(19)
(11) EP 0 180 030 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
07.05.1986  Patentblatt  1986/19

(21) Anmeldenummer: 85111891.9

(22) Anmeldetag:  20.09.1985
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4E05F 15/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR IT SE

(30) Priorität: 30.10.1984 DE 3439613

(71) Anmelder:
  • Daimler-Benz Aktiengesellschaft
    D-70327 Stuttgart (DE)
  • ROBERT BOSCH GMBH
    70442 Stuttgart (DE)

(72) Erfinder:
  • Benkowitz, Lothar, Dipl.-Ing. (FH)
    D-7311 Hochdorf (DE)
  • Ernst, Alfred
    D-7252 Weil der Stadt (DE)
  • König, Karl, Dipl.-Ing.
    D-7030 Böblingen (DE)
  • Kontotheodorou, Elefterios, Dipl.-Ing.
    D-7140 Ludwigsburg (DE)
  • Schneider, Steffen, Ing.
    D-7146 Tamm (DE)
  • Straub, Steffen, Ing.
    D-7143 Vaihingen (DE)

(74) Vertreter: Voss, Klaus, Dipl.-Ing. et al
c/o Robert Bosch GmbH Postfach 30 02 20
70442 Stuttgart
70442 Stuttgart (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Pneumatische Türbetätigungsanlage für Fahrzeuge


    (57) Es wird eine pneumatische Türbetätigungsanlage vorgeschlagen, bei der ein umschaltbarer Druckbegrenzer (15) verwendet wird. Der Druckbegrenzer hat eine strombetätigte Durchlaßstellung, in der er gewöhnlich steht und in der der Luftdurchgang nicht behindert ist. Beim Auftreten eines Hindernisses, bei Reparaturen an der Anlage sowie bei Stromausfall nimmt er seine Druckbegrenzungs-Stellung ein, in der er die Sekundärseite bis auf einen geringen Restdruck entlastet. Ein Einklemmen einer Person ist damit mit Sicherheit vermieden.
    Eine elektrische Variante hat den Vorteil, daß feinfühlige Einstellarbeiten am Druckbegrenzer entfallen können.




    Beschreibung

    Stand der Technik



    [0001] Die Erfindung geht aus von einer pneumatischen Türbetätigungsanlage nach der Gattung des Hauptanspruchs.

    [0002] Eine solche Türbetätigungsanlage ist bekannt (DE-OS 31 05 867).

    [0003] Solche Türbetätigungsanlagen werden vor allem zum selbsttätigen Schließen und Öffnen der Türen in öffentlichen Verkehrsmitteln eingesetzt, wobei der Schließvorgang vom Fahrstand durch den Fahrzeuglenker und die Öffnungsbewegung ebenfalls vom Fahrzeuglenker oder über nahe den Türen angeordnete Druckknöpfe oder Tasten von den Fahrgästen eingeleitet werden. Zugleich wird der Schließdruck der geschlossenen Türen zu deren Verriegelung während der Fahrt aufgebracht.

    [0004] Aus Sicherheitsgründen für den Ein- und Ausstieg sind verschiedene Maßnahmen getroffen, die beim Schließen der Türen ein Einklemmen versehentlich in der Türbewegungsbahn befindlicher Personen oder Gegenstände dadurch verhindern, daß die Türbewegung in Schließrichtung beim Anstoßen der Tür an ein Hindernis gestoppt oder reversiert wird. Beim

    [0005] Öffnungsvorgang hingegen fehlen häufig solche Sicherheitsmaßnahmen, so daß insbesondere im Stoßverkehr mit hohem Belegungsgrad des Fahrzeugs eine Gefährdung von Fahrgästen bei der Türöffnung nicht sicher ausgeschlossen werden kann.

    [0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schaltungsanordnung der eingangs genannten Art derart zu verbessern, daß mit geringem Aufwand eine Gefährdung von Personen auch bei sich öffnenden Türen sicher ausgeschlossen und die bekannte Bauart vereinfacht wird.

    [0007] Diese Aufgabe ist bei einer Türbetätigungsanlage der im Oberbegriff des Anspruchs 1 definierten Gattung erfindungsgemäß durch die Merkmale im Kennzeichnungsteil des Anspruchs 1 gelöst.

    Vorteile der Erfindung



    [0008] Eine solche Türbetätigungsanlage hat den Vorteil, daß nicht nur beim gewöhnlichen Betrieb der Anlage sondern auch bei Ausfall der Elektrik oder im Werkstattbetrieb, wenn also das bei intakter Anlage über einen Magneten geschaltete Türventil mechanisch von Hand betätigt wird, ein Einklemmschutz in Öffnungs- und Schließrichtung gegeben ist.

    [0009] \ Dazu kommt, daß die Sekundärentlüftung unabhängig von der Druckhöhe in dem Türzylinder während der Bewegung der Tür eine konstante, vorher einstellbare und für den Fahrgast ungefährliche Einklemmkraft gewährleistet.

    [0010] Ein weiterer Vorteil liegt darin, da3 die Auslösekraft an den Differenzdruckschaltern völlig unabhängig von der Einstellung des Druckbegrenzers gewählt werden kann. Dadurch ist es beispielsweise möglich, die Einklemmkraft so niedrig einzustellen, daß die Türen nach Entfernen eines Hindernisses langsam und ohne zu schlagen in ihre Endlage laufen.

    [0011] Die Geschwindigkeit, mit der sich die Tür bewegt, wird durch den Druckbegrenzer nicht beeinflußt, weil der Druckbegrenzer im Normalbetrieb der Tür unter Strom steht und dadurch eine Stellung einnimmt, in welcher der Druckluftdurchgang durch den Druckbegrenzer unbehindert, also frei ist.

    [0012] Schließlich ist es auch von Vorteil, daß eine Verriegelung des Nothahns in der Stellung "Notbetrieb" entfallen kann, da der Einklemmschutz bei stromloser Anlage voll wirksam ist. Auch dadurch ist eine wesentliche Vereinfachung und Verbilligung der Anlage gegeben.

    Zeichnung



    [0013] Mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen: Figur 1 eine erste Ausführung einer Türbetätigungsanlage mit einem verriegelbaren Nothahn, Figur 2 eine Abwandlung der Bauart nach der Figur 1 mit einem nicht verriegelbaren Nothahn und Figur 3 eine elektrische Schalteinrichtung für die Anlagen nach Figur 1 und 2.

    Beschreibung der Ausführungsbeispiele



    [0014] Eine Türbetätigungsanlage hat einen von einem Kompressor 1 gespeisten Vorratsbehälter 2, an den über ein elektromagnetisch betätigbares Umschalt- oder Türventil 3 zwei doppeltwirkende Arbeitszylinder 4, 5 über eine Leitung 6, 6α angeschlossen sind. Jeder Arbeitszylinder 4 und 5 ist zum Betätigen einer an ihn angelenkten, nicht dargestellten Tür bestimmt. Jeder Schließseite jedes Arbeitszylinders 4 und 5 ist eine Drossel 7 bzw. 8 und jeder Öffnungsseite ist ein DrosselRückschlagventil 9 bzw. 10 vorgeschaltet.

    [0015] Unmittelbar hinter dem Vorratsbehälter 2 befindet sich ein Nothahn 11. Dieser ist als 3/3-Wege-Ventil ausgebildet, hat eine Handbetätigung 12 und außerdem eine Verriegelung 13. Seine Mittelstellung, in der alle Leitungsverbindungen getrennt sind, ist nur eine Übergangsstellung. Anschließend an den Nothahn 11 ist ein Drosselventil 14 (auch Anlaufdrossel genannt) in die Leitung 6 eingesetzt, und vor dem Türventil 3 liegt ein Druckbegrenzer 15. Dieser Druckbegrenzer 15 ist mit einem Betätigungsmagneten ausgerüstet, also umschaltbar, wobei in der stromlosen, gezeichneten Stellung die Druckbegrenzung wirksam ist. Der Druckbegrenzer 15 weist eine Entlüftungsstelle 16 auf, die in dieser Stellung des Druckbegrenzers 15 an die Sekundärseite der Anlage, also an die Arbeitszylinder-Seite angeschlossen ist. Über diese Entlüftungsstelle 16 kann der Druck der Sekundärseite bis auf einen bestimmten Restdruck abgelassen werden. In seiner strombetätigten, anderen Stellung bietet er einen freien, unbehinderten Durchgang durch die Leitung 6.

    [0016] In der gezeichneten Stellung ist die Tür geschlossen. Zum Öffnen der geschlossenen Tür(en) wird das Türventil 3 umgeschaltet, indem sein Magnet kurzzeitig Strom erhält. Vorher, d.h. bereits beim Einschalten der Elektrik des Fahrzeugs, war der Druckbegrenzer 15 in seine andere Stellung umgeschaltet worden, in der er den Luftdurchgang nicht behindert. Die Tür wird geöffnet und die jeweils andere Seite des Arbeitszylinders 4 bzw. 5 wird entlüftet. Wenn beim Öffnen eine Person eingeklemmt wird, wird durch einen der Differensdruckschalter 23, der den Differenzdruck zwischen Öffnungs- und Schließkammer des Arbeitszylinders mißt und bei Überschreitung eines vorbestimmten Wertes anspricht, die Stromzuführung zum Druckbegrenzer 15 unterbrochen, so daß die Druckbegrenzung wirksam und die Sekundärseite entlüftet wird bis zu einem einstellbaren Restdruck. Dadurch wird die Öffnungskraft der Tür wesentlich vermindert und die eingeklemmte Person kann keinen Schaden nehmen. Nachdem sich die Person befreit hat, läuft die Tür infolge des nur noch geringen Restdruckes langsam und ohne zu schlagen in ihre Öffnungsendlage. In dieser Lage wird durch die in Figur 3 beschriebene elektrische Schalteinrichtung der Druckbegrenzer wieder bestromt, so daß die Anlage wieder mit vollem Vorratsdruck normal betriebsbereit ist.

    [0017] Zum Schließen der Tür wird das Türventil 3 wieder umgeschaltet. Wenn beim Schließen der Tür eine Person eingeklemmt wird, wird das in diesem Fall übliche Reversieren durch in Figur 1 nicht dargestellte Mittel bewirkt. Mit dem Nothahn 11 kann die Anlage drucklos gemacht werden, so daß die Türen von Hand leicht geöffnet oder geschlossen werden können. Die Verriegelung 13 sorgt dafür, daß nach Zurückstellen des Nothahns z.B. bei einer Reparatur des Fahrzeugs die Anlage erst durch Betätigung der am Fahrerplatz befindlichen Betätigungseinrichtung wieder in Betrieb genommen werden kann.

    [0018] Die Bauart nach der Figur 2 zeigt, daß es bei sonst gleichem Aufbau der Anlage, durch Verwendung des erfindungsgemässen Druckbegrenzers 15 auch möglich ist, ohne Verriegelung 13 auszukommen. Dies deshalb, weil der Einklemmschutz auch bei stromloser Anlage durch den erfindungsgemäßen Druckbegrenzer 15 voll wirksam ist.

    [0019] Entsprechende Teile tragen im übrigen die gleichen Bezugszeichen wie in der Figur 1. Der geänderte Nothahn hat hier die Bezugszahl 21. Es ist zu erkennen, daß die Anlage wesentlich vereinfacht und verbilligt ist.

    [0020] Die Figur 3 zeigt eine Ausführung, die ausgehend von der Anlage nach der Figur 1 die elektrische Schaltung für die Anlage, darstellt. Entsprechende Teile tragen auch hier wieder die gleichen Bezugszahlen wie in der Figur 1.

    [0021] Im Stromkreis des Druckbegrenzers 15 liegt ein stromlos geschlossenes Relais 22, dessen eine Spulenseite an + und dessen andere Spulenseite über den Differenzdruckschalter 23 und einen Endschalter 24 an Masse liegt, aber nur, wenn der Differenzdruckschalter 23 geschlossen ist. So, wie gezeichnet ist also das Relais 22 stromlos, der Druckbegrenzer 15 jedoch steht unter Strom. Die Endschalter 24 sind mechanisch betätigte Schalter, aie in den Enstellungen der Tür von dieser betätigt werden. Ein weiteres Relais 25 ist - wie gezeichnet - stromlos offen und steuert im Zusammenhang mit dem anderen Relais 22 den Strom für den Druckbegrenzer 15.

    [0022] Dabei ist die Wirkungsweise so, daß nach dem Auftreten eines Hindernisses in der Türbewegungsbahn der Druckbegrenzer 15 in seine Druckbegrenzungsstellung umgeschaltet wird. Das Relais 25 stellt dabei eine Halterelaisschaltung dar, die in Funktion tritt, wenn der Kontakt des Differenzdruckschalters 23 schließt. Die Halterelaisschaltung wird dagegen aufgehoben, wenn die Tür in ihre Endstellungen gelangt und der Endschalter 24 den Stromkreis trennt.

    [0023] Auf diese Weise können feinfühlige Einstellarbeiten am Druckbegrenzer 15 und am Differenzdruckschalter 23 entfallen.


    Ansprüche

    1. Pneumatische Türbetätigungsanlage für Fahrzeuge, mit einer Druckbeschaffungseinrichtung, einem von Hand und elektromagnetisch betätigbaren Türventil und mit mindestens einem Arbeitszylinder, der mit einer Anlenkung für eine Fahrzeugtür versehen ist, sowie mit einem vor dem Türventil angeordneten Druckbegrenzer, dadurch gekennzeichnet, daß ein umschaltbarer Druckbegrenzer (15) verwendet ist.
     
    2. Pneumatische Türbetätigungsanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckbegrenzer (15) ein elektromagnetisch umschaltbares 3/2-Wege-Magnetventil ist.
     
    3. Pneumatische Türbetätigungsanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckbegrenzer (15) in seiner Stromlosstellung für die nachgeschaltete Leitung (6) einen druckbegrenzten Weg zu einer Entlüftungsstelle (16) aufweist.
     
    4. Pneumatische Türbetätigungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch ihre Anwendung im Zusammenhang mit einem mit einer Verriegelungseinrichtung (13) versehenen Nothahn (11).
     
    5. Pneumatische Türbetätigungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch ihre Anwendung im Zusammenhang mit einem unverriegelbaren Nothahn (21).
     
    6. Penumatische Türbetätigungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckbegrenzer (15) mit einem stromlos geschlossenen Relais (22) und mit einem stromlos offenen Relais (25) sowie mit einem Differenzdruckschalter (23) und einem Endschalter (24) in einem Stromkreis liegt.
     




    Zeichnung