[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines vorgefertigten Mauerwerkelementes,
welches aus einer Mehrzahl von durch Mörtelfugen verbundenen Mauersteinen besteht,
bei dem die Mauersteine auf einer horizontalen Schalunterlage in vorgegebenem Abstand
. ausgerichtet und die Fugen mit t Mörtel vergossen werden. Außerdem werden ein nach
diesem Verfahren hergestelltes Mauerwerkelement und eine Trägerplatte beschrieben,
welche bei dem Herstellungsverfahren vorteilhaft verwendet werden können.
[0002] Zur Produktionskostensenkung im Mauerwerksbau ist beispielsweise durch die Zeitschrift
Baugewerbe 17/83, 36-41, ein Mauerwerksystem bekannt, mit dem Ziegelfertigbauteile
unter werksmäßigen Bedingungen vorgefertigt werden können.Auf diese Weise werden in
einer Schnellmauermaschine mit höhenverstellbarer Arbeitsplattform Mauerwerkelemente
aus Mauersteinen in vertikalem Aufbau hergestellt. Nach dem Aushärten der Maue rwerkelemente
werden diese mit einem Hebezeug auf einen Tieflader verladen und an der Baustelle
mit Hilfe eines Krans montiert. Die Mauerwerkelemente der vorbekannten Ausführung
wiesen ferner eine Bewehrung mit eingelegten Stahlstäben auf.
[0003] Während das im Vorangegangenen beschriebene, vorbekannte Verfahren den vertikalen
Aufbau des Mauerwerks lediglich von der Baustelle in eine Werkshalle mit Hilfsvorrichtungen
verlagert, ist es zur Erzielung einer echt maschinellen und von fachlichen Können
weitgehend unabhängigen Herstellung derartiger Mauerwerkelemente erforderlich, den
Aufbau der Mauersteine auf einer horizontalen Schalunterlage auszuführen Die Mauersteine
müssen dabei zunächst in vorgegebenem Fugenabstand ausgerichtet werden. Anschliessend
kann das Vergießen der Fugen erfolgen, so daß durch die großflächige Ausbreitung des
Mörtels ein maschinelles Herstellungsverfahren für Mauerwerkelemente entsteht. Nach
dem Aushärten der Mauerwerkselemente werden diese aufgerichtet und mit Transportvorrichtungen
abtransportiert.
[0004] Die Erfindung geht von der Aufgabenstellung aus, ein Verfahren der eingangs angegebenen
Art so auszufüh - ren, daß in einem einfachen und kostengünstigen Arbeitsablauf, ohne
Einsatz von Fachkräften, ein Mauerwerkelement erzeugt wird, welches an der Baustelle
als kombiniertes Wandelement verwendet werden kann.
[0005] Die Lösung dieser Aufgabenstellung erfolgt dadurch, daß die Mauersteine auf einer
unteren Trägerplatte ausgerichtet und die Fugen mit t Mörtel derart vergossen werden
und daß die Trägerplatte mit dem Mauerwerkelement verbunden wird.
[0006] Durch die Verbindung zwischen den Lagen der Mauersteine und der Trägerplatte entsteht
ein kombinier'- tes Bauelement, welches in verschiedener Weise und Formgestaltung,
beispielsweise geschoßhoch als Wandteil, aber auch mit Tür- und Fensteraussparungen,
herstellbar ist. Die feste Verbindung mit der Trägerplatte, welche im Herstellungsverfahren
die Schalunterlage bildet, ergibt ein Mauerwerkelement, welches in ganz verschiedener
Weise mit außenseitiger oder innenseitiger Orientierung der Trägerplatte eingesetzt
werden kann.
[0007] Wenn eine beidseitige Auflage der Trägerplatte auf dem Verbund der Mauersteine gewünscht
wird, kann es zweckmäßig sein beim Vergießen der Fugen eine solche Verteilung des
Mörtels durchzuführen, daß eine weitere, auf die Mauersteine aufgelegte obere Trägerplatte
mit dem Mauerwerkelement verbunden wird.
[0008] Das Verbinden von Trägerplatte
'und Mauersteinen kann außerdem bei Bedarf in mehreren Lagen wiederholt werden, wobei
die dazwischen liegenden Trägerplatten beidseitig mit Mauersteinen verbunden sind.
Den inneren Abschluß bildet dann ebenfalls eine Trägerplatte oder die Front der frei
liegenden Mauersteine der innersten Lage. Gegebenenfalls können zur Verbindung zwischen
den einzelnen Mauerwerkschichten zusätzlich bekannte Verbindungselemente, wie Stifte,
Drähte oder dergl., zweckmäßig verwendet werden.
[0009] Ein Mauerwerkelement, welches insbesondere nach diesem Verfahren hergestellt ist,
kann so ausgebildet sein, daß die wenigstens einseitig der Mauersteine angebrachte
Trägerplatte aus Dämmstoff besteht und mit dem zum Ausfüllen der Mauerwerkfugen verwendeten
Mörtel gehaltert ist. Es wird somit eine Dämmplatte mit einem Werkstoff hinreichend
geringer Wärmeleitzahl (α o, 1 kcal/ mhgrd) bevorzugt verwendet, weiche in Ein- oder
Mehrfachanordnung mit einem oder mehreren Verbundlagen der Mauersteine fest verbunden
ist.
[0010] Zweckmäßig besteht die Dämmplatte aus geschäumtem Kunststoff, gepreßter Steinwolle
oder dergl. Bei der bevorzugten Verwendung von geschäumtem Kunststoff lassen sich
Kunststoffschäume monomerer und auch polymerer Art, geplähtes Polystyrol u. ä. verwenden.
Andere, gegebenenfalls vorteilhaft anwendbare Werkstoffe sind kunststoffgebundene
Natur- oder Mineraffasern, Asbestzement oder geschäumte Betone. Ferner sind Blähbetone,
aber auch Spanfasermaterialien aus verklebten Holzfasern verwendbar, wenn eine entsprechende
mörtelhaftfähige Beschichtung oder Oberflächengestalt vorliegt.
[0011] Der Begriff "Möntel" soll im Zusammenhang dieser Beschreibung auch alle anderen,
zum Verbinden von Mauersteinen bekannten Vergußmassen, beispielsweise Zement und Kunststoffmassen,
enthalten. "Vergießen" umfaßt jede Art des Ausfüllens der Fugen, beispielsweise auch
Druckspritzen. Statt der Steine kann stellenweise oder ganz auch Beton o. ä. verwendet
werden.
[0012] Zur Erzielung einer ausreichenden Transportstabilität erscheint es vorteilhaft, in.
den Mauerwerkselementen Bewehrungselemente, beispielsweise Stahlstäbe oder Gitterteile
bzw. Netze, einzubetten. Die Bewehrungselemente werden zweckmäßig so ausgebildet,
daß sie Eingriffsteile für eine Transportvorrichtung, beispielsweise Ösen für den
Eingriff des Kranhakens eines Hebezeugs bilden.
[0013] Ein wesentlicher Vorteil bei der Durchführung des Herstellungsverfahrens kann dann
erzielt werden, wenn die Trägerplatte als Schablone zur Ausrichtung der Fugenabstände
der Mauersteine ausgebildet ist. Eine solche Schablonenausbildung kann beispielsweise
dadurch erreicht werden, daß die Trägerplatte Ausformungen zum teilweisen Einsetzen
der Mauersteine in entsprechender, regelmäßiger Anordnung aufweist. Eine andere Ausbildungsmöglichkeit
ist durch die Anbringung von Orientierungs- und Abstandsnasen, die aus der Oberfläche
der Trägerplatte emporragen, gegeben. Wenn jedoch eine entsprechende maschinelle Einrichtung
benutzt wird, welche die Mauersteine bereits im gewünschten Fugenabstand absetzt,
bzw, nach dem Absetzen ausrichtet, kann das Herstellungsverfahren auch mit einer im
wesentlichen ebenflächigen Trägerplatte, in der Art einer handelsüblichen Dämmstoffplatte,
ausgeführt werden.
[0014] Die Trägerplatte kann als Schablone einseitig, gegebenenfalls zweckmäßig aber auch
beidseitig, ausgebildet sein. Bei der beidseitigen Ausbildung ist u. U. eine Schablonenanordnung
für unterschiedlichen Mauerwerkverbund zweckvoll.
[0015] Zur festen Verbindung der Trägerplatte mit dem Verbund der Mauersteine erscheint
es vorteilhaft, in der Trägerplatte Ausformungen zur formschlüssigen Verankerung der
Trägerplatte am Mauerwerk durch vergossenen Mörtel anzuordnen.
[0016] Hier können beispielsweise schwalbenschwanzförmig hinterschnittene Hohl räume verwendet
werden, in denen der Mörtel erstarrt und eine feste Verankerung bildet.
[0017] Eine andere gegebenfallszweckmäßige Ausbildung kann vorsehen, daß die Oberfläche
der Trägerplatte wenigstens einseitig eine Haftbeschichtung für Mörtel bzw. Putz aufweist.
Während die Haftbeschichtung für Mörtel auf der dem Verbund der Mauersteine zugewandten
Innenseite vorgesehen werden soll, ist eine Putz-Haftbeschichtung auf der Außenfläche
zweckmäßig. Eine solche Putz-Haftbeschichtung kann gegebenenfalls vorteilhaft auch
durch die geometrische Gestaltung, beispielsweise durch Aufrauhen in Korn- oder Rillenform,
erzielt werden.
[0018] Durch Anwendung der Merkmale der Erfindung, lassen sich in einem horizontalen Schalverfahren
Mauerwerkelemente mit einfachem oder mehrfachem Verbund herstellen, die ein- oder
zweiseitig bzw. zwischenlagig eine Dämmstoffauflage aufweisen. Diese ersparen als
Fertigbauteile die Anbringung zusätzlicher äußerer oder innerer lsolierbeschichtungen.
[0019] In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele zum Gegenstand der Erfindung schematisch
dargestellt; es zeigen:
Fig. 1 eine isometrische Ansicht einer Lage von Mauersteinen mit abgehobener Ausrichtschablone,
Fig. 2 eine Ausführungsform einer Trägerplatte als Schablone in isometrischer Darstellung,
Fig. 3 eine isometrische Ausschnittsdarstellung aus einer Trägerplatte nach Fig. 2
mit formschlüssiger Verankerungsausnehmung,
Fig. 4 einen Querschnitt durch ein Mauerwerkelement.
[0020] Fig. 1 stellt zur Erläuterung des Verfahrensablaufs eine als Schalunterlage dienende
Trägerplatte 1 dar, auf der eine Lage von Mauersteinen 2 im vorgegebenen Abstand der
Fugen 3 abgesetzt ist. Die beim Absetzen benutzte Ausrichtschablone 4 ist bereits
nach oben abgehoben. Zweckmäßig werden derartige Absetz- und Ausrichtvorgänge mit
einfachen maschinellen Vorrichtungen, deren Einzelteile dem bekannten Stand der Technik
entsprechen, ausgeführt.
[0021] Die Trägerplatte 1 bildet eine Dämmstoffplatte mit glatten Oberflächen. Es erscheint
vorteilhaft, die Trägerplatte 1 auf die horizontale Schalfläche eines Schaltisches
5 aufzulegen, der dann vor Abheben des Mauerwerkelementes aufgerichtet wird.
[0022] Nach dem in Fig. 1 gezeigten Ausrichten der Mauersteine werden die Fugen mit Mörtel
vergossen, und dadurch ergibt sich eine feste Verbindung der Mauersteine 2 untereinander,
sowie mit der Trägerplatte 1. Beim Vergießen wird vorteilhaft eine in der Zeichnung
im Anschnitt angedeutete abnehmbare Randschalung 6 benutzt.
[0023] Bei einer beidseitigen Auflage wird auf die Oberseite der Mauersteine 2 und die eingegossene
Mörtel schicht eine weitere Trägerplatte 1 aufgelegt.
[0024] Eine besonders günstige Ausführung der Trägerplatte, die den Verfahrensablauf sehr
vereinfacht, besteht darin, die Trägerplatte nach Fig. 2 als Schablone auszubilden.
Diese Trägerplatte 7 weist durch aufragende Leisten 8 Ausformungen 9 in der Größe
auf, daß Mauersteine 2 stirnseitig eingesetzt werden können. Dadurch wird der erforderliche
Fugenabstand gewährleistet. Damit die einzelnen Mauerwerkelemente aneinander anschließba
r sind, sind die Ausformungen 9 wie beim gemauerten Mauerwerk im Versatz angeordnet.
Die Trägerplatte 7 ist in diesem Ausführungsbeispiel eine Platte aus geschäumtem Kunststoff,
bei deren Herstellung die Leisten 8 einstückig eingeformt werden.
[0025] In der Auschnittsdarstellung der Fig. 3 ist alternativ eine Leiste 1o gezeigt, welche
eine schwalbenschwanzförmig hinterschnittene Zwischennut 11 aufweist. Diese Zwischennuten
wiederholen sich längs der Leiste 1o in regelmäßigen Abständen. Außerdem ist in der
Leiste 1o eine Füllausnehmung 19 vorgesehen. Bei eingesetzten Mauersteinen und eingegossenem
Mörtel werden die Zwischennuten 11 und die gegebenenfalls vorhandenen Füllausnehmungen
19 ausgefüllt, und der erhärtete Mörtel sichert als Formkörper die feste Verankerung
der Trägerplatte 7 am Verband der Mauerst eine 2.
[0026] Das fertige Mauerelement 12 ist in Fig. 4 dargestellt. Dieses Mauerwerkelement ist
beidseitig mit als Dämmstoffplatten ausgebildeten Trägerplatten 1 versehen. Im Verband
der Mauersteine 2 liegen stabförmige vertikale Bewehrungselemente 13, die an ihren
frei aufragenden Enden mit Kranösen 14 versehen sind. Die vertikalen Bewehrungselemente
13, sind zur Lastabstützung mit horizontalen Bewehrungsstäben 15, 16 verbunden.
[0027] Die als Außenseite bestimmte Seite der Trägerplatte 1 weist eine Oberflächenaufrauhung
17 auf welche ein besseres Haften des Putzes vermittelt. Auf den zum Verbund der Mauersteine
2 gerichteten lnnenseiten sind beide Trägerplatten 1 mit einer Haftbeschichtung 18
versehen, welche das Festhaften des beim Vergießen verwendeten Mörtels begünstigt.
1. Verfahren zur Herstellung eines vorgefertigten Mauerwerkelementes, welches aus
einer Mehrzahl von durch Mörtelfugen verbundenen Mauersteinen besteht, bei dem die
Mauersteine auf einer horizontalen Schalunterlage in vorgegebenem Abstand ausgerichtet
und die Fugen mit Mörtel vergossen werden, dadurch gekennzeich-n e t, daß die Mauersteine
(2) auf einer unteren Tiägerplatte ( 1;7 ) ausgerichtet und die Fugen (3) mit Mörtel
derart vergossen werden, und daß die Trägerplatte ( 1 ; 7 ) mit dem Mauerwerkelement
(12) verbunden wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß beim Vergießen der Fugen
(3) eine solche Verteilung des Mörtels erfolgt, daß eine weitere auf die Mauersteine
( 2 ) aufgelegte obere Trägerplatte ( 1 ) mit dem Mauerwerkelement ( 12 ) verbunden
wird.
3. Verfahren nach Anpruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Verbinden von Trägerplatte
( 1;7 ) und Mauersteinen (2) in mehreren Lagen wiederholt wird, wobei die dazwischenliegenden
Trägerplatten ( 1;7 ) beidseitig mit Mauersteinen ( 2 ) verbunden sind.
4. Mauerwerkelement hergestellt durch ein Verfahren nach Anspruch 1 , 2 oder 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die wenigstens einseitig der Mauersteine ( 2 ) angebrachte Trägerplatte
( 1;7 ) aus Dämmstoff besteht und mit dem zum Ausfüllen der Mauerwerkfugen ( 3 ) verwendeten
Mörtel gehaltert ist.
5. Mauerwerkelement nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Dämmplatte (
1 ;7 ) aus einem Werkstoff mit einer Wärmeleitzahl < O, 1 kcal/mhgrd besteht.
6. Mauerwerkelement nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Dämmplatte (1;7)
aus geschäumtem Kunststoff besteht.
7. Mauerwerkelement nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet , daß zur Erzielung einer
ausreichenden Transportstabilität Bewehrungselemente (13;15;16) eingebettet sind.
8. Mauerwerkelement nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Bewehrungselemente
(13) Eingriffsteile (14) für eine Transportvorrichtung aufweisen.
9. Trägerplatte für ein Herstellungsverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich-n
e t , daß die Trägerplatte (7 ) als Schablone zur Ausrichtung der Fugenabstände der
Mauersteine gestaltet ist.
10. Trägerplatte nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägerplatte (7) beidseitig
als Schablone ausgebildet ist.
11. Trägerplatte nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägerplatte (7) beidseitig für unterschiedlichen
Mauerwerkverbund als Schablone ausgebildet ist.
12. Trägerplatte nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägerplatte (7)
Ausformungen (9) zum Einsetzen der Mauersteine (2) aufweist.
13. Trägerplatte nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß in der Trägerplatte
Ausnehmungen ( 11, 19 ) zur formschlüssigen Verankerung der Trägerplatte (7) am Mauerwerkelement
(12) durch den vergossenen Mörtel angeordnet sind.
14, Trägerplatte nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß dieOberfläche der Trägerplatte
( 1;7 ) wenigstens einseitig eine Haftbeschichtung für Mörtel (18) bzw. Putz aufweist.
15. Trägerplatte nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägerplatte auf
ihrer von den Mauersteinen (2) abgewandten Außensei te eine als Putzträger geeignete
Gestaltung (17) aufweist.