[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung einer getakteten Stellspannung,
die mit einer elektrischen Steuergröße pulsdauermoduliert wird, nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Weiterhin betrifft die Erfindung eine entsprechende Einrichtung zur Durchführung
dieses Verfahrens nach dem Oberbegriff des Anspruchs 4.
[0003] Elektrisch aktivierte Stellantriebe in Regelungs- und Steuerungsanlagen werden häufig
mit einer getakteten Stellspannung beaufschlagt, die entsprechend der Stelleistung
pulsdauermoduliert ist. Die Erzeugung der getakteten pulsdauermodulierten Stellspannung
hat beispielsweise gegenüber der Erzeugung einer kontinuierlichen Gleichspannung einstellbarer
Höhe den Vorteil, daß der gerätetechnische Aufwand und die Verlustleistung des Erzeugers
verhältnismäßig gering gehalten werden können. In den Halbleiterelementen, die in
der Leistungsstufe des Erzeugers einer getakteten Stellspannung verwendet werden,
treten praktisch nur kurzzeitige Verlustleistungen während der Pulsflanken auf. -
Außerdem wird die Taktung der Stellspannung nach dem Stand der Technik vorteilhaft
dazu herangezogen, die Stelleinrichtung mechanisch periodisch anzuregen, um die die
Genauigkeit beeinträchtigenden Einflüsse der mechanischen Hysterese zu vermindern
oder zu beseitigen.
[0004] Zu dem letztgenannten Zweck ist insbesondere bei einer Verwendung eines elektromotorischen
Stellantriebs zur Betätigung einer Drosselklappe eines Verbrennungsmotors eine Taktfrequenz
von 130 - 160 Hz üblich. Die Taktfrequenz darf hierzu nicht zu hoch sein, da sie sonst
sich aufgrund der mechanischen Dämpfung des Stellglieds nicht mehr genügend anregend.auswirken
kann.
[0005] Andererseits ist die elektrische Verlustleistung in einem Stellantrieb, desen Ersatzschaltbild
als aus einer Induktivität und einem Widerstand bestehend aufgefaßt werden kann, um
so größer,je niedriger die Taktfrequenz der,getakteten Stellspannung ist. Dies beruht
darauf, daß die Verlustleistung mit dem Quadrat des Stellstroms ansteigt und daß die
Schwankungen bzw. die Welligkeit des Stellstroms, der durch die Induktivität des Stellantriebs
geglättet wird, um so größer ist,je niedriger die Taktfrequenz der Stellspannung ist.
Mit anderen Worten, wenn mit einem Stellantrieb einer gegebenen Bauart und Baugröße
eine möglichst große Nutzleistung erzielt werden soll, empfiehlt sich eine hohe Taktfrequenz,
um den Grenzwert der Verlustleistung nicht zu überschreiten.
[0006] Aus den voranstehend geschilderten Gründen beruht also die Taktfrequenz, mit der
eine getaktete Stellspannung erzeugt wird, auf einem Kompromiß zwischen widersprüchlichen
Forderungen.
[0007] Damit der Stellantrieb in der geregelten bzw. gesteuerten Anlage seine Funktion erfüllen
kann, einer Steuergröße oder einer Regelgröße zu folgen, wird die Stellspannung mit
der elektrischen Steuergröße pulsdauermoduliert.
[0008] Durch die Pulsdauermodulation der Stellspannung wird das Tastverhältnis beeinflußt,
so daß sich ein mehr oder weniger großer arithmetischer Mittelwert der Stellspannung
ergibt, der für das von dem Stellantrieb erzeugte Moment maßgeblich ist.
[0009] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, das Verfahren zur Erzeugung
einer getakteten Stellspannung der eingangs genannten Gattung so weiterzuentwickeln,
daß beim Betrieb des Stellantriebs mit dieser Stellspannung die Positioniergenauigkeit
verbessert und die Verlustleistung herabgesetzt wird. Somit soll bei gegebenen Daten
des Stellantriebs eine höhere Stelleistung ermöglicht werden.
[0010] Diese Aufgabe wird durch die in dem kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 angegebene
Erfindung gelöst.
[0011] Die Lösung beruht auf dem Prinzip, daß die Stellspannung nicht mehr mit einer einzigen
Frequenz moduliert ist (wenn die Taktung der Stellspannung als Modulation betrachtet
wird), sondern mit zwei verschiedenen, weit auseinander liegenden Frequenzen: Es wird
eine relativ hohe Taktfrequenz gewählt, mit der die Stellspannung getaktet wird, die
jedoch mit einer niedrigen Grundmodulationsfrequenz überlagert ist. Die daraus resultierende
Pulsdauermodulation kann daher als Schwebung oder Überlagerung einer relativ hohen
Taktfrequenz mit einer niedrigen Grundmodulationsfrequenz angesehen werden. Der Ausdruck
"Grundmodulationsfrequenz" wurde gewählt, da diese Frequenz die Pulsdauermodulation
bzw. das Tastverhältnis der pulsdauermodulierten Stellspannung beeinflußt, zusätzlich
zu der normalen Pulsdauermodulation der Stellspannung durch die elektrische Steuergröße.
[0012] Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erzeugte Stellspannung hat die wesentlichen
Vorteile, daß sie aufgrund der hohen Taktfrequenz nur eine verhältnismäßig geringe
Verlustleistung in dem Stellantrieb hervorruft, denn der Stellstrom wird infolge der
hohen Frequenz durch die Induktivität des Stellantriebs gut geglättet. Die Maximalwerte
des momentanten Stellstroms sind also nicht wesentlich größer als der Mittelwert des
Stellstroms, woraus sich die geringe Verlustleistung herleitet. , Andererseits wird
durch die niederfrequente Grundmodulations frequenz, mit der die Stellspannung pulsdauermoduliert
wird, eine besonders gute mechanische Anregung des Stellantriebs erzielt, da die Frequenz
dieser Grundmodulation niedriger gelegt werden kann als die sonst hierzu vorgesehene
Taktfrequenz. Die Grundmodulationsfrequenz befindet sich also näher an der sogenannten
Eckfrequenz des mechanischen Systems des Stellglieds, über der eine Dämpfung des mechanischen
Übertragungsverhaltens eintritt. Da die periodische Anregung des mechanischen Systems
durch die niederfrequente Grundmodulationsfrequenz besonders wirksam ist, kann der
Modulationsgrad niedrig gehalten werden. Dies bedeutet, daß der niederfrequente Anteil
der Stellspannung und damit des Stellstroms für eine gewünschte mechanische Anregung
verhältnismäßig klein eingestellt werden kann, so daß demgemäß auch die Verlustleistung,
die auf diesen Frequenzanteil zurückzuführen ist, gering bleibt.
[0013] In der erfindungsgemäß erzeugten Stellspannung sind also zwei Frequenzen - abgesehen
von der elektrischen Steuergröße - so miteinander kombiniert, daß die gegenläufigen
Forderungen einer guten mechanischen Anregung und einer niedrigen elektrischen Verlustleistung
in dem Stellantrieb erfüllt werden.
[0014] Bevorzugt ist die hohe Taktfrequenz auf 10 - 20 kHz eingestellt, während die niedrige
Grundmodulationsfrequenz 10 - 100 Hz beträgt. Dieser Frequenzbereich hat sich insbesondere
für typische Stellantriebe zur Verstellung von Drosselklappen von Verbrennungsmotoren
als vorteilhaft herausgestellt. Dabei wird davon ausgegangen, daß die mechanische
Eckfrequenz des Stellantriebs, über der eine Dämpfung des Übertragungsverhaltens eintritt,
bei etwa 1 - 10 Hz liegt.
[0015] Besonders günstig ist eine Dimensionierung der Taktfrequenz und der Grundmodulationsfrequenz
nach Anspruch 3. - Mit der hohen Taktfrequenz wird vermieden, daß diese im menschlichen
Höhrbereich belästigend wirkt. Andererseits ist die Grundmodulationsfrequenz so tief,
daß sie dicht bei der Eckfrequenz liegt und nur schwach gedämpft wird und außerdem
mit geringem Aufwand erzeugt werden kann.
[0016] Entsprechende Einrichtungen zur Durchführung der erfindungsgemäßen Verfahren sind
in den Ansprüchen 5 - 6 angegeben. Diese Einrichtungen dienen zur Erzeugung der Stellspannung
nach den voranstehend beschriebenen Verfahren und ermöglichen die oben aufgeführten
vorteilhaften Wirkungen des Stellstroms, der in den Stellantrieb mit einer Induktivität
eingespeist wird.
[0017] Die Erfindung wird im folgenden anhand einer Zeichnung mit drei Figuren erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 ein Blockschaltbild der Einrichtung zur Erzeugung der Stellspannung in Verbindung
mit einem Regler zur Verstellung einer Drosselklappe eines Verbrennungsmotors;
Fig. 2 typische Zeitverläufe der Stellspannung sowie des Stellstroms und
Fig. 3 die zur Bildung der Stellspannung vorgesehenen Frequenzen bezogen auf eine
Eckfrequenz des Stellglieds als Bode-Diagramm.
[0018] In Figur 1 ist mit 1 ein Pulsdauermodulator bezeichnet, der durch einen Taktgeber
2 mit einer verhältnismäßig niederfrequenten Taktfrequenz f
O gespeist wird. Der Pulsdauermodulator erzeugt eine mit der Taktfrequenz f
O getaktete Spannung u, siehe Figur 2, in der die entsprechende Periode mit T
0 bezeichnet ist.
[0019] Der Pulsdauermodulator 1 steht an seinem Modulationseingang 3 mit einem Grundmodulationsfrequenzgeber
4 in Verbindung, der eine Grundmodulationsfrequenz f
m entsprechend der Periode T
m in den Pulsmodulator einspeist. Die Stellspannung u wird also mit der Frequenz f
m pulsdauermoduliert. Dies ist ebenfalls in dem Kurvenzug u in Figur 2 dargestellt,
in der die pulsdauermodulierte Hinterflanke der getakteten Stellspannung mit einer
durchgezogenen Linie gezeichnet ist. Mit der unterbrochen gezeichneten Hinterflanke
ist deren Verlauf angedeutet, wenn die Grundmodulationsfrequenz nicht vorhanden wäre.
[0020] Außerdem wird der Pulsdauermodulator in üblicher Weise an dem Modulationseingang
3amit einer elektrischen Steuergröße moduliert, die insbesondere eine Steuerspannung
sein kann. Die Steuerspannung wird in dem vorliegenden Anwendungsfall mit einem Regler
5 erzeugt, in dessen Eingang 6 eine Regelabweichung x und eine Rückführgröße x eines
Stellpotentiometers 7 eingespeist werden.
[0021] Die von dem Pulsmodulator 1 in der angegebenen Weise erzeugte Stellspannung wird
über eine Leitung 8 in den elektromotorischen Stellantrieb 9 eingespeist.
[0022] Der elektromotorische Stellantrieb betätigt in dem vorliegenden Anwendungsfall über
ein Getriebe 10 eine Drosselklappe 11, wobei die Stellung des Getriebes durch das
Stellpotentiometer 7 rückgemeldet wird.
[0023] Der Verlauf des Stellstroms ergibt sich aus dem Kurvenzug i in Figur 2: Es ist ersichtlich,
daß der Stellstrom nur eine geringe Weilligkeit infolge der Glättung durch die Induktivität
des elektromotorischen Stellantriebs aufweist. Dies bedeutet eine geringe thermische
Verlustleistung in dem elektromotorischen Stellantrieb 9, der somit bei gegebener
Bauart mit einer relativ hohen Spannung u gespeist werden kann und ein entsprechend
großes Moment abgibt.
[0024] Mit der unterbrochen gezeichneten Stromkurve ist der 'verhältnismäßig niederfrequente
Stromanteil dargestellt, der auf die Grundmodulationsfrequenz zurückgeht und die Spitzenwerte
in der angedeuteten Weise verschiebt. Durch den niederfrequenten Anteil des Stroms
wird eine mechanische Anregung über das Masse/Federsystem mit dem Getriebe 10 und
einer Feder 12 auf die Übertragungsorgane zu der Drosselklappe 11 übertragen, die
somit genau positioniert werden kann.
[0025] In Figur 3 ist die sogenannte Eckfrequenz ω
E des Masse/ Federsystems in einem Bode-Diagramm dargestellt. Das Masse/Federsystem
stellt eine Verzögerung erster Ordnung dar, was bedeutet, daß oberhalb der Eckfrequenz
der Übertragungsfaktor A mit steigender Anregungsfrequenz abfällt. Es ist aus dem
Bodediagramm ersichtlich, daß bei der gewählten Modulationsgrundfrequenz f
m der Übertragungsfaktor erst wenig abfällt, so daß eine verhältnismäßig geringe mechanische
Anregung genügt, welche auf die Drosselklappe übertragen wird. Deswegen ist der niederfrequente
Anteil der Stellspannung u und damit des Stellstroms i relativ gering. Die Taktfrequenz
f
0, die mit 20 kHz hoch gewählt ist, wird hingegen stark gedämpft, wird aber auch zur
mechanischen Anregung des Stellglieds erfindungsgemäß nicht benötigt. Dies gestattet
die Wahl einer hohen Taktfrequenz mit der geschilderten vorteilhaften Wirkung.
1. Verfahren zur Erzeugung einer getakteten Stellspannung, die mit einer elektrischen
Steuergröße pulsdauermoduliert wird, zur Beaufschlagung eines eine Induktivität aufweisenden
Stellantriebs, insbesondere eines elektromotorischen Stellantriebs einer Drosselklappe
eines Verbrennungsmotors,
dadurch gekennzeichnet,
daß die mit einer hohen Taktfrequenz (f0) getaktete Stellspannung mit einer niedrigen
Grundmodualtionsfrequenz (fm) zusätzlich zu der Steuergröße pulsdauermoduliert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die hohe Taktfrequenz 10 - 20 kHz ist und daß die niedrige Grundmodulationsfrequenz
10 - 100 Hz beträgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die hohe Taktfrequenz auf einen Wert größer 16 kHz eingestellt ist und daß die
niedrige Grundmodulationsfrequenz 40 - 50.Hz beträgt.
4. Einrichtung zur Erzeugung einer getakteten pulsdauermodulierten Stellspannung zur
Beaufschlagung eines Stellantriebs, welches eine Induktivität aufweist, insbesondere
eines elektromotorischen Stellantriebs einer Drosselklappe eines Verbrennungsmotors,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Pulsdauermodulator (1) vorgesehen ist, der zur Erzeugung der getakteten Stellspannung
(u) von einem Taktgeber (2) einer hohen Taktfrequenz (f0) gespeist ist, der mindestens einen Modulationseingang (3) aufweist, der mit einer
niedrigen, die Pulsdauermodulations überlagernden Grundmodulationsfrequenz (f ) gespeist
ist und der mit der elektrischen Steuergröße (Eingang3a) beaufschlagt ist.
5. Einrichtung nach Anspruch 4,
gekennzeichnet durch
eine Dimensionierung der hohen Taktfrequenz (f0) und der niedrigen Grundmodulationsfrequenz (fm) gemäß den Ansprüchen 3 oder 4.