[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Einfüllen von rieselfähigem Füllmaterial
in eine im Randbereich des Bodens eines metallurgischen Gefäßes, insbesondere eines
Schmelzofens, angeordnete Abstichöffnung gemäß dem Gattungsbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Bei einem metallurgischen Gefäß mit Bodenabstich ist die Abstichöffnung im Gefäßboden
angeordnet und wird jeweils nach einem Abstich mittels einer rieselfähigen Füllmasse
aus ff-Material gefüllt (Radex-Rundschau, Heft 3, 1980, Seiten 187 bis 196, DE-Gbm
84 05 150). Das Füllmaterial wird nach dem Anlegen einer Verschlußplatte an den unteren
Rand der Abstichöffnung mittels eines Rohres eingefüllt, das vom Stahlwerker durch
die Öffnung der Arbeitstüre
[0003] oder aus einer in den Ofen abgesenkten isolierten Reparaturkapsel zur Abstichöffnung
geführt wird. Im Falle einer im erkerartigen Vorsprung des Gefäßes vorgesehenen Abstichöffnung
wird das Rohr durch eine öffnung im Deckel dieses Vorsprungs eingeschoben.
[0004] Aufgabe dieser Erfindung ist es, bei einer Vorrichtung der im Gattungsbegriff des
Anspruchs 1 genannten Art den Einfüllvorgang zu automatisieren und hierdurch die Unfallgefahr
zu verringern und die für den Einfüllvorgang erforderliche Zeit zu verkürzen. Es soll
eine einfache Führung für den Bewegungsablauf des Rohres vorgesehen werden, durch
das das Füllmaterial eingefüllt wird.
[0005] Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
[0006] Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird durch Schwenken des zum Einfüllen des
Füllmaterials verwendeten Rohres um , ein an der Gefäßwand angebrachtes Drehgelenk
das Rohr aus einer Position außerhalb des Gefäßes in eine Einfüllposition bewegt,
in der die Austrittsöffnung des Rohres der Abstichöffnung gegenüberliegt. Dieser Schwenkvorgang
wird zweckmäßigerweise durch einen Schwenkantrieb durchgeführt. Um die öffnung in
der Gefäßwand, durch die das die Austrittsöffnung aufweisende Rohrende in das Ofeninnere
eingeführt werden muß, möglichst klein halten zu können, ist das Rohr innerhalb des
in der Einfüllposition in das Gefäß eintauchenden Bereiches in der Bewegungsebene
kreisförmig um die Schwenkachse, d.h. die Achse des Drehgelenks gebogen, um die der
Arm schwenkbar ist. Am austrittsseitigen Ende des Rohres sollte jedoch ein kurzes
geradliniges Stück vorgesehen sein, um dem austretenden Strahl eine definierte Strahlrichtung
zu verleihen.
[0007] Vorzugsweise ist oberhalb der in der Gefäßwand für den Durchtritt des Rohres vorgesehenen
öffnung außerhalb dieser Wand ein Dosierbehälter angebracht und das die Eintrittsöffnung
aufweisende Rohrende so gebogen, daß in der Einfüllposition des Rohres eine Verbindung
zwischen den beiden Öffnungen hergestellt wird. Die Schwenkbewegung des Rohres wird
vorzugsweise durch einen am Dosierbehälter angebrachten Anschlag begrenzt und zur
Betätigung eines Schließorgans des Dosierbehälters und gegebenenfalls zum Steuern
von Ventilen für die Zufuhr eines pneumatischen Fördermit- \ tels für das Füllmaterial
vom Behälter zur Abstichöffnung ausgenutzt.
[0008] Die Erfindung wird durch ein Ausführungsbeispiel anhand einer Figur näher erläutert.
Diese Figur zeigt schematisch einen Teil aus einem Längsschnitt eines metallurgischen
Gefäßes mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung.
[0009] Die Figur stellt in einem Längsschnitt einen Teil eines als Lichtbogenofen ausgebildeten
metallurgischen Gefäßes 1 dar. Das Gefäß enthält ein feuerfest ausgekleidetes Untergefäß
2 und ein durch Wasserkühlkästen 3 gebildetes Obergefäß 4. Es ruht auf einer Wiege
5 und kann mittels eines Betätigungsmechanismus aus der dargestellten Position nach
links und nach rechts gekippt werden. Im Randbereich des Bodens 6 des metallurgischen
Gefäßes ist auf der Seite, zu der das Gefäß mittels der Wiege 5 kippbar ist, eine
Abstichöffnung 7 angeordnet, die in bekannter Weise durch Lochsteine 8 gebildet und
unten durch eine Verschlußplatte 9 verschlossen ist. Die Verschlußplatte 9 kann beispielsweise
mit dem in dem DE-Gbm 84 05 150 dargestellten Mechanismus zur Seite bewegt und damit
die Abstichöffnung 7 nach unten freigegeben werden. Unterhalb der Abstichöffnung 7
befindet sich eine Pfanne 10.
[0010] Zum Einfüllen von rieselfähigem Füllmaterial in die Abstichöffnung 7 ist ein Rohr
11 vorgesehen, das aus einer gestrichelt dargestellten Position außerhalb des Gefäßes
1 durch eine öffnung 12 in der Gefäßwand, d.h. im vorliegenden Fall in einem Wasserkühlkasten
3, in die mit ausgezogenen Linien dargestellte Einfüllposition bewegbar ist.
[0011] In dieser Position ist die Eintrittsöffnung 13 des Rohres mit einer Austrittsöffnung
14 eines das Füllmaterial liefernden Dosierbehälters15 verbunden und die Austrittsöffnung
16 des Rohres 11 liegt der Abstichöffnung 7 gegenüber. Das Rohr 11 ist an der Außenwand
des Gefäßes 1 angelenkt. Zu diesem Zweck ist das Rohr 11 an einem Arm 17 befestigt,
der um ein an der Gefäßwand angebrachtes Drehgelenk 18 schwenkbar ist. Zur Durchführung
der Schwenkbewegung ist ein nicht dargestellter Schwenkantrieb vorgesehen.
[0012] Um die öffnung 12 in der Gefäßwand möglichst klein halten zu können, ist das Rohr
11 nahezu auf der gesamten Länge, die in der Einfüllposition in das Gefäß 1 eintaucht,
längs eines in der Schwenkebene, d.h. bei der gewählten Darstellung in der Papierebene
liegenden Kreisbogens gekrümmt, dessen Mittelpunkt mit der Schwenkachse 18 zusammenfällt.
Lediglich am austrittsseitigen Ende ist ein kurzes geradliniges Rohrstück 19 vorgesehen,
um dem als Strahl austretenden Füllmaterial eine definierte Richtung zu verleihen.
[0013] In dem in der Einfüllposition außerhalb des Gefäßes 1 befindlichen Bereich 20 ist
das Rohr entgegengesetzt gekrümmt, so daß seine Eintrittsöffnung 13 in der Einfüllposition
nach oben weist. An diesem Ende ist ebenfalls ein kurzer geradliniger Abschnitt 21
vorgesehen.
[0014] Um zu verhindern, daß sich das Rohr unter der Einwirkung der heißen Ofenatmosphäre
beim Eintauchen in das Gefäß 1 verbiegt, ist es mit Kanälen für ein Kühlmedium versehen
und wird während des Eintauchens durch ein von außen zugeführtes Kühlmittel gekühlt.
Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist diese Kühlung nicht dargestellt. Zweckmäßig
wird zur Bildung von Kühlkanälen das Rohr doppelwandig ausgebildet und der Ringkanal
zwischen der Außenwand und der Innenwand des Rohres zur Führung des Kühlmittels benutzt.
[0015] Die Austrittsöffnung 14 des Dosierbehälters 15 ist mittels eines durch ein Handrad
22 betätigbaren Schließorgans, in der Regel einer Klappe, verschließbar. Außerdem
ist im Bereich der Austrittsöffnung 14 ein Anschlag 23 vorgesehen, der die Schwenkbewegung
des Rohres 11 begrenzt. Der Anschlag 23 ist in Form einer Rohrhälfte bzw. eines Ringstückes
ausgebildet, das den geradlinigen Abschnitt 21 des Rohrendes im Bereich der Eintrittsöffnung
13 aufnimmt. Anstelle eines durch ein Handrad 23 betätigbaren Schließorgans an der
unteren Austrittsöffnung des Dosierbehälters 15 kann auch ein durch die Schwenkbewegung
des Rohres betätigbares Schließorgan vorgesehen sein, d.h. ein Schließorgan, das automatisch
geöffnet wird, wenn der Abschnitt 21 des Rohres 11 in den Bereich der Austrittsöffnung
14 des Dosierbehälters 15 gelangt. Schließlich kann die Austrittsöffnung 14 auch als
pneumatische Förderdüse ausgebildet sein, um das rieselfähige Füllmaterial nicht nur
durch Schwerkraft in die Abstichöffnung 7 zu befördern, sondern zwangsweise mit Hilfe
eines durch die Förderdüse zugeführten Druckluftstroms. Die Druckluftzufuhr kann hierbei
durch das Handrad 22 oder durch die Schwenkbewegung des Rohres 11 gesteuert werden.
[0016] Solange sich das Rohr 11 außerhalb des Gefäßes 1 befindet, ist die öffnung 12 in
der Gefäßwand durch eine Schwenkklappe 24 von außen abschließbar.
[0017] Es wird nun die Arbeitsweise der beschriebenen Einfüllvorrichtung erläutert.
[0018] Während des Schmelzprozesses befindet sich das Rohr 11 in der gestrichelt dargestellten
Position außerhalb des Gefässes 1 und die Klappe 24 schließt die Öffnung 12 von außen
ab. In der Abstichöffnung 7 befindet sich ff-Füllmaterial, das verhindert, daß die
Schmelze mit der Verschlußplatte 9 in Berührung kommen kann. Zum Abstich wird das
Gefäß nach rechts gekippt und die Verschlußplatte 9 vom unteren Rand der Abstichöffnung
7 entfernt. Wenn die vorgesehene Menge an flüssigem Metall durch die Abstichöffnung
7 ausgelaufen ist, wird das Gefäß zurückgekippt, so daß die im Gefäß enthaltene Restschmelze
und Schlacke die Abstichöffnung 7 nicht mehr bedeckt. Nach Verschließen der Abstichöffnung
7 durch die Verschlußplatte 9 wird der Einfüllvorgang durch die beschriebene Vorrichtung
eingeleitet.
[0019] Zu diesem Zweck wird nach beiseite schieben der Klappe 24 der Schwenkantrieb für
den Arm 17 betätigt und das Rohr 11 in die durch ausgezogene Linien dargestellte Einfüllposition
gebracht, wobei die Schwenkbewegung des Rohres durch den Anschlag 23 begrenzt wird.
In dieser Position liegt die Eintrittsöffnung 13 des Rohres 11 der Austrittsöffnung
14 des Dosierbehälters 15 gegenüber, in den zuvor die zum Befüllen der Abstichöffnung
7 erforderliche Menge an rieselfähigem Füllmaterial eingebracht worden war. Durch
Drehen des Handrades 22 wird die Austrittsöffnung 14 freigegeben und der als pneumatische
Förderdüse ausgebildeten Austrittsöffnung gleichzeitig Preßluft zugeführt. Das rieselfähige
Füllmaterial gelangt so durch das Rohr 11 als Strahl in die Abstichöffnung 7. Nach
dem Befüllen dieser Abstichöffnung wird mittels des Handrades 22 die Austrittsöffnung
14 wieder verschlossen und durch den Schwenkantrieb das Rohr in die Position außerhalb
des Gefäßes 1 zurückgeschwenkt. Nach dem Schließen der öffnung 12 durch die Schwenkklappe
24 ist der Einfüllvorgang beendet und das Gefäß 1 kann wieder in die für den Schmelzprozeß
vorgesehene Lage zurückgekippt werden.
[0020] Die erfindungsgemäße Einfüllvorrichtung ist bei metallurgischen Gefäßen unterschiedlicher
Typen wie Lichtbogenöfen, Warmhalteöfen, Pfannen etc. einsetzbar, bei denen im Boden
des Gefäßes eine Abstichöffnung vorgesehen ist, die nach jedem Abstich mittels eines
rieselfähigen Füllmaterials befüllt werden muß. Die Abstichöffnung kann hierbei auch
im erkerartigen Vorsprung eines metallurgischen Gefäßes vorgesehen sein.
1. Vorrichtung zum Einfüllen von rieselfähigem Füllmaterial in eine im Randbereich
des Bodens (6) eines metallurgischen Gefäßes (1), insbesondere eines Schmelzofens,
angeordnete Abstichöffnung (7), mit einem Rohr (11), das aus einer Position außerhalb
des Gefäßes (1) durch eine Öffnung (12) in der Gefäßwand in eine Einfüllposition bewegbar
ist, in der eine Eintrittsöffnung (13) des Rohres (11) mit einem das Füllmaterial
liefernden Behälter (15) verbunden ist und eine Austrittsöffnung (16) des Rohres der
Abstichöffnung (7) gegenüberliegt, dadurch gekenn- zeichnet, daß das Rohr (11) an
einem Arm (17) befestigt ist, der um ein an der Außenwand des Gefäßes (1) angebrachtes
Drehgelenk (18) schwenkbar ist und innerhalb des in der Einfüllposition in das Gefäß
(1) eintauchenden Bereiches längs eines in der Schwenkebene liegenden Kreisbogens
gekrümmt ist, dessen Mittelpunkt mit der Schwenkachse (18) zusammenfällt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Arm (17) mit einem
Schwenkantrieb versehen ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohr (11) in
dem in der Einfüllposition außerhalb des Gefäßes (1) befindlichen Bereich derart gekrümmt
ist, daß seine Eintrittsöffnung (13) in der Einfüllposition nach oben weist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohr
(11) wenigstens in dem in der Einfüllposition in das Gefäß (1) eintauchenden Bereich
Kanäle für ein Kühlmedium enthält.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß oberhalb
der Öffnung (12) der Gefäßwand an dieser außen ein Dosierbehälter (15) mit einer durch
ein Schließorgan verschließbaren unteren Austrittsöffnung (14) angeordnet ist, die
in der Einfüllposition mit der Eintrittsöffnung (13) des Rohres (21) verbunden ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Austrittsöffnung (14)
des Dosierbehälters (15) ein Anschlag (23) zugeordnet ist, der die Schwenkbewegung
des Rohres (11) begrenzt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Anschlag (23) als
ein das Rohrende im Bereich der Eintrittsöffnung (13) teilweise aufnehmendes Ringstück
ausgebildet ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Schließorgan
durch die Schwenkbewegung des Rohres (11) betätigbar ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß bei einem
metallurgischen Gefäß (1) aus einem mit ff-Material ausgekleideten Untergefäß (2)
und einem durch flüssigkeitsgekühlte Wandelemente (3) gebildeten Obergefäß (4) das
Rohr (11) am Untergefäß angelenkt und die öffnung (12) im Obergefäß vorgesehen ist.