Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einem Verfahren nach der Gattung des Hauptanspruchs. Um
die Verwendung von chemisch wirkenden Sterilisationsmitteln beim Herstellen von Behältern
zum keimfreien Verpacken verderblicher Lebensmittel zu vermeiden, ist durch die DE-OS
27 44 506 bereits ein Verfahren bekannt geworden, bei dem für die Behälter und für
die Deckel jeweils ein mehrlagiges Band bereitgestellt wird, das aus einem Packstoffband
und aus einem dessen Innenseite abdeckenden Schutzband zusammengesetzt ist, und bei
dem die beiden aneinander anliegenden Seiten der beiden Lagen keimfrei gehalten sind.
Die beiden Lagen werden in einem Sterilraum, in dem napfartige Behälter geformt und
gefüllt werden, voneinander abgeschält. Das eine Packstoffband wird darauf zu Behältern
geformt und das Deckband nach dem Füllen auf die Behälter aufgesiegelt. Die abgeschälten
Schutzbänder werden wieder aufgewickelt und einem Recycling-Prozeß unterworfen. Für
einen Fall wurde vorgeschlagen, das Schutzband als Deckfolie für die Behälter zu verwenden.
[0002] Dieses bekannte Verfahren setzt einige schwierig einzuhal-
tende Vorkehrungen voraus. So muß das Schutzband unter sterilen Bedingungen mit dem
Packstoffband zusammengesetzt werden. Außerdem soll die Bindung so eingestellt sein,
daß das Schutzband vom Packstoffband leicht abgeschält werden kann. Andererseits soll
es, wenn es als Deckfolie verwendet wird, mit dem Packstoffband gut siegelbar sein.
Dies gibt Einengungen in bezug auf die erzielbare Siegelnahtfestigkeit. Außerdem darf
das Schutzband, um ein Funktionieren des Schälens zu gewährleisten, nicht zu dünn
sein. Der Materialbedarf ist daher relativ hoch. Da die einzelnen Lagen in sterilem
Zustand, vorzugsweise direkt im Anschluß an ihre Herstellung, zusammengesetzt werden
müssen, ist eine Bedruckung des Schutzbandes kaum möglich, so daß es als Deckfolie
kaum in Frage kommt. Ferner ist die Herstellung der Bänder sehr teuer, da dafür ein
sehr spezielles Ausgangsmaterial notwendig ist, das unter kontrollierten keimfreien
Bedingungen zu einem Band geformt wird.
[0003] Nachteilig ist ferner, daß dem Abpacker einige Punkte für die Sicherung der Sterilität
der verpackten Erzeugnisse entzogen sind. Eine Infektion der Bänder kann nämlich beim
Herstellen, Bedrucken, Schneiden, Transportieren und Lagern der Bänder auftreten.
Insbesondere kann bei diesen Operationen an den seitlichen Schnittkanten eine unbeabsichtigte
Delaminierung auftreten, die zu einer lokalen Infektion führt. Aus diesem Grund wird
in der Praxis das abzuschälende Schutzband im Abstand von etwa 1 cm vom Rand geschlitzt,
so daß die gefährdete Außenzone nicht der Verarbeitung zugeführt wird. Dieses Vorgehen
ergibt zusätzlichen Abfall.
[0004] Ferner ist durch die DE-OS 30 19 503 ein Verfahren zum Herstellen zweiteiliger steriler
Packungen bekannt geworden, bei dem ein Packstoffschlauch mit steriler Innenseite
bereitgestellt, dieser beim Einlauf in den Sterilraum an seinen beiden Knickrändern
zu zwei Bändern zerteilt wird, von denen in das eine Näpfe geformt und diese befüllt
werden, und schließlich das andere Band auf das Napfband aufgesiegelt wird. Bei diesem
Vorgehen kann die Dicke der Schlauchwand sehr dünn sein, da die Sterilität im Schlauchinnern
ohne weiteres aufrechterhalten werden kann. Um den Behältern eine gewisse Steifigkeit
zu geben, kann das Napfband mit einem gesonderten verformbaren Band unterlegt werden,
das dann zusammen mit dem einen Band des Schlauches verformt wird. Gegenüber dem eingangs
erwähnten Verfahren hat dieses Verfahren den Vorteil, daß von einem wesentlich billigeren
Standardmaterial ausgegangen werden kann, daß die Sterilität im Innern des Schlauches
wesentlich leichter erreichbar ist als bei einem Flachmaterial und daß eine Beeinträchtigung
der Sterilität beim Lagern und Transportieren weit weniger wahrscheinlich ist, weil
der Schlauch seitlich geschlossen ist. Ferner ist das Unterlegen des Napfbandes mit
einem zusätzlichen verformbaren Band weiterhin vorteilhaft, wenn im Falle einer in
Frage kommenden Bedrukkung nicht das Napfband selber sondern das zusätzliche Band
mit einem Aufdruck versehen wird. Nachteilig bei dem Verpackungsherstellverfahren
nach der DE-OS 30 19 503 ist jedoch, daß nach dem Zerteilen des Schlauches in zwei
Bänder, das für den Verschluß vorgesehene Band über eine längere Strecke transportiert
werden muß, die die Stationen zum Formen und Füllen der Näpfe überbrückt, wobei dafür
Sorge zu tragen ist, daß die sterile Innenseite nicht von der unsterilen Außenseite
her infiziert wird.
Vorteile der Erfindung
[0005] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Herstellen steriler Packungen mit den kennzeichnenden
Merkmalen des Hauptanspruchs hat demgegenüber den Vorteil, daß jeder der beiden Schläuche
erst unmittelbar vor seiner Weiterverarbeitung aufgeschlitzt werden muß, so daß Transportschwierigkeiten
vermieden werden. Ferner können für das Napfband und für das Verschlußband Schläuche
mit unterschiedlichen Siegel- oder Schweißeigenschaften verwendet werden, so daß sich
auf diese Weise die Kraft zum Abziehen des Verschlußbandes vom Rand eines Napfes zum
Öffnen der Packungen beeinflussen läßt.
[0006] Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
des im Hauptanspruch angegebenen Verfahrens möglich.
Zeichnung
[0007] Das Verfahren nach der Erfindung ist in einer Zeichnung dargestellt und in der nachfolgenden
Beschreibung näher erläutert. Es zeigen Figur 1 eine Becherform-, -Füll-und -Schließvorrichtung
vereinfacht im Längsschnitt, Figur 2 und Figur 3 Einrichtungen zum Schlitzen und Ausbreiten
eines Schlauches der Vorrichtung nach Figur 1 in schaubildlicher Darstellung.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
[0008] In einem von einem Gehäuse 10 umgebenen Sterilraum 11 mit steriler Atmosphäre sind
nebeneinander eine Heizstation 12, eine Formstation 13 und eine Füllstation 14 angeordnet.
Außerhalb des Gehäuses 10 ist neben der Füllstation 14 eine Siegelstation 15 und eine
Stanzstation 16. Das unten offene Gehäuse 10 hat in seinen beiden Endwänden je einen
engen Spalt 17, 18 zum Einführen je eines dünnen, flachliegenden Schlauches 21, 22.
Die Unterseite des nach unten offenen Gehäuses 10 wird von einem Band 23 abgeschlossen,
das von einer Vorratsrolle 24 abgezogen wird. Ferner wird über Umlenkrollen 25, 26
ein Band 27 von einer Vorratsrolle 28 in den Sterilraum 11 eingeführt.
[0009] Das Band 23 und der Schlauch 21 bestehen aus einem verformbaren Packstoff, vorzugsweise
aus einem thermoformbaren Kunststoff. Das Band 27 und der Schlauch 22 bestehen aus
einem gut siegelbaren Packstoff. Die beiden Schläuche 21 und 22, die von nicht dargestellten
Vorratsrollen abgezogen werden, haben eine sterile Innenfläche.
[0010] Der erste Schlauch 21, aus dem und dem Band 23 Behälter geformt werden, wird über
eine Umlenkrolle 30 von oben gegen die Mitte des Bandes 23 geführt, wobei ein Knickrand
31 durch den Spalt 17 in den Sterilraum 11 des Gehäuses 10 läuft. Der Schlauch 21
wird wenig oberhalb der Ebene des Bandes 23 an seinem im Sterilraum 11 befindlichen
Knickrand 31 von einem Schlitzmesser 32 der Länge nach aufgeschlitzt. Seine beiden
am anderen Knickrand verbundenen Lagen werden von zwei winklig angeordneten Rohren
33, 34 zu einem flachen Band 35 auseinandergefaltet, das auf das Band 23 zu liegen
kommt. Zwei Führungsstangen 36, 37 führen die aufeinanderliegenden Lagen des Schlauches
21 unterhalb des Schlitzmessers 32. Um eine Infektion der Innenfläche des Bandes 35
von der Außenseite her zu vermeiden, wird durch die beiden Rohre 33 und 34 sowie durch
eine unterhalb des Schlitzmessers 32 angeordnete Düse 38 sterile Luft oder ein steriles
Gas zwischen die noch aufeinanderliegenden Lagen geblasen, das an den Schnitträndern
austritt und infolge des leichten Überdrucks eine Strömung nach außen erzeugt. Die
eingeführte Sterilluft hält auch den Sterilraum 11 unter einem leichten Überdruck,
so daß Sterilluft durch die Spalte 17, 18 und an den zwischen dem Band 23 und der
Unterseite des Gehäuses 10 auftretenden Schlitzen ausströmen kann und so eine Infektion
des Sterilraumes 11 vermieden wird.
[0011] Die beiden aufeinanderliegenden Bänder 23 und 35 werden, wobei die sterile Innenseite
des aus dem Schlauch 21 geformten Bandes 35 nach oben weist, von einer nicht dargestellten
Fördereinrichtung durch die einzelnen Bearbeitungsstationen 12 bis 16 hindurchbewegt.
In der Heizstation 12 werden sie auf eine zum Thermoformen geeignete Temperatur erwärmt,
wobei sie bei Verwendung von 4ärmekontaktplatten auch miteinander kaschiert werden.
In der Formstation 13 werden in das zweischichtige Band 23, 35 Näpfe 40 gezogen. Dabei
kommt das Band 35 in das Napfinnere zu liegen und bildet mit seiner sterilen Fläche
die Innenseite eines Napfes 40. In der Füllstation 14 werden die Näpfe mit Portionen
eines sterilen Gutes befüllt. Vor der Siegelstation 15 wird auf das die Näpfe 40 enthaltende
Doppelband 23, 35 ein Verschlußband 41 aufgelegt und dieses in der Siegelstation 15
mit dem Rand der Näpfe 40 versiegelt. Die zusammenhängenden, verschlossenen Näpfe
40 werden in der Stanzstation 16 in einzelne Packungen getrennt.
[0012] Das Verschlußband 41 ist ebenso wie das Napfband 23, 35 doppellagig. Seine beiden
Lagen bestehen aus dem Band 27 und einem darauf gelegten Band, das durch Aufschlitzen
des durch den Spalt 18 am rechten Ende des Gehäuses 10 zugeführten Schlauches 22 gebildet
wird. Der Schlauch 22 wird in gleicher Weise wie der erste Schlauch 17 in das Gehäuse
10 eingeführt, dort geschlitzt und seine Wandung flach auf dem Band 27 entfaltet,
wobei seine sterile Innenfläche vom Band 27 abgekehrt ist und nach oben weist. Durch
Umlenken des so gebildeten, doppellagigen Verschlußbandes 41 um die Umlenkwalze 26
gelangt dessen sterile Fläche auf die ebenfalls sterile Fläche des ßapfbandes 23,
35. Seine beiden Lagen werden miteinander in der Siegelstation 15 bei seinem Aufsiegeln
auf das Napfband 23, 35 verbunden.
[0013] Das dem Verschlußband 41 Festigkeit und/oder Dichtigkeit verleihende Band 27 kann
aus Aluminium, Papier, Karton, Kunststoff oder auch aus einer Kombination solcher
Stoffe bestehen und eine heißsiegelfähige Beschichtung tragen, die ein Verkleben mit
dem Band aus dem Schlauch 22 ermöglicht. Das Band 23 und das aus dem Schlauch 21 gebildete
Band 35 können auch aus einem kaltformbaren Material bestehen, so daß ein Formen der
Behälter durch Tiefziehen oder Tiefen ohne die Heizeinrichtung 12 möglich ist.
[0014] Ergänzend wird bemerkt, daß, wenn auf eine gewisse Steifigkeit der Behälter verzichtet
werden kann, diese auch nur aus den Schläuchen 21 und 22 hergestellt werden können,
wobei die Bänder 23 und 27 entfallen.
[0015] Wie in Figur 3 dargestellt, können die Schläuche 21 und 22 auch zu einem Band geschlitzt
und entfaltet werden, indem ein Trennschnitt in der Mitte einer Lage zwischen den
beiden Knickrändern vorgenommen wird und die beiden oben liegenden Hälften der oberen
Wand seitlich nach außen ausgebreitet werden. Vorzugsweise erfolgt dieses Vorgehen,
nachdem der Schlauch 21 mittig auf das Band 23 aufgelegt worden ist.
[0016] Schließlich wird noch darauf hingewiesen,daß zum Herstellen eines Bandes mit beidseitig
sterilen Flächen ein Schlauch geschlitzt und gewendet werden kann, so daß seine ursprünglich
sterile Innenfläche nach außen gelangt. Dabei ist es auch möglich in das Innere ein
Verstärkungsband einzuführen und die beiden durch das Schlitzen entstandenen Ränder
miteinander zu verschweissen.
1. Verfahren zum Herstellen steriler Packungen, bei dem in einem Sterilraum in ein
Band aus verformbarem Packstoff Näpfe geformt, diese mit sterilem Gut befüllt und
mit einem siegelbaren Verschlußband versiegelt sowie so hergestellte Packungseinheiten
aus den vereinigten Bändern abgetrennt werden, und bei dem das Band in Form eines
Schlauches mit steriler Innenfläche bereitgestellt wird, der im Sterilraum aufgetrennt
wird, dadurch gekennzeichnet, daß je ein Schlauch (21, 22) mit steriler Innenfläche
zum einen für das Band für die Näpfe (40) und zum andern für das Verschlußband (41)
bereitgestellt und zugeführt wird, und daß jeder der Schläuche im Sterilraum (11)
längsgeschlitzt und flach ausgebreitet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der flachliegend zugeführte
Schlauch (21; 22) entlang eines seiner beiden Knickränder (31) geschlitzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine der beiden Lagen des
flachliegenden Schlauches (21; 22) zwischen den beiden Knickrändern längsgeschlitzt
wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das aus
dem Schlauch (21; 22) gebildete Band (35) mit einem anderen Band (23, 27) unterlegt
und mit diesem verbunden wird.