Metallhalogenid-Hochdruckentladungslampe
[0001] Die Erfindung betrifft eine Metallhalogenid-Hochdruckentladungslampe mit einer Leistungsaufnahme
größer 4000 W, einem Entladungsgefäß aus hochtemperaturfestem, lichtdurchlässigen
Material als einzigen Kolben, zwei hochtemperaturbeständigen Elektroden sowie einer
Füllung aus Quecksilber, mindestens einem Edelgas und Halogeniden der Seltenen Erden,
zumindest Holmium und/ oder Dysprosium, wobei die Lampe eine spezifische Wandbelastung
zwischen 50 und 120 W/cm
2 und eine spezifische Bogenleistung zwischen 1000 und 5000 W/cm besitzt.
[0002] Aus der DE-PS 19 40 539 und der DE-PS 21 14 804 sind Quecksilberdampf-Hochdruckentladungslampen
mit Zusatz von Halogeniden der Seltenen Erden, insbesondere von Dysprosium und/oder
Holmium und/oder Thulium bekannt. Diese Lampen mit einer Lichtausbeute von größer
85 lm/W sollen Strahlung abgeben, die eine möglichst tageslichtähnliche spektrale
Zusammensetzung und eine Lichtfarbe von ca. 6000 K mit einem Farbwiedergabeindex von
größer 90 besitzt. Lampen dieser Art werden insbesondere in Beleuchtungssystemen für
Bühne, Film und Fernsehen eingesetzt, wo eine möglichst tageslicht- ähnliche Farbtemperatur
und eine sehr gute Farbwiedergabe benötigt werden.
[0003] Es zeigte sich, daß Lampen mit dieser Füllungszusammensetzung und Aufnahmeleistungen
unter 4000 W Licht erzeugen, das die gewünschten Werte der Farbtemperatur und der
Farbwiedergabe erreicht. Bei Lampen höherer Leistungsaufnahme und gleicher Halogenidzusammensetzung
geht jedoch die Farbtemperatur des Lichts deutlich zurück, so daß diese Lampen die
an sie gestellten Anforderungen nicht mehr erfüllen.
[0004] Eine Farbtemperatur von ca. 6000 K ist deshalb notwendig, weil durch den Einbau solcher
Lampen in Beleuchtungssysteme die Farbtemperatur des ausgesandten Lichts aufgrund
der Konstruktion und Ausgestaltung des Systems um einige 100 K sinkt. Für die Erstellung
guter Film- bzw. Fernsehaufnahmen muß aber das Beleuchtungslicht eine Farbtemperatur
von ca. 5600 K aufweisen, so daß die Lampen ohne Beleuchtungssystem ein Licht mit
einer Farbtemperatur von ca. 6000 K besitzen sollten.
[0005] Ziel der Erfindung war es daher, Metallhalogenidzusammensetzungen und Mengenbereiche
für diese Zusammensetzungen zu finden, mit denen sich auch bei Hochdruckentladungslampen
mit Leistungsaufnahmen deutlich über 4000 W Licht erzeugen läßt, das eine Farbtemperatur
von ca. 6000 K bei sehr guter Farbwiedergabe besitzt.
[0006] Die Metallhalogenid-Hochdruckentladungslampe mit den im Oberbegriff des Hauptanspruchs
genannten Merkmalen ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß das Entladungsgefäß
zur Erzielung einer Farbtemperatur von ca. 6000 K und eines Farbwiedergabeindexes
Ra von größer 90 zusätzlich Gadoliniumhalogenid enthält.
[0007] Die Strahlungsemission bei Metallhalogenid-Hochdruckentladungslampen mit Leistungsaufnahmen
von 4000 W und mehr wird wesentlich durch Übergänge aus hochangeregten Zuständen (Rydbergatome)
sowie durch die Strahlungsübergänge in mehrfach geladenen Ionen bestimmt. Die nicht
vollständig besetzten bzw. freien inneren Schalen bei Seltenen Erden (z.B. Ho:4f,
5d, 5f in LS-Kopplung) führen zusätzlich wegen der hohen Multiplizität der Terme zu
einer weiteren Linienvielfalt (Quasikontinuum). Berechnungen der spektralen Eigenschaften
dieses Lampentyps sind nicht sinnvoll, da durch die zahlreichen und komplizierten
Abhängigkeiten der Einzelparameter eine strenge Aussage bezüglich Farbort und Farbwiedergabe
nicht möglich ist.
[0008] Es wurden deshalb Untersuchungen mit unterschiedlichen Mengenzusammensetzungen der
Füllungselemente Gadolinium, Holmium und Dysprosium bei Hochdruckentladungslampen
mit Leistungsaufnahmen zwischen 4000 und 14 000 W durchgeführt. Dabei zeigte sich,
daß für Lichtausbeuten von über 80 lm/W mit einer Farbtemperatur von 6000 K und einem
Farbwiedergabeindex von größer 95 das Entladungsgefäß pro cm
3 seines Volumens 0,01 bis 2,3 mg Gadolinium sowie jeweils 0,01 bis 2,4 mg Holmium
und/oder Dysprosium enthalten muß.
[0009] Für eine lange mittlere Lebensdauer ist ein gut funktionierender Halogen-Kreislauf
von besonderer Bedeutung. Optimale Bedingungen für eine mittlere Lebensdauer von 250
Stunden werden bei der obigen Lampe erzielt, wenn das Entladungsgefäß als Halogene
Brom und/oder Jod enthält und diese Elemente in einem das stöchiometrische Verhältnis
der Seltenerdhalogenid-Verbindungen übersteigenden Halogenüberschuß im Entladungsgefäß
vorliegen.
[0010] Das Entladungsgefäß enthält außerdem zur Erzeugung eines diffusen Bogenansatzes Cäsium.
Die Menge des Cäsiums muß dabei so bemessen sein, daß sie für eine Bogenstabilisierung
gerade ausreicht. Sie darf diese Menge jedoch nicht überschreiten, da Cäsium die Entglasung
beschleunigt und die hier vorliegenden hochbelasteten Lampen Kolbentemperaturen von
ca. 900 °C besitzen, die nur wenig unterhalb des Transformationspunktes für Quarzglas
bei ca. 1100 °C liegen.
[0011] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist anhand der nachfolgenden Figuren erläutert.
[0012]
Figur 1 zeigt eine erfindungsgemäße Metallhalogenid-Hochdruckentladungslampe
Figur 2 zeigt ein Spektrum des Lichts, wie es von der in Figur 1 dargestellten Lampe
abgegeben wird, im Vergleich zu einem Tageslichtspektrum.
[0013] In Figur 1 ist eine Metallhalogenid-Hochdruckentladungslampe 1 mit einer Leistungsaufnahme
von 12 000 W dargestellt. Das Entladungsgefäß 2 aus Quarz mit einer Wandstärke von
5 mm und einem Außendurchmesser d
1 von 65 mm besitzt zwei Lampenschäfte 3, 4. Die Gesamtlänge 1
1 mit den Schäften 3, 4 beträgt 465 mm. Die stabförmigen Wolframelektroden 5, 6 sind
über Molybdänfolien 7, 8, die vakuumdicht in die Lampenschäfte 3, 4 eingeschmolzen
sind, mit den Hülsensockeln 9, 10 verbunden, die einen Durchmesser d
2 von 25,5 mm und eine Länge 1
2 von 60 mm haben. Die genormten Sockel 9, 10 vom Typ K 25s besitzen außerdem Anschlußkabel
11, 12 von 150 mm Länge mit Kabelschuhen 13, 14.
[0014] Das Entladungsgefäß 2 mit einem Volumen von 105,5 cm
3 und einem Elektrodenabstand von 32 mm besitzt eine Füllung, die sich aus 12,6 mg
Ho, 12,0 mg Gd, 60,6 mg CsBr, 90,0 mg HgBr
2 und 70,7 mg HgJ
2 sowie zusätzlich 939,6 mg elementarem Hg und 400 hPa Ar zusammensetzt.
[0015] Die Lichtausbeute der Metallhalogenid-Hochdruckentladungslampe 1 mit einer Farbtemperatur
von 6000 K und einem Farbwiedergabeindex Ra von größer 95 beträgt 84 lm/W. Die Lampe
wird an einer Versorgungsspannung von 380 V in Brennstellung p 15 betrieben und besitzt
dabei eine Brennspannung von 225 V bei einer Stromstärke von 65 A.
[0016] In Figur 2 ist ein Spektrum des Lichts im Bereich einer Wellenlänge zwischen 350
und 780 nm, wie es von der in Figur 1 dargestellten Lampe abgegeben wird, einem Tageslichtspektrum
D (60) (nach CIE-Norm) mit einer Farbtemperatur von 6000 K gegenübergestellt. Die
Figur zeigt, daß die spektrale Strahlstärke der erfindungsgemäßen Lampe weitgehend
mit der Tageslichtkurve von 6000 K übereinstimmt.
1. Metallhalogenid-Hochdruckentladungslampe (1) mit einer Leistungsaufnahme größer
4000 W, einem Entladungsgefäß (2) aus hochtemperaturfestem, lichtdurchlässigen Material
als einzigen Kolben, zwei hochtemperaturbeständigen Elektroden (5, 6) sowie einer
Füllung aus Quecksilber, mindestens einem Edelgas und Halogeniden der Seltenen Erden,
zumindest Holmium und/oder Dysprosium, wobei die Lampe eine spezifisehe Wandbelastung
zwischen 50 und 120 W/cm und eine spezifische Bogenleistung zwischen 1000 und 5000
W/cm besitzt, dadurch gekennzeichnet, daß das Entladungsgefäß (2) zur Erzielung einer
Farbtemperatur von ca. 6000 K und eines Farbwiedergabeindexes Ra von größer 90 zusätzlich
Gadoliniumhalogenid enthält.
2. Metallhalogenid-Hochdruckentladungslampe (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Füllung Gadolinium in einer Menge von 0,01 bis 2,3 mg pro cm3 des Entladungsgefäßvolumens enthält.
3. Metallhalogenid-Hochdruckentladungslampe (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Füllung Holmium und/oder Dysprosium in einer Menge von jeweils 0,01 bis 2,4
mg pro cm3 des Entladungsgefäßvolumens enthält.
4. Metallhalogenid-Hochdruckentladungslampe (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Entladungsgefäß (2) als Halogene Brom und/oder Jod enthält.
5. Metallhalogenid-Hochdruckentladungslampe (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß das Entladungsgefäß (2) einen das stöchiometrische Verhältnis der Seltenerd-Halogenidverbindungen
übersteigenden Halo.. genüberschuß aufweist.
6. Metallhalogenid-Hochdruckentladungslampe (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Entladufigsgefäß (2) Cäsium enthält.