[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Stranggießen von Metallen mit
einer insbesondere durch Kühlmittel kühlbaren Stranggießkokille und mit einem thermisch
isolierenden Isolieraufsatz.
[0002] Eine derartige Vorrichtung ist bereits bekannt (US-PS 4 057 100). Die Anwendung eines
Isolieraufsatzes hat den Vorteil, daß eine axial kürzere Kokille anwendbar ist, wodurch
sich neben einer Raumeinsparung auch Qualitätsverbesserungen des Gießstranges ergeben.
Gegenüber der konventionellen Gießtechnik ohne Heißkopf sind auch verfahrenstechnische
Vorteile ausnutzbar.
[0003] Bei derartigen Stranggießvorrichtungen wird das die Kokille kühlende Kühlmittel oft
auch dazu verwendet, gegen den Außenmantel des Gußstranges gerichtet zu werden, um
für eine beschleunigte Kühlung desselben zu sorgen. Darüber hinaus ist es auch bekannt,
über einen oder mehrere Zuführkanäle Trennmittel zwischen den Gießstrang und die Innenwand
der Kokille bzw. des Isolieraufsatzes zuzuführen, wodurch eine fluidale Trennung zwischen
dem Gießstrang und der Innenwand erfolgt. Insbesondere bei gleichzeitig als Schmiermittel
dienenden Trennmitteln wird hierdurch eine noch bessere Strangguß- bzw. Barrenoberflächenqualität
erzielt. Dabei hat sich jedoch gezeigt, daß das Trennmittel innerhalb recht enger
Grenzen sehr dosiert zuzuführen ist. Zu diesem Zweck ist es einerseits schon bekannt,
den Innenraum der Kokille, durch den der Gießstrang bzw. der Barren hindurchtritt,
mit einer Trennmittelvorratskammer durch dochtartige Tücher zu verbinden, welche das
Trennmittel aus der Vorratskammer an die Innenwand und daher an die äußere Mantelfläche
des Gießstranges weiterleiten.
[0004] Es hat sich jedoch gezeigt, daß diese Dochtwirkung im Bereich der heißen Innenwandung
bereits nach kurzer Zeit zu wünschen übrig läßt, so daß die als Dochte dienenden Tücher
häufig ausgewechselt werden müssen. Auch eine andere bekannte Maßnahme, wonach ausgesprochene
Kanäle in Form von Spalten, Nuten oder auch Bearbeitungsriefen zwischen axial aneinander
anstoßenden Vorrichtungsteilen gebildet sind, verlangt besondere Dosiervorrichtungen
in Form von zusätzlichen Pumpen oder aufgrund der inhärenten Pumpwirkung des auf-
und absteigenden Schmelzespiegels. Vor allem bei Umstellungen von einem System zu
einem anderen ergeben sich Probleme.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Vorrichtung mit einfachen Mitteln dahingehend
zu verbessern, daß eine einfache und dem jeweiligen Anwendungszweck entsprechend optimale
Dosierung der Zuführung von Trennmitteln erfolgt. Darüber hinaus ist erwünscht, vorhandene
Stranggießkokillen auf einfache Weise in eine solche Heißkopfkokille umzuwandeln,
welche mit einem thermisch isolierenden Isolieraufsatz versehen ist.
[0006] Die Erfindung besteht darin, daß der Trennmittel-Zuführkanal bzw. die Trennmittel-Zuführkanäle
dadurch gebildet werden, daß die Unebenheiten und Vertiefungen einer an mindestens
einer Oberfläche körnig ausgebildeten Einlage zur Zuführung des Trennmittels an die
wirksame Stelle dienen. Zu diesem Zweck empfiehlt es sich, als Einlage ein Sandpapier,
Schleifpapier bzw. Schmirgelpapier zu verwenden, das trennmittelfest ist, d.h. bei
dem die Körner beim Hinzutreten von Trennmitteln nicht von ihrer Unterlage abgelöst
werden. Diese Einlage kann beispielsweise nach Art einer Unterlegscheibe einfach axial
zwischen zwei aneinanderstoßende Teile der Vorrichtung eingefügt werden. Die durch
das "Labyrinth" der Unebenheiten zwischen einer Grenzfläche eines solchen Vorrichtungsteils
und der Einlage gebildeten Zuführkanäle leiten das Trennmittel insbesondere unter
dessen Schwerkraft an die maßgebende Stelle zwischen der Innenwand und dem Gießstrang.
Durch die Auswahl unterschiedlicher Körnungen ist es möglich, zur Änderung der Dosierung
beispielsweise eine Einlage mit großer Körnung durch eine andere Einlage mit kleinerer
Körnung zu ersetzen. Mit anderen Worten: Die Dosierung erfolgt vornehmlich über die
Korngröße der körnig ausgebildeten Einlage.
[0007] Bei geringem Trennmittelbedarf empfiehlt sich eine sehr feine Mikrokörnung von Korn
1000 (18fm) und bei größerem Trennmittelbedarf eine Körnung von beispielsweise Korn
180 (75 µm), während vielfach Schmirgelpapier einer Körnung von Korn 320 (46 um) eine
gute Optimierung erlaubt. Bei Anwendung dieser Maßnahme ist der Verbrauch an Trennmitteln
pro gegossenem Strang von 200 mm 0 und 7'500 mm Länge bei Verwendung von Rüböl nur
2 gr groß.
[0008] Es empfiehlt sich, die Einlage an einer Seite mit einem trennmittelfesten Kleber
zu versehen. Dabei ist es zweckmäßig, diese mit Kleber beschichtete Rückseite der
Einlage nach oben weisen zu lassen, während die körnige Oberfläche in der Einbaulage
nach unten zeigt, so daß das Trennmittel durch das "Labyrinth" an der Unterseite hindurchläuft.
[0009] Nach einer anderen Ausbildung der Erfindung sind insbesondere keramische Isolierringe
axial hintereinander gestapelt, um den Isoliereinsatz zu bilden. Die Isolierringe
werden dabei radial innerhalb eines im wesentlichen rohrförmigen Aufnehmers gehalten.
Hierdurch werden die Isolierringe am radialen Ausdehnen während des Betriebs im wesentlichen
gehindert, wodurch der Rissegefahr gut begegnet werden kann, ohne daß sich hierdurch
erhebliche Mehrkosten ergeben. Im Gegenteil: Die längere Lebensdauer des Isoliereinsatzes
vermindert die Gesamtkosten nicht unwesentlich. Darüber hinaus ist hierdurch auch
ein schneller Wechsel von Isolierringen möglich.
[0010] Sofern die Trennmittelzufuhr an der Außenseite des Aufnehmers erfolgt, schützt der
Aufnehmer die thermisch isolierenden Isolierringe auch vor der "Tränkung" mit Trennmitteln,
so daß die Rissegefahr noch weiter vermindert und unnötiger Trennmittelverbrauch vermieden
wird.
[0011] Sofern nach einer weiteren Ausbildung der Erfindung unterhalb des Heißkopfes ein
Graphiteinsatz angeordnet wird, wird in Verbindung mit dem an dessen Innenwand entlanggeleiteten
Trennmittel die Reibung zwischen der Kokillenwandlauffläche und dem erstarrenden Metall
reduziert; darüber hinaus wird in jenem Bereich auch die indirekte Kühlung verringert,
was sich durch eine noch wesentlich bessere Oberflächengüte des Gußstranges auswirkt.
[0012] Anhand der Zeichnung ist im folgenden ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher
erläutert. Darin zeigen:
Figur 1 im teilweisen Querschnitt einen Aufbau einer Vorrichtung nach der Erfindung;
Figur 2 den in Figur 1 eingekreisten Teilbereich in vergrößertem Maßstab.
[0013] Gemäß Figur 1 ist die Vorrichtung zum Gießen von Rundbarren ausgebildet. An der inneren
Mantelfläche la der Kokille 1 gleitet der nicht dargestellte Gußstrang entlang, ehe
er in Berührung mit Kühlmittel KM gelangt, welches durch den Kühlmittel-Zuführkanal
16 aus einer Kühlmittel-Vorratskammer 15 aus der Kokille 1 heraustritt. Die Kühlmittel-Vorratskammer
15 der Kokille 1 wird auch von den Vorrichtungsteilen 12, 13 und 14 begrenzt; der
ringförmige Vorrichtungsteil 14 ist mit einer Öffnung 17 zum Zuführen von Kühlmitteln
KM versehen.
[0014] Bei dieser Ausbildung ist die Kokille 1 oberhalb der inneren Mantelfläche la ausgedreht,
und zwar zur Aufnahme eines eingeschrumpften ringförmigen Einsatzes 2 aus Graphit
und zur Aufnahme des als Heißkopf dienenden Isolieraufsatzes bzw. -einsatzes. Dieser
Isolieraufsatz wird gebildet von dem im wesentlichen rohrförmigen Aufnehmer 4, der
unten einen Bund 4a aufweist, auf den sich der untere der vier Isolierringe 3 abstützt.
Die Isolierringe 3 werden zwischen diesen Bund 4a und dem Spannring 9 zusammengehalten,
der mit Hilfe eines Drehmomentenschlüssels in axialer Richtung auf die Isolierringe
3, welche aus keramischem Material bestehen, aufgespannt wird. Nach Abdrehen des Spannringes
9 können die Isolierringe 3 aus dem rohrförmigen Aufnehmer 4 herausgenommen und ausgetauscht
werden. Die äußere Mantelfläche 4b des Aufnehmers 4 befindet sich im radialen Abstand
von der inneren Mantelfläche lb der Kokille 1, so daß sich eine ringförmige Verbindungsleitung
10 zwischen der Trennmittelkammer 6 und demjenigen Bereich ergibt, welcher sich zwischen
dem unteren Teil der Verbindungsleitung 10 und dem unteren Teil des untersten Isolierringes
3 bzw. dem oberen Teil des Einsatzes 2 aus Graphit hinzieht. In diesem Bereich wird
der Zuführkanal 18 - in Wirklichkeit bestehend aus einer Fülle einzelner labyrinthähnlicher
Kanälchen - gebildet durch die Unebenheiten und Vertiefungen an der Unterseite der
körnigen Oberfläche 7a der aus Schmirgelpapier bestehenden Einlage 7, welche mittels
des an der Rückseite 7b befindlichen Klebers an die Unterseite des Aufnehmers 4 auch
im Bereich dessen Bundes 4a angeklebt ist. Das Trennmittel, das insbesondere auch
Schmiermitteleigenschaften aufweisen soll, wird über die Öffnung 5 in die Trennmittelkammer
6 eingefüllt, so daß die Schwerkraft der Flüssigkeitssäule des Trennmittels oberhalb
der Einlage 7 das Trennmittel dosiert durch den Zuführkanal 18 radial nach innen treibt.
Die Einlage 7 dient daher gleichzeitig als eine Art "Verteilerring" zum gleichmäßigen
Zuführen von Trennmitteln an alle Mantelflächen des Gießstranges. Um das Auslaufen
von Trennmittel im gekippten Zustand der Kokille 1 aus der Trennmittelkammer 6, d.h.
während der Gießpausen zu verhindern, wird die Öffnung 5 verschlossen und verhindert
der Dichtungsring 8, insbesondere ein O-Ring. das Hindurchtreten von Trennmittel aus
dem Spalt zwischen dem Aufnehmer 4 und der Kokille 1.
1. Vorrichtung zum Stranggießen von Metallen mit einer insbesondere durch Kühlmittel
kühlbaren Stranggießkokille und mit einem thermisch isolierenden Isolieraufsatz (Heißkopf),
bei der Trennmittel in den Bereich der den Gießstrang seitlich begrenzenden Innenwand
der Kokille bzw. des Isolieraufsatzes zuführbar sind und ein Trennmittel-Zuführkanal
an den Grenzflächen zwischen zwei im Bereich der Innenwand axial hintereinander angeordneten
Vorrichtungsteilen, insbesondere zwischen der Kokille und dem Isolieraufsatz, an der
Innenwand mündet,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Trennmittel-Zuführkanal (18) mit einer an mindestens einer Oberfläche (7a)
körnig ausgebildeten Einlage (7) versehen ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Einlage (7) aus Sandpapier, Schleifpapier bzw. Schmiergelpapier besteht.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Einlage (7) an der der körnigen Oberfläche (7a) abgewandten Rückseite (7b)
mit einem trennmittelfesten Kleber versehen ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Sand- bzw. Schmirgelpapier mit einer Mikrokörnung zwischen etwa P 240 und
etwa P 1000 (in Kornnummern nach DIN 69176 Teil 1) versehen ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Einlage (7) axial zwischen dem Isoliereinsatz und der Kokille (1) angeordnet
ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kokille (1) mit einem Einsatz (2) aus Graphit versehen ist und die Einlage
(7) zwischen diesem Einsatz (2) und dem Isoliereinsatz angeordnet ist.
7. Vorrichtung zum Stranggießen von Metallen mit einer insbesondere durch Kühlmittel
kühlbaren Stranggießkokille und mit einem thermisch isolierenden Isolieraufsatz (Heißkopf),
insbesondere nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Isolierringe (3) des Isoliereinsatzes von einem im wesentlichen rohrförmigen
Aufnehmer (4) umgeben sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß der rohrförmige Aufnehmer (4) einen radial nach innen ragenden Bund (4a) am unteren
Ende aufweist, auf dem sich die Isolierringe (3) aufstützen und der gegebenenfalls
zum Abstützen des Einsatzes (7) dient.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens ein Teil der äußeren Mantelfläche (4b) zusammen mit mindestens einem
Teil einer inneren, jedoch gegenüber der zum Stranggießen dienenden strangformenden
Mantelfläche (la) gegenüber dem Gußstrang zurückversetzten Mantelfläche (1b) der Kokille
(1) eine Verbindungsleitung (10) zwischen dem Trennmittel-Zuführkanal (18) und der
Trennmittelkammer (6) bildet.