[0001] Die Erfindung betrifft einen mit Facetten versehenen, lichtbrechenden und lichtreflektierenden
Schmuckstein.
[0002] Derartige Schmucksteine entstanden aus der Nachahmung von Lüstergläsern, waren früher
aus Glas und später sodann aus transparentem Kunststoff gefertigt. Lüstergläser weisen
irisierende Überzüge auf, die dann entstehen, wenn man beispielsweise gelöste Silber-Schwefel-Resinate
unter Zusatz bestimmter Salze auf Glas aufträgt und brennt. Diese irisierenden Überzüge
sind halbdurchlässige Spiegel, die den Lichtbrechungseffekt an der Oberfläche der
Gläser, an der Grenzschicht zwichen Glas und Luft, verstärken. Um möglichst viele
irisierende Flächen zu erhalten, sind die Lüstergläser mit einer Vielzahl im Winkel
zueinander stehenden Flächen, ähnlich einem Brillantschliff, versehen. Zur Herstellung
von Schmucksteinen hat man zwar bisher diese äußere geometrische Form nachgeahmt,
die Schmucksteine also mit vielen zueinander im Winkel stehenden Flächen versehen
und dadurch auch eine gewisse Reflexion erzielt, jedoch kann diese Reflexion allein
nicht den irisierenden Effekt der originalen Lüstergläser hervorrufen.
[0003] Bei Schmucksteinen, die eine Schauseite aufweisen, gelingt eine Reflexverstärkung
dadurch, daß die Rückseite des Schmucksteines, die ebenfalls im Winkel zueinander
stehende ebene Flächen aufweist, mit einem spiegelnden Metallbelag versehen ist.
[0004] Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, einen derartigen Schmuckstein anzugeben, der
möglichst stark auf den Schmuckstein auftreffende Lichtstrahlen, weitgehend gebündelt
und auch teilweise gebrochen, reflektiert. Dies gelingt nach der Erfindung durch zwei
zusammenfüchare transparente Halbschalen, die jeweils in der Innenwölbung und/oder
an der Außewölhung facettiert sind.
[0005] Nicht mehr also wie bisher wird ein den Schmuckstein bildender Körper lediglich an
seiner Oberfläche facettiert, sondern der Schmuckstein wird aus zwei Halbschalen zusammengefügt,
die vorzugsweise sowohl an der Innenwölbung, wie auch an der Außenwölbung facettiert
sind. Durch diese große Anzahl von Facettenflächen bilden sich sehr viele spiegelnde
Flächen, die an der Grenzschicht zwischen Luft und transparentem Schalenkörper die
Lichtstrahlen reflektieren und die auch gleichzeitig, beim Durchgang des Lichts durch
die facettierten Halbschalen, das Licht brechen. Das Ergebnis ist ein glitzernder,
wiederum irisierende Effekte hervorrufender Schmuckstein, dessen Reflexion noch dadurch
deutlich verstärkt werden kann, daß die zur Schauseite weisende Innenwölbung mit einem
spiegelnden Metallbelag versehen wird.
[0006] Wird dieser Metallbelag sehr dünn als halbdurchlässiger Spiegel ausgeführt, so können
die Lichtstrahlen auch durch diesen Metallbelag hindurch in den Schmuckstein eindringen.
Es ist damit auch möglich, beide Halbschalen-Innenwölbungen zu facettieren und mit
einem halbdurchlässig spiegelnden Metallbelag zu versehen, so daß dieser Schmuckstein
sowohl von der Rückseite, wie auch von der Vorderseite einfallendes Licht reflektiert,
bricht und durchläßt. Hiermit lassen sich beispielsweise sehr ansprechende, glitzernde
Ohrgehänge herstellen.
[0007] Vorteilhafterweise werden die Facetten von Innen- und Außen- wölbu gleichartig ausgeführt
und gegenseitig um einen halben Teilschritt versetzt. Dadurch ergeben sich sehr viele
prismatische Flächen mit der entsprechenden Lichtbrechung. Gleiches trifft dann zu,
wenn die Facetten der Innenwölbun-
gen der zusammengefügten Halbschalen wiederum gleichartig und gegenseiig um je einen
Viertel Teilschritt versetzt sind.
[0008] Um eine gerichtete Reflexion der einfallenden Lichtstrahlen zu erzielen, werden die
Halbschalen zweckmäßigerweise asphärisch gekrümmt.
[0009] Zur wirtschaftlichen Herstellunn vorteilhaft ist es, daß die Halbschalen gleichartig
und aus transparentem Kunststoff hergestellt sind.
[0010] Selbstverständlich ist es auch möglich, statt zwei facettierte Halbschalen zusammenzufügen,
eine Halbschale mit einer ebenfalls facettierten Bodenplatte abzudecken. Diese Ausführung
ist insbesondere zweckmäßig, wenn die Schmucksteine als Kleider-Schmucksteine Verwendung
finden oder auch als Ohrgehänge. Auch dieser so gebildete flache Schmuckstein weist
die beschriebenen irisierenden Effekte auf, inbesondere durch die auf die Bodenplatte
aufgesetzte facettierte Halbschale.
[0011] Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes schematisch
dargestellt, und zwar zeigen:
Fig. 1 den Einblick in die Innenwölbung einer facettierten Halbschale und
Fig. 2 einen Cuerschnitt nach II/II der Fig. 1.
[0012] Die aus transparentem Kunststoff gespritzte Halbschale 1 ist sowohl an der Innenwölbung
2, wie auch an der Außenwöl- bun
g 3 facettiert 4. Der Rand 5 der Halbschale 1 ist eben und verläuft senkrecht zur Achse
der Halbschale 1. Dadurch ist es unschwer möglich, zwei Halbschalen 1 aufeinander
zu kleben, so daß dadurch der gesamte Schmuckstein entsteht.
[0013] Eine der Innenwölbungen 2 kann mit einem reflektierenden Metallbelag versehen sein.
Ist dieser Metallbelag als halbdurchlässiger Spiegel ausgeführt, so können auch beide
Innenwölbungen einen derartigen Belag tragen.
[0014] Durch die Vielzahl der Facetten von Innen- (2) und Außenwölbung 3 ergeben sich sehr
schöne Lichtreflexe, wobei das Licht auch durch die prismatischen Unterteilungen in
seine Spektralfarben zerlegt und durch die Metallbeläge gebündelt reflektiert wird.
1. Mit Facetten versehener, lichtbrechender und lichtreflektierender Schmuckstein,
gekennzeichnet durch zwei zusammenfügbare transparente Halbschalen (1), die jeweils
an der Innenwölbung (2) und/oder an der Außenwölbung (3) facettiert sind.
2. Schmuckstein nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zur Schauseite weisende
Innenwölbung (2) mit einem spiegelnden Metallbelag versehen ist.
3. Schmuckstein nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Metallbelag ein halbdurchlässiger
Spiegel ist.
4. Schmuckstein nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß beide Halbschalen-Innenwölbungen
(2) facettiert und mit einem halbdurchlässig spiegelnden Metallbelag versehen sind.
5. Schmuckstein nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Facetten (4) von Innen-(2) und Außenwölbung (3) gleichartig und gegenseitig
um einen halben Teilschritt versetzt sind.
6. Schmuckstein nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Facetten (4) der Innenwölbung (2) der zusammengefügten Halbschalen (J) gleichartig
und gegenseitig um einen viertel Teilschritt versetzt sind.
7. Schmuckstein nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Halbschalen (1) gleichartig und aus transparentem Kunststoff sind.
B. Schmuckstein nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Halbschalen (1) asphärisch gekrümmt sind.
9. Mit Facetten versehener, lichtbrechender und lichtreflektierenden Schmuckstein,
gekennzeichnet durch eine transparente Halbschale (1), die jeweils an der Innenwölbung
(2) und/oder an der Außenwölbung (3) facettiert ist und eine die facettierte Halbschale
(1) abdeckende, ebenfalls mit Facetten versehene ebene Bodenplatte.
10. Schmuckstein nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Facetten der Bodenplatte
strehlenförmig vom Mittelpunkt abgehende, dachförmige Erhöhungen sind.