[0001] Die Erfindung betrifft eine magnetisch wirkende Auslösevorrichtung für ein Schaltgerät
mit einem von dem zu überwachenden Strom erregbaren Magnetjoch und einem relativ zu
dem Magnetjoch bewegbar angeordneten Anker, ferner mit einer Einstellvorrichtung zur
Beeinflussung des Ansprechstromes, wobei die Einstellvorrichtung den Abstand des Ankers
von der Polfläche des Magnetjoches sowie die Größe der auf den Anker wirkenden Rückstellkraft
bestimmt, sowie mit einer Einrichtung zur Veränderung der relativen Lage von Polflächen.
[0002] Eine Auslösevorrichtung dieser Art ist beispielsweise durch die FR-A 2 516 302 bekannt
geworden.
[0003] Bei diesen Auslösevorrichtungen ist als Auslösestrom derjenige Strom zu betrachten,
der eine Bewegung des Ankers entgegen allen auf ihn wirkenden Kräften bewirkt und
dabei die Verklinkung des Schaltgerätes zwecks Trennung seiner Kontaktglieder löst.
Der Auslösestrom hängt vor allem von dem Abstand des Ankers von dem zugehörigen Joch
und von der Rückstellkraft ab, die den Anker in seine Ruhelage zu bewegen bestrebt
ist. Beide Größen sind daher gleichermaßen sowohl zur betriebsmäßigen Einstellung
des Auslösestromes als auch zur Kalibrierung geeignet. Hierbei ist unter Kalibrierung
im Rahmen der Erfindung die Festlegung eines unteren und eines oberen Grenzwertes
des Auslösestromes zu verstehen. Innerhalb dieser Grenzwerte läßt sich der Auslösestrom
durch eine betriebsmäßig zu benutzende Einstellvorrichtung wählen.
[0004] In der Praxis bereitet es Schwierigkeiten, den unteren Grenzwert des Auslösestromes
unabhängig von dem oberen Grenzwert zu kalibrieren, da beide Einstellungen an dem
Anker der Auslösevorrichtung vorgenommen werden müssen. Wird daher der Luftspalt des
Ankers verändert, so ist hiermit auch eine Änderung der Spannung der Rückstellfeder
des Ankers verbunden.
[0005] Zwar gestattet die Auslösevorrichtung nach der FR-A 2 516 302 eine unabhängige Verstellung
der auf den Anker wirkenden Magnetkraft durch eine verstellbare Polfläche, doch wird
damit auch der Weg des Ankers verändert, da dieser Weg durch die in ihrer Lage veränderbare
Polfläche begrenzt ist.
[0006] Der Erfindung liegt ausgehend von einer Auslösevorrichtung der eingangs genannten
Art die Aufgabe zugrunde, eine Einstellung der auf den Anker wirkenden Magnetkraft
unabhängig vom Weg des Ankers zu verwirklichen.
[0007] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß das Magnetjoch E-förmig
gestaltet ist und daß der von einer Spule umschlossene mittlere Magnetpol des Magnetjoches
relativ zu den äußeren Polen einstellbar ist.
[0008] Je nach der gewählten Einstellung ist der Weg des Ankers hierbei entweder durch die
äußeren Pole oder den mittleren Pol begrenzt.
[0009] Die Einstellbarkeit des mittleren Magnetpoles des Magnetjoches erschwert die Herstellung
der Auslösevorrichtung nur unwesentlich. Es erweist sich nämlich, daß es lediglich
erforderlich ist, eine relative Verschiebbarkeit der Teile entsprechend einer Veränderung
des Auslösestromes von etwa 20% vorzusehen. Dies führt zu leicht zu beherrschenden
Stellwegen.
[0010] Die Erfindung wird im folgenden anhand des in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispieles
näher erläutert.
Die Figur 1 zeigt eine Ansicht eines Poles eines Leistungsschalters mit abgenommenem
Gehäusedeckel, um die magnetische Auslösevorrichtung nach der Erfindung zu verdeutlichen.
Die Figur 2 ist eine vereinfachte Seitenansicht eines Magnetjoches der Auslösevorrichtung.
Die Figur 3 ist eine Draufsicht der Auslösevorrichtung nach der Fig. 2.
In der Figur 4 ist eine Ansicht des Magnetjoches der Auslösevorrichtung nach der Figur
2 von unten dargestellt.
Die Figur 5 ist eine Ansicht des Magnetjoches nach der_Figur 2 mit Blickrichtung auf
die linke Seite in Fig. 2;
und Figur 6 zeigt eine Einzelheit eines mittleren Magnetpoles des Magnetjoches nach
der Figur 5.
[0011] Der in der Figur 1 gezeigte Pol 10 eines Niederspannungs- Leistungsschalters ist
mit abgenommener Abdeckung dargestellt, um die inneren Teile des Leistungsschalters
sichtbar zu machen. Der Pol 10 weist eine magnetische Anordnung 12 auf, einen Einstellhebel
14, einen Auslösehebel 16, eine bewegbare Kontaktanordnung 18, eine feststehende Kontaktanordnung
20 und eine Antriebsvorrichtung 22 mit einem Betätigungshandgriff 24. Der Betätigungshandgriff
24 ist zwischen einer Einschaltstellung und einer Ausschaltstellung bewegbar. Wenn
sich der Betätigungshandgriff 24 in der Einschaltstellung befindet, berühren sich
die bewegbare Kontaktanordnung 18 und die feststehende Kontaktanordnung 20 und bilden
einen Weg für den durch den Leistungsschalter fließenden Strom. Wenn sich der Betätigungshandgriff
24 in der Ausschaltstellung befindet, ist zwischen der bewegbaren Kontaktanordnung
18 und der feststehenden Kontaktanordnung 20 ein Zwischenraum vorhanden, so daß kein
Strom durch den Leistungsschalter fließt. Wie allgemein bekannt, kann der Leistungsschalter
von Hand durch eine Bedienung des Betätigungshandgriffes 24 oder durch eine Betätigung
des Auslösehebels 16 geöffnet werden, wenn sich die Kontakte 18 und 20 in der geschlossenen
Stellung befinden.
[0012] Die magnetische Anordnung umfaßt ein Magnetjoch 26 mit als Polschuhe dienenden Seitenteilen
27, einen Anker 28, einen an dem Magnetjoch 26 zur schwenkbaren Lagerung des Ankers
28 angebrachten unmagnetischen Bügel 29 und eine Einstellschraube 30. Wie die Figur
1 zeigt, ist die Einstellschraube 30 in einem Teil des Magnetjoches 26 einschraubbar.
Das eine Ende der Schraube 30 ist durch eine Öffnung in dem Gehäuseteil 11 des Poles
10 zugänglich. An dem anderen Ende der Einstellschraube 30 greift eine Schraubenfeder
32 an. Das an dem Anker 28 angreifende Ende der Schraubenfeder 32 zieht den Anker
28 von dem Magnetjoch 26 und von dem Auslösehebel 16 weg. Das andere Ende des Ankers
28 steht dem Einstellhebel 14 gegenüber. Aufgrund eines Stromflusses, der das Magnetjoch
26 magnetisiert, wird der Anker 28 in Richtung auf die Seitenteile 27 des Magnetjoches
26 angezogen. Da der Anker 28 an dem Bügel 29 schwenkbar gelagert ist, bewirkt eine
Bewegung des einen Endes des Ankers 28 in Richtung auf das Magnetjoch 26 eine Bewegung
des anderen Endes des Ankers in der Richtung auf den Auslösehebel 16 entgegen der
Kraft der Feder 32. Die Größe der durch die Feder auf den Anker ausgeübten Kraft kann
in gewissen Grenzen durch die Einstellschraube 30 justiert werden. Die Nähe des Ankers
28 zu den Polflächen des Magnetjoches 26 kann in gewissen Grenzen durch die Einstellung
der Lage des Einstellhebels 14 eingerichtet werden.
[0013] Es sei nun angenommen, daß der Leistungsschalter z. B. einen Nennstrom von 100 Ampere
besitzt. Derselbe Schalter kann dann eine Bemessung für Sofortauslösung im Bereich
von etwa 300 bis 1000 Ampere besitzen. Die Stellung des Einstellhebels 14 steht im
Zusammenhang mit der Einstellung des Auslösestromes und wird durch Drehung eines Nockens
gesteuert. Somit wird die Einstellung des Auslösestromes in Stufen zwischen dem niedrigen
und dem hohen Einstellwert gewählt.
[0014] Die Betätigung des Einstellhebels 14 bewegt den Anker in Richtung auf das Magnetjoch
26 oder von diesem weg, was sich als eine Verringerung des zur Auslösung des Schalters
benötigten Stromes oder im Sinne einer Vergrößerung dieses Stromes auswirkt. Andererseits
kann die Einstellschraube 30 zur Einstellung der von der Feder 32 auf den Anker ausgeübten
Kraft benutzt werden, da die Bewegung des Ankers in Richtung auf das Magnetjoch 26
entgegen der Wirkung der Feder 32 stattfindet. Wenn die Anzugskraft des Ankers 28
die Kraft der Feder 32 überwindet, trifft das mit der Feder verbundene Ende des Ankers
28 auf den Auslösehebel 16 und löst den Pol 10 aus.
[0015] Die beiden erwähnten Einstellungen verändern nicht direkt die Stärke des magnetischen
Feldes; statt dessen ändern diese Einstellungen den Abstand des Ankers von dem Magnetjoch
26. Die Einstellschraube 30 beeinflußt die auf den Anker 28 wirkende Federkraft direkt
und willkürlich.
[0016] Wie den Figuren 1 bis 5 zu entnehmen ist, gehört zu der magnetischen Anordnung außer
dem Magnetjoch 26 noch eine Spule 34 und ein mittlerer Magnetpol 36, der an dem Magnetjoch
26 angebracht ist, wodurch das Magnetjoch insgesamt eine E-förmige Gestalt erhält.
Vorzugsweise ist der mittlere Magnetpol 36 mittels einer Schraube 40 (Figuren 2, 4
und 5) einstellbar ausgebildet, um den Strom genau einstellen zu können, bei dem der
Anker 28 aus der ersten in die zweite Stellung bewegt wird. Stattdessen könnte auch
das Magnetjoch 26 bei feststehendem Magnetpol 36 verschiebbar sein.
[0017] Die Spule 34 ist mit genauen Fertigungstoleranzen in bekannter Weise auf einen unmagnetischen
Spulenkörper 38 gewickelt. Der Spulenkörper 38 und der Magnetpol 36 werden dann gemeinsam
an dem Magnetjoch 26 angebracht. Wie die Figuren zeigen, ist der mittlere Magnetpol
36 vorzugsweise stärker als die durch die Seitenteile 27 gebildeten äußeren Pole der
magnetischen Anordnung 12 ausgebildet. Die einstellbare Anordnung des mittleren Magnetpoles
ist so bemessen, daß der Magnetpol 36 in Fig. 5 vertikal etwa 2,54 mm (0,1 Zoll) verschoben
werden kann, was den Auslösestrom bei dem niedrigen Einstellwert um etwa 20 % verändert.
In der Figur 5 ist der Magnetpol 36 gegenüber den Seitenteilen 27 um ein Maß A zurückstehend
dargestellt.
[0018] Obwohl die Wirkungsweise der Erfindung aus der vorstehenden Beschreibung klar hervorgeht,
sollte betont werden, daß die niedrige Einstellung zunächst durch Benutzung der Einstellschraube
40 und anschließend die hohe Einstellung unter Verwendung der Schraube 32 eingestellt
werden kann, was auf den niedrigen Einstellwert keinen wahrnehmbaren Einfluß hat.
[0019] Es ist möglich und unter Umständen vorzuziehen, die Form des Endes des mittleren
Magnetpoles 36 gemäß der Figur 6 so zu wählen, daß der Magnetfluß auf die Mitte des
Magnetpoles 36 konzentriert wird. Dies bewirkt eine Anderung des Öffnungsstromes über
den Einstellbereich der Schraube 40 und damit des Magnetpoles 36. Auf diese Weise
kann, wenn die Einstellung des hohen Auslösewertes erst einmal vorgenommen ist, die
niedrige Einstellung durch Drehen der Schraube 40 vorgenommen werden, um den mittleren
Magnetpol 36 anzuheben oder abzusenken und hierdurch die magnetische Feldstärke und
die Anzugskraft für den Anker 28 zu erhöhen oder zu erniedrigen.
[0020] Eine Änderung der Stellung des mittleren Poles 36 zu dem Rahmen 26 verändert nicht
die Spannung der Feder 32. Die einzige Variable ist die magnetische Feldstärke, die
sich mit der Stellung des mittleren Magnetpoles 36 ändert.
1. Magnetisch wirkende Auslösevorrichtung für ein Schaltgerät mit einem von dem zu
überwachenden Strom erregbaren Magnetjoch (26) und einem relativ zu dem Magnetjoch
(26) bewegbar angeordneten Anker (28), ferner mit einer Einstellvorrichtung (14, 30,
32) zur Beeinflussung des Ansprechstromes, wobei die Einstellvorrichtung (14, 30,
32) den Abstand des Ankers (28) von einer Polfläche des Magnetjoches (26) sowie die
Größe der auf den Anker (28) wirkenden Rückstellkraft (Feder 32) bestimmt, sowie mit
einer Einrichtung zur Veränderung der relativen Lage von Polflächen des Magnetjoches
(26), dadurch gekennzeichnet, daß ein die auf den Anker (28) wirkende Magnetkraft
veränderndes Stellglied (Magnetpol 36, Schraube 40) vorgesehen ist und daß das Magnetjoch
E-förmig gestaltet ist und der von einer Spule (34) umschlossene mittlere Magnetpol
(36) relativ zu den äußeren Polen (Seitenteile 27) einstellbar ist.
2. Auslösevorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die relative Verschiebbarkeit
des mittleren Magnetpoles entsprechend einer Veränderung des Auslösestromes von etwa
20% bemessen ist.
1. Magnetic tripping device for a switch unit, with a magnet yoke (26) energized by
the monitored current and an armature (28) arranged so as to be capable of movement,
relative to the magnet yoke (26), also with an adjusting device (14, 30, 32) for regulation
of the actuating current, whereby the adjusting device (14, 30, 32) determines the
distance of the armature (28) from a pole face of the magnet yoke (26) and the magnitude
of the restoring force (spring 32) acting on the armature (28), and with a device
for varying the relative positions of pole faces of the magnet yoke (26), characterized
in that there is an actuator (magnetic pole 36, screw 40) altering the magnetic force
acting on the armature (28), and in that the magnet yoke is in the form of an E and
the central magnetic pole (36) enclosed by a coil (34) can be adjusted relative to
the outer poles (side pieces 27).
2. Tripping device as in Claim 1, characterized in that the relative movability of
the central magnetic pole is dimensioned to correspond to a change of approximately
20% in the trip current.
1. Dispositif de déclenchement magnétique pour un appareil de coupure comportant une
culasse magnétique (26) pouvant être excitée par un courant devant être contrôlé,
et une armature (28) montée de manière à être mobile par rapport à la culasse magnétique
(26), et comportant en outre un dispositif de réglage (14, 30, 32) servant à influer
sur le courant de réponse et déterminant la distance entre l'armature (28) et une
surface polaire de la culasse magnétique (26) ainsi que l'intensité de la force de
rappel (ressort 32) agissant sur l'armature (28), ainsi qu'un dispositif pour modifier
la position relative de surfaces polaires de la culasse magnétique (26), caractérisé
par le fait qu'il est prévu un organe de réglage (pôle magnétique 36, vis 40), modifiant
la force magnétique agissant sur l'armature (28), que la culasse magnétique possède
la forme d'un E et que le pôle magnétique central (36), entouré par une bobine (34),
est réglable par rapport aux pôles extérieurs (éléments latéraux 27).
2. Dispositif de déclenchement suivant la revendication 2, caractérisé par le fait
que la mobilité relative du pôle magnétique central est dimensionnée pour une modification
d'environ 20% du courant de déclenchement.