(19)
(11) EP 0 169 251 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
29.01.1986  Patentblatt  1986/05

(21) Anmeldenummer: 84108382.7

(22) Anmeldetag:  17.07.1984
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4F21V 5/06, A44C 17/00, B44F 1/04
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI NL SE

(71) Anmelder: Hoffmann, Reinhold
D-7505 Ettlingen 5 (DE)

(72) Erfinder:
  • Hoffmann, Reinhold
    D-7505 Ettlingen 5 (DE)

(74) Vertreter: Trappenberg, Hans 
Trappenberg u. Dimmerling, Postfach 21 13 75
76163 Karlsruhe
76163 Karlsruhe (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Schmuckstein


    (57) Schmucksteine wurden bisher aus einem festen Körper hergestellt, dessen Oberfläche mit möglichst vielen Facetten versehen war.
    Um die Zierwirkung derartiger Schmucksteine zu erhöhen, wird nach der Erfindung vorgeschlagen, sie aus zwei Halbschalen oder einer Halbschale und einer Bodenplattezusammenzufügen, wobei sowohl die Innenwölbung (2) und die Außenwölbung (3), wie auch die Bodenplatte mit Facetten (4) versehen werden kann. Die Vielzahl dieser so möglichen Facetten (4) ergibt eine sehr gute Reflexwirkung, die noch durch spiegelnde oder halbspiegelnde Metallbeläge verstärkt werden kann.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen mit Facetten versehenen, lichtbrechenden und lichtreflektierenden Schmuckstein.

    [0002] Derartige Schmucksteine entstanden aus der Nachahmung von Lüstergläsern, waren früher aus Glas und später sodann aus transparentem Kunststoff gefertigt. Lüstergläser weisen irisierende Überzüge auf, die dann entstehen, wenn man beispielsweise gelöste Silber-Schwefel-Resinate unter Zusatz bestimmter Salze auf Glas aufträgt und brennt. Diese irisierenden Überzüge sind halbdurchlässige Spiegel, die den Lichtbrechungseffekt an der Oberfläche der Gläser, an der Grenzschicht zwichen Glas und Luft, verstärken. Um möglichst viele irisierende Flächen zu erhalten, sind die Lüstergläser mit einer Vielzahl im Winkel zueinander stehenden Flächen, ähnlich einem Brillantschliff, versehen. Zur Herstellung von Schmucksteinen hat man zwar bisher diese äußere geometrische Form nachgeahmt, die Schmucksteine also mit vielen zueinander im Winkel stehenden Flächen versehen und dadurch auch eine gewisse Reflexion erzielt, jedoch kann diese Reflexion allein nicht den irisierenden Effekt der originalen Lüstergläser hervorrufen.

    [0003] Bei Schmucksteinen, die eine Schauseite aufweisen, gelingt eine Reflexverstärkung dadurch, daß die Rückseite des Schmucksteines, die ebenfalls im Winkel zueinander stehende ebene Flächen aufweist, mit einem spiegelnden Metallbelag versehen ist.

    [0004] Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, einen derartigen Schmuckstein anzugeben, der möglichst stark auf den Schmuckstein auftreffende Lichtstrahlen, weitgehend gebündelt und auch teilweise gebrochen, reflektiert. Dies gelingt nach der Erfindung durch zwei zusammenfüchare transparente Halbschalen, die jeweils in der Innenwölbung und/oder an der Außewölhung facettiert sind.

    [0005] Nicht mehr also wie bisher wird ein den Schmuckstein bildender Körper lediglich an seiner Oberfläche facettiert, sondern der Schmuckstein wird aus zwei Halbschalen zusammengefügt, die vorzugsweise sowohl an der Innenwölbung, wie auch an der Außenwölbung facettiert sind. Durch diese große Anzahl von Facettenflächen bilden sich sehr viele spiegelnde Flächen, die an der Grenzschicht zwischen Luft und transparentem Schalenkörper die Lichtstrahlen reflektieren und die auch gleichzeitig, beim Durchgang des Lichts durch die facettierten Halbschalen, das Licht brechen. Das Ergebnis ist ein glitzernder, wiederum irisierende Effekte hervorrufender Schmuckstein, dessen Reflexion noch dadurch deutlich verstärkt werden kann, daß die zur Schauseite weisende Innenwölbung mit einem spiegelnden Metallbelag versehen wird.

    [0006] Wird dieser Metallbelag sehr dünn als halbdurchlässiger Spiegel ausgeführt, so können die Lichtstrahlen auch durch diesen Metallbelag hindurch in den Schmuckstein eindringen. Es ist damit auch möglich, beide Halbschalen-Innenwölbungen zu facettieren und mit einem halbdurchlässig spiegelnden Metallbelag zu versehen, so daß dieser Schmuckstein sowohl von der Rückseite, wie auch von der Vorderseite einfallendes Licht reflektiert, bricht und durchläßt. Hiermit lassen sich beispielsweise sehr ansprechende, glitzernde Ohrgehänge herstellen.

    [0007] Vorteilhafterweise werden die Facetten von Innen- und Außen- wölbu gleichartig ausgeführt und gegenseitig um einen halben Teilschritt versetzt. Dadurch ergeben sich sehr viele prismatische Flächen mit der entsprechenden Lichtbrechung. Gleiches trifft dann zu, wenn die Facetten der Innenwölbun- gen der zusammengefügten Halbschalen wiederum gleichartig und gegenseiig um je einen Viertel Teilschritt versetzt sind.

    [0008] Um eine gerichtete Reflexion der einfallenden Lichtstrahlen zu erzielen, werden die Halbschalen zweckmäßigerweise asphärisch gekrümmt.

    [0009] Zur wirtschaftlichen Herstellunn vorteilhaft ist es, daß die Halbschalen gleichartig und aus transparentem Kunststoff hergestellt sind.

    [0010] Selbstverständlich ist es auch möglich, statt zwei facettierte Halbschalen zusammenzufügen, eine Halbschale mit einer ebenfalls facettierten Bodenplatte abzudecken. Diese Ausführung ist insbesondere zweckmäßig, wenn die Schmucksteine als Kleider-Schmucksteine Verwendung finden oder auch als Ohrgehänge. Auch dieser so gebildete flache Schmuckstein weist die beschriebenen irisierenden Effekte auf, inbesondere durch die auf die Bodenplatte aufgesetzte facettierte Halbschale.

    [0011] Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes schematisch dargestellt, und zwar zeigen:

    Fig. 1 den Einblick in die Innenwölbung einer facettierten Halbschale und

    Fig. 2 einen Cuerschnitt nach II/II der Fig. 1.



    [0012] Die aus transparentem Kunststoff gespritzte Halbschale 1 ist sowohl an der Innenwölbung 2, wie auch an der Außenwöl- bung 3 facettiert 4. Der Rand 5 der Halbschale 1 ist eben und verläuft senkrecht zur Achse der Halbschale 1. Dadurch ist es unschwer möglich, zwei Halbschalen 1 aufeinander zu kleben, so daß dadurch der gesamte Schmuckstein entsteht.

    [0013] Eine der Innenwölbungen 2 kann mit einem reflektierenden Metallbelag versehen sein. Ist dieser Metallbelag als halbdurchlässiger Spiegel ausgeführt, so können auch beide Innenwölbungen einen derartigen Belag tragen.

    [0014] Durch die Vielzahl der Facetten von Innen- (2) und Außenwölbung 3 ergeben sich sehr schöne Lichtreflexe, wobei das Licht auch durch die prismatischen Unterteilungen in seine Spektralfarben zerlegt und durch die Metallbeläge gebündelt reflektiert wird.


    Ansprüche

    1. Mit Facetten versehener, lichtbrechender und lichtreflektierender Schmuckstein, gekennzeichnet durch zwei zusammenfügbare transparente Halbschalen (1), die jeweils an der Innenwölbung (2) und/oder an der Außenwölbung (3) facettiert sind.
     
    2. Schmuckstein nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zur Schauseite weisende Innenwölbung (2) mit einem spiegelnden Metallbelag versehen ist.
     
    3. Schmuckstein nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Metallbelag ein halbdurchlässiger Spiegel ist.
     
    4. Schmuckstein nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß beide Halbschalen-Innenwölbungen (2) facettiert und mit einem halbdurchlässig spiegelnden Metallbelag versehen sind.
     
    5. Schmuckstein nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Facetten (4) von Innen-(2) und Außenwölbung (3) gleichartig und gegenseitig um einen halben Teilschritt versetzt sind.
     
    6. Schmuckstein nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Facetten (4) der Innenwölbung (2) der zusammengefügten Halbschalen (J) gleichartig und gegenseitig um einen viertel Teilschritt versetzt sind.
     
    7. Schmuckstein nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Halbschalen (1) gleichartig und aus transparentem Kunststoff sind.
     
    B. Schmuckstein nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Halbschalen (1) asphärisch gekrümmt sind.
     
    9. Mit Facetten versehener, lichtbrechender und lichtreflektierenden Schmuckstein, gekennzeichnet durch eine transparente Halbschale (1), die jeweils an der Innenwölbung (2) und/oder an der Außenwölbung (3) facettiert ist und eine die facettierte Halbschale (1) abdeckende, ebenfalls mit Facetten versehene ebene Bodenplatte.
     
    10. Schmuckstein nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Facetten der Bodenplatte strehlenförmig vom Mittelpunkt abgehende, dachförmige Erhöhungen sind.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht