[0001] Die Erfindung betrifft eine Röntgendrehanode mit ringförmiger Brennbahn, bestehend
aus einem Grundkörper, mit oder ohne gesonderten Brennbahnbelag, aus hochschmelzenden
Metallen und/oder deren Legierungen und aus einer zumindest auf Teilbereichen derselben
aufgebrachten, die Brennbahn einschließenden Beschichtung aus hochschmelzenden Verbindungen.
[0002] Die sich stetig weiterentwickelnde Technik der Röntgendiagnostik, z.B. in der Digitalen
Radiografie und der Röntgen-Computertomografie (CT), bedingt erhöhte thermische Belastungen
der Röntgendrehanoden. Die Energieaufnahme während einer Serie von "CT-Scans" liegt
beispielsweise bei 2 Megajoule; im stationären Betrieb muß diese Wärmemenge während
einer Zykluszeit von 15 Minuten durch thermische Strahlung abgegeben werden, was einer
mittleren Strahlungsleistung von etwa 2 kW entspricht.
[0003] Die Wärmestrahlung von einem Körper erfolgt bekanntlich gemäß dem Stefan-Boltzmannschen
Strahlungsgesetz und ist proportional zur vierten Potenz der Temperatur, zur Oberfläche
und zur hemisphärischen EmissivitätE.
[0004] Die Strahlungsleistung von Röntgendrehanoden kann somit im Prinzip durch höhere Betriebstemperaturen
gesteigert werden; die werkstoffbedingten Grenztemperaturen sind jedoch bei den nach
dem Stand der Technik gefertigten Röntgen-Drehanoden bereits erreicht. Die Vergrößerung
der strahlenden Fläche als Maßnahme zur Steigerung der abgestrahlten Leistung kann
einerseits durch Aufrauhung der Anodenoberfläche, andererseits durch Erhöhung des
Durchmessers und der Dicke der Anode erfolgen. Letzteres ist aber wegen der Zunahme
des Drehmomentes und des Gewichtes der Anode nur begrenzt möglich.
[0005] Schließlich ist auch eine Erhöhung der Strahlungsleistung durch Steigerung der Emissivität
für Röntgendrehanoden bereits in einer Vielzahl von Vorveröffentlichungen vorgeschlagen
worden; in der Regel in Form einer vollständigen oder teilweisen Beschichtung der
Anodenoberfläche.
[0006] Eine Bewertung des Nutzeffektes von "schwarzen" Beschichtungen muß von den üblichen
Betriebsbedingungen bei Hochleistungsröhren ausgehen. Im CT-Betrieb befindet sich
beispielsweise die Anode während der Aufnahmeserie von typisch 3 Minuten Dauer je
nach Anodenausgestaltung mehr oder weniger weitab vom thermischen Gleichgewicht. In
jedem Fall liegen die Brennbahntemperaturen während der Aufnahme selbst um einige
hundert Grad über den Temperaturen im Inneren bzw. an der Rückseite der Anode.
[0007] Wegen der T
4-Abhängigkeit trägt also gerade der Brennbahnbereich im Verhältnis zu seinem Flächenanteil
an der Röntgendrehanode (typisch:
25 bis 30 % der Gesamtfläche) überproportional zur Strahlungskühlung bei. Eine Erhöhung
der Emissivität £ im Brennbahnbereich von beispielsweise 0.25 für W/Re-Brennbahnbeläge auf 0.8 steigert
die bei gleichen Grenztemperaturen erzielbare Strahlungskühlung einer beschichteten
Anode unter CT-Bedingungen daher theoretisch auf bis zu 40 %. Umgekehrt lassen sich
bei gleichgehaltenen Belastungsbedingungen die Arbeitstemperaturen der Anode durch
eine Beschichtung, die den Brennbahnbereich einschließt, deutlich senken.
Während die üblicherweise für den Basiskörper und den Brennbahnbelag von Drehanoden
verwendeten Metalle, Molybdän und Wolfram, je nach Oberflächenbeschaffenheit (geschliffen,
sandgestrahlt), Koeffizienten der totalen hemisphärischen Emissivität zwischen 0,25
und 0,35 (bei 1000 °C) besitzen, weisen eine Reihe von Hartstoffen, insbesondere Karbide
und Nitride der Übergangsmetalle, aber auch Boride und Oxide sowie Rhenium und Grafit
eine wesentlich höhere Emissivität auf (0.5 bis 0.85 bei 1000 °C).
[0008] Bereits in der französischen Patentschrift Nr. 1 148 708 aus dem Jahre 1957 wurde
vorgeschlagen, eine Wolfram-Drehanode mit einer Rhenium-Schicht, beispielsweise nach
dem CVD-Verfahren, in einer Schichtdicke von mindestens 10
/um, zu beschichten, um dadurch die Wärmeabstrahl-Fähigkeit der Anode zu erhöhen und
gleichzeitig bei einer so dimensionierten Schichtdicke das Rhenium im Bereich der
Brennfleckbahn zur ausschließlichen Erzeugung der Röntgenstrahlen zu nutzen. Potentielle
Ausfallursachen und damit Nachteile derartiger Drehanoden sind mangelnde Schichthaftung
(adhäsives Versagen) und Schichtermüdung (kohäsives Versagen) bei den hohen thermischen
Wechselbeanspruchungen. Nachteilig ist schließlich auch der etwa gegenüber den oben
genannten Karbiden vergleichsweise niedrige Wert des Emissions-Koeffizienten.
[0009] Die französische Patentschrift Nr. 1 371 880 beschreibt die Karbide, Nitride und
Boride der Übergangsmetalle als mögliche Schichtwerkstoffe auf Drehanoden unterschiedlicher
Substratwerkstoffe zur Verbesserung der Wärmeabstrahlung. Bevorzugtes Beschichtungsmaterial
ist Tantalkarbid wegen seines hohen Emissions-Koeffizienten, aber auch wegen seines
hohen Schmelzpunktes und wegen seiner geringen Material-Abdampfraten bei hohen Temperaturen.
Als minimale Schichtdicke wird ein Wert von 25
/um genannt. Um Reaktionen zwischen dem Grundmaterial und dem Karbid zu verhindern,
werden Zwischenschichten aus Rhenium empfohlen. Das Patent umfaßt nach dem Anspruchswortlaut
zwar die Beschichtung der gesamten Drehanoden-Oberfläche einschließlich Brennbahn.
Es wird zu einzelnen Ausführungsbeispielen jedoch ausdrücklich empfohlen, die Brennbahn
von der Beschichtung auszunehmen. Vollständig beschichtete Drehanoden der oben genannten
Art haben den Nachteil, daß wegen der geringen
Wärmeleitfähig- keit z.B. des nach dem Patent mittels Plasmaspritzen aufgebrachten
TaC (ca. 1/20 des Wolfram) bei den genannten Schichtstärken sehr hohe Temperaturgradienten
über den Querschnitt der Schicht auftreten. Diese bewirken hohe mechanische Spannungen
in der Schicht und in der Übergangszone Schicht-Substrat, und infolge der hohen Sprödigkeit
des Karbides kommt es zu Rissen bzw. Absplitterungen in der Beschichtung. Als besonders
nachteilig wird die dadurch bewirkte Aufrauhung der Oberfläche im Bereich der Brennbahn
empfunden, da diese die Ausbeute der Röntgenstrahlung wesentlich beeinträchtigt.
[0010] In einer Vielzahl von Folgepatenten werden bis in jüngste Zeit immer wieder Drehanoden
mit Oberflächenbeschichtung und Verfahren zu deren Herstellung beschrieben, welche
die Wärmeabstrahlung verbessern sollen. Bei der Beschichtung wird die Brennbahn jedoch
aufgrund der nach der Lehrmeinung nicht beherrschbaren, oben beschriebenen Nachteile
ausdrücklich ausgenommen, was aus herstellungstechnischen Gründen in der Praxis meist
nicht nur eine Aussparung der Brennbahn, sonder eine vollständige Aussparung der die
Brennbahn enthaltenden Röntgendrehanoden-Oberseite bedeutet - z.B. DE 29 46 386, EU
0 018 685.
[0011] Aufgabe vorliegender Erfindung ist es daher, die Wärmeabstrahlung von Röntgendrehanoden
durch Aufbringen einer Beschichtung zu erhöhen, die den Brennbahnbereich einschließt
und dabei die Nachteile bekannter Ausführungen, vor allem die mangelnde Thermoschockbeständigkeit
und die unzureichende Schichthaftung vermeidet.
[0012] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die der Wärmeabstrahlung dienende
Beschichtung eine Dicke zwischen 0.1
/um und 2 um aufweist, wobei die Quelle der Röntgenstrahlung überwiegend in dem unter
der Beschichtung liegenden Brennbahnmaterial verbleibt.
[0013] Die Ausgestaltung der Röntgendrehanode gemäß vorliegender Erfindung führt zu einer
gezielten Aufteilung der Funktionen von thermischer Emission einerseits und Erzeugung
der Röntgenstrahlen andererseits. Im Gegensatz zu früheren Lösungsvorschlägen, bei
denen die den Brennbahnbereich einschließende thermisch-emissive Schicht ausdrücklich
oder aufgrund der angegebenen Schichtstärken implizit auch der ausschließliche Entstehungsort
der Röntgenstrahlung ist, wird erfindungsgemäß die Schichtdicke innerhalb des beanspruchten
Schichtdicken-Bereiches allein nach den Erfordernissen der Emissivität und der thermo-mechanischen
sowie metallurigischen Langzeitstabilität der thermisch-emissiven Beschichtung festgelegt.
Die Erzeugung der Röntgenstrahlung wird - obigen Kriterien untergeordnet - durch die
Beschichtung je nach den Gegebenheiten praktisch nicht oder doch zu einem gewissen
Anteil beeinflußt. Die Schichtdicken für die erfindungsgemäßen Schichtmaterialien
liegen mit 0.1 bis 2
/um weit unterhalb der bekannten, die Brennbahn einschließenden Schichtdicken.
[0014] Nachdem in den vergangenen Jahren über eine Vielzahl von Vorschlägen die Wärmeabstrahlung
von Röntgendrehanoden jeweils nur geringfügig verbessert werden konnte, läßt sich
mit den Maßnahmen gemäß vorliegender Erfindung je nach Ausführung und Betriebsart
der Röntgendrehanode eine 20 - 40 % Steigerung der Wärmeabstrahlung erzielen. Es war
für den Durchschnittsfachmann nicht vorhersehbar, daß Beschichtungen auf der Brennbahn
innerhalb des beanspruchten Schichtdickenbereiches derart günstige thermo-mechanische
Stabilitäten aufweisen. Nur so ist erklärlich, daß die erfindungsgemäßen Beschichtungen
bisher weder publiziert noch praktisch verwirklicht wurden, obwohl der Vorschlag der
Beschichtung selbst schon vor mehr als 20 Jahren gemacht wurde.
[0015] Nach einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung besteht die Beschichtung aus einem
Karbid, Nitrid oder einem Karbonitrid der Übergangsmetalle Hf, Ta oder W oder einem
Mischkarbid dieser Metalle, insbesondere aus einer Tantalkarbid-Beschichtung der Zusammensetzung
TaC (0.8≤x ≤1.0) oder einer Tantalkarbonitrid-Beschichtung der Zusammensetzung TaC
yN
z (0.8≤ y+z ≤1).
[0016] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführung ist die Differenz der Ordnungszahlen zwischen
der metallischen Komponente der Beschichtung einerseits und der Hauptkomponente des
Brennbahnbelages andererseits ≤3.
[0017] Durch diese Maßnahme ist sichergestellt, daß selbst dann keine wesentliche Veränderung
(Verschiebung) des Röntgenspektrums eintreten kann, wenn nennenswerte Anteile der
Röntgenstrahlung ihren Ursprung in der über dem Brennbahnbelag aufgebrachten Beschichtung
haben.
[0018] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführung der Erfindung weist die Beschichtung eine
Dicke kleiner 0.5 um auf. Eine solche geringe Schichtdicke schließt aus, daß die erzeugte
Röntgenstrahlung durch die Beschichtung nennenswert beeinflußt wird. Sie ist aber
nur in solchen Fällen sinnvoll, wo aufgrund der gegebenen Beschichtungsmaterialien
und Einsatzbedingungen gewährleistet bleibt, daß die thermische Emissivität der Anode
zumindest überwiegend von der Beschichtung und nicht vom Grundmaterial bestimmt wird.
[0019] Nach einem bevorzugten Verfahren zur Herstellung einer Röntgendrehanode gemäß der
Erfindung erfolgt die Beschichtung durch ein PVD-Verfahren (physical vapour deposition),
insbesondere durch Reaktives Ionenplattieren.
[0020] Nach einem weiteren bevorzugten Verfahren zur Herstellung der Röntgendrehanode gemäß
Erfindung wird in einem einzigen Beschichtungslauf auf dem Grundkörper aus hochwarmfesten
Materialien zunächst der Brennbahnbelag und anschließend die wärmeabstrahlende Beschichtung
aufgebracht.
[0021] In der Praxis hat sich besonders bewährt, in einem gemeinsamen Beschichtungslauf
zunächst eine 10 - 20
/um dicke Rheniumschicht als Brennbahnbelag und anschließend eine 0.5 - 1
/um dicke Tantalkarbidschicht als wärmeimittierenden Überzug auf der gesamten Anodenoberfläche
aufzubringen.
[0022] Die Röntgendrehanode gemäß vorliegender Erfindung wird anhand nachfolgender Figuren
näher erläutert.
[0023]
Fig. 1 zeigt eine Röntgendrehanode gemäß der Erfindung im Schnitt.
Fig. 2 zeigt anhand praxisnaher Aufheiz-Abkühlzyklen den Temperaturverlauf der Anodenoberfläche
als Funktion der Zeit für Röntgendrehanoden mit unterschiedlicher Beschichtung.
Figur 1 zeigt eine Röntgendrehanode typischer Bauart im Schnitt. Sie besteht aus einem
Grundkörper aus hochschmelzenden Metallen und/oder deren Legierungen -1-. Die Anode
besitzt auf ihrer Oberseite einen gesonderten Brennbahnbelag -3- und über die gesamte
Anodenoberfläche eine Beschichtung -2- in einer erfindungsgemäßen Schichtdicke.
[0024] Eine Drehanode nach Fig. 1 wurde mit Hilfe des Reaktiven Ionenplattierens mit einer
0.5
/um dicken Schicht, bestehend aus TaC, allseitig beschichtet. Durch intensives Zerstäuben
der geschliffenen Anodenoberfläche in einer anomalen Glimmentladung ("Glimmen") war
zuvor eine für die Schichthaftung und für eine erhöhte Abstrahlung günstige Oberflächentopologie
geschaffen worden. Die Schicht war stoechiometrisches TaC mit NaC1-Struktur und blaß-goldener
Farbe. Die im Ritztest bestimmte Haftfestigkeit betrug 200 kp/mm
2. Die durch den Beschichtungsprozeß in die Schicht eingebrachten, intrinsischen Spannungen
wurden durch eine Vakuumglühung der Anode zwischen 1200 °C und 1600 °C abgebaut.
[0025] Es wurde an den so gefertigten erfindungsgemäßen Anoden keine erhöhte Anzahl von
Röhrenstörungen, z.B. durch Hochspannungsinstabilitäten registriert, so daß eine Loslösung
von Teilchen aus dem Belag ausgeschlossen werden kann.
[0026] Die derart gefertigte Drehanode wurde in einem, die praktisch auftretenden Verhältnisse
simulierenden Röhrenprüfstand entsprechend den Ausführungen zu Fig. 2 untersucht und
den dort benannten Vergleichsanoden gegenübergestellt.
[0027] Die Figur 2 zeigt in einem Diagramm für einen typischen Röntgendrehanoden-Belastungszyklus
(81 kV, 250 mA, Schußdauer 6,4 sec.) den Anoden-Temperaturverlauf im Bereich der Brennbahn
als Funktion der Zeit. Insbesondere Röntgendrehanoden für die Computertomografie werden
heute üblicherweise so eingesetzt, daß durch kurzzeitigen Elektronenbeschuß eine Aufheizung
des Brennflecks auf ca. 1800° C erfolgt und daß daran anschließend eine Pause gemacht
wird, bis die Anode wieder auf ca. 600° C - 800° C abgekühlt ist, um dann erneut durch
Elektronenbeschuß aufgeheizt zu werden. Das Diagramm enthält drei Kurven. Die Kurven
wurden für Drehanoden gleicher Bauart, aber unterschiedlicher Oberflächenbeschaffenheit,
ermittelt. Die Kurve 1 zeigt den Temperaturverlauf der Brennbahn (90° vor Wiedereintritt
in den Brennfleck) einer Röntgendrehanode gemäß vorliegender Erfindung, d.h. die Anode
besteht aus einem Grundkörper, aus einer unter der Abkürzung TZM bekannten Molybdän-Legierung.
Die Anode weist im Bereich der Brennbahn einen Brennbahnbelag aus einer Wolfram/Rhenium-Legierung
auf und ist über die gesamte Oberfläche mit einer ca. 0,5
/um dicken Tantalkarbidschicht belegt. Im Vergleich hierzu ist mit der Kurve 2 der
Temperaturverlauf für eine gleichartige Anode gezeigt, bei der die der Kathode zugewandte
Seite der Anode (den Brennbahnbelag aufweisende Seite) von der Beschichtung ausgeschlossen
ist. Schließlich zeigt die dritte Kurve den Temperaturverlauf für eine Anode, ebenfalls
gleicher Bauart, jedoch gänzlich ohne Tantalkarbid-Beschichtung.
[0028] Die vollständig beschichtete Röntgendrehanode weist gegenüber der unbeschichteten
Anode bei Beibehaltung der maximalen Brennbahntemperatur mehr als eine Halbierung
der Abkühlzeit von 300 auf 130 sec. auf, also praktisch mehr als eine Verdoppelung
der Aufnahmezyklen. Gegenüber der teilweise beschichteten Anode ist das Verhältnis
der Zykluszahlen immer noch ca. 1,5 zu 1.
[0029] Die Röntgenbeugungs-Analyse der Beschichtung im Brennbahnbereich nach 110 h Röhrentest
gemäß oben genannten Bedingungen ergab stoechiometrisches TaC; es konnte keine Legierungsbildung
mit dem darunterliegenden W/Re-Belag beobachtet werden. Die Schichthaftung auf dem
Grundkörper war unverändert gut.
[0030] Mit diesem Ausführungsbeispiel konnte sowohl die thermo-mechanische und metallurgische
Stabilität der erfindungsgemäßen Beschichtung als auch die damit bezweckte Erhöhung
der Abstrahlung überzeugend nachgewiesen werden.
1. Röntgendrehanode mit ringförmiger Brennbahn, bestehend aus einem Grundkörper (1)
mit oder ohne gesondertem Brennbahnbelag (3) aus hochschmelzenden Metallen und/oder
deren Legierungen sowie aus einer zumindest auf Teilbereichen derselben aufgebrachten,
die Brennbahn einschließenden Beschichtung (2) aus hochschmelzenden Verbindungen,
adurch gekennzeichnet, daß die der Wärmeabstrahlung dienende Beschichtung (2) eine
Dicke zwischen 0.1 /um und 2 /um aufweist, wobei die Quelle der Röntgenstrahlung überwiegend in dem unter der Beschichtung
(2) liegenden Brennbahnmaterial verbleibt.
2. Röntgendrehanode nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Differenz der
Ordnungszahlen der metallischen Komponente der Beschichtung (2) einerseits und der
Hauptkomponente des Brennbahnbelages (3) andererseits kleiner oder gleich 3 ist.
3. Röntgendrehanode nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung
(2) aus einem Karbid, Nitrid oder Karbonitrid der Übergangsmetalle Hf, Ta oder W,
oder einem Mischkarbid dieser Metalle besteht.
4. Röntgendrehanode nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung
(2) aus TaCx mit 0.8 ≤x ≤1.0 oder TaCyNz mit 0.8≤y+z≤1 besteht.
5. Röntgendrehanode nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung
(2) eine Dicke kleiner 0.5 ,um aufweist.
6. Röntgendrehanode nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Brennbahnbelag
(3) eine 10 - 20 µm dicke Rheniumschicht und die wärmeabstrahlende Beschichtung (2)
eine 0.5 - 1.0 µm dicke TaC-Schicht ist.
7. Verfahren zur Herstellung einer Röntgendrehanode nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die Beschichtung (2) durch ein PVD-Verfahren (physical vapour
deposition), insbesondere durch Reaktives Ionenplattieren erfolgt.
8. Verfahren zur Herstellung einer Röntgendrehanode nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß der Brennbahnbelag (3) und die emissive Beschichtung (2) in einem
einzigen Beschichtungslauf durch aufeinander folgende Abscheidung des Brennbahnmaterials
und der wärmeabstrahlenden Beschichtung (2) auf einen hochwarmfesten Grundkörper (1)
aufgebracht werden.