[0001] Die Erfindung betrifft einen verbesserten elektrostatographischen Suspensionsentwickler,
der zur Erzeugung einer positiven Tonerladung ein basisches Polymerisat und eine Bronstedsäure
enthält, sowie ein Verfahren zu seiner Herstellung.
[0002] Zum Entwickeln von elektrostatischen Bildern auf elektrostatographischen Aufzeichnungsmaterialien
sich Trocken-und Naßentwicklungsverfahren bekannt. Dabei sind die Naßentwicklungsverfahren
unter Verwendung von Suspensionsentwicklern den Trockenentwicklungsverfahren hinsichtlich
Randschärfe und Auflösungsvermögen überlegen.
[0003] Suspensionsentwickler bestehen im allgemeinen aus einer hochisolierenden Trägerflüssigkeit,
einem Pigment, einer ladungsbestimmenden Substanz (auch Steuerstoff genannt) und einem
Polymer. Die Trägerflüssigkeit besitzt vorzugsweise einen Volumenwiderstand von mindestens
10
9 Ohm.cm und eine Dielektrizitätskonstante unter 3. Als Pigmente werden z. B. übliche
Azofarbstoffe, Xanthenfarbstoffe, Phthalocyaninfarbstoffe,
[0004] wie sie u. a. in der DE-OS 29 44 021 beschrieben werden, aber auch Triphenylmethanfarbstoffe,
Acridinfarbstoffe oder Chinolinfarbstoffe verwendet. Als Schwarzpigmente werden vorzugsweise
Rußpigmente verwendet.
[0005] Das Polymer hat in erster Linie die Aufgabe, der Pigmentdispersion eine ausreichende
sterische Stabilisierung zu verleihen und eine Haftung bzw. Fixierung der Pigmentteilchen
am Bildträger zu gewährleisten.
[0006] Zahlreiche unterschiedlich aufgebaute Polymere können als Komponente von elektrostatographischen
Suspensionsentwicklern verwendet werden. So ist die Verwendung von statistischen Copolymerisaten,
die aus weniger polaren Monomeren (z. B. C
6-C
20-Alkyl(meth)-acrylat) und stärker polaren Monomeren (z. B. Aminomethacrylate oder
Vinylpyrrolidon) aufgebaut sind, vielfach beschrieben worden (z. B. DE-A 19 27 592,
DE-A 19 38 001, BE-A 784 367, JP-A 49 129 539 oder JP-A 73 431 54). Die Anwendung
von Styrol-Butadien-Copolymerisaten ist ebenso möglich (z. B. DE-A 23 37 419, DE-A
24 52 499 oder JP-A 73 290 72).
[0007] Auch verschiedenartige Pfropfcopolymerisate sind zum Aufbau von Suspensionsentwicklern
verwendet worden (z. B. DE-A 20 42 804, DE-A 21 03 045, DE-A 24 21 037, DE-A 25 32
281, DE-A 24 32 288, DE-A 29 35 287, GB-A 2 157 2343, GB-A 2 029 049 oder US-A 40
33 890. Aus der DE-A 32 32 062 ist bekannt, die Pigmentteilchen eines Suspensionsentwicklers
durch den Aufbau einer vernetzten Polymerhülle mittels Fällungspolymerisation sterisch
zu stabilisieren.
[0008] Sofern die Polymeren ionische Gruppen enthalten, können diese eine Rolle beim Aufbau
der Tonerladung spielen. Im allgemeinen wird die Ladung der Tonerteilchen jedoch durch
öllösliche ionogene Verbindungen z. B. durch Metallsalze von organischen Säuren mit
langen aliphatischen Resten erzeugt. So können beispielsweise Rußpigmente in flüssigem
Isoparaffin durch organische Phosphorverbindungen (GB-A 1 151 141) positiv geladen
werden. Ein negativer Ladungsaufbau ist durch Zusatz von basischen Metallalkylsulfonaten
möglich (GB-A 1 571 401).
[0009] Nachteilig bei der Verwendung der bekannten ladungsbestimmenden Substanzen ist, daß
die elektischen Eigenschaften der Suspensionsentwickler, wie Leitfähigkeit und Teilchenladung
bei Konzentrationsänderungen nicht stabil sind und im hohen Maße von Wasserspuren
(z. B. Luftfeuchtigkeit) beeinflußt werden. Weiterhin zeigen derartige Suspensionsentwickler
im allgemeinen eine hohe elektrische Leitfähigkeit des Dispersionsmediums, wodurch
die elektrophoretische Abscheidung der Tonerteilchen beeinträchtigt wird.
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen elektrostatographischen Suspensionsentwickler
mit positiver Tonerladung, und verbesserter Ladungsstabilität bereitzustellen.
[0011] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Suspensionsentwickler gelöst, der in
einer elektrisch isolierenden Trägerflüssigkeit mit einem Volumenwiderstand von mindestens
10
9 Ohm.cm und einer Dielektrizitätskonstanten unter 3 ein dispergiertes Pigment und ein
Polymerisat mit sekundären oder tertiären Aminogruppen enthält, wobei die sekundären
oder tertiären Aminogruppen ganz oder teilweise mit einer Bronstedsäure mit mindestens
einer C
6-C
24-Kohlenwasserstoffgruppe neutralisiert sind.
[0012] Als Trägerflüssigkeit mit einem Volumenwiderstand von mindestens 10
9 Ohm.cm und einer Dielektrizitätskonstanten unter 3 können Kohlenwasserstoffe, Fluorkohlenwasserstoffe
oder Silikonöle eingesetzt werden, bevorzugt werden Flüssigkeiten auf Kohlenwasserstoffbasis
beispielsweise aromatische Kohlenwasserstoffe wie Benzol, Toluol oder Xylole oder
aliphatische C
6-C
15-Kohlenwasserstoffe, wie n-Hexan, Cyclohexan, n-Heptan, n-Oktan oder Dekalin. Auch
Mischungen unterschiedlicher Kohlenwasserstoffe können verwendet werden. Besonders
geeignet sind verzweigte aliphatische Kohlenwasserstoffe wie Isodecan und Isododecan.
[0013] Als Pigmente eignen sich die oben erwähnten üblicherweise für Suspensionsentwickler
eingesetzten Schwarz-und Farbpigmente.
[0014] Gut geeignet sind beispielsweise Spiritschwart (C.I. Nr. 50415), Anilinschwarz (C.I.
Nr. 50440), Cyaninblau (C.I. Nr. 74250), Brillant Carmine 6 B (C.I. 15850), Echtrot
(C.I. Nr. 15 865), Benzidinorange (C.I. 21110) oder Permanentgelb GR 52 (C.I. 21100).
Besonders bevorzugt sind Ruß (vor allem basische Rußtypen), Helioechtblau HG (C.I.
Nr. 74160), Fanalrosa B (C.I. Nr. 45160) und Helioechtgelb GRN (C.I. Nr. 21100).
[0015] Das Polymerisat mit sekundären oder tertiären Aminogruppen kann ein Homo- oder Copolymerisat
sein, es ist vorzugsweise zu 1 bis 100 Gew.-%, vorzugsweise 10 - 70 Gew.-%, aus basischen
Monomeren den allgemeinen Formeln I - III entsprechend aufgebaut.

worin bedeuten:
R1 = ein Wasserstoffatom oder eine CH3-Gruppe,
R2= ein Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen,
R3= ein Wasserstoffatom oder ein Kohlenstoffrest mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen,
R4= ein Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen, oder
R3 und R4 stehen zusammen für die zur Ausbildung eines 5 oder 6 gliedrigen heterocyclischen
Ringes erforderlichen Atome,
X= eine der Gruppen

und
Y= die zur Vervollständigung eine heterocyclischen 5 oder 6 Ringes erforderlichen
Atome,
bedeuten.
[0016] Die genannten Kohlenwasserstoffreste können lineare oder verzweigte Alkyl-, Aryl-,
Arylalkyl- oder Alkylacrylreste sein.
[0018] Bevorzugte basische Monomere sind Derivate der Acrylsäure und Methacrylsäure entsprechend
den Formeln IV und V

worin
R1, R2' R3 und R4 die oben angegebenen Bedeutungen haben.
[0019] Als Beispiele für bevorzugte basische Monomere seien genannt: -Dimethylaminoethyl(meth)acrylat,
-Diethylaminoethyl(meth)acrylat, 3-Dimethylamino-2-2-dimethylpropyl(meth)acrylat,
tert.-butylaminoethyl(meth)acrylat oder 3-Dimethylaminopropyl(meth)acrylamid.
[0020] Die Bezeichnung (Meth)acrylat bedeutet hier Acrylat beziehungsweise Methacrylat.
Die genannten basischen Monomeren können mit radikalisch polymerisierbaren, olefinisch
ungesättigten Comonomeren copolymerisiert sein. Geeignet sind in erster Linie Vinyl-
und Vinylidenverbindungen. Beispielhaft seien genannt:
[0021] (Meth)acrylsäureester, (Meth)acrylsäureamid, (Meth)-acrylnitril; Vinylester wie Vinylacetat,
Vinylpropionat; Vinylaromaten wie Styrol oderä-Methylstyrol; ferner Diene wie Butadien
und Isopren sowie halogenhaltige Monomere wie Vinylchlorid und Vinylidenchlorid. Bevorzugte
Comonomere sind (Meth)-acrylsäureester mit mindestens einem C
1-bis C
24- Kohlenwasserstoffrest im Alkoholteil und Styrol. Gut geeignet sind auch Mischungen
verschiedener Monomere. Gute Einbauraten werden vor allem dann erzielt, wenn zumindest
anteilmäßig (Meth)-Acrylsäureester als Comonomere verwendet werden. Es können sowohl
unvernetzte als auch durch Verwendung von mehrfunktionellen Monomeren wie z. B. Ethylendimethacrylat
oder Divinylbenzol vernetzte Copolymerisate aufgebaut werden.
[0022] Es ist möglich, durch den Einsatz geeigneter Comonomerer dem Polymerisat verbesserte
Dispergatoreigenschaften zu verleihen. In diesem Falle erhöht das Polymerisat die
Dispersionsstabilität der Pigmentdispersion durch sterische Abschirmung. Comonomere,
die die Dispergatoreigenschaften des Polymerisates verbessern, sind Beispielsweise
Vinyl- oder Vinylidenmonomere mit einem Kohlenwasserstoffrest mit 6 bis 24 Kohlenstoffatomen
wie Stearyl(meth)acrylat, Lauryl(meth)-acrylat oder 2-Ethylhexyl(meth)acrylat, wobei
diese Comonomere vorzugsweise in Mengen von 10 bis 70 Gew.-% (bezogen auf das Polymerisat)
eingesetzt werden.
[0023] Verbesserte Dispergatoreigenschaften des Polymeren sind jedoch nich charakteristisch
für vorliegende Erfindung. Es ist durchaus möglich, die Dispersionsstabilität, wie
weiter unten ausgeführt wird, durch weitere polymere Zusätze einzustellen.
[0024] Zur Herstellung des Polymerisates können bekannte ionische oder radikalische Polymerisationsmethoden
angewendet werden.
[0025] Der bevorzugte Syntheseweg ist die radikalische Polymerisation der ionischen Monomeren.
Die Einleitung der Polymerisation kann mit üblichen Radikalbildnern wie Peroxiden
und vorzugsweise Azoverbindungen erfolgen. Auch eine Redoxpolymerisation, beispielsweise
unter Verwendung eines Peroxid/ Amin-Systems oder eine Photopolymerisation ist möglich.
Das Polymerisat kann nach bekannten Verfahren wie Masse-, Lösungs-, Fällungs-, Suspensions-
oder Emulsionspolymerisation in Abwesenheit des Pigmentes synthetisiert werden. Nach
einer bevorzugten Ausführungsform wird das Polymerisat in Anwesenheit des dispergierten
Pigmentes synthetisiert, wobei das gebildete Copolymerisat zumindest teilweise eine
feste physikalische oder chemische Bindung mit dem Pigment eingeht. Bei dieser Synthesemethode
wird das Pigment in Form einer nicht wässrigen 0,5 - 40 %igen Dispersion eingesetzt.
Als Dispergiermedium eignen sich dabei in erster Linie aromatische und aliphatische
Kohlenwasserstoffe, wie beispielsweise Benzol, Toluol, Xylol, lineare und verzweigte
C
6 - C
15 Alkane sowie Cyclohexan oder Dekalin.
[0026] Bevorzugt wird ein Polymerisationsverfahren, bei dem die Pigmentdispersion, die gegebenenfalls
ein Stabilisierungsmittel enthalten kann, mit basischen Monomeren und gegebenenfalls
Comonomeren versetzt und mittels eines Radikalbildners als Startkomponente die Polymerisation
eingeleitet wird.
[0027] Als Stabilisierungsmittel können dabei lösliche, hochmolekulare Verbindungen, wie
Homo- oder Mischpolymerisate aus (Meth)acrylsäureestern, beispielsweise ein 1:1 Mischpolymerisat
aus Isobutylmethacrylat und Laurylmethacrylat eingesetzt werden. Gut geeignet sind
auch Mischpolymerisate mit einem Anteil von 0,1 - 10 Gew.-% an einpolymerisierten
Monomeren mit -OH, -COOH, -NH
2, -NHR, -NR
2-Gruppen, wie z. B. 2-Hydroxyethylmethacrylat, (Meth)acrylsäure, (Meth)acrylamid,
NN-Dimethylacrylamid, N,N-Dimethylaminoethylmethacrylat und N-Vinylpyrrolidon.
[0028] Besonders gut geeignete Stabilisierungsmittel sind Blockcopolymerisate, zum Beispiel
Styrol-Stearylmethacrylat-Blockcopolymerisate oder merkaptanmodifizierte Styrol-Butadien-Blockcopolymere
(DE-A 3 412 085).
[0029] Die Polymerisationsreaktion kann nach einem "Batch-Verfahren" durchgeführt werden.
In diesem Falle werden die Monomeren und die Startkomponente auf einmal der Pigmentdispersion
zugesetzt und die Reaktion durch Temperaturerhöhung eingeleitet. Man erhält auf diese
Weise eine weitgehend einheitliche Polymerisathülle.
[0030] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform werden die Monomeren und die Startkomponenten
während der Polymerisation zudosiert (Zulaufverfahren). Bei dieser Ausführungsform
ist es möglich, die Monomerzusammensetzung über den Dosierzeitraum hinweg zu verändern.
[0031] Die Startkomponente wird mit Vorteil ebenfalls über den Reaktionszeitraum zudosiert.
Feste Startkomponenten werden zweckmäßigerweise in Lösungsmitteln oder Monomeren gelöst.
[0032] Das Copolymerisat wird in Mengen von 10 bis 300, vorzugsweise 10 bis 100 Gew.-%,
bezogen auf Pigment eingesetzt.
[0033] Als Bronstedsäuren vor allem geeignet sind Schwefelsäuremonoester und Phosphorsäure-mono-und-diester,
Sulfonsäuren, Phosphonsäure sowie CH-azide Verbindungen mit der Maßgabe, daß die Bronstedsäure
mindestens einen Kohlenwasserstoffrest mit 6 bis 24 Kohlenstoffatomen aufweist. Bevorzugt
werden dabei Bronstedsäuren mit verzweigten Kohlenwasserstoffresten. Besonders geeignet
sind Bronstedsäuren die den Formeln VI, VII, VIII, IX und X entsprechen:

worin bedeuten:
R2 und R4 = gleich oder verschieden und ein Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen,
R5 = ein Kohlenwasserstoffrest mit 6 bis 24 Kohlenstoffatomen,
R6 = -COOR5 oder SO2R5,
R7 und R8 = gleich oder verschieden und eine der Gruppen -CN, -NO2, -Halogen, -COOR5 oder -SO2R5,
R9 bis R13 = gleich oder verschieden und -COOR5
[0035] Als bevorzugte Brønstedsäuren seien genannt

R
14=iso C
13H
27 H-C (SO
2-R
14)
3
[0036] Die erfindungsgemäß als Brønstedsäuren eingesetzten Sulfonsäuren, Schwefelsäuremonoester,
Phosphonsäuren und Phosphorsäure-mono- oder diester sind aus bekannten Salzen zugänglich,
aus denen sie mit Hilfe von Ionenaustauschern in einfacher Weise gewonnen werden können.
[0037] Die neuartigen 1, 2, 3, 4, 5-Pentaalkoxycarbonylcyclopentadiene mit C
6 bis C
24-Kohlenwasserstoffresten erhält man durch Umesterung des 1, 2, 3, 4, 5-Pentamethoxycarbonylcyclopentadiens
mit den entsprechenden C
6 bis C
24-Alkoholen. Bei dieser Reaktion kann auf die Anwendung eines Umesterungskatalysators
verzichtet werden.
[0038] Die Synthese der Dicyanessigsäureester erfolgt durch Umsetzung von Natriummalodinitril
mit Chlorameisensäureester im Molverhältnis 2:1 in Ethanol als Lösungsmittel. Das
zunächst entstehende Natriumsalz wird durch Digerieren mit beispielsweise Methylenchlorid
von Malodinitril befreit und mit Hilfe eines Ionenaustauschers in die Säureform überführt.
[0039] Die Trisalkylsulfonylmethane mit mindestens einem C
6 bis C
24-Kohlenwasserstoffrest können durch Reaktion der entsprechenden Trithioorthoameisensäureester
mit Peressigsäure in chlorierten Kohlenwasserstoffen, beispielsweise in 1,2-Dichlorpropan
synthetisiert werden, wobei die Isolierung der im chlorierten Kohlenwasserstoff lösliche
Verbindungen durch Abdestillieren des Lösungsmittels unter Zusatz von Wasser erfolgt.
[0040] Die Brønstedsäuren werden im allgemeinen in Mengen von 0,01 bis 10 Gew.-%, vorzugsweise
0,1 bis 5 Gew.-%, bezogen auf den Feststoffgehalt des erfindungsgemäßen Suspensionsentwicklers
eingesetzt. Die Einsatzmenge wird dabei so bemessen, daß die im Polymer enthaltenen
sekundären bzw. tertiären Aminogruppen ganz oder teilweise, vorzugsweise jedoch nur
teilweise neutralisiert werden. Über die Art und die Menge der Brönstedsäure läßt
sich in einfacher Weise das Ausmaß der positiven Tonerladung einstellen. Neben dem
Polymerisat mit sekundären oder tertiären Aminogruppen können zur Herstellung des
erfindungsgemäßen Suspensionsentwicklers weitere polymere Zusätze angewendet werden,
beispielsweise um die Dispersionsstabilität zu erhöhen oder die Haft- und Fixiereigenschaften
des dispergierten Pigmentes zu verbessern.
[0041] Für die Erhöhung der Dispersionsstabilität eignen sich in erster Linie die weiter
oben angegebenen Stabilisierungsmittel auf der Basis löslicher hochmolekularer Verbindungen.
[0042] Als fixierende Substanzen eignen sich Harze, die mit dem Bindemittel des photoleitfähigen
Aufzeichnungsmaterials verträglich sein sollen, z. B. mit dem Bindemittel einer photoleitfähigen
Zinkoxidschicht, damit nach der Erfindung eine gute Haftung des erzeugten Bildes auf
der Unterlage erhalten wird. Beispiele für geeignete Harze sind Ester von hydrogeniertem
Kolophonium und fettem öllack ("long-oil"), kolophoniummodifiziertes Phenol-Formaldehydharz,
Pentaerythritolester von Kolophonium, Glycerinester von hydrogeniertem Kolophonium,
Ethylcellulose, verschiedene Alkyldharze, Polyacryl- und Polymethacrylharz, Polystyrol,
Polyketonharz und Polyvinylacetat. Spezifische Beispiele solcher Harze sind in der
Literatur über elektrostatographische Suspensionsentwickler zu finden, z. B. in der
BE-A 699 157 und in der GB-A 1 151 141.
[0043] Die erfindungsgemäßen Suspensionsentwickler können mit Hilfe üblicher Dispergiermethoden
hergestellt werden. Gute Ergebnisse werden unter Verwendung von Kugelmühlen, Perlmühlen,
Kolloidmühlen sowie Hochgeschwindigkeitensrührern erzielt. Es kann dabei günstig sein,
zunächst beispielsweise durch Aufschmelzen in einem Kneter eine Mischung aus dem Pigment,
dem Polymerisat und den weiteren polymeren Zusätzen herzustellen und diese Mischung
in einem zweiten Verfahrensschritt in der Trägerflüssigkeit zu dispergieren.
[0044] Bei Anwendung des oben beschriebenen Verfahrens der Polymerisation in Anwesenheit
des Pigmentes wird im allgemeinen direkt eine stabile Dispersion erhalten, so daß
auf einen zusätzlichen Dispergierschritt verzichtet werden kann.
[0045] Es ist zweckmäßig, zunächst ein Tonerkonzentrat aus Trägerflüssigkeit, Pigment und
Polymer mit einem Gehalt von 5 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise 10 bis 25 Gew.-% Feststoff
herzustellen, das durch Zugabe von weiterer Trägerflüssigkeit auf die Gebrauchskonzentrationen
von 0,05 bis 2 %, vorzugsweise 0,1 bis 1 % verdünnt wird.
[0046] Mit den folgenden Beispielen wird die Synthese geeigneter Bronstedsäuren sowie die
Herstellung und Prüfung erfindungsgemäßer Suspensionsentwickler im einzelnen erläutert.
Beispiel 1
[0047] Herstellung von Pentaisotridecyloxycarbonylcyclopentadien.
[0048] 7,13 g (20 mmol) 1,2,3,4,5-Pentamethoxycarbonylcyclopentadien werden mit 20,0 g (100
mmol) Isotridecylalkohol versetzt. Bei 100°C werden innerhalb von 8 Stunden zunächst
bei 1013 mbar, anschließend bei 363 - 18 mbar 3,12 g (97,5 % der Theorie) Methanol
abdestilliert. Man erhält 24 g 1,2,3,4,5-Pentaisotridecyloxycarbonylcyclopentadien.
Beispiel 2
[0049] Herstellung von Dicyanessigsäureeisodecylester.
[0050] Zu 15,0 g (170 mmol) Natriummalodinitril in 150 ml absolutem Ethanol werden 19,5
g (88,3 mmol) Chlorameisensäureisodecylester in 20 ml Diethylether bei -10°C innerhalb
von 30 Minuten getropft. Dann läßt man auf Raumtemperatur erwärmen und erhitzt anschließend
30 Minuten am Rückfluß (68°C). Der Niederschlag von NaCl 5,7 g (Theorie 5,1 g) wird
abfiltriert und das Filtrat zum Trocknen eingeengt. Der Rückstand (26,8 g) wird mit
Methylenchlorid versetzt, um Malodinitril herauszulösen, dann abgesaugt und mehrfach
mit Methylenchlorid gewaschen. Der Niederschlag wird im ölpumpenvakuum getrocknet.
Man erhält 19,5 g (81 % der Theorie) Na-dicyanessigsäureisodecylester.
[0051] Das Natriumsalz wird mit Hilfe eines Kationenaustauschers in quantitativer Ausbeute
in Dicyanessigsäureisodecylester überführt.
Beispiel 3
[0052]
A. Herstellung eines modifizierten Blockpolymerisates
In einem 2-Liter Glasautoklaven werden unter Ausschluß von Wasser und Sauerstoff 1
000 ml Cyclohexan, 5 ml Glykoldimethylether und 50 g Styrol vorgelegt. Die Mischung
wird mit einer 1 molaren n-Butyllithiumlösung in n-Hexan vorsichtig bis zur schwachen
Gelbfärbung titriert. Dann gibt man 3 ml der 1 molaren Butyllithiumlösung zu. Durch
Außenkühlung wird die Polymerisationstemperatur bei 40°C gehalten. Nach einer Reaktionszeit
von 60 Minuten gibt man 50 g Butadien zu und polymerisiert bei 50°C für 60 Minuten.
Danach ist der Umsatz vollständig. Man gibt 48 ml n-Dodecylmercaptan und 0,5 g Azodiisobutylronitril
zu und erwärmt 5 Stunden lang auf 80°C. Nach Abkühlen auf Raumtemperatur wird das
Blockcopolymerisat mit 2 000 ml Ethanol, dem 2 g 2,6-Di-tertiär-butyl-p-methylphenol
zugesetzt wurden, aus der Cyclohexanlösung ausgefällt und im Vakuum bis zur Gewichtskonstanz
getrocknet. Man erhält 140 g eines farblosen Blockcopolymerisats. [η] = 0,272 dl/g,
Toluol, 25°C; 4,5 Gew.-% Schwefel im Polymerisat.
B. Herstellung einer Pigmentdispersion
80 g Helioechtblau HG (C. I. 74160), 16 g modifiziertes Blockpolymerisat aus A. und
304 g Isododecan werden 16 Stunden lang in einer Stahlkugelmühle gemischt, wobei eine
stabile Dispersion gebildet wird.
C. Polymerisation eines Polymerisates mit tertiären Aminogruppen in Anwesenheit des
Pigmentes
100 g der Dispersion aus B. und 120 g Isododecan werden in einen Rührreaktor überführt
und auf 80°C erhitzt. Unter wirksamen Rühren und Spülen mit Stickstoff werden zunächst
200 mg Azoisobuttersäuredinitril zugesetzt und unmittelbar anschließend über einen
Zeitraum von 60 Minuten eine Mischung aus 10 g Methylmethacrylat, 10 g Dimethylaminoethylmethacrylat
und 100 mg Azoisobuttersäuredinitril gleichmäßig zudosiert. Nach beendeter Zugabe
wird die Dispersion unter weiterem Rühren 1 Stunde bei 80°C und 3 Stunden bei 90°C
gehalten.
Die Dispersion wird zur Reinigung mit Hilfe einer Becherzentrifuge zentrifugiert;
der gebildete Feststoff wird isoliert und in 250 g reinen Isododecan uter Anwendung
eines Schüttlers redispergiert. Dieser Vorgang wird einmal wiederholt. Die Dispersion
wird anschließend durch Zugabe von weiterem Isododecan auf 0,4 Gew.-% Feststoff eingestellt.
Die mittlere Teilchengröße beträgt 314 nm.
D. Herstellung und Prüfung des Flüssigentwicklers
Die Dispersion aus C. wird mit einer Brönstedsäure versetzt. Die Ladung und die Ladungsstabilität
der dispergierten Pigmentteilchen (Tonerteilchen) wurde durch folgende Testmethode
geprüft:
In einer Elektrophoresezelle mit 2 planaren Elektroden mit einer Oberfläche von je
20 cm2 und einem Elektrodenabstand von 0,15 cm wird der Suspensionsentwickler eingefüllt.
Der elektrische Strom, der beim Anlegen einer Spannung von 500 V für 0,5 s auftritt,
wird gemessen. Das Integral des Stromes über die Periode von 0,5 s ist der Q-Wert.
QT ist ein Maß für die Ladung der Tonerteilchen.
[0053] Die Abscheidung der Tonerteilchen (Blaufärbung) an der negativen Elektrode (Kathode)
zeigt, daß diese positiv geladen sind. Die Ladungsstabilität der Tonerteilchen wurde
überprüft, indem der Wert Q
Tl unmittelbar nach Herstellung des Flüssigentwicklers und Q
T2 nach 7-tägiger Lagerung gemessen wurde:

Beispiel 4
[0054] Beispiel 3 wurde wiederholt, wobei anstelle von Helioechtblau HG (C. I. 74160) ein
Rußpigment mit einer BET-Oberfläche von 30 m
2/g eingesetzt wurde. Die Prüfung ergab folgende Werte:

Beispiel 5
[0055] Vergleichsbeispiel mit einem positiv polarisierendem Mittel gemäß GB-A 1 151 141
[0056] In einer Kugelmühle werden aus 4 g Rußpigment mit einer BET-Oberfläche von 30 m
2/g, 1 g eines Mischpolymerisates aus 85 % Isobutylmethacrylat und 15 % Stearylmethacrylat
mit einem Molekulargewicht Mw von 170 000 und in 45 g Isododecan eine Dispersion hergestellt.
Die Dispersion wird auf 0,4 % Feststoff verdünnt, mit 80 mg Zink (2-butyl)octylphosphat
(Herstellung gemäß GB-A 1 151 141) versetzt und geprüft.

1. Elektrostatographischer Suspensionsentwickler, der in einer elektrisch isolierenden
Trägerflüssigkeit von einem Volumenwiderstand von mindestens 109 Ohm. cm und einer Dielektrizitätskonstante unter 3 ein dispergiertes Pigment und
mindestens ein Polymerisat enthält, dadurch gekennzeichnet, daß das Polymerisat basische,
sekundäre oder tertiäre Aminogruppen enthaltende polymerisierte Monomeren enthält
ist, deren Aminogruppen ganz oder teilweise mit einer Brónstedsäure, die mindestens
einen Kohlenwasserstoffrest mit 6 bis 24 Kohlenstoffatomen enthält, neutralisiert
sind.
2. Suspensionsentwickler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Aminogruppen
enthaltenden Monomeren den allgemeinen Formeln

entsprechen, worin bedeuten:
R1 = ein Wasserstoffatom oder eine CH3-Gruppe,
R2 = ein Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen,
R3= ein Wasserstoffatom oder ein Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen,
R4 = ein Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen oder R3 und R4 zusammen stehen für die zur Ausbildung eines 5- oder 6-gliedrigen heterocyclischen
Ringes erforderlichen Atome,
X = eine der Gruppen

oder

und
Y = die zur Vervollständigung eines 5- oder 6- gliedrigen Ringes erforderlichen Atome.
3. Suspensionsentwickler nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Aminogruppen
enthaltenden Monomeren der Algemeinen Formel I entsprechen, worin X eine der Gruppen

oder

bedeutet.
4. Suspensionsentwickler nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
das Polymerisat 1 bis 100 Gew.-%, vorzugsweise 10 bis 70 Gew.-% an Aminogruppen enthaltenden
Monomeren enthält.
5. Suspensionsentwickler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bronstedsäuren
Sulfonsäure-, Phosphonsäure- oder Sulfinsäureestergruppen enthaltende Verbindungen
oder CH-acide Verbindungen sind.
6. Suspensionsentwickler nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Brønstedsäuren
den allgemeinen Formeln

entsprechen, worin bedeuten:
R2 und R4 = gleich oder verschieden und ein Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen,
R5 = ein Kohlenwasserstoffrest mit 6 bis 24 Kohlenstoffatomen,
R6 = -COOR5 oder -SO2R5,
R = gleich oder verschieden und eine der Gruppen -CN, -NO2' -Halogen, -COOR5 oder -SO2R5,
R9 bis R13 = gleich oder verschieden und -COOR5.
7. Suspensionsentwickler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Polymerisat
copolymerisierte radikalisch polymerisierbare, olefinisch ungesättigte Verbindungen
enthält.
8. Suspensionsentwickler nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Polymerisat
als Comonomere Vinyl- oder Vinylidenverbindungen aus der Gruppe (Meth)-Acrylsäureester
mit C1- bis e24-Kohlenwasserstoffresten im Alkoholteil, (Meth)-Acrylsäureamid, (Meth)-Acrylsäurenitril,
Vinylacetat, Vinylpropionat, Styrol, -Methylstyrol, Butadien, Isopren, Vinylchlorid,
Vinylidenchlorid, Ethylendimethacrylat, Divinylbenzol, Stearylmethacrylat, Laurylmethacrylat
und 2-Ethylhexylmethacrylat enthält.
9. Suspensionsentwickler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil an
Aminogruppen enthaltenden Monomeren in Polymerisat 1 bis 100 Gew.-%, vorzugsweise
10 bis 70 Gew.-% beträgt.
10. Verfahren zur Herstellung eines elektrostatographischen Suspensionsentwicklers
gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Aminogruppen enthaltenden Monomeren
in Gegenwart des Pigmentes in einem aliphatischen oder aromatischen Kohlenwasserstoff
mit den Eigenschaften der Trägerflüssigkeit als Dispergiermedium polymerisiert, und
so eine pigmentierte und das basische Polymerisat enthaltende und als Suspensionsentwickler
geeignete Dispersion bildet.