Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einer pneumatischen Türbetätigungsanlage nach der Gattung
des Hauptanspruchs.
[0002] Eine solche Türbetätigungsanlage ist bekannt (DE-OS 31 05 867).
[0003] Solche Türbetätigungsanlagen werden vor allem zum selbsttätigen Schließen und Öffnen
der Türen in öffentlichen Verkehrsmitteln eingesetzt, wobei der Schließvorgang vom
Fahrstand durch den Fahrzeuglenker und die Öffnungsbewegung ebenfalls vom Fahrzeuglenker
oder über nahe den Türen angeordnete Druckknöpfe oder Tasten von den Fahrgästen eingeleitet
werden. Zugleich wird der Schließdruck der geschlossenen Türen zu deren Verriegelung
während der Fahrt aufgebracht.
[0004] Aus Sicherheitsgründen für den Ein- und Ausstieg sind verschiedene Maßnahmen getroffen,
die beim Schließen der Türen ein Einklemmen versehentlich in der Türbewegungsbahn
befindlicher Personen oder Gegenstände dadurch verhindern, daß die Türbewegung in
Schließrichtung beim Anstoßen der Tür an ein Hindernis gestoppt oder reversiert wird.
Beim
[0005] Öffnungsvorgang hingegen fehlen häufig solche Sicherheitsmaßnahmen, so daß insbesondere
im Stoßverkehr mit hohem Belegungsgrad des Fahrzeugs eine Gefährdung von Fahrgästen
bei der Türöffnung nicht sicher ausgeschlossen werden kann.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schaltungsanordnung der eingangs genannten
Art derart zu verbessern, daß mit geringem Aufwand eine Gefährdung von Personen auch
bei sich öffnenden Türen sicher ausgeschlossen und die bekannte Bauart vereinfacht
wird.
[0007] Diese Aufgabe ist bei einer Türbetätigungsanlage der im Oberbegriff des Anspruchs
1 definierten Gattung erfindungsgemäß durch die Merkmale im Kennzeichnungsteil des
Anspruchs 1 gelöst.
Vorteile der Erfindung
[0008] Eine solche Türbetätigungsanlage hat den Vorteil, daß nicht nur beim gewöhnlichen
Betrieb der Anlage sondern auch bei Ausfall der Elektrik oder im Werkstattbetrieb,
wenn also das bei intakter Anlage über einen Magneten geschaltete Türventil mechanisch
von Hand betätigt wird, ein Einklemmschutz in Öffnungs- und Schließrichtung gegeben
ist.
[0009] \ Dazu kommt, daß die Sekundärentlüftung unabhängig von der Druckhöhe in dem Türzylinder
während der Bewegung der Tür eine konstante, vorher einstellbare und für den Fahrgast
ungefährliche Einklemmkraft gewährleistet.
[0010] Ein weiterer Vorteil liegt darin, da3 die Auslösekraft an den Differenzdruckschaltern
völlig unabhängig von der Einstellung des Druckbegrenzers gewählt werden kann. Dadurch
ist es beispielsweise möglich, die Einklemmkraft so niedrig einzustellen, daß die
Türen nach Entfernen eines Hindernisses langsam und ohne zu schlagen in ihre Endlage
laufen.
[0011] Die Geschwindigkeit, mit der sich die Tür bewegt, wird durch den Druckbegrenzer nicht
beeinflußt, weil der Druckbegrenzer im Normalbetrieb der Tür unter Strom steht und
dadurch eine Stellung einnimmt, in welcher der Druckluftdurchgang durch den Druckbegrenzer
unbehindert, also frei ist.
[0012] Schließlich ist es auch von Vorteil, daß eine Verriegelung des Nothahns in der Stellung
"Notbetrieb" entfallen kann, da der Einklemmschutz bei stromloser Anlage voll wirksam
ist. Auch dadurch ist eine wesentliche Vereinfachung und Verbilligung der Anlage gegeben.
Zeichnung
[0013] Mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und
in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen: Figur 1 eine erste Ausführung
einer Türbetätigungsanlage mit einem verriegelbaren Nothahn, Figur 2 eine Abwandlung
der Bauart nach der Figur 1 mit einem nicht verriegelbaren Nothahn und Figur 3 eine
elektrische Schalteinrichtung für die Anlagen nach Figur 1 und 2.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0014] Eine Türbetätigungsanlage hat einen von einem Kompressor 1 gespeisten Vorratsbehälter
2, an den über ein elektromagnetisch betätigbares Umschalt- oder Türventil 3 zwei
doppeltwirkende Arbeitszylinder
4, 5 über eine Leitung 6, 6α angeschlossen sind. Jeder Arbeitszylinder 4 und 5 ist
zum Betätigen einer an ihn angelenkten, nicht dargestellten Tür bestimmt. Jeder Schließseite
jedes Arbeitszylinders 4 und 5 ist eine Drossel 7 bzw. 8 und jeder Öffnungsseite ist
ein DrosselRückschlagventil 9 bzw. 10 vorgeschaltet.
[0015] Unmittelbar hinter dem Vorratsbehälter 2 befindet sich ein Nothahn 11. Dieser ist
als 3/3-Wege-Ventil ausgebildet, hat eine Handbetätigung 12 und außerdem eine Verriegelung
13. Seine Mittelstellung, in der alle Leitungsverbindungen getrennt sind, ist nur
eine Übergangsstellung. Anschließend an den Nothahn 11 ist ein Drosselventil 14 (auch
Anlaufdrossel genannt) in die Leitung 6 eingesetzt, und vor dem Türventil 3 liegt
ein Druckbegrenzer 15. Dieser Druckbegrenzer 15 ist mit einem Betätigungsmagneten
ausgerüstet, also umschaltbar, wobei in der stromlosen, gezeichneten Stellung die
Druckbegrenzung wirksam ist. Der Druckbegrenzer 15 weist eine Entlüftungsstelle 16
auf, die in dieser Stellung des Druckbegrenzers 15 an die Sekundärseite der Anlage,
also an die Arbeitszylinder-Seite angeschlossen ist. Über diese Entlüftungsstelle
16 kann der Druck der Sekundärseite bis auf einen bestimmten Restdruck abgelassen
werden. In seiner strombetätigten, anderen Stellung bietet er einen freien, unbehinderten
Durchgang durch die Leitung 6.
[0016] In der gezeichneten Stellung ist die Tür geschlossen. Zum Öffnen der geschlossenen
Tür(en) wird das Türventil 3 umgeschaltet, indem sein Magnet kurzzeitig Strom erhält.
Vorher, d.h. bereits beim Einschalten der Elektrik des Fahrzeugs, war der Druckbegrenzer
15 in seine andere Stellung umgeschaltet worden, in der er den Luftdurchgang nicht
behindert. Die Tür wird geöffnet und die jeweils andere Seite des Arbeitszylinders
4 bzw. 5 wird entlüftet. Wenn beim Öffnen eine Person eingeklemmt wird, wird durch
einen der Differensdruckschalter 23, der den Differenzdruck zwischen Öffnungs- und
Schließkammer des Arbeitszylinders mißt und bei Überschreitung eines vorbestimmten
Wertes anspricht, die Stromzuführung zum Druckbegrenzer 15 unterbrochen, so daß die
Druckbegrenzung wirksam und die Sekundärseite entlüftet wird bis zu einem einstellbaren
Restdruck. Dadurch wird die Öffnungskraft der Tür wesentlich vermindert und die eingeklemmte
Person kann keinen Schaden nehmen. Nachdem sich die Person befreit hat, läuft die
Tür infolge des nur noch geringen Restdruckes langsam und ohne zu schlagen in ihre
Öffnungsendlage. In dieser Lage wird durch die in Figur 3 beschriebene elektrische
Schalteinrichtung der Druckbegrenzer wieder bestromt, so daß die Anlage wieder mit
vollem Vorratsdruck normal betriebsbereit ist.
[0017] Zum Schließen der Tür wird das Türventil 3 wieder umgeschaltet. Wenn beim Schließen
der Tür eine Person eingeklemmt wird, wird das in diesem Fall übliche Reversieren
durch in Figur 1 nicht dargestellte Mittel bewirkt. Mit dem Nothahn 11 kann die Anlage
drucklos gemacht werden, so daß die Türen von Hand leicht geöffnet oder geschlossen
werden können. Die Verriegelung 13 sorgt dafür, daß nach Zurückstellen des Nothahns
z.B. bei einer Reparatur des Fahrzeugs die Anlage erst durch Betätigung der am Fahrerplatz
befindlichen Betätigungseinrichtung wieder in Betrieb genommen werden kann.
[0018] Die Bauart nach der Figur 2 zeigt, daß es bei sonst gleichem Aufbau der Anlage, durch
Verwendung des erfindungsgemässen Druckbegrenzers 15 auch möglich ist, ohne Verriegelung
13 auszukommen. Dies deshalb, weil der Einklemmschutz auch bei stromloser Anlage durch
den erfindungsgemäßen Druckbegrenzer 15 voll wirksam ist.
[0019] Entsprechende Teile tragen im übrigen die gleichen Bezugszeichen wie in der Figur
1. Der geänderte Nothahn hat hier die Bezugszahl 21. Es ist zu erkennen, daß die Anlage
wesentlich vereinfacht und verbilligt ist.
[0020] Die Figur 3 zeigt eine Ausführung, die ausgehend von der Anlage nach der Figur 1
die elektrische Schaltung für die Anlage, darstellt. Entsprechende Teile tragen auch
hier wieder die gleichen Bezugszahlen wie in der Figur 1.
[0021] Im Stromkreis des Druckbegrenzers 15 liegt ein stromlos geschlossenes Relais 22,
dessen eine Spulenseite an + und dessen andere Spulenseite über den Differenzdruckschalter
23 und einen Endschalter 24 an Masse liegt, aber nur, wenn der Differenzdruckschalter
23 geschlossen ist. So, wie gezeichnet ist also das Relais 22 stromlos, der Druckbegrenzer
15 jedoch steht unter Strom. Die Endschalter 24 sind mechanisch betätigte Schalter,
aie in den Enstellungen der Tür von dieser betätigt werden. Ein weiteres Relais 25
ist - wie gezeichnet - stromlos offen und steuert im Zusammenhang mit dem anderen
Relais 22 den Strom für den Druckbegrenzer 15.
[0022] Dabei ist die Wirkungsweise so, daß nach dem Auftreten eines Hindernisses in der
Türbewegungsbahn der Druckbegrenzer 15 in seine Druckbegrenzungsstellung umgeschaltet
wird. Das Relais 25 stellt dabei eine Halterelaisschaltung dar, die in Funktion tritt,
wenn der Kontakt des Differenzdruckschalters 23 schließt. Die Halterelaisschaltung
wird dagegen aufgehoben, wenn die Tür in ihre Endstellungen gelangt und der Endschalter
24 den Stromkreis trennt.
[0023] Auf diese Weise können feinfühlige Einstellarbeiten am Druckbegrenzer 15 und am Differenzdruckschalter
23 entfallen.
1. Pneumatische Türbetätigungsanlage für Fahrzeuge, mit einer Druckbeschaffungseinrichtung,
einem von Hand und elektromagnetisch betätigbaren Türventil und mit mindestens einem
Arbeitszylinder, der mit einer Anlenkung für eine Fahrzeugtür versehen ist, sowie
mit einem vor dem Türventil angeordneten Druckbegrenzer, dadurch gekennzeichnet, daß
ein umschaltbarer Druckbegrenzer (15) verwendet ist.
2. Pneumatische Türbetätigungsanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Druckbegrenzer (15) ein elektromagnetisch umschaltbares 3/2-Wege-Magnetventil
ist.
3. Pneumatische Türbetätigungsanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Druckbegrenzer (15) in seiner Stromlosstellung für die nachgeschaltete Leitung
(6) einen druckbegrenzten Weg zu einer Entlüftungsstelle (16) aufweist.
4. Pneumatische Türbetätigungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet
durch ihre Anwendung im Zusammenhang mit einem mit einer Verriegelungseinrichtung
(13) versehenen Nothahn (11).
5. Pneumatische Türbetätigungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet
durch ihre Anwendung im Zusammenhang mit einem unverriegelbaren Nothahn (21).
6. Penumatische Türbetätigungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß der Druckbegrenzer (15) mit einem stromlos geschlossenen Relais (22) und mit einem
stromlos offenen Relais (25) sowie mit einem Differenzdruckschalter (23) und einem
Endschalter (24) in einem Stromkreis liegt.