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EP 0 178 288 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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24.10.1990 Patentblatt 1990/43 |
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Anmeldetag: 12.09.1985 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)5: H05H 1/34 |
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Plasmabrenner
Plasma burner
Brûleur à plasma
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Benannte Vertragsstaaten: |
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BE CH DE FR GB IT LI NL SE |
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Priorität: |
11.10.1984 AT 3232/84
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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16.04.1986 Patentblatt 1986/16 |
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Patentinhaber: VOEST-ALPINE INDUSTRIEANLAGENBAU
GESELLSCHAFT m.b.H. |
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A-4020 Linz (AT) |
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Erfinder: |
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- Eger, Wolfgang, Dipl.-Ing.
A-4020 Linz (AT)
- Scheiblhofer, Gerhard, Dipl.-Ing.
A-4033 Linz (AT)
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Vertreter: Hübscher, Gerhard, Dipl.-Ing. et al |
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Patentanwälte Dipl.-Ing. Gerhard Hübscher
Dipl.-Ing. Helmut Hübscher
Dipl.-Ing. Heiner Hübscher
Spittelwiese 7 4020 Linz 4020 Linz (AT) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 111 116 US-A- 3 130 292 US-A- 3 692 431
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FR-A- 2 414 279 US-A- 3 304 719
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Plasmabrenner mit einer in einem Düsenkörper
eingesetzten Elektrode zum Zuführen von Gas entlang des Außenmantels der Elektrode,
wobei die Elektrode einen Strömungskanal mit einem zentralen Austritt für ein ionisierbares
Gas aufweist und an einem flüssigkeitsgekühlten Elektrodenhalter befestigt ist.
[0002] Bei Plasmabrennern ist es bekannt (US-A-3 130 292), die in einem Düsenkörper eingesetzte
Elektrode sowohl mit als auch ohne Strömungskanal für ein ionisierbares Gas auszubilden.
Nicht durchbohrte Vollelektroden, die gegenüber dem Düsenkörper zurückversetzt angeordnet
sein sollen, um einen entsprechenden Elektrodenschutz zu erhalten und einen unwirtschaftlichen
Einsatz an Schutzgas zu vermeiden, werden allerdings nur für geringere Stromstärken
eingesetzt, weil die einen zentralen Strömungskanal bildenden Hohlelektroden eine
zusätzliche Kühlung über das zentral zugeführte Plasmagas erlauben. Um bei Elektroden
mit einem zentralen Strömungskanal stabile Lichtbögen sicherzustellen, ist es bekannt
(DE-A-32 41 476), zwischen der kegelstumpfförmigen Elektrode und einem die Elektrode
aufnehmenden, koaxialen Düsenkörper eine Ringdüse zu schaffen, durch die das Plasmagas
unter einem spitzen Winkel in den Lichtbogen geleitet wird. Die durch diese Düsenform
erzwungene Gasströmung soll die Bogenstabilität entscheidend verbessern. Nachteilig
ist allerdings, daß wegen der besonderen Düsenform, bei der die Elektrode gegenüber
dem Düsenkörper in üblicher Weise axial zurückversetzt ist, der Düsenkörper einer
großen thermischen Belastung unterworfen wird, die zu einem raschen Abbrand der Düse
und damit zu einer Veränderung der Düsengeometrie führt, was die Einhaltung der gewünschten
Strömungswinkel über einen längeren Zeitraum in Frage stellt. Außerdem bleibt die
Strombelastbarkeit der Elektroden begrenzt.
[0003] Um die elektrische Leistung und den Wirkungsgrad eines Plasmastrahlgenerators zu
erhöhen, ist es schließlich bekannt (DE-B-1 954 851), die Geschwindigkeit des aus
der Düse austretenden Plasmasfrahles zu erhöhen. Zu diesem Zweck ist die Austrittsdüse
der Lichtbogenbrennkammer des Plasmastrahlgenerators als Doppeldüse ausgebildet, wobei
die innere Düsenaustrittsöffnung einerseits und die äußere, ringförmige Düsenaustrittsöffnung
anderseits eine Lavaldüse bilden. Nachteilig bei diesem bekannten Plasmastrahlgenerator
ist, daß eine Erhöhung der Brennerleistung durch die Ausgestaltung der Austrittsdüse
nicht mehr möglich ist, weil im Bereich der Austrittsdüse der bereits in der Lichtbogenbrennkammer
entstehende Plasmastrahl vorliegt.
[0004] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, diese Mängel zu vermeiden und einen
Plasmabrenner der eingangs geschilderten Art so zu verbessern, daß mit vergleichsweise
einfachen Mitteln die Brennerleistung erhöht und die Standzeit der Elektrode vergrößert
werden kann.
[0005] Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, daß der zentrale Austritt des Strömungskanales
als Diffusor ausgebildet ist, und daß die Austrittsöffnung des Diffusors mit axialem
Abstand aus dem Düsenkörper vorragt.
[0006] Durch die Ausbildung nicht der Austrittsdüse einer Lichtbogenbrennkammer, in der
zwei Elektroden für die Erzeugung eines Plasmastrahles vorgesehen sind, sondern des
zentralen Strömungskanalaustrittes einer Elektrode als Diffusor wird eine Expansion
des zugeführten Plasmagases und damit im Zusammenhang mit einer gegenüber einer zylindrischen
Bohrung vergrößerten Oberfläche eine zusätzliche Kühlung der Elektrode erreicht. Der
Diffusor gewährleistet aber auch eine vorteilhafte Strömungsausbildung des Plasmagases,
was eine Stabilisierung des unmittelbar nach der Düse entstehenden Plasmastrahles
bewirkt. Die höhere Lichtbogenstabilität bedingt darüber hinaus eine Badbewegung im
Bereich des Lichtbogens, so daß aufgrund des bewegungsbedingten Aufbrechens der auf
der Schmelze schwimmenden Schlackenschicht ein unmittelbarer Wärmeübergang auf die
Schmelze ermöglicht wird. Die durch den Diffusor erreichte größere Elektrodenoberfläche
ergibt eine größere Emissionsfläche, was eine geringere Flächenbelastung der Elektrode
und damit eine höhere Brennerleistung mit sich bringt.
[0007] Damit trotz der Vergrößerung der Brenrerleistung eine ausreichende Standzeit sichergestellt
werden kann, ragt die Austrittsöffnung des Diffusors mit axialem Abstand aus dem Düsenkörper
vor. Da durch den Diffusor der Plasmastrahl weitgehend stabilisiert werden kann, besteht
kaum eine Gefahr, daß der gegenüber der Elektrode zurückgesetzte Düsenkörper, der
in üblicher Weise gekühlt wird, einer zerstörenden Wärmebelastung ausgesetzt ist.
Die Düsengeometrie bleibt daher auch über längere Standzeiten erhalten, insbesondere
wenn sich der radiale Abstand zwischen der Elektrode und dem Düsenkörper gegen die
Austrittsöffnung des Diffusors hin vergrößert. Diese Abstandsvergrößerung wirkt sich
nicht nur auf die thermische Belastung des Düsenkörpers vorteilhaft aus, sondern auch
auf die Strömung des durch die Düse zugeleiteten Gases, weil mit einer Diffusorwirkung
die Ausbildung einer laminaren Strömung unterstützt wird.
[0008] Um besonders vorteilhafte Strömungsbedingungen für das dem Lichtbogen zugeleitete
Plasmagas zu erhalten, kann der Diffusor Teil einer Lavaldüse sein.
[0009] Da sich die Emissionszone der Elektrode über den Diffusor bzw. die Lavaldüse hinaus
gegen den Strömungskanal hin erstrecken kann, ist es vorteilhaft, wenn der Diffusor
bzw. die Lavaldüse über wenigstens zwei Durchtrittsöffnungen an den Strömungskanal
angeschlossen ist. Bei gleichem Strömungsquerschnitt sind die Oberflächen von zwei
oder mehreren Durchtrittsöffnungen entsprechend größer als die Oberfläche einer einzigen
Durchtrittsöffnung, so daß die Emissionsfläche der Elektrode durch diese Maßnahme
merklich vergrößert und die spezifische Flächenbelastung der Elektrode herabgesetzt
wird, was bei einer vorgegebenen, maximal zulässigen Flächenbelastung eine entsprechende
Erhöhung der Brennerleistung erlaubt.
[0010] In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt, und zwar
wird ein erfindungsgemäßer Plasmabrenner in einem vereinfachten Axialschnitt gezeigt.
[0011] Der dargestellte Plasmabrenner besteht im wesentlichen aus einer Elektrode 1, die
an einem wassergekühlten Elektrodenhalter 2 in herkömmlicher Weise befestigt ist.
Diese Elektrode 1 ist mit dem Elektrodenhalter 2 in einem wassergekühlten Düsenkörper
3 eingesetzt, der mit der Elektrode 1 einen Ringspalt 4 für den Durchtritt eines Spülgases
oder eines Plasmagases bildet. Um einen Kühlflüssigkeitsumlauf sicherzustellen, ist
sowohl im Düsenkörper 3 als auch im Elektrodenhalter 2 eine aus einem Rohr bestehende
Trennwand 5 vorgesehen. Zum zentralen Zuleiten eines ionisierbaren Plasmagases dient
ein Leitungsrohr 6, das den Elektrodenhalter 2 dicht durchsetzt und in einer entsprechenden
Aufnahmeausnehmung der Elektrode 1 eingesetzt ist. Dieses Leitungsrohr 6 bildet einen
Strömungskanal 7, dessen zentraler Austritt als Lavaldüse 8 ausgebildet ist. Diese
Lavaldüse 8 ist über wenigstens zwei Durchtrittsöffnungen 9 an den Strömungskanal
7 angeschlossen, so daß das ionisierbare Gas aus dem Strömungskanal 7 durch die Durchtrittsöffnungen
9 zunächst in den sich verjüngenden Teil 10 der Lavaldüse 8 gelangt, um dann über
den als Diffusor 11 ausgebildeten Teil der Lavaldüse aus der Elektrode 1 auszuströmen.
Wie der Zeichnung deutlich entnommen werden kann, liegt die Austrittsöffnung 12 des
Diffusors 11 in einem axialen Abstand a vor dem Düsenkörper 3. Entspricht der Abstand
a wenigstens einem Fünftel des Elektrodendurchmessers, so ergeben sich besonders vorteilhafte
Düsenverhältnisse. Da die Elektrode 1 im Bereich ihres vorragenden Endes einen halbkugelförmigen
Außenmantel aufweist, während der Innenmantel des Düsenkörpers 3 kegelförmig ausgebildet
ist, vergrößert sich der radiale Abstand b zwischen der Elektrode 1 und dem Düsenkörper
3 gegen das Austrittsende 12 des Diffusors 11 hin. Das durch den Ringspalt 4 geführte
Gas kann daher auf Grund der dadurch erzielbaren Diffusorwirkung unter Vermeidung
störender Wirbelbildungen weitergeleitet werden. Der sich gegen den Ausgang des Ringspaltes
4 vergrößernde Abstand b verhindert auch wirksam ein Übergreifen eines Nebenlichtbogens
auf den Düsenkörper 3, zumal mit dem Diffusor 11 der vorragenden Elektrode 1 eine
gute Stabilisierung des Lichtbogens erreicht wird.
[0012] Die Ausbildung des Strömungskanalaustrittes in Form einer Lavaldüse gewährleistet
nicht nur besonders günstige Strömungsverhältnisse für das zentral zugeführte Plasmagas,
sondern ergibt auch eine Vergrößerung der Emissionsfläche der Elektrode 1, was eine
Herabsetzung der spezifischen Flächenbelastung der Elektrode mit sich bringt. Die
durch die Durchtrittsöffnungen 9 vergrößerte Oberfläche unterstützt diese Wirkung,
so daß die Strombelastung gegenüber herkömmlichen Elektroden entscheidend vergrößert
werden kann. Die thermische Belastung bleibt dabei auf Grund der Elektrodenkühlung
durch das zugeführte Plasmagas in zulässigen Grenzen, weil die vergleichsweise große
Emissionsoberfläche und die Expansion des Gases im Diffusor 11 die Kühlung der Elektrode
verbessert. Die weitgehende Vermeidung von Turbulenzen bringt außerdem eine Plasmaströmung
mit sich, die eine Badbewegung am anderen Ende des Lichtbogens erlaubt, so daß die
auf der Schmelze schwimmende Schlackenschicht aufgerissen wird und ein unmittelbarer
Wärmeübergang auf die Schmelze erreicht werden kann.
1. Plasmabrenner mit einer in einem Dusenkörper (3) eingesetzten Elektrode (1) zum
Zuführen von Gas entlang des Außenmantels der Elektrode (1), wobei die Elektrode (1)
einen Strömungskanal (7) mit einem zentralen Austritt für ein ionisierbares Gas aufweist
und an einem flüssigkeitsgekühlten Elektrodenhalter (2) befestigt ist, dadurch gekennzeichnet,
daß der zentrale Austritt des Strömungskanales (7) als Diffusor (11) ausgebildet ist
und daß die Austrittsöffnung (12) des Diffusors (11) mit axialem Abstand (a) aus dem
Düsenkörper (3) vorragt.
2. Plasmabrenner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Diffusor (11) Teil
einer Lavaldüse (8) ist.
3. Plasmabrenner nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Diffusor
(11) bzw. die Lavaldüse (8) über wenigstens zwei Durchtrittsöffnungen (9) an den Strömungskanal
(7) angeschlossen ist.
4. Plasmabrenner nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß sich
der radiale Abstand (b) zwischen der Elektrode (1) und dem Düsenkörper (3) gegen die
Austrittsöffnung (12) des Diffusors (11) bzw. der Lavaldüse (8) hin vergrößert.
1. Torche à plasme comprenant une électrode (1) insérée dans un corps à tuyère (3)
pour amener du gaz le long de la surface extérieure de l'électrode (1), l'électrode
(1) comprenant un canal de flux (7) à sortie centrale pour un gaz pouvant être ionisé
et étant fixée à un support d'électrode (2) refroidi par un liquide, caractérisée
en ce que la sortie centrale du canal de flux (7) a la forme d'un diffuseur (11) et
que l'ouverture de sortie (12) du diffuseur (11) fait ressaut d'une distance axiale
(a) au-delà du corps à tuyère (3).
2. Torche à plasme selon la revendication 1, caractérisée en ce que le diffuseur (11)
est une partie d'une tuyère de Laval (8).
3. Torche à plasme selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que le diffuseur
(11) et la tuyère de Laval (8), respectivement, communiquent avec le canal de flux
(7) par au moins deux trous traversant (9).
4. Torche à plasme selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisée en
ce que la distance radiale (b) entre l'électrode (1) et le corps à tuyère (3) s'agrandit
en direction de l'ouverture de sortie (12) du diffuseur (11) et de la tuyère de Laval
(8), respectivement.
1. A plasma torch having an electrode (1) inserted in a nozzle member (3) and intended
for supplying gas along the outer surface of the electrode (1), the electrode (1)
having a flow duct (7) with a central outlet for an ionizable gas and being secured
to a liquid-cooled electrode holder (2), characterised in that the central outlet
of the flow duct (7) is constructed in the form of a diffuser (11) and in that the
outlet aperture (12) of the diffuser (11) projects with axial spacing (a) from the
nozzle member (3).
2. A plasma torch according to claim 1, characterised in that the diffuser (11) is
part of a Laval nozzle (8).
3. A plasma torch according to claim 1 or 2, characterised in that the diffuser (11)
or Laval nozzle (8) is connected to the flow duct (7) via at least two passage apertures
(9).
4. A plasma torch according to any one of claims 1 to 3, characterised in that the
radial distance (b) between the electrode (1) and the nozzle member (3) increases
towards the outlet aperture (12) of the diffuser (11) or Laval nozzle (8).
