 auf der
Achse 65 muß so gewählt werden, daß jeweils diejenige Mantelhälfte, in Fig.3 z.B.
63, nach innen, das heißt zur Walzenmitte hin, changiert, wenn diese an der Auftragwalze
61 anliegt. Zum gleichen Zeitpunkt muß die andere Walzenhälfte, hier 64, von der Auftragwalze
abgehoben sein, da diese in Richtung rechtes Walzenende changiert. Allen drei Ausführungsbeispielen
liegt, wie dargelegt, ein gemeinsames, neuartiges Funktionsprinzip zugrunde, dessen
Anwendung nicht nur auf die dargestellten Beispiele beschränkt ist.
[0023] Die die diversen Walzenabschnitte tragenden Achsen 32 bzw.65 sowie das Wellenrohr
12 können auch gleichzeitig den Changier- und den rotierenden Exzenterantrieb (E)
erzeugen. Dadurch ergibt sich Synchronität zwischen den beiden Bewegungen, wodurch
die Verreibung stets zur Walzenmitte hin erfolgt.
[0024] Die dargestellten und vorangehend beschriebenen Ausführungsformen zur Erzeugung der
Changierbewegung lassen sich in vorteilhafter Weise auch ohne die Kombination der
doppelexzentrischen Welle und den geteilten Walzenhälften verwenden. Dadurch erhält
man eine sich selbst antreibende,changierende Reiterwalze bekannter Wirkung, die jedoch
in ihrem Antrieb gegenüber bisherigen Ausführungen folgende Vorteile aufweist. Bisher
bekannte, einstufige Antriebe bedurften einer flexiblen oder auf Mitnehmerflächen
gleitenden Kupplung, damit die exzentrisch erzeugte Abtriebsdrehbewegung wieder zentrisch
zur Welle läuft. Die in Figur 2 vorgeschlagene zweistufige Anordnung ermöglicht es,
auf eine solche Kupplung zu verzichten. Durch den Entfall der Kupplung ist es möglich,
die Exzentrizität zwischen dem außen- und dem innenverzahnten Rad relativ groß auszuführen.
Dies ermöglicht bei noch einwandfreiem Zahnein- und auslauf den Modul der Verzahnung
groß auszulegen und dadurch ein großes Drehmoment übertragen zu können.
Bezugszeichenliste
[0025]
Fig.1 1 Reiterwalze (Reaktivator) Fig.2 53 Steuerkurvenrohr (Kul.Träg.)
2 Auftragswalze (Gegenw.) 54 Kulisse
3 Mantel " 55 Kurvenrolle
4 Mantelhälfte (links) 56 Verbindungsstück
5 Mantelhälfte (rechts) 57 Paßfeder
6 Achse 58 Schmierung
7 Mitnehmerstifte 59
8 Lager
9 " Fig. 3 60 Reiterwalze
10 "61 Auftragswalze
11 " 62 Mantel
12 Rohr 63 Mantelhälfte
13 Büchse 64 "
14 " 65 Achse
15 Schmierung 66 überbreiter Innenring
16 Steuerkurvenrohr 67 "
17 Kulisse 68 Nadellager
18 Zahnrad (außen verz.) 69 "
19 Zahnrad (innen verz.) 70 Seitenwand
20 Lager 71 "
21 " 72 Motor
22 elast. Kupplung 73 Zahnrad
23 Kurvenrollenträger 74 "
24 Verbindungsstück 75 Lager
25 Kurvenrolle 76 "
26 Schmierung 77" 78
Fig.2 27 Reiterwalze 79 Steuerkurve
28 Auftragswalze 80 Kulisse
29 Mantel 81 Kurvenrolle
30 Mantelhälfte 82 Rohr
31 " 83
32 Achse
33 Mitnehmerstifte
34 Lager
35 "
36
37 "
38 Bronze-Büchse
39
40 Schmierung
41 Rohr
42 Achszapfen
43 Seitenwand
44 Rohr
45 Achszapfen
46 Seitenwand
47 Zahnrad (außen verz.)
48 " (innen verz.)
49 Lager
50
51 Zahnrad
52 Paßfeder
1. Farb- oder Feuchtwerk für eine Rotationsdruckmaschine mit einer Vorrichtung zum
Transportieren überschüssiger Farbe, Farb-/Wasseremulsion oder überschüssigen Feuchtmittels
von Randbereichen einer Farb-oder Feuchtwerkswalze zur Walzenmitte hin, dadurch gekennzeichnet,
daß der Walzenmantel (3, 29, 62) aus mindestens zwei exzentrisch zueinander versetzten
Mantelabschnitten (4, 5; 30, 31; 63, 64) besteht, daß durch eine Changiervorrichtung
(17, 25; 54, 55; 79, 80) die Mantelabschnitte (4, 5; 30, 31; 63, 64) entlang einer
Gegenwalze (2; 28; 61) axial hin- und herbewegbar sind in der Weise, daß jeweils der
mit der Gegenwalze (2; 28; 61) in Berührung stehende Mantelabschnitt (z.B. 4; 30;
63) durch die Changiervorrichtung (17, 25; 54, 55; 79, 80) zur Walzenmitte hin geschoben
wird, während bei der entgegengesetzten Bewegung der zuvor von der Gegenwalze (2;
28, 61) abgehobene Walzenabschnitt (5, 31, 64) in Anlage mit der Gegenwalze (2; 28;
61) kommt, so daß jeweils abwechselnd durch die exzentrisch gegeneinander versetzten
Mantelabschnitte (4, 5; 30, 31; 63, 64) von den Randbereichen der Gegenwalze (2; 28;
61) Farbe und/oder Feuchtmittel zur Walzenmitte hin geschoben wird.
2. Farb- oder Feuchtwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Walze (1;
27) durch Friktion von der Gegenwalze (2; 28) angetrieben wird und daß durch eine
Vorrichtung (18, 19, 22, 23, 24, 25, 17; 47, 48, 51, 53, 54, 55, 58) von der Walzen-Rotationsbewegung
die translatorische Changierbewegung abgeleitet wird.
3. Farb- oder Feuchtwerk nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Mantelabschnitte
(4, 5) jeweils über Lager (8 bis 11) auf einem axial verschiebbaren, die feststehende
Achse (6) umfassenden Rohr (12) angeordnet sind, das durch die Changiervorrichtung
(16, 17, 25) zusammen mit den Mantelabschnitten (4, 5) hin- und herschiebbar ist.
4. Farb- oder Feuchtwerk nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß auf der
feststehenden Achse ein Zahnrad (18) mit einer Außenverzahnung angeordnet ist, daß
exzentrisch über diesem (18) ein eine größere Zähnezahl aufweisendes, mit diesem kämmendes,
innenverzahntes Zahnrad (19) angeordnet ist, das über Lager (20, 21) in einem Mantelabschnitt
(z.B. 4) positioniert ist und das über eine flexible Kupplung (22) die untersetzte
Walzenrotationsbewegung auf eine mit dem Rohr (12) verbundene Kurvenrolle (25) überträgt,
die an der Kulisse 17 eines auf der Achse (6) drehfest angeordneten Steuerkurvenrohres
(16) umläuft, so daß das Rohr (12) und somit die Mantelabschnitte (4, 5) entsprechend
dem Kurvenhub changieren, wobei die Mantelabschnitte (4, 5) durch als Klauenkupplung
wirkende Mitnehmerstifte (7) miteinander verbunden sind.
5. Farb- oder Feuchtwerk nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der exzentrische
Versatz der Mantelabschnitte (4, 5) 0,15 mm beträgt, daß das drehfest auf der Achse
(6) angeordnete Zahnrad (18) dreißig Zähne, und das exzentrisch auf diesem angeordnete
und mit diesem kämmende Zahnrad (19) dreiunddreißig Zähne aufweist.
6. Farb- oder Feuchtwerk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die über
Mitnehmerstifte (33) miteinander verbundenen Mantelabschnitte (30,33) über Lager (34
bis 37) auf einer beidseitig gelagerten (38, 39) rotierenden Achse (32) angeordnet
sind, die durch die Changiervorrichtung (54, 55) zusammen mit den Walzenabschnitten
(30, 31) hin- und herbewegt wird.
7. Farb- oder Feuchtwerk nach einem der Ansprüche 1, 2, 6, dadurch gekennzeichnet,
daß auf einem an einem Ende der Walze (27) lagernden, dieses umfassende Rohr (44)
ein erstes Zahnrad (47) mit seiner Außenverzahnung angeordnet ist, das mit einem exzentrisch
zu diesem angeordneten, eine größere Zähnezahl aufweisenden Zahnrad (48) des Zahnradpaares
(48, 58) kämmt, das über Lager (49, 50) in einem Walzenabschnitt (z.B.30) positioniert
ist, und daß in dem Zahnrad (58) konzentrisch zur Achse (32) ein weiteres, mit diesem
kämmendes Zahnrad (51) positioniert ist, das drehfest auf der Achse (32) sitzt, auf
der eine Kulisse (54) positioniert ist, in welche eine ortsfeste Kurvenrolle (55)
eingreift, so daß infolge der durch die Zahnräder (47, 48, 51, 58) auf die Achse (32)
übertragenen, untersetzten Rotationsbewegung diese zusätzlich eine Changierbewegung
ausführt.
8. Farb- oder Feuchtwerk nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der exzentrische
Versatz zwischen den Mantelabschnitten (30, 31) 0,15 mm beträgt, daß das erste drehfest
auf dem stationären Rohr (44) angeordnete Zahnrad (47) dreiundzwanzig Zähne, das exzentrisch
um dieses umlaufende Zahnrad (48) dreißig Zähne, das zweite exzentrisch laufende Zahnrad
(58) achtunddreißig Zähne und das drehfest auf der Achse (32) angeordnete Zahnrad
(51) einunddreißig Zähne aufweist.
9. Farb- oder Feuchtwerk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die exzentrisch
zueinander angeordneten Mantelabschnitte (63, 64) über Lager (75 bis 78) auf einer
durch einen Antrieb (72) drehbaren Achse (65) positioniert sind, daß die Achse (65)
mit einer drehfesten Kurve (79) ausgestattet ist, an deren Kulisse (80) eine ortsfeste
Kurvenrolle (81) läuft, so daß die Achse (65) und somit die Mantelabschnitte (63,
64) changieren.
10. Farb-oder Feuchtwerk nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Achse (65)
durch einen Elektromotor (72) über Zahnräder (74, 73) antreibbar ist und daß sie über
überbreite Innenringe (66, 77) in Nadellagern (68, 69) positioniert ist, die in an
Seitenwänden (70, 71) befestigten Trägerrohren (82, 83) angeordnet sind.
11. Farb- oder Feuchtwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das die einzelnen
Walzenabschnitte tragende Wellenrohr (12) und die Achsen (32, 65) gleichzeitig den
Changier- wie auch den rotierenden Exzenterantrieb (E) erzeugen, so daß ein Synchronlauf
zwischen den beiden Bewegungen gegeben ist, der die stets immer nur zur Maschinenmitte
wirksame Verreibung garantiert.
12. Verwendung des Walzenantriebs nach den Ansprüchen 2, 6, 7 und 8 zur Erzeugung
einer Changierbewegung für eine Farb- oder Feuchtwerkswalze mit kontinuierlichem Walzenmantel.