[0001] Die Erfindung betrifft eine Projektilwebmaschine mit einem die Energie für den Projektilabschuss
liefernden, vor jedem Schuss in Torsion versetzten Torsionsstab, der in einer an der
Maschine angebrachten Halterung gehalten ist.
[0002] Eine solche Projektilwebmaschine ist z.B. in der CH-PS 382 682 offenbart. Dabei hat
die Halterung des Torsionsstabes ein separates Gehäuse mit Oel- oder Fettfüllung zwecks
Schmierung. Dieser Stand der Technik hat jedoch den Nachteil, dass der Torsionsstab
einer unterschiedlichen Erwärmung unterliegt. Auf der Einspannstelle werden z.B. 20-25°C,
an der Beschleunigerseite hingegen 80-90°C gemessen. Diese extremen Temperaturunterschiede
können zu Korrosionsbildung am nicht geschmierten Mittelteil des Torsionsstabes führen.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, die eingangs genannte Projektilwebmaschine so zu verbessern,
dass Korrosionsbildung und Bruch in Bezug auf den Torsionsstab mit Sicherheit vermieden
werden.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe dient die Massnahme, dass der Torsionsstab wenigstens in
einem Endbereich mit Oel beaufschlagbar ist.
[0005] Hierdurch lässt sich eine gleichmässige Kühlung und Schmierung des genannten Torsionsstabes
erreichen, so dass die bisherigen extremen Temperaturunterschiede sowie die Korrosion
eliminiert werden, wodurch eine wesentliche Erhöhung der Lebensdauer des Torsionsstabes
gewährleistet ist.
[0006] Nach einer besonders vorteilhaften Ausführung der Erfindung kann die Halterung einen
Oeleintritt aufweisen und mit einem Gehäusestück verbunden sein, wobei zwischen der
Halterung und dem Gehäusestück wenigstens eine Oeldurchtrittsöffnung vorgesehen ist,
derart, dass im Ringraum zwischen dem Gehäusestück und dem Torsionsstab eine Oelströmung
gewährleistet ist, wobei ferner zwischen dem Oelaustritt aus dem Ringraum und der
Halterung ein Oelkreislauf vorgesehen sein kann. Hierdurch ist eine kontinuierliche
Schmierung und/oder Kühlung des Torsionsstabes gewährleistet.
[0007] Der Oelkreislauf kann dabei eine hydraulische Bremsvorrichtung umfassen. Hierdurch
wird der Vorteil erreicht, dass das bereits vorhandene Bremsoel auch für die Schmierung
und Kühlung des Torsionsstabes eingesetzt werden kann.
[0008] Der Oelkreislauf kann einen Oelkühler umfassen. Hierdurch lässt sich eine optimale
Temperatur des Oels am Torsionsstab einstellen.
[0009] Das Gehäusestück kann eine den Torsionsstab umgebende, einen Oeldurchtritt gewährleistete
Verlängerungsmanschette aufweisen. Dies hat den Vorteil einer besonders günstigen
Ringraumströmung um den Torsionsstab mit optimalem Kühleffekt.
[0010] Der Oelkreislauf kann auch eine von der Hauptwelle angetriebene Umwälzpumpe umfassen.
Hierdurch ist ein besonders wirkungsvoller Wärmeübergang der Kühlung gewährleistet.
[0011] Schliesslich kann der Oelkühler als hohlprofilartiger Träger ausgeführt sein. Dies
ermöglicht eine besonders platzsparende Anordnung der Oelkühlung.
[0012] Die nähere Erläuterung der Erfindung erfolgt anhand von Ausführungsbeispielen in
Verbindung mit nachstehender Zeichnung. Es zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Darstellung einer erfindungsgemässen Projektilmaschine,
Fig. 2 eine vergrösserte Detailldarstellung des Torsionsstabes mit seiner Halterung
im Längsschnitt gemäss der Linie II-II nach Fig. 1,
Fig. 3 eine perspektivische Darstellung des Oelkreislaufes mit Oelkühler und Umwälzpumpe,
und
Fig. 4 eine Variante des Oelkreislaufes mit einem als hohlprofilartigen Träger ausgeführten
Oelkühler.
[0013] Bei der Projektilwebmaschine nach Fig. 1 ist ein Torsions- < stab 1 mit einem verzahnten
Kopf 2 in einer Halterung 19 mit einer Platte 21 drehfest gehalten, die mittels durch
Langlöcher 22, 23 geführter Schrauben 24, 25 an einem Flansch 26 eines rohrartigen
Gehäusestückes 27 einstellbar befestigt ist. Das Rohrstück 27 besitzt am anderen Ende
einen Flansch 28, mit dem es an dem Gehäuse 50 angeschraubt ist, sowie eine Verlängerungsmanschette
51. Mit einer in der Halterung 19 befindlichen Oeleintrittsöffnung 29 ist eine Oelleitung
31 verbunden.
[0014] Am anderen Ende trägt der Torsionsstab 1 einen gemäss Pfeil 40 beweglichen Schlaghebel
3, an den ein Schlagstück 4 angelenkt ist, von dem aus ein Projektil 5 in Richtung
des Pfeils 45 durch die Projektilführung 33 beschleunigt werden kann. Die Projektilführung
besteht aus einer Vielzahl von Zähnen, die auf der Lade 34 angeordnet sind, und zwar
vor dem Riet 35. Lade 34, Riet 35 und Projektilführung 33 führen während des Webbetriebs
eine Hin-und Herverschwenkbewegung gemäss Pfeil 36 aus, wodurch der in das Fach eingetragene
Schussfaden an das Gewebe angeschlagen wird. Das Projektil 5 wird von einem gemäss
Pfeil 41 hin- und her verschwenkbaren Schützenhebel 37 in die gezeichnete Stellung
gehoben, in welcher seine den Faden ergreifende Klammer durch einen Projektilöffner
6 geöffnet wird, der sich gemäss dem Pfeil 38 hin- und her verschwenken lässt.
[0015] Mit dem Torsionsstab 1 ist ein Arm 11 drehfest verbunden der über einen Lenker 20
mit einem am Bolzen 10 verschwenkbar gelagerten, aus zwei Scheiben bestehenden Hebel
9 durch das Gelenk 30 gelenkig verbunden ist. Die Teile 9, 20 bilden einen Kniehebel,
das Gelenk 30 ein Kniegelenk. Der Hebel 9 trägt eine Rolle 17, die mit einer Nockenscheibe
12 zusammenarbeitet, welche auf einer Welle 8 sitzt. Die Nockenscheibe l2 trägt eine
Rolle 14, die mit einer an dem Hebel 9 gebildeten Kurve 13 zusammenwirkt. Der Hebel
9 ist überdies mit dem Kolben 16 einer als Ganzes mit 15 bezeichneten hydraulischen
Bremseinrichtung gelenkig verbunden. Diese wirkt erst, wenn der vordere Bremskolben
32 in den ihm angepassten Brensraum 39 geschoben wird, also wenn der Schlaghebel 3
einen gewissen Winkel durchlaufen hat. Die Welle 8 trägt ein Kegelrad 42, das in ein
weiteres Kegelrad 43 eingreift, welches auf der Hauptwelle 7 der Webmaschine angebracht
ist. Welle 8 und Nockenscheibe 12 werden kontinuierlich von der Hauptwelle 7 aus angetrieben.
Das Gehäuse 50 weist einen Oelaustritt 52 mit einem Oelstandsanzeiger 54 und einer
angeschlossenen Oelleitung 56 auf.
[0016] Gemäss Fig. 2 ist der Torsionsstab 1 unter Zwischenlage einer einen als Oeldurchtrittsöffnung
dienenden axialen Kanal 46 aufweisende Büchse 47 drehbar in dem Flansch 26 und in
der darauf aufgeschraubten Platte 21 gelagert. Der Kopf 2 besitzt überdies eine Verzahnung
48, während die Halterung 19 eine Verzahnung 49 aufweist. Bei beiden Verzahnungen
sind in bekannter Art und Weise die Zahnlücken zwischen je zwei aufeinanderfolgenden
Zähnen doppelt so gross als die Dicke eines Zahnes beträgt. Die Verzahnungen 48, 49
können dadurch hergestellt werden, dass aus einer vollen Kreisverzahnung jeweils der
übernächste Zahn herausgeschnitten wird.
[0017] Gemäss Fig. 3 ist die Oelleitung 56 mit einem Oelkühler 58 verbunden, welcher zwei
durch eine Trennwand 60 getrennte Kammern 62, 64 aufweist und über die Oelleitung
66 mit einer von der Hauptwelle 7 angetriebenen Umwälzpumpe 68 verbunden ist. Der
Oelkühler 58 ist im Träger 70 untergebracht, welcher an der Maschinenwange 72 befestigt
ist. An dieser ist auch die Spule 74 für den Schussfaden 76 angebracht. Das aus diesem
zusammen mit den Kettfäden 77 gebildete fertige Gewebe ist mit 78 bezeichnet.
[0018] Die Wirkungsweise ist folgende. Wenn die Erhebung 18 der Nockenscheibe 12 auf die
Rolle 17 aufläuft, gelangen die Teile in die gezeichnete Stellung, nämlich die Streckstellung
des Kniegelenks 30, in der der Torsionsstab 1 über den Arm 11 relativ zu der festen
Einspannstelle bei 2 tordiert ist. Sobald anschliessend die Rolle 14 der Nockenscheibe
12 auf die Kurve 13 aufläuft, geht der Kniehebel 9, 20 aus der gezeichneten Strecklage
gemäss Pfeil 44 heraus und das Kniegelenk 30 wird geknickt, so dass sich der Torsionsstab
1 entspannen kann und der Schlaghebel 3 in Fig. 1 nach rechts verschwenkt wird. Dabei
wird der Schützen 5 durch die Schützenführung 33 und damit durch das Webfach geschossen.
Der Schussfaden 76 wird eingetragen. Wenn der Torsionsstab 1 in normaler Stärke tordiert
wird, ist auch der bei der Entspannung zurückgelegte, bis zur torsionslosen Stellung
zu messende Drehwinkel so gross, dass die Bremsvorrichtung 15 noch während des Zurückdrehens
des Torsionsstabes 1 wirksam wird.
[0019] Das im Gehäuse 50 vorhandene Bremsoel wird durch den Oelaustritt 52 und die Leitung
56, über den Oelkühler 58, die Oelleitung 66, die Umwälzpumpe 68 und die Oelleitung
31 zur Oeleintrittsöffnung 29 der Halterung 19 geführt. Hier strömt es gemäss den
Pfeilen 80, 82, 84 (Fig. 2) durch die Verzahnung 48, 49, gemäss Pfeil 86 durch den
als Oeldurchtrittsöffnung dienenden Kanal 46 in den Ringraum 88 zwischen dem Torsionsstab
1 und dem Rohrstück 27 bzw. der Verlängerungmanschette 51 (Pfeile 90, 92) und strömt
schliessliqh gemäss Pfeil 94 beim Oelaustritt 55 (Fig. 1) wieder zurück in das Gehäuse
50. Dabei wird der Torsionsstab 1 im wesentlichen in seiner ganzen Länge gleichmässig
gekühlt bzw. geschmiert.
[0020] Bei der Variante nach Fig. 4 ist der Oelkühler 96 als hohlprofilartiger Träger ausgeführt,
welcher direkt zwischen den Maschinenwangen 72, 73 befestigt ist und somit gleichzeitig
mit seiner Kühlfunktion eine tragende Funktion ausübt. Hierdurch ist eine besonders
platzsparende Bauweise gewährleistet.
[0021] Es versteht sich, dass der Oeleintritt, wie in Fig. 2 gestrichelt mit 98 angedeutet
ist, auch direkt in den Ringraum 88 vorgesehen sein kann, wodurch der Torsionsstab
wenigstens im Bereich seiner Halterung mit Oel beaufschlagbar ist.
1. Projektilwebmaschine mit einem die Energie für den Projektilabschuss liefernden,
vor jedem Schuss in Torsion versetzten Torsionsstab, der in einer an der Maschine
angebrachten Halterung gehalten ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Torsionsstab
(1) wenigstens in einem Endbereich mit Oel beaufschlagbar ist.
2. Projektilwebmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Halterung
(19) einen Oeleintritt (29) aufweist und mit einem Gehäusestück (27) verbunden ist,
dasszwischen der Halterung (19) und dem Gehäusestück (27) wenigstens eine Oeldurchtrittsöffnung
(46) vorgesehen ist, derart, dass im Ringraum (88) zwischen dem Gehäusestück (27)
und dem Torsionsstab (1) eine Oelströmung gewährleistet ist, und dass zwischen dem
Oelaustritt (55) aus dem Ringraum und der Halterung ein Oelkreislauf vorgesehen ist.
3. Projektilwebmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Oelkreislauf
eine hydraulische Bremsvorrichtung (15) umfasst.
4. Projektilwebmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Oelkreislauf
einen Oelkühler (58, 96) umfasst.
5. Projektilwebmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäusestück
(27) eine den Torsionsstab (1) umgebende, einen Oeldurchtritt gewährleistende Verlängerungsmanschette
(51) aufweist.
6. Projektilwebmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Oelkreislauf
eine von der Hauptwelle (7) angetriebene Umwälzpumpe (68) umfasst.
7. Projektilwebmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Oelkühler
(96) als hohlprofilartiger Träger ausgeführt ist.