[0001] Aus der Literatur ist eine Vielzahl von Estern der Salicylsäure bekannt. Einige Ester
haben Verwendung in der Riechstoffindustrie gefunden, z.B. der Methyl-, Butyl-, Amyl-,
Hexyl-, Benzyl- und 3-Hexenylsalicylsäureester (S. Arctander, Perfume and Flavor Chemicals,
1969; sowie P.Z. Bedoukian, Perfum. Flavor 6 (5), 60-61 (1981).)
[0002] Es wurde nun eine Gruppe von Salicylsäureestern gefunden, die sich durch überraschende
und wertvolle Riechstoffeigenschaften, insbesondere eine sehr hohe Haftfestigkeit
auszeichnen. Es handelt sich hierbei um die Salicylsäureester carbocyclischer, nicht-aromatischer
Alkohole. Die Ester werden durch die folgende allgemeine Formel charakterisiert.
R = Cycloalkyl oder Cycloalkenyl, gegebenenfalls substituiert durch Alkyl Cl-C4, wobei die Summe der C-Atome in R = 5 - 9 beträgt.
n = 0 - 3.
[0003] Wegen ihres ausgeprägten Geruchsbildes sind die Ester, bei denen die Summe der C-Atome
in R = 5-6 beträgt, und n = 0 oder 1 ist, besonders hervorzuheben.
[0004] Die Herstellung der Salicylsäureester erfolgt nach bekannten Methoden durch Veresterung
von Salicylsäure mit einem der Definition der allgemeinen Formel entsprechenden carbocyclischen
Alkohol, gegebenenfalls in Gegenwart saurer oder alkalischer Katalysatoren und unter
Abtrennen des dabei freiwerdenden Wassers, oder durch Umsetzung von Salicylsäurechlorid
mit dem Alkalialkoholat des carbocyclischen Alkohols, oder durch Umesterung von Methylsalicylat
mit dem carbocyclischen Alkohol.
[0005] Einige der unter die allgemeine Formel fallenden Verbindungen sind aus der Literatur
bekannt, ohne daß auf ihre Riechstoffeigenschaften hingewiesen wurde.
[0006] Weitere dieser Verbindungen mit besonders interessanten Riechstoffeigenschaften sind
neue Verbindungen und werden daher auch als solche beansprucht.
[0007] Die Geruchscharakteristik der in Frage stehenden Salicylsäureester läßt sich generell
mit blumig, typische Salicylat-Note beschreiben, wobei im Einzelfall blumige, aromatische,
balsamische Noten das Geruchsbild wesentlich bestimmen.
[0008] In Verbindung mit anderen Riechstoffen und/oder gängigen Parfümbestandteilen lassen
sich die beanspruchten Ester zu neuen, interessanten Riechstoffkompositionen kombinieren.
Dabei werden etwa 1 - 50 Gewichtsprozent der Verbindungen, bezogen auf die gesamte
Komposition, eingesetzt. Derartige Kompositionen können zur Parfümierung von Kosmetika,
wie Duftwässern, Cremes, Lotionen, Aerosolen, Toilettenseifen, in der Extrait-Parfümerie,
sowie zur Geruchsverbesserung von technischen Artikeln, wie Reinigungsmitteln, Desinfektionsmitteln,
Textilbehandlungsmitteln und dergleichen dienen. Wegen ihrer ungewöhnlichen Ausstrahlungskraft
und Haftfestigkeit sind die Ester zur Parfümierung von Textilwaschmitteln, Weichspülmitteln
und Kosmetika von besonderem Interesse. Die genannten Kompositionen werden den verschiedenen
Produkten in Mengen von 0,05 bis 2 Gewichtsprozent, bezogen auf das gesamte Produkt,
zugesetzt.
[0009] Die beanspruchten Ester zeichnen sich weiterhin durch eine außerordentlich gute Beständigkeit
des Geruchsbildes aus. Sie entwickeln auch nach längerer Lagerzeit der damit parfümierten
Produkte keine unangenehmen Nebengerüche. Der Cyclopentyl- und der Cyclohexylester
werden wegen ihres strahlkräftigen Geruches und ihrer Haftfestigkeit bei gleichzeitig
großer Stabilität gegenüber agressiven Medien für die Anwendung unter Praxisbedingungen
besonders bevorzugt.
Beispiele
Allgemeine Arbeitsvorschrift für ein Veresterungsverfahren
[0010] 1 Mol Salicylsäuremethylester und 2 Mol des betreffenden Alkohols werden vorgelegt.
Bei 60 bis 65°C werden unter Rühren langsam 18 g (0,1 Mol) 30 %ige Natriummethylat-Lösung
zugetropft. Nach beendeter Zugabe wird über eine Claisenbrücke das freigesetzte Methanol
abdestilliert. Dabei steigt die Sumpftemperatur auf ca. 170
0 C.
[0011] Nach beendeter Umesterung wird der Rückstand in Wasser aufgenommen und mit Ether
extrahiert. Der Etherextrakt wird neutral gewaschen, über Natriumsulfat getrocknet
und eingeengt.
[0012] Das Rohprodukt ergibt nach Destillation über eine Füllkörperkolonne den gewünschten
Ester.
[0013]

11. Parfümierung von Seife
[0014] Cyclohexylsalicylat wurde 1,5 %ig in Grundseife eingearbeitet. Mit der Seife wurde
der Unterarm einer Versuchsperson 15 s eingeschäumt und der Geruch des Schaumes beurteilt.
Danach wurde der Schaum abgespült, der Arm abgetrocknet und über mehrere Stunden der
verbleibende Geruch beurteilt. Zum Vergleich wurde das als Riechstoff bekannte Benzylsalicylat
eingesetzt. Ausstrahlungskraft beziehungsweise Haftfestigkeit wurden nach folgendem
Schema beurteilt.

12. Parfümierung eines Wäsche-Weichspülers
[0015] In die Rezeptur eines handelsüblichen Wäsche-Weichspülmittels auf der Basis von kationaktiven
quaternären Ammoniumverbindungen, Emulgatoren, Viskositätsstellmitteln, Löse- und
Verdünnungsmitteln wurden als Parfümierungsmittel 0,3 % Cyclohexylsalicylat eingearbeitet.
[0016] Zum Vergleich diente eine mit 0,3 % Benzylsalicylat parfümierte Rezeptur.
[0017] Drei verschiedene Tücher aus Baumwolle (BW), Polyester (PE) und Baumwolle/Polyestermischgewebe
(M) wurden in einer Waschmaschine mit 100 ml dieses Weichspülers gespült. Die ausgeschleuderten
Tücher wurden sowohl feucht, wie nach dem Trocknen (über Nacht auf der Leine) geruchlich
beurteilt (vergleiche Beispiel 11). Außerdem wurden die Tücher trocken gelagert (in
Polyethylenbeutel verpackt) und nach verschiedenen Zeiten erneut beurteilt.

13. Parfümierung eines Waschmittels
[0018] In die Rezeptur eines handelsüblichen Vollwaschmittels auf der Basis von anionischen
und nichtionischen Tensiden, Buildersubstanzen, Komplexbildnern, Perborat, Vergrauungsinhibitoren,
Schmutzträgern, Aufhellern und Füllstoffen wurden 0,15 % Cyclohexylsalicylat als Parfümierungsmittel
eingearbeitet. Zum Vergleich wurde ein zweiter Ansatz mit 0,15 % Benzylsalicylat parfümiert.
[0019] Mit dem Waschmittel wurde normal verschmutzte Wäsche in einer Trommelwaschmaschine
im Vor- und Hauptwaschgang gewaschen.
[0020] Nach dem Vor- beziehungsweise Hauptwaschgang wurde
a) der Geruch der Lauge nach dem Spülen und Schleudern,
b) der Geruch der feuchten Wäsche wie in Beispiel 12 angegeben, beurteilt.

1. Verwendung von Salicylsäurestern der allgemeinen Formel
R = Cycloalkyl oder Cycloalkenyl, gegebenenfalls substituiert durch Alkyl Cl-C4, wobei die Summe der C-Atome in R = 5-9 beträgt,
n = 0 - 3
als Riechstoffe.
2. Verwendung von Salicylsäureestern der allgemeinen Formel des Anspruches 1, bei
denen die Summe der C-Atome in R = 5-6 beträgt, und n = 0 oder 1 ist.
3. Verwendung von Cyclopentylsalicylat oder Cyclohexylsalicylat als Riechstoffe.
4. Riechstoffkompositionen, gekennzeichnet durch einen Gehalt von 1 bis 50 Gewichtsprozent
an Salicylsäureestern entsprechend Anspruch 1 - 3.
5. Cyclopentyl-salicylat.
6. 2,2,4-(2,4,4-) Trimethylcyclopentylsalicylat als Isomerengemisch.
7. 4-Isopropylcyclohexyl-salicylat.
8. Cyclohexylmethyl-salicylat.
9. Cycloheptyl-salicylat.
10. Cyclooctyl-salicylat.
11. Cyclooct-4-enyl-salicylat.
1. Utilisation d'esters salicyliques de formule générale:
R = cycloalcyle ou cycloalcényle, éventuellement substitué par des alcyle en C,-C4, la somme des atomes de carbone dans R étant de 5 - 9, n = 0 à 3
en tant que parfums.
2. Utilisation d'esters salicyliques de formule générale selon la revendication 1,
dans lesquels la somme des atomes de carbone dans R est de 5-6 et n = 0 ou 1.
3. Utilisation de salicylate de cyclopentyle ou de salicylate de cyclohexyle comme
parfums.
4. Compositions de parfums, caractérisées par une teneur de 1 à 50 % en poids d'esters
salicyliques selon les revendications 1 à 3.
5. Salicylate de cyclopentyle.
6. Salicylate de 2,2,4-(2,4,4-) triméthylcyclopentyle sous la forme du mélange des
isomères.
7. Salicylate de 4-isopropylcyclohexyle.
8. Salicylate de cyclohexylméthyle.
9. Salicylate de cycloheptyle.
10. Salicylate de cyclooctyle.
11. Salicylate de cyclooct-4-ényle.
1. The use of salicylic acid esters corresponding to the following general formula

in which
R = cycloalkyl or cycloalkenyl optionally substituted by Cl-C4 alkyl, the sum of the C-atoms in R = 5 - 9,
n = 0 - 3,
as perfuming agents.
2. The use of the salicylic acid esters corresponding to the general formula in Claim
1 in which the sum of the C-atoms in R = 5 - 6 and n = 0 or 1.
3. The use of cyclopentyl salicylate or cyclohexyl salicylate as perfuming agents.
4. Perfume compositions characterised by a content of from 1 to 50 % by weight of
salicylic acid esters as claimed in Claims 1 to 3.
5. Cyclopentyl salicylate.
6. 2,2,4-(2,4,4-) trimethyl cyclopentyl salicylate as an isomer mixture.
7. 4-isopropyl cyclohexyl salicylate.
8. Cyclohexylmethyl salicylate.
9. Cycloheptyl salicylate.
10. Cyclooctyl salicylate.
11. Cyclooct-4-enyl salicylate.