[0001] Die Erfindung betrifft die Verwendung von D-Limonen, gegebenenfalls im Gemisch mit
DL-Limonen, zum Reinigen von Maschinen und Vorrichtungen sowie deren Teilen, insbesondere
der Papier-, Pappen-, Karton- und Zellstoff-Industrie.
[0002] Mit dieser erfindungsgemäßen Verwendung ist insbesondere eine Siebreinigung, eine
Filzreinigung, eine Walzenreinigung und Maschinenreinigung in überraschend eleganter
Weise möglich.
[0003] Die bisher für den oben genannten Zweck verwendeten Reinigungsmittel enthalten meist
Chlorkohlenwasserstoffe bzw. bestehen aus Chlorkohlenwasserstoffen und bringen daher
große Abwasserprobleme mitsich.
[0004] Zum Stand der Technik wird ferner im einzelnen folgendes ausgeführt.
[0005] Die DE-A-31 44 168 beschreibt ein wasserloses Handreinigungsmittel vom Gel-Typ, das
dadurch gekennzeichnet ist, daß es neben üblichen Bestandteilen 46,6 bis 52,6 Gew.-%
aus destillierten Citrus-Ölen gewonnenes Terpen, 2,5 bis 3,3 Gew.-% eines aus der
Kombination von 2 Gew.-% Myristinsäure, 50 Gew.- % Palmitinsäure und 48 Gew.-% Stearinsäure
gebildetes Säuregemisch und Wasser in einer zur Erzeugung eines Gels erforderlichen
Konzentration enthält.
[0006] Die US-A-4 414 128 und die EP-A-0 040 882 beschreiben Reinigungskompositionen, die
aus einer Kombination von 1 bis 20% eines oberflächenaktigen Mittels, 0,5 bis 10%
eines Mono- und/oder Sesquiterpens und 0,5 bis 10% eines polaren Lösungsmittels mit
bestimmter Löslichkeit in Wasser bestehen.
[0007] In der Literaturstelle von Dr. Placzek, "Chemische Produkte für die Papierfabrikation",
P. Klepler-Verlag KG, ist auf den Seiten 162 und 163 das Waschen und Reinigen von
Papiermaschinenelementen beschrieben, wobei die dort empfohlenen Reinigungsmittel
teilweise Chlorkohlenwasserstoffe, beispielsweise Trichloräthan enthalten bzw. aus
diesen bestehen.
[0008] Demgegenüber liegt vorliegender Erfindung die Aufgabe zugrunde, die Verwendung eines
Reinigungsmittels zum Reinigen von Maschinen und Vorrichtungen sowie deren Teilen,
insbesondere der Papier-, Pappen, Karton- und Zellstoff-Industrie vorzuschlagen, das
gemäß Arbeitsstoff-Verordnung nicht als gesundheitsschädlich angesehen wird, und das
als physiologisch unbedenklich bezeichnet werden kann.
[0009] Dabei soll die Verwendung eines solchen Reinigungsmittels vorgeschlagen werden, das
ein schnellsplatendes Reinigungsmittel ist, das insbesondere auch in der Lage ist,
Bitumen-, Latex-, Fett- und Harz-Rückstände reinigend von den genannten Maschinen-
und Vorrichtungen bzw. deren Teilen anzulösen bzw. abzulösen.
[0010] Die Lösung dieser Aufgabe ist Inhalt des Patentanspruchs.
[0011] Der sprunghafte überraschende technische Fortschritt der erfindungsgemäßen Lehre
zeigt sich insbesondere auch bei der Entfernung von Verunreinigungen die in der Papier-Industrie
vorkommen.
[0012] Im folgenden werden anhand von Ausführungsbeispielen erfindungsgemäße Anwendungsweisen
dargestellt.
Beispiel 1: (Siebreinigung)
[0013] Auf ein Kunststoff-Sieb, das aus Polyamid-Polyester besteht, und eine Größe von ca.
90 m
2 aufweist, wurde mittels eines Spritzrohres D-Limonen aufgebracht.
[0014] Gemäß einer Ausführungsform geschah dies bei laufender Maschine, gemäß einer weiteren
Ausführungsform geschah dies bei Stillstand der Maschine. Gemäß einer weiteren Ausführungsform
geschah dies bei ausgebautem Sieb.
[0015] Die auf dem Sieb befindlichen Verunreinigungen wie z.B. Harzablagerungen wurden rasch
angelöst und durch eine sich daran anschließende Spritzbehandlung mit Wasser, die
mittels Wasserspritzrohren durchgeführt wurde, in dispergierter Form ausgewaschen.
[0016] Durch dieses Reinigungsverfahren wurden die Entwäserungseigenschaften des Siebs wieder
hergestellt und eine sonst zu besorgende Produktqualitätsverminderung durch Löcher
usw. in z.B. der Papierbahn beseitigt.
Beispiel 2: (Filzreinigung)
[0017] Auf einen Kunststoff-Filz, der aus Polyamid-Polyester besteht und eine Größe von
220 m
2 aufweist, wurde mittels eines Spritzrohres bei laufender Maschine das Reinigungsmittel,
das aus D-Limonen besteht, aufgebracht.
[0018] Nach weiteren Ausführungsformen wurde ebenfalls mittels eines Spritzrohres das Reinigungsmittel
auf einen solchen Kunststoff-Filz bei leerlaufender Maschine, wieder nach einer anderen
Ausführungsform bei Stillstand der Maschine und schließlich bei einer weiteren Ausführungsform
auf den ausgebauten Filz aufgebracht.
[0019] Durch diesen Reinigungsvorgang wurden die im bzw. auf dem Filz vorhandenen Verunreinigungen
z.B. Harze beseitigt.
[0020] Der Filz erreicht somit wieder seine alten gewünschten Entwässerungseigenschaften,
so daß auch wieder die angestrebte Qualität in der Produktion erreicht wird.
Beispiel 3: (Walzenreinigung)
[0021] Mit dem Reinigungsmittel wurden ferner Walzenreinigungen durchgeführt, wobei die
klebrigen Verunreinigungen aufgelöst bzw. beseitgt wurden.
[0022] Allgemein gilt, daß das Reinigungsmittel zur Maschinenreinigung einsetzbar ist, wobei
auf elegante Weise Harz-, Bitumen- usw. Verunreinigungen entfernbar sind.
[0023] Grundsätzlich glit ferner, daß alle gebräuchlichen Werkstoffe, die für die Herstellung
von Sieben, Filzen, Walzen und Maschinen verwendet werden, z.B. auch Bronze, Edelstähle,
Kunststoffe usw. mit dem Reinigungsmittel gereinigt werden können.
[0024] Ein weiterer Vorteil des Reinigungsmittels besteht darin, daß es insbesondere auch
bei produzierender oder leeflaufender Maschine eingesetzt werden kann.
[0025] Im folgenden werden einige physikalisch-chemische Eigenschaften des Reinigungsmittels
angegeben.
