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(11) |
EP 0 175 963 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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13.07.1988 Patentblatt 1988/28 |
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Anmeldetag: 02.09.1985 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)4: D03D 27/10 |
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Jacquard-Doppelplüschgewebe
Jacquard double plush fabric
Tissu peluche double du type Jacquard
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH FR GB IT LI LU NL SE |
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Priorität: |
19.09.1984 DE 3434351
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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02.04.1986 Patentblatt 1986/14 |
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Patentinhaber: |
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- Caesarea Glenoit Industries Ltd.
Tel-Aviv (IL)
- Janssen, Herbert
D-4232 Xanten 2 (DE)
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Erfinder: |
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- Janssen, Herbert
D-4232 Xanten (DE)
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Vertreter: von Creytz, Dietrich, Dipl.-Phys. |
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Tannenweg 25 41844 Wegberg 41844 Wegberg (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
BE-A- 896 102 DD-A- 213 246 DE-B- 2 939 714 FR-A- 1 050 774 US-A- 3 327 738
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BE-A-56 920 5 DE-A- 1 535 782 DE-U- 7 433 849 NL-A- 7 213 679
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- "Weave Catalogue 1983" Michel van de Wiele, Seiten 42, 43, 49, 51,
- van de Wiele - Zeichnungen No. 67932 vom 18.10.64, No. 67934 vom 28.10.64, No. 69031
vom 16.11.65
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Jacquard-Doppelplüschgewebe mit Ein-Schuss-Polbindung
und Einzelfach-Schusseintrag, insbesondere einen Doppelteppichplüsch. Sie betrifft
ferner ein Verfahren zum Herstellen des Jacquard-Doppelplüschgewebes und eine Vorrichtung
zum Durchführen des Verfahrens.
[0002] Beim Herstellen eines Doppelplüschgewebes werden zwei Gewebebahnen übereinandergewebt
und durch zusätzlich und gleichzeitig eingewebte Polfäden miteinander verbunden. Im
fertigen Doppelgewebe werden die senkrechten Polfäden zwischen Ober- und Unterware
durch Schneiden getrennt, so dass zwei Gewebebahnen mit einseitig aufrechtstehenden
Fäden, dem Flor, entstehen.
[0003] Für das Einbinden der die beiden Grundgewebe verbindenden Polfäden kommt ein Ein-Schuss-Polaufbindung
mit Einzelfach-Schusseintrag eingangs genannter Art in Frage, bei der allerdings die
jeweils toten Chore am Rücken der Unterware anliegen. Diese zeitweise nicht arbeitenden
toten Chore, die auf der Rückseite der Unterware flottieren, müssen später weggekratzt
werden. Beim Kratzen werden die an den Polwechselstellen entstehenden halben Polfäden
oder Noppen mit herausgezogen. Die Unterware weist daher bei jedem Chorwechsel eine
Fehlstelle auf dem entsprechenden Schuss auf. Trotz der minderwertigen Unterware wird
die Ein-Schuss-Polaufbindung mit auf der Unterseite flottierenden toten Choren zum
Herstellen von Doppelteppichplüsch dergleichen in vielen Ländern auch heute noch vorwiegend
eingesetzt, da die entsprechende Webtechnik einfach ist und zum Fachbilden eine normale
Hochfach-Jacquard-Maschine ausreicht. Ferner ist die Produktion bei der Ein-Schuss-Polaufbindung
relativ hoch, da jeder Schuss eine Noppenreihe trägt, wodurch eine relativ dichte
Fordecke zu erzielen ist, ohne dass zusätzliche Hilfsschüsse eingetragen werden müssten.
[0004] Um dem Nachteil der bei der bekannten Ein-Schuss-Polaufbindung entstehenden minderwertigen
Unterware zu begegnen, könnte die ebenfalls durch Einzelfach-Schusseintrag und auf
einer normalen Hochfach-Maschine zu webende Drei-Schuss-Polaufbindung angewendet werden.
Bei dieser Bindung ist es anders als bei der bekannten Ein-Schuss-Polaufbindung möglich,
die Polwechselstellen auf zwei verschiedene Schüsse ins Oberwerk zu legen. Obwohl
bei dieser Bindung die toten Chore wieder auf dem Rücken der Unterware liegen und
wegzukratzen sind, entstehen beim Abkratzvorgang keine Fehlstellen in der Unterware.
Der Gewinn dieser Bindung wird erkauft durch Produktionsverlust sowie Verlust von
viel wertvollem Polmaterial beim Bilden der Poldurchnoppe und natürlich beim Abkratzen
der toten Chore.
[0005] Bei den vorgenannten beiden Bindungen sind die auf dem Rücken der Unterware flottierenden
toten Chore nur als Abfallmaterial zu verwerten. Um diesen Verlust zu vermeiden, und
stattdessen mit dem wertvollen Polmaterial die Güte des Teppichs zu verbessern, wurde
die durch Einzelfach-Schusseintrag zu webende Zwei-Schuss-Bindung entwickelt, bei
der die toten Chore verteilt auf die Ober- und Unterware eingewebt werden. Hierbei
werden Ober-und Unterware gleich schwer, und die Ware erscheint in einem sehr klaren
Bild auf Vorder- und Rückseite. Allerdings sind im Ober-und Unterwerk insgesamt vier
Schüsse notwendig, um eine vollständige Flornoppe zu bilden. Für jeden Schuss ist
ein (Jacquard-)Kartenblatt erforderlich, welches zwischen den Schüssen angedrückt
wird. Weil dazu die Platinen auf dem Messerkasten immer zum Lesen in Tiefstellung
bewegt werden müssen, ist bei jeder Maschinenumdrehung eine vollständige Auf- und
Abbewegung des Messerkastens erforderlich, dadurch wird die Tourenzahl der auch hierbei
einzusetzenden normalen Hochfach-Maschine gegenüber dem Fall der Ein-Schuss-Bindung
etwa halbiert.
[0006] Daher werden zum Erhöhen der Leistung beim Weben von Doppelplüschgewebe verschiedene
Arten des Webens mit Doppelfach-Schusseintrag eingesetzt. Ersichtlich lässt sich eine
wesentlich höhere Produktion erreichen, wenn bei jeder Umdrehung des Webautomaten
nicht nur ein Schuss abwechselnd in die Ober- und Unterware, sondern wenn bei der
gleichen Umdrehung zwei Schüsse gleichzeitig und übereinander, je eine in die Ober-
und Unterware, eingetragen werden. Bei der einfachsten Art dieser Technik der durch
Doppelfach-Schusseintrag zu webenden Zwei-Schuss-Bindung treten jedoch entweder beim
Durchweben Mischkonturen oder durch Halbdurchweben Stehflor und Spreiznoppen und damit
eine unruhige Oberseite auf.
[0007] Es wurde daher die heutzutage in Teppichwebereien meist gebrauchte Drei-Schuss-Bindung
mit Doppelfach-Schusseintrag geschaffen. In dieser Webtechnik wird zwischen die zwei
Schüsse der Zwei-Schuss-Bindung noch ein dritter Schuss eingefügt, der die toten Chore
zur Unterseite des Teppichs hin abdeckt und ein Durchschieben verhindert. Obwohl zum
Bilden einer Flornoppe drei Schüsse benötigt werden und dadurch eine relativ geringe
Produktion erzielt wird, gibt es für diese Drei-Schuss-Bindung keine zugleich technische,
ästhetisch und wirtschaftlich befriedigende Alternative.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Bindung zu entwickeln, die die Vorteile
der durch Doppelfach-Schusseintrag zu webenden Drei-Schuss-Bindung mit denjenigen
einer durch Einzelfach-Schusseintrag herzustellenden Bindung vereinigt, bei der also
ebenfalls ein Durchdrücken der toten Chore nicht auftritt und Mischkonturen nicht
vorkommen, aber die Zahl der Schüsse pro Flornoppe auf ein Minimum herabgesetzt wird.
Ferner sollen trotz Einsatzes einer Einzelfach-Schusseintragsvorrichtung klare Bilder
auf Vorder- und Rückseite von Ober- und Unterware zu erzeugen sein. Die erfindungsgemässe
Lösung ist bei einer Ein-Schuss-Polaufbindung mit Einzelfach-Schusseintrag gekennzeichnet
durch verteilt auf die Ober- und Unterseite eingewebte tote Chore.
[0009] Vorzugsweise wird hierbei der jeweils aussenliegende, d.h. der Polseite der Ware
abgewandte Schussfaden, etwa doppelt so dick wie der auf der Polseite liegende Schussfaden
ausgewählt. Für das Verfahren zum Weben von Doppelplüschgeweben mit Einzelfach-Schusseintrag
und im wesentlichen je zur Hälfte in die Ober- und Unterware eingewebten toten Choren
ist die erfindungsgemässe Lösung gekennzeichnet durch Polbildung an jedem Schuss in
Ober- und Unterware mit Hilfe eines gesonderten Kartenblattes für jeden Schuss zum
Steuern aller Chore bei der Ein-Schuss-Polbildung.
[0010] Durch die Erfindung wird erreicht, dass ein mit Hilfe einer Einzelfach-Schusseintragsvorrichtung
zu webendes Doppelplüschgewebe mit Ein-Schuss-Bindung bei völlig gleichem Warenausfall
in Ober- und Unterwerk herzustellen ist. Die Erfindung verbindet also die Vorteile:
a) der bekannten mit Einzelfach-Schusseintrag zu webenden Ein-Schuss-Polaufbindung
ohne deren Nachteil der auf dem Rücken der Unterware flottierenden toten Chore;
b) der durchgewebten, ebenfalls mit Einzelfach-Schusseintrag zu webenden Zwei-Schuss-Bindung,
bei auf die Hälfte verminderter Schusszahl; und
c) der durchgewebten, mit Zweifach-Schusseintrag zu bildenden Drei-Schuss-Bindung,
bei ganz wesentlich weniger aufwendiger Maschine, beispielsweise wird erfindungsgemäss
anstelle einer Fachkraft pro bekannter Doppelfach-Maschine nur eine Fachkraft für
zwei oder mehr Machinen benötigt.
[0011] Bei dem erfindungsgemässen Verfahren ist bei jedem Schuss eine neue Kartenlesung
erforderlich. Zum Durchführen eines solchen Verfahrens beim Herstellen eines Einzelfach-Schusseintrags-Normalgewebes
werden Doppelhub-Ganzoffenfach-Jacquardmaschinen eingesetzt. Der Platinenhub einer
herkömmlichen Jacquardmaschine dieser Art reicht aber zum Weben eines Doppelgewebes
nicht aus. Da die Doppelhub-Ganzoffenfach-Jacquardmaschine einen der Herstellung von
Einzelgeweben angepassten Messerkastenhub besitzt, muss die Hubhöhe der Harnischschnüre
mit daran hängender Pollitze mit Gewicht usw., also auch der Platinen und damit der
Messerkästen bei Einsatz zum Doppelplüschweben, etwa verdoppelt werden. Da der verlängerte
Hubweg in im wesentlichen unveränderter Zeit zu überwinden ist, wenn nicht die Produktionsgeschwindigkeit
vermindert werden soll, sind von der Mechanik der Maschine ganz erhebliche, bei mehreren
Meter breiten Anlagen viele Tonnen betragende Kräfte abzufangen.
[0012] Gemäss weiterer Erfindung lässt sich eine auf die Herstellung eines Doppelplüschgewebes
mit Einzelfach-Schusseintrag und Ein-Schuss-Polbildung ausgelegte Webmaschine mit
einer im wesentlichen nur für Normalgewebe ausgerüsteten Doppelhub-Ganzoffenfach-Jacquardmaschine
betreiben, wenn an jede Platine eine Hubrolle angehängt, die zugehörige Harnischschnur
über die Rolle geführt und mit ihrem ihrer Pollitze entgegengesetzten Ende fest mit
dem Maschinenrahmen verbunden ist. Beim Anheben und Absenken einer Platine um den
beim Herstellen von Normalgewebe üblichen Platinenhub'wird unter diesen Umständen
die Harnischschnur mit Pollitze um einen dem zweifachen Platinenhub entsprechenden
Weg (mit doppelter Geschwindigkeit) auf-und abbewebt. Die einzelne Platine muss bei
dieser Lösung zwar zusätzlich die Hubrolle mitführen, sie wird aber um die Hälfte
des Gewichts von Harnischschnur, Pollitze und Harnischgewicht entlastet. Auf diese
Weise wird es möglich, mit einer für Normal- bzw. Einfachgewebe ausgelegten Doppelhub-Ganzoffenfach-Jacquardmaschine
Doppelplüschgewebe mit Einzelfach-Schusseintrag und mit Ein-Schuss-Bindung bei verteilt
auf die Ober- und Unterware eingebundenen toten Choren herzustellen. Die erfindungsgemässe
Bindung lässt sich also mit im wesentlichen serienmässigen Maschinen weben, wenn Platine
und Harnischschnur der jeweiligen Jacquardmaschine über die genannte Hubrolle miteinander
verbunden werden.
[0013] Für jeden einzutragenden Schuss muss beim Herstellen des erfindungsgemässen Gewebes
ein gesondertes Lochkartenblatt eingesetzt werden. Das Lochkartenblatt soll auch bei
jeder Umdrehung der Webmaschine abgetastet werden, um die nötigen Bewegungen der Chore
auch im Hinblick darauf zu steuern, dass die jeweils toten Chore im Mittel je zur
Hälfte auf die Ober- und Unterware verteilt eingewebt werden. Das Programmieren der
Lochkarten kann in üblicher Weise mit Hilfe einer Lockkartenstanze, manuell oder durch
Rechner, erfolgen.
[0014] Anhand der schematischen Zeichnung werden Einzelheiten der Erfindung erläutert.
Es zeigen:
[0015] Fig. 1 und 2 eine durchgewebte Zwei- bzw. Ein-Schuss-Bindung jeweils mit Einzelfach-Schusseintrag;
und
[0016] Fig. 3 einen Webharnisch zum Herstellen der Bindung.
[0017] Während zum Herstellen einer Flornoppe in Ober- und Unterware bei der durchgewebten
Zwei-Schuss-Bindung mit Einzelfach-Schusseintrag nach Fig. 1 jeweils zwei Schüsse
erforderlich sind, wird für eine Flornoppe in Ober- und Unterware in der erfindungsgemässen,
durchgewebten Ein-Schuss-Bindung mit Einzelfach-Schusseintrag nach Fig. 2 lediglich
ein Schuss benötigt.
[0018] In den Bindungen nach Fig. 1 und 2 befinden sich zwischen Oberware 1 und Unterware
2 die nach dem Weben in der Mitte abzutrennenden Polfäden 3. Die Oberware 1 und die
Unterware 2 enthalten ausserdem eine Grundkette 4 sowie eine Bindekette 5. Die Schussbindung
in Oberware 1 und Unterware 2 besteht jeweils aus abwechselnd eingetragenem Unterschuss
6 und Oberschuss 7. Die toten Chore 8 und 9 werden im Mittel etwa je zur Hälfte in
die Oberware 1 und in die Unterware 2 eingewebt. Ein wesentlicher Unterschied zwischen
den Bindungen nach Fig. 1 und 2 besteht darin, dass bei der bekannten Zwei-Schuss-Bindung
nach Fig. 1 die Oberschüsse lediglich die Aufgabe haben, die toten Chore 8 und 9 eizubinden,
während die Oberschüsse 7 erfindungsgemäss (ebenso wie in allen Fällen die Unterschüsse
6) zugleich die Aufgabe übernehmen, jeweils eine Flornoppe zu bilden.
[0019] Das Besondere an der erfindungsgemässen durch Einzelfach-Schusseintrag zu bildenden
Ein-Schuss-Bindung besteht darin, dass die toten Chore 8, 9 im Mittel etwa zu gleichen
Teilen in die Ober- und Unterware 1, 2 eingewebt werden. Erfindungsgemäss wird das
Einweben der toten Chore 8, 9 verteilt auf die Ober- und Unterware 1, 2 ähnlich wie
im Falle der mit einer Einzelfach-Schusseinrichtung zu bildenden Zwei-Schuss-Bindung
nach Fig. 2 dadurch erreicht, dass für jeden Schuss ein (Jacquard-) Kartenblatt programmiert
und gelesen wird. Da mit jedem Schuss erfindungsgemäss eine Flornoppe erzeugt wird,
ist die Leistung wesentlich höher als bei der Bindung nach Fig.1. Sie ist ähnlich
hoch wie bei der bekannten durch Einzelfach-Schusseintrag zu bildenden Ein-Schuss-Polaufbindung
mit auf der Rückseite der Unterware flottierenden toten Choren.
[0020] Zum Fachbilden beim Herstellen des erfindungsgemässen Gewebes wird vorzugsweise eine
Doppelhub-Ganzoffenfach-Jacquardmaschine eingesetzt. Das Bindeglied zwischen der Webmaschine
und der Jacquardmaschine ist der Webharnisch. Er leitet die Steuerinformation der
Jacquardmaschine an die Weblitze weiter. Gemäss Fig. 3 besteht der an die Platine
11 der Jacquardmaschine angehängte Webharnisch aus Struppe 12, Hubrollenträger 13,
Harnischschnur 14, Pollitze 15 und Gewicht 16. Die Pollitze 15 enthält das Litzenauge
17 zum Hindurchführen eines Polfadens. Die Platine wird mit Hilfe eines (nicht gezeichneten)
in den Platinenhaken 18 eingehängten Messers um einen zum Fachbilden erforderlichen
Hub H angehoben und wieder abgesenkt. Beim Absenken kann die Platine auf dem Platinenboden
19 ruhen. Der insgesamt mit 13 bezeichnete Hubrollenträger besteht aus den Gleitwangen
20 und der eigentlichen Hubrolle 21. Die Länge der Gleitwangen 20 soll ebenso wie
die Länge der Strupper 12 grösser als die Hubhöhe H sein. Durch diese Bemessung wird
erreicht, dass das untere Ende der Struppe 12 beim Anheben der zugehörigen Platine
11 nicht durch den Platinenboden 19 hindurchgezogen wird und dass nebeneinander liegende
Hubrollenträger 13 auch bei Relativbewegung immer im geordneten Verband verbleiben
und nicht aufeinander abgestützt werden können. Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 3
ist wesentlich, dass die Harnischschnur 14 über die Hubrolle 21 geführt und mit dem
der Pollitze 15 gegenüberliegenden oberen Ende 22 auf einem als Harnischträgerrücklager
23 zu bezeichnenden Teil des Maschinenrahmens zu befestigen ist. Beim Anheben der
Platine 11 um den Platinenhub H führt die mit ihrem oberen Ende 22 am Harnischträgerrücklager
23 befestigte Harnischschnur 14 einen Hub im Betrage von 2H aus, und das Litzenauge
17 wird zusammen mit dem hindurchgeführten Polfaden um denselben Betrag angehoben.
Auf diese Weise ist es möglich, eine für den Hub H ausgelegte Doppelhub-Ganzoffenfach-Jacquardmaschine
so mit einer Webmaschine zu kombinieren, dass ein Fach mit einer einem Platinenhub
2H entsprechenden Höhe zu bilden ist, ohne die Jacquardmaschine zu.überlasten.
1. Jacquard-Doppelplüschgewebe mit Ein-Schuss-Polbildung und Einzelfach-Schusseintrag,
insbesondere als Doppelteppichplüsch, gekennzeichnet durch verteilt auf die Ober-
und Unterware (1, 2) eigewebte tote Chore (8, 9).
2. Doppelplüschgewebe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bindung in
Ober-und Unterware (1, 2) abwechselnd nur jeweils gleichzeitig die toten Chore (8,
9) einbindende und Polfläden (3) aufspannende Unter- und Oberschüsse (6, 7) aufweist.
3. Doppelplüschgewebe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der jeweils
aussenliegende, d.h. der Polseite der Ware gegenüberliegende Schussfaden etwa doppelt
so dick wie der auf der Polseite liegende Schussfaden ist.
4. Verfahren zum Herstellen eines Jacquard-Doppelplüschgewebes nach einem oder mehreren
der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch Polbindung an jedem Schuss (6, 7) in Ober-
und Unterware (1, 2) mit Hilfe eines gesonderten (Jacquard-)Kartenblattes für jeden
Schuss (6, 7) zum Steuern aller Chore bei der Ein-Schuss-Polbildung.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die polbildenden und die
nicht polbildenden Chore bzw. Kettfäden willkürlich über oder unter den jeweiligen
Schussfäden bewegt werden.
6. Verfahren zum Herstellen des Jacquard-Doppelplüschgewebes nach einem oder mehreren
der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Doppelhub-Ganzoffenfach-Jacquardmaschine
eingesetzt wird.
7. Vorrichtung zum Durchführen der Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet,
dass bei Einsatz einer Doppelhub-Ganzoffenfach-Jacquardmaschine mit jeder einzelnen
Platine zugeordneter, am freien Ende eine Pollitze tragender Harnischschnur an jede
Platine eine Hubrolle (Rollenzug) angehängt, die zugehörige Harnischschnur über die
Hubrolle geführt und mit ihrem ihrer Pollitze gegenüberliegenden Ende fest mit dem
Maschinenrahmen verbunden ist.
1. A Jacquard double plush fabric with one weft pile structure and single shed weft
insertion, particularly double plush carpet, characterized by groups of dead piles
(8, 9) woven into and distributed within the upper and lower fabric portions (1,2).
2. A double plushy fabric according to claim 1, characterized in that the fabric structure
in the upper and lower fabric portions (1, 2) comprises lower and upper wefts (6,
7), which alternately inweave said dead piles and conjointly secure pile threads (3)
only.
3. A double plush fabric according to claim 1 or 2, characterized in that the actually
outside weft thread, that is the weft thread opposite to the pile side of the fabric,
is approximately twice as thick as the weft thread situated on the pile side.
4. A method of making a Jacquard double plush fabric according to one or more of claims
1 to 3, characterized in that in each weft (6, 7) of the upper and lower fabric portions
(1, 2) a pile weave is achieved by using a separate Jacquard card sheet for each weft
(6, 7) for controlling all of the Jacquard harnesses in the weft pile weave.
5. A method according to claim 4, characterized in that the pile forming and the non
pile forming Jacquard harnesses or warp threads respectively are optionally moved
towards either the upside or the downside of the actual weft threads.
6. A method of making the Jacquard double plush fabric according to one or more of
claims 1 to 3, characterized in that a double-life open shed Jacquard machine is used.
7. Apparatus for carrying out the method according to claims 4 or 5, characterized
in that, where, a double lift open shed Jacquard machine is used, having a harness
cord associated with each individual hook and carrying at its free end a pile heald,
a lifting pulley is fastened to each hook and the associated harness cord is guided
over the lifting pulley and is connected at its end opposite to its heald, to the
machine frame.
1. Peluche jacquard double avec liage de poil à une duite et avec insertion de duite
par foule individuelle, notamment peluche tapis double pièce, caractérisée par des
groupes de fils morts (8, 9) qui sont pris de manière répartie dans les étoffes supérieure
et inférieure (1, 2).
2. Peluche double selon revendication 1, caractérisée par le fait que, dans l'étoffe
supérieure (1) et dans l'étoffe inférieure (2), la contexture comporte de manière
alternée les duites inférieure et supérieure (6, 7) qui, à chaque fois, lient simultanément
les groupes de fils morts (8, 9) et serrent les fils de poil (3).
3. Peluche double selon revendication 1 ou 2, caractérisée par le fait que le fil
de duite se trouvant à chaque fois à l'extérieur, c'est-à-dire le fil de duite opposé
au côté poil, est à peu près d'épaisseur double du fil de duite situé du côté poil.
4. Procédé de réalisation d'une peluche jacquard double selon une ou plusieurs des
revendications 1 à 3, caractérisé par un liage de poil sur chaque duite (6, 7) dans
l'étoffe supérieure et inférieure (1, 2) à l'aide d'une carte jacquard séparée pour
chaque duite (6, 7), pour commander tous les groupes de fils morts lors du liage de
poil par une duite.
5. Procédé selon revendication 4, caractérisé par le fait que les groupes de fils
formant le poil et ceux ne formant pas le poil, ou encore les fils de chaîne, sont
déplacés arbitrairement au-dessus ou au-dessous de fils de duite concernés.
6. Procédé de réalisation de la peluche jacquard double selon une ou plusieurs des
revendications 1 à 3, caractérisé par le fait que l'on utilise une machine jacquard
à ouverture de foule complète et double course.
7. Dispositif de mise en oeuvre du procédé selon revendication 4 ou 5, caractérisé
par le fait qu'une machine jacquard à ouverture de foule complète et double course
étant utilisée, un cordon de harnais portant un lisse de poil est associé à l'extrémité
libre de chaque platine individuelle, une poulie de levée (poulie multiple) est accrochée
à chaque platine, le cordon de harnais conjugué passe sur cette poulie de levée et,
par son extrémité opposée à la lisse de poil, est solidarisé au bâti de la machine.