[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Trocknen von Fasermaterial od. dgl., insbesondere
im Anschluß an eine Flüssigkeitsbehandlung wie Färben des Fasermaterials und unter
Verbleiben des Fasermaterials im Behandlungsbehälter, bei dem das Fasermaterial -
ggf. nach einer mechanischen Entwasserung im Wege des Durchströmens mit Luft und/oder
Dampf - mit Vakuum beaufschlagt sowie von einem erwärmten Medium durchströmt und dabei
erwärmt und dadurch Feuchtigkeit aus dem Fasermaterial verdampft wird, die zur Vakuumpumpe
abgeführt wird.
[0002] Ein derartiges Verfahren ist bekannt (DE-OS-1 927 651). Dort wird textiles Fasermaterial
wie beispielsweise Garn in Form von Kreuzspulen in einem Behandlungsbehälter gefärbt
und anschließend in diesem getrocknet, ohne daß dazu ein Umsetzen in einen anderen
Behälter erforderlich wird. Die Kreuzspulen sind auf perforierte Rohre aufgesteckt,
die zwei getrennte Behälterkammern mit Eintritts- bzw. Austrittsstutzen miteinander
verbinden, so daß eine initiierte Strömung durch den Behandlungsbehälter vollständig
durch des Fasermaterial hindurch verläuft- Die Trocknung des gefärbten und gewaschenen
Fasermaterials wird mit einer mechanischen Entwässerung eingeleitet, bei der Luft
und/oder Dampf durch das Fasermaterial strömt und unverdampfte Feuchtigkeit aus dem
Fasermaterial in Tröpfchenform mitreißt. Durch gleichzeitiges Vakuum im Behälter wird
das Ablösen der Tröpfchen vom Fasermaterial begünstigt.
[0003] Nach dieser mechanischen Entwässerung wird im Fasermaterial verbliebene Feuchtigkeit
durch thermische Trocknung entfernt. Dabei wird gleichfalls erhitzte Luft durch das
mit Vakuum beaufschlagte Fasermaterial geleitet, wobei diese Luft einerseits Wärme
zum Verdampfen der Feuchtigkeit zuführt und andererseits Wasserdampf ans dem Fasermaterial
aufnimmt und zur Vakuumpumpe hin abführt. Diese Feuchtigkeit wird in einem Kondensator
vor der Vakuumpumpe niedergeschlagen oder kondensiert in der Vakuumpumpe selbst, wenn
es sich beispielsweise um eine Wasserringpumpe handelt. Während dieser Trocknung wird
Dampf nicht oder nur in geringer Menge zusätzlich zur erhitzten Trocknungsluft in
den Behälter bzw. in das zu trocknende Fasermaterial eingeleitet. Dieser Dampf ist
im wesentlichen nicht überhitzt und dient neben einer begrenzten Wärmezufuhr zum Fasermaterial
der Vermeidung einer örtlichen Übertrocknung und bewirkt eine Vergleichmäßigung der
Trocknung.
[0004] Die Trocknung mittels erhitzter Luft macht nicht nur einen Lufterhitzer sondern auch
eine Vakuumpumpe von vergleichsweise großer Leistung erforderlich, welche die zu dem
erwünschten schnellen Trocknen benötigten vergleichsweise großen Luftmengen verarbeitet.
Es fallen daher außer den entsprechenden Anlagekosten auch vergleichsweise hohe Betriebskosten
an, die sich einerseits aus der zu erbringenden hohen Vakuumpumpenleistung und andererseits
daraus ergeben, daß eine entsprechend große Abluftmenge erhöhter Temperatur anfällt.
[0005] Dementsprechend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, das bekannte Verfahren
so durchzuführen, daß mit einem vergleichsweise geringen Aufwand an Anlage- und Betriebskosten
das Fasermaterial schnell und problemlos getrocknet werden kann.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß kontinuierlich und ausschließlich
überhitzter Dampf im Kreislauf durch das Fasermaterial und einen Zwischenüberhitzer
geleitet wird, wobei der Dampf die zur Verdampfung der Feuchtigkeit benötigte Wärme
zuführt und ein Dampfenteil aus dem Kreislauf zur Vakuumpumpe abgezogen wird, welcher
der aus dem Fasermaterial verdampften Feuchtigkeit entspricht.
[0007] Es ist allerdings bereits bekannt, Wäsche allein mit überhitztem Dampf zu trocknen,
also von einer Durchströmung mit erhitzter Luft abzusehen (EP-A-0 101 074). Dort handelt
es sich aber um ein Finishen fertig verarbeiteter Textilware, bei der es darum geht,
die Wäscheteile zu glätten. Der Knitter- und Faltenbildung beim Waschen und Trocknen
von Wäscheteilen wird schon seit langem durch Dampfanwendung (Dämpfen) in Verbindung
mit einem mechanischen Strecken oder Glätten (Bügeln) begegnet. Mit diesen Maßnahmen
wird auch der Kräuselgefahr von Mischfaser-Textilien bzw. mittels Nähfäden verarbeiteter
Wäscheteile auf Grund thermischer Einwirkungen beispielsweise beim Waschen begegnet.
Bei der Behandlung von Garnspulen oder Wickeln von Flachware treten derartige Gesichtspunkte
nicht auf, so daß Glättungsmaßnahmen dort keine Rolle spielen.
[0008] Im übrigen wird bei der bekannten Finish-Trocknung erklärtermaßen deswegen überhitzter
Dampf anstelle von Heißluft als Wärmeträger verwendet, um den Wärmeübergang auf das
Textilmaterial zu beschleunigen und bis in das Innere der textilen Fasern vordringen
zu lassen. Dabei wird die isolierende Wirkung von Luft als dem Wärmetransport hinderlich
angesehen. Daraus wird deutlich, daß beim bekannten Verfahren zwar ein mit den Wäschestücken
gefüllter Behälter durchströmt wird, nicht jedoch die Wäschestücke im Sinne des eingangs
beschriebenen gattungsgemäßen Verfahrens zwangsläufig und dabei im wesentlichen gleichmäßig
durchströmt werden. Dort wird nämlich die Wärme unabhängig vom Trägermedium durch
dessen Strömung bereits an das gesamte feuchte Fasermaterial herangebracht, so daß
es beim Durchströmen keine stehenden Lufteinschlüsse gibt, die einer schnellen Fasermaterialerwärmung
entgegenwirken würden.
[0009] Schließlich unterscheidet sich die bekannte Finish-Dampftrocknung vom erfindungsgemäßen
Verfahren ganz wesentlich dadurch, daß bei Atmosphärendruck und einer entsprechend
hohen Dampftemperatur gearbeitet wird und der in den Behälter eingeleitete Dampf nicht
etwa abgezogen und kondensiert wird sondern einfach durch Öffnungen und undichte Stellen
des Behälters in die Umgebung austritt. Solche Verhältnisse sind allenfalls in Wäschereien
und Heißmangelbetrieben zu tolerieren. Insbesondere aber führt ein Trocknen im Wege
der Feuchtigkeitsverdampfung unter Atmosphärendruck dazu, daß die zu trocknende Wäsche
Temperaturen von 100°C und mehr ausgesetzt wird, sofern tatsächlich eine vollständige
und nicht nur teilweise Trocknung angestrebt wird. Solchen Belastungen sind viele
Fasermaterialien nicht gewachsen.
[0010] Bei der erfindungsgemäßen Trocknung wird das Fasermaterial nicht nur einer Dampfeinwirkung
ausgesetzt sondern regelrecht mit Dampf durchströmt, obwohl Feuchtigkeit in Form von
Dampf aus dem Fasermaterial herausgeholt werden soll. Dampf steht üblicherweise in
Betrieben zur Verfügung, in denen Fasermaterialien wie Kreuzspulen und Warenwickel
gefärbt oder sonstwie behandelt werden. Dabei läßt sich die Überhitzung des Dampfes
durch Drucksenkung mittels der Vakuumpumpe erreichen, die der Anlage zugeordnet ist.
Ein entscheidender Vorteil der erfindungsgemäßen Verfahrensdurchführung ohne Einsatz
von Trocknungsluft liegt darin, daß die Vakuumpumpe keine entsprechenden Luftmengen
zu verarbeiten hat und daß keine feuchte Warmluft abgegeben werden muß. Vielmehr saugt
die Vakuumpumpe lediglich Wasserdampf an, der nach seiner Kondensierung zu Warmwasser
im Betrieb verwendet werden kann. Die anfallende Menge an Abdampf bzw. Kondensat läßt
sich gering halten und im wesentlichen auf die zu entfernende Feuchtigkeitsmenge im
Fasermaterial beschränken, weil durch die Kreislaufführung des Dampfes ohne zusätzlichen
Frischdampf bis zum gewünschten Trocknungsgrad getrocknet werden kann.
[0011] Die Kreislaufführung des Dampfes ermöglicht dessen Zwischenüberhitzung außerhalb
des Trocknungsbehälters. Die dabei zugeführte Wärme wird vom Kreislaufdampf zum Fasermaterial
transportiert und auf dieses übertragen. Es ist ersichtlich, daß der umgewälzte Dampf
auch von aus dem Fasermaterial verdampfter Feuchtigkeit gebildet sein kann, so daß
ggf. auch ganz auf eine Dampfzuführung von außen verzichtet werden kann. Dieses ist
deswegen möglich, weil eine Erstverdampfung der Feuchtigkeit aus dem Fasermaterial
durch eine entsprechend starke Drucksenkung im Behälter mittels der Vakuumpumpe vorgenommen
werden kann. In diesem Zusammenhang ist es von Vorteil, wenn bei einer der Trocknung
vorangehenden mechanischen Entwässerung mittels Luft und/oder Dampf das Fasermaterial
bereits vorgewärmt worden ist, ggf. bis nahe an den der Dampfdruckkurve entsprechenden
Siedepunkt.
[0012] Wenn in dieser Weise mit im Kreislauf strömendem Dampf getrocknet wird, ist es zweckmäßig,
den Dampfanteil an einer in Umwälzrichtung hinter dem Fasermaterial und der Umwälzeinrichtung
sowie vor dem Zwischenüberhitzer gelegenen Stelle zur Vakuumpumpe abzuziehen. Dabei
wird zweckmäßigerweise der Dampfanteil über ein sich bei Druckanstieg im Kreislauf
öffnendes Druckregelventil zur Vakuumpumpe abgezogen. So wird einerseits eine gute
Dampfumwälzung durch den Zwischenerhitzer und andererseits eine ausreichende Dampfableitung
zur Vakuumpumpe unter Aufrechterhaltung des vorgesehenen betriebsmäßigen Unterdrucks
im Behandlungsbehälter bzw. im Kreislauf sichergestellt.
[0013] Da mit dem erfindungsgemäßen Verfahren kurze Trocknungszeiten erreicht werden können,
ist es wegen des vergleichsweise geringen Arbeitsaufwandes sinnvoll, die Trocknung
im Behandlungsbehälter durchzuführen, da bei vergleichsweise kurzen Trocknungszeiten
noch eine hohe Flüssigkeitsbehandlungsleistung verfügbar bleibt. Dabei eignet sich
das erfindungsgemäße Verfahren nicht nur zum Trocknen von Garnen oder textiler Stückware
sondern ganz allgemein zum Trocknen von durchströmbarem Material, bei dem es sich
beispielsweise auch um Papierstoff oder ein Holzfasermaterial handeln kann.
[0014] Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung zur Durchführung des vorbeschriebenen
Verfahrens mit einem das Fasermaterial durchströmbar aufnehmenden Behälter, einer
Kreislaufleitung, in die der Behälter, eine Umwälzeinrichtung und ein Durchlauferhitzer
eingebaut sind, und einer an die Kreislaufleitung angeschlossenen Zweigleitung mit
einer Vakuumpumpe und ggf. einem Kondensator sowie ggf. einer in die Kreislaufleitung
mündenden Frischdampfanleitung.
[0015] Eine derartige Vorrichtung mit einem Kondensator und einer Frischdampfzuleitung ist
bereits bekannt (DE-OS-2 010 605). Dort mündet die Frischdampfzuleitung über einen
Dampfkühler in den Kreislauf, der dem mechanischen Entwässern und nicht der Fertigtrocknung
dient. Dabei wird der Dampf hoch entspannt, damit er bei geringer Dichte ein großes
spezifisches Volumen aufweist, so daß trotz einer vergleichsweise geringen Dampfmenge,
die durch das zu trocknende Textilmaterial geleitet wird, dieses mit einer hohen Geschwindigkeit
durchströmt wird, die für die mechanische Entwässerung durch Mitreißen von Wassertröpfchen
als zweckmäßig erkannt worden ist. Trotz der hohen Durchströmungsgeschwindigkeit wird
die Vakuumpumpe nicht stark belastet, da die zu verarbeitende Dampfmenge gering ist
und vor der Vakuumpumpe kondensiert wird. Zur Fertigtrocknung wird jedoch auch hier
mit erhitzter Luft gearbeitet, die sogar unter Überdruck zugeführt wird, wobei intermittierend
mittels unter Überdruck stehender umgewälzter Luft dem Fasermaterial Wärme zugeführt
und dann durch Anschließen der Vakuumpumpe Restfeuchtigkeit aus dem Fasermaterial
verdampft und zur Vakuumpumpe abgeführt wird. Die Kreislaufleitung mit dem Erhitzer
und der Umwälzeinrichtung einerseits sowie die Zweigleitung mit der Vakuumpumpe andererseits
sind somit im Wechsel anschließbar bzw. absperrbar, jedoch ermöglicht diese Arbeitsweise
nicht das erfindungsgemäße Verfahren, bei dem im Interesse einer schnellen Trocknung
das Fasermaterial kontinuierlich mit überhitztem Dampf durchströmt und dabei ein Dampfanteil
zur Vakuumpumpe abgeleitet wird.
[0016] Die bekannte Vorrichtung ist erfindungsgemäß so abgeändert, daß die Zweigleitung
mit einem Druckregelventil zur Regelung des von der Vakuumpumpe aufgebrachten Unterdrucks
in der Kreislaufleitung versehen ist.
[0017] Diese Maßnahme schafft die Möglichkeit, während der Fertigtrocknung das Fasermaterial
ausschließlich mit Dampf zu durchströmen und gleichzeitig einen Anteil des Kreislaufdampfes
zur Vakuumpumpe hin abzuzweigen.
[0018] Zweckmäßige Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Vorrichtung bestehen darin, daß
der Durchlauferhitzer ein mit Dampf betriebener Wärmetauscher ist, daß in die Zweigleitung
ein Durchlaufkühler eingebaut ist, der ein mit Wasser betriebener Wärmetauscher ist,
daß in die Kreislaufleitung hinter dem Behälter und vor der Zweigleitung zur Vakuumpumpe
ein Entwässerungsbehälter mit einer Flüssigkeitsableitung eingebaut ist und daß die
Zweigleitung hinter der Umwälzeinrichtung und vor dem Durchlauferhitzer an die Kreislaufleitung
angeschlossen ist.
[0019] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand einer schematischen
Zeichnung einer Anlage zum Färben und Trocknen von Textilmaterial näher erläutert.
[0020] Die dargestellte Anlage weist einen Behälter 1 mit einem Deckel 2, einem Zulauf 3
für Behandlungsflüssigkeit, einem Ablauf 4, einem Anschluß 5 zum Einleiten eines Trocknungsmediums
und einem Stutzen 6 zum Anschließen von Druckluft auf. Ferner ist im Behälter 1 das
zu behandelnde Fasermaterial, beispielsweise Garn in Form einer Kreuzspule 7, dargestellt.
Dabei sind in bekannter Weise der Behälter 1 so ausgebildet und das fasermaterial
7 so angeordnet, daß eine Strömungsverbindung zwischen dem Zulauf 3, dem Anschluß
5 und dem Stutzen 6 einerseits sowie dem Ablauf 4 andererseits nur durch das Fasermaterial
7 hindurch besteht.
[0021] Der Ablauf 4 ist über eine Ablaufleitung 8 an den Eintrittsstutzen 9 eines Entwässerungsbehälters
10 mit einem unteren Flüssigkeitsaustritt 11 und einem oberen Gasaustritt 12 angeschlossen.
[0022] Vom Gasaustritt 12 geht eine Leitung 13 aus, die über ein Umschaltventil 14 wahlweise
mit der Saugleitung 15 eines Gebläses 16 oder mit einer das Gebläse 16 umgehenden
Umgehungsleitung 17 verbunden ist. An das Gebläse 16 ist eine Blasleitung 18 angeschlossen,
in welche die Umgehungsleitung 17 mündet.
[0023] Die Blasleitung 18 führt über eine Verbindungsleitung 19 zu einem Durchlauferhitzer
20, der als dampfbeheizter Wärmeaustauscher ausgebildet ist, an den eine Heizdampfzuleitung
21 und eine Kondensatableitung 22 angeschlossen sind.
[0024] Der die Verbindungsleitung 19 fortsetzende Strömungspfad durch den Durchlauferhitzer
20 ist über eine Zuleitung 23 an den Anschluß 5 des Behälters 1 angeschlossen. In
die Zuleitung 23 mündet eine Frischdampfzuleitung 24, die über ein Absperrventil 25
absperrbar ist.
[0025] Entsprechend der vorstehenden Beschreibung sowie der Darstellung bilden die Leitungen
8, 13, 15, 18, 19 und 23 eine Kreislaufleitung 26, in die der Behälter 1, der Entwässerungsbehälter
10, das Gebläse 16 und der Durchlauferhitzer 20 eingeschaltet sind.
[0026] An die Kreislaufleitung 26 bzw. ihre Blasleitung 18 ist eine Zweigleitung 27 angeschlossen,
die über einen Durchlaufkühler 28 mit einem Kühlwasserzulauf 29 und einem Kühlwasserablauf
30 an eine Vakuumpumpe 31 angeschlossen ist. In die Zweigleitung 27 ist zwischen der
Kreislaufleitung 26 und dem Durchlaufkühler 28 ein Druckregelventil 32 eingebaut.
Dieses ist auf einen gewünschten Unterdruck einstellbar, der dann mittels der Vakuumpumpe
31 in der Kreislaufleitung 26 aufrecht erhalten wird. Wegen der Strömungswiderstände
innerhalb der Kreislaufleitung 26 herrscht natürlich nicht an allen Punkten im Kreislauf
derselbe Unterdruck.
[0027] Mit der vorbeschriebenen Anlage läßt sich textiles Fasermaterial in folgender Weise
färben und trocknen:
[0028] Zunächst wird das Fasermaterial 7 in den Behälter 1 eingebracht, der daraufhin mittels
der Vakuumpumpe 31 evakuiert wird. Dann wird über den Zulauf 3 Färbeflotte in den
Behälter 1 eingeführt. Die Einwirkung der Färbeflotte auf das Fasermaterial 7 kann
durch Zirkulation der Färbeflotte durch das Fasermaterial 7 hindurch in bekannter
Weise erhöht werden. Auch kann mit pulsierenden Druckstößen gearbeitet werden, die
beispielsweise über den Stutzen 6 aufgebracht werden können. Mittels in den Behälter
1 einströmender Druckluft kann die Färbeflotte nach der vorgesehenen Einwirkungszeit
aus dem Behälter 1 herausgedrückt werden oder auch zum Entwässerungsbehälter 10 und
dessen Flüssigkeitsaustritt 11 ablaufen. In entsprechender Weise wird das Fasermaterial
7 gewaschen, wozu das Waschwasser über den Anschluß 3 in den Behälter eingeleitet
werden kann. Ggf. werden mehrere Färbevorgänge und/oder Waschvorgänge durchgeführt.
[0029] Nach dem Waschen wird das Fasermaterial 7 im Behälter 1 getrocknet. Diese Trocknung
wird zweistufig durchgeführt, indem zunächst eine mechanische Entwässerung durchgeführt
und dann thermisch fertiggetrocknet wird. In beiden Fällen wird mittels der Vakuumpumpe
31 ein die Trocknung fördernder Unterdruck im Behälter 1 aufrecht erhalten.
[0030] Zum mechanischen Entwässern werden über die Frischdampfzuleitung 24 bzw. den Stutzen
6 Dampf und/oder Druckluft in den Behälter 1 eingeleitet. Diese Medien führen Feuchtigkeit
aus dem Fasermaterial 7 in Form von mitgerissenen Tröpfchen ab. Diese Feuchtigkeit
wird im Entwässerungsbehälter 10 abgeschieden oder strömt bei entsprechender Stellung
des Umschaltventils 14 über die Umgehungsleitung 17 und die Zweigleitung 27 zur Vakuumpumpe
31, wobei im Falle der Entwässerung mittels Luft eine Abscheidung ebenso wie eine
Kondensation im Falle der Verwendung von Dampf als mechanisches Entwässerungsmedium
erfolgt. Der über die Frischdampfzuleitung 24 zugeführte Dampf wirkt nicht nur mechanisch
entwässernd sondern bewirkt auch ggf. in Verbindung mit einer Teilkondensation im
Fasermaterial 7 eine Vorwärmung des Fasermaterials und der in diesem noch verbleibendem
Restfeuchtigkeit.
[0031] Die anschließende Fertigtrocknung ist eine thermische Trocknung, bei der das Fasermaterial
7 mit Dampf durchströmt und dabei so in Abstimmung auf den mittels der Vakuumpumpe
31 aufgebrachten Unterdruck erwärmt wird, daß die Restfeuchtigkeit verdampft. Dabei
wird der im Fasermaterial 7 entstehende Dampf bei der gezeichneten Stellung des Umschaltventils
14 und bei laufendem Gebläse 16 durch die Kreislaufleitung 26 umgewälzt, wobei dieser
Dampf im Durchlauferhitzer 20 überhitzt wird. Das führt zu weiterer Verdampfung von
Restfeuchtigkeit, und ein entsprechender Dampfanteil wird über die Zweigleitung 27
dem Kreislauf entnommen und zur Vakuumpumpe 31 abgeführt. Das Druckregelventil 32
bewirkt die Überführung dieses Dampfanteils zur Vakuumpumpe. Dabei ist es möglich,
den Ablauf der Fertigtrocknung im Laufe der Trocknungszeit durch Veränderung der Einstellung
des Druckregelventils 32 und der Wärmezufuhr im Durchlauferhitzer 20 zu beeinflussen,
um eine Anpassung an den Trocknungsgrad des Fasermaterials 7 vorzunehmen und eine
ebenso schnelle wie schonende Trocknung des Fasermaterials 7 zu erreichen.
[0032] Es ist ersichtlich, daß die Fertigtrocknung ganz ohne Zuführung von Frischdampf erfolgen
kann, so daß ggf. die Frischdampfzuleitung 24 mit dem Absperrventil 25 und auch die
Umgehungsleitung 17 mit dem Umschaltventil 14 entfallen können; denn mittels der Vakuumpumpe
31 kann bereits zu Beginn der Fertigtrocknung Restfeuchtigkeit aus dem Fasermaterial
7 verdampft werden, wobei dieser Dampf mittels des Gebläses 16 durch die Kreislaufleitung
26 umgewälzt werden kann und Wärme vom Durchlauferhitzer 20 zum Fasermaterial 7 transportiert.
[0033] Die dargestellte und beschriebene Anlage entspricht einer Versuchsanlage, die dazu
bestimmt ist, innerhalb von 30 Minuten 2 kg Garn zu trocknen, die 2,5 kg Wasser enthalten.
Dabei ist ein Durchlauferhitzer 20 von 2,5 m
2 Wärmetauscherfläche vorgesehen. Das Gebläse 16 ist für eine Förderung von 8 m
3/min. und einer Druckdifferenz von 0,1 bar vorgesehen. Dabei besitzt der Kreislaufdampf
eine Dichte von 0,3 kg/m
3, einen Druck von 0,5 bar und eine Temperatur von 80° C.
[0034] Bei einer anderen Auslegung fördert das Gebläse 16 17,5 m
3/min. unter einem Differenzdruck von 0,1 bar. Dabei betragen die Dichte 0,13 kg/m
3, der Druck 0,203 bar und die Temperatur 60° C.
[0035] Die vorgenannten Angaben sind naturgemäß beispielhaft und können innerhalb weiter
Grenzen variiert werden.
1. Verfahren zum Trocknen von Fasermaterial od. dgl., insbesondere im Anschluß an
eine Flüssigkeitsbehandlung wie Färben des Fasermaterials und unter Verbleiben des
Fasermaterials im Behandlungsbehälter, bei dem das Fasermaterial - ggf. nach einer
mechanischen Entwässerung im Wege des Durchströmens mit Luft und/oder Dampf - mit
Vakuum beaufschlagt sowie von einem erwärmten Medium durchströmt und dabei erwärmt
und dadurch Feuchtigkeit aus dem Fasermaterial verdampft wird, die zur Vakuumpumpe
abgeführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß kontinuierlich und ausschließlich überhitzter
Dampf im Kreislauf durch das Fasermaterial und einen Zwischenüberhitzer geleitet wird,
wobei der Dampf die zur Verdampfung der Feuchtigkeit benötigte Wärme zuführt und ein
Dampfanteil aus dem Kreislauf zur Vakuumpumpe abgezogen wird, welcher der aus dem
Fasermaterial verdampften Feuchtigkeit entspricht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Dampfanteil an einer
in Umwälzrichtung hinter dem Fasermaterial und der Umwälzeinrichtung sowie vor dem
Zwischenüberhitzer gelegenen Stelle zur Vakuumpumpe abgezogen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Dampfanteil über
ein sich bei Druckanstieg im Kreislauf öffnendes Druckregelventil zur Vakuumpumpe
abgezogen wird.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 3 mit einem
das Fasermaterial (7) durchströmbar aufnehmenden Behälter (1), einer Kreislaufleitung
(26), in die der Behälter (1), eine Umwälzeinrichtung (16) und ein Durchlauferhitzer
(20) eingebaut sind, und einer an die Kreislaufleitung (26) angeschlossenen Zweigleitung
(27) mit einer Vakuumpumpe (31) und ggf. einem Kondensator (28) sowie ggf. einer in
die Kreislaufleitung (26) mündenden Frischdampfzuleitung (24), dadurch gekennzeichnet,
daß die Zweigleitung (27) mit einem Druckregelventil (32) zur Regelung des von der
Vakuumpumpe (31) aufgebrachten Unterdrucks in der Kreislaufleitung (26) versehen ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchlauferhitzer
(20) ein mit Dampf betriebener Wärmetauscher ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß in die Zweigleitung
(27) ein Durchlaufkühler (28) eingebaut ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchlaufkühler (28)
ein mit Wasser betriebener Wärmetauscher ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß in die
Kreislaufleitung (26) hinter dem Behälter (1) und vor
der Zweigleitung (27) zur Vakuumpumpe (31) ein Entwässerungsbehälter (20) mit einer
Flüssigkeitsableitung (11) eingebaut ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Zweigleitung
(27) hinter der Umwälzeinrichtung (16) und vor dem Durchlauferhitzer (20) an die Kreislaufleitung
(26) angeschlossen ist.
1. A method of drying fibrous material or the like, more particularly subsequent to
a treatment by means of a liquid, such as dyeing, of the fibrous material, and with
the fibrous material being kept in the treating vessel, wherein the fibrous material,
after a mechanical dewatering by way of passing air and/or steam through it, when
required, is subjected to a negative pressure and is caused to be traversed by a heated
medium and thus to be heated up and humidity is thereby evaporated out of the fibrous
material and carried away towards the vacuum pump, characterized in that continuously
and exclusively superheated steam is directed through the fibrous material and through
an intermediary superheater in a recycling manner, with the steam supplying the heat
required for evaporating the humidity, and that a fraction of steam is drawn off from
the circuit towards the vacuum pump, said fraction corresponding to the humidity evaporated
from the fibrous material.
2. The method according to claim 1, characterized in that the steam fraction is drawn
off towards the vacuum pump at a location situated downstream of the fibrous material
and of the recycling means and upstream of the intermediary superheater.
3. The method according to claim 1 or 2, characterized in that the steam fraction
is drawn off towards the vacuum pump via a pressure regulating valve which opens when
the pressure increases within the circuit.
4. An apparatus for carrying out the method according to claims 1 to 3, said apparatus
comprising a vessel (1) for containing the fibrous material (7) in such a manner that
it is permeable to flow, a recycling line (26) into which the vessel (1), a recycling
means (16) and a flow heater (20) are installed, and a branch line (27) connected
to the recycling line (26) and having a vacuum pump and, if necessary, a condenser
(28), as well as, if necessary, a live steam feed line (24) opening into the recycling
line (26), characterized in that the branch line (27) is provided with a pressure
regulator (32) for controlling the negative pressure which the vacuum pump (31) is
producing in the recycling line (26).
5. The apparatus according to claim 4, characterized in that the flow heater (20)
is a steam-operated heat exchanger.
6. The apparatus according to claim 4 or 5, characterized in that a flow cooler (28)
is installed into the branch line (27).
7. The apparatus according to claim 6, characterized in that the flow cooler (28)
is a water-operated heat exchanger.
8. The apparatus according to any of claims 4 to 7, characterized in that a dewatering
vessel (10) having a liquid outlet (11) is installed into the recycling line (26)
downstream of the vessel (1) and upstream of the branch line (27) leading to the vacuum
pump (31).
9. The apparatus according to any of claims 4 to 8, characterized in that the branch
line (27) is connected to the recycling line (26) at a location downstream of the
recycling means (16) and upstream of the flow heater (20).
1. Un procédé de séchage de matière fibreuse ou similaire, plus particulièrement à
la suite d'un traitement par un liquide, tel que la teinture, de la matière fibreuse,
et en conservant la matière fibreuse dans le récipient de traitement, procédé dans
lequel, le cas échéant, après un égouttage mécanique par la circulation d'air et/ou
de vapeur, la matière fibreuse est soumise à une pression négative et à la circulation
d'un milieu chauffé et est chauffée par ce moyen, et que de l'humidité est ainsi enlevée,
par vaporisation, de la matière fibreuse et conduite vers la pompe à vide, caractérisé
en ce que, d'une façon continue et exclusive, de la vapeur surchauffée est circulée
à travers la matière fibreuse et un surchauffeur intermédiaire, la vapeur apportant
la chaleur nécessaire pour la vaporisation de l'humidité, et en ce qu'une fraction
de la vapeur est enlevée du circuit de circulation pour être conduite vers la pompe
à vide, cette fraction de vapeur correspondant à l'humidité enlevée par vaporisation
de la matière fibreuse.
2. Le procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la fraction de vapeur
est évacuée vers la pompe à vide à partir d'une position située en aval de la matière
fibreuse et du dispositif de circulation et en amont du surchauffeur intermédiaire.
3. Le procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la fraction de
vapeur est évacuée vers la pompe à vide par l'intermédiaire d'un régulateur de pression
qui s'ouvre quand la pression augmente dans le circuit de circulation.
4. Un dispositif pour la mise en oeuvre du procédé selon les revendications 1 à 3,
ledit dispositif comprenant un récipient (1) capable de contenir la matière fibreuse
(7) de telle manière qu'elle peut être traversée par un courant, un circuit de circulation
(26) dans lequel sont installés le récipient (1), un dispositif de circulation (16)
et un appareil à chauffage instantané (20), et un branchement (27), connecté au circuit
de circulation (26) et comportant une pompe à vide (31) et, éventuellement, un condenseur
(28), ainsi, éventuellement, une conduite d'amenée de vapeur vive (24) qui débouche
dans le circuit de circulation (26), caractérisé en ce que le branchement (27) est
muni d'un régulateur de pression (32) destiné à contrôler la pression négative produite
par la pompe à vide (31) dans le circuit de circulation (26).
5. Le dispositif selon la revendication 4, caractérisé en ce que l'appareil à chauffage
instantané (20) est un échangeur de chaleur à vapeur.
6. Le dispositif selon la revendication 4 ou 5, caractérisé en ce qu'un appareil à
refroidissement instantané (28) est installé dans le branchement (27).
7. Le dispositif selon la revendication 6, caractérisé en ce que l'appareil à refroidissement
instantané (28) est un échangeur de chaleur à eau.
8. Le dispositif selon l'une quelconque des revendications 4 à 7, caractérisé en ce
qu'un vaisseau d'égouttage (10) ayant une sortie de liquide (11) est monté dans le
circuit de circulation (26) en aval du récipient (1) et en amont du branchement (27)
conduisant vers la pompe à vide (31).
9. Le dispositif selon l'une quelconque des revendications 4 à 8, caractérisé en ce
que le branchement (27) est connecté au circuit de circulation (26) dans une position
située en aval du dispositif de circulation (16) et en amont de l'appareil à chauffage
instantané (20).