[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von Rohren großen Durchmessers,
wobei von Hohlstranggußblöcken ausgegangen wird, die durch Schrägwalzen über einen
Dom ausgewalzt werden und anschließend in einem Aufweitewalzwerk aufgeweitet werden.
[0002] Stahlrohre großen Durchmessers, insbesondere für Pipelines, werden nahezu ausschließlich
aus geschweißten Rohren hergestellt. Der Grund liegt im wesentlichen in der wirtschaftlichen
Herstellungsweise geschweißter Stahlrohre gegenüber nahtlosen Stahlrohren großer Abmessungen.
Gleichwohl wäre es wünschenswert, für die meisten der Anwendungsgebiete von Stahlrohren
großen Durchmessers nahtlose Rohre zu verwenden, um das Unsicherheitsrisiko einer
Schweißnaht sowohl bei Verlegung als auch bei dem Betrieb zu vermeiden. Bekanntlich
sind Schweißnähte immer ein Festigkeitsproblem, wodurch auch bei der Herstellung solcher
Rohre ein hoher Aufwand sowohl für die Kontrolle von Schweißnähten als auch für das
Nachvergüten erforderlich ist.
[0003] Es sind zwar Verfahren bekannt, bei denen Rohre unter Auswalzen von großen Hohlblöcken
hergestellt werden. Die technischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten liegen dabei
einerseits in der Erzeugung der großen Blöcke, andererseits in der Verwendung spezieller,
aufwendiger Walzwerke.
[0004] Aus der DD-A-68 215 ist ein Verfahren zur Herstellung nahtloser Rohre bekannt, wobei
von durch Stranggießen erzeugten Hohlblöcken ausgegangen wird. Diese können dann bspw.
durch Schrägwalzen über einen auf Druck beanspruchten Dom aufgeweitet und anschließend
in einem Stopfenwalzwerk auf die endgültige Abmessung gebracht werden oder nach dem
Schrägwalzen werden sie einem Pilgerverfahren unterworfen. Vorgesehen ist auch die
Kombination SchrägwalzenJStreckreduzieren.
[0005] Da Aufweiten von Hohlblöcken durch Walzen ist auch der DE-C 628 393 zu entnehmen.
[0006] Der Erfindung. liegt ausgehend von diesem Stand der Technik die Aufgabe zugrunde,
die Herstellung von Gießrohren wirtschaftlicher zu gestalten.
[0007] Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch, daß die Hohlblöcke im Schrägwalzwerk
auf die endgültige Länge (Länge des Fertigrohres) mit einem auf Zug beanspruchten
Dom ausgewalzt werden und daß durch das Aufweiten ohne Streckung in axialer Richtung
die gewünschte Endabmessung (Durchmesser, Wandstärke) eingestellt wird.
[0008] Durch die Kombination dieser Verfahrensschritte ist es möglich, in wirtschaftlicher
Weise, also mit vergleichsweise geringem Aufwand an Anlagen und damit Investitionen,
nahtlose Stahlrohre großen Durchmessers herzustellen und damit die bekannten Risiken
der geschweißten Großrohre infolge der Unsicherheit der Schweißnaht zu vermeiden.
Dies ist von besonderer Bedeutung für Rohre, die aus schwer schweißbaren Stählen herzustellen
sind oder unter einem sehr hohen Innendruck stehen. Ebenson ist dies von Bedeutung
für Rohre, die in schwierigen klimatischen Verhältnissen verwendet werden sollen oder
deren Handhabung keine besondere Sorgfalt zuläßt
[0009] Ein weiterer Vorteil ist, daß die Abmessungen, insbesondere die Rohrlänge betreffend,
variabel gehalten werden können.
[0010] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Verfahrensablaufes nach der Erfindung
im Vergleich zur konventionellen geschweißten Herstellung von Großrohren schematisch
dargestellt.
[0011] Fig. 1 zeigt das Verfahren zur Herstellung eines geschweißten Großrohres. Die erste
Produktionseinheit ist das Stahlwerk mit einer Brammenstranggußanlage. Beide sind
symbolisch im Kästchen 1 dargestellt. Das Ausgangsprodukt ist die im Querschnitt rechteckige
Bramme 2. Diese wird im nächsten Verarbeitungsgang nach einer Zwischenerwärmung einem
Blechwalzwerk zugeführt, symbolisch dargestellt durch Kästchen 3.
[0012] Nach der Adjustage ist mit 4 das Ausgangsmaterial für die Rohrherstellung, das Grobblech,
dargestellt. Dieses kommt als Ausgangsmaterial für die endgültige Rohrherstellung
in einem Großrohrwerk zunächst in eine sog. U-Presse, bei dem in Längsrichtung des
Bleches zunächst ein U-förmiger Körper hergestellt wird. Dieser U-Körper wird in der
sog. 0-Presse vollends zu einem im Querschnitt runden Rohr gebogen und daran anschließend
an den Stoßstellen in Längsrichtung verschweißt. Nach nachfolgender Wärmebehandlung
und Adjustieren ist der Herstellungsvorgang zum fertigen Rohr beendet Dieser Fertigungsgang
ist durch das Kästchen 5 symbolisiert Das Endergebnis ist das gechweißte Großrohr
6.
[0013] Das Verfahren zur Herstellung eines nahtlosen Großrohres ist in derselben Weise schematisch
in Fig. 2 dargestellt In der ersten Fertigungsstufe, symbolisch mit dem Kästchen 7
bezeichnet, befindet sich ein Stahlwerk mit einer an sich bekannten Hohlstranggußanlage.
Das Ergebnis dieser Fertigungsstufe ist ein runder, dickwandiger, hohler Stahlkörper,
der sog. Hohlblock, wie bei 8 im Querschnitt dargestellt. Dieser Hohlblock kann im
Prinzip beliebig lang sein.
[0014] Nach einer evtl. notwendigen Nacherwärmung wird dieser Hohlblock in der nächsten
Verfahrensstufe 9 in ein Schrägwalzwerk eingesetzt, dessen Hauptaufgabe darin besteht,
die vorgesehene endgültige Länge des fertigen Rohres zu erzeugen. Dieses Schrägwalzwerk
wird vornehmlich durch ein bekanntes Schrägwalzwerk, dessen Domstange auf Zug beansprucht
wird, dargestellt.
[0015] Danach wird der so gestreckte Hohlblock einem oder mehreren hintereinandergeschalteten
Aufweitewalzwerken mit auf Zug beanspruchten Dornstangen zugeführt, die lediglich
die Aufgabe haben, den Durchmesser des Hohlblockes auf das gewünschte Maß bei der
gewünschten Wandstärke zu bringen und so eine Streckung nur noch in tangentialer Richtung
zu erzeugen unter ungefährer Beibehaltung des Metergewichts bzw. der axialen Abmessung.
Die genaue Endabmessung wird in einem Maßwalzwerk oder Expander erzeugt. Ist diese
erreicht, so besitzt man nach der Adjustage ein Nahtlosrohr 10, dessen Abmessungen
abhängig von den angewendeten Verformungsaggregaten und abhängig vom Hohlblock, der
aus der Hohlstrangyußanlage kommt, durchaus vergleichbar sind mit denjenigen der geschweißten
Großrohre. Ferner ist es denkbar, auch ohne große Schwierigkeiten Abmessungen zu erreichen,
die sowohl in der Länge des Großrohres als auch in dessen Durchmesser und Wandstärke
den geschweißten Großrohren konventioneller Herstellungsart überlegen sind. Schließlich
ist es auch möglich, auf diese Art der Großrohrherstellung sicherer und wirtschaftlicher
wegen des fehlenden Schweißrisikos hochwertigeren Stahl zu Großrohren zu verarbeiten.
Die Vorteile dieses Herstellungsverfahrens sind insbesondere ein geringerer Aufwand
an Anlagen und damit Investitionen, ebenso wie ein geringerer Aufwand an Energie gegenüber
geschweißten . Großrohren. Damit ist es auf wirtschaftlich vertretbare Weise möglich,
Großrohre zu erzeugen, die nicht das Risiko einer Schweißnaht aufweisen, wirtschaftlicher
herzustellen sind und in ihren Abmessungen, insbesondere die Rohrlänge betreffend,
variabel gehalten werden können, verbunden mit dem Vorteil der Verarbeitungsmöglichkeit
von hochwertigen Stählen.
Verfahren zum Herstellen von Rohren großen Durchmessers, wobei von Hohlstranggußblöcken
ausgegangen wird, die durch Schrägwalzen über einen Dom ausgewalzt und anschließend
in einem Aufweitewalzwerk aufgeweitet werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Hohlblöcke
im Schrägwalzwerk auf die endgültige Länge mit einem auf Zug beanspruchten Dom ausgewalzt
werden und daß durch das Aufweiten ohne Streckung in axialer Richtung die gewünschte
Endabmessung eingestellt wird.