[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Dosierung und Mischung
zweier Fluidkomponenten, insbesondere von Wasser und Sirup einer Anlage zur Herstellung
von in Flaschen verpackten Erzeugnissen.
[0002] Es sind verschiedene zur Dosierung und Mischung von Wasser/ Sirup verwendete Systeme
bekannt: a) Gravitationsdosiersysteme durch kalibrierte öffnungen mittels Konstanthaltung
der Fallhöhe. Diese Systeme verwenden Füllstandsregler, um die Zuführung der beiden
Komponenten zu verändern, sowie Sperrventile während des Stillstands des Systems.
Die Dosierung erfolgt bei atmosphärischem Druck, und auf der stromab gelegenen Seite
dieser Systeme bringt eine Pumpe das Erzeugnis auf Betriebsdruck. b) Dosiersysteme
mit Modulierventilen, die auf ein von Füllmengenmessern erhaltenes Signal reagieren
und die in das Fertigerzeugnis und in eines der zu vermischenden Fluide, im Normalfall
Wasser, eingeführt werden. Auch dieses Dosiersystem umfaßt eine Pumpe, die das Erzeugnis
auf den Betriebsdruck bringt. c) Dosiersysteme mit einer Dosierkolbenpumpe. Bei vorgenannten
Systemen mit Kolben mit einstellbarem Hub bestimmen diese das erforderliche Dosierverhältnis
zwischen Wasser und Sirup und bringen die Mischung auf den Betriebsdruck.
[0003] Die derzeit bekannten Dosiersysteme erfordern zahlreiche manuelle Eingriffe. Wenn
die Verbraucheranlage bei gleichem vorgegebenen Mischungsverhältnis eine Änderung
der Fördermenge der Mischung erfordert, ist es notwendig einzugreifen, um die Fördermengen
für Wasser und Sirup zu ändern, die beide durch die neue Abflußmenge verändert werden.
[0004] Wenn die Verbraucheranlage bei der gleichen Fördermenge ein anderes Dosierverhältnis
der Mischung erfordert, muß eingegriffen werden, um die Fördermengen der beiden Fluide
zu regeln; wenn stromauf Konzentrationsänderungen bzw. Viskositätsänderungen des Sirups
eintreten, muß eingegriffen werden, um die Fördermengen der beiden Komponenten einzustellen,
und die automatische Steuerung kann nicht durch eine einzige Gerätschaft bewerkstelligt
werden; wenn es zu Unterbrechungen beim Betrieb der Anlage kommt, ist ein Eingriff
notwendig, um vorübergehende Veränderungen des Dosierverhältnisses zu korrigieren.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein einfaches Verfahren und eine aus wenigen
Komponenten bestehende Vorrichtung zu schaffen, mit welchen ohne großen Regelaufwand
gewünschte Mischungen zweier unterschiedlicher Fluide hergestellt werden können.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Fluide aus zwei getrennten
piezometrischen Behältern zugeführt werden, daß die Fluidpegel in den Behältern gleiche
Höhe aufweisen und damit die Fluiddrücke in den Behältern gleich sind, daß die Abflußgeschwindigkeit
der Fluide in den Leitungen konstant ist und daß die Zusammenführung der Fluide über
koaxiale öffnungen der Zuführungsleitungen erfolgt.
[0007] Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, daß zwei getrennte,
piezometrische Behälter mit gleichem Flüssigkeitsstand und -druck für die zu dosierenden
und zu mischenden Fluide angeordnet sind.
[0008] Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens und der erfindungsgemäßen Vorrichtung
wird eine Dosierung und Mischung zweier Fluide unterschiedlicher Viskosität zuverlässig
ohne großen regeltechnischen Aufwand erreicht.
[0009] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme
auf die Zeichnung näher erläutert.
[0010] Sirup wird von einem piezometrischen Behälter 1 über eine Rohrleitung 1' zugeführt,
während Wasser aus einem piezometrischen Behälter 2 durch eine Rohrleitung 2' zugeführt
wird. Sirup und Wasser werden durch zwei koaxiale Öffnungen 3 und 4 geführt.
[0011] Die beiden aus den koaxialen öffnungen 3 und 4 austretenden Fluide fließen in einer
Pumpe 5 mit konstanter Förderleistung zusammen.
[0012] Die Steuerung der Fördermenge des Sirups, der durch die koaxiale Öffnung 3 fließt,
erfolgt über eine Mikrometerschraube 6, die mit einer automatischen Einrichtung 7
verbunden ist, welche Konzentrationsschwankungen der Mischung feststellt, die zu einer
Verbraucheranlage 8 geschickt wird.
[0013] Sirup und Wasser, die zu dosieren sind, stammen jeweils aus Vorratsbehältern, die
bezogen auf die Vorrichtung stromauf liegen und die symbolisch mit den Pfeilen 9 und
10 gekennzeichnet sind.
1. Verfahren zur Dosierung und Mischung zweier Fluidkomponenten, dadurch gekennzeichnet
, daß die Fluide aus zwei getrennten piezometrischen Behältern (1, 2) zugeführt werden,
daß die Fluidpegel in den Behältern gleiche Höhe aufweisen und damit die Fluiddrücke
in den Behältern gleich sind, daß die Abflußgeschwindigkeit der Fluide in den Leitungen
konstant ist und daß die Zusammenführung der Fluide über koaxiale Öffnungen (3, 4)
der Zuführungsleitungen (1', 2') erfolgt.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet
, daß zwei getrennte piezometrische Behälter (1, 2) mit gleichem Flüssigkeitsstand
und -druck für die zu dosierenden und zu mischenden Fluide angeordnet sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet ; daß zur Zusammenführung der
konstanten Teilfördermengen der beiden zu mischenden Fluide auch bei verschiedenen
Abflußgeschwindigkeiten zwei koaxiale Öffnungen(3, 4) angeordnet sind, die so profiliert
sind, das die Zustände der einzelnen hydrodynamischen Konfigurationen unabhängig vom
Fördermengenverhältnis der einzelnen Komponenten unverändert gehalten werden.
4. Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 und 3, dadurch gekennzeichnet , daß für das Fluid
mit größerer Viskosität die innenliegende (3) und für das Fluid geringer Viskosität
die äußere (4) der beiden koaxialen Öffnungen (3, 4) vorgesehen ist.
5. Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet , das das vorgegebene
Dosierverhältnis, das für jede hydraulische Einstellung konstant ist, sich auch nicht
ändert, wenn es zum hydrostatischen Zustand eines zufälligen Stillstandes oder intermittierenden
Betriebes kommt, da die Versorgungsleitungen der beiden Fluide unter dem ständigen
Beaufschlagungsdruck der einzelnen piezometrischen Tanks immer voll bleiben.
6. Vorrichtung nach den vorstehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet , daß die
beiden aus den koaxialen öffnungen (3, 4) mit konstanten Teilfördermengen ausfließenden
Fluide in einer Pumpe (5) mit konstanter Fördermenge zusammenfließen, die als solche
die koaxiale Anordnung der hydraulischen Betriebskonfiguration unverändert hält.
7. Vorrichtung nach den vorstehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet , daß auch,
wenn bei gleichem vorherbestimmtem Mischungsverhältnis die Verbraucheranlage eine
Veräzderung der Fördermenge der Versorgungsmischung erfordert und dabei auf die Pumpe
(5) eingewirkt wird, die die neue erforderliche konstante Fördermenge liefert, das
unveränderte Fortbestehen der koaxialen hydraulischen Konfiguration auch das Aufrechterhalten
des vorherbestimmten Verhältnisses zwischen den Teilfördermengen der einzelnen Fluide
und demzufolge auch den Wert des vorherbestimmten konstanten Dosierverhältnisses bei
der abfließenden Mischung garantiert.
8. Vorrichtung nach den vorstehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet , daß, falls
die Verbraucheranlage bei der gleichen konstanten Fördermenge ein anderes Dosierverhältnis
der zufließenden Mischung erfordert, die Einstellung des neuen Dosierverhältnisses
dadurch erfolgt, daß lediglich auf die Teil=6 - fördermenge des inneren, viskoseren Fluids Einfluß genommen wird, während die Teilfördermenge
des äußeren, weniger viskosen Fluids sich gleichzeitig anpaßt, da die koaxiale Anordnung
der hydraulischen Betriebskonfiguration auch bei dem neuen Dosierverhältnis der abfließenden
Mischung unverändert gehalten wird.
9. Vorrichtung nach den vorstehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet , daß die
Steuerung der Teilfördermenge des viskoseren, durch die innere koaxiale öffnung (3)
fließenden Fluids auch automatisch dadurch erfolgen kann, daß sie auf der stromab
gelegenen Seite mit Apparaturen verbunden wird, die Konzentrationsschwankungen der
Verbraucheranlage zugeführten Mischung erfaßt und so automatisch sowohl Konzentrations-
wie auch Viskositätsänderungen auf der stromauf gelegenen Seite kompensiert.