(19)
(11) EP 0 179 162 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
21.09.1988  Patentblatt  1988/38

(21) Anmeldenummer: 84112742.6

(22) Anmeldetag:  23.10.1984
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4E04D 12/00, B32B 27/12

(54)

Dachunterspannbahn

Roof lining sheet

Feuille de sous-toiture


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
30.04.1986  Patentblatt  1986/18

(73) Patentinhaber: Vöst, Walter
D-8903 Bobingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Vöst, Walter
    D-8903 Bobingen (DE)

(74) Vertreter: Charrier, Rolf, Dipl.-Ing. 
Patent- und Rechtsanwälte Dipl.-Ing. Charrier, Dr. Rapp, Dr. Waibel, Dr. Bauer Rehlingenstrasse 8
86153 Augsburg
86153 Augsburg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-A- 1 629 459
US-A- 3 476 626
FR-A- 2 517 726
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Dachunterspannbahn, bestehend aus einer Folie und einem auf eine Seite der Folie aufkaschierten Faservlies.

    [0002] Die Dachunterspannbahn nach dem DE-U-7 905 531 besteht aus einer elastischen Folie aus einer Mischung von Äthylencopolymerisat und Bitumen, bei der auf einer Seite ein Faservlies insbesondere aus Glasfasern aufkaschiert ist. Um eine akzeptable Reißfestigkeit zu erhalten, ist das Faservlies durch ein grobmaschiges Gewebe oder Gewirke verstärkt.

    [0003] Die Folie ist relativ dick und kann trotzdem wegen ihrer Zusammensetzung leicht durchstoßen werden. Die Ausreißfestigkeit an den Heft- oder Nagelstellen ist schlecht. Durch die Verstärkung des Vlieses mit einem Gewebe oder Gewirke ist die Dachunterspannbahn teuer. Besonders nachteilig ist, daß keine Dampfdurchlässigkeit vorhanden ist. Eine Schwitzwasser- und Reifbildung sind die Folge.

    [0004] Die Dachunterspannbahn nach der DE-A-2 908 461 besteht aus einer Kunststoff-Folie, die mit einer Schicht aus feuchtigkeitsabsorbierendem Werkstoff, bevorzugt Zellstoff kaschiert ist. Damit die Folie eine ausreichende Reißfestigkeit aufweist, ist sie armiert. Eine Wasserdampfdurchlässigkeit ist ebenfalls nicht vorhanden, vielmehr soll der Zellstoff den kondensierenden Wasserdampf aufnehmen. Zellstoff verrottet jedoch im Laufe der Zelt.

    [0005] Gemäß der DE-A-1 609 995 wird als Dachunterspannbahn eine gelochte Kunststoff-Folie verwendet, um ein Atmen des Daches zu ermöglichen.

    [0006] Nach der DE-A-1 9 45 586 wird dies als nachteilig angesehen, da hierdurch die Dichtigkeit der Folie nicht mehr gegeben ist. Es wird deshalb die Verwendung eines Kunststoff-Vlieses vorgeschlagen, dessen Außenflächen mehr oder weniger stark heißversiegelt sind. Eine derartige Heißversiegelung ist jedoch teuer und schwierig zu steuern, denn die Außenflächen sollen so porös sein, daß einerseits Wasserdampf durch das Vlies hindurchgeht, andererseits jedoch kein Wasser. Die letztgenannte Schrift illustriert die Erfordernisse, die an eine Dachunterspannbahn zu stellen sind, in besonderer Weise.

    [0007] Aus diesem Stand der Technik ergibt sich, daß Dachunterspannbahnen u.a eine hohe Reißfestigkeit aufweisen sollen, daß die Stempeldurchdruckkraft, die für die Trittfestigkeit bestimmend ist, groß sein soll, daß die Bahnen leicht nagel- und heftbar sein sollen, ohne daß die Gefahr des Einreißens besteht, daß sie wasserdampfdurchlässig, jedoch wasserundurchlässig sein sollen, ferner besteht die Bedingung, daß keine Verrottung auftritt, die Bahnen schall- und wärmedämmend sein sollen und letztlich, daß sie was ihre eigentliche Aufgabe ist, einen sicheren Witterungsschutz gewährleisten. Die bekannten Dachunterspannbahnen erfüllen diese Forderungen jeweils nur zum Teil.

    [0008] Es besteht daher die Aufgabe, eine Dachunterspannbahn so auszubilden, daß sie preisgünstig herstellbar ist und die vorgenannten Forderungen weitgehend alle erfüllt.

    [0009] Gelöst wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind den Unteransprüchen entnehmbar.

    [0010] Durch die Verwendung einer Polyäthylenfolie ist die Dachunterspannbahn relativ preisgünstig. Infolge der Nadelung dieser Polyäthylenfolie wird diese wasserdampfdurchlässig, jedoch läßt diese Nadelung kein Wasser durch. Bevorzugt verläuft die Durchstoßrichtung der Nadelung von der kaschierten zur unkaschierten Seite der Folie. Das aufkaschierte Vlies aus Polyester und/oder Polyamid verleiht der Folie eine sehr hohe Reißfestigkeit. Selbst wenn die Folie einen Riß aufweist, dann vergrößert sich dieser Riß bei einer Beanspruchung quer zum Rißverlauf nicht, was durch das aufkaschierte Faservlies verhindert wird. Selbst wenn eine Feuchtigkeitsbildung stattfindet, so wird die sich bildende Feuchtigkeit vom Vlies aufgenommen und von ihm allmählich wieder abgegeben.

    [0011] Die Dachunterspannbahn kann mit handelsüblichen Nägeln oder Heftklammern befestigt werden, ohne daß die Gefahr des Ausreißens besteht.

    [0012] Das Aufkaschieren des Faservlieses auf die zuvor genadelte Folie erfolgt mittels eines Dispersionsklebers, bevorzugt jedoch mittels eines Schmelzklebers.

    [0013] Ein Ausführungsbeispiel wird nachfolgend erläutert.

    [0014] Die Dachunterspannbahn weist insgesamt eine Dicke von 2 mm auf. Die Dicke des aus Polyesterstapelfasern bestehenden Faservlieses beträgt 1,8 mm. Die aus Polyäthylen bestehende Folie ist 0,06 mm dick. Die Aufkaschierung erfolgt mittels eines Dispersionsklebers. Das Flächengewicht der Dachunterspannbahn liegt bei 200 g/m2, ermittelt nach DIN 53854. Hiervon entfallen etwa 150 g/m2 auf das Vlies, der Rest auf Kleber und Folie. Die Nadelstellen der vor dem Kaschieren genadelten Folien weisen einen gegenseitigen Abstand von 15 mm auf. Die Nadelstärke beträgt etwa 0,6 mm. Die Durchstoßrichtung der Nadelung verläuft von der kaschierten zur unkaschierten Seite.

    [0015] Eine derartige Dachunterspannbahn weist eine Reißfestigkeit in jeder Richtung von 420N/5 cm auf, ermittelt nach DIN 53857 Blatt 2. Die Stempeldurchdruckraft nach DIN 54307 beträgt 1150N. Die Wärmeleitfähigkeit nach DIN 52613 wurde mit 0,045 w/mk ermittelt. Die Dachunterspannbahn ist bezüglich ihres Brandverhaltens nach DIN 4102 einzuordnen in die Klasse B2. Sie ist bis 80° C dauerwärmebeständig und weist eine Versprödungstemperatur von unter -60° C auf.

    [0016] Derartige Dachunterspannbahnen werden in einer Breite von 1,1 m und einer Länge von 50 m hergestellt.

    [0017] Die Farbgebung von Folie und Vlies kann beliebig sein Eine UV beständige Ausrüstung und ebenso eine flammhemmende Ausrüstung ist ohne Schwierigkeiten möglich.

    [0018] Das Aufkaschieren des Vlieses auf die Folie erfolgt bevorzugt mittels eines Schmelzklebstoffes. Als besonders geeignet hat sich ein solcher auf der Basis eines Acrylsäureester-Copolymerisats erwiesen, der auf die Folie aufgesprüht wird. Dieser Schmelzkleber weist u.a. eine sehr gute Alterungs- und Hitzestabilität auf. Er kann bei Temperaturen zwischen 140 bis 180°C verarbeitet werden.


    Ansprüche

    1. Dachunterspannbahn, bestehend aus einer Folie und einem auf eine Seite der Folie aufkaschierten Faservlies, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie aus Polyäthylen besteht, diese Folie genadelt ist, das aufkaschierte Faservlies aus Polyester und/oder Polyamid besteht und sein Flächengewicht bei einer Dicke von etwa 1,8 mm etwa 150 g/m2 beträgt.
     
    2. Dachunterspannbahn nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Löcher der Nadelung einen gegenseitigen Abstand von etwa 10 bis 15 mm aufweisen und die bei der Nadelung verwendete Nadelstärke etwa 0,6 mm beträgt.
     
    3. Dachunterspannbahn nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchstoßrichtung der Nadelung von der kaschierten zur unkaschierten Seite der Folie verläuft.
     
    4. Dachunterspannbahn nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Dicke der Folie etwa 0,06 mm beträgt.
     
    5. Dachunterspannbahn nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Flächengewicht von Folie und Kaschierkleber etwa 50 g/m2 beträgt.
     
    6. Dachunterspannbahn nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Vlies auf die Folie mittels eines Dispersionsklebers aufkaschiert ist.
     
    7. Dachunterspannbahn nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Vlies auf die Folie mittels eines Schmelzklebers aufkaschiert ist.
     
    8. Dachunterspannbahn nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß ihre Reißfestigkeit nach DIN 53857 Blatt 2 etwa 420N/5 cm und ihre Stempeldurchdruckkraft nach DIN 54307 etwa 1150N beträgt.
     


    Claims

    1. Roof lining sheet, consisting of plastic sheeting and a non-woven fabric applied to one side of the sheeting, characterised in that the sheeting is made of polyethylene, this sheeting is nailed, the applied non-woven fabric is made of polyester and/or polyamide and its weight per unit area with a thickness of approximately 1.8 mm is approximately 150 g/m2.
     
    2. Roof lining sheet according to claim 1, characterised in that the perforations of the nails have a mutual spacing of approximately 10 to 15 mm and the needle thickness used is approximately 0.6 mm.
     
    3. Roof lining sheet according to claim 1 or 2, characterised in that the direction of penetration during nailing is from the side of the sheeting lined with non-woven fabric towards the unlined side.
     
    4. Roof lining sheet according to one of claims 1 to 3, characterised in that the sheeting thickness is approximately 0.06 mm.
     
    5. Roof lining sheet according to claim 4, characterised in that the weight per unit area of the sheeting and lining adhesive is approximately 50 g/m2.
     
    6. Roof lining sheet according to one of claims 1 to 5, characterised in that the fabric is applied to the sheeting by means of a dispersion adhesive.
     
    7. Roof lining sheet according to one of claims 1 to 5, characterised in that the fabric is applied to the sheeting by means of a fusion adhesive.
     
    8. Roof lining sheet according to one of claims 1 to 7, characterised in that its tearing strength to DIN 53857 Sheet 2 is approximately 420N/5 cm and its punching penetration strength to DIN 54307 is approximately 1150N.
     


    Revendications

    1. Feuille de sous toiture composée d'une feuille et d'une nappe de fibres non-tissées contrecollée sur un côté de ladite feuille, caractérisée en ce que la feuille est en polyéthylène, cette feuille est fixée au moyen d'épingles, la nappe de fibres non-tissées contrecollée est en polyester et/ou polyamide et son grammage est d'environ 150 g/m2 pour une épaisseur d'environ 1,8 mm.
     
    2. Feuille de sous-toiture selon la revendication 1, caractérisée en ce que les trous de l'épinglage présentent un espacement d'environ 10 à 15 mm et le diamètre des épingles mises en oeuvre dans l'épinglage est d'environ 0,6 mm.
     
    3. Feuille de sous-toiture selon la revendication 1 ou la revendication 2, caractérisée en ce que la direction de perforation de l'épinglage va du côté de la feuille contrecollé au côté de la feuille non contrecollé.
     
    4. Feuille de sous-toiture selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que l'épaisseur de la feuille est d'environ 0,06 mm.
     
    5. Feuille de sous-toiture selon la revendication 4, caractérisée en ce que le grammage de la feuille et de la colle servant au contrecollage est d'environ 50 g/m2.
     
    6. Feuille de sous-toiture selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisée en ce que la nappe est contrecollée sur la feuille au moyen d'une colle à dispersion.
     
    7. Feuille de sous-toiture selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisée en ce que la nappe est contrecollée sur la feuille au moyen d'une colle à fusion.
     
    8. Feuille de sous-toiture selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisée en ce que sa solidité à la déchirure est d'environ 420N/5 cm et sa résistance au poinçonnage est d'environ 1150 N.