[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Abscheiden von Staub aus Fasermaterial,
das über eine siebartige Fläche geleitet wird, wobei es einem durch die siebartige
Fläche hindurchgeführten Saugluftstrom ausgesetzt ist, sowie eine Vorrichtung zur
Durchführung dieses Verfahrens.
[0002] Von dem Vorreißer einer Karde ist es bekannt, das Fasermaterial bei seinem Transport
über eine die Vorreißerwalze umgebende siebartige Fläche zu führen (DE-OS 1.510.337).
Dabei wird dieses Fasermaterial, während es im Wirkungsbereich der Vorreißerwalze
gehalten wird, einem radial nach außen gerichteten Saugluftstrom ausgesetzt. Auf diese
Weise kann Staub, der lose auf der Außenseite des sich in der Garnitur der Vorreißerwalze
befindlichen Fasermaterials sitzt, abgesaugt werden, doch besteht die Gefahr, daß
Faserreste, Schalenteilchen etc. sich auf der siebartigen Fläche festsetzen und diese
verstopfen.
[0003] Auch bei der bekannten Staubentfernung in der Putzerei wird das Fasermaterial über
siebartige Flächen geführt (DE-PS 3.304.571). Da auch hier der Saugluftstrom quer
zur Fasertransportrichtung wirkt, besteht auch hier die Gefahr, daß Faserreste, Schalenteilchen
etc. zu einem Verstopfen der siebartigen Fläche führen.
[0004] rm ist auch ein Vorschlag bekannt, das einer Auflösewalze einer Offenend-Spinnvorrichtung
zugeführte Faserband, während es über eine die Auflösewalze umgebende siebartige Fläche
geführt wird, als Faserbart zurückzuhalten (DE-AS 2.648.715). Das hat gegenüber der
Reinigung im Bereich des Vorreißers einer Karde den Vorteil, daß eine sehr intensive
Entfernung des Staubes erreicht wird, da an dieser Stelle ein zugeführtes Faserband
in Einzelfasern aufgelöst wird. Da hierbei der Faserbart jedoch noch zurückgehalten
wird der sich zwischen den Fasern befindliche Staub durch die Garnitur der rotierenden
Auflösewalze abgestreift. Der auf diese Weise von den Fasern abgelöste Staub wird
nun durch die Saugluft abgeführt. Auch bei dieser bekannten Vorrichtung besteht die
Gefahr, daß Faserreste, Schmutzteilchen etc. sich auf der siebartigen Fläche festsetzen
und so zu einer Beeinträchtigung der Staubabscheidung führen.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren und eine Vorrichtung
zum Abscheiden von Staub aus Fasermaterial, insbesondere auf Offenend-Spinnmaschinen,
zu schaffen, bei denen diese Gefahr des Verstopfens der siebartigen Fläche nicht besteht
bzw. mindestens erheblich reduziert ist.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Saugluftstrom, dem das
Fasermaterial im Bereich der siebartigen Fläche ausgesetzt wird, im spitzen Winkel
entgegengesetzt zur Fasertransportrichtung vom Fasermaterial weggeführt wird. Durch
diese Orientierung des Saugluftstromes, der eine der Fasertransportrichtung entgegengerichtete
Bewegungskomponente aufweist, wird verhindert, daß sich Flug, Faserreste, Schalenteilchen,
Nissen etc. in der siebartigen Fläche festsetzen. Aufgrund der Trägheit behalten die
Fasern und Schmutzpartikel vielmehr ihre bisherige Flugrichtung längs der die siebartige
Fläche enthaltenden Wand bei. Lediglich die Mikrostaubteilchen, die aufgrund ihrer
geringen Masse praktisch trägheitslos sind und diesen Richtungswechsel deshalb auch
ohne weiteres vollziehen können, folgen diesem Saugluftstrom durch die siebartige
Fläche.
[0007] Eine besonders intensive Reinigung ist möglich, wenn das Fasermaterial durch die
siebartige Fläche im Einflußbereich einer Garniturwalze gehalten wird, während es
dem Saugluftstrom ausgesetzt wird.
[0008] Eine weitere Intensivierung des Fasermaterials wird erreicht, wenn dieses, bevor
es dem Saugluftstrom ausgesetzt wird, parallelisiert wird. In diesem Fall wird eine
stärkere Relativbewegung zwischen Garnitur und dem zu reinigenden Fasermaterial möglich,
wodurch nicht nur der ohnehin an der Oberfläche der Fasern befindliche oder von den
Fasern losgelöste Staub abgesaugt wird, sondern wodurch Staub von den sie tragenden
Fasern abgeschabt wird, so daß auch dieser Staub durch den Saugluftstrom entfernt
werden kann.
[0009] Bei Offenend-Spinnmaschinen wird das Fasermaterial der als Auflösewalze ausgebildeten
Garniturwalze in Form eines aus parallelisierten Fasern bestehenden Faserbandes zugeführt.
[0010] Gemäß einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das Fasermaterial,
während es dem Saugluftstrom ausgesetzt wird, noch in der Klemmlinie der Liefervorrichtung
in Form eines Faserbartes zurückgehalten. Hierdurch wird die Abstreifwirkung weiter
intensiviert, was zu einer gründlichen Reinigung des Fasermaterials führt. Dies ist
beim Offenend-Spinnen äußerst wichtig, da der Faserverbund beim Spinnon unterbrochen
wird, so daß jeglicher Schmutz zu erheblichen Beeinträchtigungen des Spinnprozesses
führen kann.
[0011] Um zu vermeiden, daß sich leichtes Material wie Flug etc. auf Dauer auf der siebartigen
Fläche festsetzen und somit zu einer Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit der Staubabscheidevorrichtung
führen kann, ist gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung vorgesehen, daß kurzzeitig
ein Luftstrahl auf die dem Fasertransportweg abgewandte Seite der siebartigen Fläche
gerichtet wird. Hierdurch wird bewirkt, daß diese Bestandteile von der siebartigen
Fläche abgehoben werden, so daß die Staubabscheidevorrichtung ihre Aufgabe einwandfrei
erfüllen kann. Dabei kann der Reinigungsintervall für die siebartige Fläche so auf
den Arbeitsprozeß der Textilmaschine oder -vorrichtung, an welcher der Erfindungsgegenstand
Anwendung findet, abgestimmt werden, daß dieser Arbeitsprozeß nicht beeinträchtigt
wird.
[0012] Zur Durchführung des Verfahrens sind erfindungsgemäß die Sieböffnungen der siebartigen
Fläche im spitzen Winkel entgegengesetzt zur Fasertransportrichtung geneigt. Hierdurch
wird erreicht, daß der Saugluftstrom, der auf die dem Fasertransportweg abgewandte
Seite der siebartigen Fläche auf diese einwirkt, zwar den von den Fasern losgelösten
Staub absaugen kann, ohne daß sich hierdurch jedoch größere Partikel wie Schmutz oder
Fasern in den Sieböffnungen festsetzen können.
[0013] Es hat sich als zweckmäßig erwiesen, wenn die Sieböffnungen als Langlöcher ausgebildet
sind, die sich im wesentlichen quer zur Fasertransportrichtung erstrecken.
[0014] Gemäß einer vorteilhaften Ausführung des Erfindungsgegenstandes ist die siebartige
Fläche im Umfangsbereich einer Garniturwalze angeordnet. Um dabei zu bewirken, daß
der Saugluftstrom auf den Faser-/Luft-Strom eine zentrierende Wirkung ausübt, sind
vorteilhafterweise die als Langlöcher ausgebildeten Sieböffnungen so im Winkel zur
Transportrichtung angeordnet, daß - in Fasertransportrichtung gesehen - ihre Enden
in Richtung zu einer gedachten Mittel-Umfangslinie der Garniturwalze geneigt sind.
Auf diese Weise wird auch erreicht, daß leichter Flug, der von der die siebartige
Fläche durchströmenden Luft erfaßt wird, sich in Richtung dieser als Langlöcher ausgebildeten
Sieböffnungen orientiert und somit diese Sieböffnungen passiert. Auch hierdurch wird
die Gefahr einer Verstopfung der siebartigen Fläche reduziert.
[0015] Bei Blechsieben werden Sieböffnungen üblicherweise durch Stanzen hergestellt. Auf
diese Weise ist es jedoch nicht möglich, die Sieböffnungen in der gewünschten Weise
gegenüber der Bewegungsrichtung des Faser-/Luft-Stromes zu orientieren. Um dennoch
auf einfache Weise einen in der gewünschten Weise orientierten Saugluftstrom erzeugen
zu können, werden in vorteilhafter Ausgestaltung des Erfindungsgegenstandes durch
ein kombiniertes Tiefzieh-/Stanz-Werkzeug im Blech Lamellen gebildet, welche die Langlöcher
voneinander trennen und welche in Fasertransportrichtung gegen den Fasertransportweg
geneigt sind. Zum Bilden der Langlöcher muß dabei nicht einmal Material aus dem Blech
herausgestanzt werden; vielmehr kann durch Anbringung eines Schnittes parallel zum
gewünschten Verlauf eines jeden Langloches und durch anschließende plastische Verformung
des Bleches vor diesem Schnitt - bezogen auf die Fasertransportrichtung - die geneigte
Lamelle gebildet werden.
[0016] Um Flugbestandteile, die sich trotz der erfinderischen Neigung der Sieböffnungen
an der siebartigen Fläche absetzen sollten, von Zeit zu Zeit entfernen zu können,
ist es vorteilhaft, wenn eine auf die dem Fasertransportweg abgewandte Seite der siebartigen
Fläche gerichtete Blasluftdüse vorgesehen ist, welcher eine einen kurzzeitigen Druckluftstrahl
erzeugende Vorrichtung zugeordnet ist.
[0017] Der Erfindungsgegenstand läßt sich auch zum Messen des Staubgehaltes in einem Fasermaterial
verwenden. Zu diesem Zweck ist in weiterer Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung
vorgesehen, daß zwischen der siebartigen Fläche und der Saugluftquelle eine sich erweiternde
Staubsammelkammer mit mehreren hintereinander angeordneten Filtern mit zunehmender
Feinheit angeordnet ist. Da die Filter oder Siebe, welche die staubhaltige Luft zuerst
passiert, gröber sind als die folgenden Filter oder Siebe, werden die feineren Flug-
und Staubbestandteile durch das erste Sieb oder Filter hindurchgelassen und erst an
dem oder einem der nächsten Filter aufgefangen, wodurch eine Trennung unterschiedlicher
Abfallbestandteile erzielt wird. Damit nicht nur eine Trennung unterschiedlicher Staubarten
ermöglicht wird, sondern damit auch das genaue Verhältnis der einzelnen Staub-, Schmutz-
und Gutfaseranteile bestimmt werden kann, sind erfindungsgemäß in Fasertransportrichtung
in der die Garniturwalze umgebenden Wand nacheinander die Staubabscheideöffnung, welcher
eine sich erweiternde Staubsammelkammer zugeordnet ist, eine Schmutzabscheideöffnung,
der eine Schmutzsammelkammer zugeordnet ist, sowie eine Faserabführöffnung angeordnet
sind, der eine Fasersammelkammer zugeordnet ist.
[0018] Die Erfindung ermöglicht das Entfernen von Staub aus Fasermaterial an den verschiedensten
Textilmaschinen und vermeidet hierbei die Gefahr einer Verstopfung einer das Fasermaterial
entgegen der Wirkung eines Saugluftstromes zurückhaltenden Siebfläche. Hierdurch werden
bei Vorbereitungsmaschinen und Karden etc. auch über größere Zeiträume unveränderte
Bedingungen hinsichtlich der Staubabscheidung erzielt. Bei Offenend-Spinnmaschinen,
die gegen Staubanfall sehr empfindlich sind, werden durch Anordnung einer erfindungsgemäß
ausgebildeten Siebfläche in der die Auflösewalze umgebenden Umfangswand im Bereich
des durch die Liefervorrichtung noch als Faserbart zurückgehaltenen Fasermaterials
nicht nur Verstopfungen der siebartigen Fläche verhindert, sondern über lange Betriebszeiträume
Staubablagerungen in der Sammelrille oder am offenen Rand des Spinnrotors vermieden,
wodurch Fadenbrüche vermieden werden.
[0019] Die vorstehende Beschreibung zeigt, daß die Garniturwalze, in deren Wirkungsbereich
sich die siebartige Fläche befindet, unterschiedlich ausgebildet sein kann. Je nach
Art der Maschine, bei welcher die Erfindung zum Einsatz gebracht wird, kann als Garniturwalze
eine Sägezahn- oder Nadelwalze (z.B. in der Auflösevorrichtung einer Offenend-Spinneinrichtung
oder beim Vorreißer einer Karde) oder auch ein Flügelrad (z.B. in der Spinnereivorbereitung)
Anwendung finden.
[0020] Weitere Einzelheiten der Erfindung werden anhand von Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
Figur 1 eine Offenend-Spinnvorrichtung im Schnitt mit der erfindungsgemäß ausgebildeten
Feinstaub-Abscheidevorrichtung sowie mit einer üblichen Schmutzabscheidevorrichtung;
Figur 2 eine erfindungsgemäße Abwandlung der siebartigen Fläche im Schnitt;
Figur 3 eine Draufsicht auf die erfindungsgemäße siebartige Fläche von der der Garniturwalze
zugewandten Seite;
Figur 4 im Schnitt eine erfindungsgemäß ausgebildete Reinigungsvorrichtung einer Vorspinnanlage;
Figur 5 in schematischer Seitenansicht eine gemäß der Erfindung ausgebildete Karde;
und
Figur 6 im Schema eine erfindungsgemäß ausgebildete Staubmeßvorrichtung.
[0021] in Figur 1 sind die für das Verständnis der Erfindung erforderlichen Teile einer
Offenend-Spinnvorrichtung dargestellt. In einer solchen Spinnvorrichtung wird das
zu verspinnende Faserband 1 mittels einer Speisevorrichtung 2 einer Auflösewalze 3
zugeführt. Die Speisevorrichtung 2, die prinzipiell in unterschiedlicher Weise ausgebildet
sein kann, weist in der gezeigten Ausführung eine Lieferwalze 20 und eine mit dieser
zusammenarbeitende Speisemulde 21 auf. Das vordere, einen Faserbart 10 bildende Ende
des Faserbandes 1 wird durch die Auflösewalze 3 in Einzelfasern 11 aufgelöst und in
dieser Form durch einen Faserspeisekanal 30 einem Spinnelement 31 zugeführt. Dieses
ist im gezeigten Ausführungsbeispiel als Spinnrotor ausgebildet, doch kann als Spinnelement
auch ein elektrostatisches, pneumatisches, Friktions- oder auf sonstige Weise arbeitendes
Spinnelement Anwendung finden. Vom Spinnelement 31 wird das Fasermaterial in Form
eines Fadens in bekannter (nichtgezeigter) Weise abgezogen.
[0022] Die Auflösewalze 3 ist von einem Gehäuse 32 umgeben, das mit einer verschleißfesten
Auskleidung 33 versehen ist, welche die technologisch erforderlichen Öffnungen 330
(für die Zuführung des Faserbandes 1 zur Auflösewalze 3) sowie 331 (für die Abführung
der Fasern 11 in den Faserspeisekanal 30) aufweist.
[0023] Zwischen der Liefervorrichtung 2 und dem Spinnelement 31 ist im Gehäuse 32 eine Staubabscheideöffnung
4 vorgesehen, die durch eine siebartige Fläche 5 abgedeckt ist. Die siebartige Abdeckung
5 ist integrierter Bestandteil der Gehäuseauskleidung 33, an deren der Auflösewalze
3 abgewandten Seite sich die Speisemulde 21 abstützt. Zu diesem Zweck sind der Speisemulde
21 in bekannter Weise zwei Druckfedern 210 und 211 zugeordnet.
[0024] Die siebartige Fläche 5 weist Sieböffnungen 50 auf, die entgegengesetzt zur Fasertransportrichtung
(siehe Pfeil 34) in einem spitzen Winkel 0( geneigt sind. Wie Figur 1 zeigt, ist die
Transportrichtung jeweils durch die Tangente gegeben, die im Scheitelpunkt des Winkels
α an den durch die Garniturspitzen 35 der Auflösewalze 3 festgelegten Kreis angelegt
ist.
[0025] An der Speisemulde 21 ist ein mit der Staubabscheideöffnung 4 in Verbindung stehender
Rohrstutzen 40 vorgesehen, an den sich ein schlauchartiger Kanal 41 anschließt. An
den Kanal 41 ist über ein Filter 42 eine Saugluftquelle 43 angeschlossen.
[0026] Aus dem vorderen Ende des Faserbandes 1 werden die Fasern 11 durch die rotierende
Auflösewalze 3 herausgelöst und zwischen der Auflösewalze 3 und der durch die Auskleidung
33 gebildeten Innenwand des Gehäuses 32 zum Faserspeisekanal 30 geführt, wobei sie
durch die Auskleidung 33 im Wirkungsbereich der Garniturspitzen 35 der Auflösewalze
3 gehalten werden. Vom Faserspeisekanal 30 aus gelangen die Fasern 11 zur Einbindung
in das Fadenende in das Innere des Spinnelementes 31.
[0027] Auf ihrem Weg von der Speisevorrichtung 2 zum Faserspeisekanal 30 werden die Fasern
11 über die siebartige Fläche 5 geführt, welche die Staubabscheideöffnung 4 abdeckt.
Im Bereich dieser siebartigen Fläche 5 sind die Einzelfasern 11 der Wirkung des in
Richtung des Pfeiles 34 rotierenden Luftwirbels und der Wirkung des durch die Sieböffnungen
50 in die Staubabscheideöffnung 4 gesaugten Luftstromes ausgesetzt. Dieser zweite
Luftstrom, der durch Trägheitsabscheidung eine Trennung von Staub und Fasermaterial
bewirkt und dem das Fasermaterial im Bereich der siebartigen Fläche 5 ausgesetzt wird,
ist durch Neigung der Sieböffnungen 50 im spitzen Winkel 0( entgegengesetzt zur Fasertransportrichtung
(Pfeil 34) ebenfalls in diesem spitzen Winkel α zu dieser Fasertransportrichtung orientiert
und wird in dieser Richtung vom Fasermaterial weggeführt. Die Einzelfasern 11 werden
aufgrund der Trägheit und/oder aufgrund der kämmenden Einwirkung der Garniturwalzen
35 daran gehindert, diesem im spitzen Winkel αentgegengesetzt zur Transportrichtung
orientierten Luftstrom zu folgen. Sie setzen vielmehr ihren Weg zum Faserspeisekanal
30 fort. Die praktisch trägheitslosen Staubbestandteile dagegen besitzen infolge ihrer
geringen Größe einen hohen Luftwiderstand und haben damit eine geringere Sinkgeschwindigkeit.
Sie können deshalb auch längere Zeit im gas- bzw. luftgetragenen Zustand verbleiben
und mit der Luftbewegung transportiert werden. Die Staubpartikel folgen somit der
durch den Luftstrom aufgezwungenen Richtungsänderung und gelangen durch die Sieböffnungen
50 hindurch zum Filter 42, wo sie aufgefangen werden. Um die Absaugintensität auf
Dauer zu gewährleisten, wird das Filter 42 von Zeit zu Zeit gegen ein neues ausgetauscht
oder gereinigt.
[0028] Eine besonders intensive Staubabscheidung wird erzielt, wenn der Staub in dem Bereich
des Fasertransportweges aus dem Fasermaterial abgesaugt wird, in welchem er ohnehin
von den Fasern 11 losgelöst ist. Dies ist der Fall im Auflösebereich, wo das Fasermaterial
noch durch die Speisevorrichtung 2 als Faserbart 10 zurückgehalten wird. Beim Auflösen
des Faserbandes 1 in Einzelfasern 11 wird durch die mechanische Beanspruchung der
Fasern 11 an den Garniturspitzen 35 der Auflösewalze 3, durch die Reibung der Fasern
11 aneinander sowie an der Führungsfläche und durch die Reibung der Fasern 11 an der
Wand des Gehäuses 32 Staub an der Oberfläche der Fasern abgerieben und freigesetzt.
Gemäß Figur 1 ist die durch die siebartige Fläche 5 abgedeckte Staubabscheideöffnung
4 deshalb im Bereich dieses Faserbartes 10 angeordnet.
[0029] Durch den Luftstrom, der durch die Sieböffnungen 50 gesaugt wird, wird auch leichter
Flug abgesaugt, der in der Regel ohne Schwierigkeiten die Sieböffnungen 50 passiert.
Trotzdem läßt es sich nicht vermeiden, daß sich mit der Zeit auch einige Kurzfasern
und etwas Faserflug an den Sieböffnungen 50 festsetzen. Um eine Beeinträchtigung der
Staubabscheidung zu vermeiden, ist gemäß Figur 2 in der Speisemulde 21 eine Blasluftdüse
44 vorgesehen, die in entgegengesetzter Richtung zu der die siebartige Fläche 5 durchströmenden
Luft gegen die der Auflösewalze 3 abgewandte Seite dieser Fläche 5 gerichtet ist.
Der Blasluftdüse 44 ist dabei eine Steuervorrichtung zugeordnet, die einen kurzzeitigen
Druckluftstrahl erzeugt. Diese Steuervorrichtung weist dabei beispielsweise ein Ventil
auf, das die Blasluftdüse 44 kurzzeitig mit der Druckluftseite der Saugluftquelle
43 verbindet, welche den Unterdruck in der Staubabscheideöffnung 4 erzeugt. Die Steuervorrichtung
kann hierzu auf unterschiedliche Weise gesteuert werden. So ist es möglich, daß die
Steuervorrichtung periodische Steuerimpulse zur Steuerung eines der Blasluftdüse 44
vorgeschalteten Ventils abgibt. Es kann aber auch der Schmutzabscheideöffnung 4 eine
Unterdruckmeßeinrichtung zugeordnet sein. Wenn durch teilweises Abdecken der Sieböffnungen
50 der Unterdruck einen vorgegebenen Toleranzbereich verläßt, so wird hierdurch über
die Steuervorrichtung die Druckluft freigegeben. Natürlich ist auch eine manuelle
Steuerung eines Steuerventils für die Blasluftdüse 44 möglich.
[0030] Durch die Blasluftdüse 44 wird kurzzeitig ein Luftstrahl auf die der Auflösewalze
3 abgewandte Seite der siebartigen Fläche 5 gerichtet. Dieser Luftstrom, der somit
entgegengesetzt zu der sonst die siebartige Fläche 5 durchströmende Luft orientiert
ist, hebt somit alle evtl. in den Sieböffnungen festhängenden Bestandteile von der
siebartigen Fläche 5 ab. Die Dauer, während welcher der Druckluftstrahl wirkt, ist
so kurz, daß er auf die dem Spinnelement 31 zugeführten Fasern 11 praktisch ohne schädlichen
Auswirkung bleibt. Sollte bei bestimmten Materialien dennoch die Gefahr von Störungen
im Spinnprozeß bestehen, so kann auch dieser Siebreinigungsvorgang bei nichtarbeitender
Spinnstelle erfolgen.
[0031] Um auch schwere Schmutzbestandteile aus dem Faser-/Luftstrom ausscheiden zu können,
die in der Regel eine größere Masse und demzufolge auch eine größere Trägheit als
die Einzelfasern 11 aufweisen, ist gemäß Figur 1 in der die Auflösewalze 3 umgebenden
Wand des Gehäuses in Fasertransportrichtung (Pfeil 34) nach der Staubabscheideöffnung
4 eine Schmutzabscheideöffnung 37 vorgesehen.
[0032] In Figur 3 ist eine Speisemulde 21 gezeigt, die nicht nur die Staubabscheideöffnung
4 aufnimmt, sondern auch die diese Staubabscheideöffnung abdeckende siebartige Fläche
5 trägt. An die Speisemulde 21 schließt sich ein schlauchartiger Kanal 81 an. Bei
diesem Ausführungsbeispiel sind die Sieböffnungen 50 als Langlöcher ausgebildet, die
sich im wesentlichen quer zur Fasertransportrichtung (Pfeil 34) erstrecken. Die als
Langlöcher ausgebildeten Sieböffnungen 50 sind bei diesem Ausführungsbeispiel nicht
- wie auch möglich - im rechten Winkel zur Fasertransportrichtung (Pfeil 34) angeordnet,
sondern derart hierzu geneigt, daß - in Fasertransportrichtung gesehen - ihre Enden
sich einer gedachten Mittel-Umfangslinie 36 nähern. Hierdurch wird einerseits eine
den mit den Garniturspitzen 35 der Auflösewalze 3 rotierende Faser-/Luft-Strom zentrierende
Wirkung erreicht. Andererseits wird durch die Anordnung und Ausbildung der länglichen
Sieböffnungen 50 erreicht, daß auch Flugbestandteile und Kurzfasern, die aufgrund
ihres geringen Gewichtes dem durch die siebartige Fläche 5 gesaugten Luftstrom folgen,
durch die Sieböffnungen 50 hindurch zum Filter 42 gelangen können.
[0033] Die Sieböffnungen 50 können auf verschiedene Weise hergestellt werden, beispielsweise
durch Bohren oder Fräsen etc. Figur 2 zeigt eine siebartige Fläche 5, bei welcher
die als Langlöcher ausgebildeten Sieböffnungen 50 durch Stanzen und plastische Verformung
hergestellt worden sind. Die die Sieböffnungen 50 entgegen der Fasertransportrichtung
(Pfeil 34) begrenzenden Kanten werden dabei durch Lamellen 51 gebildet, die in Fasertransportrichtung
gegen die Auflösewalze 3 geneigt sind. Wie der Pfeil 52 zeigt, entsteht auch bei einer
solchen Ausbildung der siebartigen Fläche 5 ein Luftstrom, der im wesentlichen entgegengesetzt
zu der durch den Pfeil 34 gekennzeichneten Fasertransportrichtung orientiert ist.
[0034] Fic Staubabscheidung ist desto besser, je größer der Auflösungsgrad des Fasermaterials
ist. Bevor das Fasermaterial der zuvor beschriebenen Offenend-Spinnvorrichtung zugeführt
wird, wird es deshalb mit Hilfe von Strecken etc. parallelisiert und als Faserband
1 mit parallelisierten Fasern der Auflösewalze 3 vorgelegt. Die aus diesem Faserband
1 herausgelösten Fasern 11 haben somit, bevor sie dem durch die siebartige Fläche
5 hindurchgesaugten Luftstrom ausgesetzt werden, ebenfalls eine parallele Lage.
[0035] Obwohl die Staubausscheidung aus einem bis zu Einzelfasern 11 aufgelösten Fasermaterial
besonders intensiv ist, läßt sich Staub jedoch auch aus nicht parallelisiertem Fasermaterial,
das in Flocken- oder Vliesform über eine siebartige Fläche geführt wird, ausscheiden.
[0036] Ein erstes derartiges Ausführungsbeispiel wird anhand der Figur 4 beschrieben, welche
eine Vorrichtung zum Homogenisieren, Trennen und Reinigen von Faserstoffgemischen
zeigt (DE-OS 2.217.394). Ein Behälter 6, dem oben das Fasermaterial zugeführt wird,
besitzt nebeneinander zwei Verteilerschächte 60 und 600 mit jeweils einem Flügelrad
61 bzw. 610, das mit Abdichtflügeln 62 bzw. 620 aus weichem Material versehen ist
und welches sich in einem Gehäuse 63 bzw. 630 dreht. Jedes Gehäuse 63 bzw. 630 besitzt
in seinem Faserführungsbereich eine aus einer siebartigen Fläche 64 bzw. 640 bestehende
Wand. Die siebartige Fläche 64 bzw. 640 weist Sieböffnungen 641 auf, die entgegengesetzt
zu der durch den Pfeil 34 gekennzeichneten Fasertransportrichtung im spitzen Winkel
0( geneigt sind.
[0037] Unterhalb der Flügelräder 61 und 610 befinden sich zwei Schächte 65 und 650, an deren
unterem Ende Zylinder 66 und 660 bzw. 661 und 662 angeordnet sind, die das Fasermaterial
einer Trommel 67 bzw. 670 zuführen. Diese wiederum führen das Fasermaterial zur Abscheidung
schwerer Schmutzbestand
- teile über Roststäbe 671 einem Kanal 68 zu, in welchem das Fasermaterial pneumatisch
ab- und anderen Maschinen zugeführt wird.
[0038] Die sich in Richtung der Pfeile 34 drehenden Flügelräder 61 und 610 entnehmen den
Verteilerschächten 60 und 61 das ihnen pneumatisch zugeführte Fasermaterial. Die Transportluft
wird dabei zusammen mit dem Staub durch die Sieböffnungen 641 abgesaugt, in denen
mit Hilfe von Saugluftleitungen 69 und 690 eine Luftströmung erzielt wird. Da auch
hier die Sieböffnungen 641 im spitzen Winkel α entgegengesetzt zur Fasertransportrichtung
(Pfeil 34) geneigt sind, besteht die Gefahr einer Verstopfung dieser siebartigen Flächen
64 und 640 nicht.
[0039] Figur 5 zeigt, daß eine derartige Ausbildung einer Staubabscheidevorrichtung auch
bei Karden 7 möglich ist. Gemäß dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist die die Vorreißerwalze
70 umgebende Wand im Fasertransportbereich unterbrochen. Die hierdurch gebildeten
Schmutzabscheideöffnungen 71 und 72 sind in Transportrichtung (Pfeil 34) jeweils durch
ein Messer 73 begrenzt, mit deren Hilfe grober Schmutz vom Fasermaterial abgeschabt
wird. Zur Ausscheidung des feinen Staubes, der mit Hilfe derartiger Messer 73 nicht
beseitigt werden kann, schließt sich an die letzte Schmutzabscheideöffnung 72 eine
siebartige Fläche 74 an, die Sieböffnungen 740 aufweist, die in der geschilderten
Weise im spitzen Winkel 0( entgegengesetzt zur Fasertransportrichtung (Pfeil 34) geneigt
sind. Auch hier wird somit eine sichere Ausscheidung des Staubes erreicht, ohne daß
die Gefahr einer Ver- stopfung dieser siebartigen Fläche 74 besteht. Zur Erhöhung
der Funktionssicherheit auch über längere Betriebszeiten hinweg kann hier (ebenso
wie bei der in Figur 4 gezeigten Vorrichtung) eine Druckluftdüse (nicht gezeigt) vorgesehen
sein, die von der der Vorreißerwalze 75 (den Flügelrädern 61 und 610) abgewandten
Seite auf die siebartige Fläche 74 (oder 64 und 640) gerichtet ist, damit durch einen
kurzzeitigen Druckluftstoß die sich an der siebartigen Fläche anhängenden Flugbestandteile
von dieser abgeblasen werden
Konnen.
[0040] Um das Fasermaterial schonend zu behandeln, werden die noch nicht parallelisierten
Fasern in Vorbereitungsmaschinen, Karden etc. keiner so kräftigen Relativbewegung
wie in der Auflösevorrichtung einer Offenend-Spinnvorrichtung unterworfen. Trotzdem
läßt sich mit Hilfe einer Abwandlung der anhand der Figuren 1 bis 3 beschriebenen
Vorrichtung auch der Staub- und Schmutzgehalt eines Fasermaterials messen. Eine solche
abgewandelte und als Staub- und Schmutzmeßgerät ausgebildete Vorrichtung wird in Figur
6 gezeigt. Bei dieser Vorrichtung ist eine Beschickungseinrichtung 8 mit einem Transportband
80 vorgesehen, das sich bis in einen Füllschacht 81 für das Fasermaterial 12 hinein
erstreckt. Für den Antrieb des Transportbandes 80 ist am unteren Ende des Füllschachtes
81 eine Antriebswalze 82 vorgesehen. Das Transportband 80 wird am oberen Ende des
Füllschachtes 81 durch eine Umlenkrolle 83 und eine Spannrolle 84 so umgelenkt, daß
sich das Transportband von der Umlenkrolle 82 zu einer weiteren Umlenkrolle 85 im
wesentlichen in horizontaler Richtung erstreckt. Mit der Umlenkrolle 83 arbeitet eine
Verdichterwalze 86 zusammen.
[0041] Auf der dem Transportband 80 gegenüberliegenden Seite wird der Füllschacht 81 durch
Siebe 87, 88 begrenzt. Durch das obere Sieb 88 wird dem Füllschacht 81 Druckluft zugeführt,
während das untere Sieb 87 der Abführung der Abluft dient.
[0042] Der Speisemulde 21 der Speisevorrichtung 2 ist ein Endschalter 22 zugeordnet, der
bei zu großer Auslenkung der Speisemulde 21 den Antriebsmotor für die Antriebswalze
82 stillsetzt und damit die weitere Zufuhr von Fasermaterial 12 zur Auflösewalze 3
unterbindet. Hierdurch wird verhindert, daß der Staubgehalt von ungenügend aufgelöstem
Fasermaterial 12, das in Form von übermäßig großen Flocken der Speisevorrichtung 2
zugeführt wird, gemessen wird.
[0043] Die Auflösewalze 3, die Schmutzabscheideöffnung 37 und die Staubabscheideöffnung
4 mit der siebartigen Fläche 5 sind in der am Beispiel der Figuren 1 bis 3 beschriebenen
Weise ausgebildet. Statt eines einfachen Filters 42 - wie dies in Figur 1 gezeigt
- ist bei dieser Ausführung eine Filtereinheit 9 vorgesehen, die in Saugrichtung hintereinander
ein Sieb 90 für Kurzfasern und Flug und ein Staubfilter 91 aufweist. An die Verbindungsleitung
92 zwischen Filtereinheit 9 und Saugluftquelle 43 ist ein Ventil 93 angeschlossen,
das durch Öffnen die Verbindung mit der Atmosphäre herstellt und dadurch den in der
Staubabscheideöffnung 4 wirkenden Unterdruck absenkt.
[0044] An die Schmutzabscheideöffnung 37 schließt sich ein Sammelbehälter 38 an.
[0045] Der Faserspeisekanal 30 endet in einem Fasersammelbehälter 94, der unter Zwischenschaltung
eines Siebes 95 und einer Drossel 96 über eine Leitung 97 mit der Saugluftquelle 43
verbunden ist. Zwischen Fasersammelbehälter 94 und Drossel 96 ist ein Ventil 98 vorgesehen,
mit welchem die Verbindung mit der Atmosphäre hergestellt werden kann, um den im Faserspeisekanal
30 wirksamen Unterdruck steuern zu können.
[0046] Durch entsprechende Abstimmung der Unterdrücke in der Staubabscheideöffnung 4 und
im Faserspeisekanal 30 mit Hilfe der Ventile 93 und 98 sowie der Drossel 96 wird festgelegt,
welcher Anteil an Kurzfasern durch die siebartige Fläche 5 in die Filtereinheit 9
gelangen darf, wobei die Anordnung der Sieböffnungen 50 im spitzen Winkel
0( entgegengesetzt zur Fasertransportrichtung (Pfeil 34) sicherstellt, daß größere
Einzelfasern 11 sich nicht auf der siebartigen Fläche 5 absetzen und die Sieböffnungen
50 blockieren.
[0047] Das zu überprüfende Fasermaterial 12 wird zu einem gleichmäßigen Flockenband zusammengeknetet,
dessen Abmessungen einem für Offenend-Spinnmaschinen üblichen Faserband entsprechen.
Das Fasermaterial 12 wird zwischen Verdichterwalze 86 und Umlenkwalze 84, unterstützt
von dem durch das Sieb 87 zugeführten Luftstrom, und mit Hilfe der Speisevorrichtung
2 der Auflösewalze 3 zugeführt. Dabei gewährleistet die pneumatische Verdichtung der
Flockensäule im Füllschacht 81 eine gleichmäßige Materialzufuhr zur Auflösewalze 3.
Sollten trotzdem ausnahmsweise größere Flocken der Speisevorrichtung 2 zugeführt werden,
so bewirkt der durch Verschwenken der Speisemulde 21 betätigte Endschalter 22 ein
Stillsetzen der Antriebswalze 82 und somit der Faserzuführung zur Auflösewalze 3.
[0048] An der siebartigen Fläche 5 werden leichter Flug und Staub abgesaugt, während die
schwereren Schmutzbestandteile durch Fliehkraft an der Schmutzabscheideöffnung 37
abgesondert werden.
[0049] Durch geeignete Wahl und Hintereinanderordnung von Sieben und Filtern mit zunehmender
Feinheit (z.B. des Siebes 90 und des Staubfilters 91) wird eine einwandfreie Trennung
von Kurzfasern und Flug einerseits und Staub andererseits erzielt. Durch eine Erweiterung
des durch die Luft durchströmten Querschnitts in der Filtereinheit 9 gegenüber dem
Kanal 41 und der Verbindungsleitung 92, um eine erweiterte Staubsammelkammer zu bilden,
wird erreicht, daß auch nach Ablagerung von Flug und Staub in dieser Filtereinheit
9 der Unterdruck in der Staubabscheideöffnung nicht wesentlich beeinträchtigt wird.
[0050] Nach durchgeführtem Test können dann die angefallenen Mengen Staub (am Staubfilter
91), Kurzfasern (am Sieb 90), Schmutzpartikel (im Sammelbehälter 38) und Gutfasern
(im Fasersammelbehälter 94) durch Messen ermittelt werden. Dieses Messen kann auf
verschiedene Weise, z.B. auch elektronisch, erfolgen. Beispielsweise sind im Bereich
des Faserspeisekanals 30 und der Schmutzabscheideöffnung 37 Sensoren zum Zählen der
Fasern 11 bzw. der Grobschmutzbestandteile vorgesehen. Statt eines Staubfilters ist
in der Filtereinheit 9 eine Piezoquarzscheibe vorgesehen, auf welcher sich der Staub
absetzt und dabei die Frequenz des staubhaltigen Quarzes ändert. Das Maß der Staubmassenbelegung
läßt sich durch Vergleich mit einem Referenzquarz ermitteln.
[0051] Auch diese Vorrichtung kann abgewandelt werden, z.B. durch Änderung der siebartigen
Fläche gemäß Figur 2 oder 3, durch Wahl einer anderen Faserzuführung (anderer Füllschacht
oder Zuführung in Form eines Faserbandes aus parallelisierten Fasern). Um - gerade
bei Vorlage ungeordneter Fasern - das Meßergebnis zu optimieren, ist es auch möglich,
die im Fasersammelbehälter 94 gesammelten Fasern zwei Mal oder öfter durch die in
Figur 6 gezeigte Staubmeßvorrichtung laufen zu lassen.
[0052] Es ist ferner möglich, beim Füllschacht 81 das Sieb 87 ebenfalls mit Sieböffnungen
zu versehen, die im spitzen Winkel entgegengesetzt zur Fasertransportrichtung orientiert
sind. Hierbei wird die Abluft durch die Filtereinheit 9 oder eine zweite derartige
Filtereinheit gesaugt, damit auch die dort anfallende Abfallmenge gemessen werden
kann. In diesem Fall befindet sich die siebartige Fläche nicht in einer eine Walze
umgebende Wand, doch ist auch hier eine Staubabscheidung möglich, ohne daß die evtl.
sich von ihrem Faserverbund als Flocke, Wattebahn, Vlies oder Faserband lösende Einzelfasern
durch diese siebartige Fläche abgesaugt werden, da auch hier der Saugluftstrom im
spitzen Winkel α entgegengesetzt zur Fasertransportrichtung gegen den Fasertransportweg
vom Fasermaterial abgeführt wird. Die beschriebenen Abwandlungen der siebartigen Fläche
sowie der auf die dem Fasertransportweg abgewandte Seite gerichtete, intermittierend
arbeitende Druckluftstrom sind auch hier möglich.
[0053] Ein entsprechend dem Sieb 87 ausgebildetes Sieb kann auch bei Füllschächten anderer
Textilmaschinen, z.B. bei Karden, Anwendung finden.
[0054] Weitere Abwandlungen der Vorrichtung durch Austausch von Merkmalen untereinander
und durch deren Ersatz durch Äquivalente sowie deren Kombinationen liegen im Rahmen
der vorliegenden Erfindung.
1. Verfahren zum Abscheiden von Staub aus Fasermaterial, das über eine siebartige
Fläche geleitet wird, wobei es einem durch die siebartige Fläche hindurchgeführten
Saugluftstrom ausgesetzt ist, dadurch gekennzeichnet , daß der Saugluftstrom, dem
das Fasermaterial im Bereich der siebartigen Fläche ausgesetzt wird, in spitzem Winkel
entgegengesetzt zur Fasertransportrichtung vom Fasermaterial weggeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Fasermaterial durch
die siebartige Fläche im Einflußbereich einer Garniturwalze gehalten wird, während
es dem Saugluftstrom ausgesetzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Fasermaterial, bevor
es dem Saugluftstrom ausgesetzt wird, parallelisiert wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Fasermaterial, während
es dem Saugluftstrom ausgesetzt wird, als Faserbart zurückgehalten wird.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß kurzzeitig ein Luftstrahl auf die dem Fasertransportweg abgewandte Seite der siebartigen
Fläche gerichtet wird.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 5, mit einer den Fasertransportweg begrenzenden Staubabscheideöffnung, welche
an eine Saugluftquelle angeschlossen und durch eine siebartige Fläche abgedeckt ist,
dadurch gekennzeichnet, daß die Sieböffnungen (50; 641; 740) im spitzen Winkel (0()
entgegengesetzt zur Fasertransportrichtung geneigt sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Sieböffnungen (50;
641; 740) als Langlöcher ausgebildet sind, die sich im wesentlichen quer zur Fasertransportrichtung
erstrecken.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die siebartige
Fläche (5; 64, 640; 74) im Umfangsbereich einer Garniturwalze (3) angeordnet ist.
9. Vorrichtung nach den Ansprüchen 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß die als Langlöcher
ausgebildeten Sieböffnungen (50; 641; 740) so im Winkel zur Transportrichtung angeordnet
sind, daß - in Fasertransportrichtung gesehen - ihre Enden in Richtung zu einer gedachten
Mittel-Umfangslinie (36) der Garniturwalze (3; 61, 610; 70) geneigt sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, gekennzeichnet durch die Langlöcher
(50; 641; 740) voneinander trennende Lamellen (51), welche in Fasertransportrichtung
gegen den Fasertransportweg geneigt sind.
11. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 6 bis 10, gekennzeichnet durch
eine auf die dem Fasertransportweg abgewandte Seite der siebartigen Fläche (5; 64,
640; 74) gerichtete Blasluftdüse (44), welcher eine einen kurzzeitigen Druckluftstrahl
erzeugende Vorrichtung zugeordnet ist.
12. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 6 bis 11, dadurch gekennzeichnet
, daß zwischen der siebartigen Fläche (5; 64, 640; 74) und der Saugluftquelle (43)
eine sich erweiternde Staubsammelkammer (9) mit mehreren hintereinander angeordneten
Filtern (90, 91) mit zunehmender Feinheit angeordnet ist.
13. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet,
daß in Fasertransportrichtung in der die Garniturwalze (3) umgebenden Wand nacheinander
die Staubabscheideöffnung (4), der eine sich erweiternde Staubsammelkammer (9) zugeordnet
ist, eine Schmutzabscheideöffnung (37), der eine Schmutzsammelkammer (38) zugeordnet
ist, sowie eine Faserabführöffnung (30 angeordnet sind, der eine Fasersammelkammer
(94) zugeordnet ist.