[0001] Die Erfindung betrifft ein Trägermaterial für schwarz/weiß- und farbfotografische
Schichten, das zumindest einen mittels Elektronenstrahlen gehärteten Überzug enthält.
[0002] Es ist eine Vielzahl von Trägermaterialien für fotografische Schichten bekannt. Zu
den verbreitetsten Trägern gehören Filmmaterialien und Papiere. Papiere sind in der
Regel zusätzlich beschichtet. Insbesondere mit Kunstharzschichten überzogene wasserfeste
Papiere haben eine breite Anwendung als Träger für fotografische Schichten gefunden.
Aber auch mit speziellen Schichten überzogene Kunstharzfilme und Laminate sind bekannt.
Die weiteste Verbreitung fanden beidseitig mit Polyolefinharz überzogene Papiere und
mit pigmentierten Schichten überzogene Filmmaterialien (DAS 14 47 815, US 38 33 380,
US 36 30 742, US 39 28 037). Solche Überzüge haben jedoch nur eine begrenzte Pigmentaufnahme,
sind nicht kratzfest und sind ungeeignet für thermische Bildentwicklung.
[0003] In neuerer Zeit wurden in DAS 30 22 451, DAS 30 22 709 und GB-A 2 078 236 besonders
fortschrittliche Papierträger beschrieben, die aus Basispapier mit mindestens einem
in situ mit Hilfe eine Elektronenstrahlenhärtung hergestellten Überzug bestehen. Die
Vorteile eines mit Elektronenstrahlen gehärteten Überzuges sind seine Kratzfestigkeit,
das hohe Pigmentaufnahmevermögen und die im Vergleich zu Polyolefinüberzügen höhere
Glätte der Oberfläche.
[0004] Kunstharzüberzüge sind nicht nur gegen Wasser, sondern auch gegen saure und alkalische
fotografische Prozeßlösungen beständig und verhindern dadurch ein Eindringen dieser
Lösungen in eventuell darunter liegende Papiere. Infolgedessen ist bei Papier oder
Vliesbasis der zeitraubende Waschvorgang entscheidend verkürzt.
[0005] Alle Harzüberzüge, seien sie auf Papier oder auf Film, können Pigmente, Farbstoffe,
optische Aufheller, Bildstabilisatoren, Antioxidantien oder andere Zusatzstoffe enthalten,
soweit dies im Hinblick auf die angestrebten Eigenschaften eines aufliegenden fotografischen
Bildes wünschenswert oder notwendig ist. Von den möglichen Zusätzen haben Pigmente
und Farbstoffe die größte Bedeutung für den visuellen Eindruck eines auf dem Überzug
befindlichen fotografischen Bildes. Sie bestimmen bei Farbbildern den Farbcharakter
und sind entscheidend für die Bildschärfe der fotografischen Abbildungen.
[0006] Die fotografischen Schichten werden nach geeigneter Vorbehandlung der Harzoberfläche
entweder direkt oder nach vorheriger Aufbringung einer Haftung vermittelnden Zwischenschicht
auf die Oberfläche der Harzschicht gebracht. Bei diesen fotografischen Schichten handelt
es sich vorzugsweise um solche Shichten, die unter dem Begriff der Silbersalzfotografie
bekannt sind und entweder zur Erzeugung von Schwar/Weiß- oder von Farbbildern dienen.
[0007] Gemäß DOS 30 22 451 oder DOS 30 22 709 mit Elektronenstrahlen gehärtete Harzüberzüge
werden hergestellt, indem eine fließfähige Mischung auf die Oberfläche eines Papieres
oder anderen Basisträgers aufgetragen, dort gleichmäßig verteilt und anschließend
unter Schutzgas oder sonstiger Abdeckung mit energiereichen Elektronenstrahlen verfestigt
wird. Die Mischungen enthalten als entscheidenden Bestandteil zumindest eine Substanz
mit äthylenisch ungesättigten Doppelbindungen, die die Fähigkeit zur polymerisierenden
Reaktion miteinander haben, wenn diese durch Bestrahlung initiiert wird.
[0008] Die mit Elektronenstrahlen gehärteten Schichten haben nun zwar im Vergleich zu Polyolefinschichten
viele Vorteile, sind aber bislang auch noch mit Nachteilen behaftet. So gelang es
trotz der großen Variationsbreite in der Zusammensetzung strahlengehärteter Schichten
nicht, eine Schicht zu erzeugen, die in allen fotografischen Prozeßlösungen ein gleichermaßen
gutes Verhalten zeigt. Vielmehr wurde festgestellt, daß die mit Elektronenstrahlen
gehärteten Schichten sich gegenüber verschiedenen Prozeßlösungen unterschiedlich verhalten.
Es gibt handelsübliche Colorentwicklerpräparate, die in Verbindung mit einer nachfolgenden
Sauerstoffeinwirkung zu einer gelblichen Verfärbung der Oberfläche der strahlengehärteten
Schicht führen. Diese Verfärbung ist zwar gering, aber deutlich sichtbar und kann
weder durch das Stoppbad, noch durch gründliches Waschen verhindert werden. Sie tritt
vor allem bei Anwendung solcher fotografischer Entwicklerlösungen auf, die ein aromatisches
Aminderivat enthalten (z.B. Derivate von Phenylendiamin, Toluidin u.a.). Die Verwendung
von Papieren mit strahlengehärtetem Überzug ist infolgedessen bislang beschränkt auf
solche Prozesse, in denen andere Chemikalien zur Bildentwicklung benutzt werden, wie
z.B. Hydrochinon.
[0009] Diese Gelbfärbung durch Colorentwickler tritt weder bei Polyolefinoberflächen auf,
die Rutil oder Anatas oder ein anderes Weißpigment enthalten, noch ist sie an den
klassischen Barytpapieren zu beobachten, die wenigstens einen im wesentlichen aus
Bariumsulfat und Gelatine bestehenden Überzug tragen. Auch andere aus verschiedenen
Kunstharzen und Weißpigment bestehenden Überzüge zeigen diese Anfärbung nicht, während
bischer beschriebene strahlengehärtete Überzüge auf der Basis von Acrylaten, Methacrylaten
oder Allylverbindungen mit Colorentwickler immer sichtbar angefärbt werden. Entscheidend
für die Verfärbung mit Entwickler scheint demnach der Binderanteil, insbesondere eine
mögliche Anwesenheit ungesättigter organischer Verbindungen zu sein.
[0010] Die Verfärbung von strahlengehärteten Überzügen mit Colorentwickler zeigt sich sowohl
bei pigmentfreien Überzügen als auch bei Überzügen, die Weißpigment enthalten. In
der Regel ist die Verfärbung bei pigmenthaltigen Überzügen sogar stärker als bei pigmentfreien
Überzügen wie die nachstehende Tabelle 1 zeigt. (Der hier verwendete Binder bestand
aus 62 Gew.-% Polyestertetraacrylat, 22,5 Gew.-% Glycerinpropoxitriacrylat und 15,5
Gew.-% Hexandioldiacrylat).

[0011] In der DE-A-34 15 215 wurde bereits ein Weg aufgezeigt, um durch spezielle Zusammensetzung
der härtbaren Komponenten einer Überzugsmischung Schichten mit verringerter Anfärbung
zu erhalten. Das dort beschriebene Verfahren basiert darauf, daß ungesättigte hydroxifunktionelle
Verbindungen in einer molalen Konzentration von 2 oder mehr als 2 in den Überzugsmischungen
enthalten sind.
[0012] Die technische Lehre aus DE-A-34 15 215 ist grundsätzlich sowohl auf pigmentfreie
wie auf pigmentierte Überzugsmischungen anwendbar. Allerdings färben sich pigmenthaltige
Überzugsmischungen in der Regel etwas stärker an als pigmentfreie Überzüge. Deshalb
sollte die OH-Konzentration in pigmentierten Überzügen im allgemeinen ein wenig höher
sein als in vergleichbaren pigmentfreien Überzügen.
[0013] Nachteilig an dieser mit der DE-A-34 15 215 gegebenen Lösung ist jedoch die starke
Beschränkung in der Auswahl der verwendbaren Mischungskomponenten. Dieser Nachteil
macht sich besonders bei höher pigmentierten Schichten bemerkbar, die zur Vermeidung
einer unerwünschten Sprödigkeit mit steigendem Pigmentgehalt eine steigende Menge
an flexibilisierenden Zusätzen benötigen.
[0014] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine strahlengehärtete Überzugsschicht
zu schaffen, die eine möglichst vielseitige Verwendung des überzogenen Trägers ermöglicht
und insbesondere auch nach üblicher Behandlung mit handelsüblichen Colorentwicklern
nur eine geringe oder keine Anfärbung zeigt.
[0015] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß als Weißpigment ein Titandioxid verwendet
wird, das eine anorganische Oberflächenbelegung trägt, die wenigstens 2 Gew.-% des
Gesamtpigments ausmacht.
[0016] In Überzugsschichten verwendete Titandioxidpigmente können unbehandelt sein wie das
in Tabelle 1 enthaltene Ti0
2 (Rutil 2). Vielfach sind sie aber zwecks Verbesserung der Dispergierbarkeit mit anorganischen
Oxiden (AI
20
3, AIO (OH), Si0
2, ZnO u. a.) oberflächlich nachbehandelt, d.h. belegt. Dabei sind unter Oxiden im
weiteren Sinne auch Oxidhydrate zu verstehen. Solche oberflächenbelegten Typen sind
beispielsweise die in Tabelle 1 enthaltenen Ti0
2 (Anatas) und Ti0
2 (Rutil 1 ), die mit 0,6 bzw. 1,0 Gew.- % AI-Oxid belegt sind und wie die übrigen
Weißpigmente der Tabelle 1 zu einer verstärkten Verfärbung mit Colorentwickler führen.
[0017] Auch die Verwendung solcher Titandioxide, die allein oder zusätzlich zur anorganischen
Oberflächenbelegung mit organischen Stoffen behandelt sind, führt nicht zu einer Verringerung
der Anfärbung mit Colorentwickler, außer wenn gleichzeitig OH-haltige Verbindungen
gemäß DE-A-34 15 215 anwesend sind.
[0018] Überraschenderweise ist die Verfärbung mit Colorentwickler jedoch deutlich geringer,
wenn ein Titandioxid verwendet wird, das mit 2-Gew.-% oder mehr als 2 Gew.-% eines
anorganischen Oxides oder Oxidhydrates oberflächenbelegt ist. Das anorganische Oxid
oder Oxidhydrat kann ein Aluminiumoxid oder Kieselsäure oder Zinkoxid oder Magnesiumoxid
oder Zinnoxid oder Zirkonoxid oder Antimonoxid oder eines der Erdalkalimetalloxide
oder Mischungen solcher Verbindungen sein. Aufgrund der Oberflächenbelegung sind die
Titandioxidteilchen mit einem mehr oder weniger geschlossenen Überzug von Fremdoxid
oder -oxidhydrat versehen. Die Belegung kann aus einer oder aus mehreren Schichten
bestehen und neben den genannten noch andere Oxide enthalten, sofern diese nicht färbend
sind.
[0019] Derart belegte Titandioxidpigmente können nach einem beliebigen Verfahren hergestellt
sein. Sie können ferner unter der Oberflächenbelegung als gemischte Oxide mit einem
anderen weißen Oxid vorliegen, und sie können zusätzlich in beliebiger Weise mit organischen
Verbindungen behandelt sein. Entscheidend ist, daß die Pigmentteilchen eine ausreichend
starke Belegung aus einem anderen anorganischen Oxid oder Oxidhydrat enthalten als
Ti0
2.
[0020] Oberflächenbelegungen mit Titandioxidpigment mit verschiedenen anorganischen Überzügen
sind in "Titanium" von J. Barksdale (New York, 1966) sowie in verschiedenen Patenten
und Patentanmeldungen beschrieben. Es ist aus der japanischen Offenlegungsschrift
57-108849/1982 auch bekannt, mit 0,2 bis 1,2 Gew.-% Aluminiumoxidhydrat nachbehandeltes
Titandioxid in Polyolefinüberzügen auf fotografischen Papieren zu verwendern.
[0021] In "Patent Abstracts of Japan, Bd. 1, Nr. 103, S. 3238 E77" werden Aufzeichnungsmaterialien
beschrieben, die in nicht härtenden Bindemitteln Titandioxidpigment enthalten, welches
mit 0,5-5 Gew.- % Aluminium-und/oder Siliziumoxid oberflächenbelegt ist. Diese Oberflächenbelegung
dient sowohl der Haftungsverbesserung auf dem Basispapier als auch einer Haftungsverbesserung
von später aufgetragenen Emulsionsschichten.
[0022] Es ist jedoch überraschend und nicht beschrieben, daß Titandioxid-Pigmente, die mit
2 oder mehr Gew.-% beliebiger weißer Oxide oder Oxidhydrate belegt sind, in strahlengehärteten
Überzugsmischungen eine besonders vorteilhafte Wirkung auf die Anfärbung der gehärteten
Überzugsschicht mit fotografischem Colorentwickler haben. Dies ist umso überraschender,
als die entsprechenden Oxide und Oxidhydrate selbst bei alleiniger Anwendung in strahlengehärteten
Schichten zu einer verstärkten Verfärbung führen (vergl. Tabelle 1).
[0023] Die Vorteile einer erfindungsgemäßen Verwendung von Titandioxidpigmenten mit 2 oder
mehr Gew.- % anderer Oxid- oder Oxidhydratüberzüge in strahlengehärteten Schichten
zeigen sich sowohl in Schichten, die mittels Elektronenstrahlen gehärtet werden, als
auch in auf andere Weise gehärteten Schichten aus ungesättigten Ausgangskomponente.
Die Überzugsschichten können sich auf Papier, Film, Metallfolie, Papierlaminat oder
einem beliebigen anderen Träger befinden und bekannte andere Zusätze enthalten.
[0024] In einer besonderen Ausführungsform der Erfindung wird Titandioxidpigment verwendet,
dessen Oberflächenbelegung großenteils oder gar überwiegend aus Kieselsäure besteht.
Daneben kann ein kleiner Anteil eines Aluminiumoxids und/oder Zinkoxids und/oder Antimonoxids
und/oder Zirkonoxids und/oder Erdalkalimetalloxids vorhanden sein. Es ist dabei von
untergeordneter Bedeutung, ob die Umhüllung des Ti0
2 mehr oder weniger geschlossen ist. Entscheidend ist offensichtlich der Belegungsgrad.
[0025] Eine zusätzliche organische Oberflächenbelegung z.B. mit mehrwertigem Alkohol, (Poly)Siloxan,
organischen Titanaten, Organophosphaten, Lacton, Aminoverbindungen u.a. Stoffen, die
im allgemeinen der Verbesserung der Dispergierbarkeit dient, ist möglich und entfaltet
ihre bekannten Vorteile auch bei den mit anorganischen Oxiden belegten Titandioxid-Pigmenten.
[0026] Unter Titandioxid-Pigment im Sinne der Erfindung sind nicht nur die bekannten Ti0
2-Modifikationen Rutil und Anatas zu verstehen, sondern auch andere reine oder gemischte
Titanoxide sowie weiße pigmentartige Titanate.
[0027] Besonders vorteilhaft kann es sein, wenn mit wenigstens 2 Gew.-% Fremdoxid oberflächenbelegtes
Titandioxid in einer härtbaren Mischung angewandt wird, die hydroxifunktionelle ungesättigte
Substanzen enthält. Der besondere Vorteil dieser Kombination liegt darin, daß die
molale Konzentration der OH-Gruppen in der Mischung durchaus auch kleiner als 2 seinen
kann und trotzdem Schichten erhalten werden, die keine sichtbare Anfärbung mit Colorentwickler
zeigen.
[0028] Besonders vorteilhaft wirkt sich die Erfindung aus, wenn die durch Elektronenstrahlen
härtbaren Stoffe Mischungen sind, die zumindest einen Stoff enthalten, der zwei oder
mehr Doppelbindungen enthält. Daneben können in begrenztem Umfang aber auch nicht
reagierende Stoffe ohne Doppelbindungen in einer Mischung enthalten sein.
[0029] Als reaktionsfähige Komponenten werden vor allem solche Stoffe benutzt, die Acrylat-
oder Methacrylatgruppen enthalten. Aber auch Ester von Maleinsäure, Fumarsäure, Mesaconsäure,
Citraconsäure oder Itaconsäure, andere Derivate dieser Säuren, Allylverbindungen sowie
lineare und cyclische Diene bzw. Triene eignen sich als reaktive Mischungskomponenten.
Bevorzugt sind solche Ester der genannten Säuren, die sich von mehrwertigen Alkoholen
ableiten. Beispiele sind Hexandioldiacrylat, Trimethylolpropantriacrylat, Polyesteracrylate,
Polyurethanacrylate, Polyätheracrylate, Polyepoxydiacrylate, Alkydharzacrylate bzw,
die den genannten Acrylaten entsprechenden Methacrylate.
[0030] Die Fließeigenschaften solcher härtbarer Mischungen werden erfindungsgemäß eingestellt,
indem Bestandteile von höherem Molekulargewicht mit niedermolekularen Stoffen gemischt
werden. Die Härte und Flexibilität der gehärteten Schichten wird bestimmt durch das
im Ausgangsmaterial vorhandene Verhältnis von Doppelbindungen zur Molekülgröße und
kann in weitem Rahmen durch Mischung verschiedener Stoffe miteinander variiert werden.
[0031] Erfindungsgemäße Trägermaterialien eignen sich als Träger für alle bekannten wenigstens
eine Silberverbindung enthaltenden fotografischen Schichten. Insbesondere eignen sie
sich sowohl für alle Averfahren der Naßentwicklung als auch für thermische Bildentwicklungsverfahren.
[0032] Mit den nachfolgenden Beispielen wird der Erfindungsgedanke näher erläutert.
Beispiel 1
[0033] Eine Mischung aus 62 Gew.-% Polyestertetraacrylat (mittleres Molekulargewicht=
ca. 1000), 22,5 Gew.- % Glycerinpropoxitriacrylat und 15,5 Gew.-% Hexandioldiacrylat
wurde einerseits ohne Pigmentzusatz und andererseits mit Zusatz von 20 Gew.-% Tiandioxidpigment
mit 2 oder mehr Gew.-% anorganischer Oberflächenbelegung gleichmäßig auf ein Polyethylen/Papier-Laminat
gebracht und mittels Elektronenstrahlen ausgehärtet. Die gehärtete Überzug hatte jeweils
die Dicke von ca. 20 pm.
[0034] Die Schichtüberzüge wurden anschließend mit handelsüblichem fotografischem Entwickler
für Colorpapier behandelt, gewaschen und die Proben vier Tage bei Zimmertemperatur
unter Luftzutritt gelagert. Die sich während der Lagerung einstellende Verfärbung
der Schichtoberfläche wurde nach DIN 4512 als Veränderung der optischen Dichte gegenüber
dem Ausgangswert bestimmt und ist in Tabelle 2 aufgeführt.

[0035] Diese Reihe zeigt, daß die Verfärbung der Schicht durch Titanoxid-Pigmente mit 2
Gew.-% und mehr als 2 Gew.-% Fremdoxidbelegung vermindert werden kann. Dabei dient
Versuch 1a als Vergleich, und die übrigen Versuche zeigen die Abnahme der Verfärbung
mit zunehmender Belegung.
Beispiel 2
[0036] Eine Grundmischung aus 50 Gew.-% Tripropylenglykoldiacrylat, 45 Gew.-% Trimethylolpropantriacrylat
und 5 Gew.-% Glycidilmethacrylat wurde einerseits ohne Pigmentzusatz (2a) und andererseits
mit Zusatz von 30 Gew.-% Titanoxidpigment (2b) auf ein fotografisches Basispapier
gebracht, mit Hilfe eines Rakelstabes zu einer Dicke von ca. 35 pm egalisiert und
mittels Elektronenstrahlen in bekannter Weise gehärtet.
[0037] Die Schichtüberzüge wurden wie im Beispiel 1 mit Colorentwickler behandelt und die
Verfärbung bestimmt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 3 zusammengestellt.

[0038] Auch diese Reihe bestätigt, daß sie durch Colorentwickler verursachte Verfärbung
durch solche Titanoxid-Pigmente vermindert wird, die wenigstens 2 Gew.-% einer Fremdoxidbelegung
enthaltend. Selbst bei einer infolge des Glycidylmethacrylate-Zusatzes stark anfärbenden
Schicht kann die Verfärbung durch stärkere Belegung der Titanoxidoberfläche so stark
vermindert werden, daß die Schicht nahezu weiß erscheint (Versuche 2h und 2p). Im
Rahmen der Erfindung ist entscheidend, daß auch hier der Wendepunkt hinsichtlich der
Verfärbung bei einer Belegung von 2 Gew.-% liegt.
Beispiel 3
[0039] Eine Grundmischung aus 45 Gew.-% Pentaerythritoltriacrylat, 50 Gew.-% Triethylenglykoldiacrylat
und 5 Gew.-% Hydroxyethylacrylat wurde wie im Beispiel 1 einerseits ohne Pigmentzusatz
und andererseits mit Zusatz von 40 Gew.-% verschiedener Titanoxid-Pigmente gleichmäßig
auf ein Polyethylen/Papier-Laminat gebracht und mittels Elektronenstrahlen ausgehärtet.
Der gehärtete Überzug hatte jeweils eine Dicke von ca. 20 pm. Die OH-Molalität der
Grundmischung ist 2.
[0040] Die Schichten wurden wie im Beispiel 1 geprüft. Die Prüfergebnisse sind in Tabelle
4 zusammengestellt.

[0041] Auch diese Versuchsreihe, bei der hydroxifunktionelle härtbare Komponenten zum Einsatz
kamen, bestätigt den Vorteil einer Verwendung von Titanoxiden mit einer Fremdoxidbelegung
von wenigstens 2 Gew.-%. Gleichzeitig demonstriert diese Reihe die besonderen Vorteile
der Kombination von hydroxifunktionellen härtbaren Stoffen gemeinsam mit einem fremdbelegten
Titanoxid mit wenigstens 2% Belegung.
1. Fotografisches Trägermaterial für schwarz/weiß- und farbfotografische Schichten,
das zumindest einseitig mit einer ein Weißpigment enthaltenden Schicht überzogen ist
in der das Weißpigment eine Oberflächenbelegung enthält und deren Binderkomponente
überwiegend aus ungesättigten Verbindungen hergestellt und vermittels energieliefernder
Strahlung gehärtet ist, dadurch gekennzeichnet, daß als Weißpigment ein Pigment verwendet
wird, das eine anorganische Oberflächenbelegung trägt, die wenigstens 2 Gew.-% des
Gesamtpigments ausmacht.
2. Trägermaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die anorganische Oberflächebelegung
3 bis 20 Gew.-% des Gesamtpigments ausmacht.
3. Trägermaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Weißpigment ein
Titandioxid oder Titanmischoxid oder ein weißes pigmentartiges Titanat ist.
4. Trägermaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die anorganische Oberflächenbelegung
der Weißpigmentteilchen aus einem Oxid oder Oxidhydrat des Aluminiums, des Siliziums,
des Zinns, des Zirkons, des Antimons, der Erdalkalimetalle oder aus Mischungen dieser
Oxide und Oxidhydraten besteht.
5. Trägermaterial nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das mit wenigstens
2 Gew.-% Fremdoxid oberflächenbelegte Titanoxid in eine härtbare Binderkomponente
eingearbeitet ist, die hydroxifunktionelle ungesättigte Substanzen enthält.
6. Trägermaterial nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Teilchen
des Weißpigments eine Belegung haben, die überwiegend aus Kieselsäure besteht.
7. Trägermaterial nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Titandioxidteilchen
mit einer Oberflächenbelegung versehen sind, die überwiegend aus Kieselsäure und kleinen
Anteilen eines Aluminium- und/oder Antimon- und/oder Zirkon- und/oder Erdalkalimetalloxids
besteht.
8. Trägermaterial nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Binderkomponente,
in der das Weißpigment dispergiert ist, mindestens einen Stoff enthält, der zwei oder
mehr Doppelbindungen enthält.
9. Verwendung eines Trägermaterials nach Anspruch 1 als Träger für fotografische Schichten,
die wenigstens eine anorganische oder organische Silberverbindung enthalten.
10. Verwendung eines Trägermaterials nach Anspruch 1 als Träger für fotografische
Schwarz/Weiß-oder Farbschichten, die durch Wärmeeinwirkung entwickelt werden können.
1. Matériau support photographique pour couches photographiques en noir et blanc et
en couleur, revêtu au moins sur un côté par une couche contenant un pigment blanc,
pigment blanc portant un enrobage superficiel, le constituant liant de la couche étant
préparé essentiellement à partir de composés insaturés, couche qui est durcie à l'aide
d'un rayonnement énergétique, caractérisé en ce qu'on utilise comme pigment blanc
un pigment portant un enrobage superficiel inorganique qui compte pour au moins 2%
en poids du pigment total.
2. Matériau support selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'enrobage superficiel
inorganique compte de préférence pour 3 à 20% en poids du pigment total.
3. Matériau support selon la revendication 1, caractérisé en ce que le pigment blanc
est un dioxyde de titane ou un oxyde mixte de titane ou un titanate pigmentaire blanc.
4. Matériau support selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'enrobage superficiel
inorganique des particules de pigment blanc est constitué d'un oxyde ou d'un oxyde
hydraté d'aluminium, ce silicium, de zinc, de magnésium, d'étain, de zirconium, d'antimoine
ou de métaux alcalino-terreux, ou de mélanges de ces oxydes et oxydes hydratés.
5. Matériau support selon les revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le dioxyde
de titane superficiellement enrobé d'au moins 2% en poids d'un oxyde étranger est
incorporé dans un constituant liant durcissable qui contient des substances insaturées
hydroxyfonctionnelles.
6. Matériau support selon les revendications 1 à 4, caractérisé en ce que les particules
du pigment blanc portent un enrobage essentiellement constitué de silice.
7. Matériau support selon la revendication 5, caractérisé en ce que les particules
de dioxyde de titane sont pourvues d'un enrobage superficiel essentiellement constitué
de silice et de faibles pourcentages d'un oxyde d'aluminium et/ou de zinc, et/ou d'un
oxyde d'antimoine et/ou de zirconium et/ou d'un métal alcalino-terreux.
8. Matériau support selon les revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le constituant
liant dans lequel est dispersé le pigment blanc contient au moins une substance contenant
deux doubles liaisons ou plus.
9. Utilisation d'un matériau support selon la revendication 1 comme support pour couches
photographiques contenant au moins un composé argentique organique ou inorganique.
10. Utilisation d'un matériau support selon la revendication 1 comme support pour
couches photographiques en noir et blanc ou en couleur, qui peuvent être développées
sous l'effet de la chaleur.
1. Photographic carrier material for coatings for black-and-white and coloured photography,
which is coated on at least one side with a coating containing a white pigment and
in which the white pigment contains a surface coating and the binder component of
which is produced predominantly from unsaturated compounds and hardened by means of
energy-supplying radiation, characterised in that as white pigment a pigment is used
which carries an inorganic surface covering which amounts to at least 2% wt. of the
total pigment.
2. Carrier material according to claim 1, characterised in that the inorganic surface
covering amounts to 3 to 20% wt. of the total pigment.
3. Carrier material according to claim 1, characterised in that the white pigment
is a titanium dioxide or titanium mixed oxide or a white pigment-type titanate.
4. Carrier material according to claim 1, characterised in that the inorganic surface
covering of the white pigment particles consists of an oxide or oxyhydrate of aluminium,
silicon, tin, zirconium, antimony, or the alkaline earth metals, or of mixtures of
these oxides and oxyhydrates.
5. Carrier material according to claims 1 to 3, characterised in that the titanium
oxide surface coated with at least 2% wt. of foreign oxide is worked into a hardenable
binder component which contains unsaturated substances with hydroxy-functional groups.
6. Carrier material according to claims 1 to 4, characterised in that the particles
of the white pigment have a covering consisting predominantly of silicic acid.
7. Carrier material according to claim 5, characterised in that the titanium dioxide
particles are provided with a surface coating which consists predominantly of silicic
acid and small proportions of an aluminium oxide and/or antimony oxide and/or zirconium
oxide and/or alkaline earth metal oxide.
8. Carrier material according to claims 1 to 6, characterised in that the binder component
in which the white pigment is dispersed contains at least one substance which contains
two or more double bonds.
9. Use of a carrier material according to claim 1 as carrier for photographic layers
which contain at least one inorganic or organic silver compound.
10. Use of a carrier material according to claim 1 as carrier for coatings for black-and-white
or colour photography, which can be developed by the action of heat.