[0001] Die Erfindung betrifft ein elektromagnetisch betätigtes Hydroventil in Schieberausführung
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Ein solches Hydroventil ist in Patentanmeldung P 33 43 827.7 beschrieben. Dort sind
in einem Hydraulikgehäuse ein elektromagnetisch betätigtes Vorsteuerventil und ein
Leistungsventil hintereinander koaxial angeordnet. Das Vorsteuerventil liefert einen
Vorsteuerdruck an den Schieber des Leistungsventils, der entgegen der Wirkung einer
Schraubenfeder einen entsprechenden Stellweg ausführt und dabei einen im Hydraulikgehäuse
befindlichen Arbeitsanschluß zu einer hydraulischen Kupplung, einen Rücklaufkanal
zum Tank für Hydraulikflüssigkeit und einen Druckzuführkanal steuert. Diese indirekt
gesteuerte Ventileinheit weist hohe Leckölverluste auf und erfordert einen hohen Aufwand
für Fertigung und Montage.
[0003] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein elektromagnetisches Hydroventil zu schaffen,
das mit weniger Bauteilen herstellbar ist, schneller montiert werden kann und geringere
Leckölverluste aufweist.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe dienen die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1. Wenn
der Leistungsschieber und der Vorsteuerschieber in einer Hülse längsgeführt sind,
läßt sich durch eine eng tolerierte Feinstbearbeitung eine nahezu spielfreie Passung
erzielen, so daß die Leckölverluste reduziert werden. Eine weitere Verminderung der
Leckölverlustleistung ergibt sich durch eine längere Leistungsschieberüberdeckung,
die durch die Führung in der Hülse mit langen Schaltwegen möglich wird.
[0005] Da das Vorsteuerventil und das Leistungsventil in einer Hülse zentriert sind, können
die Vorsteuer-Verbindungsleitungen, die bei der bekannten Ausführung das Ventilgehäuse
enthält, in einer Vorsteuer-Führungsbuchse innerhalb der Hülse untergebracht sein,
wodurch das Bauvolumen des Ventils verringert ist und größere Arbeitskanalquerschnitte
ermöglicht werden.
[0006] Durch die Zusammenfassung des Vorsteuerventils und des Leistungsventils zu einem
maschinell vormontierbaren, in das Ventilgehäuse einsteckbaren Einschub, wird die
Gesamtmontagezeit deutlich verringert. Ein solches Hydroventil kann als 3/2-Wegeventil
mit einem Pumpenanschluß, einem Arbeitsanschluß und zwei Tankrücklaufanschlüssen oder
auch als Druckregelventil ausgeführt sein.
[0007] Beide Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden
nachfolgend erläutert.
[0008] Es zeigt
Fig. 1 3/2-Wegeventil,
Fig. 2 Druckregelventil.
[0009] In ein Ventilgehäuse 1 sind im mittleren Bereich Kanäle für einen Arbeitsanschluß
A zur Weiterleitung des Hydraulikdrucks an einen Verbraucher, z. B. den Stellkolben
einer Hydraulikkupplung und für einen Pumpenanschluß P zur Druckzuführung eingearbeitet.
Endseitig enthält das Ventilgehäuse 1 je einen Kanal für einen Tankrücklaufanschluß
T1 bzw. T2, über die die Hydraulikflüssigkeit zum Vorratsbehälter zurückläuft.
[0010] In eine alle Kanäle des Ventilgehäuses 1 miteinander verbindende Bohrung ist eine
Hülse 2 eingepreßt. In Ringnuten am Außenumfang der Hülse 2 drei O-Ringe 3 eingelegt,
von denen jeweils einer zwischen zwei Anschlüssen des Ventilgehäuses 1 angeordnet
ist und diese gegeneinander abdichtet. Von der einen Seite her ist in die Hülse ein
Vorsteuerschieber 4 spielfrei in eine Führungsbuchse 5 eingesetzt, die in der Hülse
zentriert ist und einen radialen Druckzuführkanal 6 sowie einen Verbindungskanal 7
enthält. der Druckzuführkanal 6 ist über deckungsgleich in der Hülse 2 angebrachte
Druckzuführkanäle 6', in die Feinfilter 11 eingesetzt sind, mit dem Pumpenanschluß
P verbunden
[0011] Auf der Führungsbuchse 5 ist der zylindrische Leistungsschieber 9 zentriert, der
mit Spielpassung in der Hülse 2 längsgeführt ist und dabei mit seinen Stirnflächen
die in der Hülse angebrachten Kanalanschlüsse steuert.
[0012] Bei dem in Fig. 2 dargestellten Druckregelventil enthält ein Ventilgehäuse 21 an
seiner einen Seite einen Arbeitsanschluß A, der stirnseitig an der in das Ventilgehäuse
21 eingepreßten Hülse 22 angeordnet ist. Weiterhin sind im Ventilgehäuse 21 ein Pumpenanschluß
P und zwischen ihm-und dem Arbeitsanschluß A ein Tankrücklaufanschluß T2 eingearbeitet;
benachbart dem Elektromagnet 8 liegt ein weiterer Tankrücklaufanschluß T1. Drei O-Ringe
23 zwischen der Außenfläche der Hülse 22 und dem Ventilgehäuse 21 dichten die Anschlüsse
A, P und T1, T2 gegeneinander und nach außen hin ab.
[0013] Bei Erregen des Elektromagnets 7 wird der Vorsteuerschieber 4 entgegen Federkraft
in Richtung des Leistungsschiebers 9 verschoben und verbindet den Vorsteuer-Druckzuführkanal
6 mit dem in der Führungsbuchse 5 ausgebildeten Vorsteuer-Verbindungskanal 7. Somit
ist über den Vorsteuer-Verbindungskanal 7 der Leistungsschieber 9 stirnseitig beaufschlagt,
so daß er unter Zusammendrücken der Feder 13 eine Schaltbewegung nach links ausführt.
Dabei verbindet er den Pumpenanschluß P des Ventilgehäuses 1 mit dem Arbeitsanschluß
A des Ventilgehäuses. Vom Hydraulikdruck des Arbeitsanschlusses A aus kann nun ein
Arbeitskolben, z. B. ein Hydraulikkolben einer automatischen Gangschaltung betätigt
werden.
[0014] Wird der Elektromagnet 8 durch Abschalten der Stromzufuhr entregt, so wird der Vorsteuerschieber
durch Federkraft in seine Ausgangslage zurückgeschoben und stellt eine Verbindung
her zwischen dem Vorsteuer-Verbindungskanal 7 und dem
Tankan- schluß T1. Nachdem so am Leistungsschieber 9 der Druck abgebaut wurde, kann
ihn die Feder 13 in seine rechte Ausgangslage zurückdrücken. Dabei wird der Druckzuführkanal
6 verschlossen; der Arbeitsanschluß A wird mit dem Tankanschluß T2 verbunden, so daß
das Hydrauliköl zum Tank zurückläuft.
[0015] Bei dem Druckregler nach Fig. 2 wird der Vorsteuerschieber 24 vom Elektromagnet 8
entsprechend der Größe des ihm zugeführten Stromes kontinuierlich verschoben. Als
Gegenkraft wirkt jeweils der stirnseitige Öldruck am Vorsteuerschieber 24, der über
den in der Führungsbuchse 25 angebrachtenden Vorsteuer-Druckzuführkanal 26 und den
Vorsteuer-Verbindungskanal 27 aufgebaut wird. Derselbe Öldruck steht stirnseitig am
Leistungsschieber 29 an und schafft die Möglichkeit, daß der Leistungsschieber 29
bei Bedarf den Pumpenanschluß P mit dem Arbeitsanschluß A verbindet.
[0016] Ist beispielsweise an einem Arbeitskolben ein höherer Druck erforderlich, so wird
über einen Sensor die Stromzuführung zum Elektromagneten 8 vergrößert und der Vorsteuerschieber
24 wird um einen entsprechenden Betrag nach links verschoben, so daß sich am Leistungsschieber
29 ein höherer Druck aufbauen kann, der durch die Verschiebung des Leistungsschiebers
29 einen höheren Druck am Arbeitsanschluß erzeugt.
1. Elektromagnetisch betätigtes Hydroventil, das aus einem elektromagnetisch schaltbaren
Vorsteuerventil und einem von ihm mit Hydraulikdruck beaufschlagbaren Leistungsventil
gebildet ist, wobei die Ventilkörper des Vorsteuer- und Leistungsventils koaxial in
einem Ventilgehäuse angeordnet und als Schieber ausgestaltet sind, die beim Längsverschieben
Kanal-Anschlüsse des Ventilgehäuses steuern, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorsteuerschieber
(4, 24) und der Leistungsschieber (9, 29) innerhalb einer Hülse (2, 22) geführt sind,
die in das Ventilgehäuse (1, 21) dicht eingepaßt ist und mit radialen Durchbrüchen
versehen ist, die mit den Anschlüssen (P, A, T) des Ventilgehäuses (1, 21) in Verbindung
stehen.
2. Hydroventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Leistungsschieber
(9, 29) unmittelbar in der Hülse (2, 22) geführt ist, wogegen der Vorsteuerschieber
(4, 24) in einer Führungsbuchse (5, 25) längsgeführt ist, die in der Hülse (2, 22)
zentriert und befestigt ist, wobei der Leistungsschieber (9, 29) in seiner Ausgangslage
durch eine Feder (13) stirnseitig an der Führungsbuchse (5, 25) in Anlage gehalten
ist.
3. Hydroventil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Anschlüsse
(P, A, T) des Ventilgehäuses (1, 21) durch O-Ringe (3, 23) gegeneinander abgedichtet
sind, die zwischen die Hülse (2, 22) und das Ventilgehäuse (1, 21) eingelegt sind.
4. Hydroventil nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülse (2, 22) im Bereich
der Führungsbuchse (5, 25) radiale Druckzuführungskanäle (6', 26') enthält, in die
Feinfilter (11) eingesetzt sind.
5. Hydroventil nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorsteuerschieber
(4, 24) samt Elektromagnet (8) mit der Führungsbuchse (5, 25), dem Leistungsschieber
(9, 29) und der Hülse (2, 22) zu einem in das Ventilgehäuse (1, 21) einsteckbaren
Einbschub zusammengefaßt ist.