(19)
(11) EP 0 166 942 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
08.01.1986  Patentblatt  1986/02

(21) Anmeldenummer: 85106269.5

(22) Anmeldetag:  22.05.1985
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4F21V 21/34
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE DE FR GB IT NL

(30) Priorität: 04.06.1984 CH 2712/84

(71) Anmelder: Ulmann Holding AG
CH-8832 Wollerau (CH)

(72) Erfinder:
  • Ulmann, Philippe
    CH-8832 Wollerau (CH)
  • Schmidt, Jürg
    CH-8636 Wald (CH)

(74) Vertreter: Blum, Rudolf Emil Ernst et al
c/o E. Blum & Co Patentanwälte Vorderberg 11
8044 Zürich
8044 Zürich (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Wandprofil für Leuchtenträger


    (57) Um einen Leuchtenträger (11) mit verstellbarem Anstellwinkel längs der Profilausdehnung an einer beliebigen Stelle anzuordnen, besitzt das Profil (1) einen Stromschienenkanal (2) sowie einen oberhalb desselben angeordneten Profilabschnitt (3) für den schwenkbaren Eingriff eines Leuchtenträgerendes (10). Ein Auflagebereich (4) wirkt mit einem Stützelement (14) am Leuchtenträger zusammen, um die Einstellung des Anstellwinkels zu gestatten. An der Profilunterseite ist eine Nut (5) für die verschiebbare Aufnahme von Halteelementen (6) zum Aufhängen von Bildern oder anderen Gegenständen vorgesehen.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Wandprofil zur Halterung mindestens eines Leuchtenträgers, mit einem Stromschienenkanal.

    [0002] Profile dieser Art sind bekanntlich geeignet zur verschiebbaren Befestigung von Leuchten, die jeweils über eine im Stromschienenkanal angeordnete Stromschiene direkt gespeist werden. Diese Anordnungen sind insbesondere für Lokalitäten mit sich ändernden Lichtbedürfnissen vorteilhaft. Dabei sind die Profile meist als Deckenprofile ausgestaltet, in welchen die Leuchten hängend angeordnet sind. Sollen Wandflächen beleuchtet werden, so treten dabei allerdings Probleme auf. Werden solche Deckenleuchten nahe der Wand angeordnet, so ist der Einfallswinkel flach, und es entstehen Schlagschatten. Werden sie dagegen von der Wand beabstandet, so ist einerseits wegen des grossen Abstandes die Beleuchtungsstärke oft ungenügend und andererseits tritt Blendung auf. Ausserdem ist es bekannt, Leuchten an frei durch den Raum geführte Schienen verschiebbar anzuordnen, wie etwa aus den Publikationen DE-PS 537 391, DE-PS 574 751 sowie DE-OS 2759 114 ersichtlich ist. Zu der für Wohn- bzw. Ausstellungsräume ungeeigneten äusseren Erscheinungsform der bekannten Leuchten sind diese in der Beleuchtungshöhe fest.

    [0003] Es stellt sich deshalb die Aufgabe, eine verschiebbare Halterung für Leuchten als Wandprofil derart auszugestalten, dass sie sich für die blendfreie Wandbeleuchtung eignet, wobei insbesondere die Beleuchtungshöhe an der Wand soll verstellt werden können.

    [0004] Dies wird erfindungsgemäss durch ein Wandprofil mit einem Stromschienenkanal erreicht, das sich kennzeichnet durch einen oberhalb des Stromschienenkanals angeordneten Profilabschnitt für den schwenkbaren Eingriff eines Leuchtenträgerendes sowie einen Auflagebereich für die Auflage eines vom Ende beabstandeten Teils des Leuchtenträgers zur Festlegung mehrerer Anstellwinkel desselben.

    [0005] Der Leuchtenträger ist stabförmig und sein rückseitiges Ende ist für den schwenkbaren Eingriff in den Profilabschnitt ausgestaltet.

    [0006] Vorzugsweise besitzt das Wandprofil an seiner Unterseite eine Nut zur verschiebbaren Aufnahme von Halteelementen für die hängende Befestigung von Gegenständen, insbesondere von Bildern, so dass das Profil neben den Leuchten auch die beleuchteten Gegenstände trägt.

    [0007] Die erfindungsgemässe Ausgestaltung besitzt den Vorteil grosser Anpassbarkeit an sich ändernde Verhältnisse, indem die Lage jeder Leuchte seitlich und in der Höhe individuell an die Position eines beleuchteten Gegenstandes angeglichen werden kann, so dass optimale Beleuchtungsverhältnisse geschaffen werden können, ohne dass die Leuchte etwa bei hoch angeordneten Gegenständen ins Gesichtsfeld des Betrachters gelangt und ohne Schattenbildung.

    [0008] Nachfolgend wird anhand der beiliegenden Figuren ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert. Es zeigen:

    Fig. la und b den grundsätzlichen Aufbau des Wandprofils und des Leuchtenträgers, teilweise im Schnitt, bei zwei unterschiedlichen Anstellwinkeln,

    Fig. 2 eine detaillierte Schnittansicht des Profils mit angedeuteter Stromschiene in etwa 2- facher Vergrösserung.



    [0009] Das Wandprofil 1 weist im wesentlichen vier Profilbereiche auf, die funktionell in Erscheinung treten. Ein nach vorne offener Stromschienenkanal 2 bildet den zentralen Profilbereich. Er ist bestimmt zur Aufnahme einer Stromschiene herkömmlicher Art (Fig.2), von welcher an jeder beliebigen Stelle längs des Profils der Speisestrom für die Leuchten entnehmbar ist. Oben am Stromschienenkanal 2 ist ein Profilabschnitt 3 angeformt, der für den schwenkbaren Eingriff der Enden 10 von Leuchtenträger 11 ausgestaltet ist. An der Oberseite des Stromschienenkanals 3 ist ein Auflagebereich 4 für den Leuchtenträger 11 angeordnet, welcher die Wahl des Anstellwinkels des Leuchtenträgers 11 erlaubt. Schliesslich ist an der inneren unteren Seite des Stromschienenkanals eine Nut 5 vorgesehen, die zur Befestigung von Halteelementen 6 für aufzuhängende Gegenstände, insbesondere Bilder, dient. Diese vier Bereiche sind in der dargestellten Art zu einem Profil 1 zusammengefügt, das auf seiner Rückseite Flächen 12 zur Anlage an einer Wand besitzt.

    [0010] Das Profil des vorliegenden Ausführungsbeispiels weist eine Höhe von ca. 7 cm und eine grösste Tiefe von ca. 4 cm auf. Die Länge ist grundsätzlich frei und der jeweiligen Verwendung anzupassen.

    [0011] Mit diesem Profil wirkt, wie bereits erwähnt, das Ende 10 eines Leuchtenträgers 11 zusammen. Ferner ist ein vom Ende beabstandetes Stützelement 14 vorgesehen, das sich zur Verstellung des Anstellwinkels des Leuchtenträgers an verschiedenen Stellen des Auflagebereiches 4 abstützt. Das Ende 10 des Leuchtenträgers ist als flache Leiste ausgestaltet und weist eine kreisförmige Umbiegung auf, die scharnierartig in eine sich nach unten öffnende kreisförmige Nut 15 am Profilabschnitt 3 eingreift. Die Umbiegung am Leuchtenträger 11 und die Nut erstrecken sich beide über einen Winkel von etwa 135°. Damit kann einerseits der Leuchtenträger 11 an jeder beliebigen Stelle in das Profil schwenkbar eingehängt werden, indem er mit seinem Ende in die Nut 15 eingeführt wird. Andererseits wird der Leuchtenträger damit in jeden der beim Gebrauch einstellbaren Anstellwinkel sicher darin festgehalten. Selbst wenn das Stützelement allenfalls durch unsachgemässe Bedienung nicht richtig auf dem Auflagebereich 4 abgestützt sein sollte und etwa daran abgleitet, fällt der Leuchtenträger nicht aus seiner Halterung, indem er durch sein Eigengewicht weiter in die Nut 15 hineingeschwenkt wird. Die flache Ausgestaltung des Leuchtenträgerendes gibt dem Leuchtenträger ferner Stabilität gegen Drehung um seine eigene Achse. Gegen sein vorderes Ende hin geht der Leuchtenträger 11 in ein Rohr 16 über, das die elektrische Anschlussleitung für die Leuchte oder die Leuchten aufnimmt, die an seinem vorderen Ende angeordnet sind.

    [0012] Zur Einstellung des Anstellwinkels der Leuchte bezüglich der Wand, welcher sich etwa zwischen 400 und 80° bewegen kann, wirkt, wie bereits erwähnt, das Stützelement 14 mit dem Auflagebereich 4 am Stromschienenkanal 2 zusammen. Der Auflagebereich besitzt eine Anzahl Rasten 17, in welche das Stützelement 14 einsetzbar ist. Hierfür ist dieses verschiebbar am Leuchtenträger angeordnet, wie sich insbesondere aus Fig. 2 ergibt. Das Stützelement 14 kann beispielsweise als L-Profil ausgestaltet sein, das mit seinem einen Schenkel am Leuchtenträger geführt und mittels einer Mutter 18 fixierbar ist. Die Rasten 17 sind so ausgebildet, dass bei eingesetztem Stützelement 14 die Lage des Leuchtenträgers nach beiden Schwenkrichtungen hin festgelegt ist. Es sind ohne weiteres andere Stützelemente denkbar, etwa in Form eines gefederten Schwenkhebels und dergleichen.

    [0013] In Fig. 2 ist ferner auch die Anordnung einer Stromschiene 19 herkömmlicher Art erkennbar, welche von der Profilrückseite mittels in der Stromschiene angeordneten Muttern 20 am Profil befestigbar ist, wozu das Profil 1 an der Rückseite eine Aussparung 21 besitzt. Das hintere Ende des Rohres 16 liegt dabei der Oeffnung des Stromschienenkanals 2 und damit der Stromschiene 19 gegenüber, so dass die elektrische Anschlussleitung jeweils nur auf einer relativ kurzen Strecke in Erscheinung tritt.

    [0014] Am Vorderende des Leuchtenträgers 11 ist mindestens eine Leuchte (nicht gezeigt) angeordnet, deren Schirm vorzugsweise um eine zur Profilachse parallelen Achse geschwenkt werden kann, um so einen variablen Beleuchtungswinkel gegen die Wand hin zu ermöglichen. Bei Bedarf kann auch eine zweiflammige Leuchte vorgesehen sein, deren beiden Einzelleuchten unabhängig voneinander schwenkbar sind.

    [0015] Die beschriebene Anordnung ist trotz ihres einfachen Aufbaus variabel einsetzbar, indem die seitliche und die Höhenlage der Leuchte den jeweiligen Verhältnissen anpassbar ist. Das Profil vereinigt die Funktionen als Leuchtenträger und als Aufhängeschiene und ist damit insbesondere für die Anwendungen in Ausstellungsräumen geeignet.

    [0016] Es ist vorzugsweise aus Aluminium gezogen.

    [0017] Das beschriebene Profil weist trotz seiner Mehrfachfunktion den Vorteil geringer Quermasse (Höhe, Tiefe) auf und tritt deshalb nicht störend in Erscheinung.


    Ansprüche

    1. Wandprofil zur Halterung mindestens eines Leuchtenträgers (11), mit einem Stromschienenkanal (2), gekennzeichnet durch einen oberhalb des Stromschienenkanals (2) angeordneten Profilabschnitt (3) für den schwenkbaren Eingriff eines Leuchtenträgers (10) sowie einen Auflagebereich (4) für die Auflage eines vom Ende beabstandeten Teiles (14) des Leuchtenträgers (11) zur Festlegung mehrerer Anstellwinkel desselben.
     
    2. Wandprofil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Auflagebereich (4) durch mehrere, an der Oberseite des Stromschienenkanals angeordnete Auflageflächen (17) gebildet ist.
     
    3. Wandprofil nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflageflächen (17) als Rasten für die Aufnahme eines Stützelementes (14) des Leuchtenträgers (11) ausgebildet sind.
     
    4. Wandprofil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Profilabschnitt (3) für den schwenkbaren Eingriff des Leuchtenträgers (10) eine Nut (15) aufweist, deren Querschnitt im wesentlichen kreisförmig ausgebildet ist und sich über einen Sektor von mehr als 900 erstreckt.
     
    5. Wandprofil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an seiner Unterseite eine Nut (5) zur verschiebbaren Aufnahme von Halteelementen (6) für die hängende Befestigung von Gegenständen vorgesehen ist.
     
    6. Stabförmiger Leuchtenträger für Wandprofil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sein rückseitiges Ende (10) für den schwenkbaren Eingriff in den Profilabschnitt (3) ausgebildet ist und sein vorderes Ende mindestens eine Leuchte trägt.
     
    7. Leuchtenträger für Wandprofil nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das rückseitige Ende (11) als flaches Profil mit einer kreisförmigen Umbiegung für den scharnierartigen Eingriff in die kreisförmige Nut (15) am Wandprofil ausgestaltet ist.
     
    8. Leuchtenträger nach Anspruch 6 oder 7. dadurch gekennzeichnet, dass im rückseitigen Endbereich vom Ende beabstandet ein Stützelement (14) zum Zusammenwirken mit den am Stromschienenkanal angeordneten Auflageflächen (17) vorgesehen ist.
     
    9. Leuchtenträger nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Stützelement (14) bewegbar angeordnet ist, um in als Rasten ausgebildete Auflageflächen (17) des Wandprofils einzugreifen.
     
    10. Leuchtenträger nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass an seinem Vorderende mindestens eine Leuchte angeordnet ist mit einem Schirm, der um eine zur Profilausdehnung parallele Achse schwenkbar ist.
     
    11. Leuchtenträger nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass er zur Erzielung von Anstellwinkeln zwischen 400 und 800 zur Wand ausgebildet ist.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht