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EP 0 177 796 A2 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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16.04.1986 Patentblatt 1986/16 |
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Anmeldetag: 13.09.1985 |
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(84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT DE FR GB LU |
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Priorität: |
10.10.1984 DE 3437178
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Anmelder: SMS SCHLOEMANN-SIEMAG AKTIENGESELLSCHAFT |
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D-40237 Düsseldorf (DE) |
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Erfinder: |
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- Streubel, Hans
D-4006 Erkrath 1 (DE)
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Vertreter: Müller, Gerd, Dipl.-Ing. et al |
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Patentanwälte
Hemmerich-Müller-Grosse
Pollmeier-Valentin-Gihske
Hammerstrasse 2 57072 Siegen 57072 Siegen (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
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Verfahren und Vorrichtung zum Führen und Richten eines Giessstranges im Richt- und
Auslaufbereich einer Bogenstranggiessanlage |
(57) Bei einem Verfahren und einer Vorrichtung zum Führen und Richten eines Gießstranges
im Richt- und Auslaufbereich einer Bogenstranggießanlage, werden gegenüberliegend
angeordnete Rollen von einer Federkraft gegen den ferrostatischen Druck des Gießstranges
in einem dem Gießformat entsprechenden Abstand gehalten. Zur Vermeidung von Verklemmungen und zur Reduzierung der Rollenbelastung wird ein
Gießstrangbereich erhöhter Festigkeit wegverfolgt und bei dessen Durchlauf die jeweilige
Federkraft durch eine geringere Zusatzkraft reduziert.
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[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Führen und Richten eines Gießstranges im
Richt- und Auslaufbereich einer Bogenstranggießanlage, wobei gegenüberliegend angeordnete
Rollen von einer Federkraft gegen den ferrostatischen Druck in einem dem Gießformat
entsprechenden Abstand gehalten werden. Darüber hinaus betrifft die Erfindung eine
Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Bei einem bekannten Verfahren wird eine bewegliche Rollentraverse gegenüber einer
ortsfesten Rollentraverse durch Tellerfedern gegen den ferrostatischen Druck in einer
dem Format entsprechenden Position gehalten. Der Gießstrang kann insbesondere am Anfang
und Ende durch stärkere Abkühlung Bereiche erhöhter Festigkeit aufweisen. Wird nun
durch einen Bereich erhöhter Festigkeit die Verstelltraverse aufgedrückt, so kommt
es infolge der steilen Federkennlinie zu einem starken Kraftanstieg. Dies führt insbesondere
im Richt- und Auslaufbereich der Stranggießanlage zur Verklemmung des Gießstranges
und zur Überlastung einzelner Rollen. Führt die Verklemmung zu einem Ausförderstillstand
so müssen die Tellerfedern durch eine zusätzliche Kraft weiter zusammengedrückt und
die bewegliche Rollentraverse entlastend hochgefahren werden.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Verfahrens und einer Vorrichtung, wobei
Verklemmungen durch Gießstrangbereiche erhöhter Festigkeit vermieden und die Rollenbelastung
erheblich reduziert wird.
[0004] Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß ein Gießstrangbereich erhöhter Festigkeit
wegverfolgt wird und bei dessen Durchlauf die jeweilige Federkraft durch eine geringere
Zusatzkraft reduziert wird.
[0005] Auf diese Weise kann ein Verklemmen von Gießstrangbereichen erhöhter Festigkeit in
der Strangführung und damit eine Überlastung von Rollen vermieden werden.
[0006] Ein Steuersystem zur Durchführung des Verfahrens besteht gemäß einem weiteren Merkmal
der Erfindung aus einem Stranggießprozeßrechner, einem Wegfolge- und Steuerungsrechner
und einer Hydrauliksteuerung mit angeschlossenen hydraulischen Kraftgeräten. Die vom
Stranggießprozeßrechner dargestellten Gießablaufdaten insbesondere über Gießstrangbereiche
erhöhter Festigkeit werden an den Wegfolge- und Steuerungsrechner geleitet, der entsprechend
der Strangförderung an die Hydrauliksteuerung Signale zur Beaufschlagung der hydraulischen
Kraftgeräte übermittelt.
[0007] Weitere vorrichtungsmäßige Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0008] In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Es zeigen
Fig. 1 ein Steuersystem zur Durchführung des Verfahrens,
Fig. 2 ein Strangführungselement im Richt- und Auslaufbereich einer Stranggießanlage
und
Fig. 3 eine aus Zuganker und Druckfeder bestehende alternative Verbindungseinheit.
[0009] Das Steuersystem gemäß Fig. 1 besteht aus einem Stranggießprozeßrechner 1, einem
Wegfolge- und Steuerungsrechner 2 und einer Hydrauliksteuerung 3, von der aus hydraulische
Kraftgeräte 4 von Strangführungselementen 5
; beim Durchlauf eines Gießstrangbereichs erhöhter Festigkeit beaufschlagt werden.
[0010] In dem Strangführungselement gemäß Fig. 2 sind fünf untere Rollen 6 an einer Festtraverse
7 und fünf obere Rollen 8 an einer Verstelltraverse 9 gelagert, wobei jeweils eine
mittlere Rolle angetrieben ist, die an der Verstelltraverse 9 durch Druckmittelzylinder
10 anstellbar sind. An der Festtraverse 7 sind vier Hohlsäulen 11 angebracht, an deren
Innenseiten die Verstelltraverse 10 mittels Gleitstücken 12 geführt ist.
[0011] In jeder Hohlsäule 11 befindet sich eine Federhülse 13, deren Bodenstück 14 mittels
Bolzen 15 an der Festtraverse 8 befestigt sind. In jeder Federhülse 13 ist ein Zuganker
16 mittels Tellerfedern 17 verspannt. Der Zuganker 16 ist im Bodenstück 14 und in
einem oberen Hülsendeckel 18 geführt.
[0012] Auf der Verstelltraverse 9 sind Spindelhubelemente 19 angeordnet, deren Spindeln
über ein Gabelstück 20 und einen Bolzen 21 mit einem an dem Zuganker 16 befestigten
Kopf 22 verbunden ist. Zwischen dem oberen Hülsendeckel 18 und dem Kopf 22 ist eine
Hydraulikmutter 23 angeordnet.
[0013] Sobald ein Gießstrangbereich erhöhter Festigkeit das Strangführungselement erreicht,
werden die Hydraulikmuttern 23 von der Hydrauliksteuerung 3 beaufschlagt. Dadurch
wird die vom Zuganker 16 auf die Verstelltraverse 9 übertragene Zuhaltekraft reduziert.
Falls der Gießstrangbereich erhöhter Festigkeit die Verstelltraverse 9 aufdrückt,
können die aufgrund der Federkennlinie ansteigenden Zuhaltkräfte nicht zu einer Überlastung
der Rollen 6, 8 führen.
[0014] Bei dem in Fig. 3 dargestellten alternativen Verbidnungselement ist ein Zuganker
24 mittels zweier parallelwirkender Schraubenfedern 25, 26 innerhalb einer Federhülse
27 verspannt. Dabei wirkt jede Schraubenfeder 25, 26 innerhalb der Federhülse 27 gegen
eine eigene Anschlagfläche 28 bzw. 29. Ein Bodenstück 30 der Federhülse 27 ist als
Hydraulikzylinder ausgebildet, dessen Kolben 31 bei Beaufschlagung gegen den Zuganker
24 wirkt.
1. Verfahren zum Führen und Richten eines Gießstranges im Richt- und Auslaufbereich
einer Bogenstranggießanlage, wobei gegenüberliegend angeordnete Rollen von einer Federkraft
gegen den ferrostatischen Druck des Gießstranges in einem dem Gießformat entsprechenden
Abstand gehalten werden,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Gießstrangbereich erhöhter Festigkeit wegverfölgt wird und bei dessen Durchlauf
die jeweilige Federkraft durch eine geringere Zusatzkraft reduziert wird.
2. Steuersystem zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet,
durch einen Stranggießprozeßrechner (1), einen Wegfolge-und Steuerungsrechnet (2)
und eine Hydrauliksteuerung (3) mit angeschlossenen hydraulischen Kraftgeräten (4).
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, wobei Rollen abschnittsweise
gegenüberliegend an einer ortsfesten Traverse bzw. einer Verstelltraverse gelagert
sind, die durch innerhalb von Hülsen durch Druckfedern belastete Zuganker auf Formatabstand
gehalten werden, wobei den Zugankern hydraulische Kraftgeräte zugeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen einem Hülsendeckel (18) und einem Zugstangen kopf (22) eine Hydraulikmutter
(23) angeordnet ist.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, wobei Rollen abschnittsweise
gegenüberliegend an einer ortsfesten Traverse bzw. einer Verstelltraverse gelagert
sind, die durch innerhalb von Hülsen durch Druckfedern belastete Zuganker auf Formatabstand
gehalten werden, wobei den Zugankern hydraulische Kraftgeräte zugeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Bodenstück (30) der Federhülse (27) als Hydraulikzylinder ausgebildet ist,
dessen Kolben (31) auf den Zuganker (24) gerichtet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß innerhalb der Federhülse (27) auf dem Zuganker (24) zwei Schraubenfedern (25,
26) angeordnet sind, denen innerhalb der Federhülse je eine eigene Anschlagfläche
(28, 29) zugeordnet ist.