(19)
(11) EP 0 181 985 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
28.05.1986  Patentblatt  1986/22

(21) Anmeldenummer: 84810551.6

(22) Anmeldetag:  13.11.1984
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4D03D 47/36, B65H 51/20
(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE CH DE FR GB IT LI

(71) Anmelder: GEBRÜDER SULZER AKTIENGESELLSCHAFT
CH-8401 Winterthur (CH)

(72) Erfinder:
  • Van Donk, Cornelis
    NL-5425 VM Mortel (NL)
  • Snijders, Willibrordus Maria
    NL-5753 CX Deurne (NL)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Schussfadenspeichervorrichtung für eine Webmaschine


    (57) Der Schußfadenspeicher (3) enthält eine mit einer Spiralnut (28) versehene, mittels einer Schraube (61) feststellbare Grundscheibe (26). In die Nut (28) ragen die Enden (29) von Bügeln (21), die in Schlitzen (24) eines zylinderförmigen Wickelteiles (19) unter Zwischenlage eines Gummiringes (32) gehalten sind. Dieser ist an einer mit Schraube (34) anziehbaren Spannscheibe (33) befestigt. Nach Lösen der Spannschrauben (61, 34) kann die Grundscheibe (26) verdreht werden, wobei die Bügel (21) in Fig. weiter nach außen oder nach innen laufen. Dadurch läßt sich eine neue, größere oder kleinere Speicherlänge der Windungen (11) erzielen, die der jeweils gewünschten Webbreite entspricht. Sämtliche Bügel (21) lassen sich gemeinsam und in gleichem Maß verstellen.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Schussfadenspeichervorrichtung für eine Webmaschine, mit einem Wickelkörper zum Aufwickeln des Schussfadens, welcher Wickelkörper aus einem exzentrisch zur Antriebsachse der Speichervorrichtung angeordneten, trommelförmigen Teil und mehreren, einen radial verstellbaren Wickelteil bildenden Bügeln besteht, die mit einem radial zum Wickelkötper stehenden Schenkel in dem trommelförmigen Teil gehalten sind, während der andere, im wesentlichen achsparallel zur Speicherachse verlaufenden Schenkel gegen eine Grundscheibe des Wickelkörpers hin verläuft.

    [0002] Bei einer bisherigen Vorrichtung dieser Art (CH-PS 639 711 / TS 263) wird jeder Radialschenkel der Bügel in einer Bohrung des trommelförmigen Teiles mittels einer Klemmschraube gehalten. Der Axialschenkel verläuft bis unmittelbar gegen die Grundscheibe. Er kann diese gegebenenfalls berühren, ohne in ihr befestigt zu sein.

    [0003] Soll der Wickeldurchmesser des Wickelkörpers und damit die der Webbreite der zugehörigen Webmaschine entsprechende Länge der Speicherwicklung verändert werden, so ist die Klemmschraube bei jedem Radialschenkel zu lösen und der Bügel von Hand mehr oder weniger einzuschieben und in einer neuen Position mittels der Schraube wieder festzuklemmen. Diese Verstellung der Bügel erfordert relativ grosses Geschick von der Bedienungsperson der Webmaschine. In der Regel muss durch Probieren die neue Position des Bügels herausgefunden werden, welche der gewünschten Webbreite entspricht.

    [0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine besonders in dieser Hinsicht verbesserte Vorrichtung zu schaffen.

    [0005] Die Erfindung besteht darin, dass die Grundscheibe drehbar ausgebildet und mit mindestens einer spiralförmigen Nut versehen ist, in welche Axialschenkel der Bügel hineinragen.

    [0006] Hierdurch lässt sich erreichen, dass alle Bügel gemeinsam radial um ein im wesentlichen gleiches Mass verstellt werden können, indem die Grundplatte verdreht wird. Die Axialschenkel der Bügel werden dabei gemeinsam in radialer Richtung weiter nach innen oder aussen bewegt, je nachdem wie die Spiralnut verläuft. Zugleich werden die Radialschenkel der bügel in der zugehörigen Bohrung der Wickeltrommel weiter nach innen bzw. aussen verschoben. Hiernach wurden in der Regel die Radialschenkel der Bügel wieder festzuspannen sein. Dadurch lässt sich leicht eine neue Speicherlänge des Schussfadens einstellen.

    [0007] Insbesondere wird es möglich, die Verstellung der Bügel als Feineinstellung für die Schusseintragslänge zu benutzen,zu welcher eine entsprechende Grobeinstellung gehört. Die Grobeinstellung lässt sich beispielsweise durch Wahl einer passenden Anzahl von Windungen auf dem Wickelkörper erzielen, die zu ein und derselben Schusseintragslänge gehört. Die zugehörige Feineinstellung lässt sich durch die geschilderte Verstellung der Bügel erzielen.

    [0008] Weitere Merkmale ergeben sich aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit den Ansprüchen und der Zeichnung.

    Fig. 1 ist ein Schnitt nach Linie I - I in Fig. 2, teilweise in Seitenansicht,

    Fig. 2 ist eine Stirnansicht nach Pfeil II in Fig. l,

    Fig. 3 ist ein Teilschnitt entsprechend Fig. 1 und

    Fig. 4 veranschaulicht ein Detail entsprechend Kreis IV in Fig. l, in grösserem Massstab,

    Fig. 5 zeigt ein Detail aus Fig. 1 in grösserem Massstab und

    Fig. 6 erläutert eine abgewandelte Ausführungsform in schematischer Darstellung.



    [0009] In einem zylindrischen Gehäuse 1 ist eine schematisch angedeutete Antriebswelle 2 der Speichervorrichtung 3 angeordnet, die über einen Zahnriementrieb 4 entsprechend Pfeil 5 angetrieben wird. Auf der Welle 2 ist ein Fadenzuführungsrohr 6 angebracht, das entsprechend Pfeil 7 angetrieben ist. Dabei wird der mit 8 bezeichnete Schussfaden gemäss Pfeil 9 zugeführt und in Form von Windungen 11 auf einen als Ganzes mit 12 bezeichneten Wickelkörper aufgewickelt. Zum Massenausgleich gegenüber dem Rohr 6 ist ein Stab 51 vorgesehen.

    [0010] Während des Webbetriebes werden die Windungen 11 in Fig. 1 nach rechts durch eine Separierscheibe 13 axial vorwärts transportiert. Scheibe 13 rotiert gemäss Pfeil 14 und nimmt in jeder Zahnlücke 15 eine bestimmte Anzahl Windungen nach rechts mit. Ueber die Stirnseite 16 wird der Schussfaden während des Webens gemäss Pfeil 17 über Kopf abgezogen und in das Webfach einer zugehörigen, nicht dargestellten Webmaschine eingetragen.

    [0011] Der Wickelkörper 12 besteht aus einem mit seiner Achse 18 exzentrisch gegenüber der Achse 2 des Speichers 3 angeordneten, trommelförmigen Wickelteil 19 und beispielsweise sieben, im unteren Bereich des Teiles 19 angebrachten Bügeln 21. Jeder Bügel enthält einen im wesentlichen radial zum Teil 19 gerichteten Schenkel 22 und einen im wesentlichen parallel zu den Achsen 18,2 verlaufenden Axialschenkel 23. Jeder Schenkel 22 ragt in eine Ausnehmung 24 des Wickelteils 19, jeder Schenkel 23 erstreckt sich bis zu einer Grundscheibe 26 hin. Scheibe 26 ist unter Zwischenlage eines Kugellagers 60 drehbar auf dem Wickelteil 19 gelagert. Scheibe 26 besitzt einen gebogenen Schlitz 62, durch den eine Klemmschraube 61 in den Wickelteil 19 eingeschraubt ist. Nach Lösen der Schraube 61/kann die Scheibe 26 z.B. von Hand gedreht und in einer neuen Position mittels der Schraube 61 wieder festgeklemmt werden.

    [0012] Die Scheibe 26 enthält mehrere radial gerichtete Nuten 27 und eine durchgehend verlaufende, spiralförmige Nut 28. Die Enden 29 jedes Axialschenkels 23 ragen in die Spiralnut 28 und in eine zugehörige Radialnut 27. Durch Nut 27 werden die Enden 29 bei ihrer Radialbewegung geführt. Die Enden 31 der Radialschenkel 22 sind unter Zwischenlage eines Gummiringes 32 mittels einer stirnseitigen Scheibe 33 unter Verwendung einer Spannschraube 34 festgeklemmt.

    [0013] An dem Gehäuse 1 ist ein winkelförmiger Führungsteil 41 befestigt, der einen Schlitz 42 aufweist, in den die Zähne 40 der Separierscheibe 13 hineinrage. Dadurch wird der aus dem zylinderförmigen Teil 19 und den Bügeln 23 bestehende Wickelkörper 3, der drehbar auf der Welle 2 gelagert ist, gegen Drehung gesichert.

    [0014] Während des Webbetriebes ist die Anordnung beispielsweise so getroffen, dass jeweils fünf Windungen lla in ein und dieselbe Zahnlücke 15a der Separierscheibe 13 gelangen und von ihr in Fig. 1 nach rechts axial weitertransportiert werden. Wenn der zugehörige Zahn 40a in den trommelförmigen Teil 9 wegtaucht, können die fünf Windungen lla nach rechts über Kopf abgezogen werden. Die fünf Windungen lla enthalten beispielsweise eine Länge von 1,40 m, die gleich der gewünschten Webbreite ist.

    [0015] Soll beispielsweise eine Webbreite von 2m auf dem Wickelkörper 3 gespeichert werden, so wird die Schraube 34 gelöst, so dass die Bügel 21 in den Schlitzen 24 gelockert sind. Darauf wird die Schraube 61 gelöst und die Scheibe 26 von Hand so verdreht, dass die Bügel 21 aufgrund der Spiralnut 28 in Fig. 2 weiter nach aussen bewegt werden. Jedes Ende 29 läuft in der zugehörigen Radialnut 27 um einen entsprechenden Betrag nach aussen, der an den Marken 44 der Schenkel 22 abgelesen werden kann. In einer neuen, der Webbreite W = 2m entsprechenden Position werden die Schrauben 61,34 wieder angezogen, so dass die Scheibe 26 und die Bügel 21 wieder fest sitzen. Nunmehr kann der Webbetrieb mit der neuen Webbreite fortgesetzt werden.

    [0016] Bei einer abgewandelten Ausführungsform ist statt einer einzigen, durchlaufenden Spiralnut 28 eine Anzahl von sich jeweils nur über einen Bruchteil des Umfangs erstreckenden Teilnuten 28a,b,c gemäss Fig. 6 vorgesehen, in denen z.B. jeweils zwei Bügel 21 mit ihren Enden 29 geführt sind. Zweckmässig sind weitere Teilnuten 28,d,e in der Scheibe 26a als Blindnuten angebracht, damit die Scheibe 26a leicht in jeder Drehstellung benutzt werden kann. In den Nuten 28d,e sind bei dem Beispiel keine Bügelenden 29 geführt.


    Ansprüche

    l. Schussfadenspeichervorrichtung für eine Webmaschine, mit einem Wickelkörper (12) zum Aufwickeln des Schussfadens (8), welcher Wickelkörper aus einem exzentrisch zur Antriebsachse (2) der Speichervorrichtung (3) angeordneten, trommelförmigen Teil (19) und mehreren, einen radial verstellbaren Wickelteil bildenden Bügeln (21) besteht, die mit einem radial zum Wickelkörper (12) stehenden Schenkel (22) in dem trommelförmigen Teil (19) gehalten sind, während der andere, im wesentlichen achsparallel zur Speicherachse (2) verlaufenden Schenkel (23) gegen eine Grundscheibe (26) des Wickelkörpers (12) hin verläuft, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundscheibe (26) drehbar ausgebildet (bei 60) und mit mindestens einer spiralförmigen Nut (28,28a - c) versehen ist, in welche Axialschenkel (23) der Bügel (21) hineinragen.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Radialschenkel (22) in einer Ausnehmung (24) des trommelförmigen Teiles (19) gehalten und durch eine in Richtung der Achse (2) des Wickelkörpers (12) verspannbare Scheibe (33) festgespannt ist.
     
    3. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannscheibe (33) mit einem aus elastischem Werkstoff, z.B. Gummi bestehenden Anpressring (32) versehen ist, der in Spannstellung gegen die Radialschenkel (22) der Bügel (21) gedrückt ist.
     
    4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Radialschenkel (22) mehrere Marken (44) zum Ablesen der Radialposition aufweist.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht