[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Bestimmen des atmosphärischen
Außendrucks mittels eines elektropneumatischen Membrandosenstellers, dessen bewegliche
Arbeitsmembran einerseits mit einem über Steuerventile veränderbaren Steuerdruck in
einem Steuerdruckraum sowie andererseits mit einer hierzu in Stellerausfahrrichtung
entgegengerichteten Kraft einer Membrandosenfeder beaufschlagt und mit einem Bewegungsanschlag
für ein externes steuerbares Gestänge, insbesondere eines Drosselgestänges einer Verbrennungsmaschine,
mit einer zur Membrandosenfeder in Stellereinfahrrichtung entgegengerichtet wirkenden
Gestängefeder verbunden ist.
[0002] Es ist bekannt, im Zusammenhang mit der Steuerung bzw. Regelung von Brennkraftmaschinen
den atmosphärischen Außendruck für die Höhenkorrektur dadurch zu berücksichtigen,
daß gesonderte Drucksensoren eingesetzt werden. Diese zusätzlichen Glieder erhöhen
die Kosten und Anfälligkeit des Systems.
[0003] Bei vielen technischen Anwendungen, insbesondere bei der Steuerung bzw. Regelung
von Brennkraftmaschinen, kommen elektropneumatische Membrandosensteller der im Oberbegriff
von Anspruch 1 bzw. 7 genannten Art zur Anwendung, die als stellungsvariabler Bewegungsanschlag
für ein externes Glied, wie ein Gestänge, fungieren.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren bzw. eine Einrichtung
der im Oberbegriff von Anspruch 1 bzw. 7 genannten Art so auszubilden, daß zum Bestimmen
des atmosphärischen Außendrucks auf gesonderte Drucksensoren verzichtet und der elektropneumatische
t.
1em- brandosensteller unter Mehrfachausnutzung auch zur Druckbestimmung herangezogen
werden kann.
[0005] Zur Lösung der gestellten Aufgabe zeichnet sich ein Verfahren der im Oberbegriff
von Anspruch 1 genannten Art erfindungsgemäß dadurch aus, daß bei jedem Meßvorgang
das externe Gestänge bei geschlossenen Steuerventilen des im Betrieb befindlichen
Membrandosenstellers bis zur ausschließlich federbedingten Anlage am Bewegungsanschlag
entlastet sowie anschließend oder zuvor vom Bewegungsanschlag vollständig abgehoben
wird, daß für diese beiden Betriebszustände die vom Nullvolumen des Steuerdruckraums
ausgehend gemessenen Hübe der Arbeitsmembran bzw. des Bewegungsanschlags oder zumindest
einer dieser Hübe sowie die zwischen den Betriebszuständen überstrichene Hubdistanz
erfaßt werden und daß aus diesen Hubgrößen unter Berücksichtigung der Federkräfte
der Außendruck bestimmt wird.
[0006] Normalerweise werden die Steuerventile zum Verändern des Steuerdrucks in dem Steuerdruckraum
und damit zum Erzielen einer bedarfsgerechten Stellung des Bewegungsanschlags benutzt.
Zum Bestimmen des atmosphärischen Außendrucks werden jedoch beide Steuerventile geschlossen,
um dann in den durch das Gestänge belasteten und unbelasteten Gleichgewichtszuständen
die sich jeweils einstellenden Hubgrößen des Membrandosenstellers zu ermitteln. Wenn
beispielsweise von einem zunächst belasteten Betriebszustand ausgegangen wird, bei
dem das Gestänge am Bewegungsanschlag anliegt, wird sich dieser bei Entlastung durch
das Gestänge um so weiter in Ausfahrrichtung bewegen, je niedriger der atmosphärische
Außendruck ist. Die Ausfahrbewegung ist auch um so größer, je größer das beim Schließen
der Steuerventile vorhandene Ausgangsvolumen des Steuerdruckraums ist; sie hängt also
von der zum Zeitpunkt des Beginns des Meßvorgangs vorliegenden Hubgröße ab. Entsprechende
Verhältnisse gelten auch für den umgekehrten Fall eines Übergangs vom entlasteten
zum belasteten Betriebszustand. Demnach müssen für die beiden Betriebszustände die
vom Nullvolumen des Steuerdruckraums ausgehend gemessenen Hübe der Arbeitsmembran
bzw. des Bewegungsanschlags oder zumindest einer dieser Hübe sowie die zwischen den
Betriebszuständen überstrichene Hubdistanz erfaßt werden, da dadurch das zu Beginn
des Meßvorgangs vorhandene Ausgangsvolumen des Steuerdruckraums berücksichtigt wird.
Dies ist wichtig, weil es beim Verändern der Größe des Steuerdruckraums ein Steigungsmaß
für das Ansteigen oder Abfallen des Steuerdrucks in Abhängigkeit von Volumenänderungen
ist. Da ein fester Zusammenhang zwischen den Hubgrößen und dem Außendruck besteht,
kann dieser durch einfache Zuordnung zu einem entsprechenden Wertepaar der genannten
Hubgrößen ermittelt werden. Demnach kann der ohnehin vorhandene elektropneumatische
Membrandosensteller unter Mehrfachausnutzung gleichzeitig auch zur Bestimmung des
atmosphärischen Außendrucks (Absolutdruck oder Differenzdruck) herangezogen werden.
[0007] In weiterer Ausgestaltung ist es bevorzugt, daß der Außendruck p
a aus den Hüben S bei anliegendem Gestänge bzw. S
2 bei abgehobenem Gestänge und den Federkräften K
M der Membrandosenfeder bzw. K
G des externen Gestänges sowie der resultierenden Fläche F der Arbeitsmembran in erster
Näherung nach der Formel

bestimmt werden. Ein derart ermittelter Außendruck ist für den praktischen Gebrauch
ausreichend angenähert; es wird hierbei unterstellt, daß die Federkräfte K
M, K
G mit der Federauslenkung etwa konstant bleiben. Sofern die Änderungen der Federkräfte
auch noch berücksichtigt werden sollen, um zu einem noch genaueren Ergebnis für den
Außendruck zu gelangen, kann die Formel für den Zusammenhang zwischen dem Wertepaar
der Hubgrößen und dem Außendruck entsprechend verfeinert werden. Normalerweise genügt
jedoch die oben genannte Formel, da die für die Federn im praktischen Gebrauch maßgeblichen
Hubbereiche ohnehin relativ klein sind.
[0008] Ferner werden bevorzugt die sich aus mehreren aufeinanderfolgenden Einzelmessungen
ergebenden Werte für die Hubgrößen bzw. den Außendruck gemittelt. Hierdurch lassen
sich die Einflüsse von Toleranzen, Fehlmessungen und vorübergehenden Druckschwankungen
leicht ausgleichen, so daß ungewollte, abrupte Änderungen der Druckanzeige und/oder
der hierauf basierenden Steuereingriffe vermieden werden.
[0009] Eine besonders zweckmäßige Ausführungsvariante besteht darin, daß die Hubgrößen der
beiden Betriebszustände aus den Signalen eines der Membrandose zugeordneten bzw. in
diese integrierten Lagerückmelders abgeleitet werden. Demnach wird der für Steuerungs-
oder Regelungsvorgänge ohnehin vorhandene Lagerückmelder unter Mehrfachausnutzung
gleichzeitig auch für das Bestimmen der zu berücksichtigenden Hubgrößen herangezogen.
[0010] In weiterer Ausgestaltung können die beiden Betriebszustände für die zu bestimmenden
Hubgrößen durch diesen zugeordnete Betriebsparameter erfaßt werden. Dabei kann beispielsweise
die Stellung des externen Gestänges (oder auch ein Signal eines Kontaktschalters)
benutzt werden, um festzustellen, ob das Gestänge am Bewegungsanschlag anliegt oder
diesen freigibt.
[0011] In weiterer Ausgestaltung wird der bei jedem Meßvorgang ermittelte atmosphärische
Außendruck als Betriebssteuergröße, wie zur Höhenkorrektur, benutzt. Abgesehen davon,
daß der Außendruck auch lediglich angezeigt werden kann, um dann beispielsweise von
Hand irgendwelche Eingriffe vorzunehmen, ist es wesentlich günstiger, den ermittelten
Außendruck in einen selbsttätigen Betriebsablauf einzubinden, um so die jeweiligen
Druckverhältnisse ständig zu berücksichtigen. Dies ist beispielsweise äußerst vorteilhaft,
wenn ein nach dem erfindungsgemäßen Verfahren arbeitendes Kraftfahrzeug in ständig
wechselnden Höhenlagen betrieben wird.
[0012] Ferner zeichnet sich eine zum Durchführen des erfindungsgemäßen Verfahrens dienende
Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 7 erfindungsgemäß aus durch ein Meßglied
zum Erfassen von jeweils zwei Hubgrößen der Arbeitsmembran bzw. des Bewegungsanschlags
in den durch das externe Gestänge belasteten sowie entlasteten Betriebszuständen,
durch eine Zuordnung einer bestimmten Druckgröße zu einem Wertepaar der beiden Hubgrößen
und durch ein Auswerteglied zum Anzeigen und/oder Berücksichtigen der Druckgröße als
Betriebssteuergröße. Eine derartige Vorrichtung ist relativ einfach, da zur Druckbestimmung
kein Drucksensor erforderlich ist und stattdessen Hubgrößen ermittelt werden, was
sehr genau und preiswert durchgeführt werden kann.
[0013] Besonders günstige Verhältnisse ergeben sich bei einer praktischen Ausführungsform
dadurch, daß das Meßglied ein in den Membrandosensteller integrierter Lageruckmelder
ist. In diesem Fall erfolgt eine Mehrfachausnutzung des Lagerückmelders, so daß ein
zusätzliches Meßglied entfallen kann. Stattdessen ist es jedoch auch möglich, daß
das Meßglied ein dem Bewegungsanschlag zugeordneter Wegsensor ist. Dieser kann einfach
sowie robust aufgebaut sein und beispielsweise mechanisch, optisch oder elektrisch
(induktiv oder ohmsch) arbeiten.
[0014] Ferner ist die Zuordnung bevorzugt eine Speichereinheit mit abgespeicherten Werten
der Hubgrößen- Wertepaare und der Druckgrößen. In diesem Fall erfolgt lediglich ein
Ablesen der Druckgrößen aus einer abgespeicherten Tabelle der Speichereinheit, was
einen einfachen und äußerst schnellen Zugriff ermöglicht. Stattdessen ist es jedoch
auch möglich, daß die Zuordnung eine Recheneinheit ist, die den Außendruck gemäß einem
festen vorgegebenen Zusammenhang mit dem Wertepaar der Hubgrößen bestimmt. In beiden
Fällen können im Bedarfsfall zusätzliche Faktoren, wie Außendruck-Korrekturfaktoren,
leicht berücksichtigt werden.
[0015] Bei einer praktischen Ausführungsform ist das Auswerteglied vorzugsweise ein dem
Membrandosensteller zugeordnetes sowie mit dem Lagerückmelder verbundenes Steuergerät
für den Steuerdruck im Steuerdruckraum. Dabei können vorzugsweise zwei Ausgänge des
Steuergerätes mit den Steuereingängen von zwei mit Außendruck und Unterdruck verbindenden
Steuerventilen gekoppelt sein. Eine derartige Einrichtung nutzt alle wesentlichen
Teile einer bereits vorhandenen elektropneumatischen Einheit mehrfach aus, und zwar
einerseits für normale Steuerungs- oder Regelungsvorgänge des externen Gestänges und
andererseits zum Bestimmen sowie gleichzeitigen Berücksichtigen des Außendrucks.
[0016] Die Erfindung wird nachfolgend an zeichnerisch dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine zum Durchführen des erfindungsgemäßen Verfahrens dienende Vorrichtung
mit einem elektropneumatischen Membrandosensteller, der einen Lagerückmelder aufweist
und bei dem zum Bestimmen des Außendrucks zunächst ein Belasten und dann ein Entlasten
des Bewegungsanschlags durch das äußere Gestänge erfolgt; und
Fig. 2 die durch weitere äußere Glieder ergänzte Vorrichtung gemäß Fig. 1, wobei jedoch
im Unterschied dazu zunächst ein Entlasten und dann ein Belasten des Bewegungsanschlags
durch das äußere Gestänge erfolgt.
[0017] Gemäß den Fig. 1 und 2 weist ein elektropneumatischer Membrandosensteller 1 einen
Arbeitsdruckraum 2 auf, der von einem außenbelüfteten Außendruckraum 3 durch eine
bewegliche Arbeitsmembran 4 getrennt ist, die über eine nach außen geführte Membranstange
5 mit einem endseitigen Bewegungsanschlag 6 verbunden und über eine an der Membranstange
5 angreifende Hembrandosenfeder 7 in Stellerausfahrrichtung vorgespannt ist.
[0018] Der Steuerdruckraum 2 ist über ein elektromagnetisches Steuerventil 8 mit einem Ventilantrieb
9 mit dem auch im Außendruckraum 3 herrschenden Außendruck p
a und über ein elektromagnetisches Steuerventil 10 mit einem Ventilantrieb 11 mit einem
Unterdruck p (wie dem Ansaugdruck einer Brennkraftmaschine) zu verbinden.
[0019] Ferner weist der Membrandosensteller 1 einen als Potentiometer arbeitenden LagerUckmelder
12 auf, dessen Potentiometerabgriff mechanisch mit der Arbeitsmembran 4 verbunden
ist und somit entsprechend ihrer Bewegung längs einer Widerstandsbahn mit Spannungsversorgung
27 gleitet. Das am Potentiometerabgriff erhaltene Signal ist somit ein Maß für die
Stellung der Arbeitsmembran 4.
[0020] Ein externes steuerbares Gestänge 13, im vorliegenden Fall ein Gashebelgestänge,
besitzt einen Schwenkhebel 14, dessen freies Ende durch eine Gestängefeder 15 in Richtung
einer Anlage am Bewegungsanschlag 6 gedrückt wird. Ein mit dem Schwenkhebel 14 gelenkig
verbundener Steuerhebel 16 ist mit einem Gaspedal 17 gelenkig so verbunden, daß beim
Niederdrücken des Gaspedals der Schwenkhebel 14 entgegen der Wirkung der Gestängefeder
15 vom Bewegungsanschlag 6 abgehoben wird.
[0021] Gemäß Fig. 2 ist der Potentiometerabgriff des Lagerückmelders 12 über eine Steuerleitung
18 mit einem Eingang eines Steuergerätes 19 verbunden, dessen Ausgänge 20 sowie 21
an die Ventilantriebe 9 sowie 11 angeschlossen sind. Das Steuergerät 19 hat weitere
Eingänge 22 für ein Last-Signal, 23 für ein Drehzahl-Signal und 24 für ein Temperatur-Signal.
Für den Fall, daß das Zuordnen und Auswerten des Außendrucks zumindest auch extern
vom Steuergerät 19 erfolgen soll, kann die Steuerleitung 18 mit einem separaten Zuordnungsglied
25 versehen sein, an das ein Auswerteglied 26 angeschlossen ist. In Fig. 2 ist diese
Anschlußmöglichkeit durch eine gestrichelte Verbindungslinie angedeutet. Das ausgangsseitige
Signal kann dann für Anzeigezwecke und/oder andere Steuerungszwecke benutzt werden.
[0022] Eine nicht näher bezeichnete Schleiferbahn des Lagerückmelders 12 ist über Versorgungsanschlüsse
27 mit einer Spannungsquelle, beispielsweise dem Steuergerät 19, verbunden. Der am
Potentiometerabgriff, also an der Steuerleitung 18, anstehende Spannungsabfall ist
ein Maß für die Stellung der Arbeitsmembran 4, also für die jeweils vorliegende Hubposition.
[0023] Wenn der Fahrer zu Beginn des Meßvorgangs das Gaspedal 17 freigibt (Fig. 1) und die
Steuerventile 8, 10 geschlossen sind, nehmen der Bewegungsanschlag 6 und der Schwenkhebel
14 eine Gleichgewichtsstellung ein, die dem Hub S
1 entspricht. Dieser bezieht sich auf die Membranstellung bei verschwindendem bzw.
Nullvolumen des Steuerdruckraums 2. Wenn dann das Gaspedal 17, bei geschlossenen Steuerventilen
9 und 10, niedergedrückt wird, bewegt sich der Schwenkhebel 14 aus der Position A
unter Freigabe des Bewegungsanschlags 6 in die gestrichelte Position B. Dadurch kann
sich für den Membrandosensteller ein neues Gleichgewicht einstellen, indem der Bewegungsanschlag
6 bis zu dem Hub S
2 (gestrichelt dargestellte neue Position) ausgefahren wird. Wie zuvor besteht auch
in dieser Position ein Gleichgewicht zwischen den Wirkungen der Innen- sowie Außendrücke,
p
1 bzw. p
a, und der Federkräfte, K
M bzw. K
G, der Membrandosenfeder 7 sowie der Gestängefeder 15. Der atmosphärische Außendruck
läßt sich dann mit Hilfe der Hübe S
1, S
2 oder einem dieser Hübe sowie der Hubdistanz Δ S = S
2 - S
1 und dem festen Zusammenhang mit dem Außendruck bestimmen, gegebenenfalls in erster
Näherung nach der Bestimmungsgleichung gemäß Anspruch 2. Wie es sich auch aus Figur
2 ergibt, können die genannten Hubgrößen auch über die Leitung 18 vom Lagerückmelder
12 abgenommen und dem Steuergerät 19 und/ oder dem Zuordnungsglied 25 zugeleitet werden.
[0024] Alternativ zu Fig. 1 ist in Fig. 2 dargestellt, daß der Meßvorgang auch umgekehrt
erfolgen kann, indem zunächst das Gaspedal 17 niedergedrückt wird, so daß der Schwenkhebel
14 in der Stellung A den Lageregler 6 freigibt, der somit bei geschlossenen Ventilen
8, 10 im Gleichgewichtszustand den Hub S1 einnimmt. Wenn dann das Gaspedal 17 freigegeben
wird, zieht die Gestängefeder 15 den Schwenkhebel 14 gegen den Bewegungsanschlag 6,
der somit bis zu dem Hub S
2 eingefahren wird. Der Außendruck bestimmt sich dann in der gleichen Weise wie zuvor
unter Berücksichtigung der beiden Hübe oder zumindest eines der Hübe und der Hubdistanz.
[0025] Es ist darauf hinzuweisen, daß in der Bestimmungsgleichung für den Außendruck p
a der Innen- oder Steuerdruck pi im Steuerdruckraum 2 nicht enthalten ist, so daß eine
Berücksichtigung desselben entfallen kann und ein Bestimmen des Außendrucks bei verschiedenen
Steuerdrücken möglich ist. Der Zusammenhang ergibt sich, wenn die Federkräfte K
M und K
G als konstant angenommen werden und in den verschiedenen Betriebszuständen (Belastung
und Entlastung des Bewegungsanschlags 6) im Gleichgewichtszustand ein Kräftevergleich
unter Berücksichtigung der idealen Gasgleichung durchgeführt wird. Für den Fall einer
noch genaueren Druckbestimmung kann die Abhängigkeit der Federkräfte von der Auslenkung
ebenfalls berücksichtigt werden.
[0026] Bei einem typischen Anwendungsfall kann mit dem Verfahren bzw. der Einrichtung nach
der vorliegenden Erfindung eine Empfindlichkeit von beispielsweise 100 Millibar pro
% Stellweg erzielt werden.
1. Verfahren zum Bestimmen des atmosphärischen Außendrucks mittels eines elektropneumatischen
Membrandosenstellers, dessen bewegliche Arbeitsmembran einerseits mit einem über Steuerventile
veränderbaren Steuerdruck in einem Steuerdruckraum sowie andererseits mit einer hierzu
in Stellerausfahrrichtung entgegengerichteten Kraft einer Membrandosenfeder beaufschlagt
und mit einem Bewegungsanschlag für ein externes steuerbares Gestänge, insbesondere
eines Drosselgestänges einer Verbrennungsmaschine, mit einer zur Membrandosenfeder
in Stellereinfahrrichtung entgegengerichtet wirkenden Gestängefeder verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet, daß bei jedem Meßvorgang das externe Gestänge bei geschlossenen
Steuerventilen des im Betrieb befindlichen Membrandosenstellers bis zur ausschließlich
federbedingten Anlage am Bewegungsanschlag entlastet sowie anschließend oder zuvor
vom Bewegungsanschlag vollständig abgehoben wird, daß für diese beiden Betriebszustände
die vom Nullvolumen des Steuerdruckraums ausgehend gemessenen Hübe der Arbeitsmembran
bzw. des Bewegungsanschlags oder zumindest einer dieser Hübe sowie die zwischen den
Betriebszuständen überstrichene Hubdistanz erfaßt werden und daß aus diesen Hubgrößen
unter Berücksichtigung der Federkräfte der Außendruck bestimmt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Außendruck p
a aus den Hüben S
1 bei anliegendem Gestänge bzw. S
2 bei abgehobenem Gestänge und den Federkräften K
M der biembrandosenfeder bzw. K
G des externen Gestänges sowie der resultierenden Fläche F der Arbeitsmembran in erster
Näherung nach der Formel

bestimmt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die sich aus mehreren
aufeinanderfolgenden Einzelmessungen ergebenden Werte für die Hubgrößen bzw. den Außendruck
gemittelt werden.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Hubgrößen der beiden Betriebszustände aus den Signalen eines der Membrandose
zugeordneten bzw. in diese integrierten Lagerückmelders abgeleitet werden.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die beiden Betriebszustände für die zu bestimmenden Hubgrößen durch diesen zugeordnete
Betriebsparameter erfaßt werden.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß der bei jedem Meßvorgang ermittelte atmosphärische Außendruck als Betriebssteuergröße,
wie zur Höhenkorrektur, benutzt wird.
7. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 6 mit einem elektropneumatischen Membrandosensteller (1), dessen bewegliche
Arbeitsmembran (4) einerseits mit einem über Steuerventile (8, 10) veränderbaren Steuerdruck
in einem Steuerdruckraum (2) sowie andererseits mit einer hierzu in Stellerausfahrrichtung
entgegengerichteten Kraft einer Membrandosenfeder (7) beaufschlagt und mit einem Bewegungsanschlag
(6) für ein externes steuerbares Gestänge (13), insbesondere eines Drosselgestänges einer Verbrennungsmaschine, mit einer zur
Membrandosenfeder in Stellereinfahrrichtung entgegengerichtet wirkenden Gestängefeder
(15) verbunden ist, gekennzeichnet durch ein Meßglied (12) zum Erfassen von jeweils
zwei Hubgrößen (S1, S2) der Arbeitsmembran (4) bzw. des Bewegungsanschlags (6) in den durch das externe
Gestänge (13) belasteten sowie entlasteten Betriebszuständen, durch eine Zuordnung
(19;25) einer bestimmten Druckgröße zu einem Wertepaar der beiden Hubgrößen und durch
ein Auswerteglied (19;26) zum Anzeigen und/oder Berücksichtigen der Druckgröße als
Betriebssteuergröße.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Meßglied (12) ein
in den Membrandosensteller (1) integrierter Lagerückmelder ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Meßglied (12) ein
dem Bewegungsanschlag (6) zugeordneter Wegsensor ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuordnung (19;25)
eine Speichereinheit mit abgespeicherten Werten der Hubgrößen-Wertepaare und der Druckgrößen
ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuordnung (19;25)
eine Recheneinheit ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Auswerteglied (19)
ein dem Membrandosensteller (1) zugeordnetes sowie mit dessen Lagerückmelder (12)
verbundenes Steuergerät (19) für den Steuerdruck im Steuerdruckraum (2) ist.
13. Einrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Ausgänge (20;21)
des Steuergerätes (19) mit den Steuereingängen von zwei mit Außendruck und Unterdruck
verbindenden Steuerventilen (8, 9; 10, 11) gekoppelt sind.