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EP 0 174 517 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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13.01.1988 Patentblatt 1988/02 |
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Anmeldetag: 16.08.1985 |
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Anlage zum Desodorieren und/oder Entsäuern von Speiseölen, Fetten und Estern
Plant for deodorizing and/or deacidifying edible oils, fats and esters
Installation pour désodoriser et/ou désacidifier des huiles alimentaires, graisses
et esters
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Benannte Vertragsstaaten: |
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BE FR GB IT NL SE |
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Priorität: |
25.08.1984 DE 3431290
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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19.03.1986 Patentblatt 1986/12 |
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Patentinhaber: SCHMIDDING-WERKE
Wilhelm Schmidding GmbH & Co. |
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50735 Köln (DE) |
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Erfinder: |
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- Shadiakhy, Abdolhossein, Dr. Dipl.-Phys.
D-5024 Pulheim 3 (DE)
- Kühns, Walter, Dipl.-Ing.
D-4047 Dormagen 11 (DE)
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Vertreter: Pürckhauer, Rolf, Dipl.-Ing. |
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Am Rosenwald 25 57234 Wilnsdorf 57234 Wilnsdorf (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
DE-A- 2 352 859 US-A- 4 024 191
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GB-A- 2 046 606 US-A- 4 483 746
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Anlage zum Desodorieren und/oder Entsäuern von Speiseölen,
Fetten und Estern nach dem Prinzip der kontinuierlichen Gegenstrom-Fallfilm-Treibdampfdestillation.
[0002] Aus der DE-A 2914101 (s GB-A 2 046 606) ist eine Anlage zum Desodorieren und/oder
Entsäuern von hochsiedenden organischen Verbindungen, insbesondere Speiseölen, Estern
und/oder hochmolekularen Kohlenwasserstoffen bekannt, in der die zu desodorierende
und/oder zu entsäuernde Flüssigkeit bei Unterdruck als Fallfilm auf einen Fallfilmverdampfer
mit vertikalen Strömungskanälen aufgegeben wird und Trägerdampf von niedrigem Molekulargewicht,
z. B. Wasserdampf, im Gegenstrom zur flüssigen Phase durch den Fallfilmverdampfer
geleitet wird.
[0003] Diese bekannte Anlage wurde mit dem Ziel entwickelt, den Treibdampfbedarf gegenüber
bekannten Anlagen dieser Art zu reduzieren und die thermische Belastung von Speiseöl,
zu dessen Behandlung die Anlage bevorzugt eingesetzt wird, im Hinblick auf die besondere
thermische und oxidative Empfindlichkeit der natürlichen Ölstabilisatoren so gering
wie möglich zu halten. Ferner soll mit der bekannten Anlage eine bessere Wärmerücktauschmöglichkeit
zwischen ab- und zulaufender Flüssigkeit erreicht werden. Der Energieverbrauch und
der für die Behandlung von Palmöl angegebene Treibdampfbedarf von 7-8 kg/t sind noch
verhältnismäßig hoch, und auch die thermische Belastung ist im Hinblick auf die angestrebte
Haltbarkeit der Ölprodukte zu groß.
[0004] Eine weitere durch die DE-C 32 27 669 bekannte Anlage dieser Art mit mehreren hintereinander
arbeitenden und untereinander in Dampf- und Flüssigkeitsleitung stehenden Fallfilmverdampfern
wurde mit der Zielsetzung entwickelt, in einem einzigen fortlaufenden Verfahrensablauf
den Anteil an freien Fettsäuren und anderen Leichtsiedern im Endprodukt auf wenigstens
0.03 Gewichtsprozent abzusenken, dabei den Treibdampfbedarf gegenüber der aus der
DE-A 29 14101 bekannten Anlage noch weiter zu verringern und den Gesamtenergiebedarf
pro Tonne Fertigöl erheblich abzusenken. Diese bekannte Anlage mit mindestens zwei
in getrennten Kolonnen eingebauten Fallfilmverdampfern ist baulich sehr aufwendig.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine nach dem Prinzip der kontinuierlichen
Gegenstrom-Fallfilm-Treibdampfdestillation arbeitenden Anlage zum Desodorieren und/oder
Entsäuern von Speiseölen, Fetten und Estern zu entwickeln, die sich gegenüber den
bekannten Anlagen durch einen besseren Wirkungsgrad aufgrund eines erhöhten Stoffaustausches
bei der Destillation wegen der guten Trennwirkung der ungeordneten Füllkörperschüttung
und aufgrund eines niedrigeren Treibdampfverbrauches sowie ein geringeres Anlagenvolumen
auszeichnet.
[0006] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß gelöst durch eine Anlage mit dem Merkmal im Kennzeichen
des Patentanspruches 1.
[0007] Zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand des Unteranspruchs.
[0008] Die erfindungsgemäße Anlage zeichnet sich außer durch den der Aufgabenstellung entnehmbaren
Vorteilen durch eine sehr gute Desodorierwirkung wegen der intensiven Durchmischung
von Ölen, Fetten und Estern mit dem Treibdampf in der durch eine ungeordnete Füllkörperschüttung
gebildeten zweiten Destillationszone, eine wesentlich bessere Dichtigkeit und damit
eine geringere Leckage und einen verminderten Falschlufteintritt und eine daraus resultierende
bessere Qualität des Endproduktes sowie eine sehr kostengünstige Erstellung aus.
[0009] Die Erfindung ist nachstehend anhand einer in der Zeichnung schematisch dargestellten
Anlage im einzelnen erläutert.
[0010] Die nach dem Prinzip der kontinuierlichen Gegenstrom-Fallfilm-Treibdampfdestillation
arbeitende Anlage weist eine Kolonne 1 auf mit einer unterhalb der Aufgabevorrichtung
in Form eines Verteilerbodens 2 für die zu behandelnde Flüssigkeit angeordneten ersten
Destillationszone, die durch einen Rohrbündel-Fallfilmverdampfer 3 mit vertikal verlaufenden
Rieselkanälen gebildet wird, und einer unterhalb der ersten Zone befindlichen zweiten
Destillationszone, die eine ungeordnete Füllkörperschüttung 4 enthält.
[0011] Als Füllkörper werden vorzugsweise im Handel erhältliche Körper aus geeignetem Material
verwendet.
[0012] Die zu behandelnde Flüssigkeit, z. B. vorbehandeltes Speiseöl, gelangt mit einer
Temperatur unterhalb des Zersetzungsbeginns über die Zuleitung 5 auf den Verteilerboden
2 im Kolonnenkopf 6, in dem ein Unterdruck in einem Bereich von z. B. 2-10 mbar herrscht.
[0013] Das Öl fließt im Gegenstrom zu dem über die Zuführung 7 im Kolonnensumpf 8 eingeleiteten
Treibdampf, vorzugweise Wasserdampf, durch die Verdampferrohre und die nachgeordnete
Füllkörperschüttung 4 nach unten. Ein zusätzlicher verteiler für das Öl zwischen dem
Fallfilmverdampfer 3 und der Füllkörperschüttung 4 ist nicht erfoderlich. Das sich
im Kopf 6 der Kolonne 1 ansammelnde Gemisch aus Treibdampf und aus dem Öl abgetrennten
freien Fettsäuren und anderen Leichtsiedern, wie z. B. Geruchsstoffen, wird über die
Ableitung 9 abgezogen und in einen nicht dargestellten Kondensator eingeführt. Das
sich im Kolonnensumpf 8 sammelnde gereinigte Öl wird über die Ableitung 10 entnommen.
[0014] Die Rohre des Rohrbündelverdampfers 3 werden von außen durch ein Heizmedium beheizt,
das über die Zuleitung 11 in den unteren Bereich des Verdampfers 3 eintritt, im Gegenstrom
zu dem durch die Rohre nach unten fließenden Öl durch den Verdampfer geleitet wird
und diesen im oberen Bereich durch die Ableitung 12 verläßt.
1. Anlage zum Desodorieren und/oder Entsäuern von Speiseölen, Fetten und Estern nach
dem Prinzip der kontinuierlichen Gegenstrom-Fallfilm-Treibdampfdestillation, bestehend
aus einer Kolonne (1) mit einer unterhalb der Aufgabevorrichtung für die zu behandelnde
Flüssigkeit angeordneten ersten Destillationszone, die durch einen Fallfilmverdampfer
(3) mit vertikal verlaufenden Rieselkanälen gebildet wird, einer unterhalb der ersten
Zone befindlichen zweiten Destillationszone, einer Treibdampfzuführung (7) und einer
Ableitung (10) für das Raffinat im Kolonnensumpf (8) sowie mit einer Ableitung (9)
für das Gemisch aus Treibdampf, freien Fettsäuren, Geruchsstoffen und anderen Leichtsiedern
und einer Zuleitung (5) für die zu behandelnde Flüssigkeit im Kolonnenkopf, (6) dadurch
gekennzeichnet, daß die zweite Destillationszone eine ungeordnete Füllkörperschüttung
(4) aufweist.
2. Anlage nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Fallfilmverdampfer (3) mit einer
Gegenstromheizung.
1. Plant for deodorizing and/or deacidifying edible oils, fats and esters in accordance
with the principle of continuous counterflow falling film - rising vapour distillation,
consisting of a column (1) with a first distillation zone which is arranged below
the feed arrangement for the fluid to be heated and is formed by a falling film vapourizer
(3) with vertically extending trickle channels, a second distillation zone located
beneath the first zone, a rising vapour inlet (7) and an outlet (10) for the refined
product in the column sump (8), as well as an outlet (9) for the mixture of rising
vapour, free fatty acids, odorants and other low boiling point materials and an inlet
(5) for the fluid to be treated in the head of the column (6) characterised in that
the second distillation zone comprises a random stack of filler bodies.
2. Plant according to claim 1, characterised by a falling film vaporizer (3) with
counterflow heating.
1. Installation de désodorisation et/ou de désacidification d'huiles comestibles,
de matières grasses et d'esters, suivant le principe de la distillation avec entraînement
à la vapeur, à film en chute libre, à contre-courant et en continu, constituée d'une
colonne (1) ayant une première zone de distillation disposée en-dessous du dispositif
de chargement du liquide à traiter et formée d'un évaporateur à film en chute libre
(3), ayant des canaux de ruissellement s'étendant verticalement, une seconde zone
de distillation se trouvant en-dessous de la première zone, un conduit d'amenée de
la vapeur d'entraînement (7) et un conduit d'évacuation (10) du raffinat du bas de
la colonne (8), ainsi qu'une évacuation (9) du mélange constitué de vapeurs d'entraînement,
d'acides gras libres, de substances odoriférantes et d'autres produits à bas point
d'ébullition, et un conduit d'amenée (5) du liquide à traiter dans la tête de colonne
(6), caractérisée en ce que la seconde zone de distillation comporte un lit (4) désordonné
de corps de garnissage.
2. Installation suivant la revendication 1, caractérisée par un évaporateur à film
en chute libre (3) ayant un chauffage à contre-courant.