(19)
(11) EP 0 177 796 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
16.04.1986  Patentblatt  1986/16

(21) Anmeldenummer: 85111577.4

(22) Anmeldetag:  13.09.1985
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B22D 11/14, B22D 11/16, B22D 11/128
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT DE FR GB LU

(30) Priorität: 10.10.1984 DE 3437178

(71) Anmelder: SMS SCHLOEMANN-SIEMAG AKTIENGESELLSCHAFT
D-40237 Düsseldorf (DE)

(72) Erfinder:
  • Streubel, Hans
    D-4006 Erkrath 1 (DE)

(74) Vertreter: Müller, Gerd, Dipl.-Ing. et al
Patentanwälte Hemmerich-Müller-Grosse Pollmeier-Valentin-Gihske Hammerstrasse 2
57072 Siegen
57072 Siegen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verfahren und Vorrichtung zum Führen und Richten eines Giessstranges im Richt- und Auslaufbereich einer Bogenstranggiessanlage


    (57) Bei einem Verfahren und einer Vorrichtung zum Führen und Richten eines Gießstranges im Richt- und Auslaufbereich einer Bogenstranggießanlage, werden gegenüberliegend angeordnete Rollen von einer Federkraft gegen den ferrostatischen Druck des Gießstranges in einem dem Gießformat entsprechenden Abstand gehalten.
    Zur Vermeidung von Verklemmungen und zur Reduzierung der Rollenbelastung wird ein Gießstrangbereich erhöhter Festigkeit wegverfolgt und bei dessen Durchlauf die jeweilige Federkraft durch eine geringere Zusatzkraft reduziert.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Führen und Richten eines Gießstranges im Richt- und Auslaufbereich einer Bogenstranggießanlage, wobei gegenüberliegend angeordnete Rollen von einer Federkraft gegen den ferrostatischen Druck in einem dem Gießformat entsprechenden Abstand gehalten werden. Darüber hinaus betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.

    [0002] Bei einem bekannten Verfahren wird eine bewegliche Rollentraverse gegenüber einer ortsfesten Rollentraverse durch Tellerfedern gegen den ferrostatischen Druck in einer dem Format entsprechenden Position gehalten. Der Gießstrang kann insbesondere am Anfang und Ende durch stärkere Abkühlung Bereiche erhöhter Festigkeit aufweisen. Wird nun durch einen Bereich erhöhter Festigkeit die Verstelltraverse aufgedrückt, so kommt es infolge der steilen Federkennlinie zu einem starken Kraftanstieg. Dies führt insbesondere im Richt- und Auslaufbereich der Stranggießanlage zur Verklemmung des Gießstranges und zur Überlastung einzelner Rollen. Führt die Verklemmung zu einem Ausförderstillstand so müssen die Tellerfedern durch eine zusätzliche Kraft weiter zusammengedrückt und die bewegliche Rollentraverse entlastend hochgefahren werden.

    [0003] Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Verfahrens und einer Vorrichtung, wobei Verklemmungen durch Gießstrangbereiche erhöhter Festigkeit vermieden und die Rollenbelastung erheblich reduziert wird.

    [0004] Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß ein Gießstrangbereich erhöhter Festigkeit wegverfolgt wird und bei dessen Durchlauf die jeweilige Federkraft durch eine geringere Zusatzkraft reduziert wird.

    [0005] Auf diese Weise kann ein Verklemmen von Gießstrangbereichen erhöhter Festigkeit in der Strangführung und damit eine Überlastung von Rollen vermieden werden.

    [0006] Ein Steuersystem zur Durchführung des Verfahrens besteht gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung aus einem Stranggießprozeßrechner, einem Wegfolge- und Steuerungsrechner und einer Hydrauliksteuerung mit angeschlossenen hydraulischen Kraftgeräten. Die vom Stranggießprozeßrechner dargestellten Gießablaufdaten insbesondere über Gießstrangbereiche erhöhter Festigkeit werden an den Wegfolge- und Steuerungsrechner geleitet, der entsprechend der Strangförderung an die Hydrauliksteuerung Signale zur Beaufschlagung der hydraulischen Kraftgeräte übermittelt.

    [0007] Weitere vorrichtungsmäßige Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.

    [0008] In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Es zeigen

    Fig. 1 ein Steuersystem zur Durchführung des Verfahrens,

    Fig. 2 ein Strangführungselement im Richt- und Auslaufbereich einer Stranggießanlage und

    Fig. 3 eine aus Zuganker und Druckfeder bestehende alternative Verbindungseinheit.



    [0009] Das Steuersystem gemäß Fig. 1 besteht aus einem Stranggießprozeßrechner 1, einem Wegfolge- und Steuerungsrechner 2 und einer Hydrauliksteuerung 3, von der aus hydraulische Kraftgeräte 4 von Strangführungselementen 5; beim Durchlauf eines Gießstrangbereichs erhöhter Festigkeit beaufschlagt werden.

    [0010] In dem Strangführungselement gemäß Fig. 2 sind fünf untere Rollen 6 an einer Festtraverse 7 und fünf obere Rollen 8 an einer Verstelltraverse 9 gelagert, wobei jeweils eine mittlere Rolle angetrieben ist, die an der Verstelltraverse 9 durch Druckmittelzylinder 10 anstellbar sind. An der Festtraverse 7 sind vier Hohlsäulen 11 angebracht, an deren Innenseiten die Verstelltraverse 10 mittels Gleitstücken 12 geführt ist.

    [0011] In jeder Hohlsäule 11 befindet sich eine Federhülse 13, deren Bodenstück 14 mittels Bolzen 15 an der Festtraverse 8 befestigt sind. In jeder Federhülse 13 ist ein Zuganker 16 mittels Tellerfedern 17 verspannt. Der Zuganker 16 ist im Bodenstück 14 und in einem oberen Hülsendeckel 18 geführt.

    [0012] Auf der Verstelltraverse 9 sind Spindelhubelemente 19 angeordnet, deren Spindeln über ein Gabelstück 20 und einen Bolzen 21 mit einem an dem Zuganker 16 befestigten Kopf 22 verbunden ist. Zwischen dem oberen Hülsendeckel 18 und dem Kopf 22 ist eine Hydraulikmutter 23 angeordnet.

    [0013] Sobald ein Gießstrangbereich erhöhter Festigkeit das Strangführungselement erreicht, werden die Hydraulikmuttern 23 von der Hydrauliksteuerung 3 beaufschlagt. Dadurch wird die vom Zuganker 16 auf die Verstelltraverse 9 übertragene Zuhaltekraft reduziert. Falls der Gießstrangbereich erhöhter Festigkeit die Verstelltraverse 9 aufdrückt, können die aufgrund der Federkennlinie ansteigenden Zuhaltkräfte nicht zu einer Überlastung der Rollen 6, 8 führen.

    [0014] Bei dem in Fig. 3 dargestellten alternativen Verbidnungselement ist ein Zuganker 24 mittels zweier parallelwirkender Schraubenfedern 25, 26 innerhalb einer Federhülse 27 verspannt. Dabei wirkt jede Schraubenfeder 25, 26 innerhalb der Federhülse 27 gegen eine eigene Anschlagfläche 28 bzw. 29. Ein Bodenstück 30 der Federhülse 27 ist als Hydraulikzylinder ausgebildet, dessen Kolben 31 bei Beaufschlagung gegen den Zuganker 24 wirkt.


    Ansprüche

    1. Verfahren zum Führen und Richten eines Gießstranges im Richt- und Auslaufbereich einer Bogenstranggießanlage, wobei gegenüberliegend angeordnete Rollen von einer Federkraft gegen den ferrostatischen Druck des Gießstranges in einem dem Gießformat entsprechenden Abstand gehalten werden,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß ein Gießstrangbereich erhöhter Festigkeit wegverfölgt wird und bei dessen Durchlauf die jeweilige Federkraft durch eine geringere Zusatzkraft reduziert wird.
     
    2. Steuersystem zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet,
    durch einen Stranggießprozeßrechner (1), einen Wegfolge-und Steuerungsrechnet (2) und eine Hydrauliksteuerung (3) mit angeschlossenen hydraulischen Kraftgeräten (4).
     
    3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, wobei Rollen abschnittsweise gegenüberliegend an einer ortsfesten Traverse bzw. einer Verstelltraverse gelagert sind, die durch innerhalb von Hülsen durch Druckfedern belastete Zuganker auf Formatabstand gehalten werden, wobei den Zugankern hydraulische Kraftgeräte zugeordnet sind,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß zwischen einem Hülsendeckel (18) und einem Zugstangen kopf (22) eine Hydraulikmutter (23) angeordnet ist.
     
    4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, wobei Rollen abschnittsweise gegenüberliegend an einer ortsfesten Traverse bzw. einer Verstelltraverse gelagert sind, die durch innerhalb von Hülsen durch Druckfedern belastete Zuganker auf Formatabstand gehalten werden, wobei den Zugankern hydraulische Kraftgeräte zugeordnet sind,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß ein Bodenstück (30) der Federhülse (27) als Hydraulikzylinder ausgebildet ist, dessen Kolben (31) auf den Zuganker (24) gerichtet ist.
     
    5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß innerhalb der Federhülse (27) auf dem Zuganker (24) zwei Schraubenfedern (25, 26) angeordnet sind, denen innerhalb der Federhülse je eine eigene Anschlagfläche (28, 29) zugeordnet ist.
     




    Zeichnung