[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von 3,7-Bisacetaminoheptanon-2,
aus Lysin. Die Herstellung von 3,7-Bisbenzaminoheptanon-2 aus Lysin gemäß FR-A-2 375
219 Beispiel 1 (1) und (2) erfolgt in 2 Stufen. Demgegenüber ist durch das beanspruchten
Verfahren das 3,7-Bisacetaminoheptanon-2 in einem Eintopfverfahren in guten Ausbeuten
zugänglich.
[0002] Das Verfahren zur Herstellung von 3,7-Bisacetaminoheptanon-2, der Formel (I)

ist dadurch gekennzeichnet, daß man L-Lysin in freier Form, als Racemat, in seiner
D-Form, vorzugsweise in seiner L-Form, in freier Form und/oder in seiner HCI-Salz-Form
mit Essigsäureanhydrid in Gegenwart einer tertiären organischen Aminbase und unter
Zusatz eines 4-Aminopyridin-Derivates umsetzt.
[0003] Bezogen auf 1 Mol Lysin und/oder Lysin-hydrochlorid können beispielsweise 4 bis 10
Mol Essigsäureanhydrid eingesetzt werden. Vorzugsweise beträgt diese Menge 6 bis 8
Mol.
[0004] Als tertiäre organische Aminbasen kommen beispielsweise Trialkylamine in Frage, die
Alkylgruppen mit 2 bis 6 C-Atomen enthalten. Bevorzugt wird Triethylamin eingesetzt.
Bezogen auf 1 Mol Lysin und/oder Lysin- hydrochlorid können beispielsweise 3 bis 8
Mol einer tertiären organischen Aminbase eingesetzt werden. Vorzugsweise beträgt diese
Menge 4 bis 6 Mol.
[0005] Als 4-Aminopyridin-Derivate kommen beispielsweise solche der Formel (11) in Frage

in der
R1 und R2 unabhängig voneinander für einen einbindigen C1- bis C6-Alkylrest oder R1 und R2 gemeinsam für einen zweibindigen C3- bis C5-Alkylrest stehen.
[0006] Bevorzugt wird N,N-Dimethyl-4-aminopyridin oder 4-Pyrrolidino-pyridin eingesetzt.
Bezogen auf Lysin und/oder L-Lysin-hydrochlorid können beispielsweise 0,1 bis 5 Gew.-%
eines 4-Aminopyridin-Derivates eingesetzt werden. Vorzugsweise beträgt diese Menge
0,5 bis 3 Gew.-%.
[0007] Eine beispielhafte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird durch folgendes
Formelschema erläutert:

Lysin-hydrochlorid

[0008] Der Ablauf der Reaktion kann über die entwickelte Menge C0
2 verfolgt werden. Unterbleibt z. B. der Zusatz eines 4-Aminopyridin-Derivates, so
wird keine CO
2-Entwicklung beobachtet. Die Reaktion wird im allgemeinen solange durchgeführt, bis
die C0
2-Entwicklung beendet ist.
[0009] Geeignete Reaktionstemperaturen sind beispielsweise solche im Bereich von 20 bis
100°C. Vorzugsweise liegt die Reaktionstemperatur im Bereich von 30 bis 70° C.
[0010] Der Zusatz eines Lösungsmittels ist im allgemeinen nicht erforderlich, da das Essigsäureanhydrid
und die tertiäre organische Aminbase gleichzeitig als Lösungsmittel dienen können.
[0011] Die Aufarbeitung des nach Beendigung der Reaktion vorliegenden Reaktionsgemisches
kann beispielsweise so erfolgen, daß man, falls das Hydrochlorid der eingesetzten
tertiären organischen Aminbase ausgefallen ist, dieses abfiltriert, aus dem Filtrat
oder, falls keine festen Bestandteile vorliegen, aus dem gesamten Reaktionsgemisch
niedrig siedende Anteile im Vakuum entfernt, das verbleibende Rohprodukt in ein geeignetes
Lösungsmittel einrührt, z. B. in Essigsäureethylester oder Toluol und den entstehenden
Niederschlag abfiltriert, wäscht und trocknet.
[0012] Man erhält so 3,7-Bisacetaminoheptanon-2 in guten Ausbeuten und Reinheiten ohne merkliche
Nebenreaktionen. Dieses Ergebnis ist ausgesprochen überraschend, da zum einen bei
einer derart komplexen Reaktion ein eindeutiger Reaktionsverlauf nicht zu erwarten
war und zum anderen ein trifunktionelles Ausgangsprodukt eingesetzt wird (Lysin),
das im Prinzip zu einer Fülle von Reaktionen befähigt ist.
[0013] Es wurde weiterhin gefunden, daß man 3,7-Bisacetaminoheptanon-2 zur Herstellung von
Salzen des 3,7-Bisaminoheptanons-2 verwenden kann, indem man es einer sauren Hydrolyse
unterwirft.
[0014] Diese Reaktion kann beispielsweise durch folgendes Formelschema erläutert werden:

[0015] 3,7-Bisaminoheptanon-2-salz X = Säurerest
[0016] Diese Hydrolyse kann beispielsweise mit überschüssigen, wäßrigen, organischen oder
anorganischen Säuren durchgeführt werden durch mehrstündiges Kochen am Rückfluß. Als
Säuren kommen insbesondere starke Säuren in Frage, wie Toluolsulfonsäure, Salzsäure
oder Schwefelsäure. Das Hydrolysegemisch kann man beispielsweise aufarbeiten, indem
man zunächst im Vakuum flüchtige Bestandteile abtrennt, daß Rohprodukt mit einem geeigneten
Lösungsmittel verrührt, z. B. Aceton, abfiltriert und trocknet.
[0017] Salze des 3,7-Bisaminoheptanon-2 sind bekannte und wertvolle Zwischenprodukte. Gemäß
der DE-A-2 755 749 die der FR-A-2 375 219 äquivalent ist, können daraus durch Umsetzung
mit Thiocyanaten Imidazol-2-thione hergestellt werden, die ihrerseits Vorprodukte
für Verbindungen mit pharmakologischer Wirksamkeit gegenüber Histamin-H
2-Rezeptoren sind oder H
2-Antagonisten (siehe DE-A-2 755 749).
[0018] Die in der DE-A-2 755 749 beschriebene Herstellung von 3,7-Bisaminoheptanon-2-salzen
ist ein mehrstufiges Verfahren, das für eine Anwendung im technischen Maßstab nicht
geeignet ist. Über das neue 3,7-Bisacetaminoheptanon-2 sind Salze des 3,7-Bisaminoheptanons-2
in beliebiger Menge auf einfache Weise zugänglich.
[0019] Das folgende Beispiel erläutert die Erfindung.
Beispiel
[0020] In eine Mischung aus 1230 g Essigsäureanhydrid und 810 g Triethylamin wurden 365
g L-Lysinhydrochlorid und 5 g 4-Pyrrolidino-pyridin unter Rühren eingetragen.
[0021] Die Reaktionstemperatur wurde bei 40 bis 50°C bis zur Beendigung der Gasentwicklung
(ca. 40 I) gehalten. Dann wurde das ausgefallene Triethylaminohydrochlorid abfiltriert
und das Filtrat im Vakuum von niedrigsiedenden Anteilen befreit.
[0022] Das verbleibende Rohprodukt wurde in 3 Liter Essigester eingerührt, der entstehende
Niederschlag abgesaugt, mit Essigester nachgewaschen und getrocknet. Es wurden 402
g (88 % der Theorie) 3,7-Bisacetamino-heptanon-2 (11) mit einem Schmelzpunkt von 111
bis 113°C erhalten.
[0023] Analyse:

Kernresonanzspektrum:
1H-NMR (60 MHz, CD, Cl3)δ:
NH (breit 6,4 und 6,8), CH (breit 4,5), CH2 (breit, zentriert bei 3,2), CH3 (Singuletts bei 2,0, 2,06, 2,23), -(CH2)3 (Multiplett, zentriert bei 1,5).
1. Verfahren zur Herstellung von 3,7-Bisacetaminoheptanon-2, dadurch gekennzeichnet,
daß man Lysin in freier Form und/oder in seiner HCI-Salz-Form mit Essigsäureanhydrid
in Gegenwart einer tertiären organischen Aminbase und unter Zusatz eines 4-Aminopyridin-Derivates
umsetzt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man bezogen auf 1 Mol Lysin
und/oder Lysin- hydrochlorid 4 bis 10 Mol Essigsäureanhydrid einsetzt.
3. Verfahren nach Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man bezogen auf
1 Mol Lysin und/oder Lysin-hydrochlorid 3 bis 8 Mol einer tertiären organischen Aminbase
einsetzt.
4. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man als tertiäre
organische Aminbasen ein Trialkylamin einsetzt, das Alkylgruppen mit 2 bis 6 C-Atomen
enthält.
5. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man bezogen auf
Lysin und/oder Lysinhydrochlorid 0,1 bis 5 Gew.-% eines 4-Aminopyridin-Derivates einsetzt.
6. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man ein 4-Aminopyridin-Derivat
der Formel

einsetzt, in der
R1 und R2 unabhängig voneinander für einen einbindigen C1- bis C6-Alkylrest oder R1 und R2 gemeinsam für einen zweibindigen C3- bis C5-Alkylrest stehen.
1. A process for the production of 3,7-bisacetamino-2-heptanone, characterized in
that lysine in free form and/or in the form of its HCI salt is reacted with acetic
anhydride in the presence of a tertiary organic amine base and with addition of a
4-aminopyridine derivative.
2. A process as claimed in claim 1, characterized in that 4 to 10 mol acetic anhydride
are used per mol lysine and/or lysine hydrochloride.
3. A process as claimed in claim 1 or 2, characterized in that 3 to 8 mol of a tertiary
organic amine base are used per mol lysine and/or lysine hydrochloride.
4. A process as claimed in claims 1 to 3, characterized in that a trialkylamine containing
C2-C6 alkyl groups is used as the tertiary organic amine base.
5. A process as claimed in claims 1 to 4, characterized in that 0.1 to 5 % by weight
of a 4-aminopyridine derivative, based on lysine and/or lysine hydrochloride, is used.
6. A process as claimed in claims 1 to 5, characterized in that a 4-aminopyridine
derivative corresponding to the formula

in which
R1 and R2 independently of one another represent a C1-C6 alkyl radical with one bond or R1 and R2 together represent a C3-C5 alkyl radical with two bonds, is used.
1. Procédé de préparation de 3,7-bisacétaminoheptanone-2, caractérisé en ce qu'on
fait réagir de la lysine sous forme libre et/ou sous forme de son sel de HCI avec
de l'anhydride d'acide acétique en présence d'une base d'amine tertiaire organique
et avec addition d'un dérivé de 4-aminopyridine.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que, rapporté à 1 mole de lysine
et/ou de chlorhydrate de lysine, on utilise 4 à 10 moles d'anhydride d'acide acétique.
3. Procédé selon les revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que, rapporté à 1 mole
de lysine et/ou de chlorhydrate de lysine, on utilise 3 à 8 moles d'une base d'amine
tertiaire organique.
4. Procédé selon les revendications 1 à 3, caractérisé en ce que, comme bases d'amines
tertiaires organiques, on utilise une trialkylamine contenant des groupes alkyle comportant
2 à 6 atomes de carbone.
5. Procédé selon les revendications 1 à 4, caractérisé en ce que, rapporté à la lysine
et/ou au chlorhydrate de lysine, on utilise 0,1 à 5 % en poids d'un dérivé de 4-aminopyridine.
6. Procédé selon les revendications 1 à 5, caractérisé en ce qu'on utilise un dérivé
de 4-aminopyridine de formule:

dans laquelle
R1 et R2 représentent indépendamment l'un de l'autre un radical alkyle en C1-C6 à une liaison ou Rl et R2 ensemble représentent un radical alkyle en C3-C5 à deux liaisons.