[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Aufwickeln von mehreren durch Längsteilen
von bandförmigem Material erzeugten Spaltbändern zu einem Verbundwickel. Das bandförmige
Material weist eine Dickenabweichung über seine Breite auf (US-A-4298633).
[0002] Bandförmiges Material, insbesondere metallisches Breitband, wird von einem Coil abgezogen
und in Längsrichtung in schmale Bänder längsgeteilt (gespalten). Die so erzeugten
parallel zueinander verlaufenden schmalen Spaltbänder werden anschliessend auf einen
gemeinsamen Dorn oder separate Dorne aufgewickelt. Insbesondere bei Bandbreiten von
150 bis 250 mm, das in Schmalband mit einer Bandbreite im Bereich von ca. 2 bis 20
mm gespalten wird, trägt der gemeinsame Wickeldorn üblicherweise einzelne Scheiben,
die die einzelnen Spaltbandbunde voneinander trennen (US-A-4298633).
[0003] Nach Beendigung der Spalt- und Wickelvorganges werden die einzelnen Bunde nacheinander
von dem gemeinsamen Dorn abgenommen, d.h. vereinzelt, mittels einer Spezialvorrichtung
zusammengebunden und schliesslich gelagert bzw. der Weiterverarbeitung zugeführt.
[0004] Insbesondere bei sehr schmalen Spaltbändern mit einer Bandbreite im Bereich von ca.
2 bis 20 mm besitzt diese herkömmliche Verfahrensweise Nachteile. Durch das Aufwickeln
mit Hilfe der Distanzscheiben und durch das Vereinzeln und Zusammenbinden der einzelnen
Bunde nach dem Wickelvorgang ergeben sich hohe Kosten durch die dafür notwendigen
Rüstzeiten. Insbesondere beim Vereinzeln der Bunde sind vielfach Ausfälle durch Schrottanfall
zu vermeiden. Ferner können insbesondere schmale Spaltbänder aufgrund der Instabilität
der daraus erzeugten einzelnen Bunde nur zu Coils mit einem Durchmesser von maximal
ca. 700 mm aufgewickelt werden. Wird der Bunddurchmesser beispielsweise zu gross gewählt,
so kann dies zu einem Verzug bzw. sogar zu einer Verformung der Spaltbänder in Längsrichtung
führen. Durch Reibung der einzelnen Spaltbänder an den Distanzscheiben ergeben sich
darüber hinaus häufig Beschädigungen an den Schnittkanten der Spaltbänder nicht nur
während des Wickelvorganges, sondern auch während des Transportes und der Lagerung
der fertigen Bunde.
[0005] In «Kontinentaler Stahlmarkt», 12/83, Seiten 59 und 60 sowie in «Blech, Rohre, Profile»,
31 (1984) 3, Seiten 94 und 95 ist ein neuartiges Verfahren zum gleichzeitigen Aufwickeln
mehrerer Spaltbänder beschrieben worden. Bei Anwendung dieses Wickelverfahrens treten
die vorerwähnten Nachteile nicht mehr auf. Mit Hilfe dieses Verfahrens lassen sich
sogenannte Verbundwickel aus einer Vielzahl nebeneinanderliegender Spaltbänder einwandfreier
Qualität und mit einem Durchmesser bis zu ca. 1.400 mm in einfacher Weise erzeugen.
Dadurch werden wesentlich grössere Bundgewichte erreicht, was insbesondere im Hinblick
auf die Weiterverarbeitung der Spaltbänder von Bedeutung ist, d.h. wesentliche Vorteile
mit sich bringt.
[0006] Dieses neuartige Wickelverfahren funktioniert jedoch nur dann ohne Probleme, wenn
Dickenänderungen über die Breite des Bandes vernachlässigt werden können. Wie sich
jedoch gezeigt hat, ist dies in der Regel dann der Fall, wenn die Spaltbänder aus
dem mittleren Bereich eines Breitbandes stammen. Wird das zu spaltende Band jedoch
zuvor aus dem Randbereich eines Breitbandes erzeugt oder ist es beispielsweise ein
Mittelband oder Breitband mit einer Bandbreite wesentlich grösser als ca. 250 mm und
wird es anschliessend in eine Vielzahl von schmalen Spaltbändern längsgeteilt, so
ergeben sich auch bei diesem neuen Verfahren Probleme und Schwierigkeiten. Aufgrund
der Dickenabweichung über die Breite des Bandes entsteht eine beim Aufwickeln des
Spaltbandes von einem Zylinder abweichende, z.B. kegelige oder bombierte Oberfläche
des Wickels. Dann muss das Aufwickeln der Spaltbänder abgebrochen werden. Dadurch
bedingt sind nur noch wesentlich geringere Verbundwickeldurchmesser, d.h. kleinere
Bundgewichte, erreichbar. Ferner wurde insbesondere bei Bandbreiten grösser ca. 250
mm ein Einreissen der Einlage zwischen im Verbundwickel nebeneinanderliegenden Spaltbändern
festgestellt. Darüber hinaus führt die nicht mehr zylindrische Oberfläche des Verbundwickels
zu Schwierigkeiten beim Abwickeln einzelner Spaltbänder bei ihrer Weiterverarbeitung.
[0007] Bei dem herkömmlichen Verfahren, bei dem Breitband in Spaltbänder unterteilt wird
und diese zu nebeneinander auf einem gemeinsamen Wickeldorn liegenden Einzelbunden
aufgewickelt werden, verursachen die unterschiedlichen Banddicken über die Breite
des Bandes unterschiedliche Durchmesser der Einzelbunde beim Aufwickeln. Zur Herstellung
gleichmässig straff aufgewickelter Bunde ist dieses bei dem herkömmlichen Verfahren
an sich bereits bekannte Problem der unterschiedlichen Banddicken beispielsweise dadurch
gelöst, dass Papierstreifen einer Länge < 1 m zwischen die einzelnen Lagen ganz bestimmter
sich auf dem gemeinsamen Dorn befindlicher Einzelbunde eingeschoben werden. Dabei
werden im dornnahen Bereich noch keine Papierstreifen eingelegt. Dies ist nur im äusseren
Bereich der Einzelbunde erforderlich. Dabei erstrecken sich die Papierstreifen auch
nicht über den gesamten Umfang des Einzelbundes. In dieser Weise können beispielsweise
mit Hilfe der aus der DE-C-2838563 bekannten Vorrichtung die Dickenunterschiede zwischen
den einzelnen nebeneinander verlaufenden und zu Einzelbunden aufgewickelten Spaltbändern
ausgeglichen werden. Bei der aus der US-A-4298633 bekannten Lösung wird fliessfähiges
thermoplastisches Material verwendet.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Verfahren der eingangs genannten Art
dahingehend zu verbessern, dass ein Aufwickeln von mehreren durch Längsteilen von
bandförmigem Material, insbesondere von metallischem Breitband, erzeugten Spaltbändern
zu einem grösseren Verbundwickel auch dann ermöglicht wird, wenn das bandförmige Material
über seine Breite eine nicht zu vernachlässigende Dickenabweichung innerhalb der zulässigen
Toleranz besitzt.
[0009] Die aus der DE-A-1 579 324 bekannte Verfahrensweise trägt zur Lösung dieser Aufgabe
nichts bei. Die Schrift offenbart ein Verfahren zum geordneten Auf- und Abwickeln
von parallel liegenden Drähten zur Herstellung von verstärktem und biegsamem Verbundmaterial,
insbesondere von mit Stahldraht verstärkten Gummibahnen. Bei der Erzeugung der Draht-Vorratsspule
wird mindestens eine, vorzugsweise dünne Folie aus biegsamem, dehnbarem Material benutzt,
die zwischen den benachbarten Draht-Wickellagen, diese distanzierend eingewickelt
werden und kleinere statistisch über die Breite des Wickels auftretende Dickentoleranzen
des Drahtmaterials ausgleichen.
[0010] Die der Anmeldung zugrunde liegende Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 angegebenen
Massnahmen gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0011] Das bandförmige Material kann ein nicht beschichtetes oder beschichtetes metallisches
Band sein. Das erfindungsgemässe Verfahren ist jedoch auch für andere bandförmige
Materialien, etwa aus Kunststoff, mit demselben Vorteil anwendbar. Dabei können vor
allem alle Thermoplaste und Duroplaste, die aufwickelbar sind, in Frage kommen.
[0012] Die erfindungsgemässen Massnahmen machen das umständliche Einlegen von zusätzlichen
Papierstreifen nach dem Stand der Technik entbehrlich. Die Dickenunterschiede zwischen
den einzelnen Spaltbändern können allein mit Hilfe der erfindungsgemässen Massnahmen
ausgeglichen werden. Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemässen Verfahrens besteht
darin, dass nunmehr auch grosse Verbundwickel unabhängig von der Breite des Ausgangsmaterials
und unabhängig von der Dickenabweichung über seine Breite hergestellt werden können.
[0013] Gemäss einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemässen Verfahrens wird beim
Aufwickeln der Spaltbänder auf den gemeinsamen Wickeldorn auf die beim Wickeln jeweils
zuoberst liegende Lage der Spaltbänder und/oder der bandförmigen Einlage durch eine
zur Dornachse parallel liegende Rolle eine Kraft in radialer Richtung des Wickels
ausgeübt. Sofern über die Breite des Breitbandes Dickenunterschiede vorhanden sind,
wird die auf die einzelnen Spaltbandbunde ausgeübte Kraft entsprechend verschieden
gross sein. Die auf die oberste Lage eines Spaltbandes aus einem dickeren Abschnitt,
etwa dem Mittelabschnitt des Breitbandes ausgeübte Kraft wird grösser sein als die
auf ein aus einem Randabschnitt des Breitbandes stammendes Spaltband. Die dickeren
Spaltbänder werden dementsprechend stärker als die dünneren in die verformbare Einlage
gedrückt. Dadurch wird der Dickenunterschied zwischen den Spaltbändern, die auf den
gemeinsamen Dorn aufgewickelt werden, ausgeglichen, und es entsteht eine zylindrische
Hüllfläche des Verbundwickels. Statt einer einzelnen sich über die gesamte Länge des
Verbundwickels erstreckenden Rolle können auch Einzelrollen, so auch eine pro Spaltbandbund,
vorgesehen sein. Dies kann zweckmässig sein, wenn die Verbundwickel so lang sind,
dass sich eine Einzelrolle zu stark durchbiegen würde. Allerdings muss bei Anordnung
von Einzelandruckrollen eine gemeinsame Kraftsteuerung vorgesehen sein.
[0014] Als bandförmige Einlage kommt insbesondere Papier, Pappe, Kunststoff, insbesondere
Schaumstoff, oder gemäss einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ein mit Korrosionsschutzmittel
imprägniertes Papier in Betracht.
[0015] Anhand der Zeichung wird die Erfindung näher erläutert.
Fig. 1 zeigt die Wickelstation für die Spaltbänder in Seitenansicht und
Fig. 2 in Draufsicht.
[0016] Auf der Maschinenfussplatte 1 ist der Ständer 2 für den Wickeldorn 3 angeordnet.
Auf derselben Maschinenfussplatte kann sich auch der Ständer 4 für den Wickeldorn
5 befinden, auf dem die bandförmige Einlage 12 aufgewickelt ist.
[0017] Die einzelnen von der Längsteilvorrichtung ankommenden Schmalbänder 11 werden durch
eine Separiereinrichtung 8 auf seitlichen Abstand zueinander gebracht und durch eine
Bremseinrichtung 9 geführt. Hinter dieser ist eine weitere Separiereinrichtung 6 angeordnet
(Fig. 1).
[0018] Die jeweils obersten Lagen der Spaltbänder 11 werden durch eine Andruckrolle 10 in
radialer Richtung des Wickels 7 auf die darunter befindliche bandförmige Einlage 12
gedrückt. Die Andruckrolle 10 kann an einer beliebigen Stelle am Umfang des Wickels
7 angeordnet sein. Es können auch mehrere Rollen 10 vorgesehen sein, in Fig. 1 sind
zwei angedeutet. Die an der obersten Mantellinie des Wickels 7 angeordnete Andruckrolle
10 drückt auf die jeweils obersten Lagen der Spaltbänder 11, während die auf der linken
Seite in Fig. 1 dargestellte Andruckrolle 10 auf die von dem Wickeldorn 5 kommende
bandförmige Einlage 10 Druck ausübt.
1. Verfahren zum Aufwickeln von mehreren durch Längsteilen von bandförmigem Material
erzeugten Spaltbändern (11) auf einen gemeinsamen Wickeldorn (5), bei dem das bandförmige
Material eine Dickenabweichung über seine Breite aufweist, dadurch gekennzeichnet,
dass
a) die Spaltbänder (11) gleichzeitig zu einem Verbundwickel (7) mit einer sich über
die Breite aller nebeneinander verlaufender Spaltbänder (11) erstreckenden verformbaren
bandförmigen Einlage (12) aufgewickelt werden,
b) die Dicke der Einlage (12) grösser als die Dickenabweichung über die Breite des
bandförmigen Materials ist und
c) beim Aufwickeln der Spaltbänder (11) durch Ausüben von Kraft auf die jeweils oberste
Wickellage der Spaltbänder (11) und/oder die Einlage (12) in radialer Richtung des
Verbundwickels (7) die dickeren Spaltbänder (11) stärker als die dünneren in die Einlage
(12) eingedrückt und die Spaltbänder (11) durch entsprechende Verformung der Einlage
(12) zu einem Verbundwickel (7) mit zylindrischer Hüllfläche aufgewickelt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die in radialer Richtung
wirkenden Kräfte durch mindestens eine zur Achse des Wickeldorns (5) parallel liegende
Rolle (10) ausgeübt werden.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Einlage
(12) ein mit einem Korrosionsschutzmittel imprägniertes Papier verwendet wird.
1. Process for the winding-up of several slit strips (11), produced by longitudinally
dividing material in strip form, onto a common mandrel (5), in which the material
in strip form has a thickness deviation over its width, characterized in that
a) the split strips (11) are simultaneously wound up into a composite roll (7) having
a deformable insert (12) in strip form extending over the width of all adjacently
running slit strips (11),
b) the thickness of the insert (12) is greater than the thickness deviation over the
width of the material in strip form, and
c) during winding-up of the slit strips (11), by exertion of force on the respectively
uppermost winding layer of the slit strips (11) and/or the insert (12) in radial direction
of the composite roll (7), the thicker slit strips (11) are pressed more strongly
into the insert (12) than the thinner strips and, by corresponding deformation of
the insert (12), the slit strips (11) are wound up into a composite roll (7) having
a cylindrical enveloping surface.
2. Process according to Claim 1, characterized in that the forces acting in radial
direction are exerted by at least one roller (10) lying parallel to the axis of the
mandrel (5).
3. Process according to one of Claims 1 or 2, characterized in that a paper impregnated
with an anti-corrosive is used as insert (12).
1. Procédé d'enroulage sur un mandrin d'enroulement (5) commun de plusieurs bandes
refendues (11) obtenues par séparation longitudinale d'un matériau en forme de bande,
dans lequel le matériau en forme de bande présente une diminution d'épaisseur sur
sa largeur, caractérisé par le fait que
a) on enroule simultanément les bandes refendues (11) en un rouleau jointif (7) avec
une pièce intercalaire (12) déformable en forme de bande s'étendant sur toute la largeur
de toutes les bandes refendues (11) se déplaçant les unes à côté des autres,
b) l'épaisseur de la pièce intercalaire (12) est supérieure à la diminution d'épaisseur
sur la largeur du matériau en forme de bande, et
c) lors de l'enroulement des bandes refendues (11) en exerçant une force sur la couche
d'enroulement des bandes refendues (11) à chaque fois la plus haute et/ou la pièce
intercalaire (12), en direction radiale du rouleau jointif (7), les bandes refendues
(11) plus épaisses sont plus comprimées dans la pièce intercalaire (12) que les bandes
plus minces et les bandes refendues (11) sont enroulées en un rouleau jointif (7)
à surface enveloppante cylindrique par déformation correspondante de la pièce intercalaire
(12).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait que les forces agissant
en direction radiale sont créées par au moins un rouleau (10) monté parallèle à l'axe
du mandrin d'enroulement (5).
3. Procédé selon l'une des revendications 1 et 2, caractérisé par le fait qu'on utilise
comme pièce intercalaire (12) un papier imprégné d'un agent protecteur vis-à-vis de
la corrosion.