[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Haspelofen mit einem Haspel, dessen Dorn innerhalb
einer Wärmeschutzhaube angeordnet und mittels eines in axialer Richtung über den Haspeldorn
schiebbaren Heizrohres aufheizbar ist.
[0002] Um eine erwärmungsbedingte Zunderbildung beim Aufwärmen des auf den Haspeldorn aufgewickelten
Bandes mit Hilfe von in den Haspelofen eingeleiteten Heißgasen zu vermeiden, ist es
bekannt (AT-PS 373 290), den Haspeldorn über ein Heizrohr aufzuheizen, das eine elektrische
Heizeinrichtung aufweist und in axialer Richtung über den Haspeldorn geschoben werden
kann. Der mit Hilfe des Heizrohres erwärmte Haspeldorn wirkt somit als Heizkörper
für das nach dem Abziehen des Heizrohres auf den Haspeldorn aufgewickelte Band, wobei
der Bandwickel durch Wärmeleitung von innen heraus erwärmt wird. Die Aufwärmung des
Haspeldornes über eine Induktionswicklung des Heizrohres ist zwar einfach, doch ist
man von einer entsprechenden elektrischen Energiequelle abhängig. Außerdem bleibt
der durch die Wärmeschutzhaube abgegrenzte Haspelraum unbeheizt, was zu einer vergrößerten
Wärmeabfuhr vom aufzuwärmenden Bandwickel durch Strahlung und Konvektion führt.
[0003] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, einen Haspelofen zu schaffen, bei
dem der Bandwickel auf dem Haspeldorn mit Heißgas erwärmt werden kann, ohne eine erwärmungsbedingte
Zunderbildung befürchten und eine größere Wärmeabstrahlung vom Bandwickel in Kauf
nehmen zu müssen.
[0004] Ausgehend von einem Haspelofen der eingangs geschilderten Art löst die Erfindung
die gestellte Aufgabe dadurch, daß das Heizrohr aus einem von einem Mantel umschlossenen
Strahlrohr besteht und zwischen dem Strahlrohr und dem Mantel wenigstens einen Heißgaskanal
aufweist, daß die Wärmeschutzhaube zur Bildung wenigstens eines Strömungskanales doppelwandig
ausgebildet ist und daß die Ausströmöffnung des Heißgaskanales des Heizrohres zumindest
in einer Verschiebestellung des Heizrohres an eine Einströmöffnung des Strömungskanales
der Wärmeschutzhaube anschließt.
[0005] Da das Heißgas zum Aufwärmen des Strahlrohres dient und der Haspeldorn über die vom
Strahlrohr abgegebene Strahlungswärme erwärmt wird, werden für die Aufwärmung des
Bandwickels vom aufgeheizten Haspeldorn her die gleichen Vorteile wie bei einer elektrischen
Heizeinrichtung für das Heizrohr erreicht. Einer elektrischen Heizeinrichtung gegenüber
wird aber die zusätzlichliche Möglichkeit geschaffen, den von der Wärmeschutzhaube
umschlossenen Haspelraum mit Hilfe der Heißgase vorzuwärmen, so daß nicht nur eine
Wärmeabstrahlung vom Bandwickel weitgehend verhindert, sondern auch die fühlbare Abwärme
der Heißgase besser genützt werden kann. Nach dem Aufheizen des Strahlrohres können
nämlich die Heißgase über die doppelwandig ausgebildete Wärmeschutzhaube abgesaugt
werden, wobei über die Innenwand der Wärmeschutzhaube der Haspelraum aufgewärmt wird.
Die Temperaturdifferenz zwischen dem aufgewärmten Bandwickel und dem Haspelraum wird
dadurch erheblich verringert, was eine entsprechende Verringerung der Wärmeabstrahlung
vom Bandwickel zur Folge hat. Da zumindest in einer Verschiebestellung des Heizrohres
die Einströmöffnung des Strömungskanales der Wärmeschutzhaube an die Ausströmöffnung
des Heißgaskanales des Heizrohres anschließt, braucht keine besondere Anschlußverbindung
hergestellt zu werden. Es muß lediglich darauf geachtet werden, daß sich beim Aufheizen
des Strahlrohres mit den Heißgasen das Heizrohr in der hiefür vorgesehenen Verschiebestellung
befindet. Ob dabei der Heißgaskanal des Heizrohres als Brennraum für die Heißgase
dient oder ob heiße Rauchgase in diesen Heißgaskanal eingeführt werden, spielt für
den Erfindungsgedanken keine wesentliche Rolle.
[0006] In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen
Fig. 1 einen erfindungsgemäßen Haspelofen mit einem über den Haspeldorn geschobenen
Heizrohr in einem schematischen Schnitt und
Fig. 2 diesen Haspelofen in einer entsprechenden Darstellung, allerdings mit vom Haspeldorn
abgezogenem Heizrohr.
[0007] Der gezeichnete Haspelofen besteht im wesentlichen aus einem Haspel 1, dessen Haspeldorn
2 in eine einen Haspelraum 3 umschließende Wärmeschutzhaube 4 ragt. Zum Aufwärmen
des Haspeldornes 2 dient ein Heizrohr 5, das koaxial zum Spreizdorn 2 angeordnet ist
und mit Hilfe eines Stellzylinders 6 durch eine entsprechende Durchtrittsöffnung in
der Wärmeschutzhaube 4 in axialer Richtung über den Spreizdorn 2 geschoben werden
kann. Die Anordnung ist dabei so getroffen, daß das Heizrohr 5 in seiner in Fig. 2
dargestellten Ruhestellung mit seinem freien Ende an die Wärmeschutzhaube 4 anschließt,
so daß die in der Wärmeschutzhaube 4 vorgesehene Durchtrittsöffnung für das Heizrohr
5 durch es verschlossen wird.
[0008] Das Heizrohr 5 besteht aus einem inneren Strahlrohr 7 und einem wärmeisolierten Mantel
8, wobei der Ringraum zwischen dem Strahlrohr 7 und dem Mantel 8 als Heißgaskanal
9 dient, durch den eine Heißgasströmung zum Erhitzen des Strahlrohres 7 geführt wird.
Für die Erzeugung einer solchen Heißgasströmung kann ein Brenner 10 eingesetzt werden.
[0009] Im Gegensatz zu herkömmlichen Wärmeschutzhauben ist die Wärmeschutzhaube nach der
Erfindung doppelwandig ausgebildet, so daß sich zwischen der wärmeisolierten Außenwand
11 und der eine Wärmeabgabefläche bildenden Innenwand 12 ein Strömungskanal 13 entsteht,
über den die Heißgase aus dem Heizrohr 5 zu einem Abgasabzug 14 geführt werden können.
Zu diesem Zweck schließt die Ausströmöffnung 15 des Heißgaskanales 9 des Heizrohres
5 in der in Fig. 2 gezeichneten Stellung an eine Einströmöffnung 16 des Strömungskanales
13 der Wärmeschutzhaube 4 an. Die Heißgase strömen folglich über die Ausströmöffnung
15 durch die Einströmöffnung 16 in den Strömungskanal 13, wo sie über die Innenwand
12 der Wärmeschutzhaube 4 den Haspelraum 3 erwärmen. Ist das Strahlrohr 7 entsprechend
aufgewärmt, so wird das Heizrohr 5 mit Hilfe des Stellzylinders 6 aus der Ruhestellung
nach Fig. 2 in die Arbeitsstellung nach Fig. 1 über den Haspeldorn 2 verschoben und
der Haspeldorn 2 durch Wärmestrahlung vom Strahlrohr 7 her aufgewärmt. Bei einer erforderlichen
Haspeltemperatur von 900 bis 1000°C ist das Strahlrohr beispielsweise auf 1200 bis
1280°C aufzuwärmen. Während der Aufwärmperiode des Haspeldornes wird das Strahlrohr
7 gemäß dem Ausführungsbeispiel nicht beheizt. Es wäre aber auch durchaus möglich,
die Aufwärmung des Haspeldornes 2 gleichzeitig mit der Erwärmung des Strahlrohres
7 in der Verschiebestellung nach Fig. 1 durchzuführen. In diesem Falle müßte die Strömungsrichtung
im Strömungskanal 13 umgekehrt und die Einströmöffnung 16 auf die andere Stirnseite
der Wärmeschutzhaube 4 verlegt werden. Bei einer solchen Anordnung kann allerdings
das Strahlrohr 7 nicht während des Auf- bzw. Abwickelvorganges aufgeheizt werden.
Soll auch während des Auf- bzw. Abwickelns des Bandes das Heizrohr beheizt werden,
so müßte in der Wärmeschutzhaube 4 wenigstens ein weiterer Strömungskanal vorgesehen
sein, damit die heißen Abgase aus dem Heizrohr in der zurückgezogenen Heizrohrstel-
- lung durch den einen und in der vorgeschobenen Heizrohrstellung durch den anderen
Strömungskanal der Wärmeschutzhaube strömen können.
[0010] Nach dem Aufwärmen des Haspeldornes 2 auf die gewünschte Temperatur wird das Heizrohr
5 wieder in seine Ruhestellung nach Fig. 2 zurückgezogen und das aufzuwärmende Band
auf den Haspeldorn 2 aufgewickelt, der nunmehr seine Wärme an den Bandwickel abgibt.
Haspelofen mit einem Haspel (1), dessen Dorn (2) innerhalb einer Wärmeschutzhaube
(4) angeordnet und mittels eines in axialer Richtung über den Haspeldorn (2) schiebbaren
Heizrohres (5) aufheizbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Heizrohr (5) aus einem
von einem Mantel (8) umschlossenen Strahlrohr (7) besteht und zwischen dem Strahlrohr
(7) und dem Mantel (8) wenigstens einen Heißgaskanal (9) aufweist, daß die Wärmeschutzhaube
(4) zur Bildung wenigstens eines Strömungskanales (13) doppelwandig ausgebildet ist
und daß die Ausströmöffnung (15) des Heißgaskanales (9) des Heizrohres (5) an eine
Einströmöffnung (16) des Strömungskanales (13) der Wärmeschutzhaube (4) anschließt.